Gericht ordnet volle Untersuchung des Matale Massengrabs an

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 12. Mai 2013

Matale – Der Magistrat von Matale hat angewiesen, eine umfassende Untersuchung des Massengrabs von Matale einzuleiten und beauftragte die Kriminalpolizei (CID), einen umfassenden Bericht bis zum Ende dieses Monats vor Gericht einzureichen.

Der Magistrat ordnete auch an, dass der CID die Aussagen von 13 Petenten in Bezug auf das Matale Massengrab aufnehme, die behaupteten, dass ihre Verwandten an der Stelle begraben worden waren.

Der Anwalt, der im Namen des Petenten  erscheinen war, Sunil Watagala, sagte, dass der Magistrat auch einen DNA-Test der Skelettreste von Matale angeordnet habe. Dazu seien bereits Proben ins Ausland geschickt worden, da solche Einrichtungen in Sri Lanka nicht vorhanden sind. Die Regierung hatte erst kürzlich die Möglichkeit verspielt, solche Einrichtungen durch einer Schenkung der USA zu erhalten.

Präsident Mahinda Rajapaksa hatte im vergangenen Monat beschlossen, eine spezielle Kommission zur Untersuchung der Massengräber von Matale zu ernennen. Dies hatte zu Protesten der Opposition geführt: Man wisse hinlänglich, was bei solchen Untersuchungskommissionen herauskomme, nämlich nichts. Die Untersuchungen werden nun von der Kommission zusätzlich zu den Ermittlungen der Polizei durchgeführt werden.

Über 150 Skelettreste und menschliche Knochen wurden aus dem Massengrab in Matale bislang ausgegraben. Forensiker haben mittlerweile festgestellt, dass dies die Überreste jener sind, die irgendwann in den späten 1980er Jahren getötet worden waren; in der Folge wurde der Fund- zum  Tatort erklärt.

Die Skelettreste in der Nähe des Krankenhauses von Matale wurden im November vergangenen Jahr von Bauarbeitern gefunden, als in der Nähe des Krankenhauses gegraben wurde, um ein neues Gebäude zu errichten. Nach polizeilichen Ermittlungen begannen umfangreiche Aushubarbeiten, bei denen viele Skelettreste und menschliche Überreste gefunden wurden. Alle Knochen tragen Spuren von schwerer Folterung und Misshandlungen.

Die JVP hatte gefordert, dass die Regierung Untersuchungen an den Massengrab durchführe; die Partei äußerte Befürchtungen, dass es sich bei den Überresten um JVP-Mitglieder oder deren Unterstützer handelt, die bei den blutigen Aufständen der JVP zwischen 1987-1989  vermutlich von Sicherheitskräften getötet worden waren. Der damalige militärische Verantwortliche der Gegend war niemand anderes als der Bruder des Präsidenten, Gotabhaya Rajapaksa, der heutige Verteidigunggsstaatssekretär, der als Strippenzieher des Regimes gilt. Auch deshalb die Befürchtung der Opposition, dass die vom Präsidenten so bereitwillig eingesetzte Untersuchungskommission nur den eigentlichen Zweck habe, die Täterschaft zu vertuschen.

Die UNP, die während des Zeitraums von 1987 bis 1989 an der Macht war, sagte indes, dass sie ebenfalls eine unabhängige Untersuchung rund um das Massengrab fordere. Die UN wurde von der größten Oppositionspartei aufgefordert, bei den Ermittlungen zum Massengrab unterstützend einzugreifen.

In einer schriftlichen Erklärung, die mittlerweile dem UN-Menschenrechtsrat vorgelegt wurde, hatte das Asian Legal Resource Centre (ALRC, eine nichtstaatliche Organisation) verlangt, dass die UN-Arbeitsgruppe über das Verschwindenlassen von Menschen durch ihre Experten eine Studie über die Situation und das Verhalten des Regimes bei Anfragen in Bezug auf die Überresten der rund 150 Personen, deren Überreste in Matale gefunden wurden, sowie die Regierung von Sri Lanka zu unterstützen, um sicherzustellen, dass diese Anfragen internationalen Standards entsprächen.2013.04.11

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s