‚Ravaya‘ hüpft in der den Schoß des Rajapaksa-Regimes

Übersetzt von der LTTEwatch-Redaktion mit Material aus Sri Lanka Mirror vom 10. Mai 2013

Colombo – Der enge Berater des Präsidenten und Geschäftsmann Milinda Moragoda hat zugestimmt, 40% der Anteile des Pioniers der alternativen, staatlich nichtgebundenen Zeitungen, Ravaya, zu übernehmen. Dies berichten informierte Quellen. Damit verlöre Sri Lanka ein weiteres, unabhängiges Medianorgan.

Moragoda hat laut den Informationen zugestimmt, 26% der 51% Anteile des ehemaligen Chef-Redakteurs der Zeitung, Victor Ivan und 14% von den 49% der Aktien der Mitarbeitern der Zeitung Ravaya zu kaufen.

Während einer Diskussion mit dem Ravaya-Personal, hatte Victor Ivan sie darüber informiert, dass es ein Angebot gebe, die Mehrheit an der Zeitung zu kaufen und gefragt, ob dem Personal dies genehm sei. Nur zwei Mitarbeiter der Zeitung hatten mit Victor Ivan für den Verkauf gestimmt. Die führenden Redakteure von Ravaya, der aktuelle Herausgeber der Zeitung, K.W. Janaranjana, sowie Lasantha Ruhunage und Wimalanath Weeraratne schwiegen. Man spricht intern jedoch von „feindlicher Übernahme“.

Mehrere Versuche, Janaranjana für einen Kommentar zu kontaktieren, sind fehlgeschlagen.

Als der ehemalige Redakteur und aktueller redaktioneller Berater der Zeitung Ravaya, Victor Ivan, kontaktiert wurde, sagte er, es gebe keine endgültige Entscheidung über den Verkauf der Anteile der Zeitung. Er bemerkte, dass es jedoch Gespräche gebe, um einen alternativen Mechanismus zu finden, um die Geldknappheit zu überwinden; die Leser würden informiert werden, sobald eine endgültige Entscheidung erreicht werde.

Victor Ivan fügte hinzu, dass es eine der Bedingungen in jeglicher Partnerschaft sein würde, dass die Zeitung ihre Politik fortzusetzen könne. Ravaya gilt bislang als kritisch und (relativ) unabhängig.

Die Regierung hatte erst ende letzten Jahres Schritte unternommen, die „Sunday Leader“-Zeitung, die als der Regierung kritisch eingestellt galt, zu übernehmen. der Regierungs-Verbündete und Geschäftsmann Asanga Seneviratne, kaufte mit Geld der Rajapaksa-Familie schließlich die Zeitung The Sunday Leader und manipulieren seither deren Inhalt wie von der Regierung gewünscht.

Sajin de Vass Gunawardena, „Überwachender Abgeordneter“ des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten (sprich: Schatten-Außenminister) und enger Rajapaksa-Vertrauter koordinierte den Ablauf das Geschäfts und ernannte einen seiner Freundinnen als Chef-Redakteurin.

Die abgesetzte und sehr angesehene Chefredakteurin Frederica Jansz, hat nach Todesdrohungen von Staatssekretär und Präsidentenbruder Gotabhaya Rajapaksa fluchtartig das Land verlassen müssen. Der ehemalige Chefredakteur und Herausgeber des Sunday Leader, Lasatha Wickrematunge, war vermutlich auf Geheiß des Rajapaksa-Regimes vor einigen Jahren auf offener Straße ermordet worden. Es gibt in diesen Fall jedoch weder Angeklagte noch ein nennswertes Verfahren  – wie immer, wenn es um Gewalt gegen Journalisten und Medien geht.

Auch hat die Regierung über Strohmänner seither mehrere, ihr gegenüber kritische Websites aufgekauft und Sympathisanten als Leiter eingesetzt. Das Rajapaksa-Regime hat in Sachen Medienmanipulation deutlich dazugelernt. Der Versuch, den Präsidenten zusammen mit der Queen auf ein Foto zu manipulieren wurde seinerzeit leicht entlarvt – als echtes Photoshop-Desaster, begangen vom damaligen Präsidentsprecher Bandula Gunasekara. Eine weiter Möglichkeit, ein echtes Foto mit der Queen zu bekommen, bleibt Mahinda Rajapaksa versagt. Zwar wird das Commonwealth-Treffen im November in Sri Lanak stattfinden – jedoch zum ersten Mal seit 40 Jahren ohne die Queen.

Die Redakteure der Zeitung Ravaya haben sich mittlerweile mittels eines Cartoons zu den Vorgängen geäußert. (Etwa: „Jetzt/früher“ –  siehe unten) getphotos

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