Armee-Bericht: „Kein zivile Opfer wegen der Armee“

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 12. April 2013

Colombo – Mit der Behauptung, dass die internationale Gemeinschaft ihre Pflicht nicht getan und es versäumt habe, die Kriegsverbrechen der LTTE-Terroristen zu stoppen, erklärte der erste Teil eines Berichtes des „Armee Court of Inquiry“ (Untersuchungsgericht der Armee) kategorisch, dass „Vorfälle von Beschuß“ (von tamilischen Zivilisten auf der Flucht) im Sinne des LLRC Bericht nicht von der srilankischen Armee verursacht wurden.

In dem Teilbericht, der heute dem Staatssekretär der Verteidigung, Gotabhaya Rajapaksa durch den Befehlshaber der Armee, Jagath Jayasuriya, übergeben wurde, heiß es : „… ‚Vorfälle von Beschuß‘ (von tamilischen Zivilisten auf der Flucht) im Sinne des LLRC-Berichts sind nicht von der srilankischen Armee verursacht worden – es könnte aber sein, dass sie geschahen wegen ungesetzlichen Taten der LTTE. “

„Diese Taten sind der Beschuß von Zivilisten auf der Flucht, um in die Sicherheit der von der Armee kontrollierten Gebieten zu gelangen, der Beschuß durch Artillerie von schlecht ausgebildeten LTTE-Kanonieren auf den zivilen Konzentrationen, der Einsatz von minderwertigen Artilleriegranaten aus illegalen Quellen, die von der LTTE abgefeuert wurden, die Zwangsrekrutierung von Zivilisten durch die LTTE, darunter Kinder und alte Menschen, die so sie der Gefahr aussetzten“, sagte Jayasuriya in seiner Erklärung.

In einem mäandernden Pressetext heißt es weiter, dass einerseits zivile Tote bei einem Krieg „unvermeidbar“ seien, trotz aller eingesetzten High-Tec-Waffen, die Armee Sri Lankas und kein einziger seiner Angehörigen keinerlei Schuld am Tode auch nur eines Zivilisten habe.

Nachdem die Rajapaksa-Regierung im letzten Jahr Abstand von ihrer unglaubhaften Behauptung, es habe „Null zivile Tote“ gegeben bei ihrer „größten humanen Rettungsaktion aller Zeiten“ und eingestanden hatte, dass es zumindest etwa 7.000 gewesen sein konnten, ist man nun wieder auf die alte Haltung zurückgefallen.

Gotabhaya Rajapaksa setzte dem ganzen noch ein Schlußlicht hinzu, indem er behauptete, dass überhapt Indien an dem ganze Krieg schuldig gewesen sei. Sein rede gipfelte in dem Vergleich Sri Lankas mit der terroristischen LTTE, in dem er behauptete, gerade die USA hätten deren Gräueltaten vergessen. So absurd diese Behauptung ist; selbst wenn es so wäre – ist dies dann die Berechtigung eines demokartischen Staates dafür, sich ebenso menschenverachtend zu benehmen wie eine Terrororganisation?

Der Bericht stellt also in keinster Weise eine unabhängige, objektive Untersuchung dar, sondern lediglich politischen (Un-) Willen, das Problem wirklich anzugehen und ein Lösung dafür zu finden, mit der alle Beteiligten leben könnten. Mit sicherheit werden nun echte Sanktionen gegen Sri Lanka folgen, das wirtschaftlich längst in deutlicher Schieflage ist und mit Bürgern, die bislang nichts von der vielgespriesenen „Friedensdividende“ gespürt haben außer konstanten, zum Teil drastischen Preiserhöhungen bei den Grundnahrungsmitteln und bei der Grundversorgung mit Wasser und Strom.

Die TNA und andere Oppositionelle des Landes bezeichnete den Bericht umgehend als das, was er ist: ein schlechter Witz. Auf den zweiten Teil des Armee-„Berichtes“ kann man getrost verzichten.

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