Fall Eknelygoda: Mohan Peiris hat nun doch „keine Ahnung“

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 6. Juni 2012

Colombo – Das Amtsgericht in Colombo Homogama wurde gestern Zeuge eines denkwürdigen wie peinlichen Auftritts eines hohen Regeirungsbeamten. In einer erneuten Anhörung in der Sache des seit fast zwei Jahren verschwundenen Journalisten und Karikaturisten Prageeth Eknelygoda hatte dessen Frau Sanhya eine Habeas corpus Forderung gestellt.

Geladen war der ehemalige Generalstaatsanwalt Mohan Peiris, dessen Anwälte sich lange gegen die Vorladung vor dem Amtsgericht gewehrt hatten – unter anderem mit dem Hinweis, dass es sich bei der Vorladung um „eine Belästigung eines hohen Regierungsbeamten“ handle. Verständlicherweise sah das Gericht dies nicht so und lud Peiris nochmal unter dem Hinweis vor, dass lediglich der Präsident absolute Immunität in Sri Lanka besässe.

Der mit spannungerwartete Auftritt von Mohan Peiris wurde gestern zu einem weiteren Fiasko für die Regierung, die jegliche Beteiligung an dem Verschwinden von unzähligen Personen in Sri Lanka -meist handelt es sich um Regimekritiker oder ehemalige LTTE-Angehörige – vehement bestreitet.

Peiris hatte im vergangenen November (9.11.2011, Bild), als er als Regierungsvertreter vor dem UN-Ausschuß gegen Folter in Genf aussagte, schlankweg behauptet, der vermisste Prageeth Eknelygoda sei wohlauf und er führe ein Leben in Freiheit in einem nicht näher benannten westlichen Land.

Ein merkwürdig fahriger Mohan Peiris ruderte gestern, bei seinem Auftritt vor Gericht zurück, wie ein ertappter Lügner: Der ehemalige Generalstaatsanwalt sagte aus, dass er bzw. die Regierung keine Kenntnis hätten, wo sich Eknelygoda aufhalte. Nur „Gott“ wisse das.

Peiris gab einen verwirrte Darstellung dessen ab, was er eigentlich in Genf gesagt habe; er sagte, er habe beides gehört, nämlich „vom Geheimdienst“ als auch vom „Hörensagen“, dass Eknelygoda gesund und munter im „Ausland“ lebe. Peiris ist derzeit einer der juristische Berater des Kabinetts.

Er machte seine Aussage nur wenige Meter entfernt von Frau Eknelygoda, und sagte weiter: „Wir wissen nicht, was Wahrheit oder Falschheit“ in der Sache sei, und er wünschte, er könnte mehr Licht auf die Sache werfen.

Im Kreuzverhör sagte er, er konnte sich nicht daran erinnern, welche staatliche Stelle ihm die Information gab, dass Herr Ekneligoda am Leben sei. Er habe damals, als Generalstaatsanwalt, „viele Fälle“ vor sich gehabt.

Nach dem Gerichtsauftritt verweigerte Peiris sich den wartenden Medienvertretern. Menschenrechtsaktivist Nimalka Fernando warf indes der Regierung vor, unverantwortlich zu handeln.

„Wenn man sich die Art und Weise ansieht, in der diese verantwortlichen Leute agieren – wir sprechen hier von Beratern des Kabinetts – dann wird die Kaltschnäuzigkeit deutlich, die sie gegenüber diesen Verbrechen haben.

Ekneligoda arbeitete für eine Anti-Regierungs-Website, www.lankaenews.com und verschwand zwei Tage vor der Präsidentschaftswahl 2010, bei der der amtierende Präsident Mahinda Rajapakse den ehemaligen Armeechef Sarath Fonseka schlug – und diesen ein paar Tage später verhaften ließ.

Die US-Regierung hat den Fall Eknelygoda mittlerweile erheblich Prominienz gegeben als sie ihn zum Anliegen machten anläßlich des Welttages der Journalisten. Mit Sicherheit wird dieser Auftritt also noch ein Nachspiel haben.

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