Wie Peking Sri Lankas Bürgerkrieg gewann

Übersetzt aus der britischen Zeitung The Independent vom 21. Mai 2010

Terrorist Prabhakarana im Kreise seiner Kader - als Staatsführer unvorstellbar

London – Ein Jahr nachdem der 27-jährige tamilische Aufstand zu Ende gebracht wurde, sieht Peter Popham, wie China triumphiert und wo der Westen versagt.

Vor einem Jahr, wurde eine der weltweit brutalsten und unerbittlichsten terroristischen Gruppen, die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE), verjagt und schließlich auf einem Streifen Strand im äußersten Nordosten von Sri Lanka ausgerottet.

Ein Krieg, der sich über 27 Jahre lang hinzog, mehr als 80.000 Tote auf beiden Seiten kostete, in dem Hunderttausende ihre Häuser verloren hatten und die Zukunft eine der idyllischsten tropischen Inseln der Welt in der Schwebe hing. Und plötzlich war alles vorbei.

Allen Vorhersagen zum Trotz, war der Krieg zu einem schnellen und blutigen Ende gebracht worden. Das Schicksal von Zehntausenden von tamilischen Zivilisten, die zwischen den Fronten gefangen waren, wurde beiseite gebürstetes mit einem chinesischen Veto, das verhinderte, dass der UN-Sicherheitsrat die fälligen Frage diskutierte, geschweige denn die Entsendung von Beobachtern genehmigte, zur Untersuchung dessen, was dort geschah. Ausländische Journalisten und Beobachtern wurden sowohl aus der Konfliktzone als auch von den Gefangenenlagern für tamilische Überlebenden verbannt, darunter war auch David Miliband, der als damaliger Außenminister in Sri Lanka weilte, um zu versuchen herauszufinden, was los war. Lokale Journalisten, die kritisch dem staatlichen Handeln gegenüber sind, wurden zum Schweigen terrorisiert.

Dann, am Morgen des 19. Mai, nach einer letzten Schießerei von mindestens einer Stunde Dauer, wurden die Leichen von 18 der Top-Tiger Führer gefunden, hingestreckt unter den Mangroven. Unter ihnen war auch der oberste Führer der LTTE, Velupillai Prabhakaran. Damit war der Krieg vorbei.

Es war ein großer Sieg, das emphatischen Ende einer terroristischen Bande, der niemand bei klarem Verstand nachtrauern würde. Aber das Kriegsende war gegen den erbitterten Widerstands der USA und ihrer Verbündeten erreicht worden, mit schrecklichen menschlichen wie moralischen Kosten. Wie konnte das, was geschah, erlaubt werden?

Die Antwort darauf, in einem Wort, ist „China“. Als die USA im Jahr 2007 die direkte militärische Hilfe für Sri Lanka wegen verschlechternder Menschenrechts-Verstöße stoppte, sprang China in die Bresche; die Hilfe wurde sogar aufzustocken, um fast $ 1 Milliarde Dollar, was China für die Insel zum größten Geberland werden ließ, abgesehen von den -zig Millionen von Dollars von anspruchsvollen Waffen und einem Geschenk von sechs F7 Kampfjets für die srilankischen Luftwaffe. China ermutigte ihren Verbündeten Pakistan, noch mehr Waffen zu verkaufen sowie Piloten ausbilden, um die neuen Flugzeuge in den Kampfeinsatz zu fliegen. Und, ganz entscheidend, hielt China mit besagtem Veto den UN-Sicherheitsrat davon ab, Sri Lanka auf die Tagesordnung zu setzen.

Plötzlich, dank Chinas Diplomatie, spielten die Schikanen der USA und Europas für Sri Lanka keine Rolle mehr. Nach fast 500 Jahren unter der Fuchtel des Westens, hatte die immens wichtige strategischen kleinen Insel im Indischen Ozean einen neuen „Sugar Daddy“ – einer mit einer ganz anderen Vorstellung seiner Pflichten. Sri Lankas „traditionelle Geber“ wurden beiseite gedrängt, sagt der Außenminister des Landes Palitha Kohona der New York Times im Jahr 2008. „Asiaten sagen einander nicht, wie sie sich verhalten sollen“, sagte er. „Es gibt andere Konzepte, wie wir miteinander umgehen – vielleicht ein leises Wort hier und da, aber es wird nicht mit dem nackten Finger gezeigt.“

Geld, Waffen und diplomatische Deckung sind notwendige und wichitge Voraussetzungen um einen Krieg zu seinem logischen Ende zu führen, aber sie sind nicht alles. Ebenfalls erforderlich ist ein ideologischer Deckmantel: ein casus belli, ein Kriegsgrund, der über dem Durst nach Rache, Hass oder den kommunalen Drang der Mehrheit, ihren Willen dauerhaft auf der Minderheit aufzuzwingen hinaus gehen muss. Es muss möglich sein, den Krieg als einen „gerechten Krieg“ zu verkaufen. Zu diesem Zweck, wie Bob Dylan einst schon so schön erkannte („With God on our side – Mit Gott auf unserer Seite“), kommt die Religion ins Spiel.

Auftritt: Die singhalesischen Buddhisten.

Wir im Westen haben im großen und ganzen ein ziemlich nebliges Verständnis des Buddhismus; eines aber wissen wir ganz sicher, dass Buddhisten für den Frieden sind. Also die Idee, dass eine der Kriegsparteien in Sri Lanka – nicht nur in den letzten fünf Jahren, sondern in den ganzen Jahren seit der Unabhängigkeit – erkennbar buddhistisch ist, klingt einfach nicht richtig. Das ist, als würden Trappisten in einem öffentlichen Rededuell auftreten oder orthodoxe Juden eine Schweineschlachterei betreiben.

Buddhisten machen keine Kriege. Sehen Sie sich den Dalai Lama an: Seit 50 Jahren hat er jede Faser seines Seins angespannt, um zu verhindern, dass der tibetischen Widerstand gegen die chinesische Unterdrückung nicht gewalttätig wird. Er hat auch eine große Wahrheit für diese Herausforderung: „In der Praxis der Toleranz, ist ein Feind der beste Lehrer.“

Aus der Nähe sieht der singhalesischen Buddhismus so harmlos und friedlich aus, wie jede anderer dieser Sorte. Besuchen Sie irgendeinen Tempel in diesem Land während Pooya, dem Vollmondtag, der wie eine monatlicher nationaler, religiösen Urlaub ist für alle auf der Insel und Sie werden Szenen der vollkommenen Ruhe finden. Wie Familien ganz in Weiß gekleidet Nahrung für die Mönche in ihren gelben Roben anbieten, dann sich zum Picknick unter Bäume setzen oder Spaziergang rund um die weiß getünchten Stupas zu machen.

Im starken Kontrast dazu sind die Worte des ehrwürdigen Athuraliye Rathana aus dem Jahr 2002 zu hören: „Es gibt zwei zentrale Konzepte des Buddhismus, sagte der Mönch, „Mitgefühl und Weisheit. Wenn Mitleid eine notwendige und einzeln hinreichende Bedingung wäre, dann hätte Buddha sie nicht ausgearbeitet auf Weisheit oder ‚prajna‘. Hitler konnte nicht durch ‚maitriya‘ (Mitgefühl) allein überwunden haben. Heute gibt es einen Diskurs über den Frieden in Sri Lanka. Es ist ein sehr künstliches angeregtes Unterfangen, das klar orchestrierte ist unter ständiger Bedrohung durch Terroranschläge. “

Stellen Sie sich diese Worte aus dem Munde des Dalai Lama vor und Sie bekommen eine Vorstellung davon, wie stark die Ansichten einiger Mönche in Sri Lanka von der friedlichen buddhistischen Norm abweichen. Er sagt nicht „Bombt die Tiger zur Hölle, so wie die Alliierten Hitler zerstörten“. Aber diese Folgerung ist deutlich genug.

Wie konnte der Buddhismus in Sri Lankas sich so scharf von den anderen Schulen abwenden? Der Buddhismus wurde in Nordindien im 6. Jahrhundert v. Chr. geboren und verbreitete sich auf dem Subkontinent und darüber hinaus. Aber acht oder neun hundert Jahre später begann dieser Buddhismus an Boden zu verlieren gegenüber neuen Schulen eines devotionalen Hinduismus, der den Buddhismus stetig verdrängte. Irgendwann verschwand er fast ganz vom indischen Festland.

Buddhistische Mönche in Sri Lanka beobachteten alarmiert diesen Vorgang und brüteten einen Weg aus, um diese Bewegung an ihrer Küste zu stoppen: Sie schrieben ein neues Buch als Ergänzung der Heiligen Schrift, die Mahavamsa, um darin die unauflösliche Verbindung zwischen dem historischen Buddha und ihrer Insel festzustellen. Die Mahavamsa behauptet, dass Buddha Sri Lanka drei Mal besucht hatte und dabei erklärte, Sri Lanka sei „dhammadipa“, „die Insel der Gerechtigkeit“ – eine Art Gelobtes Land des Buddhismus, wo die Singhalesen regieren und der Buddhismus unangefochten bleiben soll. Die Mahavamsa, die nie von Wissenschaftlern als eine der wichtigsten Lehren akzeptiert wurde, hat dazu beigetragen, dass die Insel des Buddhismus deren letzter Außenposten ist auf dem Subkontinent. Aber es war dafür auch ein Preis zu zahlen: der imminente intolerant Chauvinismus, feindlich gegenüber Religion von anderswo, wurde Teil der gesellschaftlichen Verpackung.

Nach der Unabhängigkeit im Jahre 1948 stellten sich Sri Lankas Buddhisten als eine streitbare, einschüchternde nationalistischen Präsenz dar. Obwohl der vierte Premierminister, Solomon Bandaranaike, den Buddhisten nachgab und Sinhala als offizielle Amtssprache einführte,  wollte er die von ihnen erwünschte Übernahme von Schulen von den Christen nicht gewähren. Und so zog im September 1959 ein Mönch namens Talduwe Somarama einen Revolver aus seinem Gewand und erschoss ihn.

Als Mahinda Rajapakse die allgemeinen Wahlen von 2004 zum Premier-Minister gewann, hatte sich der von Norwegen ausgehandelte Waffenstillstand von 2002 bereits aufzulösen. Ein Jahr später wurde er Präsident, aber obwohl der Frieden auf der  Insel immer brüchiger wurde, war es noch unklar, wohin seine Politik leiten würde. Seine Partei ist die Sri Lanka Freedom Party (gegründet von Bandaranaike), und ebenso wie die Opposition, fühlte sie sich noch dem Stottern des Friedensprozesses verpflichtet. Die Verfechter des totalen Krieges im Parlament war begrenzt auf 10 neu gewählten Abgeordneten der Mönchspartei sowie eine andere kleine extremistische Partei.

Dann, im August 2005, als die Tiger Lakshman Kadirgamar ermordeten, Sri Lankas hoch angesehenen Außenminister, selbst ein Tamile und vehement für einen Frieden, änderten sich die Dinge in rascher Folge. Im folgenden April, brachen die Tiger abrupt die in Genf geplanten Friedensgespräche ab. Sechs Tage später wurde Rajapaksas neue Armeechef, General Sarath Fonseka, fast bei einem Tiger-Selbstmordanschlag getötet. Als des Krieges erste Schatten sich vertieften waren erneut die Mönche schnell zu Gange, die Dinge noch zu beschleunigen.

Am 21. Juli zerschlugen die Tiger die Schleusen zu einem Reservoir in der Nähe von Trincomalee im Nordosten, raubten damit fast 30.000 Menschen – viele von ihnen die letzten singhalesischen Siedler – Trinkwasser und das Wasser für ihre Felder. Eine Gruppe von politisierten Mönchen eilte zu einem Tempel in der Nähe des Stausees und kündigte an, sie würden auf die Tiger-Linien zumarschieren und gegen sie ankämpfen bis zum Tod.

Es war nur ein dummer Trick, der aber funktionierte. Wie sich ein srilankischer Journalist erinnert: „Es waren nur ein paar und die öffentliche Unterstützung bei ihrem Marsch gegen die LTTE ließ schnell nach. Als sie der Front zu nahe kamen, wurden sie von Militärs gestoppt.“ Aber es gelang doch der Funkenschlag, den neuen Krieg auszulösen: die Luftwaffe griff am 26. Juli Tiger Positionen am, danach begannen die Bodentruppen damit, die Schleusentore einzunehmen. Der Krieg in seiner Endphase war im Gange.

Ob man es mag oder nicht, die „Pax Sinica“ verbreitet sich auf der ganzen Welt. Im Gegenzug dafür, dass sie Sri Lankas Rücken frei und den Westen in Schach halten, dürfen die Chinesen einen neuen Hafen in Hambantota an der Südküste bauen, ein wichtiges Glied in ihrer „Perlenketten-Strategie“ die sich mittlerweile über den Indischen Ozean hinzieht, von Burma bis Pakistan. Aber ebenso bedeutend wie der Erfolg der Chinesen ist das totale Scheitern des westlichen Modells.

Die totale Vernichtung der Tiger hat praktisch alle völlig überrascht. Sri Lanka kämpfte gegen die Kräfte der Improvisations-Tigers seit 1983, ein Sieg aber schien nie nah. Unter ihrem charismatischen Gründer und Führer kämpften die Tiger mit fanatischem Eifer in einem Dschungelgebiet, das ideal für den Guerillakrieg war, und die Regierungstruppen waren ihnen, mit ihrer vorsichtigen, konventionelle Taktik, nicht gewachsen. Wenn die Karten dann doch einmal nach Sieg aussahen, führte starker Druck aus Indien und dem Westen dazu, beiden Seiten an den Verhandlungstisch zu bringen. Ein Waffenstillstand wurde 2002 unterzeichnet und von der Außenwelt als einen wichtigen Schritt hin zu einer föderalen Lösung begrüßt. Diese Vereinbarung löste sich langsam zwar auf, aber als der Krieg informell im Juli 2006 neu startete, kontrollierten die Tiger noch immer fast ein Drittel der Insel.

Im Frühjahr letzten Jahres, als die Tigers fast alle ihre Hoheitsgebiet verloren hatten und auf 85 Quadratkilometer Dschungel eingesperrt waren – selbst da schien ein Sieg der Regierung noch unwahrscheinlich.

Warum? Weil es die Tiger, unabhängig wie brutal und menschenverachtend ihre Taktik war, es geschafft hatten, die Idee zu etablieren, dass den jahrelang von der singhalesischen Majorität unterdrückten Tamilen eine eigener Staat quasi zustehe.

Die Idee beruht auch auf der konventionelle Weisheit, dass ein solcher Krieg kein militärische Ergebnis haben könne, sondern nur ein diplomatisches. Wie bei zerstrittenen Kindern würde man schließlich wieder zusammen kommen: ein Waffenstillstand, Friedensverhandlungen, irgendein Kompromiss auf Druck des Westens und vermittelt von den Norwegern – das sollte eigentlich der einzige Weg aus dem Schlamassel sein, wie auch immer unbefriedigend. Die Tamilen sollte ihre Seite der Insel bekommen, und die Singhalesen die ihre.

Es gab aber auch viele Argumente gegen eine solches Vorgehen. Zum einen ist die Insel für Tamilen keineswegs auf den Norden und Osten beschränkt. Unter britischer Herrschaft wurden Tamilen mit Regierungs-Arbeitsplätzen begünstigt, heute stellen Tamilen die Mehrheit der Bevölkerung der Hauptstadt Colombo. Am anderen Ende der sozialen Skala, wurden Zehntausende von armen tamilischen Bauern unter dem Raj als billige Arbeiter auf die Teeplantagen verbracht. Beide Gegenden, Colombo sowie die Plantagen sind gut außerhalb der Region, die die Tiger für ihren souveränen Staat wollten. Aber auf einer kleinen Insel, die zwischen verfeindeten ethnischen Gruppen polarisiert ist, und mit einer traurigen Geschichte ethnischer Säuberungen auf beiden Seiten, welche Art von Zukunft könnten Tamilen außer „Eelam“ noch erfreuen?

Aber die Aussichten für Tamilen, die sich im Inneren des Staatesgebildes befanden, den Prabhakaran gründen wollte waren kaum besser. Während seiner 25 Jahre der Kontrolle, zeichneten sich die Guerilla-Führer durch ein Merkmal besonders aus: absolute Rücksichtslosigkeit. Prabhakaran hatte alle möglichen Rivalen um die Macht ausgeschaltet, er tötet alle gemäßigten und friedliebenden tamilischen Führer ebenso wie ab und zu diejenigen, die die Waffe vorzogen. Er hatte Tamilen sowohl auf der Insel wie auch in der Diaspora unterworfen, Strafsteuern zu zahlen, um seinen Krieg zu finanzieren, und er zwang Tausende von Familien dazu, ihre Kinder als Soldaten herzugeben. Er hatte das Pogromen gegen Muslime befohlen in der Gegend, in der er herrschte, er zwang Tausende von ihnen zu fliehen, Tausende von singhalesische Zivilisten ließ er massakrieren.

Innerhalb der Reihen seiner Guerilla-Armee verlangte er die völlige Hingabe, er erfand die Selbstmordanschläge als Waffe des Krieges und von seinen Kadern verlangte er, Zyanidkapseln tragen, damit sie sich töten könnten, anstatt zu reden beim feindlichen Verhör. Bei seltenen Gelegenheiten erschien er in der Öffentlichkeit, darunter seine erste und einzige Pressekonferenz im Jahr 2002, er trug einen spartanischen Kampfanzug und kultivieren das Bild des zielstrebigen, zu allem entschlossenen Guerillaführers – aber Familieschnappschüsse, die nach dem Krieg entdeckt wurden, zeigen ihn in einem Leben im Luxus.

Seine Herausforderung im Jahr 2002 war es, die Welt davon zu überzeugen, dass der Mann, der die Morde an den indischen Premierminister Rajiv Gandhi und den an dem srilankischen Präsident Ranasinghe Premadasa befohlen hatte in der Lage ist, sich selbst neu zu erfinden, ganz im Sinn Fein-Stil, als ziviler Führer würdig internationalen Respekts. Aber es war ein Transformationsanspruch, der weit über seine Fähigkeiten hinaus ging: seine reflexive Reaktionen auf Stress waren dieselben geblieben – bis hin zur persönlichen Ermordung der Menschen, die er dafür verantwortlich machte. Die Idee, dass ein Mann diesen Kalibers einen plausiblen demokratischen Staates anführen könne, war einer der schlechtesten Witze in der dekadenten Zeit der US-Diplomaten Hegemonie.

Aber selbst wenn Prabhakaran die politische Gaben eines Gerry Adams gehabt hätte, gibt es noch ein stärkeres Argument: Dass nämlich der Westen kein Recht hat, Friedensbedingungen einer rechtmäßige gewählten Regierung zu diktieren, die mit einem unglaublich brutalen Aufstand konfrontiert wird.

Die Wiedervereinigung von Sri Lanka unter singhalesischen Herrschaft füllt viele der Minderheiten mit düsteren Vorahnungen: ein tamilischer Geschäftsmann in Trincomalee hat mir gesagt, dass er die Ankunft der nächsten Welle der von der singhalesischen Regierung geförderten Kolonisierung Angst habe. Er sprach auch davon, wie die Neuankömmlinge ihre symbolische Präsenz durch die Installation von Buddha-Statuen zementieren.

Es war viel Schräges und Unschönes los im srilankischen Gemeinwesen in den Jahren nach der Unabhängigkeit, und es gibt so einiges, was heute noch falsch läuft. In den Worten des damaligen UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Louise Arbour, heute Präsidentin der International Crisis Group, nach ihrem Besuch im Oktober 2007: „Sri Lanka ist ein Land, wo die Schwäche der Rechtsstaatlichkeit und die  staatlicher Willkür alarmierend sind“.

Aber die Idee, dass diese Unbill hingebogen werden könnte durch die Spaltung dieser kleinen Insel in zwei bewaffnete Lager, wobei die eine Hälfte von einem mörderischen Verrückten beherrscht wird, ist einer der bescheuertsten und verrücktesten Ideen unserer Zeit, die jemals irgendwelche Anhänger fand.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s