Vancouver: Terror-Finanzier wird vermutlich auf „schuldig“ plädieren

Übersetzt aus der Zeitung Vancouver Sun vom 6. Mai 2010

Von Kim Bolan

Prapaharan Thambithurais alias „Praba“ steht wegen Finanzierung der terroristischen LTTE vor Gericht

 

Vancouver – Der erste Mann, der unter dem kanadischen Gesetz gegen die Finanzierung von Terrorismus angeklagt wurde, soll sich am nächsten Dienstag angeblich für schuldig im Sinne der Anklage erklären.

Prapaharan Thambithurais Prozess sollte heute am Obersten Gerichtshof von British Columbia beginnen, aber die Staatsanwältin der Krone, Martha Devlin sagte, dass es vorab einen Vergleich gegeben habe.

Die Anklage bat die Richterin Anne MacKenzie, die Angelegenheit auf Dienstag, den 11. Mai, zu verschieben, damit es einen formellen Prozessbeginn und ein Urteil geben könne. MacKenzie stimmte zu.

Thambithurai, der angeklagt ist, Spenden für die verbotenen terroristischen Tamil Tiger (LTTE) gesammelt zu haben, ist heute nicht vor Gericht erschienen, dafür seine Rechtsanwältin, Kathleen Bradley, die bestätigte, dass er am Dienstag für die erwartete Anklage anwesend sein wird. Der 46-jährige Mann aus Ontario war einst der Kopf einer Wohltätigkeitsorganisation aus Vancouver, welche nach Meinung des kanadischen Nachrichtendienstes eine Tarnorganisation der Befreiungstiger von Tamil Eelam ist.

Thambithurai, auch bekannt als “Prapa”, war der Vorsitzende der Eelam Tamil Assoziation von British Columbia (ETABC.) in den 90ern. Pathmoyohan Pillai, ein weiterer früherer Vorsitzender der Organisation, bestätigte 2008, dass Thambithurai als Präsident der Gruppe fungiert hatte. Die Gruppe hat in den 90ern mehr als 60.000 Dollar eingesammelt. Die Provinzregierung von B.C. ordnete im Jahre 2000 eine parlamentarische Anhörung über Gruppe an, nachdem sie im Bericht des kanadischen Nachrichtendienstes als eine Tarnorganisation der Tamil Tiger aufgeführt worden war.

Thambithurai hatte in Vancouver gelebt, wo er an Buchhaltungskursen der Universität von British Columbia teilnahm und ein Geschäft für die Installierung von Satelliten-Fernsehschüsseln aufgezogen hatte. Vor fünf Jahren zöge er mit seiner Frau und seinen Kindern ins Ostkanadische Ontario. Er wurde vor zwei Jahren angeklagt, „für terroristische Zwecke Grundstücke oder Dienste“ angeboten zu haben. Die Tat sei zwischen 11. März bis 14. März 2008 verübt worden, so die Anklage.

Die Krone sagte weiter, dass zur Zeit der Tat der Angeklagte in Vancouver gewesen war, um Spenden zu sammeln, und dass er für die Welt-Tamilen-Bewegung (World Tamil Movement) gearbeitet habe, welche angeblich humanitäre Spenden für Menschen in Sri Lanka sammelte. Die Polizei behauptet, dass diese Bewegung eine Tarnorganisation der LTTE ist und die gesammelten Gelder u.a. für Waffenkäufe genutzt wurden.

Kanada hat das Finanzieren von Terroristen nach den Angriffen vom 11. September als illegal erklärt, und 2006 haben die Konservativen die Tamil Tigers (LTTE) als eine illegale terroristische Gruppe aufgeführt. Die Polizei hat angebliches Spendensammeln für die Tamil Tiger in Montreal, Toronto und Vancouver in den vergangenen fünf Jahren untersucht.

Das Hauptaugenmerk richtet sich dabei auf Toronto, wo die Beamten des RCMP (Royal Canadian Mounted Police) gegen den Terrorismus einen ganzen Lastwagen voll mit Materialien untersucht haben, die sie im Hauptquartier der Welt-Tamilen-Bewegung (WTM)gefunden und konfisziert haben.

Der RCMP behauptete in einer Untersuchung vor Gericht: „Die WTM ist ein integraler Teil der Strategie der LTTE, Spenden für die Wiederbewaffnung zu sammeln und als der einzige Repräsentant des tamilischen Volkes in der internationalen Gemeinschaft Legitimität zu gewinnen.“

Es gab aber keine konkrete Anklagen – bis im März 2008 Thambithurai verhaftet wurde.

Der Angeklagte wohnt derzeit in Maple, Ontario, im Norden von Toronto, wo er mit seiner Frau und drei Kindern lebt. Kanada ist die Heimat der größten Diaspora srilankischer Tamilen.

Sowohl die RCMP als auch die CSIS (kan. Geheimdienst) behaupten, dass Tarnorganisationen  aus Toronto insgeheim Gelder in Millionenhöhe an die Tiger/LTTE geschickt haben, damit die Gruppe sich Waffen kaufen kann.

Die Tiger haben einen langen Guerillakrieg gegen die srilankische Regierung für einen separaten Staat für die ethnische tamilische Minderheit des Landes geführt, der mit der militärischen Niederschlagung der Gruppe im Mai 2009 – vorerst – endete.

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