Zweifel an Herkunft der tamilischen Asylsucher – Flüchtlingsboote Reste der LTTE-Schmuggelflotte?

Manickavasagar Kartheepan

Von unserem LTTEwatch-Korrespondeten in Colombo vom 24. Oktober 2009

Colombo – Unter den 76 Tamilen auf der „Ocean Lady“, die vor der Küste von British Columbia von der RCMP (Royal Canadian Mounted Police) aufgegriffen wurden und die in Kanada um Asyl ersuchen, ist mindestens ein Mann, der von Interpol wegen Terrorismus-Vorwürfen gesucht wird. Der 26-jährige Manickavasagar Kartheepan, aus Point Pedro wird als aktiver Kämpfer der LTTE auch von der sri-lankischen Regierung gesucht.

Während die Vereinigung der Tamilen in Kanada (Canadian Tamil Congress – CTC) und deren Sprecher David Poopalapillai, nach Ansicht von Fotos behauptete, es handle sich „zweifelsfrei um Tamilen aus Sri Lanka, die dort um ihr Leben fürchten“ müssten, stellt sich heraus, dass das Schiff nicht aus Sri Lanka, sondern vor einem Monat von Indien aus gestartet war. Poopapillai jedoch bleibt dabei:“Die Situation in Sri Lanka ist so schlimm, dass diese Menschen ihr Leben riskierten, um dort herauszukommen.“

Der srilankische Generalkonsul in Kanada, Bandula Jayasekera, nannte die Behauptungen Poopapillais „absolut absurd und lächerlich“; niemand habe als rechtschaffener Bürger in Sri Lanka irgendetwas zu befürchten.

Außer der oben genannten Personalie haben die kanadischen Behörden bislang nichts über die Asylsuchenden bekannt gegeben – weder Alter, noch Namen, noch Herkunft noch Nationalität. Kanadas Regierung hat mittlerweile (Samstagabend, Ortszeit) die 76 Tamilen in Handschellen abgeführt und aufs Festland nach Vancouver  gebracht. Nach kanadischem Recht müssen die Asylsuchenden innerhalb von 48 Stunden ihren Antrag vorbringen. Auf dem Festland soll nun auch Identität und Nationalität der Männer zweifelsfrei festgestellt werden. Die kanadische Einwanderungsbehörde hat bereits signalisiert, dass sie von dieser Art von Asylsuche nicht besonders viel hält, inoffiziell ist zu vernehmen, dass man diejenigen, die auch nur unter dem leisesten Verdacht stehen, für die LTTE in irgendeiner Form tätig gewesen zu sein, umgehend zurück – nach Sri Lanka – schicken würde. Die kanadische Polizei behandelt das Ganze als Fall von kriminellem Menschenschmuggel. Auffällig sei, so ein RCMP-Sprecher, dass die Asylsuchenden bis zu 45000 US-Dollar für die Fahrt bezahlt hätten – es dränge sich die Frage auf, woher diese Mittel stammten.

Für die sri-lankische Regierung erhärtet sich damit mehr und mehr der Verdacht, dass die Überbleibsel der LTTE und die tamilische Diaspora eine neue Propaganda-Offensive gestartet haben, um Sri Lanka in ein schlechtes Licht zu rücken sowie ihrer Behauptung Nachdruck zu verleihen, in Sri Lanka würden Tamilen systematisch verfolgt und getötet.

Offensichtlich besteht auch bei den insgesamt 331 Personen die von den indonesischen Behörden in Booten aufgegriffen wurden, sowie bei den etwa 30 Personen, die in australischem Seegebiet abgefangen wurden der Verdacht, dass die LTTE hinter dem Menschenschmuggel steht und dass es sich bei den Asylsuchenden um Leute handelt, die Sri Lanka bereits vor Monaten, möglicherweise schon vor Jahren verlassen hatten.

Mittlerweile gibt es auch hier ernsthafte Zweifel, ob die Boote, die in Australien und Indonesien aufgegriffen wurden überhaupt aus Sri Lanka gestartet waren. Die Boote sind durchweg eigentlich für einen solche Streckenradius nicht geeignet.

Aus Singapore meldete sich der Terrorismus-Experte Dr. Rohan Gunaratne. Er sagte, dass es der sri-lankischen Marine zwar gelungen sei, acht große Waffenschmuggelschiffe der LTTE zu zerstören, dass es sich aber bei den Booten, die jetzt dazu benutzt wurden, Asylsuchende zu befördern, um die letzten Teile der LTTE-Flotte handeln könnte, die bislang von Indonesien aus die LTTE-Kader vor dem Ende des Kriegs im Mai mit Reis, Zucker, Zement, Holz – aber auch Waffen versorgt hatten.

Auch in Australien mehren sich die Stimmen, die die scheinbar armen Asylsuchenden entweder als getarnte LTTE-Kader oder als Wirtschaftsflüchtlinge sehen. Auch die Asylsuchenden, die vor Australien aufgegriffen wurden, hatten erhebliche Summen bezahlt, um an Bord zu kommen, bei ersten medizinischen Untersuchungen wurden bei vielen von ihnen typische Kriegsverletzungsnarben, beispielsweise von Schrapnells gefunden. Der Kapitän dieses Schiffes, der sich kurz vor dem Aufgreifen durch den australischen Küstenschutz abgesetzt hatte, wird seit langem wegen Menschenschmuggels von Interpol gesucht.

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