TRO/LTTE: Spendensammel-Terror in Kanada

Übersetzt aus der kanadischen Tageszeitung „National Post“  vom 19. November 2008

Toronto – Das Einkaufszentrum vom Freiheitsplatz hat einen südasiatischen Laden für allerlei Lebensmittel und einen Zweig der Toronto Öffentlichen Bibliothek, aber der Inhaber, der diese belebte, schmale Einkaufspromenade zu einem internationalen schlechten Ruf gebracht hat, ist über einem Juwelierladen.

Die Tamilische Rehabilitationsorganisation (TRO) arbeitet in einem beengten Büro in der zweiten Etage mit einer großen kanadischen Flagge über dem Fenster. Und während ihre offizielle Mission humanitär ist, verdächtigen sie Regierungen dreier Länder, dass sie einem anrüchigeren Zweck dient.

Die RCMP Antiterror-Ermittler und die Wohlfahrtsbeamten des kanadischen Finanzbüros beschuldigen die Gruppe, Verbindungen mit den srilankanischen separatistischen Guerillas, genannt die Befreiungstiger von Tamil Eelam (besser bekannt als die Tamil Tiger), zu haben.

Der Chef des kanadischen Wohlfahrtsamtes schrieb in einem Brief an die Gruppe: “Wir glauben, dass es vernünftige Gründe dafür gibt, dass man sich Sorgen darüber machen sollte, dass die TRO (Kanada) in einer Weise operiert, die in Konflikt mit der öffentlichen Politik Kanadas steht. Genauer gesagt, scheint es Grund zu geben, dass man schließen kann, dass die TRO (Kanada) als Teil eines Unterstützungsnetzwerkes für die terroristische Organisation Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) funktioniert. Inzwischen hat das Schatzamt der Vereinigten Staaten im letzten Jahr die Konten des Büros der Tamilischen Rehabilitationsorganisation in Toronto eingefroren. Es hat festgestellt, dass die Organisation Teil eines internationalen Netzwerkes ist, welches „seine Operationen als wohltätig ausgibt, aber tatsächlich Spenden für eine als terroristisch gekennzeichnete Gruppe, die für abscheuliche Taten verantwortlich ist, sammelt.“

Am Donnerstag hat Sri Lanka die Bankkonten der Organisation in dem Land beschlagnahmt. Der Grund dafür war, dass auf dem Konto 800.000 Dollar waren, die teilweise von „TRO Filialen an verschiedenen ausländischen Orten“ gesammelt „und hauptsächlich benutzt worden waren, um terroristische Aktivitäten zu finanzieren.“

Die Konservativen sind noch nicht tätig geworden und die Gruppe operiert weiter in Kanada, aber eine der Entscheidungen, denen sich der neue Minister für öffentliche Sicherheit Peter Van Loan gegenübersieht, wird es sein, ob man die TRO als eine terroristische „Einheit“ kennzeichnet, die unter das Anti-Terror-Gesetz fällt, was die TRO dann zwingen würde, ihre Organisation in Kanada aufzugeben.

Bundesbeamte haben abgelehnt zu sagen, ob sie vorbereiten, die TRO Kanadas offizieller Liste von Terror-Gruppen hinzuzufügen. Stéphane Thérien, ein Sprecher für Öffentliche Sicherheit in Kanada sagte: „Es wäre für mich unangemessen, darüber zu kommentieren, bei welchen Gruppen untersucht wird, ob sie auf die Liste gehören. Der Einschätzungsprozess für die neu aufzuführenden Gruppen ist im Gange.“

Aaron Lynett / National Post - Raj Gunnathan, Präsident und Koordinator der Tamilischen Rehabilitationsorganisation in Kanada stellt sich in seinem Büro im oberen Stockwerk des Liberty-Square-Einkaufszentrums an der Eglinton und Kennedy Straße in Position

Foto: Aaron Lynett / National Post - Raj Gunnathan, Präsident und Koordinator der Tamilischen Rehabilitationsorganisation in Kanada stellt sich in seinem Büro im oberen Stockwerk des Liberty-Square-Einkaufszentrums an der Eglinton und Kennedy Straße in Position

Raj Gunanathan, der Präsident der TRO Kanada sagte, er fürchte, dass dies passieren könne, aber er wäre schon seit langem mit dieser Art von Behauptungen konfrontiert. Sie begannen, als die Gruppe ein Geschäft in Toronto vor mehr als einem Dutzend Jahren eröffnete. Seit der Zeit haben Beamte des kanadischen Sicherheits-Nachrichtendienstes wiederholt sein Büro besucht. Hr. Gunanathan sagte in einem Interview: „Sie kamen gewöhnlich wenigstens einmal im Jahr.“ Er sagte, dass er den Nachrichtenbeamten gesagt habe: „Bitte kommen Sie und nehmen Sie an den Sitzungen unseres Ausschusses teil oder schicken Sie jemanden, der an den Sitzungen der Direktoren teilnimmt, und dann werden Sie keinen Zweifel mehr über das haben, was wir tun.“

Die Tamilische Rehabilitationsorganisation zeigt das offen, was sie macht: Sie sammelt Geld in Kanada und schickt es an die von den Rebellen gehaltenen Gebiete von Sri Lanka. Das Geld geht an das TRO Hauptquartier, welchem man vertraut, dass es humanitäre Hilfe biete. Beweisen aber, kann er das nicht.

Das TRO Hauptquartier in Sri Lanka wird durch die Tamil Tiger kontrolliert, eine verbotene terroristische Organisation nach kanadischem Gesetz. Während dies die TRO auf die falsche Seite von Kanadas Terrorismusfinanzierungs-Regeln stellen könnte, argumentiert Hr. Gunanathan, dass es keine andere Möglichkeit gäbe, um den Hunderttausenden, die durch den Bürgerkrieg vertrieben wurden, humanitäre Hilfe zukommen zu lassen.

Der frühere srilankanische Erziehungsbeamte, der in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts nach Kanada kam, nachdem er in Nigeria als Lehrer gearbeitet hatte, sagte: „Sollen wir zulassen, dass sie verhungern und sterben? Wir müssen ihnen das Lebensnotwendige liefern. Wir müssen jene Leute ernähren.“

Die Tamilische Rehabilitationsorganisation erwuchs aus dem Bürgerkrieg, der 1983 in Sri Lanka ausbrach, als die Tamil Tiger eine bewaffnete Kampagne um Unabhängigkeit für die ethnische tamilische Minderheit des Landes begann. Als die tamilischen Flüchtlinge nach Südindien flohen, um den Kämpfen und ethnischen Krawallen zu entkommen, wurde die TRO gebildet, um ihnen zu helfen. Später zog die Hilfsgruppe in die von den Rebellen gehaltenen Gebiete von Sri Lanka um, um den vom Krieg betroffenen Zivilisten Hilfe zu geben.

Bald erschienen Büros in der ganzen Welt, in Städten mit großen ethnischen tamilischen Gemeinschaften, wie z.B. Toronto. Die Gruppe wurde 1995 eine eingetragene Ontario Wohlfahrtsorganisation. Im  gleichen Jahr bewarb sie sich bei der Bundesregierung, um den Status als Wohlfahrtsorganisation zu bekommen.

Diese Bewerbung wurde abgelehnt, aber die Gruppe bewarb sich 1997 ein zweites Mal. Wieder lehnte die Regierung ab und zitierte dabei die „offenbare nahe Verbindung“ zwischen der humanitären Gruppe und den tamilischen Rebellen.

Nach dem südasiatischen Tsunami 2004 reichte Hr. Gunanathan noch eine weitere Bewerbung um den Status einer Wohlfahrtsorganisation ein. Am 1. Juni 2006 antwortete das kanadische Finanzbüro mit einem Absagebrief von 17 Seiten. Er wurde unterschrieben von der kanadischen Wohlfahrts-Direktorin Elizabeth Tromp. In dem Brief stand, dass die „TRO (Kanada) innerhalb der umfassenden Struktur der LTTE zu operieren scheint“.

Fr. Tromps Hauptsorge schien es zu sein, dass das TRO Büro in Kanada das gesammelte Geld an das TRO Hauptquartier in dem von den Rebellen gehaltenen Teil Sri Lankas schicks. Fr. Tromp schrieb in ihrem Brief: „Die Übereinstimmung von zahlreichen und verschiedenen Quellen, die wir nachgeprüft haben, zeigt, dass die TRO Spenden zur Unterstützung der LTTE sammelt.“

Hr. Gunanathan sagt, dass seine Organisation der TRO in Sri Lanka Geld geschickt habe – allein 1,2 Millionen Dollar in den Monaten nach dem Tsunami -, aber dass es für Schulen, zeitweilige Unterkünfte und Nahrung für die durch den Krieg Vertriebenen gebraucht wurde.

Hr. Gunanathan sagt: “Wenn man in den von der LTTE kontrollierten Gebieten arbeiten, dann kontrollieren sie einen natürlich. Sie sind eine de facto Regierung. Das bedeutet nicht, dass diese Leute Geld für Waffen geben.“

Mister Gunanathan wurde eine RCMP beeidete Erklärung, welche am Bundesgericht eingereicht worden war und in der die Tamilische Rehabilitation als eine „Suborganisation“ der Rebellen bezeichnet wurde, gezeigt und er behauptet, dass er das Dokument nie zuvor gesehen habe.

Die beeidete Erklärung stellt fest, dass die RCMP Antiterror-Einheit Beweise hinsichtlich der TRO fand, während sie eine andere kanadische Gruppe – die Welttamilenbewegung (WTM) untersuchte, von der vermutet wurde, dass sie direkte Verbindungen zu den Rebellen habe.

Während sich das RCMP Integrierte Nationale Exekutiv-Team 2006 um die Durchsetzung von Strafbefehlen kümmerte, stieß sie auf Quittungen für zwei Bank-Transfers an die TRO mit einer Gesamtsumme von 83.000 Dollar. Nach der Polizei stand auf den Quittungen: „Spenden für die LTTE in Killinochchi, Sri Lanka“.

Die RCMP Obergefreite Shirley Davermann schrieb, dass das Geld “tatsächlich an die LTTE in Sri Lanka geschickt worden war. Aber Mister Gunanathan sagt, dass er den Polizeibericht bezweifelt. Er sagt: „Es ist ein falscher Bericht. Wenn irgendjemand Spenden an die LTTE schickt und schreibt `Wir schicken der LTTE Geld`, dann wäre dieser Satz der Höhepunkt an Absurdität.“

Die von der RCMP beeidete Erklärung beschreibt auch die Verbindungen zwischen der Tamilischen Rehabilitationsorganisation und der Welttamilenbewegung, welche früher in diesem Jahr von der Polizei verboten worden war, da sie angeblich die Rebellen sponsorte.

Zum Beispiel war der TRO “Repräsentant” in Quebec auch der Besitzer des Gebäudes, in welchem das WTM Büro in Montreal war, wie die Polizei sagte. Zusätzlich haben einige Beamte der Welttamilenbewegung öffentlich gesagt, dass sie dringend um Geld für die Tamilische Rehabilitationsorganisation bitten.

Mrs. Tromp, die Beamtin für Wohlfahrt, schrieb: “Wir finden es bedeutsam, dass die Welttamilenbewegung, eine angeblich vorgeschobene Organisation für die LTTE, für die TRO wirbt und den Leuten empfiehlt, für diese zu spenden.“ Das Tamilische Rehabilitationsorganisations-Büro in der Eglinton Avenue und in der Kennedy Straße in Toronto haben trotzdem damit weitergemacht, um Spenden zu bitten. Umschläge mit der Bitte um Spenden wurde in die Zeitungen in tamilischer Sprache in Toronto im letzten Sommer gelegt.

Eine Offensive der srilankanischen Streitkräfte hat es unmöglich gemacht, im Moment Hilfe in die Kriegszone zu bekommen, so dass die Gruppe gegenwärtig “schläft” “, sagte Hr. Gunanathan. Er sagte, dass die TD Bank letztes Jahr das kanadische Konto der Gruppe gesperrt hätte, aber dass die Gruppe seitdem ein anderes bei einer anderen Bank eröffnet hätte.

Er sagt, er habe keine Schließungspläne.

Er sagt: „Ich bin ein Hindu. Was ich tue, ist, wie ich ehrlich fühle, eine Hilfe für die Menschheit und das ist wie ein Dienst für Gott.“

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