Sri Lankas Vertreter bei der UN spricht

exklusiv mit Sri Lanka Watch

imagesIn einem Exklusivinterview mit der Webseite “Sri Lanka Watch” antwortete Dr. Palitha Kohona, der neu ernannte ständige Vertreter von Sri Lanka bei den Vereinten Nationen, offen auf Fragen zu den wichtigsten Streitpunkten, die in Sri Lanka derzeit diskutiert werden.

F: Gratulation zum neuen Posten. Sie werden also der neue Störenfried bei der UN im Namen Sri Lankas sein. Warum haben Sie den Posten akzeptiert?

Dr. Palitha Kohona: Danke sehr für Ihre Glückwünsche! Ich habe den Posten als Dauerrepräsentant bei den Vereinten Nationen auf die Bitte von Präsident Mahinda Rajapaksa hin akzeptiert. Sie werden sich erinnern, dass ich vor vier Jahren auch auf seine Bitte hin nach Sri Lanka zurückkehrte.

F: Wie werden Sie mit UN-Organisationen wie z.B. UNICEF umgeben, welche beispielsweise seit mindestesn 4 Jahren wussten, dass es das Rekrutieren von Kindern durch die LTTE gab, die aber nie etwas dagegen unternommen haben?

Kohona: Ich weiß, dass die UNICEF eng mit der Regierung von Sri Lanka (GoSL) zusammengearbeitet hat, indem man ein öffentliches Schlaglicht auf das Rekrutieren von Kindern durch die LTTE warf. In der Tat sammelte UNICEF eine detaillierte Liste von Kindern, die zwangsweise von den Terroristen rekrutiert worden waren. An einem Punkt ging die Anzahl über 5.700 hinaus und UNICEF blieb in engem Kontakt mit den Eltern dieser Kinder. Die Handlungen von UNICEF halfen, diese barbarische Praxis der LTTE in der internationalen Gemeinschaft bekannt zu machen.

F: Sie werden nach New York geschickt kurz bevor der Präsident den nächsten UN Gipfel besucht. Dies ist eine seltene Gelegenheit für Sri Lanka, bei dem Forum der Welt mit Stolz mitzuteilen, wie es den Terrorismus bekämpft und das Land nach drei Jahrzehnten davon befreit hat, obwohl ihm einige mächtige Nationen aus Europa – die versuchten, die UN zu überzeugen, dass der LTTE Terrorismus niemals in Sri Lanka besiegt werden kann – Steine in den Weg gelegt haben. Möchten sie uns sagen, wie Sie dies machen wollen?

Kohona: Zweifellos hält Sri Lanka einen einzigartigen Rekord: Es gelang, eine gefürchtete terroristische Organisation zu besiegen, die mehrfach als “unbesiegbar” beschrieben wurde. Diese Tatsache ist vielleicht vielen im Westen, sogar in diesem Stadium, nicht vollständig bewusst geworden. Die Regierung von Sri Lanka hatet ununterbrochen zu differzieren zwischen den gewöhnlichen tamilischen Bürgern und der terroristischen LTTE, als sie ihre militärischen Kräfte gegen die Terroristen einsetzte. Die alles überspannende Philosophie der Sicherheitskräfte der Regierung war es zu vermeiden, dass den Zivilisten im größtmöglichen Maß keinerlei Schaden zugefügt wird. Diese Vorgehensweise hatte im wesentlichen Erfolg und Tausende von tamilischen Zivilisten entkamen und suchten Zuflucht in den von der Regierung kontrollierten Gebieten. Sri Lanka hatte größtenteils durch seine eigenen Anstrengungen Erfolg beim Eliminieren der berüchtigten LTTE, indem es neue Strategien und spezielle neun Technologien einsetzte. Wichtig: wir haben auch erfolgreich vermieden, international von gewissen Ländern in die Ecke gedrängt zu werden, welche von LTTE- Propagandisten beeinflusst wurden, indem wir proaktiv den Schulterschluss mit anderen, freundlicher gesonnenen Ländern intensiviert haben.

F: Sollte Sri Lanka nicht auf der UN-Ebene eine Untersuchung verlangen um herauszufinden, warum die UN-Menschenrechts-Organisation unter Navaneetham Pillai so handelte, wie sie es tat? Um zu verstehen, welchen Interessen diese Organisation wirklich diente? Inbesondere im Hinblick auf Südafrika, das offen für die LTTE eintrat und ebenso offen Waffen lieferte?

Kohona: Es genügt zu sagen, das der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in überwältigender Merheit Sri Lankas Position bekräftigt hat und alle gegen Sri Lanka vorgebrachten Anschuldigungen rundweg abgelehnt hat. Dies Mehrheit im HRC ist ein bedeutsame Faktor, den man im Gedächtnis behalten muss.

F: Eine Reihe mächtiger Nationen kämpfen mit viel starken Strategien, Ausrüstung und Experten gegen den Terrorismus in Afghanistan, im Irak und sogar in Palästina. Millionen sind in diesen Regionen in Flüchtlingslagern. Aber diese Nationen, welche den Terrorismus in diesen Regionen seit Jahren bekämpfen, sprechen nun über die Flüchtlingslager in Sri Lanka, wo der Rehabilitierungsprozess vor sich geht, und zwar sehr schnell. Warum haben diese Länder diese Haltung gegenüber Sri Lanka?

Kohona: Die Wohlfahrtsdörfer, in denen die IDPs untergebracht sind, funktionieren jetzt viel besser als zu Beginn. Es wird dort immer Mängel geben, aber die srilankanische Regierung tut alles, damit die IDPs in diesen Lagern in der Zeit, in der sie sich dort aufhalten, so gut wie irgend möglich versorgt werden. Die Regierung tut auch alles, damit der größere Teil dieser Menschen vor Ende des Jahres in ihre Heimat zurückkehren kann. Alles in allem sind dies unsere eigenen Leute und es liegt in unserer Verantwortung, dass wir uns um sie kümmern.

F: Einige politische Beobachter denken, dass Sri Lanka wegen der Art, in der es das Terrorismusproblem löste, sich selbst isoliert hat. Andere meinen, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben und dass – obwohl Sri Lanka der Größe nach klein ist – wir offen, geradeheraus und kraftvoll sein und der Welt zeigen mussten, dass wir über Tapferkeit, Mut und Weisheit verfügen. Was ist Ihre Ansicht darüber?

Kohona: Sri Lanka wurde erst, nachdem wiederholte Anstrengungen seit 1987, fehlschlugen, ein friedliches Ende des Konfliktes durch Verhandlungen zustande zu bringen, gezwungen, gegen die  terroristische LTTE mit militärischen Mitteln vorzugehen. Es war eine Kombination von herausragendem Heroismus und sorgfältig geplanter militärischer Strategie, kombiniert mit listigen diplomatischen Bewegungen, welche uns halfen, die LTTE zu besiegen. Aber nachdem wir die Terroristen beisiegt haben, sind wir jetzt mit der Aufgabe konfrontiert, den Frieden zu gewinnen. Wir werden uns auch dieser Aufgabe mit unbedingter Entschlossenheit lösen.

F: Da Todesstrafen nicht durchgeführt werden, was wird mit “K.P.” passieren, falls er wegen all der Anklagen gegen ihn für schuldig befunden wird?

Kohona: Es ist viel zu früh, um über das Schicksal von “K.P.”  zu spekulieren.

F: Die LTTE ist eine internationale Organisation mit vielen Sympathisanten und Angestellten, und “K.P.”s Verhaftung ist zweifellos ein großer Durchbruch, obwohl einige glauben, dass die LTTE ideologisch auf nationaler und internationaler Basis weitermachen wird. Welche Massnahmen werden dagegen unternommen?

Kohona: Der Rumpf der LTTE, welcher im Ausland beheimatet ist, wird weiterhin irritierenden Lärm schlagen. Aber die Führungsriege ist dezimiert und viele ihrer globalen Verbindungen wurden zerschlagen. Wir hoffen, dass die übrigen Sympathisanten der LTTE genug Gründe sehen zur Gewaltlosigkeit und zur Demokratie zurück zu kehren, um irgendwelche verbelibenden Beschwerden der tamilischen Minderheiten auf friedliche Weise vorzubringen. Der gewalttätige Alptraum, den Prabhakaran verursacht hat, ist jetzt vorbei. Wir müssen nun die Vergangenheit hinter uns lassen und weitergehen – in die Zukunft.

F: Die Befragung von “K.P” liefert wertvolle Information für die Geheimdienste in der ganzen Welt über Verbindungen des internationalen Waffenhandels, des Menschenschmuggels, des Drogenhandels usw. Aber zur gleichen Zeit werden diese Informationen gewisse Nationen der Ersten Welt sehr in Verlegenheit bringen , da sie doch Menschenrechte, Gerechtigkeit, Frieden und Ethik predigen und gleichzeitig in merkwürdige Machenschaften verstrickt sind. Können sich die Resultate der Befragung also als eine Büchse der Pandora erweisen?

Kohona: Die LTTE war zweifellos eine sehr fortschrittliche Organisation, die ihr Geld mit Menschenschmuggel, Drogenhandel, Waffenhandel usw. verdiente. Sie hat sogar anderen terroristischen Organisationen Waffen geliefert. Details von diesen Operationen, welche die LTTE-Kriegsmaschinerie mit finanziellen Mitteln versorgten, werden wahrscheinlich als Resultat von “K.P.”s Befragung der Welt enthüllt.

F: Prabhakaran ist Geschichte. Die LTTE hat verzweifelt einen neuen Führer gesucht, der in seine Fußstapfen tritt. Von allen der harte Kern der LTTE, hat sie sich für “K.P.” entschieden, und er hat sogar sein Team – eine Experten wie den Rechtsanwalt Visuvanathan Rudrakumaran in New York und den selbsternannten Torontoer Universitätsprofessor, den katholischen Priester Vater Chandrakanthan. Wenn so viele Intellektuelle in der LTTE sind, wie konnte sie da so naiv sein können, ausgerechnet “K.P.” mit seinem kriminellen Hintergrund als Nachfolger ernennen?

Kohona: Das Ernennen “K.P.”s als Führer eines Teils der LTTE legt selbst nahe, dass die kriminellen Elemente in der Organisation die Führung der LTTE übernommen haben. Dieses Element war sehr in Einschüchterungen und Erpressungen verwickelt, um Spenden zu bekommen, in Drogenhandel, Waffenhandel und Menschenschmuggel. Es ist meine Ansicht, dass jene, welche eine terroristische Bewegung mit diesen Mitteln finanziell ausstatteten, nicht fähig sein werden, viel länger mit ihren illegalen Aktivitäten weiterzumachen.

F: Tamilische Politiker, welche die LTTE unterstützten, und auch die tamilische Diaspora erfreuen sich am Brandmarken jedes Singhalesen als Anti-Tamilen. Sie erklärten, dass die Singhalesen für Genozid wären, und dennoch ist es seltsam, dass die Tamilen in Gebieten außerhalb des Nordens und Ostens sicher sind – und dies in wachsendem Maße. Seit die LTTE aus dem Norden vertrieben worden ist, ist Jaffna ein sicherer Hafen für die Tamilen geworden. Aber warum hat die tamilische Diaspora solche Schwierigkeiten, dies zu verstehen und zu richtig einzuschätzen?

Kohona:  Das ist wirklich schwer zu verstehen, warum einige Elemente der tamilischen Gemeinschaft in Übersee nicht verstehen können oder wollen, dass die Mehrheit des tamilischen Volkes vom Norden und Osten es vorzog, mitten unter dem singhalesischen Volk im Süden zu leben. Tatsächlich leben 54 % des tamilischen Volkes im Süden ohne Probleme. Ich würde meinen, dass sich die Mehrheit viel sicherer fühlt, unter dem singhalesischen Volk zu leben, als unter den Stiefeln der LTTE. Es ist wichtig, sich zu erinnern, dass nur ungefähr 830.000 Tamilen weiterhin in der Nördlichen Provinz leben.

F: Welche Schritte haben Sie unternommen, um mit dieser merkwüridgen Situation fertig zu werden?

Kohona: Wir entwickelt weiterhin Verbindungen mit verschiedenen Mitgliedern der ausländischen tamilischen Gemeinschaften, welche fast 1,5 Millionen Menschen umfassen. Der Präsident hat diese Personen eingeladen, nach Sri Lanka zurückzukehren, um am Wiederaufbau-Prozess teilzuhaben.

F: Die tamilische Diaspora im Ausland habt kein Geschrei wegen der Leute im Wanni gemacht, als sie drei Jahrzehnte lang gnadenlos von der LTTE ausgebeutet und ihrer Kinder mit unvorstellbarer Brutalität ergriffen wurden. Warum schreien sie jetzt? Ist dies, weil zwischen den WanniL-euten versteckte Tiger Soldaten sind, denen man helfen will zu entkommen?

Kohona: Mit mehr Information, die über die Maßnahmen der Regierung zum Wohl der IDPs und zu deren bald möglichen Wiederansiedlung in ihrer Heimat zur Verfügung stehen, hoffen wir, dass die Mehrheit des tamilischen Volkes, welches im Ausland lebt, sich zu der Ansicht bekehren werden, dass ein Dialog und eine Wiederversöhnung besser sind als eine fruchtlose gewalttätige Konfrontation ist. Lasst die Wunden heilen! Wir müssen in die Zukunft blicken.

F: Wenn man sich ansieht, wie sich die TNA-Mitglieder des Parlaments benommen haben, dann haben sie die Stimme der LTTE unterstützenden tamilischen Diaspora und nicht die des tamilischen Volkes von Sri Lanka widergespiegelt. Sie haben eine Terrorgruppe unterstützt, welche tatsächlich einige demokratisch gesonnene Führer der Tamilen ausgelöscht hat. Als Prabhakaran noch lebte, unterstützte die TNA den Separatismus. Einige politische Beobachter glauben, dass solange die TNA eine Rolle in der srilankanischen Politik spielt, werden die ideologischen Ansichten der LTTE nicht absterben. Was sollte also getan werden, um solche Kräfte zu stoppen?

Kohona: Wir haben schon Brüche in den pro-LTTE Gruppen gesehen, und viele von jenen scheinen realisiert zu haben, dass die demokratisch orientierte, friedliche Rahmenarbeit viel bessere Optionen bietet, um etwas zu erreichen

F: Seitdem der Terrorismus militärisch zusammengebrochen ist, gelingten der Regierung enorme Fortschritte im Norden und Osten. Er begann mit der Wiederansiedlung der vertriebenen Leute des Wanni im Osten. Aber warum schätzen dies die westlichen Nationen, die westlichen Medien und die tamilische Diaspora im Ausland nicht? Was unternimmt die Regierung in dieser Hinsicht?

Kohona:  Sie haben Recht. Die Regierung hat eine Menge Arbeit im Osten geleistet, um die Straßen, die Elektrizität, den Wassernachschub und die Bewässerung, die Landwirtschaft, Fischerei, die Schulen, Kliniken usw. Wieder herzustellen. Sie können das Ausmaß der geleisteten Arbeit nur einschätzen, wenn Sie den Osten selbst besuchen. Seit die Fischereibeschränkungen aufgehoben sind, hat die Fangquote enorm zugenommen. Die Fischer erreichen riesige Profite, da sie nun fähig sind, den Fang auf die Märkte von Colombo zu schicken. Es wird gehofft, dass eine ähnliche Umkehr im Norden geschehen wird, wenn die Anstrengungen zur Entwicklung erst einmal richtig begonnen haben. Die Regierung ist hingebungsvoll dabei, den Norden auf die gleiche Weise zu entwickeln, in der sie mit den Entwicklungsanstrengungen im Osten begonnen hat. Schon zeigt sich ein bedeutsames Interesse von Investoren hinsichtlich dieser Gebiete für Tourismus, für die Landwirtschaft und der Fischerei. Wir hoffen, dass in diesem Gebiet der private Sektor die führende Rolle übernehmen wird. Wenn sich größere Geschäftsgelegenheiten ergeben, wird der private Sektor aller Wahrscheinlichkeit nach die Hauptrolle übernehmen.

F: Sri Lanka scheint mit den terroristischen Bedrohungen erfolgreich fertig geworden zu sein; aber zur gleichen Zeit gibt es andere Kräfte, die versuchen, im Land mit Hilfe einiger westlicher Journalisten, die angeheuert wurden, um anti-srilankische Berichte zu schreiben, eine politische Instabilität zu schaffen. Wie können Sie mit solchen Angelegenheiten fertig werden?

Kohona: Sri Lanka ist mit einer terroristischen Gruppe fertig geworden, von der man annahm, dass sie unbesiegbar sei. Jetzt werden wir den Frieden trotz der Vorbehalte der ewigen Zweifler gewinnen.

__________________________________________________________

Interview mit TULF-Führer Anadasangaree

Übersetzt aus der srilankischen Wochenendzeitung “The Nation” vom 18. Januar 2009

ananda-sangareeDer Präsident der Tamilischen Vereinten Befreiungsfront (TULF) und Generalsekretär der neu gegründeten Demokratischen Tamilischen Nationalen Allianz (DTNA) V. Anandasangaree ist für das indische Modell als ein „Wundermittel“ für den srilankanischen ethnischen Konflikt. Er sagt, dass das indische Modell das ideale sein könnte, um eine letztgültige Lösung zu finden, da das Volk von Sri Lanka allergisch auf den Begriff „föderal“ reagiert. Anandasangaree hat den Sri Lanka besuchenden indischen Außenminister-Sekretär Shiv Shankar Menon am Freitag getroffen und ihm gesagt, dass Indien mehr Druck auf die srilankanische Regierung ausüben solle, um bald ein richtiges politisches Paket zu finden, das für die Tamilen akzeptabel ist. Er erzählte The Nation in einem Interview, dass das Zerstören der LTTE nicht die einzige Antwort auf die ethnische Frage ist und dass die Regierung es jetzt ernsthaft in Betracht ziehen muss, ein politisches Paket zu entwickeln.

Anandasangaree ist der Gewinner des Madanjeet Singh Preises der UNESCO von 12006 für die Verbreitung von Toleranz und Gewaltlosigkeit. Er war in den vergangenen fünfzig Jahren im Land in der Politik aktiv gewesen. Er begann seine politische Karriere, indem er in den CMC Wahlen 1959 gegen V.A. Sugathadasa antrat. Davon war er mit der LSSP verbunden. Er führt nun die neue DTNA – eine Allianz, die von der Volksbefreiungsorganisation von Tamil Eelam (PLOTE), welche D. Sidharthan führte, gebildet wurde, sowie von der Eelam Volksrevolutionsbefreiungsfront (EPRLF), welche von Varadaraja Perumal geführt wurde.

Es folgen Auszüge aus dem Interview

F: Wie stehen Sie zu dem gegenwärtigen militärischen Konflikt?

A: Wir können der Regierung nicht die Schuld geben. Das Leiden der Leute war so stark, dass die Leute selbst einen Durchbruch wollten, koste es, was es wolle. So habe ich selbst verschiedene Male die Regierung gebeten, den Leuten, die in den LTTE Gebieten leben, zu helfen. Ich habe auch den UN Generalsekretär gebeten und ihm gesagt, dass die Leute von Kilinochchi willens sind, eine freundliche Armee willkommen zu heißen. So sind die Leute froh, dass sie befreit sind. Natürlich gab es früher in Chemmani und an einigen anderen Stellen Quälereien durch die Regierungskräfte. Aber verglichen mit den guten alten Tagen ist das jetzt gar nichts. Nehmen wir zum Beispiel die Kriegsopfer. Ich sah eine Erklärung des TNA Führers Sampanthan, welcher sagte, dass auf dem Höhepunkt des Krieges acht innerhalb von zwei Wochen starben. Sogar wenn wir die ganze Zahl der Opfer nehmen, dann dürften es um 200 sein. Ich rechtfertige nicht einmal diese Zahl, aber die Leute müssen befreit werden. So unterstütze ich in dieser Hinsicht den gegenwärtigen Krieg gegen die LTTE.

F: Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach der Besuch des indischen Außenministeriums-Sekretärs in Sri Lanka?

A: Es ist in Hinblick auf das Finden einer dauerhaften Lösung der ethnischen Streitpunkte bedeutsam. Die LTTE und den Terrorismus zu bekämpfen ist eine Sache, aber eine Lösung für das Problem zu finden ist eine andere. Aber eines ist sicher. Indien wird den Krieg nicht stoppen. Das steht nicht zur Frage. Die indische Regierung hat selbst beschlossen, dass die Forderung von Tamil Nadu, den Krieg zu stoppen, ungerechtfertigt ist. Ich denke, dass der Besuch des Außenministeriums-Sekretärs von Indien eine Mission des guten Willens ist, und ich bin sicher, dass der Außenministeriums-Sekretär der Regierung geraten hat, einige vernünftige Handlungen durchzuführen, um die ethnische Krise zu lösen.

F: Was ist das Ergebnis Ihres Treffen mit dem ausländischen Sekretär?

A: Obwohl sich der Krieg seinem Ende nähert, gibt es gewisse Probleme, denen sich das Land jetzt gegenübersieht. So weit es die Tamilen im Nordosten betrifft, geht es einfach darum, die LTTE zu vernichten. Das ist aber keine Lösung für die Tamilenfrage. Wir haben unsere elementaren Rechte, unser Eigentum und uns liebe Personen verloren. Ich habe sechs Familienmitglieder wegen des Krieges verloren. Dann wurde auch das ganze Gebiet von Palaly bis Jaffna zerstört. Leute, die reich gewesen sind, sind jetzt arm geworden. Die Leute, die in Jaffna leben, haben alles verloren, weil die LTTE wollte, dass jeder ins Wanni umzieht.

Nun geschieht das gleiche bei den Leuten von Mannar. Die LTTE hat ihnen auch gesagt, sie sollen ins Wanni umziehen. Man hat nun gehört, dass mehr als 250.000 Leute nach Darmapuram vertrieben wurden. Dies ist ein Gebiet, in dem es viele tödliche und giftige Schlangen gibt. So habe ich dem indischen Außenministeriums-Sekretär erzählt, dass wir zwar die Regierung nicht tadeln können, weil sie einen Krieg führt, dass es aber eine Art von Mechanismus gegeben hat, wie man an die tamilische Frage herangeht. Ich erzählte ihm, dass dies im Interesse des Volkes notwendig geworden ist. Ich erzählte ihm auch, dass es keine Art von Waffenstillstand geben sollte, denn dies könnte der LTTE wie in der Vergangenheit Raum geben, sich neu zu gruppieren. Ich erzählte ihm, dass die Regierung mit einer Lösung aufwarten muss, welche für die Tamilen akzeptabel ist.

F: Sind Sie jetzt – entgegen der Spekulation, dass Indien auf die Regierung Druck ausüben könnte, damit diese einen Waffenstillstand in Kraft setzt – überzeugt, dass Indien keinen Druck auf die srilankanische Regierung ausüben wird, damit diese einen Waffenstillstand erklärt?

A: Jetzt ist es sehr klar. Sogar Indien versteht, dass die LTTE zu ihren eigenen Gunsten einen Krieg führt. Ich bin nun zuversichtlich, dass Indien keinen Druck auf die Regierung ausübt, damit diese einen Waffenstillstand erklärt.

F: Glauben Sie, dass es zur gleichen Zeit, in der in der einen Ecke des Landes die Kämpfe weitergehen, ein politisches Paket unterbreitet werden muss?

A: Ja. Dies glaube ich und ich habe schon den Präsidenten darüber informiert. Ich sage dem Präsidenten noch, dass er das Staatsoberhaupt ist und das Recht hat, jeden gleich zu behandeln. Ich sage ihm, dass er nicht von der Zustimmung des Südens abhängen muss, um eine Lösung für den Norden zu finden.

F: Aber der Präsident sagt, dass eine Übereinstimmung aller politischer Parteien wesentlich ist, um eine Lösung zu finden?

A: Ich denke, das ist unlogisch. Zuerst ist es unmöglich, mit 16 oder 17 Parteien zu einer Übereinstimmung zu kommen, weil jede Partei ihre eigene Ansicht hat. Nach dem Verlust vieler Tausender von Leben und von Eigentum denke ich nicht, dass wir warten können, bis alle Parteien einer Lösung zustimmen. Verschiedene politische Parteien haben ihre eigenen Meinungen. Einige sind radikal, einige sind vernünftig und einige sind unvernünftig. Es sollte meiner Ansicht nach andersherum gehen.

Die Regierung muss eine Lösung präsentieren und dann das Volk fragen, ob sie dazu einen Beitrag leisten wollen. Wenn ich in so einer Situation der Präsident wäre, würde ich sagen, dass ich jeden gleich behandeln will und eine Lösung finden will und der Nation ein politisches Paket präsentieren will. Ich würde die Minderheitsgemeinschaft überzeugen, meinen Vorschlag zu akzeptieren. Ich würde der Mehrheitsgemeinschaft die Versicherung geben, dass ich das Land nicht verkaufen will.

F: Sind Sie auf dieser Basis gegen das APRC Konzept?

A: Ich bin nicht dagegen. Der Minister, der dafür verantwortlich ist, sagt, dass die politischen Parteien zu einer Übereinstimmung von 90 % gekommen sind. Aber wird dies das Problem lösen? Der Überschuss von fünf bis zehn Prozent ist das Wesentliche und wenn es darüber keine Übereinstimmung gibt, wie kann dann eine Lösung gefunden werden? Nachdem ich nun dies gesagt habe, muss ich hinzufügen, dass die Leistung der APRC bemerkenswert ist.

Q: Die Regierung steht fast kurz davor, die Tiger auszulöschen, aber der Nation wurde noch kein angemessenes politisches Paket präsentiert. Sind sie deswegen in Sorge?

A: Ich bin wirklich deswegen in Sorge. Ich habe der Regierung gesagt, dass dies die beste Zeit ist, um ein politisches Paket zu präsentieren. Traurigerweise gibt es Leute im Süden, welche fragen, was die Probleme der Tamilen sind. Die meisten Leute denken nun, sobald die LTTE ausgelöscht ist, sind auch die Probleme der Tamilen vorbei. Ich denke, dass die Regierung dafür Raum lässt. Ich denke, um eine Lösung zu finden, müssen sich die herrschende Partei und die hauptsächliche Opposition zusammensetzen. Dies ist etwas, das wir niemals in der Geschichte gefunden haben. Wenn wir davon sprechen, zu einer Übereinstimmung zu kommen, ist es die Übereinstimmung der hauptsächlichen Parteien, welche notwendig ist. Es gibt Parteien mit einer kleinen Zahl. Aber die Regierung muss die zwei hauptsächlichen Parteien um ihre Ratschläge fragen und dann eine Lösung finden.

Q: Nach der Befreiung des Nordens plant die Regierung, im Norden die Wahl zum Provinzrat abzuhalten. Wird Ihre Partei kandidieren?

A: Ich werde für die Wahl kandidieren, wenn ich zuversichtlich bin, dass es eine freie und faire Wahl geben wird. So wie es jetzt ist, sind die Leute nicht frei. Sogar nachdem die Gebiete von der LTTE befreit wurden, sehe ich nicht, dass die Leute von Jaffna wirkliche Freiheit genießen. Ihr Denken und ihre Reisetätigkeiten sind eingeschränkt, weil eine andere Gruppe versucht, den Platz statt der LTTE zu übernehmen. Die Leute sagen, dass ihre Bewegungen überwacht werden. Dies schränkt ihre Bewegungsfreiheit ein. Die Leute müssen frei in ihrem Denken und Handeln sein. Aber in Jaffna ist dies meist nicht der Fall. Die Leute müssen eine Entscheidung über die Verdienste der Regierung treffen – und dies darf nicht geschehen, indem ihnen Parteien, welche die Regierung unterstützen, Arbeit gehen und auf verschiedene Weise helfen. Es sollte allein auf der Grundlage der Verdienste der Regierung geschehen, dass den Leuten erlaubt wird, zu wählen. So wie es heute ist, gibt es keine Freiheit in Jaffna.

Q: Die Regierung hat zugestimmt, den Chef der LTTE Prabhakaran Indien zu übergeben, wenn er verhaftet wird, nachdem Indien einen Auslieferungsantrag gestellt hat. Stimmen Sie damit überein?

A: Wenn Prabhakaran Indien übergeben wird, bin ich sicher, dass die Leute in Tamil Nadu Druck auf Neu Delhi ausüben werden, damit ihn Neu Delhi begnadigt. Ich denke, dass der Sekretär des Verteidigungsministeriums sagt, dass ihm, wenn er verhaftet wird, hier zuerst der Prozess gemacht werden muss. Der Punkt der Auslieferung basiert auf einem Abkommen zwischen den zwei Ländern. Aber hier hat der Mann schlimmere Verbrechen begangen und er sollte hier schwer bestraft werden.

Q: Sie haben sich andauernd für das indische Modell ausgesprochen, als eines, welches Sri Lanka dazu dienen könnte, die ethnische Krise zu lösen. Warum unterstützen Sie dieses Modell?

A: Sie sehen, kürzlich war der Aufruhr in Tamil Nadu nach ihren Forderungen nach einem Waffenstillstand unvernünftig und als Resultat hatte er keine Wirkung auf Sir Lanka. Aber wenn die Forderungen vernünftig gewesen wären, dann hätte es eine ernsthafte Wirkung gegeben. Der Moment, indem wir sagen, dass ähnlich wie im indischen Modell die Macht in Sri Lanka föderativ abgegeben werden soll, würden die ganzen 60 oder 70 Millionen Leute, welche in Tamil Nadu leben, schweigen. Zweitens ist auch das Wort „Einheitsstaat“ nicht gut.

Was in der Soulbury Verfassung passiert ist, kann wieder passieren. Abschnitt 29 der Soulbury Verfassung hat genügend Sicherheitsklauseln für die Minderheit, aber mit einer Zweidrittelmehrheit wurde dies von der singhalesischen Regierung geändert. So sagt die indische Verfassung nicht, ob Indien einheitlich den Wesen nach ist oder sonst etwas. Da die Leute in Sri Lanka allergisch auf den Ausdruck „föderal“ reagieren, hatte ich das indische Modell vorgeschlagen.

Ich habe dies mit hohen Führern der politischen Parteien, einschließlich der Regierung und der Opposition, diskutiert. Ich habe mit den hohe buddhistischen Priestern und Bischöfen gesprochen und in kurzen Worten muss ich sagen, dass ich keine einzige Person getroffen habe, welche mich bei dieser Streitfrage angegriffen hätte. Ich denke, dass dies die Lösung ist, die am besten funktioniert und die ich sogar jetzt der Regierung vorschlagen kann. Der Präsident sollte dies als Ausgangspunkt ernsthaft in Betracht ziehen.

******************************

Interview mit dem srilankischen Armeechef Sarath Fonseka

Von Malinda Seneviratnea

Politiker entschließen sich zu einer Schlacht, die Soldaten kämpfen darin. Man braucht Geschicklichkeit, Mut, Entschlossenheit und absolute Überzeugung, dass ein Sieg möglich ist, um einen Feind zu bekämpfen. In diesem Fall wurde von dem Feind, der LTTE, behauptet, er wäre kampferprobt, äußerst einfallsreich und sogar unbesiegbar. Ein Mann, der in den Schützengräben gekämpft hatte, führte seine Truppen von der Front und wurde selbst von einem Selbstmordattentäter ins Visier genommen. Aber er dachte anders. Generalleutnant Sarath Fonseka ist ganz und gar auf eine Sache konzentriert. Er kennt die Herausforderungen, die vor ihm liegen, und ist entschlossen, das, was er begonnen hat, zu beenden.

F: Es wird in großen Kreisen zugegeben, dass der Entschluss, sich mit der LTTE einzulassen, eine entschiedene Wende genommen hatte, nachdem Mahinda Rajapaksa Präsident geworden ist. Können Sie die Hauptunterschiede im Denken und Handeln umreißen, welche zu dem gegenwärtigen Erfolg der Sicherheitskräfte geführt haben?

General Sarath Fonseka

Erfolgreicher Kriegsheld: General Sarath Fonseka

A: Ja, es gab einen deutlichen Unterschied in der Einschätzung des Feindes, bei den notwendigen Vorbereitungen und auch beim Herausarbeiten einer Strategie, nachdem Präsident Rajapaksa an die Macht kam. Er ernannte sofort Gotabaya Rajapaksa als Sekretär des Vereidigungsministeriums. Ich wurde zwei Wochen später zum Armeekommandanten ernannt. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir bei früheren Anstrengungen elendlich versagt hätten.

Wir hatten jedoch nur begrenzte Erfolge und erlitten gleichfalls üble Rückschläge. Es ist natürlich, dass dafür den Politikern die Schuld gegeben wird. Sie müssen schließlich entscheiden, ob ein Krieg begonnen werden soll, und deswegen fällt ihnen das Lob oder der Tadel zu, je nachdem, wie die Sache ausgeht. Aber wir, welche kämpfen, sind auch nicht ohne Schuld.

Vor allem haben wir das Problem nicht richtig angepackt. Darum dachten die Leute, die LTTE wäre unbesiegbar und Prabhakaran wäre eine taktisches Genie. Beides sind falsche Wahrnehmungen. Prabhakaran ist nur ein weiterer Terrorist. Seine Art des Operierens war „Zuschlagen und Wegrenn“. Er hatte nichts zu beschützen. Unser Fehler war, dass wir ihm Raum zum Operieren gaben und erlaubten, dass eine solche Wahrnehmung Wurzeln schlug und wirklich das allgemeine politische Denken dominiert.

Unsere Politiker hatten keine Entschlossenheit. Meistens waren sie halbherzig, geneigt, nachzugeben oder defätistisch. Es gab zu viele Schriftsätze, zu viele Experten und zu viele Berater. Es war schwierig für Politiker, zu festen Entscheidungen zu kommen. Andererseits haben wir, als Entscheidungen getroffen wurden, Fehler begangen – und zwar alle drei Dienste.

F: Was sind Ihre Erfahrungen auf dem Schlachtfeld?

A: Ich verbrachte drei Jahre als ein Battalionskommandant, weitere drei als Brigadekommandant, drei Jahre als Divisionskommandant und drei als Kommandant der Sicherheitskräfte. Ich hatte beträchtliche Erfahrungen auf dem Schlachtfeld. Wo immer ich auch diente, in welcher Eigenschaft auch immer, habe ich meinen Job getan. Ich habe nie versagt.

Es ist unglücklich, dass bei den Gelegenheiten, da wir Erfolg hatten, andere versagten und so die Gewinne zunichte machten. Wir nahmen 1998 Mankulam ein, nachdem wir zwei Jahre gekämpft hatten, aber später wurde unter einem anderen Kommandanten Mankulam in weniger als zwei Stunden aufgegeben.

F: Was war Ihrer Meinung nach der fundamentale Fehler in der Kommandostruktur der Sicherheitskräfte und besonders in der Armee?

A: Nun, das Hauptproblem war nicht, den richtigen Mann an die richtige Stelle zu stellen und die richtige Zeit. Es ging alles um Fragen des Dienstranges und nicht um die Durchführung. Wir hatten hochrangige Offizieren, aber nicht alle von ihnen hatten das nötige Engagement oder die in der Praxis erprobten Geschicklichkeiten.

Es gab auch eine Andeutung davon, dass die Leute nur probten. Niemand schien diese Angelegenheit beenden zu wollen. In der Tat erwarteten viele von mir, dass ich es genauso machen würde, das heißt, diesen Posten halten, mich dann davon zurückziehen und irgendeinen diplomatischen Posten übernehmen.

F: Was haben Sie anders gemacht?

A: Ich wusste, dass es den Krieg geben würde, trotz der CFA,(Friedensabkommen) trotz der sporadischen Verhandlungsrunden. So begann ich als Jaffna Kommandant ein Trainingsprogramm für die Infanterie. So war ich, als ich den Posten des Armeekommandanten übernahm, mit den Truppen, dem Training und der Taktik bereit.

Am Boden entfaltete ich kleine in das feindliche Gebiet eindringende Teams, besonders Teams der Spezialkräfte. In der Tat handelte ich gegen das traditionelle Denken. Ich ernannte Junioroffiziere, welche Erfahrung auf dem Schlachtfeld hatten, für Kommandopositionen in Schlüsselstellung.

Zum Beispiel wird der nach dem Rang der Seniorität der 5. Offizier ins Hauptquartier der Jaffna Sicherheitskräfte verlegt. In diesem Fall war die ernannte Person die Nummer 15 nach dem Rang der Seniorität. Naturlich gab es einen großen Aufschrei am Anfang, aber als diese Offiziere Resultate hervorbrachten, erstarben die Klagen.

In all dem war die Unterstützung und Weisheit des Verteidigungssekretärs Gotabaya Rajapaksa von entscheidender Bedeutung. Zusammen schauten wir uns alle wichtigen Gebiete der Waffen und Munition an, der Beschaffung von Waffensystemen, der Strategie, dem Rekrutieren und Training.

Der Verteidigungssekretär wusste auch, dass wir kämpfen müssten. Zu der Zeit hatten 40.000 Soldaten keine Helme. Viele hatten nur eine Uniform und ein Paar Stiefel. Es gab einen Mangel an 40.000 Flakfeuer-Jacken. Wie mussten die Vorräte wiederauffüllen und uns für eine verlängerte Konfrontation mit dem Feind bereit machen – und genau das haben wir getan.

Wir hatten auch nicht genügende Soldaten. Die Battalione waren entleert. Ich gegründete  fünf weitere Divisionen. Und als die Leute erkannten, dass dieses Mal etwas Konkretes passiert, war die Engagement, Fähigkeit und Entschlossenheit da. So als ich Armeekommandant wurde, die Truppen, dem Training und der Taktik schon fertig. Auf dem Feind Gebiet entfaltete ich kleine Gruppen, die in das Gebiet des Feindes vordrangen, besonders Gruppen der Spezialkräfte.

Früher rekrutierten wir annähernd 3.000 pro Jahr, aber nun erreichen wir Ziele von 3.000 pro Monat. Sofort nachdem wir im August 2006 den Ort Mavil Aru eingenommen hatten, gelang es uns, in einem einzigen Monat 6.000 zu rekrutieren. 2007 war die Gesamtzahl der Rekrutierten 32.000 und dieses Jahr haben wir schon 34.000 rekrutiert. Als ich übernahm war die Stärke der Armee 116.000. Heute steht sie bei 170.000. So haben wir jetzt genügend Reserven. Ich habe 50 neue Batailione geschaffen.

In der Tat war es dieses Mal die LTTE, welche nicht bereit war. Sie wurden überrascht, als sie erkannten, dass wir bereit waren. Ihre Stärke hat wirklich beträchtlich abgenommen. Sie begannen mit 10.000 Soldaten und mit neuen Rekruten stieg die Zahl auf 15.000. Sie haben ungefähr 12.000 Kämpfer verloren. Heute haben sie nur 2.500. Das große Problem der Kader Ressource, welchem sich die LTTE gegenüber sieht, ist auf dem Schlachtfeld offensichtlich. Wir stoßen häufig auf Teenager, Mädchen unter 15 Jahren, und sogar See-Tiger und Spionage-Mitarbeiter in den Bunkern.

F: Was ist mit der allgemeinen Strategie in Hinblick auf Schlachtfeld-Operationen?

A: Wir hatten nicht geplant und waren auch nicht daran interessiert, einen Ort einzunehmen und eine Flagge zu hissen. Das ist, was uns betrifft, das unwichtigste Ding. Manchmal war der Fortschritt langsam, manchmal nicht. Fünf oder sechs Monate lang im letzten Jahr kamen wir nur 7 Kilometer voran. Vom April bis November diesen Jahres marschierten wir 60 Kilometer. Als wir angriffen und 1998 Mankulam einnahmen, war ich JOC. Wir brauchten vier Monate, um den Ort zu sichern. Dieses Mal fiel Mankulam innerhalb von vier Tagen.

F: Wir sind weit fortgeschritten seit Mavil Aru. Die Karte, welche die von den Regierungskräften und von der LTTE kontrollierten Gebiete zeigt, ändert sich. Wie ist die gegenwärtige Situation?

A: Wie Sie wissen, haben wir den Feind von der Westküste vertrieben und dringen nun östlich nach Mullaitivu vor. Zur gleichen Zeit haben wir Truppen, welche sich nördlich an den Vavuniya und Welioya Fronten bewegen. Wir hatten eine Division und eine Spezialeinheit, welche westlich von der A-9 operierten. Jetzt haben wir drei Spezialeinheiten, die operieren. Früher riefen wir eine neue Division ein, welche von Welioya aus operiert. An dieser Front sind sie jetzt ungefähr 12 Kilometer von Mullaitivu entfernt. In der Tat ist Mullaitivu jetzt innerhalb der Reichweite der Artillerie.

F: Es wurde uns glauben gemacht, dass die LTTE ein schrecklicher Feind wäre. Es wurde gesagt, dass sie eine konventionelle Kampfarmee besäßen und einige sagten sogar, dass Colombo in Schutt und Asche gelegt würde, wenn die Sicherheitskräfte es wagen würden, die LTTE anzugreifen. Gab es irgendeinen Widerstand?

A: Natürlich widerstanden sie und widerstehen immer noch. Wie ist es sonst möglich, dass 12.000 ihrer Soldaten starben, wenn die LTTE nicht widerstehen würde? Es brauchte zwei Monate, um Malavi und Thunukkai einzunehmen. Wir wurden zweieinhalb Monate in Nachchikudah aufgehalten. Wie Sie vielleicht gehört haben, hat die LTTE eine 17 Kilometer lange Uferstraße südlich von Pooneryn gebaut und eine ähnliche westlich von Kilinochchi und Paranthan. Es gibt Minenfallen, Landminen und natürlich LTTE Soldaten, mit denen wir kämpfen müssen.

Wir hielten weiterhin Ausschau nach Widerstand. Wir suchten keine leichten Lücken, um in die feindlichen Linien einzudringen. Wir griffen weiterhin an und zermürbten die Ziele. Wir wissen, dass sie uns nichts auf einer Platte servieren werden. Auch sind die Operationen der Luftwaffe dabei sehr wichtig. Sie haben wichtige tiefliegende Ziele ins Visier genommen. Die Marine hat auch über 300 See-Tiger getötet.

F: Es gibt in gewissen Kreisen die Wahrnehmung, dass die LTTE eine Strategie des taktischen Rückzugs übernommen hat. Was halten Sie davon?

A: Dies ist Unsinn. „Taktischer Rückzug“ war nie eine Strategie der LTTE. „Taktischer Rückzug“ hätte in diesem Fall geschehen müssen, bevor sie 12.000 Menschen verloren. Hätten sie sich drei Monate früher aus Pooneryn zurückgezogen, hätten sie 1.000 Leben gerettet. Nein, sie sind schwach.

Die ideale Zeit zum Angriff war, als wir uns nördlich an der westlichen Front bewegten. Sie hätten unsere Flanke angreifen können. Sie hatten auch die Möglichkeit, einen Angriff auf Jaffna durchzuführen. Hätten sie dies gewählt und Erfolg gehabt, wäre es eine ernste Situation gewesen. Jetzt ist es zu spät

Die Politik der LTTE war das Wiedereinnehmen. Dies haben sie immer getan. Dies taten sie in Sampoor, als der CFA (Friedenabkommen) in Kraft war. Die LTTE hatte nie zu ihren Soldaten von einem „taktischen Rückzug“ gesprochen. Natürlich glauben einige Leute, dass die LTTE zurückschlagen wird, wie sie es in Mankulam getan hatte. Andererseits wissen wir, wie die Geschichte war und wir werden keine Wiederholung erlauben.

F: War es jedoch eine Einbahnstraße? Wie steht es mit Verlusten auf der Seite der Sicherheitskräfte?

A: Die LTTE hat erfahrene und geschickte Kampfsoldaten und darum haben wir wirklich ebenfalls Verluste erlitten. Ungefähr 500 unserer Männer haben ihre Beine wegen gegen das Personal gerichteter Minen verloren. Es war sicher kein leichter Spaziergang gewesen. Wem sollen wir deswegen die Schuld geben, wenn nicht jenen, die der LTTE die Ausstattung gaben, jenen, die es für die LTTE möglich machten, dass die Ausstattung hereingebracht werden konnte?

F: Jetzt würden wenige dagegen sprechen, dass es notwendig ist, die LTTE militärisch auszulöschen. Andererseits gibt es die Frage von Zivilisten, die im Wanni gefangen sind und von der LTTE als menschliche Schutzschilde benutzt werden. Wie umgehen Sie dieses Problem?

A: Nun, bei keiner militärischen Aktion kann man Kollateralschäden vollkommen vermeiden. Wir können z.B. nicht die Zerstörung von Eigentum vermeiden. Aber alles, was beschädigt wurde, wird wieder aufgebaut. Dies ist die im Osten angewandte Strategie und sie war erfolgreich. Andererseits gibt es entgegen der Behauptungen jener, welche eine Menge Geld ins Wanni pumpten, absolut keine „Entwicklung“, die man in jenen Gebieten, welche wir in den vergangenen paar Monaten befreit haben, sehen kann. Die NGOs und INGOs haben nichts im Osten getan. Sie haben nichts westlich der A-9 Straße im Norden getan.

Was die Zivilisten betrifft, so waren wir exemplarisch in der Hinsicht, dass wir uns an die Politik des Null-Schadens bei Zivilisten gehalten haben. Es gab 17 Zivilisten, die im Osten starben, als eine Rakete ein Flüchtlingslager traf, welches die LTTE wieder verschoben hatte, so dass es sich neben einer Anlage der LTTE befand.

Im Norden hatte es nur zwei Zwischenfälle gegeben. In Mullaitivu wurde eine Kokosnussplantage, die von dem LTTE Führer Swarnam kontrolliert wurde, angegriffen. Bei diesem Angriff starben ein Mann und ein Kind. Es wurde auch berichtet, dass westlich der A-9 und südlich von Kilinochchi 4-5 Kinder getötet worden waren. Bei den zweiten Zwischenfall wurde herausgefunden, dass sie Arbeitsdienst für die LTTE abgeleistet hatten.

So wurde bestätigt, dass 24 Zivilisten nach zweieinhalb Jahren getötet worden waren. In Anbetracht all dessen zeigt dies selbst, dass die Sicherheitskräfte ihr Äußerstes getan haben, um den Schaden für die im Wanni gefangenen Zivilisten so gering wie möglich zu halten.

Nachdem die LTTE ihren Eingangs- und Ausgangspunkt in Omanthai aufgegeben hatte, gelang es ungefähr 400 Zivilisten, in die von der Regierung kontrollierten Gebiete zu gelangen. Diese Zahlen werden in den kommenden Wochen und Monaten noch zunehmen. Dies bedeutet nicht, dass alles leicht sein wird; das möchte ich hinzufügen. Die LTTE hatte 4 Jahre Zeit, um während des CFA (Friedensabkommen) Waffen und Munition anzusammeln. Sie haben immer noch eine Menge Geld. Sie werden kämpfen. Aber wir sind bereit.

F: Der Osten wurde gesäubert, aber dort gibt es eine beunruhigende Anwesenheit der LTTE, mit einer Anzahl von Morden, die in den vergangenen paar Wochen geschehen sind. Wie ist die Situation?

A: Dies ist wahr. Es gibt eine operierende Gruppe. Aber das kann nicht lange andauern. Wir überreagieren nicht und das werden wir auch in Zukunft nicht. Kleine Gruppen versuchen, durch unsere Verteidigung zu kommen, viele werden getötet, einige verletzt und ein paar entkommen uns. Aber sie haben nicht die notwendige Unterstützung, um lange Zeit weiterzumachen. Sie müssen um Nahrung und Medizin betteln. Einige ergeben sich. Wenn erst einmal der Landweg versiegelt sein wird, könnten wir erwarten, dass dies endet.

Die LTTE hat im Wesentlichen die Unterstützung der gewöhnlichen tamilischen Zivilisten verloren. An dem gleichen Tag, an dem Balaraj starb, gab es in Jaffna einen Markt mit Handelswaren. Balaraj war ein Top-LTTE-Führer und auch eine populäre Persönlichkeit. Wir erwarteten, dass nicht viele zum Markt kommen würden, aber 50.000 Leute kamen. Als wir Pooneryn einnahmen, gab es in Jaffna Feiern.

Es gab 1.000 Tuk Tuk fahrer bei dieser Prozession. Und es ist bedeutsam, dass ihr Slogan war: „Prabhakaran, lasse die unschuldigen Zivilisten im Wanni frei.“ Natürlich waren wir überrascht. Die Wahrheit ist, dass Unterwanderer nicht länger sichere Häuser in Jaffna haben. Die Zivilisten geben uns Information. Sie haben im Wesentlichen das Vertrauen in die LTTE verloren. Die LTTE hat alle Glaubwürdigkeit als eine Gruppe, die beansprucht, das tamilische Volk zu repräsentieren, verloren.

F: Sie sagten, dass einer der wichtigsten Gründe für diesen Erfolg die politische Führung und ihre Entschlossenheit ist. Würden Sie sagen, dass wenn es morgen eine andere Verwaltung mit einer anderen Herangehensweise gäbe, all dies umgekehrt werden könnte?

A: Wie jedes Land, Sri Lanka muss einen nationalen Sicherheitsplan haben. Wenn die Leute einen schwachen Führer wählen, einen, der unsere Fähigkeit unterschätzt und die Stärke und Fähigkeiten des Feindes überschätzt, werden wir Gebiete verlieren und das Problem wird schlimmer werden. Solch eine Person kann ein Führer sein, ist aber bestimmt kein Patriot.

Also ja, die Dinge können sich ändern. Die nationale Sicherheit verlangt einen völligen Sieg.

Wer auch immer sagt: “Stoppt die Offensive und bemüht euch um ein Waffenstillstandsabkommen” sollte besser zurückschauen, was während des letzten Waffenstillstandsabkommens passierte. Zu der Zeit hatte die LTTE zwei 120er Granatwerfer und zwei 122m Gewehre. Vier Jahre innerhalb des Waffenstillstandsabkommens hatte sie 80 120mm Granatwerfer und 22 122m Gewehre, drei 130mm Gewehre und ein 152m Gewehr und natürlich eine entsprechende große Anzahl an Munition.

2002 hatten sie 4.000 Soldaten. 2006 hatten sie 12.000. In dieser gleichen Zeit gab es keine Toten, das stimmt, aber in vier Jahren ist eine andere Armee entstanden. Es gab zwischen 2002 und 2004 verschiedene Gesprächsrunden, aber bei diesen Diskussionen kam nichts heraus. 2006 gab es einen weiteren Versuch zu Verhandlungen. Wieder ohne Resultate. Wir hatten nichts erreicht, aber die Tiger waren stärker geworden. Sie entwickelten eine Polizeikraft, bauten Rollfelder, sicherten ihre Luftwaffe und entwickelten die Organisation der See-Tiger.

Es ist traurig zu sagen, aber solche Leute kümmern sich nicht darum, dass die Sicherheitskräfte Rückschläge erleiden, solange das auch bedeutet, dass der Präsident geschwächt ist und ihre politischen Ziele gesichert sind. Sie feiern Rückschläge und sind ärgerlich, wenn die Sicherheitskräfte einen bedeutsamen Sieg über die LTTE verbuchen. In der Tat scheint es, dass es ihnen nichts ausmachen würden, wenn Prabhakaran der Präsident dieses Landes werdenwürde. Ich denke, dass wie in anderen Ländern die nationale Sicherheit sich nicht ändern sollte, selbst wenn sich Regierungen ändern.

Der Präsident muss ein Patriot sein. Wir müssen mit Stolz und Ehre leben und dies muss von jeder, der gerade an der Macht ist, anerkannt werden. Präsidenten und Politiker kommen und gehen. Aber die Bürger bleiben. Sie brauchen Sicherheit. Sie möchten ein Land, sie möchten eine Zukunft für sich und ihre Kinder.

F: Es wurde die Meinung vertreten, dass die Einnahme von Pooneryn mit der Wahl zur Zweiten Lesung des Etats abgestimmt worden war. Beruht diese Mutmaßung irgendwie auf Wahrheit?

A: Nein. Unsere Strategie ist darauf gerichtet, Terroristen zu vernichten und nicht, eine Flagge zu hissen oder ein Teil politischer Spiele zu werden. Es sind die Realitäten der Situation am Boden, welche die militärische Strategie bestimmten. Ich kann das Vertrauen meiner kämpfenden Soldaten nicht gewinnen, wenn ich zulasse, dass politische Gebote Schlachtfeld-Entscheidungen diktieren. Täte ich dies, würde ich meine Soldaten verlieren. Niemand sagte mir, ich solle Pooneryn an dem und dem Tag einnnehmen, und niemand erwartet auch von mir, dass ich das mache. Dies ist eine ernste Angelegenheit und wir können nicht Spielchen mit unseren Soldaten und den Angelegenheiten der nationalen Sicherheit spielen.

Ob das, was wir auf dem Boden machen, eine Bedeutung für politische Angelegenheiten hat, ist etwas anderes. Wir kümmern uns nicht darum.

F: Wie hat die Geschäftsgemeinschaft Ihre Anstrengungen aufgenommen?

A: Wunderbar. Sie haben die Opfer der Sicherheitskräfte geschätzt und haben großzügig zu dem Wohlergehen unserer kämpfenden Männer und Frauen beigetragen, spezielle, was ihre Wohnungsprojekte betraf. Sie wollen natürlich, all dies eine ende sehen. Für lange Zeit wurde von ihnen verlangt, dass sie glauben, dass die LTTE nicht besiegt werden kann und dass man sich mit ihr arrangieren müsse. Jedoch hat jetzt die Geschäftsgemeinschaft wie die meisten anderen Leute erkannt, dass es nicht möglich ist, mit der LTTE zu verhandeln, und darum müssen wir dies zu einem Ende abringen und darum müssen wir in diesem kritischen Moment zusammenstehen.

F: Schließlich noch ein Wort zu den NGOs und INGOs und “humanitären Sorgen”, denen sie oft Ausdruck verleihen…?

A: Es ist leicht, ein Getue zu machen, wenn man die Realität am Boden nicht kennt. Zum Beispiel wurde der Selbstmordattentäter, welcher den Bus in Fort in die Luft jagte, von seiner Mutter bei der ICRC als „vermisst“ gemeldet. Die Leute müssen einen Sinn für Proportionen haben. Ich sage nicht, dass alle NGOs und INGOs mit der LTTE unter einer Decke stecken. Dies stimmt nicht notwendigerweise. Die Wahrheit ist, dass im Norden sehr wenig, wenn überhaupt etwas von den NGOs und INGOs gemacht wurde, eine Situation, die natürlich Misstrauen darüber hervorrufen würde, was sie wirklich in diesen Gebieten mit ihrem Geld, ihrem Personal, ihrer Ausrüstung, ihren Fahrzeugen und ihrem Maschinenpark gemacht haben.

Die ICRC übt eine sehr wichtige Rolle aus. Die Ärzte Ohne Grenzen leisten einige gute Arbeit und ich weiß das. Aber die Mehrheit der INGOs und NGOs haben nichts Konstruktives geleistet. Sie haben die LTTE verweichlicht, aber sie haben nicht im nationalen Interesse gehandelt und die Behörden sollten dies sehr ernsthaft wahrnehmen. Wir wissen, dass einige von ihnen sogar die Ausrüstung bei der LTTE gelassen haben. Das, worauf dies hinausläuft, ist: „Wenn du nichts austragen kannst, dann geh weg!“

*****************************

Interview mit dem srilankischen Präsidenten Mahinda Rajapaksa

„Ich werde selbst die Führung im politischen Prozess übernehmen und ihn politisch durchziehen“ - Präsident Mahinda Rajapaksa.

Übersetzt aus dem indischen Tageszeitung „The Hindu“  vom 29.10.2009

In einem Interview mit The Hindu antwortete Präsident Mahinda Rajapaksa am Montagabend im ‘Temple Trees,’ Colombo, der früheren Residenz der Premierminister von Sri Lanka, auf Fragen zu Schlüsselthemen: Der politische Prozess und die Umverteilung der Macht, die militärischen Operationen und die Situation im Wanni, die bilateralen Beziehungen mit Indien und seine Vision eines ethnisch harmonischen Sri Lanka.

Hindu: Herr Präsident, sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis des Besuches Ihres Sondergesandten Basil Rajapaksa und seinen Diskussionen mit Außenminister Pranab Mukherjee und höheren indischen Beamten?

Rajapaksa: Ich bin sehr zufrieden mit den positiven und konstruktiven Ergebnissen seines Besuches und den Diskussionen.

Hindu: Sie haben wiederholt gesagt, Ihre Regierung sei einer politischen Lösung der tamilischen Frage in Sri Lanka verpflichtet. Was werden die Umrisse dieser politischen Lösung sein?

Rajapaksa: Vor allem ist das Thema schon lange im Raum, schon mehr als 20 Jahre, und es ist höchste Zeit, dass wir zu einer Lösung kommen. Als Präsident von Sri Lanka ist es mir absolut klar, das es keine militärische Lösung für politische Fragen gibt und geben kann. Ich habe immer dazu gestanden. Eine militärische Lösung ist für die Terroristen, eine politische Lösung ist für die Menschen im Land. Lassen Sie mich bekräftigen, dass meine Regierung sich einer politischen Verhandlungslösung sehr verpflichtet sieht – auf der Basis der Umverteilung der Macht und der Sicherstellung der demokratischen und politischen, einschließlich der sprachlichen, Rechte aller unserer tamilischen Brüder in einem ungeteilten Sri Lanka.. Ich würde gerne mehr Umverteilung der Macht auf das Volk sehen. Das muss bis auf Graswurzelebene stattfinden, weil das Volk über die Entwicklungsarbeit, was sie brauchen, entscheiden muss. Wir müssen Ihnen erlauben, an dem gesamten Prozess teilzunehmen.

Dafür habe ich das Allparteien-Vertreterkomitee ernannt. Ich haben ihnen Zeit gegeben, aber unglücklicherweise konnten Sie mir in dem benannten Zeitraum keinen endgültigen Vorschlag vorlegen. Sie haben mir allerdings einen vorläufigen Vorschlag vorgelegt, den wir jetzt umsetzen. Wir setzen ihn in der Ostprovinz um. Innerhalb eines Jahres nach der Befreiung der Provinz haben wir Gemeinde- und Provinzwahlen abgehalten. Ein tamilischer Oberster Minister ist im Amt, und die Entwicklungsarbeit nimmt oberste Priorität ein. Wir werden ein Komitee einsetzen, um zu bewerten, dass getan werden kann, um die Umverteilung der Macht und den demokratischen Prozess in der Ostprovinz zu vertiefen.

In Bezug auf die Nordprovinz arbeiten wir daran, die passende Umgebung zu schaffen, um eine bleibende Lösung des Konflikts zu erreichen. Ich werde sobald als möglich in dieser Provinz dasselbe tun, sobald wir die Gegend von Terroristen gesäubert haben. Die Menschen müssen in der Lage sein, ihre wahren Gefühle auszudrücken und ihre wahren Vertreter zu wählen. Gegenwärtig existiert eine solche Situation nicht. Es ist nutzlos, irgendeinen Vorschlag in der Verfassung zu haben oder eine Vereinbarung auf Papier, falls man nicht in der Lage ist, das umzusetzen. Selbst der 13. Anhang, der nach dem Willen der indischen Regierung eingeführt wurde – sie dachten zu der Zeit, das sei mehr als genug – konnte wegen Prabhakaran und seinen Männern nicht im Norden und Osten umgesetzt werden. In der Tat gab es auf keiner Seite den politischen Willen, das umzusetzen. Aber als politischer Führer habe ich gesagt, dass wir nach 20 Jahren zum ersten Mal vorhaben, das umzusetzen. Wir haben den tamilischen Menschen in meinem Land und der internationalen Gemeinschaft diese Zusage gegeben. Wir werden das tun, nicht um irgendjemanden zufrieden zu stellen. Es ist meine Pflicht meinem Volk gegenüber. Und lassen Sie es mich wiederholen: Ich werde selbst den politischen Prozess in die Hand nehmen und ihn politisch durchsetzen.

Hindu: Wie sehen das Verhältnis zwischen den militärischen Operationen ihrer Regierung im Norden und der politischen Lösung?

Rajapaksa: Unsere militärischen Operationen sind ausschließlich auf die Befreiungstiger von Tamil Eelam gerichtet. Als eine terroristische und sezessionistische Organisation ist sie – seit dem Verbot durch das demokratische Indien nach der barbarischen Ermordung von Premierminister Rajiv Gandhi — von mehr als 30 Ländern in der ganzen Welt verboten worden. Wir teilen mit Indien eine klare und feste Ablehnung aller Formen des Terrorismus, und ich stelle mit Genugtuung fest, dass beide Länder sich gerade in Neu Delhi darauf geeinigt haben, dass “Terrorismus entschlossen begegnet werden muss”. Die gegenwärtigen militärischen Operationen werden durchgeführt, um eine Umgebung zu schaffen, um unsere eigenen tamilischen Brüder und Schwestern aus dem grausamen Griff des Terrors zu befreien und eine gerechte und bleibende Lösung auf der Basis der vier Ds, Demilitarisierung, Demokratisierung, Entwicklung und Umverteilung der Macht, zu erreichen. Ich möchte noch ein mal die LTTE aufrufen, die Waffen niederzulegen, sich zu ergeben und sich dem demokratischen politischen Prozess anzuschließen.

Hindu: Die vier wichtigen Punkte in Ihrer Vision eines politischen Prozesses, Demilitarisierung, Demokratisierung, Entwicklung und Umverteilung der Macht, stehen sie in irgendeiner Reihenfolge?

Rajapaksa: Ja. Ohne Demilitarisierung kann man nichts erreichen, keine Demokratisierung, keine Entwicklung, keine Umverteilung der Macht. Es ist nutzlos, Ihnen Umverteilung der Macht zu geben, wenn sie nicht bereit sind, es anzunehmen oder wenn man es nicht umsetzen kann.

Hindu: Wie sehen Sie die durch Indien und andere zum Ausdruck gebrachten Bedenken zu der gegensätzlichen Wirkung der militärischen Operationen in Bezug auf eine große Anzahl tamilischer Bürger im Wanni?

Rajapaksa: Die gegen die LTTE gerichteten militärischen Operationen sind nicht darauf gerichtet, tamilische Bürger zu belästigen oder sie zu schädigen. Unsere Politik ist in der Hinsicht sehr klar. Wir tun alles, und wir werden alles tun, um den Verlust von Menschenleben auf ziviler Seite zu vermeiden. Wir werden alles in unserer Kraft Stehende tun, um die Not der Zivilbevölkerung, die durch den Konflikt betroffen oder vertrieben ist, zu lösen. Wir kooperieren mit den Vereinten Nationen und verlässlichen internationen Organisationen, um sicherzustellen, dass Nahrungsmittel, Medikamente und andere Waren der Grundversorgung jeden unserer tamilischen Brüder, der durch den Konflikt betroffen ist, erreichen. Wir werden jeden Zivilisten, der durch den Konflikt betroffen ist, in fairer und transparenter Weise entschädigen. Ich bekräftige, dass alle Härten, die temporär durch unsere Brüder und Schwestern im Norden getragen werden müssen, in Kürze vorbei sein werden.

Weiterhin freue ich mich, dass die indische Regierung als Geste des guten Willens 800 Tonnen Hilfsmaterial für die betroffenen Zivilisten im Norden nach Sri Lanka schickt. Ich freue mich ebenfalls, dass die Regierung von Tamil Nadu auch ihren Betrag hierzu bringen wird. Die Regierung von Sri Lanka wird in Zusammenarbeit mit der indischen Regierung die Lieferung und Verteilung dieser Waren koordinieren, um diese humanitären Fragen in Angriff zu nehmen.

Hindu: Sind Sie zufrieden mit dem Stand der bilateralen Beziehungen zwischen Sri Lanka und Indien?

Rajapaksa: Ich bin sehr zufrieden. Sri Lanka und Indien haben hervorragende Beziehungen. Grundsätzlich waren unsere bilateralen Beziehungen nie besser. Ich verstehe und respektiere den guten Willen Indiens und seine Sorge um die humanitäre Situation im Wanni. Ich begrrüße ebenfalls die Sorge der Regierung und der demokratischen politischen Parteien in Tamil Nadu um das Wohlergehen der tamilischen Zivilbevölkerung.

Hindu: Wie sehen Sie die Haltung des Obersten Ministers von Tamil Nadu und der Regierung zur gegenwärtigen Situation in Sri Lanka?

Rajapaksa: Ich respektiere den Obersten Minister von Tamil Nadu, M. Karunanidhi, einen den erfahrensten Politiker Indiens, und begrüße seine Gedanken und Vorschläge zu einer gerechten politischen Lösung des gegenwärtigen Konflikts innerhalb des Rahmens eines ungeteilten Sri Lanka. In diesem Zusammenhang würde ich gerne meinen Wunsch zum Ausdruck bringen, den Obersten Minister Karunanidhi durch die indische Regierung nach Sri Lanka einzuladen.

Hindu: Sie müssen sehr froh sein über die praktischen Arrangements zur Lösung des Fischereiproblems ?

Rajapaksa: Ja, und das, weil ich Fischereiminister war, als die indische Regierung meine Leute, srilankische Fischer einfing. Als ich da nach Indien fuhr, sagte ich: ‘Dies ist ein humanitäres Problem. Fischer folgendem Fisch, die kümmern sich nicht um territoriale Gewässer oder internationale Meeresgrenzen.’ Wir verstehen das sehr gut. Wie löst man das Problem? Man kann die Fischer nicht bestrafen.

Die praktischen Arrangements, auf die wir uns am 26. Oktober 2008 geeinigt haben, spiegeln die humanitären und den Lebensunterhalt betreffenenden Dimensionen der Fischerei wider. Sie repräsentieren eine neue Phase in unserer bilateralen Freundschaft und Zusammenarbeit. Diese Arrangements sollten bestimmte unglückliche Probleme beenden, die in diesem Gebiet aufgetaucht sind, und auf beiden Seiten für guten Willen sorgen. Ich freue mich ebenfalls auf einen schnellen Abschluss der Absichtserklärung zwischen unseren beiden Ländern zu Entwicklung und Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Fischerei.

Hindu: Herr Präsident, was ist Ihre Vision eines ethnisch harmonischen Sri Lanka?

Rajapaksa: Es ist mir absolut klar, dass Sri Lanka allen seinen Bürgern gehört – Singhalesen, Tamilen, Moslems, Anderen. Es ist die Politik meiner Regierung, die Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit und Entwicklung von Menschen als allen ethnischen, sprachlichen und religiösen Gemeinschaften aufrechtzuerhalten. Ich kann tatsächlich voller Stolz sagen, dass ich im September dieses Jahres das erste Staatsoberhaupt war, das sich auf Tamilisch an die UN Vollversammlung gewandt hat.

********************************

Interview mit dem tamilischen Journalisten Cho Ramaswamy

„Die Tiger müssen vollständig zum Schweigen gebracht werden, wenn die srilankanischen Tamilen ihre Rechte wollen“Cho Ramaswamy

Übersetzung eines Interviews der Asian Tribune vom 12. Okt. 2008

Cho Rameswamy

Scharfzüngiger Intellektueller: Cho Rameswamy

Cho Ramaswamy ist ein tamilischer Intellektueller, der es liebt, gegen den Strom zu schwimmen. Und dies macht er immer öffentlich. Seine scharfe Zunge ist allseits gefürchtet und er zieht zum Vergnügen seiner Bewunderer – von denen es eine ganze Menge gibt – aus diesem Umsatnd ganz und gar seinen eigenen Nutzen.

Ramaswamy ist Journalist, Theaterautor, Schauspieler und vor allem ein einzelgängerischer politischer Denker und Kommentator. Er spielt in der zeitgenössischen indischen Politik eine sehr wichtige Rolle. Cho ist seit jeher ein bekannter Kritiker von Jayalalithaa, denn er stimmt mit ihrer Art der Politik nicht überein. Dennoch hat er die AIAIDMK und die BJP zusammengebracht und die Dame von Poes Garden hilft der Hindutva Partei dabei, ihre erste Regierung in Delhi zu bilden. Nachdem seine Aufgabe beendet war, kehrte er zu seinen alten Vergnügungen zurück und nahm sein Hobby, mit Worten auf die Politiker – einschließlich Jayalalithaa – zu schießen, wieder auf.

Er hat viel zu der gegenwärtigen politischen Situation in Tamil Naadu zu sagen. Diese Situation habe eine Beziehung zu Sri Lankas Kampf gegen Prabhakaran in den Wäldern von Killinochchi. In einem langen Telefon-Interview mit der Asian Tribune sagt Cho Ramaswamy:

„Nun… Meine Meinung ist sehr klar. Indien sollte den Tigern nicht helfen, den Händen des srilankanischen Militärs zu entkommen. Wenn die Tamilen die gleichen Rechte wie die Singhalesen bekommen sollen, wenn die Tamilen eine föderale Einrichtung brauchen, dann bedeutet dies, dass die Tiger vollständig zum Schweigen gebracht werden müssen. Indien sollte sich in diese Situation nicht einmischen. Indien kann nur darauf bestehen, dass die srilankanische Regierung mit ihren Tamilen fair umgeht.

Weiter sagt Cho Ramaswami:

Wenn sie (die Tamil Nadu Politiker) wirklich an der Notlage der Tamilen in Sri Lanka interessiert wären, dann müssten sie einstimmig von Prabhakaran verlangen, aufzuhören, unschuldige Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu nützen und diesen zu erlauben, vom Schlachtfeld wegzukommen. Aber: das machen sie nicht.“

Auszüge aus dem Interview:

AT: Die Politiker von Tamil Nadu scheinen in diesen Tagen wegen der Berichte aus Sri Lanka sehr beunruhigt zu sein, besonders wegen der Berichte aus dem Krieg gegen die LTTE Tiger. Wir lesen Berichte, dass Tamil Naadu sich wegen der Tamilen in Sri Lanka Sorgen macht. Sogar der Haupt-Minister Karunanidhi und die Kommunistische Partei Indiens (CPI) scheinen für die LTTE einzutreten. Was sagen Sie dazu?

Cho: Bis vor kurzem wurde die Regierung von Indien fast ganz von ihnen (d.h. von den Linken Parteien – CPI und CPI-M) beherrscht. Der Premierminister Dr. Manmohan Singh tanzte nach ihrer Pfeife. Frau Sonia Gandhi (Kongresspräsidentin) führte immer aus, was sie wünschten. In allen diesen Tagen und Monaten und Jahren (seit fast viereinhalb Jahren sind die CPI und die CPI-M Teil der Regierung von Indien) haben sie nie die Frage der Tamilen von Sri Lanka aufgeworfen. Aber jetzt, wo sie überhaupt nicht mehr in der Regierung sind, da stellen sie Forderungen wegen der Tamilen und all dem auf. Sie wissen, dass sie hier (in Tamil Naadu) nichts Wesentliches zu sagen haben. Das ist alles. Es ist nur eine politische Schaunummer. Es ist in der Tat nur politisches Posieren. Nichts sonst.

AT: Was ist mit dem Haupt-Minister und DMK Führer Muthuvel Karunanidhi, dem größten Führer in Tamil Naadu? Was ist mit seinen jüngsten Kommentaren…?

Cho: Er  (Karunanidhi) wird auch nichts deswegen (d.h. wegen der srilankischen Tamilenfrage) unternehmen. Als nur eine Zeitung von allen indischen Zeitungen veröffentlichte, dass er faktisch drohte, die von Manmohan Singh angeführte Koalition auseinanderbrechen zu lassen und so die Zentralregierung in den Abgrund zu führen, da hat Karunanidhi sofort den Bericht abgeleugnet. Er hat in der Tat (auf diese Beschuldigung hin) eine einseitige Antwort in seiner `Murasoli` (DMKs tamilische Tageszeitung) gegeben und darin gesagt, dass er sich nie so geäußert hätte und dass die Leute, die sagen, dass er sich aus der Delhi Regierung zurückziehen würde und die Manmohan Singh Regierung in den Abgrund treiben würde, „alles Verräter“ sind. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass er begierig darauf ist, dem Zentrum zu sagen, dass er nichts Drastisches unternehmen wird. Deswegen ist er besorgter als wegen der Notlage der srilankischen Tamilen.

AT: Sie wissen, dass ich ein srilankischer Tamile bin. So kennen Sie wie ich die grundlegende Situation. Lassen Sie mich Ihnen die wirkliche Situation in den vom Krieg verwüsteten Gebieten, die von Prabhakaran kontrolliert werden, schildern. Es gibt ungefähr 200.000 Binnen-Obdachlosen in den von der LTTE kontrollierten Gebieten – fast 100 % von ihnen sind Tamilen. Er benutzt die Tamilen als menschliche Schutzschilde und erlaubt ihnen nicht, die Kriegszone zu verlassen und sicherere Gebiete aufzusuchen.

Cho: Ich weiß. Das habe ich auch der BBC in einem Interview, das ich vor kurzem gab, gesagt. Sehen Sie, wären die Leute hier in Tamil Naadu wirklich an der Notlage der Tamilen in Sri Lanka interessiert, dann würden sie einstimmig von Prabhakaran fordern, ihnen zu erlauben, vom Schlachtfeld weg zu kommen. Aber: Das machen sie nicht.

AT: Lassen Sie mich Ihnen etwas sagen, dessen Sie sich vielleicht nicht ganz bewusst sind. Direkt von Beginn des Aufstands ab hat die srilankische Regierung Nahrung und andere notwendige Güter in den Norden geschickt, in die Gebiete, die von Prabhakaran beherrscht werden. Sie hat den in zeitweiligen Unterkünften lebenden Familien und jenen, die noch in der Kriegszone und nahe daran leben, medizinische Hilfe zukommen lassen. Nach dem Tsunami haben Prabhakaran und seine LTTE Millionen und Abermillionen von Dollar, gespendet von der internationalen Gemeinschaft und auch von der tamilischen Diaspora, gesammelt. Wir wissen nicht, was er mit dem Geld gemacht hat. Weil es die srilankanische Regierung ist, welche als eine verantwortungsbewusste Regierung die Wiedereingliederungs-Arbeit unternommen hat. Wir wissen nicht, was die Tiger mit dem ganzen Geld machen, das in ihre Schatzkisten geflossen ist, eigentlich,um das Unglück der Tamilen zu erleichtern.

Cho: Wir wissen sehr gut, dass er (Prabhakaran) nicht jede (Tsunami)Spenden, die er für den Nutzen der tamilischen Zivilisten bekommen hat, verteilt hat.

AT: Erinnern Sie sich: Von 1984 bis 1987 hat ganz Tamil Naadu Prabhakaran unterstützt. Die Tamil Naadu Führer haben Rajiv Gandhi dazu gebracht, die indische Armee zu schicken, um die srilankanischen Tamilen zu beschützen. Aber was passierte danach? Prabhakaran griff die indische Armee an und 1400 oder mehr indische Soldaten wurden getötet. Am Ende verschworen sich Prabhakaran und Pottu Amman gegen Rajiv Gandhi, schickten eine Selbstmordattentats-Gruppe und Rajiv Gandhi wurde auf dem Boden von Tamil Naadu bei einer Explosion in Stücke gerissen. Ich frage mich, ob sich das gleiche Szenario heute in Tamil Naadu unter dem gleichen politischen Führer M. Karunanidhi wiederholen kann. Was versuchen sie zu tun? Wollen sie, dass auch Dr. Manmohan Singh von Prabhakaran getötet wird? Wollen Sie, dass die Witwe von Rajiv Gandhi von Prabhakaran in Stücke gerissen wird? Bitte kommentieren Sie dies!

Cho: Nun…meine Meinung ist sehr klar. Ich habe schon meine Meinung gesagt. Indien sollte den Tigern nicht helfen, den Händen des srilankanischen Militärs zu entkommen. Wenn die Tamilen die gleichen Rechte wie die Singhalesen wollen, wenn die Tamilen eine föderale Einrichtung wollen, dann bedeutet das, dass die Tiger vollständig zum Schweigen gebracht werden müssen. Indien sollte sich in diese Situation nicht einmischen. Indien kann nur darauf bestehen, dass die srilankischen Regierung mit ihren Tamilen fair umgeht.Ich denke, dies ist nicht die Zeit, um sich Gedanken um die Rechte der Tamilen und ihren Wunsch nach einer föderalen Einrichtung zu machen. Dies jetzt, da das srilankische Militär sehr nahe bei Killinochchi ist.

AT: Ich denke, die Armee steht nur zwei Kilometer vor Killinochchi.

Cho: Ja, ich weiß. Darum sage ich, dass dies nicht die richtige Zeit für Indien ist, um sich (in Sri Lanka) einzumischen. Sehen Sie, alles in allem wollen wir nicht, dass sich Pakistan in Kashmir einmischt. Deshalb können wir nicht eine Regel haben, die für uns gilt, und eine andere, die für Sri Lanka gilt. Der srilankischen Armee muss gestattet sein, Prabhakaran und seine Tiger-Kader zu beseitigen, und dann kann Indien erst den Streitpunkt der Notlage der srilankischen Tamilen aufnehmen, falls die Rajapakse-Regierung keine Maßnahmen ergriffen hat, um die ethnischen Streitpunkte in diesem Land zu lösen.

AT: Danke.

Cho: Danke auch. _____________________________________________________________________________________________

 

November 2009
M D M D F S S
« Okt    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30  

RSS LTTEwatch

  • UN loben Freilassung von Flüchtlingen in Sri Lanka
    Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 24. November 2009 Colombo – Knapp ein halbes Jahr nach dem Ende des Bürgerkrieges Mitte Mai hat Sri Lanka UN-Angaben zufolge tausende tamilische Flüchtlinge in ihre Dörfer zurückkehren lassen. Der UN-Hilfskoordinator John Holmes berichtete nach einem Besuch der Flüchtlingslager im Noten der Insel am […]
  • Frankreichs LTTE-Chef zu 6 Jahren Haft verurteilt
    Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Paris vom 23. November 2009 Paris – Ein Gericht hat am Montag das Urteil über 21 angeklagte Anhänger der Tamil Tigers wegen erwiesenere Erpressung und Unterstützung einer terroristischen Organisation verurteilt. Der Hauptangeklagte, Nadaraja Matinthiran, soll der französische Sektionschef der Liberation Tigers o […]
  • Von groben Verallgemeinerungen, Märchen und Tatsachenverdrehungen
    Ein Kommentar von Michael Roberts Sidney – Während der Krieg in Sri Lanka Anfang diesen Jahres einen katastrophalen Höhepunkt erreicht hat, gerät der Propagandakrieg erst richtig in Fahrt. Mit vielen entsprechenden Waffen, verteilt in der ganzen Welt sind die pro-Tamil Tiger Elemente in diesem rhetorischen Spiel besser aufgestellt als die Regierung von […]
  • Die wahre Lage der Inneren Vertriebenen (IDPs) in Sri Lanka
    Übersetzt aus dem Sri Lanka Guardian vom  17. November 2009 Es gibt verschiedene kontroverse Berichte über die Konditionen unter den die Vertriebenen in den Lagern untergebracht sind. In dieser Rede analysiert Dr. Noel Nadesan faktisch, ohne politische Färbung, die wahren Bedingungen, welche in den IDP Lagern vorherrschen. Dies ist ein Bericht aus erster Han […]
  • Ex-Botschafter Collacott: Tamilen können in Sri Lanka in Sicherheit leben
    Übersetzt aus der kanadische National Post vom 16.November 2009 Berichtet von Adrian Lam, Canwest News Servivce Antwort auf: Collacotts Kurzsichtigkeit versetzt uns immer wieder in Erstaunen – Brief an den Herausgeber vom 4. November ‘Normal’ in Sri Lanka ist nicht gut genug – Brief an den Herausgeber vom 7. November Vancouver – […]
  • Asyl-Suche ist ein gutes Geschäft
    Ein Kommentar von Kalinga Seneviratne Colombo – Der Sprecher der Vereinten Nationen für politische Angelegenheiten äußerte nach seinen Besuchen in IDP-Lagern (interne Vertriebene) im Norden Sri Lankas er sei „ sehr beeindruckt von der bisher geleisteten Arbeit der Armee, der Minensäuberungstrupps, des UN-Personals und der Zivilgesellschaften“, und dass […]
  • Was sich im Norden seit dem Sieg über die LTTE getan hat
    Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 13. November 2009 Colombo – Die Kritik an der srilankischen Regierung, sie würde zu wenig für die internen Flüchtlinge in den Lagern tun, will nicht abreißen. Stark kritisiert wird auch die Politik, weder freie Presse noch ausländische Beobachter in das von der LTTE befreite Gebiete hinein zu lassen. […]
  • Kriegsheld Foneseka geht – in Rente
    Von unserem LTTEwatch-Korrespondeten in Colombo am 12.Oktober 2009 Colombo – Der Chef des Verteidigungs-Corps der sri-lankischen Armee, General Sarath Fonseka hat heute sein Rücktrittsgesuch vom aktiven Dienst beim Präsident Sri Lankas, Mahinda Rajapaksa, eingereicht. Der Präsident hat Fonseka bereits wissen lassen, dass er dem Gesuch zustimmen werde. […]
  • Des Browne an tamilische Diaspora: Kein eigener Staat für Tamilen aus Sri Lanka!
    Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Sydney vom 8. November 2009   Canberra – Der Britische Abgesandte in Australien, Des Browne, hat bei einem Treffen mit Vertretern der tamilischen Diaspora in Australien, der Idee eines eigenen „Eelam“-Staates für Tamilen auf sirlankischem Boden eine eindeutige und klare Absage erteilt. Zu dem Treffen […]
  • Kanada – die neue politische Bühne der LTTE?
    Übersetzt aus der srilankischen Zeitung Daily Mirror vom 6. November 2009 Von Sunil Jayasiri Colombo – Die nach der militärischen Niederlage der LTTE-Organisation in Sri Lanka, ebenso wie nach der Verhaftung des internationalen Waffenschmugglers und Prabhakaran-Nachfolgers Kumaran Pathmanathan alias „K.P.“ schwer angegriffene internationale […]

You must be logged in to post a comment.