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Von unserem LTTEwatch-Reporter direkt aus Colombo 3. Januar 2009

kilinochchi-map

Colombo – Die 571. und 572. Brigade der 57. Division der srilankischen Armee, die von Generalmajor Jagatha Dias kommandiert wird, hat von der westlichen Flanke aus Kilinochchi eingenommen. Die 574. Brigade hat die Stadt von der südlichen Flanke aus eingenommen, wie heute morgen (2. Januar) berichtet wird.

Der srilankanische Präsident Mahinda Rajapakse richtete live im Fernsehen eine Ansprache an die Nation. Er erklärte, dass die von der LTTE selbst zur Verwaltungshauptstadt ernannte Stadt Kilinochchi von der srilankanischen Armee übernommen wurde. In seiner Ansprache an die Nation nannte der Präsident die Einnahme von Kilinochchi einen „beispiellosen Sieg“ für die ganze Nation, welche den Separatismus abgelehnt. Dies war das Mandat, welches ihm die Bevoelkerung bei den Präsidentschaftswahlen von 2005 gegeben hatten. Er sagte in der landesweit ausgestrahlten Sendung weiter: „Zum letzten Mal sage ich der LTTE (den Befreiungstigern von Tamil Eelam), dass sie die Waffen niederlegen und sich sofort ergeben sollen“. Er verlangte von der LTTE, dass sie alle im Wanni als Geiseln gehaltenen Zivilisten freilassen sollten.

Zahlreiche Srilankaner gingen in allen Städten spontan auf die Straßen, zeigten die Nationalflagge, tanzten auf die Strassen, zündeten Feuerwerkskörper und riefen Slogans.

Laut des AFP-Nachrichtendienstes hatten die Tiger zugegeben, dass sie Kilinochchi verloren haben. Aber sie weigerten sich, dies irgendwie zu kommentieren. Ein hochrangiger Offizier von der Kampffront erzählte LTTEwatch, dass die Armee sich in diesen Gebieten ueberraschend wenig Widerstand seitens der LTTE gegenübersah.

In der Zwischenzeit betrat die Spezialeinheit 1, welche von Brigadekommandant Shavendra Silva geleitet wird, die Stadt Kilinochchi vom Norden aus und die Truppen festigten ihre neugewonnenen Position an der Karadipokku Kreuzung, welche den nördlichen Rand von Kilinochchi darstellt.

Die 93. Basis der LTTE, welche die Verwaltung der Tiger Soldatinnen war, ist auch jetzt in den Händen der Armee. Militärquellen an der Front teilen mit, dass die meisten der überlebenden LTTE-Soldaten nach Mullaitivu flohen. Dies ist damit die letzte Bastion der Tamil Tiger.

Was den Mullaittivu-Kriegsschauplatz betrifft, so arbeiten sich vier Formationen der Spezialeinheiten 2, 3 und 4 der srilankanischen Armee, ebenso wie Truppen der 59. Division an Mullaitivu heran, während die Hubschrauber, Gewehre und Schiffe der Sri Lanka Luftwaffe MI 24 für die vorrückenden Truppen zeitlich nahen Nachschub aus der Luft liefert.

Die Truppen des srilankanischen Militärs bewegen sich jetzt zu der strategischen Tigerfestung von Elephant Pass hin, welche am Eingang der Jaffna Halbinsel liegt. Die Einnahme dieser Stadt steht angeblich ebenfalls unmittelbar bevor.

Die LTTE hat damit begonnen, die Elephant Pass-Stadt zu verlassen, wie vertrauliche Quellen in Colombo LTTEwatch – berichteten.

Prabhakarans Frau bittet angeblich um Asyl in Kanada

Eine Quelle in Indien berichtete der LTTEwatch-Redaktion, dass Prabhakarans Frau Mathivathini von Indien aus in Kanada um Asyl gebeten habe. Diese Nachricht ist derzeit weder von indischer noch von kanadischer Seite bestätigt.

Die srilankanische Armee hatte im April 2000 nach einer größeren Schlacht Elephant Pass an die LTTE verloren. Es ist sehr wahrscheinlich, dass schon morgen Elephant Pass fallen koennte. Schon hat die LTTE begonnen, sich auf dem Meer nach Chalai zurückzuziehen.

Armeekommandant Generalleutnant Sarath Fonseka sagte, dass die Tiger jetzt in einem Gebiet gefangen sind, welches sogar kleiner als Thoppigala sei, und dass die LTTE mit nur 1700 bis 1900 Mann einen verlorenen Kampf kämpfe.

***

Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:

Weblink zur Seite von Defence.lk, wo die Truppenbewegungen aufgezeichnet werden:

http://www.defence.lk/orbat/Default.asp

Übersetzt aus der Webseite „TransCurrent“ vom 1. Januar 2009

Kilinochchi – Die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) haben die sechzehn tamilischen Waisenkinder freigelassen, welche am 23. Dezember von den Tigern entführt worden waren, um als „Kindersoldaten“ rekrutiert zu werden.

Die Tiger hatten sich zuerst geweigert, die 11-14-jährigen Kinder freizulassen, obwohl die katholische Kirche darum bat. Schließlich waren sie gezwungen, sie freizulassen, weil es starke Proteste von einigen mutigen und gewissenhaften tamilischen katholischen Priestern gab.

30 tamilische katholische Priester hatten geplant, vom 1. Januar 2009 an ein „Fasten bis zum Tode“ in einer Kirche als Protest durchzuführen. Sie verlangten, dass die LTTE die entführten Kinder sofort zurückgeben sollte.

Die LTTE, die schon unter enormem militärischem Druck steht, versuchte mit den Priestern auf sanfte wie auf harte Art zu reden, damit diese ihre Entscheidung überdenken. Die Priester blieben jedoch entschlossen.

Schließlich gab die LTTE, die aus Paranthan flieht, auf und gab die sechzehn Kinder bedingungslos zurück. Da ihr Ziel erreicht war, sagten die Priester den Hungerstreik ab.

Der Generalvikar der Mannar Diözese Reverend Fr. Victor Soosai hat bestätigt, dass die 16 Kinder in das von der Kirche betriebene Waisenhaus zurückgekehrt sind.

Der schockierende Entführungszwischenfall fand am 23. Dezember, dem Fest des Heiligen Stephan, statt. Der Vorfall geschah in dem Waisenhaus für Jungen, welches die katholische Kirche in Tharmapuram in der Region Kilinochchi unterhält.

Die meisten Kinder des Waisenhauses waren an diesem Tag weggewesen, um Verwandte zu besuchen, aber einige Kinder blieben.

Plötzlich kam eine Gruppe von Tiger-Soldaten an und verlangte, dass ihnen die Kinder übergeben würden, da jeder gebraucht werde, um für das tamilische Heimatland zu kämpfen.

Priester Arush Eric Rohan, der Direktor des Waisenhauses, weigerte sich und bat die LTTE zu gehen. Der Tiger-Führer beschimpfte ihn und befahl seinen Soldaten, die Kinder unter Zwang mitzunehmen.

Die Waisenkinder, die in Panik waren, hatten begonnen, schreiend wegzurennen. Einige verstecken sich, während andere schrieen und weinten.

Obwohl es einigen gelang, den LTTE-Kadern zu entkommen, gelang es diesen, sechzehn Jungen zusammen zu treiben. Die Soldaten banden Hände und Füße der Kinder, trugen sie wie Säcke und warfen sie auf einen Lastwagen.

Prieser Rohan und ein anderer Priester versuchten, die LTTE-Kader daran zu hindern, aber sie wurden geschlagen und zu Boden geworfen.Die Priester wurden auch mit Waffen bedroht.

Nach dem schockierenden Zwischenfall baten die katholischen Kirchenführer im Norden mehrmals die LTTE, die Entführten freizulassen, aber die Tiger weigerten sich. Schließlich ging eine Gruppe von 30 tamilischen katholischen Priestern nach Puthukkudiyiruppu und diskutierte mit einigen Tigerführern, aber sie fanden keine Gnade.

Als letztes Zufluchtsmittel beschlossen die 30 Priester, einen Hungerstreik zu beginnen. Schließlich gab die LTTE nach und ließ die 16 frei. Der Zwischenfall hat für die LTTE viel negativer Publicity erzeugt.

Übersetzt von der indischen Nachrichtenagentur „IANS“ vom 29. Dezember 2008

Tamil Nadu - Ein srilankanischer Tamile, der versucht hatte, Kommunikationsausrüstung zu den Tamil Tigern (LTTE) zu schmuggeln, wurde in Indien verhaftet. Informierte Quellen sagten, dass am Montag weitere Verhaftungen wahrscheinlich seien.

Der “Q“ Abteilung (zustängig für die Terrorabwehr – Anm. der Red) ) der indischen Polizei von Tamil Nadu – welcher sich mit aufständischen Gruppen befasst – hat Amir Antony Paranthaman, 32, Samstag Nacht in Chennai in Haft genommen. Bei ihm wurden nämlich Satellitentelefone und globale GPS-Systeme gefunden, die man ihm aus der Schweiz geschickt hatte.

Die Waren waren für die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) bestimmt, welche verzweifelt Kriegsmaterial benötigt.

Nach der offiziellen Version hatte Antony, als er festgenommen wurde, ein Satellitentelefon bei sich. Seine Befragung führte zur Entdeckung von drei weiteren Satellitentelefonen, acht GPS und sowie Handyverstärkern, welche benutzt werden, um den Empfang zu verbessern.

Alles dies wurde durch einen LTTE-Kontakt in der Schweiz nach Tamil Nadu geschickt. Die Schweiz ist eines der Länder, wo es eine große srilankanische tamilische Bevölkerung gibt.

Nach der Polizei wurden zwei LTTE Aktivisten als Kannan und Prakash identifiziert. Sie hatten Antony gebeten, das Material zu sammeln und sicherzustellen, dass es mit dem Boot von der Tamil Nadu Küstenstadt Rameswaram nach Sri Lanka geschickt wird.

Die Polizei konfizierte auch 500 Kg Salpeternitrat, eine chemische Komponente eines Düngemittels, welche genutzt werden kann, um Sprengkörper herzustellen.

Der verhaftete Mann kam ursprünglich aus Jaffna und kam früher in diesem Jahr als Flüchtling mit seiner Frau nach Tamil Nadu. Seine Frau wurde ebenfalls befragt, aber sie bestand darauf, dass sie in keinerlei Hinsicht mit den Tamil Tigern Verbindungen habe.

Nachdem Antony sich in Chennai niedergelassen hatte, eröffnete er ein Reisebüro – ein Geschäft, von dem Beamte sagen, dass es von den srilankanischen Tamilen – einschließlich jener, die Beziehungen zur LTTE unterhalten – bevorzugt werde als Tarnung.

Die srilankanischen Tamilen haben auch Call Centers, Internetcafés und Mietwagenbüros in Tamil Nadu eröffnet. Tamil Nadu ist von der Insel durch einen Meeresstreifen getrennt. Dort hatten die LTTE und andere tamilische Gruppen Büros und Militärlager in den 80-er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Antonys Verhaftung kam nach einer Beobachtungsaktion, an der auch zentrale Sicherheitsbehörden beteiligt waren, zustande. Sie habe wieder gezeigt, dass die LTTE immer noch von Tamil Nadu abhenge.

Es hat auch gezeigt, dass die LTTE trotz des Drucks aus Sri Lanka immer noch die Fähigkeit besitzt, Netzwerke aufzubauen, bei denen mehr als ein Land beteiligt ist, damit Material, welches sie zum Fortführen des Krieges braucht, beschafft werden kann.

Wie die Quellen IANS berichten, waren sich die indischen Behörden daruber bewusst, dass für jede Ladung, auf die sie in Tamil Nadu stießen, einige andere an ihnen vorbeigeschleust werden – hinein ins Kriegsgebiet nach Sri Lanka.

Wie die Quellen weiter berichten, schien Antony kein spezielle LTTE-Ausbildung mitgemacht zu haben.

Übersetzt aus der britischen Sicherheitsmagazin „Jane’s Inteligence Review“ vom 13. November 2008

Satellite imagery illustrates the evolution of Sri Lanka's Iranamadu airstrip. (Digital Globe)

Ist das der Grund für den plötzlichen Wunsch nach Waffenstillstand? Rollbahn der LTTE zum Waffenschmuggel bestimmt. Image: © 2008 Jane's Information Group

Satellitenbilder haben eine Anzahl von Rollfeldern in den von der LTTE kontrollierten Gebieten von Sri Lanka enthüllt. Dies könnte entweder zivilistische Sehnsüchte hinsichtlich der Eigenstaatlichkeit sein – oder den deutlichen Wunsch zeigen, Waffen einzufliegen. Jane’s Review schaut auf die Beweise und legt nahe, dass das letztere wahrscheinlich ist.

Die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) verlieren ihren Krieg um einen unabhängigen Staat in Sri Lanka. Seit der wirkungsvollen Wiederaufnahme des Konflikts im Jahre 2006 haben sie die Kontrolle über die Östliche Provinz verloren und gesehen, wie ihre Streitkräfte langsam aber sicher zurück in den Norden gedrängt wurden und werden. Die größte Dringlichkeit für die LTTE muss jetzt sein, einen fortgesetzten Nachschub von Waffen und Munition sicherzustellen, um weitere Niederlagen abzuwenden.

In Anbetracht dieser Situation und nachdem sie schwere Verluste bei ihrer Schmuggelflotte auf dem Ozean erlitten hat, scheint sich die LTTE nun darauf vorzubereiten, Nachschub in ihre Festung im nördlichen Sri Lanka einzufliegen. Kommerzielle Satellitenbilder, welche Jane’s Review erhalten hat, bestätigen, dass die Rebellen zwischen 2004 und 2007 mindestens zwei Landebahnen gebaut haben, auf welchen Lastflugzeuge landen können, die fähig sind, Waffen von Zentralasien oder Südostasien aus ins Kriegsgebiet im Norden Sri Lankas zu transportieren.

Während die Bilder allein nicht bestätigen, ob die Landbahnen in Gebrauch sind, legt das Anlegen von bedeutsamen Hilfsmitteln nahe, dass die LTTE Anlagen entwickelt, welche für Notwendigkeiten bei der Fluglogistik zu einer kritischen Zeit in ihInrem seit drei Jahrzehnten andauernden Krieg mit dem srilankischen Staat dienen könnten. Jane bestätigt auch, dass die LTTE wenigstens einen Versuch unternommen hat, es zu arrangieren, dass eine Lieferung von Artilleriegewehren eingeflogen werden kann. Der Versuch scheiterte indes.

indiaÜbersetzt aus der indischen Nachrichten Agentur „Indo Asian News Service“ vom 10. November 2008

Dehli – Am Montag hat ein besonderes Gericht das Gesetz der Regierung, dass die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) für weitere zwei Jahre verboten sind, ausdrücklich aufrechterhalten.

Die Bekanntmachung, mit welcher die LTTE zu einer ungesetzlichen Vereinigung erklärt wurde, wurde vom Innenminister der Koalition am 15. Mai diesen Jahres herausgegeben.

Richter Vikramjit Sen vom Obersten Gerichtshof in Delhi, welcher der besonderen, auf dem Gesetz über Rechtswiedrige Aktivitäten (zur Prävention) basierenden Verhandlung vorstand, sagte, dass es genügend Beweise gegen die srilankanischen Tamil Tiger Rebellen gäbe, um die zeitliche Ausdehnung des Verbots zu rechtfertigen.

Die LTTE ist eine militante Gruppe, welche eine gewalttätige Kampagne gegen die srilankanische Regierung seit den 70er Jahren führt, um einen separaten tamilischen Staat im nördlichen und östlichen Teil der Inselnation zu schaffen. Die Gruppe wird angeführt von V. Prabhakaran und sie wurde von verschiedenen Ländern, einschließlich der USA, als terroristische Organisation verboten.

Die LTTE war in die Ermordung des früheren indischen Premierministers Rajiv Gandhi im Mai 1991 verwickelt; die LTTE Tamil Tigers sind seit 1992 in Indien verboten.

Der beigeordnete, Zweite Kronanwalt (ASG) P.P.Malhotra, behauptete bei seinem Erscheinen vor Gericht, dass die LTTE, obwohl sie in Sri Lanka beheimatet ist, Sympathisanten und Agenten auf indischem Boden habe und dass es darum dringend notwendig ist, ihr Verbot zeitlich auszuweiten.

Übersetzt aus dem indischen Nachrichten Magazin India Today 10.09.2008

von Sandeep Unnithan

Tamil Tiger mit Patronengurten in karierten Hemden, Hosen, Slippern oder Sandalen, welche T-56 Gewehre schwingen und ihr schrumpfendes Territorium wild verteidigen. Diese visuellen Eindrücke von dem Krieg in Sri Lanka – der einzige Zugang zu einem Krieg, zu dem Journalisten nicht zugelassen sind – könnten an jedem Punkt in dem endlosen gegenseitigen Vernichtungskrieg in der Inselrepublik (und das schließt den dreijährigen Kampf der Tamil Tiger gegen die indische Friedenstruppe (IPKF) in den späten 80er Jahren des 20. Jahrhunderts mit ein)  - aufgenommen worden sein.

LTTE-Anführer Prabhakaran im Kreise seiner Offiziere

LTTE-Anführer Prabhakaran im Kreise seiner Offiziere

Aber, wartet mal, was ist denn mit jenen charakteristischen horizontalen grün und gelb gestreiften Tarnuniformen passiert, welche die Tiger vor ungefähr zehn Jahren stolz präsentiert haben?

Indische Militäranalysten sehen dafür verschiedene mögliche Gründe. Von der indischen und srilankanischen Marine gemeinsam durchgeführte Patrouillen haben die Tiger von ihrem Nachschub aus Indien  abgeschnitten und es könnte sein, dass unter anderen Schmuggelwaren der Versand von Uniformstoffen aus Rameshwaram unterbunden worden istl.

Colonel R Hariharan, ein früherer militärischer Spionageoffizier, gibt einen zweiten, plausibleren Grund: “Wenn sie Zivilkleidung tragen, dann erlaubt dies den Tigern, mit der Bevölkerung zu verschmelzen.”

Eines der quälendsten Bilder aus dem zweiten Irakkrieg vor fünf Jahren zeigte Haufen von grünen Uniformen und Militärstiefeln, als Saddam Husseins besiegte millionenstarke Baathist Armee in der Bevölkerung untertauchte.

Ein erschlagenes Mitglied des Schwarzer Tiger Selbstmordtrupps, das eine srilankanische Militäruniform trägt

Ein erschlagenes Mitglied des Schwarzer Tiger Selbstmordtrupps, das eine srilankanische Militäruniform trägt

Man glaubt, dass die Uniformen mit den charakteristischen gestreiften und aufgelösten Mustern das Geistesprodukt von Adele Ann (der in Australien geborenen Frau des verstorbenen Tiger-Ideologen Anton Balasingham) sei. Diese Uniformen werden auf Propagandabildern in großem Maße vorgeführt. Das Muster wurde eine Schablone für eine Menge von den anderen armeegrauen Streifen für die Schwarzen Tiger und himmelblau für ihre Neulinge „Vaanpuligal“ oder Luft Tiger.

Nun erweist es sich, dass sie genau das waren – nämlich Fotos, welche der zweittödlichsten Guerillastreitkraft in der Welt einen Anschein von Legitimität durch den konventionellen militärischen Stil brachten. (Ja, sie wurden seitdem von der Hizbollah überholt).

Die internationale Konvention schreibt eine Uniform vor, um einen Soldaten von einem Zivilisten zu unterscheiden, aber für einen Guerillakämpfer, für den Heimlichkeit und Listen Aktivposten sind, während er sich in der Bevölkerung bewegt, kann dies ein Hindernis sein.

Propagandafotos auf den Pro-Tiger Webseiten zeigen eine Reihe von einheitlich angezogenen Tiger-Guerillas mit runden französischen militärischen Kappen, mit einem grimmigen Oberführer Velupillai Prabhakaran, wahrscheinlich nach der üblichen letzten Mahlzeit mit dem Führer.

LTTE Kämpfer in Aktion

LTTE Kämpfer in Aktion

Wenn diese Schwarzen Tiger ihre Selbstmordangriffe ausgeführt haben – wie sie es bei dem Angriff am Dienstag taten – werden ihre verstümmelten Körper wie eine Trophäe auf der srilankanischen Webseite des Verteidigungsmilitärs www.defence.lk gezeigt. Dabei sind sie gewöhnlich in srilankanische Militäruniformen gekleidet.

Bei dem von vier Seiten aus erfolgenden Vorstoß des srilankanischen Militärs in das Kerngebiet der Tiger von Kilinochi können sie eine Menge gestreifte Uniformen am Wegesrand sehen – ohne ihre Besitzer.

Übersetzung aus der englischen Webzeitung Sri Lanka Guardian vom 8.9.08

London - Die Aktivisten der LTTE in London haben sich im Londoner Sri Selvavinayagar Tempel, der sich im Bezirk  Illford, in der Ley Straße 299, Essex IGI 4BN befindet, am 3. September 2008 getroffen, um eine Kampagne zur Spendenbeschaffung für die verbotene LTTE ins Leben zu rufen. Gemäß unseren Quellen haben etwa 20 Personen an dem Treffen teilgenommen, einschließlich des Vorsitzenden des Tempels namens Selvarajah.

Andere Quellen aus der LTTE berichten zeitgleich, dass eine Kampagne, bei der von Haus zu Haus gegangen werden soll, um Spenden zu sammeln unterwegs ist; dies mit Hilfe vieler, früherer sowie notorischer LTTE-Spendensammler. Aus bestätigenden Quellen verlautet, dass es eine interne LTTE_Entscheidung gibt, wonach wenigstens 50 Pfund pro Person von jedem tamilischen Haushalt eingetrieben werden sollen.

 

Übersetzung aus der englisch-sprachigen Webzeitung Sri Lanka Guardian vom 30.8.08

Von Deutschlandkorrespondent Lalith Ganhewa

Berlin/Colombo - Als Bundesminister des Inneren in Deutschland hat Dr. Wolfgang Schäuble eines der wichtigsten und größten Ministerämter im deutschen Kabinett inne. Dr. Schäuble ist verantwortlich für eine breite Spanne an Aufgaben, von der inneren Sicherheit, die Bekämpfung des Terrorismus, der Ausländer- und Asylpolitik, dem Verfassungsrecht, der Informationsgesellschaft bis hin zum Sport.

Kurz nach den Sommerferien des Parlaments, am 26. August, empfing Dr. Schäuble den srilankischen Botschafter in Deutschland, T.B. Maduwegedera. In seinem Büro besprachen Minister Dr. Schäuble und Botschafter Maduwegedera die bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern und die Aktivitäten der LTTE und ihrer Tarn-Organisationen in Deutschland. Der Minister war interessiert daran, zu erfahren, warum der Terror in Sri Lanka nicht schneller beendet werden kann. Maduwegedera wies den Minister darauf hin, dass die Kampfmethoden der LTTE Guerillataktik sind und nicht die Methoden einer konventionellen Armee, und dass sie unschuldige Zivilisten als menschliche Schuldschilde und menschliche Bomben benutzen würden.

Weiterhin wies der Botschafter darauf hin, dass es schwer sei für die srilankische Regierung, gegen den Terrorismus in Sri Lanka zu kämpfen, solange mächtige westliche Staaten wie Deutschland nicht klare Maßnahmen ergriffen, um die Mitteleinsammlungen der LTTE in diesen Ländern zu stoppen.

Die Bundesregierung, so Schäuble, teile die Sorge der srilankischen Regierung, was die Aktivitäten der LTTE betrifft. Bei der Bekämpfung des Terrorismus zögen die Staaten an einem Strang, was auch die Listung der LTTE auf der EU-Liste terroristischer Organisationen zeige.

Zur Frage bezüglich Schäubles Standpunkt zu den Aktivitäten der LTTE und ihrer Tarnorganisationen auf deutschem Boden, die Tamilen einschüchtern, um Spenden zu erzwingen und verschiedenste Wege nutzen, um Mittel nach Sri Lanka zu schaffen, sagte ein Ministeriumssprecher später, die Verfolgung von Straftaten in Deutschland liege grundsätzlich im Zuständigkeitsbereich der Länder und werde von diesen wahrgenommen. Zu konkreten Verbotsabsichten und -möglichkeiten äußert sich die Bundesregierung – ständiger Praxis entsprechend – nicht.

 

Übersetzung aus der englisch-sprachigen Webzeite BBC Sinhala.com vom 17.8.08

Von Roland Buerk  - BBC-Korrespondent in Sri Lanka

Colombo – Sri Lankas Militär behaupten, man habe einen Tamil-Tiger-Übungskomplex zusammen mit hunderten von  Untergrund-Bunkern eingenommen.

Das Militär sagte, dass die srilankischen Soldaten die „Jeevan Basis“ in ihre Gewalt bekommen hätten; ein Übungs- und Bunkerkomplex der Rebellen in Weli-Oya, und dies sei bereits am vergangenen Samstag geschehen, nachdem die Tiger-Kämpfer aus dem Gebiet, das sie besetzt gehalten hatten,  geflohen waren. Der Sprecher der Militärs, Brigadekommandeur Udaya Nanyakkara sagte, dass das Untergrundsystem ganze Vortragssäle sowie hunderter Bunker enthalte. Der Militärs sagte auch, dass bei den Kämpfen im übrigen Norden am Samstag 27 Rebellen sowie sieben srilankische Soldaten getötet worden seien.

Die Operationen kamen zeitweilig zum Stillstand

In den letzten Wochen haben die Truppen von Sri Lanka die Verteidigungslinien der Tamil Tiger im Norden der Insel durchbrochen und Städte, Dörfer und Stützpunkte der LTTE unter ihre Kontrolle gebracht. Minister Rambukwella sagte, dass die Operationen in einigen Gebieten zeitweilig zum Stillstand gekommen seien.

Wiederholte Versuche (des Korrespondenten), die Tiger telefonisch und per Email wegen einer Stellungnahme zu erreichen, führten in letzter Zeit nicht zum Erfolg. 

Regierungsvertreter sagten, dass man die Rebellen besiegen und den seit fünfundzwanzig Jahren andauernden Bürgerkrieg der Insel beenden wolle, bevor das Jahr zu Ende sei. Militärsprecher sagten unterdessen, dass man nun nur noch fünfzehn Kilometer von Killinochchi entfernt stehe, dem Verwaltungszentrum des schrumpfenden LTTE-Territoriums, welches noch unter der Kontrolle der Tiger ist.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass bis zu 75.000 Leute vor der unmittelbaren Front geflohen sind, und viele seit davon seit Juni begonnen hätten, sich der Stadt zu nähern (in der Hoffnung, dort Schutz zu finden).

Der Minister des Kabinetts Keheliya Rambukwella sagte, dass sich die Streitkräfte in einigen Gebieten zurückhielten, während sich die Regierung darüber Gedanken machte, wie man die Zivilisten aus diesen Gebieten herausbekommen könne.

Der Minister beschuldigte die LTTE-Tiger, dass sie die Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzen würden.

Verhältnismäßig wenige Zivilisten hätten in die von der Regierung kontrollierten Gebiete gequert, und letzte Woche hat Amnesty International behauptet, dass die Regierung jene, denen dies gelungen war, in etwas, was A.I. „de facto Haftanstalten“ nennt, gesteckt habe.

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Übersetzt aus der Indischen Tageszeitung Times of India 05.08.08

COLOMBO – Das Territorium der Tamil Tiger schrumpft kontinuierlich. Der von den Norwegern unterstützte Friedensprozess ist zeitweilig ausgesetzt. Und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass in nächster Zeit irgendwann wieder aufgenommen wird.

Westliche Diplomaten sagen, dass die Bemühungen der norwegischen Friedensvermittler zum Stillstand kämen, so lange noch die Kämpfe toben. Es sei unwahrscheinlich, dass es in der nahen Zukunft irgendwelche Fortschritte im Friedensprozess geben wird.

Obwohl aber die norwegischen Diplomaten derzeit nicht mehr in LTTE-Gebiete reisen, sind sie dennoch mit den Tamil Tigers in ständigem Kontakt. Norwegen ist auch in engem Kontakt mit Indien, und jeder in Sri Lanka stimmt darin überein, dass dies am wichtigsten sei.

Sri Lanka weiß, dass es Indien an seiner Seite behalten muss. Jedoch scheint sich Indien zum ersten Mal seit langer Zeit nicht viel darum zu bemühen, in Sri Lanka neutral zu sein. Obwohl es Pro-LTTE-Gerüchte in Tamil Nadu gibt, weigert sich Indiens Offizielle, öffentlich irgendetwas zu kritisieren, von dem sie meinten, es würde an der Kriegsfront in Sri Lanka schief laufen.

So hat der Premierminister Manmohan Singh vergangenen Freitag eine Reihe von srilankanischen politischen Kräften in Colombo auf dem SAARC-Gipfel getroffen. Unter denen, die er traf, waren auch tamilische Gruppen, welche einerseits gegen, andererseits Sympathisanten der LTTE waren. Für jeden hatte er nur eine Botschaft: Indien sähe es sehr gerne, wenn die demokratischen Kräfte in Sri Lankas Nordosten die Oberhand gewinnen würden.

In der Zwischenzeit ist der Strom der Flüchtlinge nach Indien leicht zu handhaben. Auch Neu Delhi verfolgt die LTTE unerbittlich - in Tamil Nadu und anderswo, so dass die Terroristen in Indien keine Kriegsmaterialien sammeln können. Dies ist natürlich wahre Musik in Colombos Ohren.

Tamilischen Aktivisten sowie diplomatische Quellen sagen, dass die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) in den weniger als drei Jahren, in denen sie sich Colombo mit erneut mit agressiver Kriegstreiberei entgegengestellt haben, nun verzweifelt nach Kämpfern suchten.

Nach tamilischen Quellen aus dem unruhigen Nordosten der Insel drängt die LTTE tamilischen  Familien, wenigstens eine Familienmitglied – egal, wie alt und welchen Geschlechts – die paramilitärische Laufbahn bei der LTTE einzuschlagen.

Momentan kontrolliert die LTTE ungefähr 4.000 Quadratkilometer – oder gerade sechs Prozent von Sri Lanka. Und man sagt, dass die Bevölkerung, die sich unter ihrer Kontrolle befindet, ungefähr 250.000 Menschen umfasst – lediglich 1,25 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes.

Dies ist eine gänzlich andere Situation, als es dies noch im Jahre 2005 war, als die LTTE ein großes Gebiet in Sri Lankas Norden und Osten kontrollierte. Jedoch ergriff die LTTE, nachdem der Präsident Mahinda Rajapaksa im November des Jahres die Macht übernommen hatte, die Offensive und schürte erneut einen Krieg, der bis zum heutigen Tage tobt.

Militärische Funktionäre sagen, dass in den vergangenen Jahren die Fähigkeit der LTTE zu einem Gegenangriff in größerem Stiel ernsthaft gelitten hat. Der Verlust der Gebiete im Osten bedeutet, dass die LTTE wertvollen Übungsgrund und eine Region verloren hat, in der sie vorher Kader für den Krieg rekrutieren konnten.

Während die politischen Führer Sri Lankas zugeben, dass es unmöglich sein wird, die LTTE zu „zermalmen“, so lange noch eine Spur von tamilischem Nationalismus existiert, scheint doch die LTTE im Norden verstärkt auf dem Rückzug zu sein. Aber jene, welche die LTTE kennen, warnen, dass diese nicht aufgeben werde, komme, was da wolle.

Die meisten Diplomaten sind der Ansicht, dass weder Colombo noch die LTTE Gespräche führen möchten. Es gilt als sicher, dass Colombo denkt, dass es den Krieg gewinnen werde. Und obwohl die Medien, die auf Seiten der LTTE sind, sich sehr über die Notwendigkeit zu einem Dialog auslassen, gibt es keine Garantie dafür, dass die LTTE den Dialog auch wirklich möchte.

Auf alle Fälle werden die Rufe nach Friedensverhandlungen von Colombo als verkappte Stellungnahmen pro LTTE abgetan. Der Staat weigert sich, sich das lästige Einfordern der Menschenrechten noch länger anzuhören. Den westlichen Aktivisten wird gesagt, dass sie nicht über einen bestimmten Linie hinausgehen könnten. Und wenn sie dies machten, würde man rasch darauf zu reagieren wissen.

In Sri Lanka scheint es, dass die beiden hauptsächlichen Anti-LTTE Wortführer, der vorherige, tamilische Tiger-Kommandant Karuna sowie sein Abgesandter und gleichzeitig Ministerpräsident der Östlichen Provinzen, Minister Pillayan, sich versöhnt haben. Leute, die im Osten wohnen, sagen, dass Karuna sich künftig um die Geschäfte der Partei kümmern wird, während Pilalayan sich um die Geschäfte, die sich auf die Provinzregierung beziehen, kümmern werde. Ein Zweckbündnis also.

Wie derweilen bekannt geworden, suchen die Männer von Karuna 300 desertierte LTTE-Kader, von denen sie glauben, dass sie sich in Colombo verstecken. Sie versuchen, sie mit Hilfe der Sicherheitskräfte in den tamilischen Vierteln der Hauptstadt aufzuspüren.

Zur gleichen Zeit scheint sich Sri Lanka nicht sonderlich damit zu beeilen, das politische Paket zu enthüllen, welches selbst für die gemäßigten Tamilen – im Falle einer Kapitulation der LTTE – für alle Beteiligten akzeptabel wäre.

 

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