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Von unserem LTTEwatch-Reporter aus Kandy vom 3. Januar 2009
Kandy – Touristen sind meist mit anderen Dingen zu sehr beschäftigt, um zu erkennen, wenn etwas in der Luft liegt in Sri Lanka – wie an diesem Freitag, als am frühen Nachmittag hektisches Treiben in den Strassen von Kandy einsetzt. Die normalerweise vor Passanten und Händlern förmlich überquellenden Gehsteige leerten sich plötzlich sichtbar.
Wir waren am Tag vorher zurückgekehrt aus dem Norden, hatten „gesichertes Gebiet“ besucht, die historischen Stätten Anuradhapura, Sigiriya, Dambulla und Polonnaruwa bestaunt und uns über nächtliche Helikoptergeräusche sowie das stete Brummen von Lastwagenkonvois in Richtung Norden gewundert.
An diesem friedlichen Nachmittag in Kandy dachten wir uns zunächst nichts dabei, dass die Strassen sich leerten und machten uns nach unserer ausgedehnten Shoppingtour rund um den Markt von Kandy auf den Weg ins altehrwürdige Queens Hotel – auf einen Drink an der schattigen Poolbar. Aber auch hier ungewöhnlich hektische Aktivität, der Fernseher wird hereingeschoben, von seiner Plastik-Schutzhülle befreit und angeschaltet. Auf unsere Nachfrage berichtet der Kellner, im Radio habe es geheißen, Präsident Mahinda Rajapaksa persönlich werde eine Botschaft an die Nation richten, direkt aus seinem Sekretariat.
Die Botschaft des Präsidenten, wie immer in weiß gekleidet und mit markanter roter Schärpe um den breiten Hals, ist kurz und knapp und doch kann er sich dabei ein sanftes Lächeln nicht verkneifen: Kilinochchi ist gefallen. Nach zehn Jahren ist die Rebllenhauptstadt wieder in der Hand srilankischer Truppen. Fast augenblicklich gehen draußen auf der Strasse die ersten Feuerwerkskörper los, später hören und sehen wir jubelnde Menschen, die durch die Strassen Kandys ziehen Parolen rufen und Fahnen schwenken.
Rajapaksa sagt, dies sei kein Sieg eines Nord-Süd-Konflikts, sondern dies sei ein Sieg aller Srilanker, egal ob Singhalesen, Tamilen, Malayen oder Burgher, alle jene, die an ein geeintes Vaterland glaubten.
Zwischenzeitlich wird im Queens umgeschaltet zu Al-Jazeera. Dort spricht man schon über die Folgen des Truppensiegs über die Rebellen. Indien wiederhole seine Forderung, wegen des Mordes an Rajiv Ghandi, den Rebellen-Chef Velupillai Prabhakaran auszuliefern, der noch vor wenigen Tagen höhnisch verlauten hat lassen, die Einnahme der „de-facto-Hauptstadt“ seines Tamil Eelam, seines tamilischen Staates auf srilankischem Boden, sei nichts weiter als ein wirrer Tagtraum des srilankischen Präsidenten.
Von einer Auslieferung Prabhakarans ist man noch weit entfernt, auch wenn der Bewegungsradius der Rebellen nun auf ein Gebiet von knapp 40 mal 40 Kilometer zusammengeschrumft ist. Und der Rebellenchef sich wohl tiefer in den Dschungeln des Wanni zurückziehen musste. Denn im Lande sei Prabhakaran noch, so behauptet zumindest sein einstiger Spießgeselle und mittlerweile demokratisierter Minister Karuna.

Sarath Fonseka: Funkverkehr der Terroristen abgehört
Rechtzeitig zur Ansprache des Armeechefs Sarath Fonseka wird wieder auf den Staatssender Rupavahini umgeschaltet. Fonseka ist ein Mann drastischer Worte. Er sagt, die Einnahme von Kilinochichi, in den vergangenen Wochen immer wieder als unmittelbar bevorstehend vermeldet, sei das Ergebnis harter Kämpfe und nur dem Mut seiner Truppen zuzuschreiben. Ein Euphemismus wohl, für die vielen Opfer, die dieser Feldzug bereits gekostet hat – auf beiden Seiten. Genaue Zahlen sind – wie immer – nicht zu erfahren aus dem Mund des schneidigen Generals. Prabhakaran habe nun, so der General weiter, zwei Optionen: er könne versuchen über das Meer zu flüchten – oder sich ein Beispiel an den von ihm höchstpersönlich eingeführten, berühmt-berüchtigten Selbstmordbombern nehmen und sich auf diese Weise selbst richten.
Als nächstes, so der vor Zuversicht strotzende General, stehe Mullaitivu, die andere Stadt der Rebellen an der Ostküste sowie Elephant Pass, die zweite Landverbindung nach Norden und nach Jaffna auf dem Schlachtplan. Die eigentliche Eroberung der Stadt sei nach wochenlanger Bombardierung ein Leichtes gewesen, die LTTE-Kader hätten die Stadt am Ende einfach aufgegeben. Nicht aber, ohne hastig Wassertanks und Versorgungsleitung zu sprengen und die Stadt somit unbewohnbar zu machen – außerdem habe man an vielen Stellen Sprengfallen entdecken und entschärfen können.
Genüsslich führt Fonseka noch aus, man habe zum ersten Mal direkte Funksprüche vom Rebellenchef selbst abgefangen, der sich bislang, (wohl aus Angst, man könne ihn orten und seinen Standort entdecken) noch nie persönlich dieses Kommunikationsmittels bedient habe. Prabhakaran habe getobt und geschrieen, er habe seine Kommandanten als unfähig beschimpft und damit gedroht, sie „für immer zu verlassen“. Was immer das bedeuten mag – schlecht wäre es nicht für Sri Lanka, wenn Prabhakaran einfach verschwände. Vielleicht mit dem U-Boot, das er sich, in der Stadt kursierenden solche Gerüchte, verschafft habe. Doch den Gefallen mag der LTTE-Chef – vorerst – nicht tun.
In den Abendnachrichten wird von einem erneuten Selbstmordattentat berichtet – nur eine Stunde nach der Ansprache des Präsidenten, mitten in Colombo, direkt vor dem Hauptsitz des Luftwaffenchefs Roshan Goonetilake zündet ein Selbstmordattentäter auf einem Motorrad seinen umgeschnallten Sprengsatz bei dem Versuch die Torbarrikaden zu überwinden. Drei Luftwaffenangehörige werden getötet, 41 Zivilisten zum Teil schwer verletzt. Dem Luftwaffenchef geht es gut, er hatte das Tor nur Minuten vorher passiert und war schon auf dem Heimweg. Und auch am Tag danach explodiert in der Pettah Colombos eine weitere Bombe.
Der konventionelle Krieg gegen die LTTE mag sich nach über 25 Jahren seinem bitteren Ende zuneigen – ein Ende des Terrorkrieges in Sri Lanka ist indes ist noch lange nicht abzusehen.
Übersetzt von einem Reuters Pressemeldung vom 13. November 2008
Ein Gesetzgeber, welcher für mehr als zwei Jahrzehnte mit den Guerillas gekämpft hatte, sagte am Donnerstag, dass Sri Lankas politischer Wille und militärische Planung die Tamil Tiger Rebellen besiegen wird.
Im letzten Monat verwandelte sich der Ex-Tiger Kommandeur Vinayagamoorthi Muralitharan von einem erbarmungslosen Guerilla zu einem Parlamentarier und de facto Sprecher für Präsident Mahinda Rajapaksas Plan, Macht an die tamilische Minderheit zu übertragen.
Erst vor vier Monaten wurde der Mann, der am weitesten bekannt ist unter seinem Kriegsnamen Colonel Karuna Amman, aus einem britischen Gefängnis entlassen. Er saß wegen Beschuldigungen des Passbetrugs und entkam knapp der Verfolgung wegen Kriegsverbrechen, die er in seinen Jahren als der Top Schlachtfeld-Kommandant der Tiger begangen hatte.
Jetzt erscheint er in örtlichen Zeitungen und Zeitschriften, geschmückt mit schrillen Anzügen, breit grinsend und darauf beharrend, dass er Murali genannt werden will. Das war sein Name in seiner Schulzeit.
In einem Interview mit Reuters in einem sicheren Haus in der Hauptstadt Colombo, umgeben von Elitearmee-Kommandotruppen, sagte Muralitharan, dass seine früheren Kameraden und sein einstiger Mentor, der LTTE Anführer Vellupillai Prabhakaran nahe an der Niederlage sind.
Muralitharan, auch als Colonel Karuna bekannt, erzählte Reuters in einem Interview: „Er hat keine Zukunft. Er ist ein totalitärer Politiker. Er hat sich nie von dieser Politik abgewandt. Er denkt wie ein Herzog, wie ein König. Er hat nie irgendeine andere Idee akzeptiert.“
Seit 1983 hat Prabhakaran die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) in ihrem Kampf um einen separaten Staat für Sri Lankas Minderheitstamilen angeführt, welche sich beklagen, von den seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1948 von der singhalesischen ethnischen Mehrheit geleiteten Regierungen an den Rand gedrängt zu werden.
Von 1983 bis 2004 war Muralitharan einer von Prabhakarans nächsten Stellvertretern. Die meiste Zeit hatte er 6.000 Kämpfer im östlichen Kommando der LTTE angeführt. Er war bei der am meisten in der Schlacht abgehärteten und effektivsten der gefürchteten Guerilla-Organisationen.
Aber 2004 trennte er sich von Prabhakaran und nahm seine Kämpfer mit auf die Seite der Regierung. Er gründete die Tamilische Makkal Viduthalai Pulikal (TMVP) Partei und steht an der Spitze der Liste mit den Namen von Leuten, welche die Tiger töten wollen.
Ein guter Plan
Die LTTE Politik verlangt für Abtrünnige den Tod und die Regierung geht, was seine Sicherheit betrifft, keine Risiken ein. Der Strom ging während des Interview aus und als Muralitharan einen Reporter hinaus in den Garten begleitete, wo er warten sollte, bis der Strom wiederkam, eilten ein Dutzend Soldaten herbei, um die Positionen um den Hof zu bewachen. Wenigstens vier von ihnen sammelten sich um ihn, als Stühle zum Sitzen herangebracht wurden.
Muralitharan glaubt, dass dieses Mal der Schlüssel zum Erfolg der Armee auf dem Schlachtfeld die Macht gewesen ist, welche dem Militär gewährt wurde.
Er sagte: “Alle Pläne wurden zu der Zeit von politischen Führern gemacht. Die Armee hatte keinen Einfluss. Jetzt hat unser Präsident ihr eine Menge Macht gegeben und zur gleichen Zeit hat der Sekretär für Verteidigung Gotabaya Rajapaksa einen sehr guten Plan.“
Rajapaksa, der Bruder des Präsidenten, hat eine Karriere als Offizier beim Militär gemacht und hatte sich der LTTE im Kampf gegenübergesehen. Er kämpfte dabei mit dem gegenwärtigen Armeekommandanten, den Generalleutnant Sarath Fonseka, an seiner Flanke.
Er sagte: “Dieser Plan wurde sehr gut von Sarath Fonseka ergänzt. Darum haben sie jetzt mehr Erfolg an der Kampffront. Sie haben eine Menge Gebiete eingenommen. In jeder Minute können sie Kilinochchi einnehmen.“
Dies ist die de facto Hauptstadt der LTTE und ein strategisches und symbolisches Ziel für die Regierung von Rajapaksa, welche im Januar einen seit 2002 andauernden Waffenstillstand über Bord warf und erklärte, sie würde ein für allemal die Rebellen zerstören. Wie die meisten Analytiker sagen, ist Muralitharan einer der hauptsächlichen Gründe für den Fortschritt des Militärs gewesen, da seine Kämpfer der Armee halfen, 2007 schnell große von Rebellen gehaltene Gebiete im Osten einzunehmen. Seit der Zeit hat die Armee viel von dem von den Rebellen gehaltenen Norden wieder eingenommen.
Sein Lohn dafür war ein Parlamentssitz, nachdem seine TMVP die östlichen Provinzwahlen im Mai gewonnen hatte. Menschenrechtsgruppen haben jedoch seine Ernennung kritisiert.
Rajapaksa hat einem ähnlichen Dezentralisierungsplan für den Norden das Wort gereden, nachdem erst einmal die LTTE besiegt worden ist.
Muralithan besteht darauf, dass er dem Militär keine Ratschläge erteilt. „Sie besonders brauchen nicht meinen Rat.“ Aber sein zutiefst strategisches Denken ist sehr offenkundig.
Aus dem Gedächtnis zeichnete er schnell eine Karte der Kriegszone und ihrer Straßen auf den Notizblock eines Reporters und erklärte, wie die Armee die Tiger aus Kilinochchi herausfegen und sie im östlichen Hafen von Mullaitivu in die Enge treiben würde. Er lehnte es ab, einen Zeitplan vorherzusagen.
Er sagte: “Niemand kann irgendeine Frist für den Krieg aufstellen.”
Übersetzt aus dem Sri Lanka Guardian vom 15. November 2008
Parteiquellen besagen, dass Kumarasamy Nandagopa, alias Ragu, der Privatsekretär des Ministerpräsident der Östlichen Provinz sowie eine andere, ungenante Person in Athurugiriya heute um 11.30 erschossen wurden.
Nach sehr vertrauenswürdigen Quellen innerhalb der TMVP wurde dem Sri Lanka Guardian enthüllt, dass die Ermordung das Resultat von Kämpfen innerhalb der TMVP war.
Eines der altgedienten Mitglieder der TMVP sagte dieser Zeitung telefonisch: “Wir wussten, dass Ragu und der Pressesprecher Azad Maulana gravierende Probleme wegen ihrer Macht hatten. Wir wissen nicht, ob er in den Fall verwickelt ist, aber es gibt Verdachtsmomente, dass der Konflikt mit der Ermordung zusammenhängt.“
Er fügte hinzu: “Aber die LTTE war nicht in die Ermordung verwickelt.”
Ragu war der erfolglose Kandidat bei der Wahl zum Rat der Östlichen Provinz. Er war eigentlich australischer Staatsbürger. Aber viele Mitglieder der TMVP misstrauten Ragu und meinten, er hätte noch immer zu starke Verbindungen zur LTTE.
Kürzlich wurden viele in verschiedenen Lagern im Osten verlorene TMVP Mitglieder durch die LTTE Kader, welche die TMVP infiltriert haben und sich als TMVP-Mitglieder ausgeben, getötet.
Die andere getötete Person wurde als ein TMVP Anhänger und Fahrer identifiziert. Die Polizei und Augenzeugen sagten, dass beide in einem Volvo erschossen wurden.
Ragu war der rechte Hand des Ministerpräsident der Östlichen Provinz Sivanesathurai Chanthirakanthan, alias Pillaiyan, und sein Tod ist ein schwerer Schlag für seine Administration. Es ist ähnlich wie nach dem Tod von Anton Balasingham, dem einstigen Chefunterhändler der LTTE, als Prabhakaran eine Krise der politischen Stabilität erlitt. Jetzt sieht sich Pillaiyan ähnlichen Herausforderungen für seine Verwaltung und Karriere gegenüber. Er könnte gezwungen werden, sich an den pensionierten Colonel Karuna Amman zu werden, der jetzt das Murali Mitglied des Parlaments ist. Auf die Weise könnte er ein gewisses Niveau an poltischer Stabilität für die Östliche Provinz wiedererlangen. Das lässt den Verdacht entstehen, dass diese Ermordung die Unterstützung von Karuna und vielleicht auch anderen Elementen innerhalb der srilankanischen Regierung hat.
Interne Kämpfe zwischen den Karuna und Pillaiyan Cliquen der TMVP haben kürzlich die Partei geschwächt. Dieser hauptsächliche Schlag für die Pillaiyan Clique gibt Karuna eine klare Gelegenheit, seine Vorherrschaft über die Partei zu behaupten. Mit seinen Aufforderungen an die Regierung, die Anhänger von Pillaiyan zu entwaffnen, könnte Karuna bald dazu übergehen, Pillaiyan in eine untergeordnete Rolle zu zwingen, – so wie er es auch war, als er eine niedere Stellung in der frühen TMVP einnahm. Dies könnte der TMVP und der Östlichen Provinz insgesamt größere Stabilität bringen, aber es wird auch ein großer persönlicher Erfolg für Karunas politische Karriere sein.
In einem Interview mit dem Radio BBC tamilische Welle, sprach Pillaiyan geschockt von dem Tod seines Weg-Genossen, aber er hat nicht behauptet, dass die LTTE oder irgendjemand anderer an dessen Tod schuld wäre. Jedoch hat er indirekt gesagt, dass sich die Leute, die für den Tod seines Sekretärs verantwortlich sind, wohl seiner Östlichen Verwaltung widersetzen würden.
Übersetzt von der Webseite „Tamils for Democracy“ 2008
Verfasst von Uthum Kurukulasooriya
Die srilankanischen Streitkräfte werden andauernd von dem srilankanischen Publikum und der SLMM deswegen kritisiert, weil sie paramilitärischen Gruppen wie der Thamil Makkal Viduthuley Pulikal (TMVP) erlaubt, in der Öffentlichkeit Waffen zu tragen, aber ist es den ranghohen militärischen Beamten noch nicht eLTTE, Tamilische Truppen, Osten Sri Lankaingefallen ist, den fähigen und bereitwilligen paramilitärischen Mitgliedern zu erlauben, in die srilankanische Armee einzutreten.
Viele argumentieren, dass ein solcher Schachzug der LTTE helfen würde, sich leicht in die srilankanischen Streitkräfte einzuschleichen und geheime Informationen er erlangen. Jedoch würde eine systematische Integration von loyalen Truppenkadern nachdem einem angemessenen Training in Ethik und militärischem Protokoll der srilankanischen Armee mehr nützen als ihr schaden.
Die Aussicht, dass tamilische Soldaten Seite an Seite mit ihren singhalesischen Kameraden auf den Straßen patrouillieren wäre wirklich etwas sehr Positives. Zivilisten wären weniger der Streitkräfte überdrüssig und sie würden beginnen, ihnen mehr zu vertrauen, weil es tamilische Soldaten in dem Gebiet gäbe, auf die sie sich besser beziehen könnten.
Dies würde vielleicht effektiv gegen die seit Jahrzehnten andauernde gegen die Armee gerichtete Einstellung des tamilischen Volkes wirken. Tamilische Truppen wären besonders effektiv beim Dienst in den Garnisonen im Nordosten. In diesen Gebieten gibt es eine große Sprachbarriere zwischen den Regierungstruppen und den tamilischen Zivilisten. Darum ist ein Tamil sprechendes Sicherheitspersonal in der heutigen feindlichen Umgebung von besonderer Bedeutung.
Außerdem wäre eine weniger feindliche Bevölkerung für die Streitkräfte von größerem Nutzen. Achtsame Zivilisten, welche wertvolle Informationen über Aktivitäten der LTTE besitzen, könnten sich bereitwilliger melden und der Armee Hinweise und Information liefern. Dies wäre den verbesserten Beziehungen zwischen dem Militär und den tamilischen Zivilisten geschuldet. Das Rekrutieren von ethnischen tamilischen Truppen würde eine bedeutsame Rolle spielen, wenn solche Beziehungen herzlich wären.
Vermischte Einheiten mit unterschiedlichen Rassen wären ein Pluspunkt für die srilankanische Armee. Gemäß der Armeeverordnungen kann es keine Diskriminierung irgendeiner rassischen Gruppe geben, wenn es an das Rekrutieren geht. Jedoch ziehen es die meisten Tamilen vor, sich überhaupt nicht für die Streitkräfte zu bewerben. Darum muss etwas getan werden, um den Mythos „Sinhalesische Armee“ zu entlarven, dass die Armee nichts anderes als eine „Sri lankanischen Armee“ ist.
Was kann die Armee also tun, wenn die Tamilen an erster Stelle unwillig sind, zur Armee zu gehen? Wenn die TMVP und anderen tamilische Bürgerwehren in die Armee integriert werden, dann wird dies bestimmt das Bild der Armee für die gewöhnlichen Tamilen positiver machen, und das wird ein guter Anfang sein. So wie die srilankanische Armee letztes Jahr ihr erstes ganz aus Moslems bestehendes Regiment gebildet hat, so sollte sie nun in Betracht ziehen, tamilische Regimenter und Bataillone zusammenzustellen.
Die TMVP und die anderen tamilischen paramilitärischen Organisationen sollten den Kern von solchen militärischen Formationen bilden. Es gibt auch einige tamilische Offiziere und NCOs, welche gegenwärtig in der Armee dienen, und man sollte sie für Verwaltungsaufgaben in solchen Formationen in Betracht ziehen. Vielleicht wären die Tamilen geneigter, in der Armee zu dienen, wenn sie ihre eigenen tamilischen Regimenter hätten, bei denen sie dienen könnten.
Die Tamilen würden bestimmt stolz sein, wenn sie sich für ein tamilisches Regiment einschreiben können, dass einen tamilischen Namen trägt und von tamilischen Kommandanten und Offizieren angeführt wird, welche in von Tamilen beherrschten Gebieten operieren, wobei sie die Aufgabe hätten, die gewöhnlichen tamilischen Leute zu beschätzen und sich um ihr Wohl zu kümmern.
Aber wenn sich die Tamilen in großer Zahl bei der Armee einschreiben, dann solte das Militär auf die Dauer seine Zeit darauf verwenden, vermischte Einheiten zu schaffen, weil dies professioneller ist, wie es die meisten modernen Soldaten auf der ganzen Erde tun. Sie führen gegenwärtig ethnisch unterschiedliche militärische Formationen ins Feld. Im Augenblick ist es für die Armee notwendig, das Militär für die tamilischen Leute anziehender zu machen, und die Möglichkeit einer systematischen Integration der TMVP und anderer tamilischen paramilitärischen Organisationen mit angemessenem Training sollte verfolgt werden.
Schließlich wird ein solcher Schachzug helfen, eine sich immer mehr verstärkende und gegen den Extremismus der LTTE gerichtete Brücke zwischen den singhalesischen und den tamilischen Gemeinschaften hervorzubringen. Dieser Schachzug wird auch dazu dienen, die LTTE weiter zu entfremden, weil dann der Staat und das Militär nicht länger „exklusiv singhalesisch“ sind, wie es die LTTE gerne behauptet.

Ost-Ministerpräsident Chandrakanthan: Waffenstillstand wäre eine KatastropheÜbersetzt von der Webseite BBC Sinhala.com vom 09. November 2008
„Es ist ein weitverbreiteter Irrlaube, dass Indien Sri Lanka einen Waffenstillstand aufzwingen will!“ Dies sagte der hauptsächliche Minister der östlichen Provinz, Skivanesathurai Chandrakanthan, der besser bekannt ist als Pillayan. Er sagte vor einer Versammlung in Kalmunai, dass so ein Waffenstillstand eine von niemanden wünschenswerte, „katastrophale“ Situation im Osten schaffen würde.
Er sagte: “Die Einzelheiten der Entwicklung in der östlichen Provinz sind den indischen Politikern offenbar nicht bekannt, und der Mangel an vollständigem Verständnis ist die Ursache dafür, dass die Änderungen, die sich im Osten ergeben, nicht richtig zur Kenntnis gelangen. Vor diesem Hintergrund gibt es eine große Erwartung, dass ein Waffenstillstand wegen des Drucks durch die Inder oder andere ausländische Kräfte verkündet werden muss.“
Der Ministerpräsident der Ostprovinz hielt seine Rede bei einem durch das Bildungsministerium der Provinz organisierten kulturellen Fest. Vorher hatten Politiker im südlichen indischen Staat Tamil Nadu die indische Regierung aufgefordert, Verhandlungsführer bei einem Waffenstillstand zwischen der LTTE und der srilankanischen Regierung zu sein.
Bemerkt sei, dass die Politiker von Tamil Nadu bislang ihre Drohung nicht in die Tat umgesetzt haben, sich im Falle, dass die Zentralregierung sich weigere, sich als Partei aus dem Parlament zurückzuziehen.
Indiens Sorgen
Indien hat stattdessen angekündigt, lebensnotwendige Vorräte für die tamilischen Zivilisten zwischen den Fronten ins Wanni zu schicken.
Nach den mit Präsident Rajapaksas besonderem Abgesandten (sein älterer Bruder – Anm. der Red.) Basil Rajapaksa in Delhi, Indien, abgehaltenen Treffen mit hohen Regierungsvertretern, hat Indien angekündigt,insgesamt 800 Tonnen lebensnotwendiger Vorräte für die im Konflikt in Wanni gefangenen Zivilisten zu schicken. Eine bilaterale Erklärung hat dabei einerseits die Notwendigkeit unterstrichen, „mit Entschlossenheit“ gegen den Terrorismus vorzugehen, andererseits aber auch die Notwendigkeit einer „politischen Lösung“ für Sri Lankas ethnischen Konflikt wiederholt.
Sri Lankas größte Opposition, die Vereinte Nationale Partei (UNP) hat zusammen mit den lokalen Medien gesagt, dass Indien Sri Lanka gezwungen habe, in Verhandlungen über einen Waffenstillstand mit der LTTE einzutreten.
Der Ministerpräsident Pillayan erwiderte: „Wenn solch’ eine Situation entstünde, würden die vielen positiven Veränderungen, die im Osten stattfinden würden, zu einem abrupten Ende gebracht und die Situation würde wieder in die Katastrophal kippen.“
TMVP -Chef: Keine “internen Parteistreitigkeiten”

Karuna: Mordanschläge im Osten nicht Resultat von Flügelkämpfen sondern von Infiltration durch LTTE.
In der Zwischenzeit sag Karuna: “Die Tötungen im Osten sind nicht das Resultat von internen Kämpfen innerhalb der TMVP!“ Er verneinte damit Spekulationen um angeblich heftig tobende Flügelkämpfe innerhalb seiner Partei und um seine Person.
Karuna ist Vize-Chef der ehemals paramilitärischen, jetzt politischen Partei TMVP (Tamile Makkal Viduthalai Puligal).
TMVP Anführer Vinayagamurthy Muralitharan (Karuna), der nun ein ordentliches Mitglied des Parlaments ist, sagte der BBC Sandeshaya (Sinhalesische Sendung), dass man nun Hilfe beim Militär gesucht habe, um die weitere „Infiltrationsversuche der TMVP durch die LTTE“ zu unterbinden.
Er fügte hinzu, dass mindestens 11 TMVP Mitglieder im letzten Monat erschossen worden seien.
In einem früheren Interview mit der BBC Sandeshaya, sagte das Parlamentsmitglied Muralitharan, dass disziplinäre Maßnahmen gegen Mitglieder der TMVP unternommen würden. Einige TMVP-Mitglieder waren beschuldigt worden, einen Angriff auf ein vom Ministerpräsident geführtes Büro durchführen zu wollen.
Übersetzt aus der Indischen Tageszeitung Times of India 05.08.08
COLOMBO – Das Territorium der Tamil Tiger schrumpft kontinuierlich. Der von den Norwegern unterstützte Friedensprozess ist zeitweilig ausgesetzt. Und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass in nächster Zeit irgendwann wieder aufgenommen wird.
Westliche Diplomaten sagen, dass die Bemühungen der norwegischen Friedensvermittler zum Stillstand kämen, so lange noch die Kämpfe toben. Es sei unwahrscheinlich, dass es in der nahen Zukunft irgendwelche Fortschritte im Friedensprozess geben wird.
Obwohl aber die norwegischen Diplomaten derzeit nicht mehr in LTTE-Gebiete reisen, sind sie dennoch mit den Tamil Tigers in ständigem Kontakt. Norwegen ist auch in engem Kontakt mit Indien, und jeder in Sri Lanka stimmt darin überein, dass dies am wichtigsten sei.
Sri Lanka weiß, dass es Indien an seiner Seite behalten muss. Jedoch scheint sich Indien zum ersten Mal seit langer Zeit nicht viel darum zu bemühen, in Sri Lanka neutral zu sein. Obwohl es Pro-LTTE-Gerüchte in Tamil Nadu gibt, weigert sich Indiens Offizielle, öffentlich irgendetwas zu kritisieren, von dem sie meinten, es würde an der Kriegsfront in Sri Lanka schief laufen.
So hat der Premierminister Manmohan Singh vergangenen Freitag eine Reihe von srilankanischen politischen Kräften in Colombo auf dem SAARC-Gipfel getroffen. Unter denen, die er traf, waren auch tamilische Gruppen, welche einerseits gegen, andererseits Sympathisanten der LTTE waren. Für jeden hatte er nur eine Botschaft: Indien sähe es sehr gerne, wenn die demokratischen Kräfte in Sri Lankas Nordosten die Oberhand gewinnen würden.
In der Zwischenzeit ist der Strom der Flüchtlinge nach Indien leicht zu handhaben. Auch Neu Delhi verfolgt die LTTE unerbittlich - in Tamil Nadu und anderswo, so dass die Terroristen in Indien keine Kriegsmaterialien sammeln können. Dies ist natürlich wahre Musik in Colombos Ohren.
Tamilischen Aktivisten sowie diplomatische Quellen sagen, dass die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) in den weniger als drei Jahren, in denen sie sich Colombo mit erneut mit agressiver Kriegstreiberei entgegengestellt haben, nun verzweifelt nach Kämpfern suchten.
Nach tamilischen Quellen aus dem unruhigen Nordosten der Insel drängt die LTTE tamilischen Familien, wenigstens eine Familienmitglied – egal, wie alt und welchen Geschlechts – die paramilitärische Laufbahn bei der LTTE einzuschlagen.
Momentan kontrolliert die LTTE ungefähr 4.000 Quadratkilometer – oder gerade sechs Prozent von Sri Lanka. Und man sagt, dass die Bevölkerung, die sich unter ihrer Kontrolle befindet, ungefähr 250.000 Menschen umfasst – lediglich 1,25 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes.
Dies ist eine gänzlich andere Situation, als es dies noch im Jahre 2005 war, als die LTTE ein großes Gebiet in Sri Lankas Norden und Osten kontrollierte. Jedoch ergriff die LTTE, nachdem der Präsident Mahinda Rajapaksa im November des Jahres die Macht übernommen hatte, die Offensive und schürte erneut einen Krieg, der bis zum heutigen Tage tobt.
Militärische Funktionäre sagen, dass in den vergangenen Jahren die Fähigkeit der LTTE zu einem Gegenangriff in größerem Stiel ernsthaft gelitten hat. Der Verlust der Gebiete im Osten bedeutet, dass die LTTE wertvollen Übungsgrund und eine Region verloren hat, in der sie vorher Kader für den Krieg rekrutieren konnten.
Während die politischen Führer Sri Lankas zugeben, dass es unmöglich sein wird, die LTTE zu „zermalmen“, so lange noch eine Spur von tamilischem Nationalismus existiert, scheint doch die LTTE im Norden verstärkt auf dem Rückzug zu sein. Aber jene, welche die LTTE kennen, warnen, dass diese nicht aufgeben werde, komme, was da wolle.
Die meisten Diplomaten sind der Ansicht, dass weder Colombo noch die LTTE Gespräche führen möchten. Es gilt als sicher, dass Colombo denkt, dass es den Krieg gewinnen werde. Und obwohl die Medien, die auf Seiten der LTTE sind, sich sehr über die Notwendigkeit zu einem Dialog auslassen, gibt es keine Garantie dafür, dass die LTTE den Dialog auch wirklich möchte.
Auf alle Fälle werden die Rufe nach Friedensverhandlungen von Colombo als verkappte Stellungnahmen pro LTTE abgetan. Der Staat weigert sich, sich das lästige Einfordern der Menschenrechten noch länger anzuhören. Den westlichen Aktivisten wird gesagt, dass sie nicht über einen bestimmten Linie hinausgehen könnten. Und wenn sie dies machten, würde man rasch darauf zu reagieren wissen.
In Sri Lanka scheint es, dass die beiden hauptsächlichen Anti-LTTE Wortführer, der vorherige, tamilische Tiger-Kommandant Karuna sowie sein Abgesandter und gleichzeitig Ministerpräsident der Östlichen Provinzen, Minister Pillayan, sich versöhnt haben. Leute, die im Osten wohnen, sagen, dass Karuna sich künftig um die Geschäfte der Partei kümmern wird, während Pilalayan sich um die Geschäfte, die sich auf die Provinzregierung beziehen, kümmern werde. Ein Zweckbündnis also.
Wie derweilen bekannt geworden, suchen die Männer von Karuna 300 desertierte LTTE-Kader, von denen sie glauben, dass sie sich in Colombo verstecken. Sie versuchen, sie mit Hilfe der Sicherheitskräfte in den tamilischen Vierteln der Hauptstadt aufzuspüren.
Zur gleichen Zeit scheint sich Sri Lanka nicht sonderlich damit zu beeilen, das politische Paket zu enthüllen, welches selbst für die gemäßigten Tamilen – im Falle einer Kapitulation der LTTE – für alle Beteiligten akzeptabel wäre.




