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Übersetzt aus der kanadische Tageszeitung „The Nation“ vom 13. Januar 2009
Von Blake Lambert
Toronto - Zwischen Einkaufszentren und industriellen Gebieten im Osten dieser Stadt steht das frühere Büro der Welt-Tamilen-Bewegung, einer Tarnorganisation für die Befreiungstiger von Tamil Eelam.
Seine Glasfront verrät nichts von seiner Vergangenheit als eine Spendensammelorganisation für die Tamil Tiger oder als eine angebliche wohltätige Organisation für die im Gebiet von Toronto lebenden Tamilen.
Das einzige Zeichen, dass es in der Vergangenheit belegt war, ist eine Sperrvorrichtung für Immobilien, die an den Briefkasten geklammert und voll von Exemplaren der „Viduthalai“ ist , einer nationalistischen tamilischen Tageszeitung.
Aber das verlassene Gebäude zeigt, wie sich die Beziehung zwischen Kanada, seiner tamilischen Gemeinschaft und den Tamil Tigern ändert.
Seit den antitamilischen Aufständen in Colombo und im südlichen Sri Lanka im Jahre 1983 sind Zehntausende von Tamilen nach Kanada ausgewandert. Von den geschätzten 300.000 Tamilen im Land, der größten Gemeinschaft in der Diaspora, leben mehr als zwei Drittel im Gebiet von Toronto.
David Poopalapillai, der nationaler Sprecher für den Kanadischen Tamilischen Kongress, sagte: “Kanada hat den Tamilen Gutes getan. Es hat sie aufgenommen und ihnen neue Hoffnung und ein neues Leben gegeben.“ Und auch die daheimgebliebenen Tamil Tiger, wie man nunmehr mit Recht behaupten kann, haben damit einen großen Aufschwung erleben dürfen.
Ihr Netzwerk kaufte Grundstücke, einschließlich eines Tempels, und Verwandte der Führungsriege ließen sich in Torontos Ostens nieder.
Martin Collacott, welcher von 1982 bis 1986 in Sri Lanka als Kanadas Botschafter diente und gegenwärtig ein altgedientes Mitglied des Fraser Instituts ist (= eine konservative strategische Denkfabrik) meint, dass sein Land zu den tamilischen Flüchtlingen außergewöhnlich großzügig war.
Der Aussschuß für Einwanderung und Flüchtlinge gewährte männlichen Tamilen zwischen 10 und 45 Jahren und weiblichen Tamilen zwischen 13 und 30 Jahren, welche von Gebieten Sri Lankas kamen, die von den Tamil Tigern kontrolliert wurden, fast automatisch die Aufenthaltserlaubnis, sagt Martin Collacott.
Er sagte auch, dass die Profile hinsichtlich des Alters und der Geschlechtszugehörigkeit zufällig identisch mit denen der Guerillas sind. Das Einwanderungsprofil gab den Tigern Grund zu glauben, dass sie die einzigen Repräsentanten der tamilischen Gemeinschaft in Kanada wären.
Namu Ponnambalam, der Sohn eines Generalsekretärs der Kommunistischen Partei der nördlichen Region von Sri Lanka, der in Toronto lebte, sagte, dass die Tiger versuchen, die demokratischen Stimmen in der tamilischen Gemeinschaft zu vernichten: “Um eine nur aus einer Person bestehende Führungsriege aufzubauen, mussten sie die anderen Führer töten.” Nach Ponnambalams Meinung sind die Tamil Tiger wegen ihrer gewalttätigen Taten und keineswegs wegen der öffentlichen Unterstützung die dominierende Kraft in der tamilischen Gemeinschaft.
Diejenige, welche die Tiger gewalttätig durchsetzen, haben das Auto eines Mannes verbrannt, einen tamilisch-kanadischen Journalisten angegriffen und den Herausgeber einer tamilischen Zeitung so eingeschüchtert, dass er die Veröffentlichung einstellte.
Und um Dissidenten zu unterdrücken, wird auch Erpressung angewandt.
Nach einem Bericht der Human Rights Watch von 2006 ist Kanada eine der hauptsächlichen Quellen für die Spendensammlungen, die als militärischer Etat für die Tamil Tiger dienten. Kanada hat seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts pro Jahr Millionen Dollar für Waffen für die LTTE-Terroristen geliefert.
Spenden kamen von wohltätigen Organisationen und Vereinen, welche als Tarnorganisationen operierten, und Spenden wurden Einzelpersonen entlockt, indem man von Haus zu Haus ging und sie dazu erpresste. Dies beschreibt der Human Rights Watch-Bericht und zitiert dabei Vereine ebenso wie kanadische Behörden.
Viele tamilischen Kanadier unterstützen bereitwillig die Rebellen, aber eine bedeutende Minderheit fühlt, dass ihnen kaum eine andere Wahl bleibt, als Geld zu geben um ihren persönlichen Frieden zu haben.
Ponnambalam sagt, dass das Wissen der Gruppe über die Familie einer Person in Sri Lanka und Kanada den Unentschlossenen Angst einflößen kann. Oder wie ihn ein Tiger-Unterstützer warnte: „Wir werden uns um dich kümmern, wenn du nach Hause kommst.“
Nach Human Rights Watch wurde einigen tamilischen Kanadiern gesagt, wenn sie kein Geld gäben, dann könnten sie nicht mehr in die von den Tigern gehaltenen Gebiete in Sri Lanka zurückkehren, um ihre Familien zu besuchen.
Der Bericht von 2006 stellte fest, dass den tamilischen Kanadiern, welche Sri Lanka besuchten, ein kanadischer Dollar pro Tag für die Zeit, die sie in Kanada gelebt hatten, als „LTTE-Steuer“ auferlegt wurde.
Bis zu diesem Tag bleibt der Kanadische Tamilische Kongress kritisch hinsichtlich der Entdeckungen von Human Rights Watch.
Poopalapillai sagt: “Ich denke, dass sie ihre Hausaufgaben nicht sehr gut erledigt haben.” Er wies auf die Abhängigkeit des Berichts auf anonyme Quellen hin.
Ponnambalam sagt, dass der Bericht, obwohl er die Ziele der Erpressung nicht nannte, auf die mit Angst und Einschüchterung zusammenhängenden Probleme in der tamilischen Diaspora in westlichen Ländern hinwies. “Es gibt uns genug Unterstützung, um zu sagen, wie schlimm die Situation in Toronto ist.” Zufall oder nicht, drei Wochen nach der Veröffentlichung des Berichts von Human Rights Watch führte Ottawa die Tamil Tiger als eine terroristische Vereinigung auf.
Collacott nannte es eine Skandal, weil Kanadas Geheimdienstabteilungen das Verbot mehr als einmal der regierenden Liberalen Partei empfohlen hatten, aber stets abgeblitzt waren. Er wies darauf hin, dass die liberalen Mitglieder des Parlaments Veranstaltungen beiwohnten, auf denen die Tamil Tiger gefördert wurden.
Übersetzt aus der kanadischen Tageszeitung „National Post“ vom 19. November 2008
Toronto - Das Einkaufszentrum vom Freiheitsplatz hat einen südasiatischen Laden für allerlei Lebensmittel und einen Zweig der Toronto Öffentlichen Bibliothek, aber der Inhaber, der diese belebte, schmale Einkaufspromenade zu einem internationalen schlechten Ruf gebracht hat, ist über einem Juwelierladen.
Die Tamilische Rehabilitationsorganisation (TRO) arbeitet in einem beengten Büro in der zweiten Etage mit einer großen kanadischen Flagge über dem Fenster. Und während ihre offizielle Mission humanitär ist, verdächtigen sie Regierungen dreier Länder, dass sie einem anrüchigeren Zweck dient.
Die RCMP Antiterror-Ermittler und die Wohlfahrtsbeamten des kanadischen Finanzbüros beschuldigen die Gruppe, Verbindungen mit den srilankanischen separatistischen Guerillas, genannt die Befreiungstiger von Tamil Eelam (besser bekannt als die Tamil Tiger), zu haben.
Der Chef des kanadischen Wohlfahrtsamtes schrieb in einem Brief an die Gruppe: “Wir glauben, dass es vernünftige Gründe dafür gibt, dass man sich Sorgen darüber machen sollte, dass die TRO (Kanada) in einer Weise operiert, die in Konflikt mit der öffentlichen Politik Kanadas steht. Genauer gesagt, scheint es Grund zu geben, dass man schließen kann, dass die TRO (Kanada) als Teil eines Unterstützungsnetzwerkes für die terroristische Organisation Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) funktioniert. Inzwischen hat das Schatzamt der Vereinigten Staaten im letzten Jahr die Konten des Büros der Tamilischen Rehabilitationsorganisation in Toronto eingefroren. Es hat festgestellt, dass die Organisation Teil eines internationalen Netzwerkes ist, welches „seine Operationen als wohltätig ausgibt, aber tatsächlich Spenden für eine als terroristisch gekennzeichnete Gruppe, die für abscheuliche Taten verantwortlich ist, sammelt.“
Am Donnerstag hat Sri Lanka die Bankkonten der Organisation in dem Land beschlagnahmt. Der Grund dafür war, dass auf dem Konto 800.000 Dollar waren, die teilweise von „TRO Filialen an verschiedenen ausländischen Orten“ gesammelt „und hauptsächlich benutzt worden waren, um terroristische Aktivitäten zu finanzieren.“
Die Konservativen sind noch nicht tätig geworden und die Gruppe operiert weiter in Kanada, aber eine der Entscheidungen, denen sich der neue Minister für öffentliche Sicherheit Peter Van Loan gegenübersieht, wird es sein, ob man die TRO als eine terroristische „Einheit“ kennzeichnet, die unter das Anti-Terror-Gesetz fällt, was die TRO dann zwingen würde, ihre Organisation in Kanada aufzugeben.
Bundesbeamte haben abgelehnt zu sagen, ob sie vorbereiten, die TRO Kanadas offizieller Liste von Terror-Gruppen hinzuzufügen. Stéphane Thérien, ein Sprecher für Öffentliche Sicherheit in Kanada sagte: „Es wäre für mich unangemessen, darüber zu kommentieren, bei welchen Gruppen untersucht wird, ob sie auf die Liste gehören. Der Einschätzungsprozess für die neu aufzuführenden Gruppen ist im Gange.“

Foto: Aaron Lynett / National Post - Raj Gunnathan, Präsident und Koordinator der Tamilischen Rehabilitationsorganisation in Kanada stellt sich in seinem Büro im oberen Stockwerk des Liberty-Square-Einkaufszentrums an der Eglinton und Kennedy Straße in Position
Raj Gunanathan, der Präsident der TRO Kanada sagte, er fürchte, dass dies passieren könne, aber er wäre schon seit langem mit dieser Art von Behauptungen konfrontiert. Sie begannen, als die Gruppe ein Geschäft in Toronto vor mehr als einem Dutzend Jahren eröffnete. Seit der Zeit haben Beamte des kanadischen Sicherheits-Nachrichtendienstes wiederholt sein Büro besucht. Hr. Gunanathan sagte in einem Interview: „Sie kamen gewöhnlich wenigstens einmal im Jahr.“ Er sagte, dass er den Nachrichtenbeamten gesagt habe: „Bitte kommen Sie und nehmen Sie an den Sitzungen unseres Ausschusses teil oder schicken Sie jemanden, der an den Sitzungen der Direktoren teilnimmt, und dann werden Sie keinen Zweifel mehr über das haben, was wir tun.“
Die Tamilische Rehabilitationsorganisation zeigt das offen, was sie macht: Sie sammelt Geld in Kanada und schickt es an die von den Rebellen gehaltenen Gebiete von Sri Lanka. Das Geld geht an das TRO Hauptquartier, welchem man vertraut, dass es humanitäre Hilfe biete. Beweisen aber, kann er das nicht.
Das TRO Hauptquartier in Sri Lanka wird durch die Tamil Tiger kontrolliert, eine verbotene terroristische Organisation nach kanadischem Gesetz. Während dies die TRO auf die falsche Seite von Kanadas Terrorismusfinanzierungs-Regeln stellen könnte, argumentiert Hr. Gunanathan, dass es keine andere Möglichkeit gäbe, um den Hunderttausenden, die durch den Bürgerkrieg vertrieben wurden, humanitäre Hilfe zukommen zu lassen.
Der frühere srilankanische Erziehungsbeamte, der in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts nach Kanada kam, nachdem er in Nigeria als Lehrer gearbeitet hatte, sagte: „Sollen wir zulassen, dass sie verhungern und sterben? Wir müssen ihnen das Lebensnotwendige liefern. Wir müssen jene Leute ernähren.“
Die Tamilische Rehabilitationsorganisation erwuchs aus dem Bürgerkrieg, der 1983 in Sri Lanka ausbrach, als die Tamil Tiger eine bewaffnete Kampagne um Unabhängigkeit für die ethnische tamilische Minderheit des Landes begann. Als die tamilischen Flüchtlinge nach Südindien flohen, um den Kämpfen und ethnischen Krawallen zu entkommen, wurde die TRO gebildet, um ihnen zu helfen. Später zog die Hilfsgruppe in die von den Rebellen gehaltenen Gebiete von Sri Lanka um, um den vom Krieg betroffenen Zivilisten Hilfe zu geben.
Bald erschienen Büros in der ganzen Welt, in Städten mit großen ethnischen tamilischen Gemeinschaften, wie z.B. Toronto. Die Gruppe wurde 1995 eine eingetragene Ontario Wohlfahrtsorganisation. Im gleichen Jahr bewarb sie sich bei der Bundesregierung, um den Status als Wohlfahrtsorganisation zu bekommen.
Diese Bewerbung wurde abgelehnt, aber die Gruppe bewarb sich 1997 ein zweites Mal. Wieder lehnte die Regierung ab und zitierte dabei die „offenbare nahe Verbindung“ zwischen der humanitären Gruppe und den tamilischen Rebellen.
Nach dem südasiatischen Tsunami 2004 reichte Hr. Gunanathan noch eine weitere Bewerbung um den Status einer Wohlfahrtsorganisation ein. Am 1. Juni 2006 antwortete das kanadische Finanzbüro mit einem Absagebrief von 17 Seiten. Er wurde unterschrieben von der kanadischen Wohlfahrts-Direktorin Elizabeth Tromp. In dem Brief stand, dass die „TRO (Kanada) innerhalb der umfassenden Struktur der LTTE zu operieren scheint“.
Fr. Tromps Hauptsorge schien es zu sein, dass das TRO Büro in Kanada das gesammelte Geld an das TRO Hauptquartier in dem von den Rebellen gehaltenen Teil Sri Lankas schicks. Fr. Tromp schrieb in ihrem Brief: „Die Übereinstimmung von zahlreichen und verschiedenen Quellen, die wir nachgeprüft haben, zeigt, dass die TRO Spenden zur Unterstützung der LTTE sammelt.“
Hr. Gunanathan sagt, dass seine Organisation der TRO in Sri Lanka Geld geschickt habe – allein 1,2 Millionen Dollar in den Monaten nach dem Tsunami -, aber dass es für Schulen, zeitweilige Unterkünfte und Nahrung für die durch den Krieg Vertriebenen gebraucht wurde.
Hr. Gunanathan sagt: “Wenn man in den von der LTTE kontrollierten Gebieten arbeiten, dann kontrollieren sie einen natürlich. Sie sind eine de facto Regierung. Das bedeutet nicht, dass diese Leute Geld für Waffen geben.“
Mister Gunanathan wurde eine RCMP beeidete Erklärung, welche am Bundesgericht eingereicht worden war und in der die Tamilische Rehabilitation als eine „Suborganisation“ der Rebellen bezeichnet wurde, gezeigt und er behauptet, dass er das Dokument nie zuvor gesehen habe.
Die beeidete Erklärung stellt fest, dass die RCMP Antiterror-Einheit Beweise hinsichtlich der TRO fand, während sie eine andere kanadische Gruppe – die Welttamilenbewegung (WTM) untersuchte, von der vermutet wurde, dass sie direkte Verbindungen zu den Rebellen habe.
Während sich das RCMP Integrierte Nationale Exekutiv-Team 2006 um die Durchsetzung von Strafbefehlen kümmerte, stieß sie auf Quittungen für zwei Bank-Transfers an die TRO mit einer Gesamtsumme von 83.000 Dollar. Nach der Polizei stand auf den Quittungen: „Spenden für die LTTE in Killinochchi, Sri Lanka“.
Die RCMP Obergefreite Shirley Davermann schrieb, dass das Geld “tatsächlich an die LTTE in Sri Lanka geschickt worden war. Aber Mister Gunanathan sagt, dass er den Polizeibericht bezweifelt. Er sagt: „Es ist ein falscher Bericht. Wenn irgendjemand Spenden an die LTTE schickt und schreibt `Wir schicken der LTTE Geld`, dann wäre dieser Satz der Höhepunkt an Absurdität.“
Die von der RCMP beeidete Erklärung beschreibt auch die Verbindungen zwischen der Tamilischen Rehabilitationsorganisation und der Welttamilenbewegung, welche früher in diesem Jahr von der Polizei verboten worden war, da sie angeblich die Rebellen sponsorte.
Zum Beispiel war der TRO “Repräsentant” in Quebec auch der Besitzer des Gebäudes, in welchem das WTM Büro in Montreal war, wie die Polizei sagte. Zusätzlich haben einige Beamte der Welttamilenbewegung öffentlich gesagt, dass sie dringend um Geld für die Tamilische Rehabilitationsorganisation bitten.
Mrs. Tromp, die Beamtin für Wohlfahrt, schrieb: “Wir finden es bedeutsam, dass die Welttamilenbewegung, eine angeblich vorgeschobene Organisation für die LTTE, für die TRO wirbt und den Leuten empfiehlt, für diese zu spenden.“ Das Tamilische Rehabilitationsorganisations-Büro in der Eglinton Avenue und in der Kennedy Straße in Toronto haben trotzdem damit weitergemacht, um Spenden zu bitten. Umschläge mit der Bitte um Spenden wurde in die Zeitungen in tamilischer Sprache in Toronto im letzten Sommer gelegt.
Eine Offensive der srilankanischen Streitkräfte hat es unmöglich gemacht, im Moment Hilfe in die Kriegszone zu bekommen, so dass die Gruppe gegenwärtig “schläft” “, sagte Hr. Gunanathan. Er sagte, dass die TD Bank letztes Jahr das kanadische Konto der Gruppe gesperrt hätte, aber dass die Gruppe seitdem ein anderes bei einer anderen Bank eröffnet hätte.
Er sagt, er habe keine Schließungspläne.
Er sagt: „Ich bin ein Hindu. Was ich tue, ist, wie ich ehrlich fühle, eine Hilfe für die Menschheit und das ist wie ein Dienst für Gott.“
Übersetzt aus dem sinhalesischen Tageszeitung The Island vom 18. November 2008
Von John C. Thompson – Präsident des Mackenzie Instituts in Toronto, Kanada
Seit ihres Auftauchens als eine lokale terroristische Gruppe aus einer kriminellen Unter-Gemeinschaft in Jaffna auf Sri Lanka, haben die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) verschiedene Veränderungen durchgemacht. Die nächste könnte die sein, die am längsten andauert – und am gefährlichsten ist.
Die Organisation und Disziplin der LTTE hat sie zu interessanten Studienobjekt gemacht. Sie sind sehr innovativ, einfallsreich und fleißig: Diese Eigenschaften würden ihre Mitglieder zu einem Erfolg in jedem friedlicheren und profitableren Feld der Bemühung werden lassen. Doch leider wurde für die Tamilen von Sri Lanka und für die anderen Völker der Inselnation ihr Talent auf die Revolte hin ausgerichtet. Jetzt, nach Jahrzehnten des Krieges, sieht sich die 25 Jahre alte Tiger Guerilla der Niederlage gegenüber, und was als nächstes kommt, das könnte sogar noch mehr von dem Charakter der Bewegung hinter ihnen enthüllen.
Wenn man angesichts der realen Niederlage einen spirituellen Sieg erklärt, dann kann dies beruhigend sein (fragt nur die Serben)… aber mit dem kriminiellen Reich der LTTE und ihrem Griff auf die srilankische tamilische Diaspora wird es Konsequenzen geben.
Bei den Modellen der Rebellion, welche in 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden, kann ein politischer Grund aus einer ideologischen Bewegung – gewöhnlich Marxismus oder radikalisierter Nationalismus – Gestalt annehmen. Dann beginnen an einem Punkt die radikaleren Elemente, terroristische Zellen zu schaffen. Wenn diese weitermachen, dann spaltet sich die Gesellschaft und den Leuten bleiben zwei Wahlmöglichkeiten: Sie können sich entweder unter den Behörden sammeln oder unter der Bewegung. Wenn die Bewegung wächst, schafft sie genauso Guerilla-Streifkräfte wie terroristische Zellen.
Schließlich sind diese stark genug, um die militärischen Kräfte der Regierung im Feld anzugreifen und bis zum Sieg weiterzumachen. Danach ist das Gras grüner, der Himmel ist blau, und es gibt Erdbeeren und Sahne für alle – außer für jene bösen Kräfte der Unterdrückung, welche „soziale Gerechtigkeit“ (gewöhnlich eine Kugel in den Hinterkopf) erhalten.
Dies ist das Drehbuch, aber oft sieht die Realität anders aus.
Im Fall der LTTE, welche oft ihre eigene Geschichte verdunkelt, war ihr Gründer Vellupillai Prabhakaran ein Straßengangster, der sich auf Erpressung und Schmuggel spezialisiert hatten und früh in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts politische Ambitionen bekam. Er machte aus seiner Clique eine kleine Terroristengruppe, verbrachte Jahre damit, langsam Stärke aufzubauen und folgte dem klassischen Muster, indem er Terrorismus gebrauchte, um einen Zyklus von Aktion und Gegenreaktion zu schaffen und zu beschleunigen, um den jeder Rebell inständig bitten würde. Im allgemeinen tritt der klassische Terrorist die Behörden ins Schienbein, bis sie zurücktreten, und dann schreit der Terrorist: „Hilfe! Hilfe! Wir werden unterdrückt! Ihr habt gesehen, wie sie mich unterdrückt haben, nicht wahr?“ (Zitat mit Entschuldigung von Monty Python genommen).
Die srilankanische Polizei und das Militär waren damals weniger als erfahren als heute und haben sich zuvorkommend genau so verhalten, wie es in dem Drehbuch steht. Dies erlaubte den Tigern, an Stärke zuzunehmen. Dann, nachdem in einem Hinterhalt der LTTE im Juli 1983 15 Soldaten getötet worden waren, spielte die Armee in Jaffna völlig verrückt – und das taten auch singhalesische Mobs anderswo in Sri Lanka – und ermordeten Hunderte von Tamilen und trieben Zehntausende (und mehr) in Furcht aus ihren Häusern weg. Es war wie bei dem vorläufigen Flügel der IRA und dem „Massaker des Blutigen Sonntags“ von 1972: Die LTTE hatte schließlich den Zwischenfall, den sie wünschte, und sie hat seitdem alles gerechtfertigt, indem sie sich auf diese Gewaltorgie des Mobs zurückbezog. In der Tat wird oft ihre ganze Geschichte vor 1983 passenderweise vergessen.
Jedoch brauchen Guerillas Zeit, um sich zu organisieren, und fast jeder vergißt, dass die LTTE schon eine Guerilla-Streitkraft hatte, als dieser Zwischenfall geschah. Überdies hat Sri Lanka seitdem ein paar Waffenstillstände (die gewöhnlich von den Tigern beendet worden waren) abgeblockt und sich einem andauernden Guerilla-Konflikt gegenübergesehen.
Aber nach 25 Jahren hat das srilankische Militär die Werkzeuge, die Technologie und die Führerschaft, die es braucht, um endlich die Guerilla-Streitkräfte der LTTE zu besiegen. Heilige Gebiete auf der Insel, die seit langem von den Tigern gehalten worden sind, sind gefallen. Die legendären Bunkersysteme der Tiger im Dschungel wurden durch neue sensorische Systeme entdeckt und mittels intelligenter Bomben aufgesprengt. Die inoffizielle LTTE Hauptstadt, die Stadt Killinochchi könnte bald fallen, obwohl die Tiger behaupten, dass dies ein „tamilisches Stalingrad“ wäre; und ganze Gebiete von Sri Lanka sind seit Monaten von den LTTE Angriffen befreit.
Wenn man jedoch von den Pro-Tiger Webseiten und Chat-Räumen her urteilt, dann heißt es: “die LTTE kämpft tapfer und sicher muss die korrupte und dekadente srilankische Armee bald auseinanderfallen… die tapferen Tiger können nicht versagen … nun, tote Armeeangehörige sind wie Klafterholz aufgeschichtet, obwohl ein paar geheiligte Verteidiger des Grundes glorreich gestorben sind…” Und so weiter, bis zum Erbrechen. Wenn man keinen Sieg zum Greifen nahe sieht, dann kann ein Sieg in der Vorstellungskraft sehr befriedigend sein. Es gibt unheilvolle Zeichen, dass die Führerschaft der Tiger erkennt, dass das Menetekel für ihre Guerillastreitkräfte im Feld und für die geheiligten Gebiete, die sie lange gehalten haben, an der Wand geschrieben steht.
Am 27. November 2008 wird erwartet, dass der Tiger Apparat im Ausland den „Heldentag“ ihrer Bewegung feiern wird. Prabhakaran wird wahrscheinlich seine gewöhnliche Radioansprache abliefern. Dieses Mal kann es per Tonband sein, aus Furcht, dass der Ort, an dem er sich aufhält, auf eine intelligente Bombe der Luftwaffe geschrieben und diese abgeschickt wird, wenn er bei einem Radiosender auftaucht. Dies wird eine andere Abweichung von den gewöhnlichen Sitten der LTTE sein.
Durch die Führerschaft der Diaspora kreist schon der Satz, dass das Thema des Heldentages in diesem Jahr sein wird: “Unser Land kann eingenommen werden, aber unsere Bestrebungen können nicht besiegt werden.”
Es hat Bewegungen gegeben, deren Führerschaft Erklärungen herausgegeben hat, wie: “Wir wurden geschlagen. Wir haben es so gut versucht, wie es ging, aber der Kampf ist vorbei und das, was jetzt einzig verantwortlich ist, ist, sich zu ergeben.“ Darum hat der Amerikanische Bürgerkrieg so geendet, wie er es in Wirklichkeit tat, mit einer würdevollen Kapitulation durch Robert E. Lee und dessen würdevollem Akzeptieren durch Ulysses S. Grant. Die Tiger scheinen nichts in der Art zu planen.
Statt dessen scheinen die Tiger dabei zu sein, sich in den tröstlichen Mythos eines spirituellen Sieges als eine Alternative zu einer realistischen Niederlage zurückzuziehen. Dies haben auch die Serben getan, als sie ihren Stolz nach ihrer Niederlage, die ihnen in der Schlacht von Kosovo Polja 1389 durch die Türken bereitet worden war, genährt hatten. Ihr zerbrechliches Nationalgefühl hat seitdem 600 Jahre angehalten.
Als er sich der drohenden Niederlage in der Schlacht 1918 gegenübersah, hat der deutsche Generalstab (der begierig war, den Ruf der Armee zu schützen) die Zügel der Macht einer zivilen Regierung zurückgegeben. Diese neue Regierung – und nicht so sehr General Ludendorff – musste die Bedingungen für einen Waffenstillstand aushandeln. Aus diesem entstand später die tröstliche „Dolchstoß-Legende“, welche Politiker in den bitteren Folgejahren des Ersten Weltkriegs erfanden. Die Armee konnte vorgeben, dass sie in Wirklichkeit nicht geschlagen worden war. Dieser Mythos half den Nazis an die Macht.
Schottische und irische Nationalisten bauten eine Menge romantischer Legenden um ihre zahlreichen Niederlagen. Die Engländer haben vielleicht alle Kriege gewonnen, aber die Schotten und Iren haben die guten Lieder… Einige von diesen Liedern haben aus schmutzigen kleinen Episoden tröstliche glorreiche Epen gemacht.
Wenn es den Tigern ebenso ergehen wird, dann wird es Konsequenzen geben. Zuerst ist es möglich, dass die Niederlage ihrer Guerilla-Streitkräfte und der Verlust ihrer geheiligten Gebiete nicht in Gewalt endet. Es wird immer Raum für eine konventionelle terroristische Kampagne unter dem Erscheinungsbild einer neuen Gelegenheit, um Guerilla-Einheiten zu schaffen, sein. Wie gewöhnlich könnten sie sich zuerst weiterhin darauf konzentrieren, die unverblümt sprechenden Tamilen zu vernichten – Tamilen, welche fühlen, dass die größte Hoffnung für ihr Volk innerhalb des Gesetzes und des srilankischen politischen Systems liegt.
Werden die Tiger freundlich genug sein, den Gebrauch von Gewalt zu stoppen? Wahrscheinlich nicht. Ein großzügiger Geist und Respekt für das Leben anderer befinden sich nicht unter Prabhakarans Charakterzügen.
Die Diaspora der srilankanischen Tamilen, welche die Tiger förderten und welche sie noch durch vorgeschobene Organisationen kontrollieren, wird ihr Schlüssel-Guthaben sein. Würde es Prabhakaran versuchen, ins Ausland zu flüchten, um zu sehen, ob er eine direktere persönlichere Kontrolle darüber erhält, oder würde er versuchen, irgendwo ein sicheres Exil auszuhandeln? Als ein heimlichtuerischer Mann mit einer sorgfältig geformten Persönlichkeit, einem quasi-öffentlichen Leben ohne Beschränkungen auf seine Bewegung wird dies wahrscheinlich nicht mögen. Aber wenn er in Sri Lanka bleiben will, dann würde dies bedeuten, dass er von Zufluchtsort zu Zufluchtsort schlüpfen müsste, immer eine besonders dafür ernannte Spezialeinheit auf seinen Fersen; und das könnte nur das eine Ende dieser Geschichte sein.
Das organisierte kriminelle Reich der LTTE inmitten der Diaspora Gemeinschaften wurde sorgfältig darauf ausgerichtet, die Tiger in Sri Lanka zu unterstützen. Polizisten in Westeuropa, Kanada und Australien, welche das tamilische organisierte Verbrechen überwachen, haben wenig Zeichen dafür gesehen, dass Führer von Pro-Tiger Gemeinschaften das Luxusleben führen, welches gewöhnlich mit den Führern des organisierten Verbrechens verbunden wird. Aber Drogen, „Kriegssteuern“, Schmuggeln und andere Unternehmen werfen eine Menge Geld ab und bezahlen den politischen Apparat der Tiger. Jene Aktivisten werden sich wahrscheinlich nicht um ehrliche Arbeit kümmern.
Es gibt eine Falle, in welche viele andere terroristische Organisationen in den vergangenen paar Jahrhunderten gefallen sind. Wenn man die Zuflucht zum organisierten Verbrechen sucht, um für den heiligen Grund zu bezahlen, dann endet dies gewöhnlich damit, dass die Reste des geheiligten Grundes benützt werden, um das organisierte Verbrechen zu rechtfertigen. Schließlich ist die Verwandlung von einer aufständischen Bewegung zu einer kriminellen Gesellschaft vollständig… Erinnert sich noch jemand an die ursprünglichen Absichten der chinesischen Triaden oder der sizilianischen Mafia?
In Anbetracht der Ursprünge der LTTE und der Haupteinnahmenquelle in den letzten 25 Jahren, könnte sich viel von ihrem internationalen Apparat leicht in ein großes trans-nationales kriminelles Reich verwandeln. Für die Srilankaner könnte darin ein gewisser perverser Trost liegen – all jene Nationen, welche den Tigern viele Jahre lang bei ihren Operationen eine gewisse Freiheit zugestanden haben, werden nun dafür einen höheren Preis zu bezahlen haben.
Für die Diaspora könnte eine romantisierte verlorene Sache andere Auswirkungen haben. Wenn nachfolgende Generationen von Tamilenkindern ohne irgendeine Erfahrung mit dem Leben in Sri Lanka aufwachsen, dann könnten sie gut und gern diese romantischen Mythen der verlorenen Sache annehmen, anstatt sich mit ihrem Erbe und ihrer Identität zu verbinden. Die Enkel und Urenkel der irischen Immigranten hatten in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts geholfen, die IRA zu unterstützen. Die Enkel der Flüchtlinge aus dem Jugoslawien von 1940 kehrten zurück, um in den Kriegen von 1990 mitzukämpfen.
Jetzt, im Augenblick, könnte ein Tamile in Sydney, London oder Toronto die LTTE nicht wirklich unterstützen. Aber er könnte sich morgen von ihrer Existenz weniger bedroht fühlen. Ohne das Risiko, dass seine Kinder zu einer Guerilla-Streitkraft eingezogen werden, könnte er sich frei fühlen, wirklich dem Unterstützungsapparat der Tiger als Wächtern seines Erbes zuzustimmen.
Es ist ironisch, dass das Ende des Aufstands der Tiger in Sri Lanka sehr wohl ihren Einfluss auf die Diaspora Gemeinschaften verstärken könnte.
Es läge im Interesse von Sri Lanka, nach Maßnahmen zu suchen, welche die Führerschaft der Tiger-Diaspora jetzt untergraben könnte, damit sich ein militärischer Sieg auch in einen politischen verwandelt. Privilegien und Ehren könnten vielleicht jenen Tamilen gegeben werden, welche sich gegen die Tiger zur Wehr setzen; und es wäre klug von den srilankanischen Diplomaten, andere Regierungen dazu zu bekommen, dass sie jetzt über das tamilische organisierte Verbrechen nachdenken.
Was die kanadische Regierung betrifft: Wenn die Tamilen, welche hierher aus Sri Lanka gekommen sind, jemals Kanadier statt Tiger-Unterstützer im Exil sein sollen, dann muss die Macht der LTTE Tarnorganisationen gebrochen werden. Überdies: Kann es sich Kanada in Anbetracht der internationalen Verschiedenheit unserer organisierten Verbrecherkreise, wirklich leisten, dass der Übergang der Tiger vom Rebellen zu Gangstern hier ohne Widerstand geschieht?
Könnten wir nicht einmal ein Problem voraussehen – anstatt hinterher nur darauf zu reagieren?
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Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:
John C. Thompson ist der Präsident des Mackenzie Instituts in Toronto, Kanada. Das Institut wird von kanadischen Zeitungen und Medien als eine von Kanadas führenden Forschungsorganisationen bezeichnet. Man ist im Institut stolz auf seine objektiven und unabhängigen Blick auf einige der umstrittensten Punkte der öffentlichen, politischen Agenda. Die Arbeit des Instituts wirkte in der Vergangenheit oft als Beschleuniger einer informierenden Debatte und damit u.U. auch eines politischen Wechsels. Das Institut führt Untersuchungen durch über nationale und internationale politische Instabilität sowie über organisierte Gewalt (z.B. Terrorismus, Krieg, organisiertes Verbrechen, Konflikt, Gründe für Instabilität, politischer Extremismus, usw.).
Thompson selbst ist ein früherer Geheimdienstoffizier der kanadischen Armee. 1989 bekam er den höchsten Orden der kanadischen Streitkräfte. Er war Hauptmann, als er den Dienst verließ. Er ist ein Mitglied von Civitas, dem Rat des York Rangers Regiments der Königin, dem Königlichen Kanadischen Militärinstitut außerdem Mitglied von Fair Vote Canada und der Internationalen Vereinigung von Offizieren gegen den Terror.
Übersetzt aus der Kanadischen Tageszeitung National Post 18.08.08
TORONTO – Ein RCMP-Bericht, der gestern freigegeben wurde, stellt fest, dass eine gemeinnützige Organisation aus Toronto mehr als 3 Millionen Dollar auf ausländische Bankkonten, von denen einige mit den Tamil Tigern verbunden sind, überwiesen hat, bevor dies im Juni von der Regierung wegen angeblicher Finanzierung von Terrorismus unterbunden wurde.
Der als “geheim” gekennzeichnete Bericht wurde auf Grund einer Anweisung eines Richters des Bundesgerichtshofes veröffentlicht. Der Bericht liefert einen ersten detaillierten Blick auf die das Bankwesen betreffenden Aktivitäten der Welt-Tamilen-Bewegung (WTM). Diese Bewegung ist eine in Toronto stationierte Gruppe, die beschuldigt wird, die Guerillas von Sri Lankas Tamil Tigern zu finanzieren. Der Großteil des Geldes – 1,9 Millionen Dollar – wurde auf ein Konto an der Bumiputra Handelsbank von Kuala Lumpur, Malaysia, überwiesen. Der RCMP-Bericht stellt fest, dass dieses Konto „als Vermittler dient, um der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) aus Kanada Geld zu überweisen.“ Der 83-seitige Finanzbericht ist das Ergebnis von zwei Jahren Arbeit an der Analyse von Bankaufzeichnungen, welche die kanadische Antiterror-Polizei in die Hände bekommen hatte. Diese Antiterror-Polizei untersucht das finanzielles Netzwerk, das von Unterstützern der Tamil Tiger unterhalten wird und angeblich Geld in Kanada beschafft hat, um Waffen für die Guerillas zu kaufen.
“Die Bankberichte, die wir in die Hände bekommen haben, zeigen, dass die Welt-Tamilen-Bewegung eine komplizierte, wie eine Maschine funktionierende Rechtspersönlichkeit entwickelt hat, welche das Gebiet von Groß-Toronto durchstreift, um mit extremer Fertigkeit Spenden zu sammeln,“ besagt der Polizeibericht.
Stockwell Day, (kanadischer) Minister für die Öffentliche Sicherheit, kündigte am 16. Juni an, dass seine Regierung die WTM Ottawas offizieller Liste von terroristischen Vereinigungen hinzugefügt hat. Die WTM steht damit auf der gleichen Liste wie Al-Qaeda, die Hamas und die Hezbollah. Die WTM ist die erste Gruppe aus Kanada, die auf dieser Liste steht.
Die WTM leugnet entschieden, in irgendwelche terroristische Spendenbeschaffung verwickelt zu sein. Die Entscheidung der Regierung wolle man anfechten. Bei einer großen Protestaktion in Toronto am 5. Juli haben Tamilen Fahnen der Tamil Tiger geschwungen und eine Erklärung unterzeichnet, welche Ottawas Entscheidung, die WTM zu verbannen, heftig kritisiert.
Der Minister beschuldigt die WTM, Gelder auf Bankkonten der LTTE in Sri Lanka zu transferieren, aber der Finanzbericht der RCMP vom 1. Februar 2008 zeichnet ein detaillierteres Bild von einem komplexen Netzwerk, das aus 20 kanadischen Bankkonten besteht.
Bei fünf Banken gibt es demnach Konten: bei der Toronto Dominion, der Bank of Nova Scotia, der Royal Bank, der CIBC und der Nationalen Bank von Kanada. Die kanadischen Besitzer der Konten haben regelmäßig Geld auf Konten in Malaysia, Singapur, Großbritannien und in Gebieten von Sri Lanka, die von den Tamil Tigern kontrolliert werden, überwiesen.
Der RCMP Obergefreite Deanna Hill, Autor des Polizeiberichts, schrieb, dass der finanzielle Aufbau “mit den Geldwäsche-Techniken übereinstimmt, welche oft von organisierten kriminellen Gruppen benutzt werden”.
Hill weiter: “Ich glaube auch, dass allein die Anzahl der Konten zeigt, dass die Welt-Tamilen-Bewegung das kanadische Banksystem gebraucht hat, um auf eine Weise Spenden zu beschaffen, welche dem Finanzieren der terroristischen Aktivitäten der LTTE am besten angepasst ist.“
Die Tamil Tiger kämpfen seit 25 Jahren für ein unabhängiges Heimatland für Sri Lankas ethnische Tamilen-Minderheit, welche von der sinhalesischen Mehrheit der Insel lange diskriminiert wurde. Zusätzlich zu dem von ihnen geführten konventionellen Guerillakampf gebrauchen die Tamilen-Tiger jedoch auch terroristische Taktiken, wie Selbstmord-Bombenattentate und politische Morde. Dies hat sie auf internationale terroristische Listen – einschließlich der von Kanada – gebracht.
Die RCMP begann 2002, das kanadische Netzwerk zum Beschaffen von Spenden der Tamil Tiger zu untersuchen. Sie hat sich auf das große Hauptquartier der WTM in Toronto und deren kleinere Niederlassungen in Montreal und Vancouver konzentriert. Die Polizei machte 2006 eine Razzia bei den Büros in Toronto und Montreal.
Die Polizei stieß dabei auf Briefe der Leitung der Tamil Tiger, in denen Kanadas Tamilen für die Spenden gedankt und erklärt wird, dass das Geld gebraucht wurde, um Waffen zu kaufen. In den Briefen wurde auch um weitere Spenden gebeten. Aber viele der Beweismitteln der Polizei scheint von einer Untersuchung der Bankkonten von der WTM sowie von deren Angestellten zu kommen.
Der Finanzbericht des sogenannten Osaluki-Projekts behauptet, dass die lukrativste Methode der Spendenbeschaffung der WTM ein vorher bevollmächtigtes Überweisungsprogramm war, mit welchem die Gruppe Hunderte ihrer Anhänger davon überzeugte, Abbuchungseinwilligungen zu unterschreiben, mit denen sie erlauben, dass jeden Monat von ihren Bankkonten Geld überwiesen wurde. Geld, das offenbar direkt an die Terroristen zum Waffenkauf ging.
Pro Jahr nahm die WTM bis zu 763.000 Dollar mit diesem Zahlungsschema ein. An einem einzelnen Tag im Jahre 2005 habe die WTM 63.528 Dollar von insgesamt 1.582 Bankkonten eingezogen. Der RCMP Bericht sagt dazu : „Aus den mit dieser Methode gesammelten Geldmengen geht offenkundig hervor, dass das vorher bevollmächtigte Zahlungsprogramm effektiv und günstig ist und so wertvolle Mittel schont.“
Die meisten Formulare wurden in Kanada unterzeichnet, aber die Polizei hat auch Zeugen befragt, welche sagten, dass sie sie an Kontrollpunkten der Tamil Tiger in Sri Lanka unterzeichnet hätten. Obergefreiter Hill schrieb dazu: „Nach ihrer Rückkehr nach Kanada wurden diese Personen von Vertretern der Welt-Tamilen-Bewegung besucht, um den monatlichen Geldbetrag einzufordern.“
Der Bericht besagt, dass die WTM zusätzlich Geld verdiene mit dem Verkauf von Backwaren, dem Waschen von Autos, dem Verkauf von Zeitungen und Waren, sowie dem Ausrichten von Feierlichkeiten. „Bis heute beläuft sich die vollständige Summe, welche auf internationale Konten von Konten einging, die die Welt-Tamilen-Bewegung in Kanada kontrolliert wurden, auf 3.101.803, 33 kanadische Dollar.“
Übersetzt aus der englisch-sprachigen Webzeitung Bernama.com vom 18.8.08
von Arul Rajoo und P. Vijan
Bangkok, (Bernama) – Es wird berichtet, dass eine gemeinnützige Gruppe aus Toronto mehr als 3 Millionen kanadische Dollar (1 CD= 3.14 Rupien) auf Bankkonten im Ausland überwiesen hat – darunter solche aus Malaysia. Einige dieser Bankkonten waren mit den Tamil Tigern verbunden, bevor die kanadische Regierung sie im Juni wegen angeblicher Finanzierung von Terroristen geschlossen hat.
Die kanadische Tageszeitung National Post zitiert den “Bericht über Finanzdokumente der Welt-Tamilen-Bewegung von Ontario”, den die kanadische Polizei aufbereitet hat. Darin wird gesagt, dass etwa 1,9 Millionen kanadische Dollar auf ein Konto bei einer Körperschaftsbank Malaysias in Kuala Lumpur gegangen sind. Dies Konto würde als Vermittlung gebraucht, um Geld an die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) von Kanada zu schicken.
Fünf Banken hatten Konten: die Toronto Dominion, die Bank von Nova Scotia, die Royal Bank, die CIBC und die Nationalbank von Kanada.
Die Polizeiuntersuchung hat festgestellt, dass die kanadischen Kontenbesitzer regelmäßig Geld an Konten in Malaysia, Singapur, Großbritannien und in Gebiete von Sri Lanka, die von den Tamil Tigern kontrolliert werden, geschickt hatten.
Der als “geheim” gekennzeichnete Bericht, der dann aber auf Anweisung eines Richters des Bundesgericht freigegeben wurde, liefert einen ersten detaillierten Blick auf die Bankaktivitäten der Welt-Tamilen-Bewegung (WTM), eine Gruppe mit Basis in Toronto, die beschuldigt wird, die Tamil Tiger Guerillas von Sri Lanka finanziell auszustatten.
Die Tageszeitung schreibt weiter, dass der 83-seitige Finanzbericht die Frucht von zwei Jahren Arbeit an der der Analyse von Bankberichten war, welche der kanadischen Antiterror-Polizei in die Hände gefallen waren. Die Antiterrorpolizei untersucht ein finanzielles Netzwerk, welches von Unterstützern der Tamil Tiger unterhalten wird. Diese Unterstützer haben angeblich Geld in Kanada eingetrieben, um für die Guerillakämpfer Waffen zu kaufen.
Die Polizeiuntersuchung hat ergeben, dass 2005 die WTM aufgehört hatte, über das Royal Bank-Konto Spendengelde zu schicken.
Der Polizeibericht besagt: “Die Bankberichte, an die man gelangt ist…, zeigen, dass die Welt-Tamilen-Bewegung ein kompliziertes, wie eine Maschine arbeitendes System entwickelt hat, auf Grund dessen im Großraum Toronto mit äußerster Wirksamkeit Spenden eingetrieben werden.”
Im Juni hatte die kanadische Regierung angekündigt, dass sie die WTM auf die offizielle Liste der terroristischen Gruppen von Ottawa gestellt habe. Die WTM steht nun dort neben Gruppen wie Al-Qaeda, die Hamas und die Hezbollah.
Die Tageszeitung sagt, dass die WTM leugne, in Spendeneintreiben zu terroristischen Zwecken verwickelt zu sein. Die WTM habe außerdem geschworen, die Regierungsentscheidung anzufechten. Bei einer großen Protestversammlung in Toronto am 5. Juli haben Tamilen Flaggen der Tamil Tiger geschwenkt und eine Erklärung unterstützt, in der Ottawas Entscheidung, die WTM zu verbannen, verurteilt wird.
Der Obergefreite der Berittenen Königlichen Polizei von Kanada, Deanna Hill, Autor des Polizeiberichts, schrieb, dass der finanzielle Aufbau der WTM “mit den Geldwäsche-Techniken, die oft von organisierten kriminellen Gruppen gebraucht werden, übereinstimmte”.
Obergefreiter Hill schrieb weiter: “Ich glaube auch, dass allein die Anzahl der Konten zeigt, dass die lukrativste Methode des Spendeneintreibens der WTM ein vorher genehmigtes Abbuchungsprogramm war, mit dem die Gruppe Hunderte von Anhängern überzeugte, Formulare zu unterschreiben, die erlaubten, dass jeden Monat direkt von ihren Bankkonten Geld abgebucht wurde.“
So wurden an einem einzigen Tag im Jahre 2005 von 1582 Bankkonten 63.528 Dollar abgebucht. Empfänger: die WTM.
Die meisten Abbuchungsformulare wurden in Kanada unterzeichnet; aber die Polizei hat auch Zeugen befragt, welche aussagten, dass sie die Formulare an den Straßen-Kontrollstationen der Tamil Tiger in Sri Lanka unterzeichneten.
Nach diesem Bericht habe die Bewegung auch Spenden eingesammelt, die durch den Verkauf von Backwaren, das Waschen von Autos, den Verkauf von Zeitungen und Waren oder bei Feierlichkeiten zusammen kamen.
Die Polizei sagt, dass sich bis jetzt die vollständige Summe von kanadischen Dollars, welche an internationale Konten von Konten, die die WTM in Kanada kontrolliert, geschickt wurden, auf insgesamt 3.101.803,33 Dollar beläuft. Viel Geld, um Waffen zu kaufen.
Seit 25 Jahren kämpfen die Tamil Tiger für ein unabhängiges Heimatland für Sri Lankas ethnische Minderheit, welche größtenteils im nördlichen Teil Sri Lankas wohnt.



