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Übersetzt aus der kanadische Tageszeitung „The Nation“ vom 13. Januar 2009
Von Blake Lambert
Toronto - Zwischen Einkaufszentren und industriellen Gebieten im Osten dieser Stadt steht das frühere Büro der Welt-Tamilen-Bewegung, einer Tarnorganisation für die Befreiungstiger von Tamil Eelam.
Seine Glasfront verrät nichts von seiner Vergangenheit als eine Spendensammelorganisation für die Tamil Tiger oder als eine angebliche wohltätige Organisation für die im Gebiet von Toronto lebenden Tamilen.
Das einzige Zeichen, dass es in der Vergangenheit belegt war, ist eine Sperrvorrichtung für Immobilien, die an den Briefkasten geklammert und voll von Exemplaren der „Viduthalai“ ist , einer nationalistischen tamilischen Tageszeitung.
Aber das verlassene Gebäude zeigt, wie sich die Beziehung zwischen Kanada, seiner tamilischen Gemeinschaft und den Tamil Tigern ändert.
Seit den antitamilischen Aufständen in Colombo und im südlichen Sri Lanka im Jahre 1983 sind Zehntausende von Tamilen nach Kanada ausgewandert. Von den geschätzten 300.000 Tamilen im Land, der größten Gemeinschaft in der Diaspora, leben mehr als zwei Drittel im Gebiet von Toronto.
David Poopalapillai, der nationaler Sprecher für den Kanadischen Tamilischen Kongress, sagte: “Kanada hat den Tamilen Gutes getan. Es hat sie aufgenommen und ihnen neue Hoffnung und ein neues Leben gegeben.“ Und auch die daheimgebliebenen Tamil Tiger, wie man nunmehr mit Recht behaupten kann, haben damit einen großen Aufschwung erleben dürfen.
Ihr Netzwerk kaufte Grundstücke, einschließlich eines Tempels, und Verwandte der Führungsriege ließen sich in Torontos Ostens nieder.
Martin Collacott, welcher von 1982 bis 1986 in Sri Lanka als Kanadas Botschafter diente und gegenwärtig ein altgedientes Mitglied des Fraser Instituts ist (= eine konservative strategische Denkfabrik) meint, dass sein Land zu den tamilischen Flüchtlingen außergewöhnlich großzügig war.
Der Aussschuß für Einwanderung und Flüchtlinge gewährte männlichen Tamilen zwischen 10 und 45 Jahren und weiblichen Tamilen zwischen 13 und 30 Jahren, welche von Gebieten Sri Lankas kamen, die von den Tamil Tigern kontrolliert wurden, fast automatisch die Aufenthaltserlaubnis, sagt Martin Collacott.
Er sagte auch, dass die Profile hinsichtlich des Alters und der Geschlechtszugehörigkeit zufällig identisch mit denen der Guerillas sind. Das Einwanderungsprofil gab den Tigern Grund zu glauben, dass sie die einzigen Repräsentanten der tamilischen Gemeinschaft in Kanada wären.
Namu Ponnambalam, der Sohn eines Generalsekretärs der Kommunistischen Partei der nördlichen Region von Sri Lanka, der in Toronto lebte, sagte, dass die Tiger versuchen, die demokratischen Stimmen in der tamilischen Gemeinschaft zu vernichten: “Um eine nur aus einer Person bestehende Führungsriege aufzubauen, mussten sie die anderen Führer töten.” Nach Ponnambalams Meinung sind die Tamil Tiger wegen ihrer gewalttätigen Taten und keineswegs wegen der öffentlichen Unterstützung die dominierende Kraft in der tamilischen Gemeinschaft.
Diejenige, welche die Tiger gewalttätig durchsetzen, haben das Auto eines Mannes verbrannt, einen tamilisch-kanadischen Journalisten angegriffen und den Herausgeber einer tamilischen Zeitung so eingeschüchtert, dass er die Veröffentlichung einstellte.
Und um Dissidenten zu unterdrücken, wird auch Erpressung angewandt.
Nach einem Bericht der Human Rights Watch von 2006 ist Kanada eine der hauptsächlichen Quellen für die Spendensammlungen, die als militärischer Etat für die Tamil Tiger dienten. Kanada hat seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts pro Jahr Millionen Dollar für Waffen für die LTTE-Terroristen geliefert.
Spenden kamen von wohltätigen Organisationen und Vereinen, welche als Tarnorganisationen operierten, und Spenden wurden Einzelpersonen entlockt, indem man von Haus zu Haus ging und sie dazu erpresste. Dies beschreibt der Human Rights Watch-Bericht und zitiert dabei Vereine ebenso wie kanadische Behörden.
Viele tamilischen Kanadier unterstützen bereitwillig die Rebellen, aber eine bedeutende Minderheit fühlt, dass ihnen kaum eine andere Wahl bleibt, als Geld zu geben um ihren persönlichen Frieden zu haben.
Ponnambalam sagt, dass das Wissen der Gruppe über die Familie einer Person in Sri Lanka und Kanada den Unentschlossenen Angst einflößen kann. Oder wie ihn ein Tiger-Unterstützer warnte: „Wir werden uns um dich kümmern, wenn du nach Hause kommst.“
Nach Human Rights Watch wurde einigen tamilischen Kanadiern gesagt, wenn sie kein Geld gäben, dann könnten sie nicht mehr in die von den Tigern gehaltenen Gebiete in Sri Lanka zurückkehren, um ihre Familien zu besuchen.
Der Bericht von 2006 stellte fest, dass den tamilischen Kanadiern, welche Sri Lanka besuchten, ein kanadischer Dollar pro Tag für die Zeit, die sie in Kanada gelebt hatten, als „LTTE-Steuer“ auferlegt wurde.
Bis zu diesem Tag bleibt der Kanadische Tamilische Kongress kritisch hinsichtlich der Entdeckungen von Human Rights Watch.
Poopalapillai sagt: “Ich denke, dass sie ihre Hausaufgaben nicht sehr gut erledigt haben.” Er wies auf die Abhängigkeit des Berichts auf anonyme Quellen hin.
Ponnambalam sagt, dass der Bericht, obwohl er die Ziele der Erpressung nicht nannte, auf die mit Angst und Einschüchterung zusammenhängenden Probleme in der tamilischen Diaspora in westlichen Ländern hinwies. “Es gibt uns genug Unterstützung, um zu sagen, wie schlimm die Situation in Toronto ist.” Zufall oder nicht, drei Wochen nach der Veröffentlichung des Berichts von Human Rights Watch führte Ottawa die Tamil Tiger als eine terroristische Vereinigung auf.
Collacott nannte es eine Skandal, weil Kanadas Geheimdienstabteilungen das Verbot mehr als einmal der regierenden Liberalen Partei empfohlen hatten, aber stets abgeblitzt waren. Er wies darauf hin, dass die liberalen Mitglieder des Parlaments Veranstaltungen beiwohnten, auf denen die Tamil Tiger gefördert wurden.
Übersetzt aus der englisch-sprachigen Webzeitung Sri Lanka Guardian vom 6.8.08
Berlin - Nach einer erfolgreichen Demonstration in Berlin gegen die Machenschaften der LTTE hat die Initiative „Srilankaner gegen den LTTE-Terror – Deutschland“ Briefe an Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Innenminister Dr. Wolfgang Schäuble und Außenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier geschrieben. In den Briefen wird an die Bundesregierung appelliert, die LTTE und ihre Tarnorganisationen als Terror-Organisation in Deutschland zu verbieten.
Die Briefe wurden am 30. Juli 2008 dem außenpolitischen Berater der Regierungspartei (CDU/CSU), Dr. Heinrich Kreft, im Verwaltungsgebäude des Bundestages übergeben.
Die Initiative „Sri Lankaner gegen den LTTE-Terror Deutschland“ (SLALTG) wurde vertreten durch Wijeratne Storz-Widanage, Chandani Krishnaratne, Ranjaini Wijesekara und Lalith Ganhewa.
Das 30-minütige Treffen mit Dr. Kreft verlief sehr freundlich und herzlich. „Dr. Kreft hörte uns mit großem Interesse zu“, meinte der Sprecher der Initiative, Lalith Ganhewa, nach dem Treffen.
In ihrem vierseitigen Brief beschreibt die Initiative „Sri Lankaner gegen den LTTE-Terror Deutschland“ (SLALTG) die Methoden, mit denen die LTTE von in Deutschland lebenden Tamilen Geld erpresst. Die Initiative weist darauf hin, dass in einer freien und demokratischen Nation wie Deutschland die deutsche Regierung dazu schweigt, dass die LTTE fundamentale Rechte von srilankanischen Tamilen, die aus verschiedenen Gründen Deutschland zu ihrer zweiten Heimat gemacht haben, verletzt.
In dem Brief schreibt die Initiative weiterhin, dass die LTTE die UNICEF und die Weltgemeinschaft – einschließlich Deutschland – „betrüge“ sowie, entgegen anderslautender Angaben, weiterhin Kinder als Soldaten zwangsrekrutiere und die Rechte von Kindern verletze.
Die Gruppe sagt, dass (LTTE-Führer) Prabhakaran mehr als 38 demokratisch gewählte tamilische Politiker sowie weitere tamilische Menschenrechtsaktivisten für immer zum Schweigen gebracht habe. Sie weist darauf hin, dass auch ganz aktuell (prominente, demokratisch gewählte) tamilische Politiker wie Douglas Devanandu und V. Anandasangaree von der LTTE mit dem Tode bedroht werden. Die SLALG weist außerdem darauf hin, dass, statistisch gesehen, jeden Monat in Sri Lanka auf Grund von LTTE-Angriffen, über 400 Zivilisten zu Invaliden würden.
Die SLALTG in Berlin erklärt ihren Respekt für die Vorsichtsmaßnahmen, mit denen die Regierung Deutschland vor Terrorismus schütze. Gleichzeitig drückt die Organisation ihre Betroffenheit und Besorgnis darüber aus, dass die deutschen Behörden den Aktivitäten zur Unterstützung des LTTE-Terrors von deutschem Boden aus übersehen würden.
Weiterhin sagt die SLGLTD, dass Deutschland nach 44 Jahren zwar wieder vereint ist, aber doch die bittere Erfahrung einer geteilten Nation gemacht habe. Die SLGLTD hofft deshalb, dass Deutschland die Teilung Sri Lankas weder direkt noch indirekt jemals unterstützen wird.
Die Initiative sagte, dass die Lösung des Terroristenproblems in Sri Lanka nur gelingen könne, wenn es gelänge, die Geldquellen der LTTE auszutrocknen. Nach Angaben der Initiative sammle die LTTE jährlich 3 Millionen Euro – steuerfrei – allein in Deutschland.
Im einzelnen hat die Initiative „Srilankaner gegen den LTTE Terror – Deutschland“ die Bundesregierung dringend gebeten:
1) Das EU-Verbot der LTTE auch in Deutschland nachdrücklich durchzusetzen.
2) Die LTTE in allen 16 Bundesländern, ohne Ausnahme, als terroristische Vereinigung zu verbieten.
3) Alle LTTE-Tarnorganisationen, wie z.B. die Tamil Rehabilitation Organization (TRO), Tamil Youth Organization (TYO) und das Tamil Coordination Committee (TCC), die von deutschem Boden aus agieren, zu verbieten.
4) Konsequente Überwachungen, Ermittlungen und Strafverfolgung in Bezug auf die Kapitalbeschaffungsaktivitäten der LTTE in Deutschland durchzuführen.
Hintergrund: Über 1200 Sri Lankaner und Deutsche aus allen Teilen Deutschlands – marschierten am 26. Juli in den Straßen von Berlin und demonstrierten so ihren Protest gegen die srilankanische terroristische Gruppe LTTE, die auch als „Tamil Tigers“ bekannt ist.
Übergabe des Protestbriefes an Dr. Heinrich Kreft, außenpolitischen Berater der Regierung (CDU/CSU). Von Links nach Rechts: Wijesekara, Lalith Ganhewa, Wijeratne Storz-Widanage, Chandani Krishnaratne sowie Dr. Heinrich Kreft.
Foto: R de Silva
Tamilische Familien in Kanada und Großbritannien bedroht
New York, 15. März 2006 – Die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE oder Tamilentiger) unterziehen srilankische Tamilen, die in Kanada, Großbritannien und anderen westlichen Staaten leben, der Einschüchterung, Erpressung und manchmal auch Gewalt, um einen sicheren Strom von Geldmitteln für ihre Operationen in Sri Lanka sicherzustellen und Kritik an ihren Menschenrechtsverletzungen zu unterdrücke, teilte Human Rights Watch in einem heute herausgegebenen Bericht mit.
Der 45-seitige Bericht „Funding the Final War“: LTTE Einschüchterung und Erpressung in der tamilischen Diaspora beschreibt, wie Vertreter der LTTE und der LTTE nahestehende Gruppen unter den tamilischen Gemeinschaften im Westen ungesetzlichen Druck ausüben, um sich finanzielle Zusagen zu sichern. Den Menschen werde gesagt, falls sie die betreffende Summe nicht zahlten, würden sie nicht nach Sri Lanka zurückkehren können, um Familienmitglieder zu besuchen. Andere würden gewarnt, mit ihnen „würde man fertig“ oder ihnen „würde eine Lektion erteilt“. Ein Geschäftsmann in Toronto sagte, nachdem er sich geweigert habe mehr als 20 000 kanadische Dollar zu zahlen, hätten LTTE Vertreter Drohungen gegen seine Frau und seine Kinder ausgestoßen.
„Die Tamilentiger exportieren den Terror des Krieges zu den im Westen lebenden Tamilen“, sagte Jo Becker, die Autorin des Berichts. „Viele Mitglieder der Diaspora unterstützen die Tamilentiger aktiv, aber die Kultur der Angst ist so stark, dass selbst Tamilen, die dies nicht tun, fühlen, dass sie keine andere Wahl haben, als zu zahlen.“
Fast ein Viertel der tamilischen Bevölkerung Sri Lankas floh während der 19 Jahre der aktiven Kriegsführung zwischen den Tamilentigern und der srilankischen Regierung aus dem Land und schaffte damit eine tamilische Diaspora von 600 000 bis 800 000 Menschen weltweit. Nahezu die Hälfte dieser Menschen ist in Kanada und Großbritannien ansässig; andere Länder mit einer signifikanten tamilischen Bevölkerung schließen Deutschland, die Schweiz, Frankreich und Australien ein. Viele dieser Menschen oder ihre Verwandten mussten Menschenrechtsverletzungen durch die singhalesisch dominierte srilankische Regierung ertragen und unterstützen offen die LTTE.
Ende 2005 starteten die Tamilentiger eine aggressive und systematische Spendensammlungskampagne in Kanada und Teilen von Europa, um Einzelpersonen und Unternehmer in der tamilischen Diaspora dazu zu bringen, Geld für etwas zu geben, was sie als Endkampf zwischen den Tamilentigern und der srilankischen Regierung bezeichnen. Die Spendensammlungskampagne traf zeitlich zusammen mit der Eskalation der Angriffe der LTTE gegen die srilankischen Streitkräfte, die den seit vier Jahren bestehenden Waffenstillstand bedrohen.
In Toronto, der Heimat der Mehrheit der kanadischen Tamilen, erpressen LTTE Vertreter Familien typischerweise um 2500 bis 5000 kanadische Dollar, während manche Geschäfte aufgefordert wurden, bis zu 100 000 kanadische Dollar zu zahlen. In London werden manche Familien aufgefordert, 2000 britische Pfund zu zahlen, und Geschäftsleute werden um Beträge zwischen 10 000 und 100 000 britische Pfund angegangen. Tamilen in Norwegen und Frankreich berichten, sie würden um ähnliche Beträge erpresst.
Tamilen, die sich nicht in der Lage sehen, zu zahlen, sagten, sie seien von den Spendensammlern der LTTE angewiesen worden, sich das Geld zu leihen, ihre Kreditkarte zu belasten oder sogar eine Hypothek auf ihr Haus einzutragen. Eine Person, die arbeitslos war, als er von den Tigern angesprochen wurde, wurde angewiesen, er könne sich mit einer Mahlzeit am Tag bescheiden, damit er den Tigern spenden könne.
Die Tamilentiger versuchen seit langem, die Kontrolle über Institutionen der srilankischen Tamilen im Westen zu erlangen, einschließlich der tamilischen Medien, Bürgerorganisationen und Hindutempel. 2005 hielt die LTTE zwei britische Tamilen wochenlang in Sri Lanka fest, bis sie zustimmten, die Kontrolle eines Londoner Tempels an eine der LTTE nahe stehende Gruppe abzugeben.
Journalisten und Aktivisten in der tamilischen Diaspora, die die Tamilentiger offen kritisieren oder als LTTE-feindlich wahrgenommen werden, werden zusammengeschlagen, erhalten Todesdrohungen, müssen sich gegen Schmutzkampagnen wehren oder mit erfundenen Strafanzeigen auseinandersetzen, die durch die Tiger oder ihnen nahe stehende Gruppen gegen sie gerichtet werden.
„Srilankische Tamilen im Weste fürchten, dass sie, wenn sie offen über die Verbrechen der Tamilentiger sprechen, sich selbst oder ihre Familien Risiken aussetzen,“ sagte Becker. „Trotz der Größe der Diaspora und des potentiellen Einflusses auf die Praktiken der LTTE haben die Drohungen, die Einschüchterung und auch die Gewalt der Tamilentiger jeden Dissens effektiv abgewürgt.“
Die Tamilentiger identifizieren ebenfalls Tamilen, die im Westen leben und nach Sri Lanka reisen, um Familienmitglieder zu besuchen und setzen sie systematisch unter Druck, wenn sie in die von der LTTE kontrollierten Gebiete im Norden Sri Lanka einreisen, um Spenden von ihnen zu erhalten. Der angesetzte „Satz“ ist oft 1 Dollar, 1 Pfund oder 1 Euro pro Tag für den Zeitraum, in dem sie im Westen gelebt haben. Personen, die seit Jahren im Westen leben, können so um Tausende von Dollars erpresst werden. Ihnen wird gesagt, sie könnten nicht wieder ausreisen, solange der geforderte Betrag nicht bezahlt sei. In manchen Fällen beschlagnahmt die LTTE den Reisepass, bis bezahlt wird.
Viele Tamilen, die in Kanada oder Europa leben, fürchten um die Sicherheit von Familienmitgliedern, die immer noch in Sri Lanka in Gebieten unter der Kontrolle der LTTE leben. Seit Beginn des Waffenstillstands von 2002 sind mehr als 200 Menschen, die meisten davon Tamilen, in Sri Lanka getötet worden, offensichtlich aus politischen Gründen. Die meisten der Morde werden den Tamilentigern zugeschrieben (Siehe „Politische Morde Eskalieren“).
Human Rights Watch rief die Behörden in Kanada und Großbritannien auf, stärkere Maßnahmen zu ergreifen, um die Mitglieder der tamilischen Diaspora von Gewalt, Einschüchterung und Erpressung zu schützen. Der Bericht fordert die Einrichtung einer Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern aller Behörden zur Untersuchung von Erpressungen in Bezug auf die Tamilentiger, weiterhin öffentliche Informationsprogramme in der tamilischen Gemeinschaft, die Veröffentlichung der relevanten Gesetze und möglichen Beschwerdewege, die Einrichtung spezieller Hotlines für Erpressungsopfer und Treffen mit der tamilischen Gemeinde zur Diskussion der Besorgnis über die LTTE Aktivitäten.
„Dies ist nicht einfach eine Frage der Reaktion auf isolierte verbrecherische Taten, sondern des Schutzes des Rechts einer ganzen Gemeinde, ohne Angst zu leben,“ sagte Becker. „In einer multikulturellen Gesellschaft kann eine Regierung dies nicht einfach als tamilisches Problem behandeln. Dies ist ein kanadisches Problem und ein britisches Problem.“
Die Tamilentiger reagierten auf schriftliche Anfragen von Human Rights Watch bezüglich ihrer Spendensammlungen nicht.
Um auf diesen Bericht zu antworten, können Sie auch eine private Mail an HRW schicken.
„Während der letzten anderthalb Jahrzehnte gab es viele Vorfälle dieser Art, vor allem gegen Menschen, die Ideen die LTTE oder Kritik an der LTTE verbreiten… so regelmäßig geschehen diese Vorfälle, um die Gemeinde ruhig zu halten.“ – V. Loganathan, ein deutscher Tamile, der im November 2005 angegriffen wurde, nachdem er eine Gedenkfeier für einen im Norden Sri Lankas ermordeten LTTE Kritiker organisiert hatte.
„Ich habe früher offen gesagt, was ich fühle, aber inzwischen bin ich vorsichtig. Menschen, die sich offen äußern, geraten ins Visier, und so dauert ihre Arbeit nicht lange. Du startest etwas, Du willst Dich für die Menschenrechte engagieren, Du willst Änderungen herbeiführen, aber der Raum ist sehr begrenzt.“ – Tamilischer Aktivist in Toronto, Kanada.
„Die Kinder meines Bruders sind im Vanni (LTTE-kontrollierte Gebiete im Norden Sri Lankas). Die LTTE sammelt hier Geld und nutzt das Geld, um die Kinder auszubilden, dass sie mit der (Tiger) Armee kämpfen und sterben. Die Menschen, die das Geld einsammeln, haben hier ein gutes Leben und fahren Autos. Sie scheinen sich keine Gedanken zu machen, dass es die Kinder sind, die gezwungen werden, zu kämpfen und zu sterben.“ – Frau aus Toronto, die unter Druck gesetzt wird, eine monatliche Zahlungszusage an die LTTE zu leisten.
„Sie haben 2000 Pfund gefordert. Sie sagten: ‚Wenn Du zahlst, kannst Du nach Sri Lanka fahren und deine Familie besuchen. Wir geben Dir eine PIN Nummer. Die Nummer wird es Dir ermöglichen, Dich frei in Jaffna zu bewegen. Wenn Du hier nicht zahlst, wirst Du doppelt und dreifach zahlen, wenn Du nach Sri Lanka kommst.´ „- Londoner Tamile, der im August 2005 Besuch von LTTE Vertretern erhielt.
Übersetzt aus der englischen Webzeitung Sri Lanka Guardian 30. 11.07
Colombo – Ein Bericht, der im August 2007 unter dem Titel „Bericht des Innenministeriums und Königlichen Schatzamts zur Sicherheit zum Schutz des Wohlfahrtssektors (England und Wales) vor terroristischem Missbrauch und die Antwort der Wohlfahrtskommission auf die Beratungen“ durch die Wohlfahrtskommission in Großbritannien hat sich auf die Schließung der Tamil Rehabilitation Organisation in Großbritannien bezogen.
‚Wir sind ebenfalls effektiv eingeschritten, um den Besitz der Tamil Rehabilitation Organization (TRO) zu sichern, als unsere Untersuchungen ergaben, dass die Verwalter, falls überhaupt, wenig Kontrolle über die Geldmittel hatte, die für Hilfsprojekte nach Sri Lanka gesandt wurden. Weitere Ermittlungen ergaben, dass die Vertreter der Hilfsorganisation mit den Befreiungstigern von Tamil Eelam (einer verbotenen Organisation unter dem Terrorgesetz von 2000) zusammengearbeitet hatten, um Entscheidungen zu fällen, wo die Geldmittel eingesetzt werden sollten,’ heißt es in dem Bericht.
Die Wohlfahrtskommission hatte vorher festgestellt, die TRO sei schlecht verwaltet und die Verwalter hätten wenig Kontrolle über die nach Sri Lanka gesandten Gelder. Die folgende Untersuchung infolge der Intervention hatte engere Verflechtungen der TRO mit der verbotenen LTTE ergeben.
Die Wohlfahrtskommission ist eine nicht-ministeriumsgebundene Regierungsabteilung, die unabhängig arbeitet und über 190 000 registrierte Stiftungen reguliert, Es gibt weiterhin rund 100 000 nicht registrierte Stiftungen, die von verschiedenen Graden der Regulierung und Unterstützung durch die Kommission abhängig sind.
Seit dem Schlag gegen die TRO haben ihre Aktivisten aus der Erste Reihe eine weitere Stiftung unter dem Namen „White Pigeon“ gegründet, die als der britische Arm der TRO im durch die LTTE kontrollierten Vanni arbeitet. Der Gründer und gegenwärtige Vorsitzende von White Pigeon ist Dr. N Sathiyanoorthy, auch bekannt als Dr Moorthy, war der Vorsitzender der TRO in Großbritannien zur Zeit des regulatorischen Eingreifens der Wohlfahrtskommission, das zur Schließung führte.

