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Übersetzt aus der Colombo Times vom 20. Dezember 2009

Generalkonsul Jayasekera: Referendum ist lächerlich - aber gefährlich

Toronto – Die kanadische Tamilen sollen in einer demokratischen Wahl darüber abstimmen, ob sie noch immer einen unabhängigen tamilischen Staat auf Sri Lanka wollen. Ein Gruppe, die sich Coalition for Tamil Elections Canada (Koalition für tamilische Wahlen/Kanada) nennt behauptet frei, geheime und unabhängig überprüfte Wahlen um die Frage einer tamilischen Unabhängigkeit am Samstag abhalten zu wollen – die Wahl soll bis April kommenden Jahres zu einer „transnationalen Regierung von Tamil Eelam“ führen.

Doch eine Reihe von tamilischen Einwohnern von Groß-Toronto nennen das Referendum, das knapp sieben Monate nach der vernichtenden Niederlage der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) im jahrzehntelangen Bürgerkrieg stattfinden soll, irreführend, ja gefährlich.

Diese Wahl am Samstag, den 19. Dezember – in sechs Scarborough sowie vier weiteren Bezirken Torontos – soll ein Zustimmung zu den „politischen Fundamenten“ der sogenanten Vaddukkoaddai Resolution bringen, in der 1976 behauptet wurde, den Tamilen stünde ein Recht zu, einen eigenen Staat zu gründen.

In der Resolution heißt es unter anderem:“ Die Verfassung Sri Lankas hat aus den Tamilen Sklaven und aus den Singhalesen die neuen Kolonialherren gemacht.“ Ein eigener tamilischer Staat, eben Tamil Eelam, sei deshalb „unvermeidbar“.

Kreuzt man auf den Wahlscheinen, die auf Tamil, Englisch und Französisch gedruckt sind, „Ja“ an, stimmt damit der tamilische Kanada-Einwanderer für eine „Anerkennung“ dieser Resolution. Auch ihre Kinder sollen diese „Chance“ bekommen, sagt Veluppillai Thangavelu aus Scarborough, einer der Organisatoren des Referendums. Es sei „ein demokratischer Weg, den Willen des Volkes festzustellen,“ behauptet er. Und: Dies sei in seiner Heimat nicht möglich.

Ein Buchhalter in Rente, hat Thangavelu noch eine andere Karriere hinter sich. Er war Vizepräsident der mittlerweile in Kanada als „Geldsammelverein für eine Terrororganisation (LTTE)“ verbotenen Organisation World Tamil Movement (WTM).

Mit dem Konto von den Behörden eingefroren, musste die WTM ihre Geschäftsräume am Cosentino Drive schnell schließen. Thangavelu behauptet, das Archiv werde mittlerweile von Freiwilligen an einem geheimen Ort weitergeführt – er hofft, dass das Verbot der WTM bald aufgehoben wird; jetzt da der Krieg vorbei ist.

Die Resolution habe gar nichts mit der LTTE zu tun – die Idee einer solchen Wahl habe schon vor dem Ende der Tiger auf Sri Lanka existiert – sagt Thangavelu.

„Wir sagen den Leuten nicht, was sie wählen sollen,“ erzählt Thangavelu und er besteht darauf, dass eine nicht-tamilische, nicht-kanadische Organisation aus Beratern und Abgeordneten eingeladen sei, die Wahl zu überwachen. Namen könne er jedoch nicht nennen.

Anrufe bei der Kontaktstelle des Referendums am Dienstag, den 15. Dezember in Scarborough brachten ebenso wenig Information wie die dazugehörigen Website. Der Anrufbeantworter war voll.

Bereits im November, anlässlich der LTTE-“Helden-Woche“ in der der getöteten LTTE-Führer um Velupillai Prabhakaran von studentischen Tamilen-Gruppen gedacht wurde, hatten sich einige öffentlich zu der Resolution bekannt.

Bandula Jayasekera, Sri Lankas Generalkonsul in Toronto, sagte, das Referendum sei „lächerlich“ und seine Unterstützer, darunter viele Jugendliche würden „verführt“. Er sagte weiter:“ I glaube, dass viele von diesen Leuten noch nie Fuß auf Sri Lanka gesetzt haben. Die tamilische Diaspora täte besser daran, sich Gedanken darüber zu machen wie sie ihren Leuten auf der Insel sowie allen Srilankern wirklich helfen könnten.“Die Menschen dort, die jahrelang Feinde waren, haben jetzt Frieden geschlossen. Es ist auch für diese Leute an der Zeit, in die Zukunft zu blicken.„t

Der Canadian Tamil Congress (kanadisch-tamilischer Kongress) beteiligt sich nicht an dem Referendum. Man werde aber „interessiert“ beobachten, so Sprecher Manjula Selvarajah letzten Monat.

Lenin Bendict, ein bekannter Dissident in Scarboroughs großer tamilischer Diaspora, meint, die Resolution würde nur einer weiteren kriegerischen Auseinandersetzung den Weg ebenen und beschuldigte einige Sprecher der tamilischen Diaspora tamilischen Nationalismus lediglich zur eigenen Bereicherung befeuern und nutzen zu wollen. Diese Leute hätten an dem LTTE-Steuer-System gut verdient.

Noor Nizam, Mitglied der Sri Lankan Canadians Against nennt die Idee einer „transnationalen Regierung“ für einen (Alp-)Traum, der niemals in Erfüllung geht.“ Und wundert sich gleichzeitig darüber, warum die kanadischen Behörden nicht einschreiten – und dem Unsinn ein Ende und geltendes kanadisches Recht durchsetzen.

***

Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:

Laut tamilischen Pro-LTTE Websites haben am Samstag 48 583 wahlberechtigte Angehörige der tamilischen Diaspora sich zu 99.82% für eine erneute Annahme der Resolution bekannt. Nur 0,18 % hätten demnach an den 30 Wahlstationen im Raum Toronto mit „Nein“ gestimmt.

Beobachter berichten laut Tamilnet von einem „unglaublich demokratischen Prozess“. Wieviele Angehörige der tamilischen Diaspora nicht zur Wahl erschienen sind, ist nicht bekannt. Auch nicht, ob bekennende Referndum-Gegender daran gehindert wurden, an die Wahlurnen zu treten… Laut Wikipedia leben mindestens 200 000 Tamilen in Kanada – demnach könnte man von einer Wahlbeteiligung von knapp 25% sprechen.

Die LTTE-Anhänger haben einigen Nachhol-Bedarf bei unglaubwürdigen unglaublich demokratischen Wahlen: Während der LTTE-Herrschaft im Norden der Insel waren Wahlen kein Mittel der „Staatsführung“ von Tamil Eelam.

Deutsche kennen ähnliche Wahlergebnisse nur zu gut…

In der Wahl-Nacht wurde zum wiederholten Mal ein buddhistischer Tempel in Toronto von unbekannten Brandstiftern heimgesucht. Es entstand Sachschaden.

Von Geoff  Thompson vom 19. Dezember 2009

Jakarta – Einige der 78 Flüchtlinge aus Sri Lanka, die über einen Monat lang an Bord der Oceanic Viking in einem indonesischen Hafen verbracht haben, werden heute mit der Umsiedlung beginnen.

Indonesische Beamte im Außenministerium bestätigen, dass 15 der Flüchtlinge aus Sri Lanka das von Australian finanzierte Lager Tanjung Pinang heute verlassen dürfen – an Bord eines Flugzeugs nach Jakarta. Jeder der 78 Asylbewerber, die sich einen Monat lang an Bord des australischen Zoll-Schiffs aufgehalten hatten, das sie auf hoher See aufgegriffen hatte, wurden als Flüchtlinge vom UN-Hochkommissar für Flüchtlinge anerkannt.

Von den ersten 15 wird erwartet, dass sie nach Australien weiterreisen dürfen. Es wird aber auch davon ausgegangen, dass derzeit Neuansiedlungs- und Aufnahme-Verhandlungen im Namen der Flüchtlinge auch mit Kanada, Neuseeland und den Vereinigten Staaten stattfinden. Norwegen hat sich bereit erklärt, möglicherweise Flüchtlinge aufzunehmen.

Zwei Drittel der 50 srilankischen Boot-Flüchtlinge, die im bereits im April in Australien angekommen waren, sind dort nicht als Flüchtlinge anerkannt worden – sechs von ihnen wurden bereits am 14. November zurück nach Sri Lanka geflogen.

Berlin (hib/JOH/HAU) – Der Menschenrechtsausschuss hat am Mittwochabend mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen einen Antrag der Fraktion Bündnis90/Die Grünen abgelehnt, der von der Bundesregierung ein stärkeres Engagement für die Menschenrechte in Sri Lanka gefordert hatte (17/124). Unter anderem sollte sich die Regierung für eine zügige Auflösung der Flüchtlingslager in Sri Lanka und eine Rückkehr der Binnenflüchtlinge in ihre Heimatgemeinden einsetzen. Außerdem sollte sie sich für eine Verbesserung der humanitären Situation in den Lagern engagieren.

Die Fraktionen von CDU/CSU und FDP stießen sich vor allem an dem im Antrag geforderten Abschiebestopp für Flüchtlinge aus Sri Lanka, die sich derzeit in Deutschland aufhalten. So betonte die FDP-Fraktion, dass sie dem Antrag zwar in ”vielen Teilen“ zustimme, einen generellen Abschiebestopp aber ablehne. ”Wir brauchen eine Einzelfallprüfung“, forderten die Liberalen. Die Unionsfraktion ging außerdem auf eine Forderung der Grünen ein, nach der eine umfassende Wiederaufnahme der Entwicklungszusammenarbeit jenseits der humanitären Hilfe von der Verbesserung der Menschenrechtssituation abhängig zu machen sei. Sie betonte, dass die generelle Zusammenarbeit mit Sri Lanka nicht aufgekündigt werden dürfe. An das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gewandt, appellierte die Unionsfraktion, Nichtregierungsorganisationen, Kirchen und Stiftungen zu einer engeren Zusammenarbeit zu motivieren.

Die SPD-Fraktion bezeichnete den Antrag als ”gut und richtig“. Einen generellen Abschiebestopp befürworte sie, schließlich sei die Menschenrechtssituation in Sri Lanka nach wie vor ”unerträglich“. Die Sozialdemokraten äußerten außerdem die Hoffnung, dass sich die EU-Kommission der Forderung des Antrags anschließen möge, die weitere Gewährung von erweiterten europäischen Handelspräferenzen für Sri Lanka zu suspendieren, solange sich die Menschenrechtssituation nicht deutlich verbessere. Dies bezeichnete auch die Fraktion Die Linke als ”notwendig“.

Die Grünen bedauerten es, dass insbesondere die Forderung nach einem Abschiebstopp zu einer Ablehnung des Antrags geführt habe. Die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland sei nicht mehr sehr hoch. Ihre Situation würde sich jedoch deutlich entspannen, wenn sie in Deutschland bleiben könnten, bis sich die Situation in ihrem Heimatland verbessert habe, argumentierte die Fraktion.

Der Ausschuss lehnte in seiner Sitzung mit den Stimmen der Koalitionsfraktion außerdem einen Antrag der SPD-Fraktion (17/107) ab. Darin hatten die Sozialdemokraten die Bundesregierung aufgefordert, Menschenrechte nicht nur in der Entwicklungspolitik, sondern in ihrem politischen Handeln insgesamt als Querschnittsaufgabe fortzuführen.

Über die Beschlussempfehlung des Ausschusses zu beiden Anträgen stimmte der Bundestag am Mittwochabend ab. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmten gegen den Antrag.

Übersetzt aus dem jüngsten Bericht der Universitäts-Lehrer für Menschenrechte (UTHR-J) aus Jaffna

Jaffna – In der letzten Phase des IV. Eelam-Krieges ignorierten viele LTTE-Anführer die Anweisungen ihren Obersten, Velupillai Prabhakaran und ergaben sich lieber den vorrückenden srilankischen Truppen, statt sich, wie befohlen, zu Märtyrern zu machen und im Endkampf auf die berüchtigte Zyanid-Kapsel zu beißen, die jeder LTTE-Kader um den Hals trug. Dies berichtet der jüngste Bericht der Universitäts-Lehrer für Menschenrechte (UTHR-J) aus Jaffna.

„Die bedingungslose Akzeptanz der LTTE-Doktrin war den Führern am Ende abhanden gekommen. Der Chef der Sea-Tigers, Thillaiyambalam Sivanesan alias Soosai, hatte eines der letzten Treffen mit LTTE-Chef Prabhakaran wütend und gänzlich anderer Meinung verlassen. Geheimdienst-Chef Pottu Amman fühlte auch, dass eine militärische Niederlage drohte und wollte einen anderen Ausweg – aber wagte es nicht, Prabhakaran so offen zu widersprechen wie es Soosai tat,“ heißt es in dem umfangreichen Bericht, der die letzten Tage des Krieges aus Sicht der tamilischen Bevölkerung aufzeichnet und auswertet Uthr-special Report full - .pdf als Download, englisch).

Kein Platz für Prabhakaran in der Geschichte

Einer der erste, der den Glauben an den als „Sonnenkönig“ verehrten Prabhakaran verlor, war V. Balakumar, der ehemalige Anführer der EROS-Gruppe, der sich einen Namen gemacht hatte als Chef-Ideologe und Einpeitscher, der auch die berüchtigte Selbstmord-Staffel zu motivieren wusste. Er wurde vom Saulus zum Paulus – viele, die sich mit dem Gedanken trugen, die LTTE zu verlassen, fanden in ihm zumindest moralische Unterstützung.

„Er (Balakumar) war so desillusioniert, dass er die Fortsetzung der LTTE-Politik als schwere Bedrohung der tamilischen Gemeinde sah,“ heißt es in dem Bericht.

„Wegen der geforderten schriftlichen Rapporte war er in ständigem Briefkontakt mit Prabhakaran. Einige, die diese Briefe gesehen hatten, ermahnten ihn, vorsichtig zu sein; seine Vorschläge und Einschätzungen würden, mehr der weniger offen, Veränderungen vorschlagen. Balakumar erklärte, dass jeder, der Prabhakaran Rat gebe, umgehend abgewiesen wurde. Er meinte, man müsse sanft an Prabhakaran arbeiten, damit dieser den Eidruck bekäme, die Veränderungen kämen von ihm selbst. Balakumars Taktik ging nicht auf. In einem seiner letzten Briefe an den „Sonnengott“ schrieb er, dass es für ihn, Prabhakaran, keinen Platz in der Geschichte geben werde,“ heißt es in dem UTHR-J-Bericht weiter.

Die Familien wurden weggeschickt

Am 19. April schlichen sich 20 von Balakumars Familienangehörigen bei Puthumattalan auf ein Schiff und legte in südlicher Richtung ab. Doch LTTE-Kader verhinderten die Flucht indem sie das Schiff beschossen und zur Umkehr zwangen. Der andauernde Krieg zwang die Familie, sich mehr und mehr in Richtung Mullivaikkal zu bewegen. Während Balakumars Frau Indrani sich in Richtung Pulmoddai absetzte, um sich von dort am 23. April mit einem der ersten Schiffe der Internationalen Roten Kreuzes in Sicherheit bringenz lassen, mussten Balakumar und sein jugendlichen Sohn Sooriyatheepan bis zum 16. Mai warten – bis die LTTE zumindest einem Teil der Zivilisten erlaubte, sich der anrückenden Armee zu ergeben.

Balakumar und sein Sohn ergaben sich der 53. Division in der Nähe von Irattaivaykkal an der Nanthikdal Lagune. Als er sich identifizierte, wurde er freundlich behandelt und weil er sowohl herzkrank als auch verwundet war, wurde er  auf einem Traktor in Sicherheit gebracht.

Obwohl er zum Dissident geworden war, wurde Soosai im Kampf getötet. Er hatte noch in den letzten Kriegstagen versucht, sein Familie zu retten, indem er sie mit einem Boot und mit Geld und Schmuck ausgestatt, nach Indien schickte. Doch der Plan schlug fehl, das Boot wurde von der srilankischen Marine aufgegriffen, nur wenige Hundert Meter von der Küste entfernt.

LTTE-Anführer und Kader geben auf

Genau wie Balakumar ergaben sich in den letzten Tagen des Krieges – zwischen dem 16. und 19. Mai – viele Führungskräfte und Kader der LTTE. Diese ehemaligen Kader, es sind an die 11 000, werden in speziellen Lagern festgehalten um rehabilitiert zu werden; sie dürfen allerdings Besuch von ihren Familien empfangen. Das heißt, wenn die Familien davon wissen, dass ihre Angehörigen dort sind. Laut Bericht des UTHR-J gibt es keine offiziellen Namens-Listen, wer genau sich in diesen LTTE-Kader-Lagern aufhält.

Übersetzt aus der srilankischen Zeitung Daily Mirror vom 15. Dezember 2009

Widerspricht vehement Vorwürfen, die Regierung habe Order gegeben LTTE-Führer zu erschießen

Colombo – Der UN-Unterstaatsekretär für humanitäre Angelegenheiten, Sir John Holmes bestätigte in einem Interview mit der CNN-Reporterin Christiana Amanpour, dass die UN angeboten hatte, die persönliche Kapitulation von LTTE-Führern während der letzten Tage des Krieges zu gewährleisten – aber weder genug Zeit noch Gelegenheit dazu hatte, weil man ihre Vertreter daran gehindert habe zu dem umkämpften Gebiet Zugang zu bekommen.

Der hohe UN-Beamte Holmes bestätigte damit, dass es Kommunikation zwischen LTTE-Führern und relevanten Offiziellen der UNO gab. Diese habe aber so kurz vor dem Ende stattgefunden, dass es keine Zeit gegeben habe, um einzuschreiten.

Mehrere hohe LTTE-Offizielle waren in den letzten Tages des Krieges tot aufgefunden worden – obwohl es Berichte gab, sie hätten sich ergeben wollen. Die srilankische Regierung widerspricht vehement, dass diese LTTE-Chefs getötet wurden, während sie sich ergaben.

Palitha Kohona, srilankischer Botschafter Sri Lankas bei der UNO, besteht darauf, dass seine Regierung Hunderttausende von Flüchtlinge strikt nach humanitären Gesichtspunkten behandelt habe nach Kriegsende im Mai diesen Jahres.

Menschenrechts-Organisationen sowie westliche Regierungen haben den Umgang mit den IDPs und die Bedingungen in den Flüchtlingslagern stark kritisiert mit der Begründung, dies sei eine illegale Form von kollektiver Bestrafung.

Kohona entgegnet: „Es ist gerade erst sechs Monate her, dass der Krieg vorüber ist. Im Mai hatten wir plötzlich 300 000 Menschen, die in die Lager strömten, die von der Regierung unterhalten wurden. Sie bekamen Unterkunft und Schutz, sie wurden ernährt und medizinisch versorgt. Nun sind 60 Prozent, vielleicht sogar schon 70 Prozent wieder in ihren ursprünglichen Häusern. Ende letzter Woche waren nur noch 110 000 Flüchtlinge in den Lagern.“

Der 26 Jahre andauernde Zivilkrieg, einer der am längsten Asiens, endete mit einer vernichtenden Niederlage für die LTTE um dem Sieg der srilankischen Truppen. Der Krieg kostete mindestens 70 000 Leben.

Kohona wies Vorwürfe, das sri-lankische Militär habe gezielt und bewusst auf Tiger Rebellen geschossen, die sich ergeben wollten.

„Das ist eine Anschuldigung, die erst in letzter Zeit hochgekommen ist – nicht nach dem Krieg. Die Regierung hat erklärt, dass dieses Szenario nie stattgefunden hat,“ sagte er. „Wenn man sich in einem Feuergefecht wieder findet in dem man selbst schießt, muss man sich nicht wirklich wundern, wenn man erschossen wird.“

Kohonas Einlassungen folgten Anschuldigungen auf dem Fuß, die der ehemalige Armeechef, General Sarah Fonseka, der in einem Interview zunächst behauptet hatte, dass die Regierung Order gegeben hätte, Aufgabewillige nicht zur Kenntnis zu nehmen. Regierunsgoffizielle haben diesen Anschuldigungen umgehend scharf widersprochen: Fonseka wolle Vorteile für sich aus den Behauptungen schlagen für die bevorstehenden Wahlen. Fonseka fordert den regierenden Präsidenten Mahinda Rajapaksa bei den Wahlen am 26. Januar heraus.

Kohona versicherte, die Regierung unternehme alles, um die Versöhnung mit den Tamilen voranzutreiben: „Tamilisch ist gleichberechtigt im Lande, Tamil wird an jeder Schule unterrichtet“, sagte er, „39 Prozent der Einwohner Colombos sind Tamilen, im Süden mitten unter der Majorität der Singhalesen leben 54 Prozent.“

Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten vom 15. Dezember 2009

Colombo - Dem srilankischen Geheimdienst CID ist es gelungen, den Chef des Finanzwesens der TRO (Tamil Rehabilitation Organisation) festzunehmen. Die Sicherheitskräfte nannte jedoch keinen Namen. Die Festnahme fand in Chunnakam in der Nähe von Jaffna statt. Der Mann soll persönlich dafür gesorgt haben, dass LTTE-Größen wie V. Prabhakaran, Bhanu oder S. Thamilselvan mit Geldern ausgestattet wurden, die die TRO weltweit unter dem Deckmäntelchen der humanitären Hilfe eingesammelt hatte.

Vor seiner Festnahme hatte der Mann sich und seine Frau als Flüchtlinge ausgegeben und nach der militärischen Niederlage der LTTE im Mai für ein paar Monate im IDP-Lager in Vavunya gelebt; vor ein paar Wochen war er dann nach Chunnakam gezogen unter dem Vorwand, seine Frau sei schwanger.

Seine Frau hatte bei der srilankischen Samurdhi-Wohlfahrtsorganisation in Kilinochchi gearbeitet. Bei ersten Verhören hat der Mann bereits gestanden, mehrere Millionen Rupees von der TRO direkt an die LTTE weitergeleitet zu haben, so ein Sprecher der Sicherheitsbehörden.

Im November letzten Jahres hatte die Zentralbank Sri Lankas die Konten der TRO eingefroren, als mehr und mehr deutlich wurde, dass die TRO lediglich als Frontorganisation der LTTE fungierte. Auch Kanada und die USA froren die Konten der TRO ein,die dort auch als terroristische Hilfsorganisation verboten wurde. Auch in anderen Ländern denkt man über ein Verbot der TRO nach. Die etwa 71 Millionen SL-Rupees, die sich auf dem Konto in Sri Lanka fanden, wurden mittlerweile dem Staat gutgeschrieben. Sri Lanka versucht seit geraumer Zeit, das Vermögen der LTTE, das weltweit verteilt ist, einzusammeln.

Von unserem LTTEwatch-Korrespondeten in Colombo vom 12. Dezember 2009

Anwalt und LTTE-Freund Rudrakumaran während einer Pro-LTTE-Demonstration

Colombo – Um die Festnahme des mutmasslichen LTTE-Führers, des in New York lebenden Anwalts V. Rudrakumaran einzuleiten, hat die srilankische Regierung angekündigt, den US-Strafverfolgungsbehörden umfangreiches Belastungsmaterial zur Verfügung zu stellen. Dies kündigte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Keheliya Rumbukwella an, nachdem Robert Blake, stellvertretender Staatssekretär des US-Außenministeriums für Süd- und Zentral-Asien während seines Besuches in Sri Lanka gesagt hatte, dass die LTTE zwar in den USA verboten sei, gegen Rudrakumaran in den USA aber nichts vorläge.

Die srilankische Regierung hingegen ist davon überzeugt, dass die lange bekannten Verbindungen zwischen dem Anwalt und der LTTE auch krimineller Natur sind. Rudrakumaran hatte die LTTE diverse Male bei Friedensverhandlungen mit der srilankischen Regierung vertreten. Außerdem hat er nach der militärischen Niederlage der LTTE im Mai zur Gründung einer „Provisorischen transnationalen Regierung von Tamil Eelam“ aufgerufen. Visuvanathan Rudrakumaran sowieder in Norwegen lebende Perinpanayagam Sivaparan (alias Nediyawan) hieß es, seien zu den neuen Führern dieser virtuellen Regierung der LTTE ernannt worden, nachdem Prabhakaran-Nachfolger K. Pathmanathan alias „K.P.“ von den srilankischen Sicherheitskräften festgenommen worden war.

Kürzlich hatte Deutschland Rudrakumaran die Einreise verweigert. Visuvanathan Rudrakumaran ist Sohn des ehemaligen Bürgermeisters von Jaffna, Viswanathan, dem ebenfalls enge Verbindungen zur LTTE nachgesagt wurden.

Von unserem LTTEwatch-Korrespondeten aus Colombo vom 7. Dezember 2009

Colombo – Um die 529 943 909 Quadratmeter Land im Norden, im ehemals von der LTTE besetzte Gebiet, das von Landminen und nicht explodierten Sprengsätzen verseucht sind zu entminen, gab die srilankische Regierung bislang rund 79 Millionen US-Dollar aus. dies berichtete heute der Minister für Menschenrechte und Katastrophenmanagement, Mahinda Samarasinghe bei einer von ihm einberufenen Pressekonferenz. Trotz des schlechten Wetters seien die 25 Minenräum-Maschinen, die die Regierung gekauft hat, Tag für Tag im Einsatz. Die Aufgabe soll jedoch bis zum Jahresende komplett erledigt sein, so der Minister.

Bislang seien 169 938 Zivilisten aus den Lagern in ihre ursprünglichen Heimatdörfer entlassen worden, 112 062 verbleiben derzeit noch dort, obwohl die Tore geöffnet sind und sie sich frei bewegen dürften. Von den verbleibenden Flüchtlingen stammten 105 664 aus Vavuniya, 1738 aus Jaffna und 2298 aus Trincomalee. Insgesamt 2360 Interne Vertrieben befänden sich derzeit noch in diversen Krankenhäusern in Behandlung.

Nach der Räumung der Minen sollen nun die Arbeiten am Aufbau der Infrastruktur verstärkt werden, die durch jahrelange Misswirtschaft unter der LTTE-Herrschaft brach liegt. Bis Jahresende sollen auch diese Arbeiten aber abgeschlossen sein, so der Minister.

Seit 1. Dezember sind die Tore der Lager offen, jeder kann kommen und gehen. Ab dem Öffnungstag hätten 22443 Flüchtlinge die Lager verlassen – und 9778 seien wieder zurückgekehrt, wegen noch fehlender Infrastruktur in ihrem Heimatdörfern. Insgesamt waren nach dem Ende des Krieges im Mai etwa 287 000 Flüchtlinge in den Lagern untergebracht worden, die zum Teil von der LTTE aus menschliche Schutzschild gegen die vorrückenden sri-lankischen Truppen benutzt worden waren. Viele waren unterernährt und hatten zum Teil jahrelang keinerlei medizinische Versorgung gekannt.

Anderes als von bestimmten Medien berichtet, gäbe es keinerlei Beschränkung für die IDPs – sie könnten sich, so Samarasinghe, völlig frei nicht nur in den Lagern selbst, sondern auch aus den Lagern heraus sowie hinein bewegen, ohne Kontrollen gehen und kommen, wie es ihnen beliebt. Wie lange die Versorgung der Flüchtlinge in den Lagern noch anhalten soll, wurde nicht gesagt.

Übersetzt aus der britischen The Times Online, vom 7. Dezember 2009

Von Anthony Loyd

Colombo – Eine marxistische Gruppe tamilischer Militanter mit angeblichen Verbindungen zur Palästinensischen Befreiungsorganisation sowie nach Kuba bereitet einen neuen Aufstand in Sri Lanka vor – sechs Monate, nachdem die Regierung den 26-jährigen Krieg gegen die LTTE dort für beendet erklärt hat.

Die People’s Liberation Army, also Volksbefreiungsarmee (PLA) wurde vor vier Monaten im östlichen Sri Lanka gegründet und hat geschworen, dass sie Angriffe gegen die Regierung und gegen militärische Ziele starten will, wenn man ihren Forderungen nach einem separaten tamilischen Heimatland „Eelam“ nicht nachkommt.

Kommandant Kones, der Kopf des militärischen Kommandos der PLA sagte der Times anlässlich eines nächtlichen Treffens in einem Haus im Osten des Landes letzten Woche: „Dieser Krieg ist noch lange nicht vorbei.“

„Seit der Zerstörung der LTTE (Tamil Tiger) im Mai hat es für die Tamilen keine Lösung gegeben. So haben wir die PLA aufgebaut und organisiert und sind bereit, schon bald zu handeln. Unser Ziel ist eine demokratische sozialistische Befreiung des Nordostens um ein Tamil Eelam (den auch schon von der LTTE erwünschten tamilischen Staat) zu gründen.“

Kones – ein Kampfname – behauptet, dass die PLA schon 300 aktive Mitglieder habe und erwartet, 5.000 Freiwillige unter den 280.000 tamilischen Zivilisten zu rekrutieren, welche vor kurzem aus den Haftlagern entlassen wurden.

Er sagte, dass die PLA von einem Komitee, welches aus zehn Mann bestehe, geleitet würde und eine Organisation sei, die nichts mit der LTTE zu tun habe. Er sagte aber auch, dass frühere LTTE-Kader Mitglieder der Organisation werden könnten, wenn sie einen Treueeid auf die politischen Ziele der PLA ablegen würden.

Kones sagte: „Es gibt jetzt schon ehemalige Mitglieder der LTTE in der PLA. Aber die LTTE war eine extremistische Organisation, welche nur für sich selbst und nicht für die Bedürfnisse des Volkes kämpfte.“

„Sie ist jetzt vollkommen zerstört und ich kümmere mich nicht um sie. Wir sind sozialistische Ideologen und versuchen, verschiedene tamilische Gruppen um eines Volkskampfes, eines Volkskrieges willen zusammenzuziehen.“

Obwohl die Kapazitäten der PLA im Unklaren bleiben, hat sie in ihren Reihen verschiedene erfahrene Aufständische, welche in den 80er Jahren gegen die Streitkräfte der Regierung in Sri Lanka gekämpft hatten, bevor sie mit der LTTE zusammenstießen und entweder das Land verließen oder terroristische Schläfer wurden.

Kommandant Kones, der etwa Mitte 40 Jahre ist, hatte nach eigener Aussage eine Guerillaausbildung in einem Lager in Uttar Pradesh in Indien im Jahre 1983 bekommen. Unter seinen Ausbildern seien Kämpfer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) gewesen.

„Wir haben immer noch Beziehungen zur PLO und auch nach Kuba sowie zu indischen maoistischen Gruppen,“ sagte er. „Die kämpfen genau wie wir um ihre Rechte.“

Während der kürzlich erfolgten Aktion gegen die Regierungsstreitkräfte im östlichen Sri Lanka wurde Kones angeblich verhaftet und gefoltert, bevor er aus dem Land entkommen konnte und in Europa lebte.

Die Bedrohung durch eine neue, sich erhebenden tamilischen aufständischen Gruppe kommt zu einer schwierigen Zeit für die srilankische Regierung. Das Bild der landesweiten Vereinigung, das ihre entscheidender Sieg über die Tamil Tiger im Mai begleitete, fängt an zu bröckle. Der Vater dieses Sieges, Ex-General Sarath Fonseka, wurde in einen politischen Streit mit dem Amtsinhaber Präsident Mahinda Rajapaksa hineingezogen; beide Männer wetteifern nun als scharfe Konkurrenten um den Sieg bei den Präsidentschaftswahlen im nächsten Monat.

***

Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:

Der palästinensiche Botschafter in Sri Lanka, Dr. Anwar Al-Agha, hat umgehend dementiert, dass es Verbindungen zwischen der PLA und der PLO gäbe. Man sei sich gar nicht darüber bewusst, dass eine solche Gruppe überhaupt existiere. Al-Agha bekräftigte, dass Palästina  starke Bindungen mit der rechtmässig gewählten Regierung Sri Lankas habe und sie in ihrem Kampf gegen den Terrorismus vorbehaltlos unterstütze.

Tatsache ist aber auch, dass die PLO früher Kämpfer der LTTE trainierte und ausbildete.

Übersetzung einer Transkription von Defence Web vom 1. Dezember 2009

Redet Klartext: Der Staatssekretär des srilankischen Verteidiguns-Ministeriums und Präsidentenbruder - Gotabaya Rajapaksa

Der Staatssekretär des srilankischen Verteidigungs-Ministeriums Gotabhaya Rajapaksa spricht in der Sendung “Hard Talk” über die Bedrohung einer internationalen Verschwörung, die gegen das Land arbeite. Sie tarne sich als Bestreben nach einem Regierungswechsel, in einer Zeit, in der sich auch da der frühere Armeechef Sarah Fonseka sich um das Präsidentenamt bemüht.

Er macht dafür die “Enttäuschung” verantwortlich, welche gewisse Länder und ihre politischen Elemente hinsichtlich des Sieges des Landes über die LTTE gespürt hätten, sowie die Entscheidung des Präsidenten, nicht dem internationalen Druck nachzugeben, von dem er behauptet, dass er durch Elemente zustande kam, welche die LTTE während der letzten Stadien des Krieges hätten schützen wollen.

Es gäbe gewisse Elemente der internationalen Gemeinschaft, welche sehen, dass der Präsident gegenüber der internationalen Gemeinschaft im Laufe des Krieges einen schweren Stand hatte, und dies persönlich nähmen.

Der Staatssekretär  wörtlich: „Vielleicht wollen diese Elemente, dass sich Regierungen wie die jetzige ändern. Wir sehen sicherlich eine internationale Verschwörung, um den Präsidenten zu vertreiben. Ich zeige nicht mit dem Finger auf irgendeine Regierung, aber es gab Druck, welcher sich aufbaute, um die LTTE zu sichern. Diese Elemente wollen den Präsidenten nicht mehr im Amt sehen. Vielleicht sehen sie, dass sie so auf andere Weise der LTTE ihr Erlahm geben können. Wir müssen uns dieser Situation bewusst sein. Die Menschen müssen sich dieser Gefahr bewusst sein.“

Frage:

Wer hat Ihrer Meinung nach am meisten geholfen, die LTTE zu besiegen? Haben die Ansprüche verschiedenen Grades von Seiten der Regierung und des neu angekündigten Präsidentschaftskandidaten Sarath Fonseka die Menschen verwirrt?

Antwort:

Ohne das politische Engagement kann niemand einen Krieg gewinnen. Es ist der Präsident, welcher die Entscheidung Trift, mit militärischen Operationen zu beginnen, und der das klare Ziel vorgegeben hat, die LTTE zu besiegen. Wenn Sie sich die am Anfang von General Sarath Fonseka gegebenen Interviews anschauen, dann hat er erwähnt, dass niemand ohne den politischen Willen und die politische Anleitung einen Krieg gewinnen kann. Die Armee ist nur eine Abteilung der Regierung. Sie handelt nach den Wünschen der Regierung und setzt die Politik dieser Regierung in die Tat um. Kein Armeekommandant kann etwas anderes tun. Dies erklärt, warum dieser Sieg nicht unter den vorhergehenden Führungen erreicht werden konnte.

Es ist der Präsident eines Landes, welcher entscheidet, ob man mit den Terroristen spricht oder mit militärischen Operationen beginnt. Und es ist allein der Präsident, welcher entscheiden kann, wie viel Geld man für einen Krieg ausgeben kann, oder ob man die Zahl der Truppenstärke. Und einer der Schlüsselfaktoren für den Sieg war das Erhöhen der Anzahl der Soldaten. Und dies ist auf Grund der Tatsache sehr klar, dass verschiedene vorherige Regierungen sich entschieden haben, die Anzahl der Soldaten zu steigern oder zu vermindern. Es gab dann Entscheidungen hinsichtlich der Ausrüstung der Männer, hinsichtlich des Erlangens der richtigen Waffen, der Gehälter usw.

Es dürfte jedem sehr klar sein, dass es das politische Engagement des Präsidenten und seine Entscheidung war, mit militärischen Operationen zu beginnen, welche all dies möglich gemacht haben. Vergessen Sie nicht, dass General Fonseka nicht erst vor vier Jahren geboren worden ist. Er war seit 35 Jahren in der Armee. Aber was hat er getan? Hat er ein Zehntel von dem erreicht, was wir in den letzten vier Jahren erreicht haben? Nehmen wir zum Beispiel Generäle wie Kobbekaduwa, Janaka Perera, Wimalaratne usw. Jeder spricht über sie.

Sie wurden keine Armeekommandanten oder Kommandanten der srilankanischen Armee, aber das, was sie beigetragen haben, war sehr wirksam. Kobbekaduwa als Brigadegeneral leitete die Wadamarachchi Operation, und Wimalaratne war ein Oberst zu der Zeit, aber jeder kannte sie, weil sie eine Menge vollbrachten. Aber wir haben nicht auf die gleiche Weise von General Fonseka gehört. Und wenn er sagt, dass er allein das Ganze zuwege gebracht hat, warum hat er dann nicht ein Zehntel davon in den vergangen Jahren vollbracht? Unter ihm gab es eine Menge Versagen. In der Tat ist er derjenige, welcher im Jahre 2000 den Befehl gegeben hatte, Truppen aus Jaffna abzuziehen.

Ich sage nicht, dass er kein guter militärischer Offizier ist, aber ohne die politische Anleitung und Hilfe kann ein militärischer Offizier gewisse Dinge nicht tun. Darum haben unter verschiedenen Regierungen verschiedene Offiziere Verschiedenes getan. General Fonseka selbst hat sich während der Wickremesinghe Regierung anders verhalten, so, wie er sich auch unter der Rajapaksa Regierung anders verhalten hat.

Das beste Beispiel ist jenes von den gleichen Offizieren, welche sich während der Wickremesinghe Regierung mit der LTTE koordinieren mussten und damit endeten, dass sie die gleichen altgedienten Soldaten der LTTE gegen Ende des Krieges töteten. Und vergessen Sie nicht den Beitrag von jedem – von Obergefreiten, unter denen die größte Opferzahl auf dem Feld war, bis zu Kommandanten der srilankanischen Armee oder zu den Bataillonskommandanten wie Oberst Shavindra Silva, dessen Division Pooneryn einnahm und bis nach Pudukudiiruppu kam. Wenn der Armeekommandant behauptet, dass seiner der einzige Beitrag war, was ist dann mit all diesen Personen? Dann kann jeder individuell damit beginnen, den Ruhm für sich zu beanspruchen. Dies war ganz und gar die Leistung einer gesamten Gruppe. Und was ist mit der Marine, Dank derer die Seetiger nicht auf das Meer hinauskommen konnten, oder was ist mit der Luftwaffe? Dies ist purer Egoismus. Es ist falsch, diesen Eindruck zu vermitteln.

Frage:

Fonseka tadelte eine schwache militärische Führung, nicht die politische Führung, weil sie der LTTE erlaubt hatte, so lange zu überleben. Er sagt, dass er 1999 der Präsidentin Chandrika Kumaratunge gesagt habe, dass der Krieg in vier Jahren beendet werden könnte, aber dass vier weitere altgediente Militärs diese Ansicht nicht unterstützt hätten. Er behauptete auch, dass die Armee unter Kumaratungas Regierung modernisiert worden sei. Ist dies ein Hinweis darauf, dass der Beitrag der Rajapaksa Regierung in Wirklichkeit bei dem politischen Engagement hinsichtlich des Krieges minimal gewesen ist?

Antwort:

Wie können Sie das sagen, wo es doch der Präsident ist, welcher beschließt, ob man weitermacht oder nachgibt, wenn es internationalen Druck gibt? Es ist der Präsident, der sich dem gegenübersieht und der beschließt, ob er weitermacht oder aufhört. Wie erklären Sie die Entscheidung, die Wadamarachchi Operation anzuhalten, obwohl sie während der vorigen Regierung eine erfolgreiche Operation gewesen ist? Wie können sie dies einer schwachen militärischen Führung zur Last legen, da doch Wadamarachchi gewonnen wurde?

Es gab und gibt in der Armee viel bessere Führer als General Fonseka. Wer war er vor 2005? Jetzt versucht er, billig Politiker zu werden. Er sollte nicht versuchen, dem Militär auf diese Weise Schande zu machen. Offiziere wie Chagi Gallage, Shavindra Silva, Jagath Dias oder Kamal Gallage waren quasi Produkte von Wijeya Wimalaratne. Wo ist also die schwache militärische Führung, da er doch ein exzellenter Offizier war? Wir hatten und haben genügend brillante Offiziere. Wer schuf die Spezialkräfte oder die Kommandanten? Sie wurden nicht in den letzten 4 Jahren geschaffen? Wenn die militärische Führung schwach war, wie kann dies geschehen? Sie waren diejenigen, welche diese Opfer erbrachten, welche diese Offiziere ausbildeten, welche einfach nicht die richtige politische Richtung gaben, weil es da nicht den politischen Willen gab. Wie kann er die Männer dieser großen Armee in den letzten 35 Jahren auf diese Weise tadeln, um sich selbst als einzigen guten hinzustellen? Er macht die ganze Armee lächerlich.

Frage:

Fonseka erhebt einige sehr ernsthafte Beschuldigungen gegen Sie vor dem Hintergrund, dass Sie seine Sicherheit bedrohten, indem Sie das ihm zugewiesene Personal verringerten. General Fonseka behauptet, dass das Personal der Militärpolizei um Mitternacht am 24. sein Haus betreten habe, um die dem General zur Verfügung gestellten Fahrzeuge zu entfernen, und dies nach eines von Ihnen herausgegebenen Befehls. Er behauptet, dass Sie durch solche Maßnahmen seine Sicherheit bedrohten. Seine Vorstellung ist, dass, wenn der Präsident immer noch 2000 Leute zur Sicherheit und Sie 500 Leute für Ihre Sicherheit brauchen, wie man dann von ihm erwarten könne, dass er mit 25 Leuten und 3 Fahrzeugen auskäme? Was ist der Grund für diese Klagen?

Antwort:

Zunächst einmal muss Fonseka sich daran erinnern, dass er ein pensionierter Armeeoffizier ist und daher einige Privilegien verloren hat. Aber als er ging, um den Präsidenten zu treffen und um eine gewisse Sicherheit bat, da stimmte der Präsident zu, und dann, als er eine gewisse Anzahl erwähnte, sagte der Präsident, dass er ihm diesen Wunsch schriftlich geben möge. In diesem Brief schrieb er eine gewisse Anzahl von Sicherheitspersonal nieder und wir gaben alles, um was gebeten wurde, außer die sechs Soldatinnen. Dies war auch, weil es in dieser Hinsicht gewisse Verwaltungsprobleme gab. Erinnern Sie sich, dass er in ein ziviles Leben gegangen war, wo man eine gewisse Struktur aufrechterhalten muss. Dennoch haben wir sogar diesen sechs zugestimmt, obwohl es nicht schlimm gewesen wäre, wenn sie bei einer Sicherheitsstruktur gefehlt hätten! Es ist reine Heuchelei, mit einem FR-Fall (Fundermental Rights) zu beginnen und das Zehnfache an Sicherheitspersonal zu verlangen, wenn wir schon alles gegeben haben, was er verlangte. Dies sind glatte Lügen, um die Sympathie des Volkes zu bekommen, indem man ein völlig anderes Bild zeigt. Es ist sehr klar ein politisches Spiel, welches er Spiel, und das geziemt sich für keinen Offizier.

Frage:

Aber nach Berichten des Geheimdienstes, die Ihnen zur Verfügung stehen, wie sehr ist gegenwärtig sein Leben in Gefahr? Er behauptet, dass der Sicherheitsrat versucht, sein Sicherheitspersonal zu vermindern, damit man Attentäter es leichter hätten. Er behauptet, dass in dem Fall, dass irgendetwas mit ihm passiert, der Präsident die direkte Verantwortung dafür auf sich nehmen muss.

Antwort:

Wir verstehen, dass die LTTE, wann immer es möglich ist, den Präsidenten, mich oder irgendeinen anderen der Kommandanten ins Visier nimmt. Aber vergessen Sie nicht, dass heute die Situation anders ist. Die LTTE wurde vernichtet. Aber als er den General Parakrama Pannipitiya aus dem Östlichen Kommando entfernte, egal aus welchem Grund, als der Krieg im Norden noch im Gange war und Selbstmordattentäter in Colombo waren, da entfernte Sarath Fonseka sein Sicherheitspersonal. Dies war der Mann, welcher verantwortlich für das Säubern des Ostens war. Und als General Panipitiya eine offizielle Beschwerde einreichte, gab Fonseka eine eidesstattliche Erklärung ab und stimmte zu, nur 6 Leute zu geben, obwohl Pannipitiyas Leben nun wirklich entschieden in Gefahr war.

Frage:

Fonseka zitiert den Leiter des Geheimdienstes J. B. Galanayake bezüglich der Information, dass ein mit Sprengkörpern beladener Lieferwagen nach Colombo gekommen war, um eine sehr wichtige Person ins Visier zu nehmen. Er behauptet, dass die Regierung diese Taktik „absichtlich“ benutze, um sicherzustellen, dass er auf der Straße in die Luft gejagt werde.

Antwort:

Ich versuche, die Gesetzgebung dazu zu bringen, den drei Kommandanten der Streitkräfte Sicherheit auf Lebenszeit zu geben. Aber das braucht seine Zeit. Ich habe das in Gang gesetzt und er weiß das auch. Ich sage immer, dass wir Sicherheit liefern müssen. Ich habe damit kein Problem. Aber wenn wir die Sicherheit gegeben haben und er dann eine unvernünftige Anzahl an Sicherheitsleuten verlangt, nur um uns lächerlich zu machen oder Sympathie zu gewinnen, ist das nicht richtig. Ich bin derjenige, welcher das Ganze in Gang gesetzt hat, um allen Kommandanten für ihr ganzes Leben ihre Sicherheit zu gewähren. Dies ist jetzt in der Abteilung für Gesetzentwürfe. Ich sage nicht, dass er sie nicht bekommen sollte. Aber die Situation hat sich heute im Land geändert, und darum haben wir entschieden, die Straßen zu öffnen und sie nicht einmal für sehr wichtige Leute zu schließen. Wir haben die LTTE besiegt und müssen jetzt dem Land Normalität bringen. Diese Bedrohung ist vorbei. Und wenn wir gegeben haben, was er verlangt hatte, was ist dann der Streitpunkt?

Frage:

Fonseka zeigt auch mit dem Finger auf Sie wegen der Verteidigungsausgaben und behauptet, dass Sie, der Präsident und der Etatausschuss die Verantwortung dafür übernehmen müssten, wenn es Korruption gäbe.

Antwort:

Aber wie kann er das sagen? Wieder versucht er, die Wahrheit dahinter zu verdecken. Er selbst hat darauf angespielt. Er erzählte in einem Interview, dass der Stabschef normalerweise im Etatausschuss sitzt, „aber ich habe das geändert und ich saß im Etatausschuss“. Dies hat er wörtlich gesagt! Worüber spricht er also? Auf welchen Etatausschuss bezieht er sich? Ich möchte nicht in das Schwarze-Peter-Spiel kommen, aber alles, was ich sagen will, ist, dass es verschiedene Behauptungen gibt, welche in verschiedenen Zeitungen aufgestellt wurden, usw., dass die Armee verschiedene Dinge von der Firma seines Schwiegersohnes gekauft habe. Alles, was ich sagen kann, ist, dass dies unethisch und illegal ist, weil er es selbst akzeptiert hat, als er selbst im Armee-Etatausschuss saß. Wieder versucht er, gewisse Dinge zu verdecken und ein anderes Bild zu vermitteln, welches einfach nicht stimmt.

Frage:

Fonseka sagt, dass die politische Führung darin versagt hat, dass sie der Demokratie, der nationalen Sicherheit, einschließlich der Menschen im Norden und Osten, den IDPs keine Priorität zugewiesen hat. Würden Sie sagen, dass Sie, wie behauptet, die Menschen nicht auf Ihre Seite ziehen können?

Antwort:

Ich weiß nicht, wie ausgerechnet Fonseka über Demokratie und Pressefreiheit oder die Minderheiten sprechen kann. Dies ist nur Politik. Es ist unfair für eine Person, welche bislang solch eine Position in der Armee innehatte, jetzt, da sie in den Ruhestand gegangen ist, auf die Weise zu sprechen. Ich kenne seine Ideen und wie er im Sicherheitsrat darüber gesprochen hat. Es ist undankbar von ihm, so zu sprechen, nur weil er jetzt in der Politik ist, besonders, weil er weiß, dass wir einen Prozess der Demokratisierung für den Osten eingeleitet haben, indem wir Wahlen abhalten und die paramilitärischen Gruppen entwaffnen. Was ist mit der Entwicklungsarbeit, welche getan wurde, und dem Einleiten von Normalität für das Land? Jetzt kommt er mit solchen Dingen, jetzt, weil er aus persönlichem Ehrgeiz bei den Leuten steht, welche gegen den Krieg waren und gesagt hatten, dass wir den Krieg nicht gewinnen könnten oder dass er selbst nicht geeignet genug wäre, um die rettende Armee zu leiten. Dies zeigt seinen Charakter. Er verbündet sich mit einem politisch bankrotten Haufen, einer unpatriotischen Menge, um seinen eigenen politischen Ehrgeiz zu befriedigen.

Frage:

Es gibt hinreichende Belege dafür, dass sich die LTTE international neu gruppiert. Was macht die Regierung angesichts dieser Bedrohung?

Antwort:

Wir machen eine Menge, um diese Bedrohung zu vereiteln. Die Regierung glaubt noch nicht, dass ihre Arbeit beendet ist, nachdem sie hier die LTTE militärisch besiegt und Waffenhändler „K.P.“ gefangen genommen hat – „K.P.“, der im internationalen Fernsehen erschien und behauptete, dass er der neue LTTE-Führer wäre. Wieder kann General Fonseka die Verantwortung dafür nicht auf sich nehmen, es war die gemeinsame Anstrengung von allen, die daran beteiligt waren und geholfen haben, ihn zu fangen. Und solche Art von Arbeit geht weiter.

Ein Erfolg der Operation war die absolute Geheimhaltung. Niemand wusste davon, bis es zur Gefangennahme kam. Sehr bald werden Sie mehr Verhaftungen sehen, aber auch das Aufdecken unentdeckter Konten der LTTE sowie die Überschreibung bereits eingefrorener Konten. Wir arbeiten mit den internationalen Geheimdiensten, um diese Arbeit fortzusetzen. Sogar lokal gesehen funktioniert unsere Politik sehr gut, bei den Befragungen und bei immer wichtigeren Verhaftungen.

All dies geht weiter, während wir mit den Entwicklungsprogrammen und dem Heranbringen von Investoren usw. weitermachen. Im Laufe der letzten vier Jahre haben wir viele internationale Abkommen unterzeichnet, welche uns helfen, die Information zwischen den Ländern auszutauschen. Natürlich gibt es Druck von einigen dieser Länder, aber wir müssen mit ihnen arbeiten und sie dazu gewinnen, dass man das Wiedererstarken der LTTE neutralisieren kann. Ich weiß, dass sogar Länder wie Kanada das dortige LTTE-Netzwerk jetzt zerschlagen wollen. Es ist für sie ein Problem. Es gibt eine Bedrohung durch das Schiffsnetzwerk der LTTE, welches von jeder anderen terroristischen Vereinigung gebraucht wird. Dadurch wird jedes Land in der Welt bedroht. All diese Länder müssen zusammenarbeiten, wenn sie die Welt vom Terror befreien wollen.

Frage:

Fühlen Sie und verschiedene andere Schlüsselmitglieder der Verteidigungsgruppe sich bedroht wegen angeblicher Kriegsverbrechen angeklagt werden?

Antwort:

Natürlich gibt es, obwohl eine Menge Länder unseren Sieg schätzen, einige, die aus verschiedenen Gründen enttäuscht sind. Vielleicht ist es wegen der Aktivitäten der Diaspora, wegen der Präsenz der LTTE außerhalb, die eine politische Macht geworden ist, was die Regierungen in jenen Ländern beeinflusst. Sie können diese Länder beeinflussen. Vielleicht ist dies auch wegen gewisser strategischer Interessen, die sie in unserem Land haben. Vielleicht wollen diese Elemente, dass sich Regierungen wie die jetzige ändern. Wir sehen sicherlich eine internationale Verschwörung, um den Präsidenten zu vertreiben. Ich zeige nicht mit dem Finger auf irgendeine Regierung, aber es gab Druck, welcher sich aufbaute, um die LTTE zu sichern. Diese Elemente wollen den Präsidenten nicht mehr im Amt sehen. Vielleicht sehen sie, dass sie so auf andere Weise der LTTE ihr Erlahm geben können. Wir müssen uns dieser Situation bewusst sein. Die Menschen müssen sich dieser Gefahr bewusst sein.

Diese Anschuldigungen wegen Kriegsverbrechen sind sehr ungerecht. Es ist nicht die Zeit, politische Führer oder Offiziere oder militärische Führer dafür zu bestrafen, dass sie gegen den Terror gekämpft haben. Wir haben eine terroristische Vereinigung besiegt, welche so viel Zerstörung des Eigentums verursacht hat und die Demokratie abgewürgt hat und das Land destabilisiert hat. Die LTTE hat der tamilischen Kultur sehr großen Schaden zugefügt; sie haben mehr Tamilen als jeder andere getötet. Die internationale Gemeinschaft muss das verstehen. Sie sollten uns helfen, dieses Land aufzubauen und die Gemeinschaften zusammen zu bringen. All diese Anklagen wegen Kriegsverbrechen können das nicht tun.

Von Stewart Bell von der kanadischen Zeitung „The National“ vom 1. Dezember 2009

Toronto – Ein Mann aus Toronto, der in den USA wegen Waffenschmuggels für die LTTE vor Gericht steht beschrieb dem Gericht heute, wie dieselbe LTTE seinen Vater ermordete. Thiruthanikan Thanigasalam, 43, sagte aus, dass er aus Sri Lanka nach Kanada geflohen war – nachdem die LTTE-Rebellen seinen Vater mit acht Schüssen umbrachten, weil der sich geweigert hatte, ihnen Geld zu geben.

Thanigasalam konnte dem Gericht nicht erklären, warum ausgerechnet er, Jahre später im sicheren Kanada, an einer höchst illegalen Verschwören teilnahm, mit dem Ziel der LTTE Waffen zu besorgen.

In einem Memorandum wird Thiruthanikan Thanigasalam als traumatisiert beschrieben. Der brutale Krieg in Sri Lanka spielte ihm übel mit; einen Grossteil seiner Kindheit verbrachte er eingesperrt in Lagern, verprügle und gefoltert von Angehörigen beider Kriegsparteien.

In seinem Plädoyer forderte Thiruthanikan Thanigasalam, Vater von zwei Kindern, das Gericht auf, ihn nur zur Mindeststrafe von unter 25 Jahren zu verurteilen. Und so tut es auch Sahilal Sabaratnam, ein weiterer Angeklagter. Die Staatsanwaltschaft fordert für beide lebenslänglich.

Die beiden Angeklagten sind unter sechs Kanadiern, die in einer gemeinsamen Aktion von FBI und Royal Canadian Mounted Police im Jahr 2006 in Kanada und den USA festgenommen worden waren, nachdem sie versucht hatten, 500 AK-47 Schnellfeuergewehre sowie zehn SA-18 Boden-Luft-Raketen zu erwerben – für ihren Auftraggeber, die LTTE, die damals noch im Krieg mit der srilankischen Regierung waren.

Die Rebellen, auch bekannt als Liberation Tigers of Tamil Eelam wurden im Mai von den Regierungstruppen vernichtend geschlagen. Erst vergangene Woche wurde in Toronto ein Mann festgenommen, der in einer feurig vorgetragenen Rede verlangt hatte, den Krieg gegen die srilankische Regierung wieder aufzunehmen. Tagsdrauf wurde ein buddhistischer Tempel in Toronto angezündet.

Der amerikanische Staatsanwalt hat den Angeklagten Thanigasalam als „technischen Experten“ der Gruppe dargestellt – die Raketen sollten dazu benutzt werden, die Kfir-Jets der srilankischen Luftwaffe vom Himmel zu holen.

Sahilal Sabaratnam, 30, immigrierte im Alter von 9 Jahren nach Kanada, er studierte BWL an der Carleton Universität und arbeitete später für ein großes Wirtschaftprüfungsunternehmen in Toronto. Er soll laut Anklage das Geld für die Waffen besorgt haben. Sein Anwalt will das so nicht gelten lassen; er sagt, Sahilal Sabaratnam sei erst im letzten Moment zu der Gruppe dazu gestossen und nur, weil sein Schwager ihn dazu gedrängt habe.

„Zweifelsohne,“ so Anwalt Bobbi Sternheim,“hat Sahilal Sabaratnam die dümmste Entscheidung seines Lebens gemacht. Er hat damit seine Freiheit, seine Zukunft, seine Hoffnungen und Träume aufs Spiel gesetzt sowie die seiner Eltern, seiner Familie, seiner Verlobten.“

Die beiden sollen am 12. Januar veruteilt werden. Der ebenfalls angeklagte Sathajhan Sarachandran, ehemals Präsident der Canadian Tamil Student Association, der kandisch-tamilischen Studentvereinigung, wird schon am 11. Januar den Richterspruch hören. Alle drei haben auf „schuldig“ plädiert und hoffen nun auf ein mildes Urteil. Die drei anderen Angeklagten warten derzeit in kanadischer Haft auf ihre Auslieferung zum Prozess in den USA.

Auf die Frage, warum Thanigasalam ausgerechnet die Rebellen unterstützen wollte, die seinen Vater töteten, sagte sein Anwalt: „Ich kann es nicht erklären und ich bin mir nicht sicher, ob es mein Klient kann.“

„Ich Gaube, dass es insgeheim viele Tamilen gibt, die mit dem mörderischen Treiben der LTTE und wie diese Rebellen mit ihren Verwandten in Sri Lanka umgehen ganz und gar nicht einverstanden sind. Andererseits finden diese Tamilen, dass sie eine starke Vertretung brauchen – irgendwo dazwischen liegen wohl die Beweggründe meines Mandanten.“

Von der Pressestelle des Bundesamtes der Polizei vom 30. November 2009

Bern – Der Bundesrat will verhindern, dass von der Schweiz aus gewaltsame Auseinandersetzungen in Sri Lanka materiell oder ideell unterstützt werden. Er hat deshalb am Freitag beschlossen, der tamilischen Organisation LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) am „Heroes’ Day“ (2. Dezember 2001) Geldsammlungen und Gewalt verherrlichende Propaganda zu verbieten

Die LTTE ist kriegsführende Partei im Bürgerkrieg auf Sri Lanka und wird immer wieder für gewalttätige Anschläge verantwortlich gemacht. Die Organisation wird wesentlich von Ausland-Tamilen finanziell und ideell unterstützt. Auch aus der Schweiz fliessen der LTTE namhafte Beträge zu. Das Geld wird vor allem an regelmässigen Grossveranstaltungen gesammelt. Bei solchen Anlässen wird oft auch Propaganda betrieben, welche die Gewalt verherrlicht.

Solche Aktivitäten belasten die Beziehungen zwischen der Schweiz und Sri Lanka. Der Bundesrat führte deshalb bereits im Frühjahr eine Aussprache über mögliche Gegenmassnahmen. Nach sorgfältiger Abwägung der in Frage stehenden verfassungsmässigen Rechte der betroffenen Personen (Meinungsäusserungs- und Eigentumsfreiheit) und der öffentlichen Interessen (Wahrung der Interessen der Schweiz im Ausland) hat der Bundesrat nun für die Veranstaltung vom 2. Dezember 2001 ein Geldsammel- und Proganda-Verbot erlassen.

Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 3. Dezember 2009

Colombo – Um an die Besitztümer der militärisch geschlagenen LTTE heranzukommen, sucht die srilankische Regierung Rat und Unterstützung vom Bundesanwalt. In einer Pressekonferenz sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Keheliya Rambukwella, dass die Geheimdienste und Sicherheitskräfte des Landes mittlerweile viele Besitztümer der LTTE im Ausland einwandfrei identifiziert hätten und dass man nun Massnahmen anstrebe, diese Besitztümer zu übernehmen, die zum Teil unter der Kontrolle von Privatpersonen – vermutlichen Anhängern der LTTE – stünden.

Die Regierung zeige damit, dass sie ihren eigenen Ansprüchen, die LTTE weltweit auszumerzen, gerecht werde und dass sie über Mittel und Möglichkeiten verfüge, dieses Ziel zu erreichen.

So habe die LTTE insgesamt 14 Schiffe besessen, fünf davon wären auf den Namen des LTTE-Waffenhändlers „K.P.“ alias Kumaran Pathmanathan eingetragen, dem selbsternannten Nachfolger des im Mai getöteten LTTE-Führers V. Prabhakaran. „K.P.“ war kurz nach Ende des Krieges im August in Kuala Lumpur festgenommen worden und wird seither an einem unbekannten Ort in Sri Lanka verhört. „K.P.“ habe auch weltweit mehr als 600 Konten unterhalten. Mittlerweile seien Schritte unternommen worden, so Rambukwella, diese Konten zunächst einzufrieren, um sie dann zu Gunsten der srilankischen Regierung überschrieben zu lassen.

Drei der LTTE-Schiffe, die von den Terroristen zum Schmuggel von Waffen und Munition, aber auch zum Schmuggeln von Menschen und Drogen genutzt worden waren, seinen, so Rambukwella konfisziert und mittlerweile auf dem Weg nach Sri Lanka. Bereits während des Kriegs hatte die srilankische Marine zehn dieser LTTE-Frachter zerstört, die mit Waffen und Munition an Bord unterwegs in den Norden der Insel war.

Oppositionsführer Ranil Wickremasinghe verlangte von der Regierung umgehend die Offenlegung aller LTTE-Kontenbestände und -Immobilien die sie zu konfiszieren gedenke. Er unterstrich, dass die Gelder der Konten von „K.P.“ dem Volk gehörten, dem es abgepresst worden war.

Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 24. November 2009

Colombo – Knapp ein halbes Jahr nach dem Ende des Bürgerkrieges Mitte Mai hat Sri Lanka UN-Angaben zufolge tausende tamilische Flüchtlinge in ihre Dörfer zurückkehren lassen. Der UN-Hilfskoordinator John Holmes berichtete nach einem Besuch der Flüchtlingslager im Noten der Insel am Montag in New York, dass die Lager nunmehr zur Hälfte geleert seien. Die Regierung in Colombo hatte etwa 300 000 Tamilen, die vor den Kämpfen im Norden des Landes geflüchtet waren, in mehreren Lagern untergebracht und dort von Militärs festhalten lassen.

Nach dem militärischen Sieg der Regierungstruppen über die Rebellenorganisation Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) appellierten die Vereinten Nationen mehrmals an die Regierung Sri Lankas, die Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren zu lassen. Die Regierung hatte dagegen argumentiert: zum einen sei das Land noch durch Minen der LTTE verseucht, zum anderen befänden sich noch LTTE-Kader unter den Flüchtlingen, die man in Rehabilitierungs-Lager stecken wolle. Am Montag Holmes äußerte sich zufrieden darüber, dass die srilankische Regierung der Forderung nach Freilassung der so genannten IDPs inzwischen nachkommt.

Wichtig sei auch, so Holmes, dass mehr Anstrengungen zur Versöhnung zwischen der tamilischen Bevölkerung aus dem Norden und dem Rest des Landes unternommen würden.

Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapaksa kündigte laut Holmes am Montag vorzeitige landesweite Wahlen für Mitte Januar 2010 an. Rajapaksas Amtszeit würde eigentlich noch zwei weitere Jahre andauern. Der Präsident meint jedoch, er habe das, was er „erledigen“ wollte, nämlich den Krieg zu beenden, in nur vier Jahren geschafft; nun würde er für die anstehende Aufbauarbeiten und Restrukturierungen ein „frisches“ Mandat benötigen.

Möglicherweise tritt der ehemalige General der Streitkräfte, Sarah Fonseka gegen Rajapaksa um den Posten des Präsidenten an. Ob oder ob nicht – darüber gibt es derzeit heftige Spekulationen im Lande. Der General selbst schweigt nach wie vor zu dem Thema.

Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Paris vom 23. November 2009

Paris – Ein Gericht hat am Montag das Urteil über 21 angeklagte Anhänger der Tamil Tigers wegen erwiesenere Erpressung und Unterstützung einer terroristischen Organisation verurteilt. Der Hauptangeklagte, Nadaraja Matinthiran, soll der französische Sektionschef der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) sein.

Nadaraja Matinthiran war angeklagt, über 5 Millionen Euro von der knapp 75.000 Kopf starken tamilischen Diaspora in Frankreich erpresst zu haben, viele von ihnen Flüchtlinge, die wegen des LTTE-Terrors ihre Heimat verlassen hatten. Matinthiran wurde zu insgesamt 7 Jahren und anschließender Deportation nach Sri Lanka verurteilt.

Auch das „Koordinations Komitee der Tamilen in Frankreich“ wird nach dem Urteil des Gerichts aufgelöst und verboten. Das Gericht erkannte darauf, dass es sich dabei um eine Tarn-Organisation der verbotenen LTTE handele. Das Vermögen der Organisation wird eingezogen.

Zwei weitere LTTE-Freunde bekamen 4 Jahre Haft, ein weiterer zu 6 Jahren; die anderen bekamen zwischen 3 1/2 Jahren und 6 Monate auf Bewährung. Nur ein Angeklagter wurde freigesprochen. Bei der Urteilsverkündung waren viele Familienangehörige im Saal anwesend.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die im April 2007 festgenommenen Angeklagten als Gruppe gehandelt und die Angehörigen der tamilischen Diaspora in und um Paris um erheblich Summen erpresst hatten, um dieses Geld dann an die LTTE weiterzuleiten, die es wiederum für Waffenkäufe nutzte. Die Angeklagten hätten, so der Staatsanwalt eine regelrechtes „Steuereintreibungs-System“ unterhalten hatten, das je nach Einkommen unterschiedlich hohe „Revolutions-Steuern“ für die Mitglieder der tamilischen Diaspora vorsah.

Ein Kommentar von Michael Roberts

Sidney – Während der Krieg in Sri Lanka Anfang diesen Jahres einen katastrophalen Höhepunkt erreicht hat, gerät der Propagandakrieg erst richtig in Fahrt.

Mit vielen entsprechenden Waffen, verteilt in der ganzen Welt sind die pro-Tamil Tiger Elemente in diesem rhetorischen Spiel besser aufgestellt als die Regierung von Sri Lanka.

Wenn man sich Lügen ausdenkt, ist es weise, Halbwahrheiten aufzunehmen und sie dann zu verschönern und mit ihnen dann ein paar selbsterdachte Erfindungen zu vermischen. Dann wiederhole man diese Erzählungen ad nauseam. Merke: Wiederholung ist der modus vivendi jeder erfolgreichen Werbung.

In Anbetracht des emotionalen Aufruhrs so vieler srilankischer Tamilen an vielen Orten, ist es nicht überraschend, dass sie diese Geschichten geschluckt und diese „Wahrheiten“ dann mit großem Enthusiasmus weiter umhergestreut haben.

Als Folge davon haben die Australier einige dieser Märchen als Tatsache akzeptiert.

Ich konzentriere mich hier auf nur einen Bereich: Bilder, die über die Internierungslager für die tamilischen Flüchtlinge (sowohl Zivilisten als auch Tiger in ziviler Kleidung), die von den Schlachtfeldern kamen und seither zirkulieren.

Im Mai gab es davon ungefähr 288.000n Flüchtlinge, von denen ungefähr 10.000 als Tiger identifiziert und in separate „Rehabilitierungslager“ gebracht worden waren, obwohl die Regierung vermutet, dass sich noch mehr Tiger-Personal unter den Inter Vertriebenen Personen (IDPs) versteckt hält.

Wir Australier schätzen die individuelle Autonomie als hohes Gut. Das Einsperren von Menschen ist für die Liberalen völlig unmöglich, sogar, wenn sie „Feinde im Inneren“ sind. Heute denkt kein Australier zurück an seine eigene Geschichte und die Prinzipien, welche das Errichten von Internierungslagern für einige italienische und deutsche Australier während des 2. Weltkriegs betrafen.

Diese australischen Lager hatten zwei Reihen von Stacheldraht. Jene in Sri Lanka haben nur eine Reihe. Aber Journalisten wie Tony Jones und Amanda Hodge bestehen darauf, diese Mittel zum Zurückhalten „rasiermesserscharfen Draht“ zu nennen.

Diese kleine Tat des Zurechtknetens der Botschaft ist wegen ihrer enormen Implikationen ziemlich bedeutsam.

Das Gewicht der Verurteilung wird dann exponentiell ausgeweitet, indem man die IDP Lager als “Konzentrationslager” bezeichnet. Dies geschah in einem hemmungslosen Artikel mit dem Titel „Dämonisiert man so die Opfer?“

David Feith hat diesen Artikel im Sydney Morning Herald zusammengestellt – mit groben Tatsachenverdrehungen. So stellt er dort kategorisch fest, dass „ alle internationalen Medien und Nichtregierungsorganisationen aus den Lagern ausgeschlossen wurden“ und dass die Lager charakterisiert seien durch eine „Nahrungsknappheit und Knappheit an medizinischen Einrichtungen“.

Palitha Kohona hat vor kurzem der ersten dieser Fälschungen widersprochen, indem er darauf hingewiesen hat, dass 54 NGOs und iNGOs Zugang zu diesen Lagern hatten und haben. Als ich Rajiva Wijesinha auf seine vor kurzem erfolgte Feststellung hin ansprach, welche die internationalen NGOs kritisierte, bekam ich umgehend Antwort, in der er die Arbeit der lokalen NGOs lobte und besonders die CHA, Sewalanka und die Caritas hervorhob, während er auch bemerkte, dass „die Katholiken ein Rollen-Modell in schweigender Hingabe gewesen wären“.

Kritisch gesehen habe ich einen jungen Verwandten, welcher für eine UN-Organisation in Kilinochchi arbeitete als auch jetzt in den Lagern arbeitet. Eine schnelle E-mail in dieser Woche aus dem Innersten eines der Lager lautete: „Sarvodaya, Seed, Shade – alle arbeiten hier und was sie tun, ist gut.“

Viele lokalen NGOs, betonte ich, arbeiten mit ausländischen zusammen. Aber es scheint bei einigen australischen Kommentaren, welche eine ausländische Beobachter fordern oder sich selbst als angeblich authentische Quelle äußern, eine Spur von alten Kolonialismus zu geben.

Gruppen, welche mit der Friend-in-Need-Gesellschaft verbunden sind, haben in den vergangenen paar Monaten den IDPs 257 künstliche Körperglieder angepasst.

Das Tsunami-Katastrophenteam von Ärzten wurde davon abgelenkt, um von Anbeginn in den Lagern zu helfen. Es gibt jetzt 20 große Gesundheitsapotheken innerhalb der Lager – wobei es vorher ein Maximum von 27 gab. Medizinische Spezialisten besuchen nach dem Rotationsprinzip die Lager.

Ursprünglich starben 5-6 Leute am Tag, aber jetzt sind es durchschnittlich 2 bis 3. 80 % dieser Todesfälle sind ältere Leute.

Es gibt Geschäfte und Banken innerhalb dieser IDP-Lager. A-Examina wurden vor kurzem in einigen Lagern für die Geeigneten Schüler abgehalten. All dies ist doch für ein „Konzentrationslager“ ziemlich bemerkenswert!

Was die Idee von Lagern mit “rasiermesserscharfen Drähten” rundherum betrifft, so sind die Lager so durchlässig wie ein Sieb.

Obwohl ein Regierungsminister sagte, dass nur 2.111 entkommen sind, lieferte ein Journalistenfreund, welcher anonym bleiben möchte, da er Angst vor Verfolgung hat, eine glatte Widerrede dazu: „Ungefähr 10.000 bis 20.000 sind weggegangen, indem sie ihren Weg aus den Lagern mit Hilfe einiger pro-Regierungsparteien der Tamilen, einiger Menschenschmuggler und Teilen der Sicherheitskräfte gegraben haben. Viele dieser Entkommenen sind, wie man glaubt, LTTE –Kader oder jene mit Verbindungen zu den wohlhabenden Teilen der Diaspora.“

Es gibt verschiedene schwarze Flecken auf der Weste der srilankischen Regierung, und dies betrifft besonders die lange Geschichte der Einschüchterung von Medienleuten. Doch sollten solche Beispiele sollten nicht mechanisch charkterisiert als Vertuschung dessen was in den IDP-Lager vor sich geht.

Einige Australier haben in diesem Bereich eine unglaublich Leichtgläubigkeit und Naivität aufgezeigt. Auf jeden Fall gibt es keine Entschuldigung für eigentlich verantwortungsbewusste Intellektuelle, sich in falschen Behauptungen und Feststellungen zu verbreiten, welche ich in diesem Aufsatz herausgestrichen habe.

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Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:

Michael Roberts wurde in Geschichte und Soziologie an der Peradeniya Universität in Sri Lanka ausgebildet. Mit einem Stipendium der Alexander-von- Humboldt- Gesellschaft studierte er mehrere Jahre auch in Deutschland. Er gilt als einer der führenden soziologischen Anthroposophen Australiens.

Seine ursprüngliche Dissertation über Agrarpolitik brachte ihn sowohl in die intellektuelle als auch die ökonomische Geschichte und die politische Ökonomie. Als der ethnische Konflikt innerhalb Sri Lankas nach 1983 zunahm, kamen Roberts seine Bekanntheit mit der nationalistischen Ideologie zupass; während ihm seine anthropologischen Kenntnisse der Verbindungen unter den Menschen und der interpersonalen Subjektivität auch zupass kamen. So haben sich seine letzten Werke in den 90er Jahren und nach dem Jahre 2000 sehr auf die ethnische Politik in Sri Lanka konzentriert, sowohl in der britischen Periode (z.B. gab es Studien über das Denken von Anagarika Dharmapala und dem antimoslemischen Pogrom von 1915), als auch im gegenwärtigen Sri Lanka (Studien über den singhalesischen Nationalismus und die Heldenrituale der LTTE).

Übersetzt aus dem Sri Lanka Guardian vom  17. November 2009

Es gibt verschiedene kontroverse Berichte über die Konditionen unter den die Vertriebenen in den Lagern untergebracht sind. In dieser Rede analysiert Dr. Noel Nadesan faktisch, ohne politische Färbung, die wahren Bedingungen, welche in den IDP Lagern vorherrschen. Dies ist ein Bericht aus erster Hand, den man gelesen haben muss, um den politischen Wirbel durchschauen und hinterfragen zu können, der um die Internen Vertriebenen und ihre Lebensumstände gemacht wird

Von Noel Nadesan

Canberra – Der bewaffnete Widerstand unter den in den nördlichen und östlichen Provinzen lebenden Tamilen ging über eine Periode von dreißig Jahren hinweg, bevor er am 18. Mai 2009 zu einem dramatischen Ende gebracht wurde.

Es ist nicht meine Absicht, hier die Gründe für den bewaffneten Widerstand zu diskutieren. Aber der mit der tamilischen Minderheit in Sri Lanka identifizierte Widerstand hat sich mit der Zeit in einen Bürgerkrieg entwickelt, in welchem die Streitkräfte von Sri Lanka gegen die bewaffneten Kräfte der LTTE ausgespielt worden waren. Die LTTE hatte den Rohbau eines Staates innerhalb der Insel errichtet und die militärischen Strukturen entwickelt, um gleichzuziehen oder in einigen Punkten dem srilankischen Staat sogar überlegen zu sein. Jedoch wurde das, was man lange Zeit für unmöglich hielt, von den srilankischen bewaffneten Streitkräften am 18. Mai diesen Jahres erreicht.

Die LTTE kombinierte konventionelle mit Guerilla-Kriegsführung, außerdem verwendete sie verschiedene terroristische Anschlagsoperandi bei ihren Aktionen gegen den srilankischen Staat und deren Völker, einschließlich der Tamilen. Die Details dieser Taten des Terrorismus sind Ihnen gut bekannt und ich brauchen sie deswegen hier nicht näher ausgeführen.

Jedoch ist die große Anzahl von “Binnen-Flüchtlinge”, welche auf der ganzen Insel verstreut sind und in Vavuniya die größte Ansammlung haben, das letzte Erbe des gerade beendeten Krieges.

Die IDPs, als die Internen Vertriebenen in Sri Lanka können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden:

1. Tamilen, die sich freiwillig in verschiedenen Teilen des Südens verteilt haben, um den Verwüstungen des Krieges – einschließlich der Bedrohung durch die LTTE sowie durch die srilankischen Streitkräfte – zu entgehen.

2. Tamilen, welche im Laufe des Krieges aus ihren eigenen Wohnungen und Häusern vertrieben worden waren und von der Regierung in Lagern untergebracht werden mussten.

3. Die singhalesischen Dorfbewohner, welche man aus den Grenzdörfern wegen des andauernden LTTE-Terrorismus gezwungen hatte, weg zu gehen.

4. Moslems, die zwangsweise aus der nördlichen Provinz von der LTTE vertrieben worden waren und seit 20 Jahren in Lagern in Puttalam leben.

5. Tamilen, welche mit der LTTE bei deren Rückzug mitzogen – teils freiwillig, teils gezwungen – als der Krieg auf seinen Höhepunkt zusteuerte. Dies begann damit, dass die LTTE aus Jaffna vertrieben wurde. Ungefähr 300.000 Tamilen schlug sich zur Seite der Regierung durch, als der Krieg endete. Die meisten von ihnen leben gegenwärtig in Lagern, die man im Chettiikulam Gebiet im Wanni Distrikt errichtet hat.

Es gibt auch Tausende von Tamilen, welche aus Sri Lanka geflohen sind, um den Verwüstungen des Krieges zu entkommen, und die entweder in Flüchtlingslagern oder unter etwas freieren Bedingungen in Indien leben. Es gibt auch Hunderttausende von Tamilen, welche sowohl legal als auch illegal ausgewandert sind, um den in Sri Lanka vorherrschenden Bedingungen zu entkommen, und welche jetzt in der westlichen Welt leben. Dies sind die „ins Ausland Vertriebenen“, die Diaspora, welche auch die eigentlichen Opfer der Tragödie in Sri Lanka sind. Man muss auch an sie erinnern, obwohl wir uns heute auf die IDPs in Sri Lanka konzentrieren wollen.

Die Befürchtungen, die man hinsichtlich der Notlage der IDPs ausdrückt, konzentrieren sich größtenteils auf jene in den Lagern in Vavuniya. Die moslemischen IDPs in Puttalam und die 25.000 IDPs im Osten werden selten erwähnt. Weiterhin denkt man so gut wie nie an die „im Inneren vertriebenen Singhalesen“. Die Tamilen, welche von selbst weggegangen sind und im Süden leben, werden natürlich überhaupt nicht als „vertrieben“ betrachtet. Unsere Pläne für die Zukunft sollten sich auf all jene Leute konzentrieren, welche aus ihrem Wohnort und ihren Häusern durch Kräfte, die sie nicht kontrollieren konnten, gezwungen wurden.

Unter den IDPs in Vavuniya sind auch Tausende von Männern, Frauen und Kindern, welche zugunsten und auf Seiten der LTTE am Krieg teilgenommen haben, oder deren Sache unterstützten. Tausende wurden schon identifiziert und vom Rest getrennt – während bestimmt noch viele weitere unter den IDPs in den Lagern leben. Wie diese Leute behandelt werden müssen, und wie man mit ihnen umgehen muss, das sollte auch unsere Sorge sein. Diese LTTE-Mitläufer sind heute auch „vertriebene Personen” und müssen früher oder später einen Platz in der Gesellschaft finden.

Die vor kurzem vertriebenen Leute, welche in großer Anzahl in den Vavuniya Lagern leben und vom individuellen Verdacht der Verwicklung mit der LTTE gesäubert werden, sollten natürlich zu ihrem normalen Leben an ihren ursprünglichen Wohnorten sobald wie möglich zurückkehren. Darüber kann es keinen Streit geben. Aber es ist das Thema einer großen Debatte, wann genau dies realistisch möglich ist. Die Debatte ist voller Ressentiment, Übelwollen, gezielter Propaganda und hochkochenden Emotionen.

Die Bedingungen in den Vavuniya Lagern wurden vielfach so beschrieben, als würden sie jenen in Konzentrationslagern der Nazis ähneln. Dies taten erstaunlicherweise viele, die diese Lager nicht gesehen, noch mit den sich dort befindlichen Menschen gesprochen haben. Die Anwesenheit von LTTE -Kadern innerhalb dieser Lager macht es höchst bedeutungsvoll, dass die Lager aus Sicherheitsgründen von der Regierung eingezäunt werden. Innerhalb dieser Lager hat man sogar gelegentlich LTTE-Fahnen gehisst! Unsere Gruppe hat zweimal diese Lager besucht und viele Stunden dort verbracht. Bei der ersten Gelegenheit besuchten wir das Gamini Vidyalaya Empfangslager und das Kadirgamar IDP Lager. Beim zweiten Besuch besuchten wir das Kadirgamar Lager und das Zone 4-Lager. Wir haben also die Notlage dieser Flüchtlinge gesehen, wenn sie aus der Kriegszone ankamen, und auch, wie die Bedingungen in den Lagern sich zwischen unserem ersten und unserem zweiten Besuch verbessert haben. Uns wurde die Möglichkeit gegeben, uns innerhalb dieser Lager völlig frei zu bewegen und bei beiden Gelegenheiten mit den Mneschen dort zu sprechen. Wir haben auch mit den Ministern, den Militärbeamten, dem Regierungsagenten und den Lagerbeamten bei unseren Besuchen gesprochen.

Was wir sahen und erfuhren, ist dies:

1. Es gibt keine größere Ausbrüche von Krankheiten, geschweige Epedemien in diesen Lagern wie behauptet.

2. Die Sterblichkeitsraten in diesen Lagern lassen sich mit jenen in jeder anderen normalen Gesellschaft vergleichen.

3. Die sichtbar schlechte Ernährung der Menschen, welche bei dem ersten Besuch deutlich zu sehen war, hat bei dem zweiten ebenso deutlich abgenommen.

4. Die medizinischen Einrichtungen in den Lagern sind angemessen und alle Kranken haben nötigenfalls Zugang zu speziellen Behandlung in den Krankenhäusern von Vavuniya und Chettikulam. Die ernsteren Fälle werden in die Krankenhäuser von Anuradhapura und Colombo gebracht.

5. Es gibt auch Hautkrankheiten und Fälle von Windpocken. Die IDPs, hatten, als sie aus der Kriegszone ankamen, schon Hautkrankheiten wie beispielsweise Krätze.

6. Die Menschen, mit denen wir gesprochen haben, haben uns in keinem Fall von Vergewaltigung berichtet.

7. Die Leute konnten sich innerhalb der Lager völlig frei bewegen.

8. Es gibt Einrichtungen zum gemeinsamen sowie zum individuellen Kochen. Trockenrationen von internationalem, hochwertigem Standard grundlegender Ernährung werden frei in diesen Lagern ausgeliefert.

9. Die Toiletten, welche das UNHCR gebaut hatte, und die von ihr gelieferten Zelte waren für das Klima und die Bedingungen nicht angemessen. Die von der Regierung gebauten Aufbauten sind angemessener für das Klima und die Menschen.

10. Es gibt Plätze, an denen Besucher die Einwohner der Lager treffen können.

11. Es gibt eine Vielzahl von Kooperativen-Geschäfte, Schulen, Banken, Büchereien, Tempel und Berufsausbildungszentren innerhalb dieser Lager.

12. Angemessene Mengen von Wasser sind in diesen Lagern zum Trinken sowie zum Waschen und Baden vorhanden. Aber die Leute müssen anstehen, um ihr Trinkwasser zu bekommen oder zu baden. Es gibt eine Menge von Badewannen und Trinkwasserhähnen. Aber diese müssen alle mit vielen Familien geteilt werden. Dies ist nicht so sehr ein Problem, als vielmehr eine Unbequemlichkeit.

13. Die Beamten – zivile, militärische und polizeiliche – waren zu den Leuten freundlich und die Menschen waren ihnen gegenüber ebenso reundlich. Es gab keine offenkundigen Spannungen zwischen den Beamten und den Menschen.

14. Die Lager sind natürlich voll, aber die IDPs haben sich darüber nicht beklagt.

15. Die Leute betreiben kleinteiligen Handel und haben ihre eigenen Hinterhofgärten angelegt.

16. Es gibt ein besonderes Gebiet für die Brahmanenfamilien, weil sie Vegetarier sind und vorgeschriebene kulturelle und religiöse Praktiken haben.

17. 54 NGOs und iNGOs arbeiten in den Lagern und leisten den IDPs Dienste.

18. Bei unserem zweiten Besuch im Juli haben wir beobachtet, dass Systeme – Gräben und Abwasserröhren – installiert werden, um, in Erwartung der Regenzeit, das Wasser zu kanalisieren.

19. Obwohl fast jeder, mit dem wir sprachen, in sein Haus und in sein Dorf so schnell wie möglich zurückkehren wollte, gab es keinerlei explizite Forderung, dass man das Lager sofort verlassen wolle.

20. Basil Rajapakse zeigte uns Details der Pläne, wie die beschädigte Infrastruktur in den vom Krieg verwüsteten Gebieten wiederaufzubauen sei, und präsentierte uns bis ins Detail das, was bereits erreicht worden war. Er beantwortete unsere Fragen offen und ohne zu zögern.

21. Die Menschen in den Lagern waren erleichtert, dass sie den schrecklichen Bedingungen in der Kriegszone entkommen konnten, sie waren und sind glücklich, dass sie nun an einem sicheren Ort leben.

22. Die LTTE Anhänger, Sympathisanten und Kader innerhalb dieser Lager sind natürlich unglücklich wegen dieser Wendung, welche die Ereignisse genommen haben, und müssen verdächtigt werden, übertriebene, reißerische Geschichten über die Bedingungen in diesen Lagern zu äußern. Wir haben dies auch selbst erleben können.

Von dem, was wir gesehen und gehört haben, sind wir überzeugt, dass die IDPs nicht sofort an ihre Wohnorte zurückgeschickt werden können. Die Mehrheit in diesen Lagern sind sehr arm. Es sind Tagelöhner. Sie brauchen eine Infrastruktur, um ihnen Beschäftigung, Gesundheitsvorsorge, Beschulung und die Unterstützung durch die Wohlfahrt bieten zu können. Bäuerliche sowie Handelsaktivitäten sollten in diesen Gebieten möglich sein, sobald die Menschen dort ankommen. Es sollte Einrichtungen geben, um den psychisch und physisch durch den Krieg Traumatisierten Menschen auch langfristige Hilfe zukommen lassen zu können. Diese Gebiete sollten außerdem natürlich frei von Landminen und Waffen sein. Die Sicherheit dieser Leute sollte gewiss und gesichert sein.

Die langfristigen Interessen dieser unglücklichen Leute sollten auf unserem Gewissen und unseren finanziellen Ressourcen lasten und nicht so sehr kurzfristige politische oder emotionale Punkte sein. Es sollte nicht vergessen werden, dass die Bedingungen in diesen Lagern zwar fehlerhaft, aber viel besser als die sind, welche diese IDPs erwarten würden, wenn man sie sofort aus diesen Lagern freilassen würde. Diese Lager sind ausdrücklich vorübergehend und auch das UNHCR verlangt, dass sie nur temporär sind. Das TNA (Tamil National Alliance) forderte, dass sie vorübergehend sind, sobald der Krieg beendet war. In der Tat hat die TNA die Regierung darauf verklagt, neue Dörfer in diesen Lagern zu dieser Zeit zu erbauen! Wir können nicht alle zufrieden stellen.

Temporäre Lager werden immer ihre Unzulänglichkeiten haben – und das sollte auch so sein.

Lassen sie uns daran arbeiten, für alle IDPs in Sri Lanka eine bessere Zukunft bereitzustellen und sicherzustellen, dass es ein vereintes und blühendes Sri Lanka für das gesamtes Volk gibt.

***

Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:

Dr. Noel Nadesan ist Tamile und Herausgeber von Uthayam, einer tamilischen Zeitung für die Diapsora in Australien sowie Autor des Buches „Lasst meine Leute endlich in Frieden gehen“. Während er früher noch ein starker Verfechter der Eelam-Utopie war, zählt er heute zu den gemäßigten Tamilen in der australischen Diaspora und vertritt heute die Meinung, das nur ein demokratischer Prozess die Tamilen in Sri Lanka stärken kann.

Übersetzt aus der kanadische National Post vom 16.November 2009

Berichtet von Adrian Lam, Canwest News Servivce

Antwort auf:

Collacotts Kurzsichtigkeit versetzt uns immer wieder in Erstaunen – Brief an den Herausgeber vom 4. November

‘Normal’ in Sri Lanka ist nicht gut genug – Brief an den Herausgeber vom 7. November

Der ehemalige Botschafter Kanadas in Sri Lanka: Tamilen sind sicher in ihrer Heimat

Vancouver – Die Leserbriefe-Schreiber Roy Ratnavel und David Poopalapillai haben versucht, als Argument vorzubringen, dass die Tamilen in Sri Lanka verfolgt würden. Wenn wir diese Mutmaßung annehmen, wird es helfen, den Weg für die Bootladung srilankischer Tamilen vorzubereiten, die vor kurzem in unseren Gewässern angekommen sind und behaupten, dass sie echte Flüchtlinge und darum berechtigt, hier – in Kanada – auf Dauer zu bleiben.

Während die Kämpfe in Sri Lanka weitergingen, wurde das Argument vorgebracht, dass junge Tamilen entweder von Seiten der Regierung in Gefahr wären – welche dachte, sie könnten Unterstützer der Tamil Tiger Terroristen sein – oder von den Tigern selbst – die sich nicht zu Schade war, gegen die eigenen Leute Zwangsmethoden einzusetzen, wenn sie es für nötig hielt, um für ihre Bewegung neue Rekruten zu gewinnen. Die Kämpfe endeten im Mai diesen Jahres und damit ist dieses Argument jetzt weniger denn je überzeugend.

Werden Tamilen per se verfolgt? Zur Unterstützung dieser, seiner Behauptung, dass die srilankische Regierung eine antitamilische Neigung hätte, führt Herr Ratnavel die große Anzahl von Tamilen an, welche im Juli 1983 von singhalesischen Mobs getötet worden waren – nach dem Tod von 13 srilankischen Soldaten in einem von den Tigern durchgeführten Hinterhalt. Während es durchaus Fragen ob der Langsamkeit der Behörden beim Unterdrücken dieser Gewalt und beim Wiederherstellen der Ordnung bei dieser Gelegenheit gegeben hatte, ist es doch eine Tatsache, dass es in den Jahren darauf keinerlei ähnlichen Ausbruch gab, den man seitens der Regierung erlaubt hätte – und dies trotz der terroristischen Bombenattentate der Tiger, welche Aberhunderte von Zivilisten töteten.

Es ist verständlich, dass sie die Tamilen mit Schrecken an die Ereignisse vom Juli 1983 erinnern und dass zu der Zeit viele zu dem hin flohen, was sie als sicherere Gebiete des Landes ansahen. Aber seit der Zeit haben die Behörden sichergestellt, dass die Tamilen in Sicherheit auch in der Hauptstadt leben können. Ihr Anteil an der Bevölkerung im Distrikt von Colombo ist gegenwärtig größer, als er vor den Aufständen von 1983 gewesen war. Im zentralen Gebiet der Stadt stellen sie jetzt ein Drittel der Bevölkerung dar. Überdies diente ein Tamile in den späten 90er Jahren sogar als Bürgermeister Colombos und gegenwärtig gibt es nicht weniger als drei tamilische Minister im nationalen Kabinett.

Unter diesen leicht belegbaren Umständen werden es die vor kurzem angekommenen Bootsflüchtlinge sehr schwer haben zu beweisen, dass sie Angehörige einer verfolgten Minderheit in Sri Lanka sind – und das müssen sie, wenn sie glaubwürdig die Rechtsgründe dafür vorbringen wollen, damit ihnen in Kanada der Flüchtlingsstatus gewährt wird. Sonst werden sie sich in eine Reihe mit alle den anderen Tausenden anstellen müssen und sich ganz normal hier bewerben müssen, auf dass sie als reguläre Einwanderer hier her kommen, wenn sie den Nutzen des Lebens in diesem Land genießen wollen.

Martin Collacott, früherer Botschafter in Sri Lanka, Vancouver

Ein Kommentar von Kalinga Seneviratne

Colombo – Der Sprecher der Vereinten Nationen für politische Angelegenheiten äußerte nach seinen Besuchen in IDP-Lagern (interne Vertriebene) im Norden Sri Lankas er sei „ sehr beeindruckt von der bisher geleisteten Arbeit der Armee, der Minensäuberungstrupps, des UN-Personals und der Zivilgesellschaften“, und dass er und sein Team auch die laufenden Rehabilitierungsprogramme gesehen hätten. Er stellte auch fest, dass man in Jaffna deutlich fühlten könne, wie sich die Bevölkerung darauf freue, dass ihnen schon bald mehr Möglichkeiten eröffnen würden, und dass es ein allgemeines Gefühl gäbe, dass eine „ganze neue Ära“ beginne. Die lokale Presse berichtete, dass er später Präsident Mahinda Rajapaksa gesagt habe: „Sie haben eine viel bessere Geschichte, als heute außerhalb des Landes bekannt ist.“

Aber das ist genau das Dilemma der srilankische Regierung, kaum einer westlichen Presseorganisation vertrauen zu können, die wahre Geschichte objektiv zu publizieren.

Die srilankische Regierung hat wiederholt betont, dass die IDPs nicht so leicht freigelassen werden können wegen der tödlichen Landminen, die die LTTE millionenfach in dem ganzen Gebiet vergraben hat, und dass diese erst allmählich mittels internationaler Hilfe entfernt werden können. Zusätzlich fürchtet die Regierung, dass Tausende von LTTE-Kader am Ende des Krieges entkommen und in den Lagern gelandet sind. Diese Leute müssen aussortiert werden, bevor die Lager geleert werden können, so die Regierung. Gegenwärtig haben die Exekutivbehörden mittels langer Befragungen und Kreuzverhören über 30.000 solcher Verdächtiger identifiziert, welche sie zwecks Rehabilitierung weiter in Haft behalten möchte.

Die westliche Presse, welche die IDP-Lager in Sri Lanka kritisiert, scheintGuantanamo Bay in Kuba und Dutzende solcher Lager zu vergessen, die derWesten in der ganzen Welt unterhält, um verdächtige Al-Qaida oder Taliban-Terroristen festzuhalten. Die gleiche Presse, welche Sri Lanka der Kriegsverbrechen beschuldigt, berichtet auch frohlockend und ohne nachzufragen über Feststellungen des Pentagon, welche besagen, dass militante Taliban von Bomben getötet worden sind, welche amerikanische unbemannte Flugzeuge über Pakistan abwerfen – als würden keine Zivilisten in dem Gebiet leben.

In der Zwischenzeit sagt man von der internationalen LTTE-Propagandamaschine, dass sie über eine Kriegskasse von etwa 300 Millionen US-Dollar verfügt – Geld, das von den Spenden für Waffenkäufe übrig geblieben ist. Das ist eine Menge Geld, um international Schaunummern zu inszenieren oder auch um fortschrittliches audiovisuelles Material zu produzieren, um die internationale Presse zu täuschen, damit die Flamme der angeblichen Menschenrechtsverletzungen gegen die Tamilen auch ja am Brennen bleibt. Vor kurzem fiel Großbritanniens Channel 4 in eine solche Falle, als man dort ein Video von angeblichen srilankischen Soldaten sendete, die angebliche tamilische Gefangenen erschiessen. Das Video war Channel 4 von einer bis dato unbekannten Gruppe namens „Journalisten für Demokratie in Sri Lanka“ übergeben worden. Später wurde bewiesen, dass es sich bei dem Video um eine nicht sonderlich geschickte Fälschung handelt. Sri Lankas „Sunday Observer“ fand die Webseite der „Journalisten für Demokratie in Sri Lanka“ mit einer Berliner Adresse und keinerlei Material das vor dem 1. August dieses Jahres produziert wurde. Offenbar handelt es sich um eine Propaganda-Seite der LTTE. Prompt hat sich Kanal 4 bei der srilankischen Regierung entschuldigt.

Was die LTTE-Propagandaleute vermeiden, der Welt zu erzählen, ist, dass über 60 Prozent der Tamilen in Sri Lanka friedlich unter den Singhalesen leben und dass sie dies so auch in den vergangenen 25 Jahren gemacht haben. Tamilische Anführer der östlichen Provinz – die früher LTTE-Führer waren – leiten jetzt die Provinz in enger Ko-Operation mit der Regierung und einer von ihnen, Karuna, ist ein Kabinettsminister, dem man vertraut.

Wann wird die westliche Presse endlich damit anfangen, auf die tamilischen Führer aus Sri Lanka zu hören, die ernsthaft versuchen, mit der Regierung zusammenzuarbeiten, um ein vom Krieg verwüstetes Land und dessen Wirtschaft wieder auf die Beine zu bringen? Und nicht so sehr auf eine kleine, lautvernehmbare Minderheit von Tamilen zu hören, welche nicht die Absichthaben, je nach Sri Lanka zurückzukehren, und welche Hass gegenüber einem Land sähen, das sie hinter sich gelassen haben?

Vor kurzem fuhr Sri Lankas Chef des Büros für ausländische Investitionen nach London und traf sich mit einigen dieser laut vernehmbaren tamilischen ausgebürgerten Gruppen, um zu versuchen, Geld zu sammeln, um Jaffna wieder auf die Beine zu bringen – Jaffna, von dem sie gebetsmühlenartig behaupten, es wäre ihre kulturelle Hauptstadt! Aber es gab kaum jemanden in dieser Diaspora, der mit ihm zusammenarbeiten wollten. Er fuhr zurück und erzählte der srilankischen Presse, was er gehört und gesehen hatte: dass nämlich die Diaspora-Tamilen dort das Land zerstören und keinerlei Interesse am Wiederaufbau haben.

Wenn die westliche Presse ihre Vorurteile gegen Führer in Entwicklungsländern, welche nicht bedinungslos pro-westlich eingestellt sind, aufgeben und objektiv berichten würde, dann würden auch politische Führer wie der australische Premierminister Kevin Rudd bei dem, womit sie fertig werden müssen, weniger Kopfschmerzen haben.

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Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:

Der Autor ist ein in Sri Lanka geborener Journalist, der Sendungen und Fernsehdokumentationen produziert. Er ist auch politischer Analytiker für die Presse und lebt in Singapore.

Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 13. November 2009

Colombo – Die Kritik an der srilankischen Regierung, sie würde zu wenig für die internen Flüchtlinge in den Lagern tun, will nicht abreißen. Stark kritisiert wird auch die Politik, weder freie Presse noch ausländische Beobachter in das von der LTTE befreite Gebiete hinein zu lassen. Auch wenn die von der Regierung vorgetragenen Gründe dafür durchaus gewichtig sind

Dass sich nicht nur etwas sondern eine ganze Menge tut, belegen nachfolgende .pdf-Seiten (in englischer Sprache). Zahlen, Fakten und Bilder sprechen für sich und belegen eindrucksvoll, was sich da alles getan hat, seit die LTTE von der Bildfläche verschwunden ist.

Und auch in dem zweit-wichtigsten Kritikpunkt tut sich etwas. Die Regierung hat angekündigt, ab sofort sowohl Opposition als auch Journalisten in den Norden zu lassen. Als eine der ersten berichtete eine australische Rundfunkstation aus einem Lager im Norden.

CURRENT DEVELOPMENTS (.pdf download)

sarath-fonseka-2009-7-15-6-42-37Von unserem LTTEwatch-Korrespondeten in Colombo am 12.Oktober 2009

Colombo – Der Chef des Verteidigungs-Corps der sri-lankischen Armee, General Sarath Fonseka hat heute sein Rücktrittsgesuch vom aktiven Dienst beim Präsident Sri Lankas, Mahinda Rajapaksa, eingereicht. Der Präsident hat Fonseka bereits wissen lassen, dass er dem Gesuch zustimmen werde.

General Sarath Fonseka gilt als einer der Architekten des militärischen Sieges über die terroristische LTTE im Mai des Jahres. Fonseka trat am 5. Februar 1970 der Armee bei – am 6. Dezember 2005 wurde er zum 18. Kommandierenden der Armee ernannt, knapp drei Jahre später wurde er wegen seiner Erfolge gegen die LTTE zum General. Er selbst entging mindestens einmal nur knapp einem Anschlag der LTTE auf sein Leben.

Den Posten des Armee-Kommandanten hatte er bis drei Monate nach dem Ende des Krieges inne. Danach wurde er zum Chief of Defence Staff benannt – eine reine Repräsentations- und Marionettenfunktion, wie er Insidern gegenüber bemängelte. In der letzte Zeit war das Verhältnis zwischen Fonseka und den Rajapaksas merklich abgekühlt; ein Grund dafür ist sicherlich, dass der Präsident sich allzu offen als alleiniger Besieger der LTTE zelebrieren ließ.

Seit längerem wird gemunkelt, dass sich Fonseka nach seinem Ausscheiden aus der Armee in die Politik begeben, ja möglicherweise bei den bevorstehenden Wahlen sogar gegen den amtierenden Präsidenten Rajapaksa antreten würde – obwohl er selbst solchen Spekulationen bislang eine klare Abfuhr erteilte.

Das hat er auch in einem Interview mit der BBC Sinhala heute noch einmal bestätigt: „Ich gehe in Rente, das ist alles für den Moment,“ sagte er lapidar.

Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Sydney vom 8. November 2009

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Klare Absage an "Tamil Eelam": Des Browne an die tamilische Diaspora in Australien

Canberra – Der Britische Abgesandte in Australien, Des Browne, hat bei einem Treffen mit Vertretern der tamilischen Diaspora in Australien, der Idee eines eigenen „Eelam“-Staates für Tamilen auf sirlankischem Boden eine eindeutige und klare Absage erteilt.

Zu dem Treffen am vergangenen Wochenende im altehrwürdigen Westminster House, der britischen Dependance in Canberra zu einem „offenen Dialog“ waren sowohl gemässigte Vertreter der tamilischen Diaspora Australiens gekommen, beispielsweise Dr. Noel Nadesan, Herausgeber der tamilischen Zeitung The Uthayam, als auch Vertreter und Freunde der LTTE, die bei dem Treffen in der Überzahl waren. Brownes eindeutige Absage an einen Tamilen-Staat ist wohl auch der Grund, warum über das Treffen in pro-LTTE-orientierten Medien so gut wie nichts zu lesen ist – außer der Tatsache, dass es stattfand.

Browne nannte mehrere Gründe dafür, dass es niemals ein „Tamil Eelam“ auf sirlankischem Boden – oder sonstwo – geben würde.

Zum einen hätten mächtige Verbündete Sri Lankas wie Russland, China oder auch Indien daran keinerlei Interesse, da sie selbst mit Separatisten im eigenen Land zu kämpfen haben.

Zum anderen hätten die bisherigen, selbsternannten Alleinvertreter der Tamilen, die LTTE, selbst dafür gesorgt, dass es derzeit keinen glaubwürdigen Vertreter der tamilischen Frage gebe. Denn genau darin sehe er, Browne, die einzige Chance: in echtem, ernst gemeinten politischen Dialog mit der Regierung in Colombo. Den Zeitpunkt für faire Verhandlungen aber habe die LTTE ein für alle Mal mit der militärischen Niederlage im Mai verpasst.

Auch Dr. Noel Nadesan bestätigte diesen Eindruck. Trotz einer nicht immer perfekt funktionierenden Demokratie, trotz dreier Unabhängigkeitskriege und vieler Verluste habe Sri Lanka noch immer die Fahne der multi-ethnischen Staates hochgehalten. Die Tamilen heute stünden in ihrer Sprachlosigkeit vor einer hausgemachten Krisensituation.

Die Vertreter der LTTE beschwerten sich lautstark über die Lage der Flüchtlinge in den Lagern. Browne erwiderte, dass die noch verbleibenden 100 000 Flüchtlinge ja letztlich auch wegen der LTTE in den Lagern seien; ihre Situation sei vor dem Lageraufenthalt zum großen Teil wesentlich schlimmer gewesen. Außerdem glaube er der srilankischen Regierung, dass diese so schnell wie möglich versuche, die Lage zu entspannen und zu normalisieren.

Den Versuch der LTTE-Anhänger, wirtschaftlichen Druck aufzubauen, beispielsweise indem sie ausländische Regierungen dazu drängten, Handelserleichterungen aufzuheben, erteilte er auch eine Abfuhr. Dies sei ein Pendel, das leicht in die falsche Richtung ausschlagen könne, denn damit könnte der wirtschaftliche Wiederaufbau des ganzen Landes, ganz besonders aber der des ohnehin schwachen Nordens, empfindlich gestört werden.

Eine Abfuhr erteilte Browne auch externen Kriegsgerichten, die Greueltaten untersuchen sollen. Dieser Prozess müsse von Innen heraus geschehen. Am Beispiel Kosovo sehe man, so Browne, dass die externe Intervention nichts gebracht habe und auch nicht zur Versöhnung der ehemaligen Kriegsparteien beigetragen habe. Im Übrigen müsse sich gerade auch abei diesem Thema die LTTE viele, eher unangenehme Fragen stellen lassen.

Des Browne sagte zum Abschluss des Dialogs, dass er sich gerne als Moderator bei Verhandlungen mit der srilankischen Regierung als Moderator zur Verfügung stelle. Sri Lanka als funktionierende Demokratie und mit langer Erfahrung bei der Integration unterschiedlichster Ethnien sei trotz aller Imperfektionen immer noch die beste Option für eine politische Beteiligung der Tamilen am öffentlichen Leben. Brownes letzter Rat an die Beteiligten: sie mögen sich doch mit der parlamentarischen Opposition Sri Lankas in Verbindung setzen. Das sei ein politischer Hebel, der den Tamilen sofort zur Verfügung stehe…

TigerInKanada
Übersetzt aus der srilankischen Zeitung Daily Mirror vom 6. November 2009

Von Sunil Jayasiri

Colombo – Die nach der militärischen Niederlage der LTTE-Organisation in Sri Lanka, ebenso wie nach der Verhaftung des internationalen Waffenschmugglers und Prabhakaran-Nachfolgers Kumaran Pathmanathan alias „K.P.“ schwer angegriffene internationale Netzwerk der Befreiungstiger von Tamil Eelam, allgemein als LTTE bekannt, gewinnt langsam wieder an Boden. Die Rest-LTTE benutzt dabei kanadischen Boden als strategische Basis. Dies besagen jüngste lokale und internationale Berichte von Nachrichtendiensten. Demnach gibt es nach wie vor aktive Tarnorganisationen der Terrororganisation, die (noch) ungehindert und scheinbar legal auf kanadischem Boden agieren, und, trotz der Versuche der kanadischen Behörden, deren Aktivitäten zu unterbinden, bauen diese übrig gebliebenen Führer der LTTE weiterhin das Netz der Terrororganisation auch international weiter aus.

Als ersten Schritt haben diese Tarnorganisationen der LTTE in Europa und Kanada wieder damit begonnen, „Steuergelder“ von der tamilischen Diaspora in den USA, in Kanada sowie in anderen, europäischen Ländern einzutreiben. Sie haben auch wieder damit begonnen, Entführungen und Erpressungen in großem Maßstab durchzuführen, um Geldmittel von der Diaspora für künftige Aktivitäten zu erpressen. Diese LTTE-Tarnorganisationen, die von der Kanadischen Tamilischen Jugendfront angeführt werden, haben damit begonnen, die tamilische Diaspora dahin gehend zu bearbeiten, wieder und ausschließlich die Tamil Eelam Tigerflagge zu schwenken…

Berichte der Nachrichtendienste enthüllen weiter, dass ein prominenter tamilischer Parlamentarier, der Sri Lanka verlassen hat, diese Kampagne in Kanada aktiv führt und dabei behauptet, dass das Konzept des getöteten LTTE-Führers von allen Tamil sprechenden Menschen in der Welt, befolgt werden müsse.

Um dies zu erreichen, wurden Millionen von Tamil Eelam Fahnen in der ganzen Welt unter der tamilischen Diaspora durch diese Tarnorganisationen verteilt.

Obwohl diese Tarnorganisationen mehr oder weniger offen diese letzte PR-Kampagne der LTTE – einschließlich Erpressungen im großen Stil – durchgeführt haben, haben die kanadischen Behörden angeblich bisher keine konkrete Aktion unternommen, um dies zu verhindern. Die srilankische Regierung hat selbst auch nichts unternommen, etwa auf diplomatischer Ebene, diese Entwicklungen zu verhindern, obwohl sie vom nationalen Geheimdienst gewarnt worden war.

Quellen in Kanada besagten, dass angeblich sogar hochrangige Beamte der kanadischen Regierung diese Aktivitäten unterstützen würden, um der schon gelähmten LTTE-Organisation auf der internationalen Ebene neues Leben einzuhauchen. Obwohl die kanadischen Behörden früher einige harte Aktionen unternahmen, um prominente und aktive Tarnorganisationen der Tamil Tiger, die in Kanada ihren Sitz hatten, zu verbannen, und obwohl sie auch verschiedene Verhaftungen getätigt haben, sind sie immer noch unfähig, ganz und gar mit dieser Bedrohung fertig zu werden. Dies führt dazu, dass die übrig gebliebenen Tamil Tiger Repräsentanten dort wieder an Boden gewinnen.

In der Zwischenzeit haben die LTTE-Anhänger, welche in europäischen Ländern leben, damit begonnen, in Kanada und den USA die tamilische Diaspora einzuschüchtern. Sie sollen Verwandte, die in den nördlichen und östlichen Provinzen in Sri Lanka leben, darauf einstimmen, bei den bevorstehenden Wahlen wenigstens fünfzehn Mitglieder der Tamilischen Nationalen Allianz ins Parlament zu wählen.

Dem Vernehmen nach gibt es diese LTTE-PR-Kampagne in fast jedem Land, in dem es eine srilankische tamilische Bevölkerung gibt. Demgemäß vermittelt die Kampagne hauptsächlich die Botschaft, dass nur TNA Mitglieder politisch für die tamilische Gemeinschaft kämpfen würden, und dass deswegen eine beträchtliche Anzahl von TNA-Mitgliedern ins sri-lankische Parlament geschickt werden sollen.

Der Nachrichtendienst Sri Lankas berichtet, dass besonders in der nördlichen Provinz einen Trend vorherrscht, die TNA als Vertraute des Volkes zu unterstützen. Der Grund ist, dass die meisten der Verbündeten der Regierung – einschließlich der Eelam Volksdemokratie Partei (EPDP) – wegen des Versagens der Politiker, ihre Versprechen einzulösen, ihre Glaubwürdigkeit verlieren.

Berichte sagen, dass einige dieser Verbündeten angeblich eine große Summe Geld von den Leuten genommen hätten und ihnen lokale sowie Jobs im Ausland versprochen, aber diese Versprechen nicht eingelöst hätten.

Srilankische illegale Asylsuchende und Kanada

Um mit der schmutzigen Kampagne gegen die srilankische Regierung wieder zu beginnen, sammeln sich jetzt die übrig gebliebenen Führer der LTTE um ihre prominenten Figuren, die eine bedeutsame Rolle im Kampf gegen die srilankischen Sicherheitskräfte gespielt haben.

Als erster Schritt wurde dem Gerücht nach eine große Anzahl solcher kampferprobten LTTE-Führer und altgedienter Kader in letzter Zeit auf illegale Weise nach Kanada gebracht. Dies kam ans Licht, als die kanadischen Behörden ein hochrangiges LTTE-Mitglied verhafteten konnten, der auf der Liste der von Interpol dringlichst Gesuchten stand und der sich unter den angeblich verfolgten Asylsuchenden der „Ocean Lady“ befand.

Der 26-jährige Manickavasagar Kartheepan ist ein dringlichste gesuchter LTTE Kader; es war ihm gelungen, aus Sri Lanka zu entkommen, während die Abteilung für die Untersuchung von Verbrechen (CID) versuchte, ihn in ihrem Netz zu fangen. Er wird von Sri Lanka wegen seiner Rolle bei einem Schmugglerring gesucht, der für die Tamil Tiger elektronische Ausrüstung ins Land brachte.

Später wurde von Interpol ein “Alarmstufe Rot” daraus gemacht, nun wurde Kartheepan wegen terroristischer Aktivitäten gesucht. Als die kanadischen Behörden die illegale eingereisten Asylbewerber überprüften, wurde der Verdächtige in der Gruppe von 76 Kamillen entdeckt. Manickavasagar Kartheepan wurde von den kanadischen Behörden an Interpol übergeben, man rechnet mit seiner baldigen Auslieferung an Sri Lanka.

Das in Kambodscha registrierte Schiff “Ocean Lady”, das am 17. Oktober kanadischen Gewässer erreichte, war aus einem südindischen Hafen am 8. September aufgebrochen. Später konnte aufgedeckt werden, dass das Schiff, das ursprünglich „Easwaran Princess“ hieß, von der LTTE genutzt wurde, um Waffen und Munition für die Organisation in den Norden der Insel zu bringen. Bevor das Schiff mit 76 illegalen Einwanderern – die meisten von ihnen srilankische Tamilen – losfuhr, glaubte man, dass es in Indonesien gewesen war, wo eine große Anzahl tamilischer Zivilisten leben, nachdem diese auf illegale Weise aus Sri Lanka geflohen sind.

Gegenwärtig wird Indonesien als Transitpunkt für illegale Einwanderer benutzt, bevor sie nach Australien oder Kanada geschickt werden, wobei man die Seerouten illegal benutzt.

Jetzt haben sich das Anti-Human Smuggling Investigation Bureau der srilankischen CID und die Königliche Kanadische Berittene Polizei (RCMP = kanadische Kripo) zusammengetan, um Untersuchungen hinsichtlich dieser dubiosen Asylbewerber anzustellen.

Ein hochrangiger CID Beamter sagte, dass es Untersuchungen im Gange seien, um festzustellen, warum eine kleine Anzahl illegaler Einwanderer (76) auf dem großen Schiff mit namens “Ocean Lady” gereist sei. Das CID glaubte, dass es in dieser Gruppe einige weitere prominente altgediente LTTE-Kader befinden, und die kanadischen Behörden überprüfen nun die Identitäten dieser Männer.

Die vor kurzem von den kanadischen Behörden veranlassten Untersuchungen haben ergeben, dass der Kopf hinter der Ankunft des Schiffes ein gewisser Ravi Shankar Kanagaraja ist, ein nationalisierter Tamile. Er hatte enge Verbindungen mit dem verhafteten Chef des internationalen Netzwerkes der LTTE K. Pathmanathan alias „K.P.“…

Ein großangelegte Suchaktion, um diesen Drahtzieher zu verhaften ist derzeit im Gange. Er hat dem Vernehmen nach einige andere ähnliche Schiffe besorgt, um illegal Einwanderer nach Kanada zu schmuggeln. Dies besagen letzte Berichte. Im Zuge der Übernahme des Schiffes sagte der Bevollmächtigte der RCMP, William Elliott, dass es zwar noch zu früh sei, Schlussfolgerungen darüber abzugeben, ob jene, die an Bord des Schiffes angekommen sind, für Kanada eine Bedrohung sind, dass aber „die Tatsache ihrer Ankunft und die Möglichkeit, dass andere folgen könnten, massive Sorgen wegen unserer Sicherheit entstehen lassen.“

Er sagte, dass die Rebellen trotz der Niederlage der LTTE eine terroristische Gruppe bleiben, welche “möglicherweise eine bedeutsame Wirkung auf und in Kanada ausüben könnte.”

Elliott gab zu: “Kanada ist eines der wenigen Plätze in der Welt, wo sich LTTE-Terroristen und deren Unterstützer ganz offen verstecken könnten und vielleicht von hier aus terroristische Operationen in Gang setzen könnten.”

Elliott sagte auch, dass auch dann, wenn die LTTE Kanada nicht speziell ins Visier nehmen würde, “die Auswirkungen immer noch desaströs seien.” Der Beauftragte sagte, dass Gewalt und Einschüchterung benutzt würden, um „Kriegssteuern“ innerhalb der Kanadisch-tamilischen Diaspora für die Tamil Tiger zu sammeln.

Trotz andauernden Aktionen, um zu verhindern, dass illegale Einwanderer das Land betreten, muss die kanadische Regierung noch eine sehr harte und gründliche Aktion gegen diese Bedrohung unternehmen, damit dies endgültig aufhört.

Kanadische Berichte des Geheimdienstes haben vor kurzem enthüllt, dass die LTTE-Tarnorganisationen zwar wieder im Aufstieg begriffen sind, dass die Regierung des gegenwärtigen Premierministers Stephen Harper dennoch keine konkrete Aktion unternommen habe, um diesen Trend umzukehren. Harpers Regierung legt eher Zurückhaltung an den Tag. Diese bringt die terroristischen Organisationen wie z.B. die LTTE dazu, kanadischen Boden als strategische Basis zu benutzen, um mit terroristischen Aktivitäten weiterzumachen.

In der Zwischenzeit sagten Quellen des Nachrichtendienstes der srilankischen Regierung, dass der LTTE-Anführer V. Rudrakumar, der in den USA lebt, möglicherweise das höchste übrig gebliebene aktive LTTE-Mitglied nach der vor kurzem erfolgten Verhaftung des wichtigsten LTTE-Netzwerkers und -Waffenlieferanten der Tiger, „K.P.“ ist. Der als Anwalt tätige Rudrakumar würde damit ungerührt weitermachen, LTTE-Mitglieder international neu zu gruppieren.

Obwohl die srilankische Regierung darauf drängt, dass die USA gegen Rudrakumar vorgehen, gibt es darauf immer noch keine positive Antwort. Sri Lanka sagte schon früher, dass die amerikanische Regierung sicherstellen solle, dass ein Mitglied einer verbotenen terroristischen Organisation, welches ein bekennender Anhänger des Terrorismus ist, die volle Macht des Gesetzes spüren solle.

Hinderlich bei der Lösung ist jedoch derzeit ein diplomatischer Streit zwischen den Vereinigten Staaten und Sri Lanka. Dabei geht es darum, dass man den Chef des Verteidigungsstabes General, Sarath Fonseka wegen angeblicher Kriegsverbrechen in Sri Lanka befragen möchte. Aufgrund dieses Streites ist die LTTE der lachende Dritte, man ist dabei sich neu zu gruppieren, und damit eine Bedrohung sowohl für Sri Lanka wie auch für die ganze Welt darzustellen.

Die Aufmerksamkeit der srilankischen Regierung sollte sich deshalb, nach ihren gelungenen Plänen, die Tamil Tiger militärisch auszulöschen, auf diese neue Entwicklung konzentrieren – mit der Unterstützung anderer Regierungen.

Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten aus Colombo vom 9.November 2009

Colombo - Der Geschäftsmann und Mitbegründer der Reform Partei von Singapore, Balldey Naidu steht kurz vor seiner Auslieferung an die Vereinigten Staaten. Die Vorwürfe gegen den 47jährigen lauten auf Gründung einer kriminellen Vereinigung zum Handel mit Waffen im Auftrag einer srilankischen, terroristischen Gruppe – den Tamil Tigers. Die amerikanischen Behörden hatte um die Festnahme gebeten – mit Singapore haben die Amerikaner seit Jahren entsprechende Zusammenarbeits-Abkommen.

Naidus Komplize beim Handel mit Waffen für die LTTE soll Haniffa Osman gewesen sein. Er sitzt bereits in amerikanischer Haft, ein Gericht verurteilte ihn zu 3 Jahren.

Der Generalsekretär der Reform Partei, Kenneth Jeyaretnam sagte letzten Montag, dass die Anschuldigungen gegen Naidu sich auf einen Zeitraum vor der Gründung der Partei im Jahr 2008 beziehen würden. Gleichzeitig begrüße Jeyaretnam aber auch die Auslieferung ausdrücklich: er habe großes Vertrauen in die amerikanische Justiz, und dass man dort – und nur dort und nicht etwa in Singapore – die Wahrheit schnell herausfinden werde. Naidu sei ein sanfter Mann, der niemals mit Terroristen zusammen arbeiten würde, bald schon werde seine Unschuld bewiesen sein.

Bei seiner Festnahme am 22. September trug Naidu eine nichtangemeldete Waffe bei sich – in Singapore ein streng geahndetes Vergehen.

BoatpeopleVon unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo am 7. November 2009

Colombo - Der Botschafter Sri Lankas in Indonesien hat das srilankische Auswärtige Amt davon unterrichtet, dass man nun wisse, wer sich hinter „Alex“, dem selbsternannten Sprecher der tamilischen Asylsuchenden an der Küste Indonesiens verberge.

Die 255 Tamilen – unter ihnen Frauen und viele Kinder – wurden am 19. Oktober von der indonesischen Marine im Meer vor Indonesien in einem maroden Holzschiff treibend aufgegriffen und nach Indonesien verbracht, wo sie nun im westlichen Java, im Hafen von Merak, an einer Mole angeleint liegen – und sich weigern, an Land zugehen und ihr Schiff zu verlassen.

Ultimativ haben sie durch ihren Sprecher „Alex“ gefordert, nicht in Indonesien, sondern in Australien Asyl zu bekommen. Nach Sri Land könne man nicht zurück, da man dort als Tamile um sein Leben fürchten müsse. Wenn man nicht nach Australien hineingelassen werde, werde man in einen „Hungerstreik bis zum Tode“ treten oder aber das Schiff in die Luft sprengen. Es besteht der Verdacht, dass zumindest einige der Asylsuchenden versprengte Angehörige der LTTE bzw. deren Waffenschmuggelflotte sind.

Zumindest „Alex“ ist offenbar nicht direkt aus Sri Lanka gekommen. Sein Identität konnte mittlerweile ermittelt werden. Es handelt sich um den in Jaffna gebürtigen, 27-Jährigen Srilanker Kulaendrarajah Sanjeev, der schon früher erfolgreich um Asyl in Kanada ersucht hatte – wegen Verfolgung durch die LTTE. Aus Kanada aber wurde er, nach einer Reihe von Straftaten, u.a. Bandenkriminalität, im Jahr 2003 ausgewiesen. Offenbar hatte er sich nicht zurück nach Sri Lanka, sondern nach Chennai, Indien abgesetzt. Zusammen mit seinem Bruder, der in Kanada verblieb, betreibt er offenbar einen Menschenschmuggel-Organisation. Wegen dieses Deliktes wurde er auch schon einmal verurteilt.

Kulaendrarajah Sanjeevs Bruder wird mittlerweile von der Royal Canadian Mounted Police (RCMP = kanadische Kripo) gesucht. Australien weigert sich bislang, die Asylsuchenden aufzunehmen – man befürchtet eine unerwünschten Präzedenzfall. Außerdem sehe man nach dem Ende des Krieges in Sri Lanka keinen Grund mehr, weder politisches noch humanitäres Asyl zu gewähren.

Wegen des Vorfalls war es zu zum Teil heftigen Verstimmungen zwischen Indonesien und Australien gekommen, wo die Frage des Verbleibs der Asylsuchenden auch innenpolitisch für Wirbel sorgte. Mittlerweile sagt Australien, dass es Sache der indonesischen Migrationsbehörde sei, eine Lösung zu finden. Der australische Außernminister Smith sagte, es sei nicht Sache der Flüchtlinge zu entscheiden, wo sie ihren Antrag stellten. Sie seien auf hoher See gerettet worden und hätten daher nicht die Wahl.

In Indonesien sind in letzter Zeit Tausende Flüchtlinge aus Ländern wie Afghanistan, dem Irak und in letzter Zeit scheinbar auch aus Sri Lanka angelandet, deren Ziel eigentlich Australien war. Die Mittel der indonesischen Regierung reichen kaum aus, um den Zustrom zu bewältigen. Jakarta ist auf Hilfe der Vereinten Nationen und der Internationalen Migrationsorganisation angewiesen, um die Flüchtlinge unterzubringen und zu versorgen. Australien hat sich mittlerweile bereit erklärt, Indonesien gegebenfalls beim Bau von weiteren Auffanglagern für Asylanten finanziell zu unterstützen.

Bislang haben sich die srilankischen Asylsuchenden geweigert, das Schiff zu verlassen, oder sich medizinisch behandeln zu lassen. Auch haben sie sich geweigert, srilankischen Botschaftsangehörige an Bord zu lassen zur Verifikation ihrer Papiere bzw. Identität.

Kurios: Ausgerechnet „Alex“ hat jetzt Journalisten gegenüber das angebliche „Angebot“ der Asylsuchenden verbreiten lassen, man werde den (seinen?) Schmugglerring verraten, wenn man sie alle nach Australien hinein lassen würde. Es handle sich dabei, so „Alex“ nebulös, „um ein großes, Asien weit tätges Netzwerk“. Man habe die ganze Zeit über Kontakt zu den Schmugglern gehalten…

Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 4.Oktober 2009

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Nach ihm wird wegen Menschenhandels gefahndet: Ravi Shankar Kanagaraja

Colombo – Die Tamil Tigers hoffen, dass sie künftig Kanada als strategische Basis für den Kampf gegen die srilankische Regierung Nutzen können.“Ich kann mir kein anderes Land denken, das für für die Tamil Tigers von solcher Wichtigkeit ist, um sich wieder zu sammeln und den Kampf gegen Sri Lanka fortzusetzen,“ sagt Professor Rohan Gunaratna vom Internationalen Center für Politische Gewalt und Terrorismus-Forschung in Singapore im Hinblick auf die weltgrößte Tamilen-Diaspora.

Die kanadische Regierung hat Gunaratna als Berater bei der Untersuchung der 76 Tamilen, die am 17. Oktober vor der Küste Vancouvers vom Küstenschutz aufgegriffen wurden, und die jetzt in Gewahrsam der Einwanderungsbehörden sind. Die kanadischen Behördenmisstrauen den angeblichen friedlichen Asylanten. Ein Tamile, von dem man annimmt, er sei Jugendlicher wurde inzwischen in die Obhut der Jugendschutzbehörde entlassen.

Zwar sagen die Anwälte der Asylanten, sie seien keine LTTE-Kader – doch Professor Gunaratna widerspricht vehement: Die Mehrheit dieser Asylsuchenden seien Tamil Tigers. Die Papiere der Asylsuchenden würden derzeit von den kanadischen Behörden untersucht. Gegen einen der Asylsuchenden, den 26-jährige Manickavasagar Kartheepan, liegt definitiv ein Haftbefehl von Interpol vor.

Die Tamil Tigers und die LTTE sind in Kanada als verbotene terroristische Organisation eingestuft.

Gunaratna hat auch dem Drahtzieher der ganzen Aktion einen Namen gegeben. Nach seinen Informationen habe die Planung und Durchführung der Aktion ein gewisser Ravi Shankar Kanagaraja zu verantworten, ein kanadischer Tamile. Die kanadischen Behörden haben Kangaraja mittlerweile zur Fahndung ausgeschrieben.

Bereits am Montag kam heraus, dass bei Untersuchungen des Schiffes und seiner Passagiere an der Kleidung von mindestens zwei der Asylsuchenden sowie an einigen Stellen des Laderaums Spuren des Sprengstoffs TNT entdeckt wurden. Außerdem entdeckten die Ermittler, dass der Transponder des Schiffes manipuliert worden war. Mittels Transponder lässt sich jedes Schiff eindeutig identifizieren. Die „Ocean Lady“, die vor der Küste Kanadas aufgegriffen wurde hieß ursprünglich „Princess Easwary“, kam aus Indien und fuhr bis zum Ende des Krieges im Mai in der Flotte der LTTE als Waffenschmuggelschiff.

Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 3. November 2009

Tigerführer und LTTE-Aktivisten in Aufruhr

Hedge Fund Insider Trading

Rajaratnam wird von Beamten des FBI abgeführt - ist er eine Schlüsselfigur im LTTE-Netzwerk?

Colombo – Die Verhaftung des in Sri Lanka geborenen Milliardärs Raja Rajaratnam, dem Gründer des des Galleon Hedge Fonds durch Untersuchungsbeamte des FBI wegen des Insiderhandels hat die LTTE-Führer und -Aktivisten in den USA aber auch in anderen Ländern in große Aufregung versetzt.

Rajaratnam hat nicht nur die LTTE finanziell stark unterstützt, sondern auch eine führende Rolle bei der angestrebten internationalen Anerkennung für die terroristische Organisation gespielt. Es war V. Rudrakumaran, ein srilankisch tamilischer Rechtsanwalt, der jetzt in den USA lebt, welcher die Initiative ergriff, um den so genannten „Transnationalen Tamilischen Staat von Eelam“ zu etablieren – eine ungewählte Tigerregierung ohne Land im Exil, die bald nach dem Dezimieren der LTTE samt deren militärischer Führung entstand.

Rudrakumaran, der Ober-Rechtsberater der LTTE, war Mitglied von Tiger-Delegationen gewesen, welche bei einer Anzahl von Gelegenheiten mit der srilankischen Regierung scheinbar um Frieden verhandelten. Nach dem Tod von Prabhakaran und anderen Tigerführern errichtete Rudrakumaran diesen „Transnationalen Staat von Tamil Eelam“ als virtuelle Versammlungsstätte für Tiger-Aktivisten ein, welche in der ganzen Welt verstreut sind. Rudrakumaran hat immer offen die LTTE international repräsentiert. Es war Rudrakumaran, welcher eine Delegation von Repräsentanten von 15 pro-LTTE Organisationen in den Vereinigten Staaten anführte, die den amerikanischen Unterstaatssekretär für asiatische Angelegenheiten, Robert Blake trafen, um sich über die srilankische Regierung zu beklagen, die Menschenrechte verletze.

Versteckt sich Rudrakumaran?

Rudrakumaran, der lange das Lichte der Öffentlichkeit für seinen Klienten suchte, ist angeblich in den Untergrund abgetaucht, seitdem Raj Rajaratnam von Ermittlern des FBI verhaftet worden war. Der Grund scheint offensichtlich. Es heißt, es sei ein enger Verbündeter von Rajaratnam gewesen. Die anderen Tiger-Führer und Aktivisten in den Vereinigten Staaten halten sich derzeit ebenfalls bedeckt. Eine Anzahl von Pro-Tiger-Webseiten sind derzeit inaktiv.

Da er der wichtigste Rechtsberater der LTTE ist, repräsentierte er die Interessen der Tiger-Aktivisten in Gerichtsfällen in den Vereinigten Staaten bei mehreren Gelegenheiten. Interessanterweise ist Rudrakumaran nicht für Raj Rajaratnam angetreten in dessen Anklage wegen Insiderhandels. Überraschenderweise hat auch die Pro-LTTE-Webseite Tamil Net bislang nichts über die Verhaftung von Raj Rajaratnam berichtet.

Finanzielle Unterstützung der LTTE  Verbrechen in den USA

Es gilt als ernstes Vergehen, wenn man auf amerikanischem Boden irgendeiner terroristischen Organisation, die die USA verboten hilft, hilft, unterstützt oder sonstwie begünstigt. Während der Untersuchungen ist durchgesickert, dass Rajaratnam mindestens 5 Millionen amerikanische Dollar der Tiger-Tarnorganisation TRO (= Tamil Rehabilitation Organization) gespendet hat. Darum sieht er sich auch der Verfolgung wegen der – indirekten – finanziellen Unterstützung der LTTE gegenüber.

Zwischenzeitlich hat eine Gruppe von Sri-Lankern, die in den USA leben Klage in 30 Fällen gegen Rajaratnam bei einem Gericht in New Jersey eingereicht. Er soll wegen der „indirekten Teilnahme“ an der Tötung ihrer Familienangehörigen und Verwandten in Sri Lanka durch die LTTE vorgeladen wurde. In der Sammelklage wird gesagt, dass Rajaratnam zumindest teilweise für die Tötungen, die die LTTE durchführte, verantwortlich gehalten werden könne. Eine Stellungnahme des Internationalen Koordinators der LTTE, Kumaran Padmanathan alias „K.P.“, welche daraus hinausläuft, dass Rajaratnam die LTTE zweifellos finanziell unterstützt hat, dient als ein starkes Indiz zur Unterstützung der Anklage gegen Rajaratnam.

Rajs Investition an der srilankischen Börse

Rechtsexperten weisen darauf hin, dass die srilankische Regierung unter dem Gesetz zur Verhinderung von Terrorismus eine Rekordsumme von 13 Milliarden Rupien einziehen kann, im Falle, dass ihn das Gericht von New Jersey für schuldig befinden sollte, die LTTE finanziell unterstützt zu haben. Diese Summe nämlich hat Rajaratnam in Sri Lanka investiert.

Gericht schränkt Rajs Mobilität ein

Rajaratnam, dessen Haftkaution jetzt auf 100 Millionen amerikanische Dollar erweitert wurde, wurde außerdem mit dem Verbot belegt, sich nicht weiter als 170 Kilometer weg von New York zu bewegen. Außerdem können die Ermittler des FBI Rajaratnams Bewegungen anhand von Signalen überwachen, die von seiner elektronischen Fußfessel kommen.

In der Zwischenzeit hat Rajaratnams Anwalt an das Gericht appelliert, die Höhe der Sicherheitskaution, die ihm auferlegt wurde, von 100 auf 25 Millionen US Dollar reduziert wird. Es wird erwartet, dass die Namen weiterer hochrangiger Geschäftsleute und Politiker, die mit Rajaratnam zu tun hatten, im Laufe des Verfahrens wegen Insiderhandels gegen ihn durchsickern werden.

Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 3. November 2009

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"K.P." verrät gerade in Verhören das internationale Terrornetzwerk der LTTE, das er aufgebaut hatte

Colombo – Kumaran Pathmanathan alias „K.P.“, Nachfolger des im Mai getöteten LTTE-Führers V. Prabhakaran, der seit Anfang August in srilankischer Haft sitzt, hat weitere Details über insgesamt 57 Top-Eelamisten enthüllt, die das internationale Netzwerk der LTTE leiten.

Bis jetzt hatte man diese Namensliste nicht enthüllt. Unter jenen, die auf dieser Liste genannt werden, sind: Der Chef des internationalen LTTE-Nachrichtendienstes Kadiragamarthambi Aravindan, ein Ingenieur mit Wohnsitz in den USA, Rajandran Balasingham, der Chef der tamilischen Welt-Eelam-Jugendorganisation „Anduwelman“, Cheriyan Rudramurthi in Kanada, G. Ilango in Großbritannien, V. Ilangapillai in Kanada, Arjun Ediriweerasingham, Winipara alias Ranjitzh Fernando, Jegan Mohan in Schweden, Jeyachandran und Thediyawan in Norwegen, Thagenlingam in Malaysien, James Karunakaran in London, Sadiyan Kumaran in Australien, Lucas Balasingham ebenfalls in Kanada, der Bruder des Eelam IGP, Maniwannan und Verangam in Paris, Nadarajah Mathienthiran ebenfalls in Frankreich, Palendira Mathinan in Australien, David Puwathapillai in Kanada, Raj Rajaratnam in den USA und Ragaman in Australien. Es wurde auch bekannt, dass ein früherer srilankischer Schatzmeister und ein früherer Generalstaatsanwalt ebenfalls in diesem Netzwerk sind. Mathienthiran steht in Paris derzeit u.a. wegen Unterstützung einer terroristischen Organisation (LTTE) vor Gericht.

„K.P.“ hat auch enthüllt, dass diesen LTTE-Netzerkern nicht nur die Aufgabe haben, für die LTTE in der jeweiligen Diaspora Spenden einzusammeln sowie sich u.a. um die LTTE-Propaganda-Websites zu kümmern. Sie hatten außerdem den Auftrag, sich aktiv als Lobbyisten für die LTTE bei ausländischen Regierungen und Parteien zu betätigen. Seit dem besagte Liste bekannt wurde, hätten einige der genannten Tiger-Aktivisten ihrer öffentlichen Tätigkeiten deutlich zurückgefahren sagen Sicherheitskräfte.

 

Übersetzt aus Lakbime vom 2. November 2009
Von Gayan Kumara Weerasingha

Colombo – Verteidigungseinheiten haben eine Anzahl von verdeckten LTTE-Kader entdeckt, die Bomben an Eisenbahnstrecken, Bussen sowie an elektrischen Transformatoren in Colombo und Umland zur Zündung gebracht haben. Die Verteidigungseinheiten entdeckten diese Kader durch Information bei der Befragung von altgedienten LTTE-Soldaten, welche im Lager von Vavuniya festgenommen worden waren.

Mittlerweile kam auch heraus, dass die Person, welche im Mai 2009 den Freitod beging, indem sie aus dem 7. Stockwerk eines Apartmenthauses in Wellawatte sprang, während Beamte des Staatlichen Nachrichtendienstes das Gebäude umzingelten, ein Student der Ingenieurs-Wissenschaften an der Universität von Moratuwa war. Er galt als Spezialist für Sprengkörper und wohnte im „Sonnenblumen-Hof“ in Wellawatte. Ein Studien-Kollege, ebenfalls von der Universität von Moratuwa, wurde jetzt vom CID wegen eines Bombenanschlages auf einen Bus in Katubedda, Moratuwa verhaftet. Bei dieser Explosion am 6. Juni 2008 waren 24 Menschen getötet und 72 verletzt worden.

Zusätzlich verhaftet das Büro für Verbrechensbekämpfung in der letzten Woche zwei weitere Studenten. Sie waren von der LTTE ausgebildet worden. Die zwei Studenten lebten in einem Haus an der Vijitha Straße in Pamankada. Sie hatten das Haus für monatlich 8000 Rupien gemietet.

Dabei wurde auch enthüllt, dass ein altgedienter LTTE-Spion mit Namen “Murali” ihr Führungsoffizier war, der die Anweisungen gab, wo man die Explosionen ausführen sollte.

Einer der Studenten, Mohan Kumar, ein Einwohner von Kilinochchi, hatte das GCE A/ Examen mit Bestnoten bestanden und war als Student der Fakultät für Management der Sri Jayawardanapura im Juni 2004 registriert worden. Mohan Kumar besuchte seine Eltern und seinen Bruder im Wanni regelmäßig. 2007 sah sich Mohan an der Omanthai Barriere der LTTE gegenüber und die LTTE Kader drängten ihn dazu, bei ihren terroristischen Aktivitäten zu helfen. Mohan Kumar lehnte ab. Aber die LTTE beharrte. Im April 2007 bekam Mohan einen Anruf von einem LTTE-Mitglied, in dem gesagt wurde, dass sie seinen Bruder in Haft nehmen und foltern würden, und dass sie ihn nicht eher freilassen würden, bis Mohan ihrer Bitte nachgäbe.

Angesichts dieser Drohung stimmte Mohan zu, der LTTE zu helfen, in der Hoffnung damit die Freiheit seines Bruders zu sichern. Er wurde daraufhin in ein Trainingslager der LTTE geschickt, das am Iranamadu Tank lag, um ein zehntägiges Übungsprogramm für Sprengkörper und zur Herstellung vom Bomben zu absolvieren. Er wurde von dem hochrangigen LTTE-Nachrichtenflügel-Chef Kapil Amman persönlich beaufsichtigt. Die erste Mission für Mohan war es, ein Versteck für einen LTTE-Spion zu finden, welche unter seiner Obhut aus dem Wanni nach Colombo gekommen war. Rajendran Ranjith  traf Mohan Kumar in Wellawatte im August 2007.

Auch Rajendran hatte sein GCE A/L Examen und wurde für die Fakultät für ayurvedische Medizin an der Universität von Colombo zugelassen. Auch er wurde gezwungen, dem LTTE Nachrichtenflügel beizutreten; er wurde im „Sudan“-Lager der LTTE in Kilinochchi trainiert. Rajendran konnte erst nach Beendigung des Trainings nach Colombo kommen, und bei seiner Ankunft nahm Mohan Rajendran in seine Obhut. Rajendran gab den ayurvedischen Kurs auf und begann einen Kurs an der Nawala Offenen Universität.

In der Zwischenzeit hatte „Murali“, ihr LTTE-Führungsoffizier, die gewünschte Information von den beiden über den Sicherheitszustand der geplanten Anschlagziele in und um Colombo bekommen und den beiden neuen Rekruten wurden heimlich von der LTTE mit  C4 Sprengkörpern, Auslösern, elektrische Stromkreisen und Schaltuhren versorgt. Sie behielten die Sprengkörper bis zu den Anschlägen sicher, indem sie sie in dem Garten des Hauses vergruben, in das sie sich eingemietet hatten – mit Geld der LTTE.

Übersetzt aus der Washington Times vom 28. Oktober 2009

TWTlogoWashington – Sri Lanka ergeht es nun wie Israel: es ist ein Land, das sich einer Untersuchung wegen Kriegsverbrechen gegenübersieht, weil es Terrorismus effektiv zurückgetrieben hat. Amerika aber sollte die srilankische Regierung unterstützen – oder die Nase aus den Angelegenheiten Colombos heraushalten.

In der letzten Woche hat Stephen Rapp, der amerikanischer Botschafter zuständig für Kriegsverbrechen,dem Kongress einen Bericht vorgelegt, in dem es um solche Zwischenfälle während des vor kurzem beendeten Konflikt in Sri Lanka geht, und welche “möglicherweise Verletzungen des internationalen Menschenrechts oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen könnten.” Der Bericht konzentriert sich besonders auf Januar bis Mai 2009, als das srilankische Militär nach 12 Jahren des kriegerischen Konfliktes, die bewaffneten Formationen der Tamil Tiger umzingelte und zerstörte und die Anführer der Terroristengruppe tötete.

Der Bericht führt chronologisch Behauptungen über Kriegsverbrechen auf – sowohl seitens der Streitkräfte Sri Lankas als auch der Kader der  terroristischen Tamil Tigers. Der altgediente Patrick J. Leahy, der Demokrat von Vermont, dessen Subkomitee des State Departments den Bericht angefordert hatte, ruft nun laut nach „einer vollen und unabhängigen Untersuchung“, so dass die Verantwortlichen „zur Rechenschaft gezogen“ werden können.

Das Büro des High Kommissionärs für Menschenrechte der Vereinten Nationen hat sich dem Ruf nach einer Untersuchung des srilankischen Krieges angeschlossen und sagt, dass es „zu viele Fragen“ gäbe, die unbeantwortet seien. Der UN-Sprecher für Menschenrechte, Rupert Colville hat einen direkten Vergleich mit der Gaza-Untersuchungsmission gezogen, welche von dem südafrikanischen Richter Richard Goldstone angeführt wird. Sri Lanka und Israel verfolgen beide eigene, interne Untersuchungen und haben beide die Forderung nach einer internationalen Beteiligung an diesem Prozess rundweg verworfen.

Der Rapp-Report ist nicht umfassend. Es ist mehr eine Auflistung von Behauptungen als eine voll dokumentierte, belegte Anklageschrift. Die meisten der aufgeführten Verstöße können entweder direkt den Tamil Tigers zugewiesen werden – wie z.B. die Zwangsrekrutierung von Kindern, um sie als Kanonfutter einzusetzen – oder sind die Folge von terroristischen Aktivitäten, wie beispielsweise das Beschießen von Krankenhäusern mit Granaten durch die SLA, die von den Tigern als Kommandoposten und Feuerrampen benutzt wurden.

Allein gegen die Tonalität von moralischer Gleichwertung und Gewichtung in den Rapp- und Goldstone-Berichten könnte man am meisten einwenden. Krieg ist seinem Wesen nach gewalttätig, komplex – und immer tragisch. Es existieren Regeln, ja, um das Leiden im Krieg zu lindern – aber dieses Leiden kann nie völlig vermieden werden. Terroristische Gruppen wie die Tamil Tiger, die Hamas oder Al-Qaida betrachten sich selbst als nicht von den Kriegsgesetzen gebunden und verletzen sie grundsätzlich, indem sie Nichtkämpfer ins Visier nehmen, Zivilisten als menschliche Schutzschilde gebrauchen, Gefangene foltern und hinrichten und Krankenhäuser und religiöse Plätze als Hauptquartiere und Plattformen für Heckenschützen benutzten.

Jeder Krieg gegen solch einen Feind wird dem Volk, dem unter anderen Umständen die Schrecken des Krieges erspart bleiben könnten, ein großes Maß an Tragik auferlegen. Aber dies eben ist Teil des Werkzeugkastens von Terroristen, und Berichte wie diese spielen diesen Terroristen nur in die Hände.

Indem man die systematischen Verstöße der Terroristen gegen die Menschenwürde mit den nicht beabsichtigten oder auf andere Weise bedauerlichen Handlungen des Staates, welcher versucht, diese Terroristen zu besiegen, gleichsetzt, errichten solche Berichte quasi ein moralisches Spielfeld, auf welches Terroristen absolut kein Recht haben, auch nur einen Fuß zu setzen.

Mr. Leahy möge seinen Eifer also zügeln bei der Verfolgung dessen, was er als „Gerechtigkeit“ in Sri Lanka betrachtet. Irgendein objektiver Vergleich nämlich von Sri Lankas Krieg gegen die Tamil Tiger oder Israels Offensive gegen die Hamas mit Amerikas Kampf gegen Al-Qaida würde die Vereinigten Staaten in das gleiche Licht stellen und unseren Feinden einen Status verleihen, welchen sie nicht verdienen.

Mr. Leahy übergibt den Feinden der Freiheit unverdiente Siege selbst da, wo sie schon besiegt sind.

 

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