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Ein Kommentar von Kalinga Seneviratne

Colombo – Der Sprecher der Vereinten Nationen für politische Angelegenheiten äußerte nach seinen Besuchen in IDP-Lagern (interne Vertriebene) im Norden Sri Lankas er sei „ sehr beeindruckt von der bisher geleisteten Arbeit der Armee, der Minensäuberungstrupps, des UN-Personals und der Zivilgesellschaften“, und dass er und sein Team auch die laufenden Rehabilitierungsprogramme gesehen hätten. Er stellte auch fest, dass man in Jaffna deutlich fühlten könne, wie sich die Bevölkerung darauf freue, dass ihnen schon bald mehr Möglichkeiten eröffnen würden, und dass es ein allgemeines Gefühl gäbe, dass eine „ganze neue Ära“ beginne. Die lokale Presse berichtete, dass er später Präsident Mahinda Rajapaksa gesagt habe: „Sie haben eine viel bessere Geschichte, als heute außerhalb des Landes bekannt ist.“

Aber das ist genau das Dilemma der srilankische Regierung, kaum einer westlichen Presseorganisation vertrauen zu können, die wahre Geschichte objektiv zu publizieren.

Die srilankische Regierung hat wiederholt betont, dass die IDPs nicht so leicht freigelassen werden können wegen der tödlichen Landminen, die die LTTE millionenfach in dem ganzen Gebiet vergraben hat, und dass diese erst allmählich mittels internationaler Hilfe entfernt werden können. Zusätzlich fürchtet die Regierung, dass Tausende von LTTE-Kader am Ende des Krieges entkommen und in den Lagern gelandet sind. Diese Leute müssen aussortiert werden, bevor die Lager geleert werden können, so die Regierung. Gegenwärtig haben die Exekutivbehörden mittels langer Befragungen und Kreuzverhören über 30.000 solcher Verdächtiger identifiziert, welche sie zwecks Rehabilitierung weiter in Haft behalten möchte.

Die westliche Presse, welche die IDP-Lager in Sri Lanka kritisiert, scheintGuantanamo Bay in Kuba und Dutzende solcher Lager zu vergessen, die derWesten in der ganzen Welt unterhält, um verdächtige Al-Qaida oder Taliban-Terroristen festzuhalten. Die gleiche Presse, welche Sri Lanka der Kriegsverbrechen beschuldigt, berichtet auch frohlockend und ohne nachzufragen über Feststellungen des Pentagon, welche besagen, dass militante Taliban von Bomben getötet worden sind, welche amerikanische unbemannte Flugzeuge über Pakistan abwerfen – als würden keine Zivilisten in dem Gebiet leben.

In der Zwischenzeit sagt man von der internationalen LTTE-Propagandamaschine, dass sie über eine Kriegskasse von etwa 300 Millionen US-Dollar verfügt – Geld, das von den Spenden für Waffenkäufe übrig geblieben ist. Das ist eine Menge Geld, um international Schaunummern zu inszenieren oder auch um fortschrittliches audiovisuelles Material zu produzieren, um die internationale Presse zu täuschen, damit die Flamme der angeblichen Menschenrechtsverletzungen gegen die Tamilen auch ja am Brennen bleibt. Vor kurzem fiel Großbritanniens Channel 4 in eine solche Falle, als man dort ein Video von angeblichen srilankischen Soldaten sendete, die angebliche tamilische Gefangenen erschiessen. Das Video war Channel 4 von einer bis dato unbekannten Gruppe namens „Journalisten für Demokratie in Sri Lanka“ übergeben worden. Später wurde bewiesen, dass es sich bei dem Video um eine nicht sonderlich geschickte Fälschung handelt. Sri Lankas „Sunday Observer“ fand die Webseite der „Journalisten für Demokratie in Sri Lanka“ mit einer Berliner Adresse und keinerlei Material das vor dem 1. August dieses Jahres produziert wurde. Offenbar handelt es sich um eine Propaganda-Seite der LTTE. Prompt hat sich Kanal 4 bei der srilankischen Regierung entschuldigt.

Was die LTTE-Propagandaleute vermeiden, der Welt zu erzählen, ist, dass über 60 Prozent der Tamilen in Sri Lanka friedlich unter den Singhalesen leben und dass sie dies so auch in den vergangenen 25 Jahren gemacht haben. Tamilische Anführer der östlichen Provinz – die früher LTTE-Führer waren – leiten jetzt die Provinz in enger Ko-Operation mit der Regierung und einer von ihnen, Karuna, ist ein Kabinettsminister, dem man vertraut.

Wann wird die westliche Presse endlich damit anfangen, auf die tamilischen Führer aus Sri Lanka zu hören, die ernsthaft versuchen, mit der Regierung zusammenzuarbeiten, um ein vom Krieg verwüstetes Land und dessen Wirtschaft wieder auf die Beine zu bringen? Und nicht so sehr auf eine kleine, lautvernehmbare Minderheit von Tamilen zu hören, welche nicht die Absichthaben, je nach Sri Lanka zurückzukehren, und welche Hass gegenüber einem Land sähen, das sie hinter sich gelassen haben?

Vor kurzem fuhr Sri Lankas Chef des Büros für ausländische Investitionen nach London und traf sich mit einigen dieser laut vernehmbaren tamilischen ausgebürgerten Gruppen, um zu versuchen, Geld zu sammeln, um Jaffna wieder auf die Beine zu bringen – Jaffna, von dem sie gebetsmühlenartig behaupten, es wäre ihre kulturelle Hauptstadt! Aber es gab kaum jemanden in dieser Diaspora, der mit ihm zusammenarbeiten wollten. Er fuhr zurück und erzählte der srilankischen Presse, was er gehört und gesehen hatte: dass nämlich die Diaspora-Tamilen dort das Land zerstören und keinerlei Interesse am Wiederaufbau haben.

Wenn die westliche Presse ihre Vorurteile gegen Führer in Entwicklungsländern, welche nicht bedinungslos pro-westlich eingestellt sind, aufgeben und objektiv berichten würde, dann würden auch politische Führer wie der australische Premierminister Kevin Rudd bei dem, womit sie fertig werden müssen, weniger Kopfschmerzen haben.

****

Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:

Der Autor ist ein in Sri Lanka geborener Journalist, der Sendungen und Fernsehdokumentationen produziert. Er ist auch politischer Analytiker für die Presse und lebt in Singapore.

 

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