
Übersetzt aus der srilankischen Zeitung Daily Mirror vom 6. November 2009
Von Sunil Jayasiri
Colombo – Die nach der militärischen Niederlage der LTTE-Organisation in Sri Lanka, ebenso wie nach der Verhaftung des internationalen Waffenschmugglers und Prabhakaran-Nachfolgers Kumaran Pathmanathan alias „K.P.“ schwer angegriffene internationale Netzwerk der Befreiungstiger von Tamil Eelam, allgemein als LTTE bekannt, gewinnt langsam wieder an Boden. Die Rest-LTTE benutzt dabei kanadischen Boden als strategische Basis. Dies besagen jüngste lokale und internationale Berichte von Nachrichtendiensten. Demnach gibt es nach wie vor aktive Tarnorganisationen der Terrororganisation, die (noch) ungehindert und scheinbar legal auf kanadischem Boden agieren, und, trotz der Versuche der kanadischen Behörden, deren Aktivitäten zu unterbinden, bauen diese übrig gebliebenen Führer der LTTE weiterhin das Netz der Terrororganisation auch international weiter aus.
Als ersten Schritt haben diese Tarnorganisationen der LTTE in Europa und Kanada wieder damit begonnen, „Steuergelder“ von der tamilischen Diaspora in den USA, in Kanada sowie in anderen, europäischen Ländern einzutreiben. Sie haben auch wieder damit begonnen, Entführungen und Erpressungen in großem Maßstab durchzuführen, um Geldmittel von der Diaspora für künftige Aktivitäten zu erpressen. Diese LTTE-Tarnorganisationen, die von der Kanadischen Tamilischen Jugendfront angeführt werden, haben damit begonnen, die tamilische Diaspora dahin gehend zu bearbeiten, wieder und ausschließlich die Tamil Eelam Tigerflagge zu schwenken…
Berichte der Nachrichtendienste enthüllen weiter, dass ein prominenter tamilischer Parlamentarier, der Sri Lanka verlassen hat, diese Kampagne in Kanada aktiv führt und dabei behauptet, dass das Konzept des getöteten LTTE-Führers von allen Tamil sprechenden Menschen in der Welt, befolgt werden müsse.
Um dies zu erreichen, wurden Millionen von Tamil Eelam Fahnen in der ganzen Welt unter der tamilischen Diaspora durch diese Tarnorganisationen verteilt.
Obwohl diese Tarnorganisationen mehr oder weniger offen diese letzte PR-Kampagne der LTTE – einschließlich Erpressungen im großen Stil – durchgeführt haben, haben die kanadischen Behörden angeblich bisher keine konkrete Aktion unternommen, um dies zu verhindern. Die srilankische Regierung hat selbst auch nichts unternommen, etwa auf diplomatischer Ebene, diese Entwicklungen zu verhindern, obwohl sie vom nationalen Geheimdienst gewarnt worden war.
Quellen in Kanada besagten, dass angeblich sogar hochrangige Beamte der kanadischen Regierung diese Aktivitäten unterstützen würden, um der schon gelähmten LTTE-Organisation auf der internationalen Ebene neues Leben einzuhauchen. Obwohl die kanadischen Behörden früher einige harte Aktionen unternahmen, um prominente und aktive Tarnorganisationen der Tamil Tiger, die in Kanada ihren Sitz hatten, zu verbannen, und obwohl sie auch verschiedene Verhaftungen getätigt haben, sind sie immer noch unfähig, ganz und gar mit dieser Bedrohung fertig zu werden. Dies führt dazu, dass die übrig gebliebenen Tamil Tiger Repräsentanten dort wieder an Boden gewinnen.
In der Zwischenzeit haben die LTTE-Anhänger, welche in europäischen Ländern leben, damit begonnen, in Kanada und den USA die tamilische Diaspora einzuschüchtern. Sie sollen Verwandte, die in den nördlichen und östlichen Provinzen in Sri Lanka leben, darauf einstimmen, bei den bevorstehenden Wahlen wenigstens fünfzehn Mitglieder der Tamilischen Nationalen Allianz ins Parlament zu wählen.
Dem Vernehmen nach gibt es diese LTTE-PR-Kampagne in fast jedem Land, in dem es eine srilankische tamilische Bevölkerung gibt. Demgemäß vermittelt die Kampagne hauptsächlich die Botschaft, dass nur TNA Mitglieder politisch für die tamilische Gemeinschaft kämpfen würden, und dass deswegen eine beträchtliche Anzahl von TNA-Mitgliedern ins sri-lankische Parlament geschickt werden sollen.
Der Nachrichtendienst Sri Lankas berichtet, dass besonders in der nördlichen Provinz einen Trend vorherrscht, die TNA als Vertraute des Volkes zu unterstützen. Der Grund ist, dass die meisten der Verbündeten der Regierung – einschließlich der Eelam Volksdemokratie Partei (EPDP) – wegen des Versagens der Politiker, ihre Versprechen einzulösen, ihre Glaubwürdigkeit verlieren.
Berichte sagen, dass einige dieser Verbündeten angeblich eine große Summe Geld von den Leuten genommen hätten und ihnen lokale sowie Jobs im Ausland versprochen, aber diese Versprechen nicht eingelöst hätten.
Srilankische illegale Asylsuchende und Kanada
Um mit der schmutzigen Kampagne gegen die srilankische Regierung wieder zu beginnen, sammeln sich jetzt die übrig gebliebenen Führer der LTTE um ihre prominenten Figuren, die eine bedeutsame Rolle im Kampf gegen die srilankischen Sicherheitskräfte gespielt haben.
Als erster Schritt wurde dem Gerücht nach eine große Anzahl solcher kampferprobten LTTE-Führer und altgedienter Kader in letzter Zeit auf illegale Weise nach Kanada gebracht. Dies kam ans Licht, als die kanadischen Behörden ein hochrangiges LTTE-Mitglied verhafteten konnten, der auf der Liste der von Interpol dringlichst Gesuchten stand und der sich unter den angeblich verfolgten Asylsuchenden der „Ocean Lady“ befand.
Der 26-jährige Manickavasagar Kartheepan ist ein dringlichste gesuchter LTTE Kader; es war ihm gelungen, aus Sri Lanka zu entkommen, während die Abteilung für die Untersuchung von Verbrechen (CID) versuchte, ihn in ihrem Netz zu fangen. Er wird von Sri Lanka wegen seiner Rolle bei einem Schmugglerring gesucht, der für die Tamil Tiger elektronische Ausrüstung ins Land brachte.
Später wurde von Interpol ein “Alarmstufe Rot” daraus gemacht, nun wurde Kartheepan wegen terroristischer Aktivitäten gesucht. Als die kanadischen Behörden die illegale eingereisten Asylbewerber überprüften, wurde der Verdächtige in der Gruppe von 76 Kamillen entdeckt. Manickavasagar Kartheepan wurde von den kanadischen Behörden an Interpol übergeben, man rechnet mit seiner baldigen Auslieferung an Sri Lanka.
Das in Kambodscha registrierte Schiff “Ocean Lady”, das am 17. Oktober kanadischen Gewässer erreichte, war aus einem südindischen Hafen am 8. September aufgebrochen. Später konnte aufgedeckt werden, dass das Schiff, das ursprünglich „Easwaran Princess“ hieß, von der LTTE genutzt wurde, um Waffen und Munition für die Organisation in den Norden der Insel zu bringen. Bevor das Schiff mit 76 illegalen Einwanderern – die meisten von ihnen srilankische Tamilen – losfuhr, glaubte man, dass es in Indonesien gewesen war, wo eine große Anzahl tamilischer Zivilisten leben, nachdem diese auf illegale Weise aus Sri Lanka geflohen sind.
Gegenwärtig wird Indonesien als Transitpunkt für illegale Einwanderer benutzt, bevor sie nach Australien oder Kanada geschickt werden, wobei man die Seerouten illegal benutzt.
Jetzt haben sich das Anti-Human Smuggling Investigation Bureau der srilankischen CID und die Königliche Kanadische Berittene Polizei (RCMP = kanadische Kripo) zusammengetan, um Untersuchungen hinsichtlich dieser dubiosen Asylbewerber anzustellen.
Ein hochrangiger CID Beamter sagte, dass es Untersuchungen im Gange seien, um festzustellen, warum eine kleine Anzahl illegaler Einwanderer (76) auf dem großen Schiff mit namens “Ocean Lady” gereist sei. Das CID glaubte, dass es in dieser Gruppe einige weitere prominente altgediente LTTE-Kader befinden, und die kanadischen Behörden überprüfen nun die Identitäten dieser Männer.
Die vor kurzem von den kanadischen Behörden veranlassten Untersuchungen haben ergeben, dass der Kopf hinter der Ankunft des Schiffes ein gewisser Ravi Shankar Kanagaraja ist, ein nationalisierter Tamile. Er hatte enge Verbindungen mit dem verhafteten Chef des internationalen Netzwerkes der LTTE K. Pathmanathan alias „K.P.“…
Ein großangelegte Suchaktion, um diesen Drahtzieher zu verhaften ist derzeit im Gange. Er hat dem Vernehmen nach einige andere ähnliche Schiffe besorgt, um illegal Einwanderer nach Kanada zu schmuggeln. Dies besagen letzte Berichte. Im Zuge der Übernahme des Schiffes sagte der Bevollmächtigte der RCMP, William Elliott, dass es zwar noch zu früh sei, Schlussfolgerungen darüber abzugeben, ob jene, die an Bord des Schiffes angekommen sind, für Kanada eine Bedrohung sind, dass aber „die Tatsache ihrer Ankunft und die Möglichkeit, dass andere folgen könnten, massive Sorgen wegen unserer Sicherheit entstehen lassen.“
Er sagte, dass die Rebellen trotz der Niederlage der LTTE eine terroristische Gruppe bleiben, welche “möglicherweise eine bedeutsame Wirkung auf und in Kanada ausüben könnte.”
Elliott gab zu: “Kanada ist eines der wenigen Plätze in der Welt, wo sich LTTE-Terroristen und deren Unterstützer ganz offen verstecken könnten und vielleicht von hier aus terroristische Operationen in Gang setzen könnten.”
Elliott sagte auch, dass auch dann, wenn die LTTE Kanada nicht speziell ins Visier nehmen würde, “die Auswirkungen immer noch desaströs seien.” Der Beauftragte sagte, dass Gewalt und Einschüchterung benutzt würden, um „Kriegssteuern“ innerhalb der Kanadisch-tamilischen Diaspora für die Tamil Tiger zu sammeln.
Trotz andauernden Aktionen, um zu verhindern, dass illegale Einwanderer das Land betreten, muss die kanadische Regierung noch eine sehr harte und gründliche Aktion gegen diese Bedrohung unternehmen, damit dies endgültig aufhört.
Kanadische Berichte des Geheimdienstes haben vor kurzem enthüllt, dass die LTTE-Tarnorganisationen zwar wieder im Aufstieg begriffen sind, dass die Regierung des gegenwärtigen Premierministers Stephen Harper dennoch keine konkrete Aktion unternommen habe, um diesen Trend umzukehren. Harpers Regierung legt eher Zurückhaltung an den Tag. Diese bringt die terroristischen Organisationen wie z.B. die LTTE dazu, kanadischen Boden als strategische Basis zu benutzen, um mit terroristischen Aktivitäten weiterzumachen.
In der Zwischenzeit sagten Quellen des Nachrichtendienstes der srilankischen Regierung, dass der LTTE-Anführer V. Rudrakumar, der in den USA lebt, möglicherweise das höchste übrig gebliebene aktive LTTE-Mitglied nach der vor kurzem erfolgten Verhaftung des wichtigsten LTTE-Netzwerkers und -Waffenlieferanten der Tiger, „K.P.“ ist. Der als Anwalt tätige Rudrakumar würde damit ungerührt weitermachen, LTTE-Mitglieder international neu zu gruppieren.
Obwohl die srilankische Regierung darauf drängt, dass die USA gegen Rudrakumar vorgehen, gibt es darauf immer noch keine positive Antwort. Sri Lanka sagte schon früher, dass die amerikanische Regierung sicherstellen solle, dass ein Mitglied einer verbotenen terroristischen Organisation, welches ein bekennender Anhänger des Terrorismus ist, die volle Macht des Gesetzes spüren solle.
Hinderlich bei der Lösung ist jedoch derzeit ein diplomatischer Streit zwischen den Vereinigten Staaten und Sri Lanka. Dabei geht es darum, dass man den Chef des Verteidigungsstabes General, Sarath Fonseka wegen angeblicher Kriegsverbrechen in Sri Lanka befragen möchte. Aufgrund dieses Streites ist die LTTE der lachende Dritte, man ist dabei sich neu zu gruppieren, und damit eine Bedrohung sowohl für Sri Lanka wie auch für die ganze Welt darzustellen.
Die Aufmerksamkeit der srilankischen Regierung sollte sich deshalb, nach ihren gelungenen Plänen, die Tamil Tiger militärisch auszulöschen, auf diese neue Entwicklung konzentrieren – mit der Unterstützung anderer Regierungen.

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