Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 4.Oktober 2009

Nach ihm wird wegen Menschenhandels gefahndet: Ravi Shankar Kanagaraja
Colombo – Die Tamil Tigers hoffen, dass sie künftig Kanada als strategische Basis für den Kampf gegen die srilankische Regierung Nutzen können.“Ich kann mir kein anderes Land denken, das für für die Tamil Tigers von solcher Wichtigkeit ist, um sich wieder zu sammeln und den Kampf gegen Sri Lanka fortzusetzen,“ sagt Professor Rohan Gunaratna vom Internationalen Center für Politische Gewalt und Terrorismus-Forschung in Singapore im Hinblick auf die weltgrößte Tamilen-Diaspora.
Die kanadische Regierung hat Gunaratna als Berater bei der Untersuchung der 76 Tamilen, die am 17. Oktober vor der Küste Vancouvers vom Küstenschutz aufgegriffen wurden, und die jetzt in Gewahrsam der Einwanderungsbehörden sind. Die kanadischen Behördenmisstrauen den angeblichen friedlichen Asylanten. Ein Tamile, von dem man annimmt, er sei Jugendlicher wurde inzwischen in die Obhut der Jugendschutzbehörde entlassen.
Zwar sagen die Anwälte der Asylanten, sie seien keine LTTE-Kader – doch Professor Gunaratna widerspricht vehement: Die Mehrheit dieser Asylsuchenden seien Tamil Tigers. Die Papiere der Asylsuchenden würden derzeit von den kanadischen Behörden untersucht. Gegen einen der Asylsuchenden, den 26-jährige Manickavasagar Kartheepan, liegt definitiv ein Haftbefehl von Interpol vor.
Die Tamil Tigers und die LTTE sind in Kanada als verbotene terroristische Organisation eingestuft.
Gunaratna hat auch dem Drahtzieher der ganzen Aktion einen Namen gegeben. Nach seinen Informationen habe die Planung und Durchführung der Aktion ein gewisser Ravi Shankar Kanagaraja zu verantworten, ein kanadischer Tamile. Die kanadischen Behörden haben Kangaraja mittlerweile zur Fahndung ausgeschrieben.
Bereits am Montag kam heraus, dass bei Untersuchungen des Schiffes und seiner Passagiere an der Kleidung von mindestens zwei der Asylsuchenden sowie an einigen Stellen des Laderaums Spuren des Sprengstoffs TNT entdeckt wurden. Außerdem entdeckten die Ermittler, dass der Transponder des Schiffes manipuliert worden war. Mittels Transponder lässt sich jedes Schiff eindeutig identifizieren. Die „Ocean Lady“, die vor der Küste Kanadas aufgegriffen wurde hieß ursprünglich „Princess Easwary“, kam aus Indien und fuhr bis zum Ende des Krieges im Mai in der Flotte der LTTE als Waffenschmuggelschiff.

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10. November 2009 um 13:14
Kanada – die neue politische Bühne der LTTE? « LTTEwatch Deutschland
[...] 26-jährige Manickavasagar Kartheepan ist ein dringlichste gesuchter LTTE Kader; es war ihm gelungen, aus Sri Lanka zu entkommen, [...]