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Übersetzt aus der srilankischen Onlinezeitung The Bottomline vom 27. August 2009
Colombo – „Wenn dieser letzte Plan schiefgeht, wird uns die srilankische Armee alle umbringen. Sollte das aber passieren, kann niemand mehr ein Eelam auf Sri Lanka proklamieren und der Traum von Eelam würde zum Alptraum werden.“ Das sind die letzten Worte Prabhakarans an die LTTE-Führung.
Wie der Eelam-Traum zum Alptraum wurde
Kurz vor dem Ende des IV Eelam Krieges wurden die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) kurz Tamil Tigers in ihr letztes Stückchen Land gedrängt. Um genau zu sein, war noch nicht einmal dieses Stückchen Land noch unter ihrer Kontrolle. Es handelte sich um der von der Regierung zur ‘No-Fire-Zone’ erklärte Streifen in dem die von der LTTE festgehaltenen Zivilsten flüchten sollten. Doch auch die verbleibenden Tiger flüchteten dahin und positionierten dort ihre letzten Verteidigungsstellungen – und Artillerie-Geschütze.
Inmitten dieses Szenarios planten die verzweifelten Tiger einen Gegenschlag auf die Belagerung durch vorrückenden srilankischen Truppen – mit einer Flucht in die Dschungel von Puthukudyiruppu. Doch der Streich missglückte dank einer wachsamen Truppe, die es überdies noch schaffte, die meisten der Top-Tiger bei dem Ausbruchsversuch zu töten.
Tiger, lebend gefangen
Kurz nach dieser letzten grossen Schlacht, gelang es Kommando-Truppen der srilankischen Armee eine hochrangigen LTTE-Führer, der verwundet worden war lebend zu fassen; er wurde dem militärischen Geheimdienst übergeben. Der Mann entpuppte sich als naher Vertrauter von Velupillai Prabhakaran – er war bis zum bitteren Ende Prabhakarans an dessen Seite.
Die Wunden des Mannes sind noch nicht verheilt, er ist immer noch in Gewahrsam an einem unbekannten Ort und er wird intensiv verhört. Ein daran beteiligter Geheimdienstler gab dieser Zeitung einen detaillierten Einblick in die letzten Züge des utopischen Traums von Eelam. Es ist gleichzeitig ein akkurater Ablauf der letzten Tage Prabhakarans.
Wir werden den Namen des LTTE-Mannes an dieser Stelle nicht verraten – wir wollen keinesfalls in einen schwebendes Verfahren eingreifen oder weitere Ermittlungen gefährden. Wir werden ihn Gokulan Master nennen. Und dies ist, was er erzählte:
„Wir lebten alle in der Traumwelt von Eelam, erschaffen von unserem Führer Velupillai Prabhakaran. Wir lebten isoliert von der realen Welt – ohne dies selbst zu merken. Wir erlebten nur Prabhakarans Welt. Ich sah nur Fernsehprogramme die die LTTE ausstrahlte oder solche aus Südindien. Wir hörten nur einen Radiosender: The Voice of Tigers. Prabhakaran hat eine psychologischen Eingriff an allen Tamilen vorgenommen, die unter der LTTE-Herrschaft lebten; er hat es geschafft, uns allen das Bild vom unbesiegbaren, überlegenen Führer zu vermitteln, den eine srilankische Armee niemals zu besiegen vermag. Er verbreitete auch stets, dass die LTTE jederzeit in allen Teilen des Landes militärische Schläge verüben könne. Keiner von uns dachte, dass die srilankische Armee, es jemals schaffen würde, ihn, den Führer, zu töten. Aber dann geschah genau das.“
Prabhakaran unterschätzte die Armee
„Prabhakaran verbreitet all diese Geschichten weil er grob fahrlässig die Fähigkeiten der srilankischen Armee unterschätzte. Das war sein letzter und grösster Fehler. Selbst in den letzten Stunden machte er uns glauben, dass mindestens Norwegen zu unserer Rettung eilen würde.“
Gokulan Master berichete bei seiner Vernehmung, dass, als die LTTE Pooneryn und Elephant Pass verloren hatte Prabhakaran mit seinem Sateliten-Telefon mit dem in den USA lebenden Anwalt V. Rudrakumaran sowie mit dem umtriebigen Kumaran Pathmanadan alias „K.P.“ hatte. Prabhakaran drängte beide Druck auf die internationale Staatengemeinschaft sowie auf Menschenrechts-Organisationen auszuüben, damit diese wiederum Druck auf die srilankische Regierung weitergäben, den militärischen Vormarsch zu unterbrechen. Prabhakaran war zu dieser Zeit schon so verzeifelt, dass er dem politischen Chef der LTTE, B. Nadesan aufforderte einen einseitigen Waffenstillstand zu verkünden. B. Nadesan, eine ehemaliger Streifenpolizist , der zur LTTE überlief und S.P. Thamilselvan als politischer Führer der LTTE nach dessen Tod durch einen Luftangriff der Sri Lanka Air Force beerbte, versuchte sein Möglichstes, sagte Gokluan Master aus – und versagte letztlich.
Prabhakaran – verzweifelt in der No-Fire-Zone
„Während die übrig gebliebene LTTE-Führung in den schamlen Landstreifen von der srilanksichen Armee gedrängt wurde, die zur ‘No-Fire-Zone’ deklariert worden war, versuchte der mehr und mehr verzweifelt wirkende LTTE-Chef Kontakt mit seinen Sprachrohren in der Welt zu halten; mit dem Tamil Nadu Politikern Vaiko und Nadumaran, mit dem Anwalt Rudrakumaran in den USA, sowie mit dem LTTE-Waffenschieber „K.P.“. Wieder und wieder drängte er diese eine internationale Intervention und einen Waffenstillstand zu erreichen. Beim ersten Versuch der Armee, die eingekesselten Flüchtlinge zu befreien, was dazu führte, dass viele ihnen entgegenliefen, befahl Prabhakaran sofort seinen Kadern, das Feuer auf die Flüchtenden zu eröffnen – und die Körper der Getöteten als Abschreckung zu nutzen. Er liess die Getöteten auch filmen und fotografieren – und schickte dieses Material an westliche Medien. Dies ist es, so liess er ausrichten, was die srilankische Armee mit den Tamilen mache.
Schon als es der srilankischen Armee gelang, die LTTE aus dem Osten des Landes zu vertreiben, tobte Prabhakaran. Er hatte sich offenbar nicht vorstellen können, dass das passieren könne, dass die LTTE solche Niederlage hinnehmen muss.
Ende 2008, als die Schlachten im Norden schon tobten und das Militär langsam aber sicher immer weiter vordrang, versammelte Prabhakaran seine Führung um sich: Pottu Amman, Ratnam Master, Balraj, Theepan, Bhanu, Sornam und sein Sohn Charles Anthony waren darunter. Das Treffen dauerte die Nacht hindurch, man traf sich in Prabhakarans Bunker in Visvamadu.
Hitzig diskutierte man Strategien und Möglichkeiten, das Vordringen der Armee zu stoppen – oder zumindest zu verlangsamen. Ein wichtiger Beitrag zu dieser Diskussion kam von Balraj. Er sagte: ‘Der Armeechef General Sarath Fondeka verfolgt diesesmal unterschiedliche, aufeinander abgestimmte Taktiken – und er hat totale politische Rückendeckung. Die Regierung ist nicht willens, sich internationalem Druck zu beugen. Und mit Gotabhaya Rajapaksa, dem Verteidigungsminister, haben sie einen weiteren, bestens ausgebildeten und kampferprobten Offizier. Das macht die Sache sehr schwierig für uns.’
Kinder und Alte zu den Waffen!
Während einem weiter Treffen entschloss sich die LTTE-Führung, die Manschaften zu verstärken. Kinder ab 12 Jahren und ältere Menschen über 50 sollten ab sofort eingesetzt werden. Diese neuen „Truppen“ sollten den „Volkssturm“ bilden. Gleichzeitig, auf Vorschlag von Theepan und Balraj begannen die LTTE-Kader, bis zu 20 Fuss hohe Erdwälle zwischen sich und den vorrückenden Truppen aufzuschütten.
LTTE greift die Wirtschaft des Landes an
„Schon während des Waffenstillstandes hatte Prabhakaran persönlich sich an tamilische Geschäftsleute in Colombo sowie im Ausland gewandt: sie sollten sich massiv und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln am Aktienmarkt in Colombo beteiligen. Auf Befehl aus London hin („K.P.“?) , sollten sie zum gegebenen Zeitpunkt alle Aktien auf einmal abstossen. Was unweigerlich zu einem wirtschaftlichen Crash geführt und Sri Lanka wirtschaftlich stillgelegt hätte. Doch der Befehl kam angeblich nie, dieser Plan lief ins Leere.
Prabahakarans Luxusleben
„Prabhakaran war oft bei Schlachten selbst dabei – bzw. in unmittelbarer Nähe. Trotzdem verzichtete er nie auf Luxus. Die Bunker, in denen er sich aufhielt, hatten immer Air-Condition. Es gab immer reichlich zu Essen in seiner Umgebung; und es gab auch immer eine grossen Vorrat an Insulin in seiner Umgebung.
Für ihn und seine Familie gab es einen Swimming Pool – nur engste Vertraute durften ihn mit nutzen. Er benutzte spezielle gepanzerte Fahrzeuge, darunter einen Pajero. Erst in den letzten Wochen wurde Prabhakarans restriktiver je weiter die Truppen vordrangen. Mit seiner LTTE-Führung sprach er nie über das Telefon. Er schickte immer Boten, Männer seiner Leibwache, die zu einem Treffen mit ihm einluden. In letzter Zeit wechselte der Treffpunkt öfter, bevor es zum tatsächlichen kam. Dies geschah aus Sicherheitsgründen. Prabhakarans persöniches Leben wurde immer geheimnisvoller, je länger der Krieg an dauerte. Er vertraute nur noch seiner engsten Umgebung. Neben dem ‘offiziellen’ LTTE-Geheimdienst hatte er noch einen eigenen. Diese Leute benutzte er, um die eigenen Truppenteile auszuspionieren. Diese Leute berichteten nur ihm persönlich.
Ein Arzt namens Dr. Puri war sein Leibarzt. Mindestens zweimal am Tag überprüfte der den Blutdruck Prabhakarans, dessen Gesundheit mit jedem weiteren Tag litt. Bluthochdruck. Dr. Puri sagte, das sei der Stress.
Bereist 2007 führte Prabhakaran seinen Sohn Charles Anthony als Nachfolger die Nummer Zwei nach ihm ein. Seine Spione innerhalb der LTTE berichteten ihm, dass viele ranghohe LTTE-Kader diese Entscheidung nicht gut fanden. Dies war ein Grund dafür, warum sich Charles Anthony stets in der Umgebung seines Vaters aufhielt und ausserdem eine eigene Leibwache erhielt.
Als die Armee immer weiter vordrang und von der mittleren Führungsebene einer nach dem anderen getötet wurden, versank Prabhakaran in tiefe Depressionen. Er sagte zu dieser Zeit oft, dass jeder einzelne Tote aus dieser Führungsebene ein mächtiger Schlag gegen die Organisation sei, da es fünf bis sechs Jahre brauche, um solche Leute auszubilden. Dieses Vakuum könne nicht schnell genug gefüllt werden, monierte er.
Als Charles (nicht Prabhakarans Sohn), der LTTE-Geheimdienstleiter bei Mannar von einem srilankischen Kommando getötet wurde, war dies ein weiterer, heftiger Schlag für die LTTE; Prabhakaran war sichtlich geschockt, als er die Nachricht erfuhr. Er gabe Pottu Amman die Schuld an dem Debakel. Während und kurz nach den Angriffen auf den Air Force Stützpunkt in Anuradhapura war Prabhakaran ein glücklicher Mann. Sehr angetan war er auch ob der Nachricht, dass ein Selbstmordbomber sich und den ehemaligen Minister Jeyaraj Fernandopulle in die Luft gesprengt hatte.
Doch dann wieder, als die Anschläge auf General Sarath Fonseka scheiterten und die auf Verteidigungsminister Gotabhaya Rajapaksa verbunden mit dem Scheitern der Zerstörung der Radaranlage bei Vavuniya, wurde Prabhakaran wieder zur Furie. Auch an diesen Misserfolgen gab er Pottu Amman schuld.
Während der Krieg erbarmungslos voran schritt und die letzten Tiger von Puthukudyiruppu in die NFZ getrieben wurden, wurde auch Prabhakarans Bewegungsfreiheit mehr und mehr eingeschränkt. In den letzten fünf Jahren war Prabhakaran nie in Kilinochichi; er behauptete, seine Sicherheit sie dort nicht gewährleistet. Als die LTTE Pooneryn und Kilinochchi aufgeben mussten, sagte er zu Pottu Amman, das nun 75 Prozent seines Kampfes für ein Tamil Eelam zerstört worden seien. Er sagte, es sei nun dringen nötig, dass die sinkende Moral der Kader aufgebaut und die Armee gestoppt werden müsse – zumindest so lange, bis die Internationale Staatengemeinschaft eingreifen und einen Waffenstillstand erzwingen würde. Während diese Überlegungen gemacht wurde, traf es Balraj – ein weiterer Schlag für die Tiger.“
Mit abwesendem Blick, fährt Gokulan Master mit seinem Bericht fort.
„Zu dieser Zeit war die Moral der Kader auf dem Tiefpunkt angelangt. Jeder fühlte, dass uns die srilankische Armee bald besiegen würde. Aber die LTTE-interen Propagandatuppen versuchten gute Stimmung zu verbreiten, indem sie immer behaupteten, dass die Internationale Staatengemeinschaft schon bald zur Hilfe eilen und die Kader ‘raushauen’ würde.
Als die Armee kurz davor stand Visvamadu zu überrennen, setzte sich Prabhakaran nach Puthukudyiruppu ab. Er dirigierte den Kampf nun von dortigen Bunkern aus, die aus vergrabenen Container bestanden – aber immerhin auch Air-Condition hatten.“
An dieser Stelle unterbricht ein Vernehmungsbeamter den vortragenden Gokulan Master mit einer Frage: „Wie stand es zu diesem Zeitpunkt um dem Komfort von Prabhakaran?“
Gokulan Master antwortet:“Nicht nur Prabhakaran selbst, sondern auch alle anderen Führungsfiguren fehlte es an nichts. Prabhakaran genoss aussergewöhnlichen Luxus und Annehmlichkeiten sehr – die anderen hatten ein bisschen weniger davon, aber nicht viel weniger. Man nahm mindestens drei ausführliche Mahlzeiten pro Tag ein, während die Kader draussen mit höchsten einer pro Tag zurecht kommen mussten.“
Gokluan Master erzählt weiter, dass Prabhakaran immer depressiver wurde. Als die Truppen schliesslich davor kurz standen, Puthukudyiruppu einzunehmen, seien Prabhakaran und Pottu Amman in die Feuerfreie Zone gewechselt. „Und ich bin mit gegangen“, sagt Gokulan Master.
„Noch bevor Prabhakaran in die NFZ wechselte, instruierte Prabhakaran seine Kader, die verbleibenden Geschütze in der Nähe der Flüchtlinge zu positionieren. Die Flucht aus Puthukudyiruppu in die NFZ geschah übereilt – Prabhakaran musste viele persönliche Gegenstände zurück lassen. Bei Karayamullivaikkal setzte sich die verbleibende LTTE-Führungsriege in nahe beieinander stehenden Bunker fest. Jetzt sass man endgültig in der Falle, dicht gedrängt.“
„Als dann während einer dunklen Nacht im Mai, die srilankischen Truppen völlig überraschend in die NFZ eindrangen und einen sicheren Weg für die Flüchtlinge hinter ihre Linien frei machten, und die Flüchtlinge in grösser Zahl aus der NFZ flohen, konnten wir nichts dagegen machen, so sehr wir es auch versuchten.“
Glaubt man Gokulan, begriff Prabhakaran die Bedrohlichkeit der Situation schnell: „Er liess Pottu Amman kommen und gab ihm Order, die verbleibenden Geheimdienst-Kader anzuweisen, sich unter die Flüchtlingen zu mischen um hinter die Linien der Armee zu gelangen. Einige von diesen Leuten verschafften sich sogar Säuglinge und Kleinkinder, die sie mit sich trugen als Tarnung. Ihre Instruktionen lauteten, sich ruhig zu verhalten, bis man ihnen sagte, wo welche Waffen vergraben und zum Einsatz kommen sollten. Diese Waffen waren bei jedem weiteren Rückzug vergraben worden. Dann sollten sie rücksichtslos Zivilisten wie Armee angreifen. Prabhakaran war wütend, wegen dieser Armee-Aktion und wollte wissen, wie das geschehen habe können. Doch niemand konnte ihm eine vernünftige Antwort geben. Niemand hatte bemerkt, wie nah die Truppen schon waren. Und nun waren sie zu nah, um noch gestoppt werden zu können.“
Gokulan fährt fort: „Unser aller Leben war nicht mehr komfortabel, wie wir es gewohnt waren. Unser Essen bestand zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich aus den Konzentratriegeln der UN und der iNGOs, die normalerweise bei Unterernährung von Kindern eingesetzt werden. Während des Tsunamis hatten diese Hilfsorganisationen auch schweres Erdbewegunsgerät gebracht. Diese Organisationen überliessen uns diese Fahrzeuge und Maschinen, als sie abzogen. Wir benutzten sie, um die Erdwälle aufzuschütten und um Gräben und Bunker zu bauen. Während des Waffenstillstandes konnten wir ausserdem grosse Mengen an Eisen, Stahl und Beton organisieren.
Dann, als die Zivilisten über die Nanthi Kadal Lagune hinweg flüchteten, wurden wir auch vom Süden her angegriffen. Am 16. Mai hatte Prabhakaran ein sehr emotionales Treffen mit seiner verbleibenden Führern. Er sagte, wir hätten nur noch zwei Optionen.
Er sagte, die srilankische Regierung würde weder dem internationalen Druck nachgeben, noch würde sie einen Waffenstillstand anbieten. Die Optionen seien: entweder im Süden einen massiven Frontalangriff zu starten und durchzubrechen in die Dschungel von Mullaitivu oder einen solchen Angriff über die Lagune von Nanthi Kadal starten, den Flüchtlingen folgend und in die Dschungel von Puthukudyiruppu auszuweichen. Einmal im Dschungel, da war sich Prabhakaran sicher, werde man gewiss noch mindestens zwei weitere Monate aushalten.
Nach seinem Plan vom 15. Mai sollten zunächst Selbstmordbomber vorgeschickt werden. Aber entgegen unseren Erwartungen, waren die srilanksichen Truppen wachsam – und auch stärker, als wir erwartet hatten. Sie schossen die Selbstmordbomber ab, bevor sie ihre Linien erreichten – viele Kader liessen bei diesem katastrophalen Angriff ihr Leben.
Am 17. Mai sagte uns Prabhakaran, er sei nun bereit, seinen letzten Trumpf auszuspielen mit einem Überraschungs-Ausfall in Richtung des Dschungels von Puthukudyiruppu. Sollte das gelingen, so Prabhakaran, würden wir uns dort in kleinen Gruppen ein paar Monate verstecken, bis Südindien für die LTTE interveniere. Sollte der Druchbruch nicht glücken, so fuhr er fort, dann würden alle von der srilankischen Armee getötet und niemand könne dann noch ein Eelam auf Sri Lanka einfordern.
Und so kam es, dass am Morgen des 18. Mai, der fast 35jährige Traum von Tamil Eelam endgültig zum Alptraum wurde.“
Zwischenfrage eines Verhörbeamten:“Was wird nun aus den LTTE-Kadern, die schon vorher im Süden und in Colombo stationiert waren“
„Wenn es kein Führung mehr gibt, was sollen sie schon tun? Ich kann nur sagen, dass die gesamte LTTE-Führung am 18. Mai starb. Selbst wenn es einen Geist der LTTE gäbe, wurde er ausgelöscht. Auch als Tamile glaube ich nun, dass die LTTE das grösste Unglück in der Geschichte der Tamilen war. Jeder der Flüchtlinge, denen es gelang zu fliehen wird die LTTE und seinen Führer Prabhakaran bis ans Ende seiner Tage verfluchen. Er selbst lebte ein komfortables Leben während alle um ihn litten. Selbst seine Seife wurde importiert. Zumindest am Ende musste er am eigenen Leib Leid verspüren – ohne Essen, ohne schützende Unterkunft, depressiv und gnadenlos gejagt von einem unglaublich starken Gegner, der srilankischen Armee.“

Übersetzt von der Zeitung The Island vom 28.August 2009
von Harischandra Gunaratna and Norman Palihawadana
Colombo – Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums berichtete gestern, dass der wegen Verschwörung mit den LTTE-Terroristen festgenommenen Superintendent (Oberkommissar) der Polizei, Lakshman Cooray aus Gampaha ein ganze Reihe von festgesetzten LTTE-Kadern wieder laufen gelassen hat.
Der leitenden Beamte des Verteidigungsministeriums sagte, dass Cooray sein ganzes Augenmerk auf festgenommene, als LTTE-Kader verdächtigte Personen gerichtet habe – und sich offenbar sehr um deren Wohlergehen sorgte. Dies geschah, vor den letzten Tagen des Krieges.
Die Untersuchungen in diesem Fall hätten auch ergeben, dass der hochrangige Polizeioffizier wichtige Informationen und Hinweise an die LTTE weitergegeben habe mit dem Ziel, Selbstmordbomber in die Richtung von hohen Politikern und sogar zum Präsidenten zu lenken.
So hatte Cooray der LTTE entsprechende Hinweise vor dem – fehlgeschlagenen – Attentaten auf die Minister Maithripala Sirisena und Mahinda Wijesekera gegeben; aber auch zu dem Mord an Minister Jeyaraj Fernandopulle.
Cooray kam schon zu Präsidentin Chandrika Kumaratungas Zeit zur Polizei – wie sich jetzt in den Untersuchungen zu seinem Hintergrund und seinen Verbindungen zur LTTE herausstellt, bewarb er sich damals mit gefälschten Zeugnissen und Empfehlungen.
Die Untersuchungen konzentrierten sich nun darauf, wie Cooray in den Besitz von Luxus-Gegenständen und diversen Fahrzeugen kam.

Sie können endlich wieder unbeschwert lachen: tamilische Flüchtlingskinder in einem IDP-LAger
Dieser Bericht von fünf Exil-Tamilen, die immer wieder Sri Lanka besuchen und aktiv zur Versöhnung zwischen Tamilen und Singhalesen beitragen wollen, erschien in Form eines Offenen Briefes am 26. August 2009 in verschiedenen srilankischen Medien – nachfolgend ins Deutsche übersetzt von der LTTEwatch-Redaktion
„Unser letzter Besuch in Sri Lanka im July 2009 stand unter dem Vorzeichen, nachzusehen, was sich seit unserem letzten Besuch im März 2009 in den Vertriebenen-Lagern getan hat – und herauszufinden, wie die Situation im Lande insgesamt ist nach dem Sieg über die LTTE. Wir trafen und sprachen mit hohen Regierungsbeamten, Ministern, buddhistischem Clerus, dem Regierungschef der Östlichen Provinz und mit Vertretern der Vereinten Nationen. Die Regierung gewährte uns freien Zugang zu dem IDP-Lager in Chettikulam, zum Rehabilitationslager für Ex-LTTE-Kader in Ambepussa sowie in die gesamte nördlichen und östlichen Provinzen.
Wir konnten erstaunliche Fortschritte in den IDP-Lagern feststellen (IDP = intern Vertriebene) – obwohl niemand auf die Idee käme, die Umstände dort als ‘ideal’ zu bezeichnen. Die UN-Agenturen bestehen darauf, dass diese Lager temporär, also vorübergehend sind – was die Art der Behausungen genauso diktiert, wie die der gesamten Infrastruktur. wir stellten jedoch fest, dass sowohl die Unterkünfte als auch die Toiletten, die von srilankischer Seite konstruiert wurden, deutlich besser und den Verhältnissen besser gerecht werden als die, die von den UN-Agenturen gebaut wurden. Die UN versteht offenbar unter „temporär“ einen deutlich minderwertigen Standard, auch was das Material anbelangt, als die sirlankische Regierung. Die IDP-Lager sind funktionale Gemeinden geworden mit Schulen, Tempeln, Shops, Banken, Bibliotheken und medizinischen Versorgungseinrichtungen aller Art.
Die Limitierungen und Einschränkungen für die Bewohner entstehen fast ausschließlich durch den temporären Charakter der Einrichtungen selbst. Der äußere Stacheldrahtzaun der Einrichtungen existiert noch immer; den IDPs ist es nicht gestattet, sich außerhalb dieses Zaunes zu bewegen – außer, wenn sie sich zur Behandlung in das zentrale Krankenhaus von Vavuniya zur Behandlung geben müssen. Trotzdem: wir haben von den Lagerbewohner keinerlei Beschwerden über diesen Umstand vernommen. Die Sicherheit dieser Menschen geht vor und ist eben mit Restriktionen verbunden – die Menschen in den Lagern scheinen dies zu verstehen.
Diskussionen mit Lagerbewohnern ergaben stets, dass man froh sei, endlich in Sicherheit zu sein, nach zumeist schrecklichen, oft Nah-Tod-Erlebnissen zwischen den Fronten. Viele Sorgen drehen sich um vermisste Verwandte und Familienmitglieder. Vielen kommen bei ihren Berichten über verlorenen Angehörige, oder jene Bekannten und Verwandten, die von LTTE-Kadern hinterrücks auf der Flucht erschossen wurden, noch immer die Tränen. Wir hörten herzzerreißende Geschichten über die unfassbare Brutalität mit der LTTE-Kader gegen ihre eigene Leute vorgingen – und ebenso herzzerreißenden Geschichten über die Menschen, die diesem Terror zu widerstehen wussten. Immer wieder Thema dabei: der blühende Schwarzmarkt mit Nahrungsmittel unter der LTTE-Herrschaft und die offensichtlich Ungerechtigkeit, mit der sich die LTTE-Kader selbst bedienten. Alle Lagerbewohner, mit denen wir sprechen konnten, verdammten den sog. ‘4. Tamil Eelam Krieg’ und das Verhalten der LTTE-Kader ihren Landsleuten gegenüber genauso, wie das Verhalten der tamilischen Diaspora verdammt wird, die so blindlings den Terror unterstützt hat.
Die nach außen gedrungenen Gräuelberichte über unzählige Tote, Seuchen und Gewaltausbrüchen und Vergewaltigungen in den Lagern wurde von uns bei den Offiziellen angesprochen. Wir stellten fest: die Sterberate liegt innerhalb dessen, was bei solchen Menschenmenge als ‘normal’ bezeichnet wird – es sterben hauptsächlich ältere Bewohner, meist aus Altersschwäche und jahrelanger Fehlernährung. Viel der IPDs kamen in sehr schlechter Verfassung in den Lagern an; die Mehrzahl unterernährt. Aus Verzweiflung hatten viele Wasser aus selbstgegrabenen Löchern in der Nähe der Küste getrunken; Wasser, das offenbar nicht besonders sauber war. Viele der jetzt festgestellten Erkrankungen beruhen wohl auf die katastrophalen Umstände in den letzten Tagen des Krieges. Wie konnten in den Lagern keinerlei Anzeichen für eine Menengitis-Epidemie feststellen – ebenso wenig andere Massenerkrankungen von denen in den internationalen Medien in letzter zeit oft die Rede war.
Regierungs-Offizielle und Minister erwarten, dass der Wiederansiedlungs-Prozess rasch von statten geht. Die von Landminen geräumten Gebiete müssen erst offiziell von Vertretern der UN ungefährlich zertifiziert werden, bevor die Wiederansiedlung und er Wiederaufbau beginnen kann. Das Minenräumen wird von Kräften der srilankischen Armee, von UN-Mitarbeitern sowie von einer Truppe indischer Räumspezialisten voran getrieben. Die Gegend westlich der A9 sowie um 35 Dörfer um Vavuniya herum gilt als geräumt. Dort hat auch schon der Wiederaufbau der Infrastruktur unter der Schirmherrschaft des Präsidentenbruders und -beraters Basil Rajapaksa begonnen. es liegen detaillierte Pläne über das weitere Vorgehen vor, die uns auch gezeigt wurden. Die IDPS von der Jaffna-Halbinsel, die als solch identifiziert werden konnten, werden schon bald wieder nach Hause gehen können. Der Prozess, ältere Lagerbewohner zu ihren Verwandten zu bringen geht nur schleppend voran – auch, weil einige Familie ihre älteren Verwandten offenbar nur zögerlich bei sich wieder aufnehmen wollen.
Der Wunsch, in ihre Heimatdörfer zurückzukehren ist bei allen groß. Allerdings drängt niemand darauf, dass dies sofort geschehe. Wir denken dies liegt daran, dass sich die IDPS sehr bewusst sind über das Ausmass der Zerstörung, sowie über die Art der Probleme die Minen und zurückgelassenen Waffen der LTTE bedeuten. Die Regierung jedoch tut gut daran, den Prozess der Wiederansiedlung stark voran zu treiben, um erst gar keinen Missmut aufkommen zu lassen.
Unser Besuch in Ambepussa, wo junge LTTE-Kader rehabilitiert werden enthüllte das wahre Ausmass der Tragödie hinter den skrupellosen Verschleppungen und Zwangsrekrutierungen von Jugendlichen durch die LTTE. Jungen und Mädchen ab 11 Jahren sind in dem Lager. Viele erreichen gerade ihre Pubertät hier im Lager. Einige Mädchen sind schwanger – und bei vielen weiß man nicht, wer der Vater ist. Ein ähnliches Problem gibt es in den IDP-Lagern… Unklar ist oft, ob die frühe Schwangerschaft eine Rekrutierung verhindern sollte.
Die meisten der jungen Ex-Kader sind intelligent genug, um ihre tragische Lage zu verstehen. Sie stehen nun der LTTE kritisch gegenüber – ganz besonders der Art und Weise, wie sie gezwungen wurden, für etwas zu kämpfen, das sie nicht verstehen können. Wir fanden die Umstände in Ambepussa begrüßenswert gut und auch die Fortschritte bei der Rehabilitation der LTTE-Soldaten.
Es gibt leider keinerlei Anstalten, die Geschichten der IDPs oder der Kindersoldaten aufzunehmen und auszuwerten. Dabei wäre dies eine wahre Goldmine für Geschichtsforscher; genauso wichtig wäre eine solche Gesamtdokumentation aber auch für andere Bereiche wie Soziologie, Psychologie, Medizin, Epidemology, Literatur und andere. Unglücklicherweise sind bislang weder die Regierung noch einer der Universitäten auf diesen wichtigen Forschungsauftrag aufmerksam geworden.
Weitere Mangel ist das Fehlen einer zentralen Behörde für die Belange der IDPs – es ist auch schwer festzustellen, wer wo in welchen Lager ist, wie die weiteren Ausbaus-Pläne einzelner Regionen sind usw. Diese Mißstand wurde unsererseits bei den Offiziellen zur Sprache gebracht. Wir haben vorgeschlagen, dass umgehend eine Website eingerichtet wird, auf der über Angelegenheiten der IDPs berichtet wird. Der Besuch im Osten zeigte uns, dass das Provincial Council noch nicht funktionieren kann wegen Uneinigkeiten zwischen Landes- und Provinzregierung. Dies könnte, sollte das nicht schnellstens beseitigt werden, dazu führen, das viele Tamilen den Nutzen des 13. Verfassungsanhangs anzweifeln könnten – sowie das System der Provinzregierung, die auf ihre speziellen Bedürfnisse eigentlich eingehen soll. wir sehen es als äußert wichtig an, dass die Regierung dafür sorgt, dass das Provincial Council arbeits- und handlungsfähig wird und nötigenfalls auch für die entsprechende personelle sowie materielle Ausstattung sorgt. eine solche Massnahme hätte durchaus auch großen Symbolischen Wert gegenüber der tamilischen Bevölkerung. Politiker und Offizielle, die die derzeitige Situation nur für ihrer eigene Zwecke nutzen, sollten umgehend entfernt und entsprechend abgemahnt werden.
Unser Besuch in Jaffna zeigt eine wesentlich bessere Situation als im Osten auf. Die städtischen Wählen standen bevor uns alles wirkte friedlich. Der Ausgang dieser Wahlen wird diese Bild vermutlich bestätigen. Die Bevölkerung der Halbinsel ist stark dezimiert – was auch soziologische Folgen hat, die sich auch in der tamilischen Politikerszene niederschlagen. Der Mangel an politischen Aktivisten ist sehr offensichtlich; offenbar ist man sich innerhalb der tamilischen Bevölkerung aber auch noch nicht einig, welche Art von politischer Führung und Kultur man eigentlich will.
Wir stellten fest, dass es Anstrengungen gibt, eine Vereinigung von Singhalesen, Tamilen und Muslimen in Sri Lanka aufzubauen, die Kontakt mit der tamilischen Diaspora in der Welt aufnehmen soll. Diese Vereinigung plant, einen ‘Vertrauens-Fonds’ aufzulegen, mit der Wiederaufbau gefördert werden soll und dem letztendlichen Ziel allen Menschen in Sri Lanka damit zu helfen. Ein Planungskommitee wurde bereits gebildet, um diese hehren Ziele umzusetzen.
Wir stellten fest, dass es ein allgemeines Verlangen nach Lösungen nicht nur für die tamilische Minderheit, sondern auch für andere gibt. Dies ganz besonders unter Politikern, buddhistischen Mönchen aber auch von ganz normalen Menschen auf der Strasse, die wir trafen. Es erscheint uns, als entstehe ein sehr günstiges Zeitfenster und auch Klima für positive Veränderungen, das die Tamilen, aber auch die nationale Politik nicht versäumen sollten. Den Tamilen sei gesagt, dass sie bei ihren Forderungen realistisch bleiben sollten. Die Tamilen müssen ihre derzeitige Situation auf vielen Ebenen realisieren und dann ihre Forderungen gezielt und einheitlich vorbringen, um als Volk, als Teil der srilankischen Nation wieder ein Rolle zu spielen und um ihre eigenen Interessen vertreten können.
Unsere Reisegruppe gab nach unserer Rundreise mehrere Radio- und Fernsehinterviews, um unsere Beobachtungen und Gedanken mit anderen zu teilen.“
Noel Nadesan (Australien)
Dr. Rajasingham Narendran (Naher Osten)
Frau Rajeswari Balasubramaniam (Großbritannien)
Manoranjan Selliah (Kanada)
Rajaratnam Sivanathan (Australien)
Übersetzt von der srilankischen Website Lankan News /eigener LTTEwatch-Korrespondenten-Bericht vom 25. August 2009
Colombo - Die Anti-Terroreinheit der Polizei (TID) hat ihren Abschlußbericht über den LTTE-Anschlag auf den Kommandeur der Armee, General Sarath Fonseka im April 2006 vorgelegt.
Aufgelöst wurde der komplexe Fall erst durch die kürzliche Festnahme des LTTE-Ortsgruppenführers von Colombo, Piribhakaran, der von der srilankischen Hauptstadt aus die Terror-Operationen ko-ordinierte und leitete. Mit seinen Aussagen war die TID in der Lage, den ganzen Fall lückenlos zusammen zu setzen und auf zu klären.
Auch die Festnahme und anschließende Vernehmung des Superintendent (Oberkommissar) der Polizei, Lakshman Cooray aus Gampaha, den die LTTE unter anderem dafür bezahlt hatte, den Präsidenten sowie andere prominente Politiker des Landes zu ermorden, tat ein übriges, um das Attentat auf Fonseka – und anderen – zu lösen. LTTE-Ortsgruppenführer Piribhakaran hat nicht nur Cooray verraten, sondern auch einen weiteren Soldaten, der Dienst im Armee-Hauptquartier schob und dem somit eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung des Attentats zu fiel.
Dieser Soldat, LTTE-Nom-du-guere Siddique, ein Muslim, arbeitete als Koch seit 2004 für den Stab von Fonseka. Für seine Spionagedienste für die LTTE-Terroristen hatte er mehrere Tausend Rupees kassiert. Mit Hilfe des Kochs konnte der Festgenommene Oberkommissar Cooray einen massiven Sprengsatz nach Badulla schaffen, um dort ein Attentat auf den Präsidenten vorzubereiten. Auch das wurde im Laufe der Verhöre bekannt.
Ebenso offensichtlich wurde, dass die in Colombo positionierten LTTE-Kader auch nach dem unrühmlichen Ende ihrer Führer noch immer Prominente als mögliche Ziele ausspionieren und fixieren.
So sollte die letzte Veranstaltung vor der Wahl in der Provinz Uva am 5. August auf dem Gelände der Uva Universität in Badulla stattfinden. Der Präsident sollte mit seinem Hubschrauber auf dem Fußballfeld des Campus landen. Und genau dort fand man eine 19-Kilo schwere Claymore Mine – platziert von Oberkommissar und seinem Helfer Siddique. Am 13. August konnte die Mine entschärft werden, nachdem der Oberkommissar und sein Helfer vorher festgenommen worden waren. In diesem Zusammenhang wurde ein weiterer LTTE-Kader namens Udayan in einem Flüchtlingslager bei Vavuiya festgenommen.
Nach dem Studium des Abschlußberichts wird klar, das die LTTE den Armeechef schon seit dem Jahr 1991 als Ziel markiert hatten, als der eine wichtige Rolle bei der erfolgreichen Befreiung von srilankischen Truppen aus dem von der LTTE umzingelten Fort von Jaffna spielte.
Siddique stammte aus Jaffna, später zog seine Familie nach Akurana. Der NAtionalgarde tart er 1995 bei, später wurde er ins 7th Armour Regiment verlegt. General Major Sarath Munasinghe von der 54. Division, der 2002 am Elephant Pass stationiert war, wurde 2002 auf die kulinarischen Qualitäten von Siddique aufmerksam – und empfahl ihn weiter. So landete Siddique schließlich bei General Sarath Fonseka als dieser Kommandeur in Jaffna wurde. Siddique hatte damals eine erstklassige Reputation als Küchenchef – Fonseka möchte ihn offenbar auch persönlich gern.
Während seines Dienstes für den General, besuchte Siddique regelmässig die Kankesanturai Maschee in Jaffna für Gebete. Mit dem umstrittenen waffenstillstand von 2002, der den LTTE wesentliche Bewegungsfreiheiten zusicherte und die diese Freiheit nutzten um gezielt zu infiltrieren und politische Arbeit zu leisten, kam es zu einem ersten Kontakt zwischen Siddique und LTTE-Kadern – in der Moschee. Ende 2003 konnte die LTTE den Koch zu ihren – bezahlten – Unterstützern zählen. Von diesem Zeitpunkt an nutzte die LTTE Siddiques Wissen konsequent aus.
Ende 2004 wurde Siddique nach Colombo zum 7th Armoured Corps versetzt. Ende 2004 wurde auch General Fonseka nach Colombo versetzt, als Kommandeur der Freiwilligen Armee. Fonseka wollte und bekam „seinen“ Koch zurück…
Das Hauptziel von LTTE-Geheimdienstchef Pottu Amman war schon zu dieser Zeit offenbar General Fonseka, der zu dieser Zeit zum ranghöchsten Militärs des Landes aufstieg. Der LTTE-Ortsgruppenchef von Colombo, Piribhakaran, bekam Anweisung, mit Siddique eng zusammen zu arbeiten, um dem mutigen Armee Kommandeur ein möglichst rasches Ende zu bereiten. Beide LTTE-Leute sollte fortan intensiv das Hauptquartier der Armee in Colombo ausspionieren.
Als Siddique wegen eines Motorradunfalls im Armee-Hospital lag, besuchte ihn Piribhakaran und fotografierte bei der Gelegenheit seinen Besucherpass mittels seiner Handy-Kamera und schickte das Ergebnis noch aus dem Krankenhaus heraus an Pottu Amman. 24 Stunden später hatte Piribhakaran drei identische Ausweise in Händen.
Mittels dieser Ausweise besuchte Piribhakaran Siddique zwischen Februar und April insgesamt vier Mal. Bei vierten Mal brachte er die Selbstmordbomberin mit – damit man sich kennenlerne. Jedesmal, wenn Piribhakaran Siddique besuchte, spionierte er die Sicherheitsmassnahmen gezielt aus. Er notierte sich die Zeiten, wann der Armee Kommandeur zum Essen ging und wie seine Escorten zusammen gesetzt waren.
Zu dieser Zeit war die Selbstmordbomberin, die den General und sich selbst in die Luft sprengen sollte, in Weliweriya einquartiert. Unter einem Vorwand hatte man sie bei einem Lastwagenfahrer und dessen Frau einquartiert, Suriyakumar und Dilrukshi, der Ärger mit Polizei und Gerichten hatte – rechtliche Unterstützung bei seiner Unbill und ein bisschen Geld haben dabei geholfen, ihn auf die Seite der LTTE zu ziehen.
Der LTTE-Geheimdienstleiter von Kilinochchi, Udayan, bat Suriyakumar um einen Gefallen. Er möge doch bitte seine Schwester aufnehmen, bis diese das Land verlassen könne. So bekam Kanapathi Pillai Manjula Devi ein alias: Dhurga Suriyakumar. Und somit kam die künftige Selbstmordbomberin nach Colombo zu ihrem Einsatzort. Manjula Devi stammte aus Anuradhapura – 1983, nach den Unruhen zog sie nach Kilinochichi, wo sie sich der LTTE anschloss.
Der Plan, General Fonseka zu ermorden, nahm Gestalt an. Piribhakaran und Siddique wussten genau, wann der General sein Mittagessen einzunehmen pflegte. Man wählte schließlich einen Dienstag für den Tag des Anschlags, weil der Kommandeur an diesen Tagen früher zum Mittagessen zu gehen pflegte um anschließend ausgiebig mit den Chefs der Armee zu konferieren. An Dienstagen waren auch die Besuchszeiten des Krankenhauses früher, was bedeutete, dass man zur selben Zeit auf dem Gelände sein konnte.
Der 26. April 2006 wurde als Angriffstag festgelegt. Mit dem Zug sollte Manjula Devi nach Colombo kommen, um sich in Wellawatte mit Piribhakaran zu treffen, um von ihm die Selbstmordbomberjacke entgegen zu nehmen. Sie sollte sich als Schwangere verkleiden, in einem blau-gelben, weiten Salwar.
So aufgemacht, die Bomben umgeschnallt wurde sie in einem TukTuk ins Armee-Krankenhaus gebracht – angeblich um einen Patienten dort zu besuchen. Vor dem Galle Face in Colombo setzte Piribhakaran die Selbstmordbomberin ab. Mit einem gefälschten Besucherausweis sollte sie auf das Gelände des Armee-Hauptquartiers eindringen. Vorher hatte sich Piribhakaran telefonisch bei Siddique versichert, dass der General auch da sei. Er war da.
Um 13.40 schmiss sich die Selbstmordbomberin Kanapathi Pillai Manjula Devi dem General entgegen, der gerade mit seinem Konvoi das Gelände verließ, um zum essen zu gehen. Der Adjudant des Generals, Major Piyal Wickramasinghe und sein Fahrer erlitten schwere Verletzungen. Der Fahrer des Kommandanten, Sergant Priyantha Kumara starb auf der Stelle, ebenso die Attentäterin.
Zur selben Zeit rief Piribhakaran vom Platz des Gall Face aus Pottu Amman an und sagte ihm , die Mission sei erfüllt. Was er nicht wusste: trotz 28 Metallteilchen, die in seinem Körper steckten, überlebte Armee-Kommandant Fonseka den Mordanschlag.
Die srilankische CID-Untersuchungen begannen sofort nach dem Anschlag. Glücklicherweise war im Untersuchungsteam ein gewisser Ravi Waidyalankara, ein Network-Spezialist, der schnell die telefonischen Verbindungen der Attentäterin und andern überprüfte. Und fündig wurde. Siddique hatte zwar sein Handy sowie die SIM-Karte nach dem Anschlag schnell entsorgt; trotzdem gelang es Waidyalankara nachzuweisen, dass ein Kontakt zwischen Attentäterin und einer Person innerhalb des Stützpunktes stattgefunden hatte. Personen wurden daraufhin observiert – doch noch fiel kein Verdacht auf Siddique, der sofort nach dem Anschlag Handy und SIM-Karte entsorgt hatte und der am 27. Mai 2006 aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Er hatte einen „Persilschein“, der auch nach dem Anschlag nicht in Frage gestellt wurde. Ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte.
Nachdem Siddique verraten wurde, nachdem er alles gestanden hatte, erhängte er sich in seiner Zelle mit seinem T-Shirt am 16. August 2009. Er war der Beweis dafür, dass auch heute noch, knapp zwei Monate nach Kriegsende, es noch immer LTT-Kader gibt, die VIPs im Visier haben – im Auftrag der LTTE. Diejenigen, die LTTE-Chef Prabhakaran noch zu Lebzeiten in Colombo eingeschleusst hatte, sich noch immer gewillt, Unrecht zu tun, Mord- und Totschlag zu begehen. Es stellt sich heraus, dass die noch immer aktiven LTTE-Zellen in Colombo von Malaysien aus gesteuert werden. Jeden Tag werden Sprengsätze, Bomben und Waffen in und um Colombo aufgegriffen – auf Grund von Erkenntnissen bei der Vernehmung von LTTE-Kadern. Dies zeigt, dass die Lage noch immer sehr bedrohlich ist.
Im Wanni wird das Gebiet derzeit quasi mit einem Läusekamm durchforstete – abertausende von Minen und Sprengsätzen und Waffen werden dabei gefunden. Solche Durchsuchungen sind beispielsweise in Colombo unmöglich.
Im Norden haben LTTE-Kader komplette 130mm Artillerie-Geschütze verpackt und verbuddelt – die auch noch in zehn Jahren jederzeit einsatzbereit wären, um irgendwann einmal den „Eelam-Traum“ eventuell umzusetzen. Auch die LTTE-Führer, denen die Flucht nach Südindien gelang versuchen ihr Möglichstes, um auch weiterhin Einfluß zu haben; sie versuchen noch immer LTTE-Kader aus der Ferne zu aktivieren.
Obwohl der letzte „offizielle“ LTTE-Führer „K.P.“ längst in Haft ist, versucht sich ein gewisser Nediyawan aus Norwegen nun als Führer zu profilieren. Das wird ihm nur gelingen, wenn er spektakuläre Aktionen startet. Beispielsweise durch einen Anschlag – damit könnte er seinen Führungsanspruch unterstreichen. Und er würde damit die berüchtigte LTTE-Geldsammel-Maschien wieder anwerfen.
Nach Aussagen von „K.P.“ war er selbst nicht in der Lage die Kontrolle über alle Ressorcen zu bekommen. Bis mindestends 2001 hatte er die noch, aber dann übernahmen, auf Anweisung des damaligen LTTE-Chefs Prabhakaran, LTTE-Geheimdienstchef Pottu Amman und Castro das Geschäft und beide wussten sich gegen die Allmacht „K.P.“s zu wehren. Vorläufig hat in der Tat Nediyaman die Kontrolle über den Großteil der Gelder der LTTE.Bis zum Jahr 2002 lagen die jährlichen einnahmen der Terror-Organisation LTTE bei 100 bis 150 Millionen Dollar. Was danach geschah, so „K.P.“ in seinen Aussagen, wisse er nicht.
„K.P.“ hat bislang ausgesagt, dass er mit den von der tamilischen Diaspora eingesammelten Gelder Waffen gekauft und ins nördliche Sri Lanka verschifft habe. Aus den USA beispielsweise Flugabwehr-Raketen. Er hatte auch versucht, so sagt er aus, Nuklear-Waffen zu bekommen. Damit wäre die LTTE die erste Terror-Organisation gewesen, die im Besitz von Nuklearen Sprengsätzen gewesen wäre. Damit wäre die LTTE auch in der Lage gewesen, andere Organisationen mit solchen Waffen zu versorgen, sagen Militär-Analysten.
„K.P.“ hatte versucht, mit den Geheimdiensten vieler Länder in Kontakt zu treten und zu verhandeln. Während der letzten Kämpfe hatte er versucht, Mittels dieser Kontakte druck auf die srilankische Regierung auszuüben, um einen Waffenstillstand zu erreichen. Damit die LTTE-Führung geretten werden könnte. Er versagte bekanntlich. Die para-militärische LTTE-Führung wurde in Gänze eliminiert. Die srilankische Regierung ließ sich von ihrem Kurs durch keinerlei Intervention abbringen.
Noch immer – und wie man sieht ziemlich erfolgreich – filtern die srilankischen Sicherheitskräfte LTTE-Schergen aus den in den Lagern gehaltenen tamilischen Überlebende des Krieges. Und erst, wenn alle Insassen geprüft wurden, wird es ein Ende des Krieges auf Sri Lanka geben.
Interessant am Rande: die amerikanische Botschaft hat angefragt, ob sie bei diesem Prozess nicht anwesend sein dürfe. Man erwarte sich „viele Erkenntnisse“ zu dem eigenen Kampf gegen den Terror.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondeten in Colombo vom 25. August 2009
Colombo/San Francisco – Der Versuch, die LTTE als terroristisch eingestufte Organisation von der Schwarzen Liste der US-amerikanischen Regierung zu streichen, ist heute von einem Gericht in San Francisco abgewiesen worden.
Geklagt hatte das „Humanitarian Law Project“, eine Anwaltsgruppe, die in Verdacht steht, von der LTTE finanziell unterstützt zu werden. Geklagt wurde gegen den International Emergency Economic Powers Act, ein Gesetz, das im Jahr 1977 durch den Kongress eingeführt worden war und das vorsieht, dass die Regierung nach entsprechenden Erkenntnissen Gruppen und Organisationen als „terroristisch“ einstufen kann. Dies bedeutet auch, dass die Konten dieser Organisation eingezogen werden und jegliche Unterstützung. Im Jahr 2001 hatte Präsident George Bush die LTTE auf diese Liste setzen lassen.
Als Strafmaß für ein Vergehen gegen diese Gesetz sind mindestens 250 000 Dollar bzw. das Doppelte dessen, was eine solche Gruppierung an Vermögen besitzt.
Das „Humanitarian Law Project“ hatte auch versucht, neben der LTTE die „Kurdische Arbeiterpartei“ PKK von der Liste streichen zu lassen – mit dem Argument, das Gesetz verstosse gegen das im amerikanischen Grundgesetz garantierten Recht der Freien Meinungsäußerung.
Doch das Gericht, das 9th U.S. Circuit Court of Appeals in San Francisco, sah die Sache anders. Es dürfe nicht rechtens sein, dass Organisationen, gleich vor welchem Hintergrund, Gelder sammeln, um damit Waffen und Sprengstoff zu kaufen und diese zum Einsatz zu bringen, heißt es in der Urteilsbegründung. Die LTTE aber auch die PKK seien rechtens auf der Liste und dies würde auch weiterhin so bleiben.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 24. August 2009

Das schwer beschädigte Fahrzeug von Gotabhaya Rajapkasa nach dem Anschlag vom Dezember 2006
Colombo – Polizeikräfte haben heute angeblich einen geplanten Anschlag auf das Leben des Verteidigungsministers Gotabhaya Rajapkasa verhindern können. Auf einem Anwesen bei Mutwal konnten Sicherheitskräfte heute Selbstmordbomberjacken, Munition und Handgranaten sicherstellen, sagte Polizeisprecher Nimal Mediwaka gegenüber der Presse.
Der aufgeflogene Plan sah angeblich vor, dass auf den jüngeren Bruder des Präsidenten ein direkter Guerilla-Anschlag erfolgen sollte. Sollte der Verteidigunsminister bei dem Anschlag nicht direkt getötet sondern nur verletzt werden, hätte es einen zweiten Anschlag auf die Ambulanz durch Kader der LTTE geben, sagte Mediwaka weiter.
Woher die Information über den geplanten Anschlag kam, blieb unklar. Fest steht jedoch, dass der festgesetzte Prabhakaran-Nachfolger und Waffenschmuggler der LTTE, Selvarasa Pathmanathan alias „K.P.“ bei Vernehmungen bereits mehrere Hinweise über Waffenarsenal-Verstecke in und um Colombo gegeben hat.
Gotabhaya Rajapkasa war bereits mindestens einmal Ziel eines LTTE-Anschlags. Am 1. Dezember 2006, morgens gegen 10.30 Uhr, griff ein Selbstmordbomber in einem TukTuk im Colombo-Stadtteil Kolpitty seinen Konvoy an. Ein Sicherheitsmann sowie der Bomber selbst wurden dabei getötet, 14 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Der Verteidigungsminister entkam dem Anschlag jedoch unverletzt.
Übersetzt aus der srilankischen Zeitung Daily Mirror vom 20. August 2009
Ein Kommentar von Anjalika Silva
Colombo – Eine Bulletin des amerikanischen State Departments vom Mittwoch, 12. August 2009 nach einem Treffen mit 16 Repräsentanten der tamilischen Diaspora am 11. August 2009, bei dem es darum ging, die humanitäre Situation in Sri Lanka zu erörtern, sendet eine vielfarbige Botschaft für jene von uns, welche die Aktionen des amerikanischen State Department argwöhnisch beobachten. Der Assistent des Staatssekretärs für Angelegenheiten von Süd- und Zentralasien, Robert Blake und der amerikanische Beauftragte für Angelegenheiten in Sri Lanka haben keine Zeit verloren, um ihre Verbindungen mit der tamilischen Diaspora aufzubauen. Viele Mitglieder der tamilischen Diaspora haben nie einen Fuß auf den Boden Sri Lankas gesetzt oder jemals das Leben und die Privilegien von jenen selbst erfahren, welche für sie als Bürger von Sri Lanka erfolgreiche Rollenmodelle gewesen waren.
Die tamilische Diaspora setzt ungerührt ob der Ereignisse die Diffamierungskampagne und die Desinformation fort, ohne die Rolle, welche die Regierung zwingend spielen muss, gebührend zu beachten. Vor allem missachtet sie die Sicherheit ihrer eigenen tamilischen Verwandten, welche wegen den Abscheulichkeiten der LTTE - die die Diaspora finanziert hatte! – über die Jahre hinweg gelitten haben. Sie kennen das Leiden des tamilischen Volkes nicht, da sie von all dem weit entfernt sind, und machen ihr eigenes Volk zum Faustpfand für ihre grandiosen Pläne für ein eigenes Heimatland – koste es, was es wolle.
Es ist seltsam, dass die Türen des State Departments so bereitwillig geöffnet sind, dass man dort ein herzliches Willkommen ausspricht und einen zukünftigen Dialog verspricht. Robert Blake hat einen sehr einseitigen Zugang zur srilankischen Thematik wieder in die USA zurückgebracht. Wenn rechtschaffende srilankischen Bürger mit Stimmrechten in den USA ein Treffen mit dem State Department haben möchten, dann ist dies, als würde man versuchen, spontan ein Date mit dem Papst zu bekommen. Und wenn einem ein solches Treffen doch gewährt wird, dann werden jenen, welche „die andere Seite“ treffen, nachrangige Bürokraten mit Stenoblöcken zugewiesen, welche keinerlei Autorität besitzen, um in irgendeinen sinnvollen Dialog zu treten.
Es scheint, als würde die tamilische Diaspora einen größeren Einfluss und den leichteren Zugang zum State Department besitzen. Das ist in Anbetracht von den politischen Leitern des State Departments kein Wunder. An unserem Ende möchten wir eine nach Quantitäten aufgeschlüsselte Detail-Liste sehen, welche die Diskriminierung und die Behauptungen, dass die Tamilen nicht die gleichen Chancen hätten, unterstützt. Einige gemäßigte Tamilen haben der falschen Propaganda getrotzt und sich vorgetreten, um auszusprechen, dass die inneren Kreise von jenen, welche auf Teufel komm’ raus damit beschäftigt sind, das Land zu teilen, und welche mit ihrer unglaublichen Diffamierungskampagne ungerührt weitermachen, weder die Wahrheit sagen noch die Wünsche der Mehrheitstamilen ausdrücken.
Anekdotenartige Bezüge auf eine angebliche Diskriminierung werden akzeptiert, aber ihnen wurde nie durch irgendwelche statistisch relevante Details in Hinblick auf Beschäftigung, Bildung usw. – harte Fakten und Zahlen, welche für alle von uns die Wahrheit enthüllen würden – Substanz verliehen. Andererseits kennen wir statistische Daten, welche beweisen, dass die Tamilen in Gebieten des Privilegs hinsichtlich der Beschäftigungen und Bildungschancen Überrepräsentiert sind. Ungeachtet der Rasse haben wir alle an irgendeinem Punkt unserer Karriere beim Zugang zu Universitäten und im allgemeinen täglichen Leben Diskriminierung erfahren. Diese Diskriminierung gegenüber der Mehrheit kam nicht nur von den Tamilen, sondern auch von unserem eigenen Volk.
Als ich am 30. Juni ein Flugzeug von London nach Colombo bestieg und am 16. Juli nach London zurückflog, waren die Srilanker auf dem Flug nach Colombo zu 90 Prozent Tamilen, welche frei in Tamil sprachen, und ich habe wirklich nur drei Sinhala sprechende Familien gezählt. Ist dies das Land des Genozids, zu dem sie unterwegs waren? Wenn man Colombo heute genau beobachtet, dann erfährt man, dass es ein sicherer Hafen für jede Minderheiten ist. Wir sehen nicht nur Leute der Minderheiten, welche frei leben und sich frei bewegen, sie sind auch auf öffentlichen Plätzen auf Grund ihrer gesprochenen Sprache und der ethnischen Kleidung leicht erkennbar. Jeder geht mit der landestypischen Toleranz seinen eigenen Geschäften nach.
Was die IDP Lager betrifft, so sickert die von der Regierung unternommene positive Aktion nicht zu den internationalen Medien durch. In einem gewissen Ausmaß beschädigt die Regierung selbst ihren eigenen Ruf, indem sie eine offfenere Berichterstattung nicht ermutigt. Besucher, die nicht Journalisten sind -einschließlich einer UN-Delegation – hatten Ehrfurcht wegen der geleisteten Arbeit und fragten, warum dies in der Weltpresse nicht publik gemacht wird. Es macht keinen Zweck, die IDP Lager und die positiven Aspekte jenen zu zeigen, welche nicht fähig sind, einen Kugelschreiber zu halten, um der Welt zu sagen, dass Sri Lanka kein Land von Barbaren ist, die Leute hinter Stacheldraht halten und nicht nach Hause gehen lassen. Doch die wirkliche Geschichte muss erzählt werden.
Man muss sich um die tausendfach wahllos plazierten Landminen der LTTE kümmern - die ihre eigenen Leute zerstören sollten - man muss die trainierten Killer der LTTE vernichten, damit sie nicht ihren Weg zurück finden und wieder die Leben von Zivilisten auslöschen können, und dazu muss man gründlich alle Leute sondieren. Dies richtig zu machen ist wichtiger als das forcierte Rennen gegen die Zeit. Die tamilische Diaspora spielt die gleiche alte Leier mit Sprung wie früher. Nur die auf hässliche Weise isolierten Zwischenfälle in einem Lager, welches scheinbar beim Sondieren ein Problem hatte, werden herausgestellt. Die Welt sieht scheinbar nur die düstere Seite und nicht die gute Arbeit, welche so viele Freiwilligenorganisationen, private Gesellschaften und Einzelne, welche sich den Streitkräften angeschlossen haben, geleistet haben. Sie zeigten Mitgefühl und warten darauf, dass ein eingeleiteter, mühsamer Prozess zu einem guten Ende und einem besseren, lebenswerten Leben führt.
Ich konnte mit unabhängigen Freiwilligen vom Rotary Klub sprechen und sogar mit Freiwilligen, welche mit der Opposition verbunden sind. Letztere sind junge politische motivierte Kandidaten, welche Positives über die Organisation und die den IDPs (= Internal Displaced Persons, Binnenflüchtlinge) geleistete Hilfe zu sagen haben. Ich habe auch davon gehört, dass einige Freiwillige, welche dort waren, um zu helfen, einer arroganten Haltung der IDPs ausgesetzt waren. Aber insgesamt haben die Leute Freundlichkeiten ausgetauscht und waren froh, dass sie von der Furcht vor Brutalität, unter der mit der LTTE so lange zu leiden hatten sowie von der Furcht, dass sie ihre Kinder opfern mussten, frei waren. Diese Fakten werden von der tamilischen Diaspora immer noch nicht zur Kenntnis genommen! Da ich nicht genug Zeit hatte, konnte ich das Angebot nicht aufnehmen, eine Reise in diese Gebiete zu unternehmen. Ich hätte das gern getan, so dass ich aus erster Hand schreiben hätte könnte.
Die tamilische Diaspora verlangt eine eilige Freilassung, aber sie missachten die Tatsache, dass über 20.000 schon als diejenigen identifiziert wurden, welche LTTE-Waffentraining hatten. Sie müssen auf ihre Gefährlichkeit hin eingeschätzt – und rehabilitiert werden. Das bedeutet nicht, dass man einfach einen Schalter umlegen kann. Die für das Ambepussa-Projekt für Jugendliche verantwortliche Person, Dr. Hiranthi Wijemanne, arbeitet mit den jungen Leuten, um die jugendlichen Geister, die zum Teil jahrelang einer Gehirnwäsche unterzogen wurden, zu rehabilitieren und sie in eine humane, demokratische Gesellschaft einzugliedern.
Es ist ermutigend, dass einige sogar sich ihre Abitur-Prüfung vorgenommen haben. Sie waren dank Massenmörder Prabhakaran in ihrer Kindheit so arm dran, dass sie dies nicht konnten. In diesem Prozess könnten wir alle auch beisteuern; und wenn die Regierung Zeit braucht, dann bedeutet das schlicht, dass man gründliche Arbeit zu leisten gedenkt. Ich weiß nicht, was ich von diesen oberflächlichen Versöhnungsgesprächen mit Vertretern der tamilischen Diaspora denken soll, welche keinerlei Absicht haben, nach Sri Lanka zurückzukehren und somit das bequeme Leben im Westen hinter sich zu lassen.
Das würde auch dem Zweck entgegenwirken, ein Bild eines unsicheren Sri Lankas zu schaffen und so zu rechtfertigen, dass noch mehr Flüchtlinge in andere Staaten gelassen werden und dass in einigen Ländern, in denen sie von den Geldern der Steuerzahler leben, vom Staat finanzierte Unterstützung bekommen. Sie genießen den Westen und verursachen Aufruhr für das tamilische Volk, welches frei in Sri Lanka leben will. Das ist ein eigensüchtiges Motiv. Das amerikanische State Department sollte einen Dialog mit der einheimischen tamilischen Bevölkerung führen. Mit denjenigen, die wegen der finanziellen Kraft der tamilischen Diaspora gelitten haben. Nicht aber mit denjenigen, die Waffen in die Hände der LTTE gelegt haben, damit diese deren Leben, Familien und das ihrer Kinder zerst√∂ren konnte.
Die Versuche der Übernahme Sri Lankas wird vielleicht nie vorbei sein, solange sie von einer Gruppe manipuliert wird, welche nicht die Absicht hat, nach Sri Lanka zurückzukehren. Wir sollten alle wachsam sein, bevor wir wie die Palästinenser enden und kein anderes Land haben, das wir unsere Heimat nennen können.
Die Singhalesen sind eine Minderheit in der Welt. Wenn es annähernd 16-18 Millionen in Sri Lanka und ein paar mehr gibt, die in der ganzen Welt verstreut sind, dann sind sie immer noch eine Minderheit, verglichen mit den Minderheiten in Sri Lanka, die sich mit ihren Gegenstücken in der ganzen Welt identifizieren können. Warum gibt es da so ein Gezeter wegen der Minderheitsrechte, wenn der Wohlstand im Süden beispielsweise ganz klar gleich verteilt ist oder sogar von Minderheiten Überrepräsentiert wird?
Es sind die Singhalesen und die Moslems, welche Minderheitsrechte verlangen sollten, damit sie im Norden und Osten leben können, ohne wegen ihrer Rasse diskriminiert zu werden. Das im Süden und Westen bewährte Modell ist das, was Sri Lanka braucht, um dem Norden und Osten nachzueifern. Bei meinem vor kurzem erfolgten Trip nach Colombo hörte ich in den zentralen Shopping-Zentren mehr Tamil sprechende Bürger, als ich es je zuvor gehört hatte. Ist nicht dies allein kein Zeichen von Freiheit?
Während man sich auf die IDPs konzentriert und ihnen sogar mehr gibt, als sie es je erwartet haben, vernachlässigen wir einige der sozialen Bedürfnisse der Armen im Süden. Ich hörte von vielen Familen von Kriegswitwen, die kein Haus haben, und von einigen, die medizinische Behandlung benötigen. Dies sind im Moment diejenigen, die ins Hintertreffen geraten sind. Wie jemand vor kurzem in den Zeitungen schrieb: „Wie viel hat die tamilische Diaspora selbst für die Bedürfnisse der IDPs eigentlich beigetragen?“
Wie konnte es geschehen, dass die IDPs auf Banken, die man in den Lagern eröffnete, innerhalb von zwei Tagen 193 Millionen Rupien hinterlegen konnten? Warum werden die Camps „Konzentrationslager“ genannt, wenn sie Banken, Schulen, Frisiersalon-Zweigstellen aus Colombo haben? Warum wird dies in der Öffentlichkeit nicht herausgestellt? Warum unternehmen die srilankischen Medien keine Angriffe auf die ausländischen Medien, die vielfach am Nachrichtentropf der tamilischen Desinformationsmaschine hängen? Wir sind als gewöhnliche Bürger ohne Autorität oder Unterstützung machtlos und können die Welt nicht das sehen lassen, was getan wirklich wird. Ein oder zwei von der Regierung als Sprecher ernannte Leute reichen nicht und der antiquierte Kommunikationsstil der Regierung reicht nicht dorthin, wohin er reichen sollte.
Es ist von höchster Bedeutung, dass man die Massenmedien ins Spiel bringt, und der Gebrauch von gut ausgebildeten Botschaftern ist von kritischer Bedeutung. Viele von uns haben für die IDPs Beiträge geleistet, und vor kurzem auch für den Api Wenuwen Api. Aber nachdem ich andere Bedürfnisse in Sri Lanka sehe, glaube ich, dass wir uns auf jene konzentrieren müssen, die nicht auf dem Radarschirm sind und keine Stimme haben, Forderungen für sich zu stellt.
Die Mitglieder der Streitkräfte, welche so viel geopfert haben, sind auf Reklameflächen zu sehen, aber sie haben Bedürfnisse, die befriedigt werden müssen und die sie nicht laut äußern können. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in der Euphorie des Gewinnens eines Krieges die Tränen von jenen vergessen haben, welche dabei ihre Verwandten verloren haben. Nicht alle von ihnen haben die notwendige Hilfe bekommen.
Ich habe keinerlei Respekt vor John Homes, Eric Solheim oder Robert Blake, Nambiar und die ganze Bande, welche mit „K.P.“ gesprochen haben, als wäre er Ihresgleichen. Mit dem „K.P.“, der von Interpol als Waffenhändler und Mörder gesucht wurde, der gegen die demokratischen Regierungen von Sri Lanka und Indien Hass gepredigt hat und der sogar sein Gastland Malaysia massiv bedrohte, als er enge Verbindungen mit einer extremistischen Hindu-Bewegung einging. Die Tatsache, dass sich „K.P.“ mit den Taliban traf und als Repräsentant der LTTE Akteur des Netzwerks der weltweit tätigen terroristischen Gruppen war, lässt Verwunderung darüber entstehen, warum das State Department bei seiner Wahl der tamilischen Diaspora als Gesprächspartner nicht ein wenig sorgfältiger vorgeht. Es könnte nämlich sein, dass Robert Blake ausgerechnet jene zum Gesprächspartner erwählte, welche jahrelang nicht nur einen international gesuchten Verbrecher unterstützen, sondern auch eine ganze Organisation, die die Gesetze vieler demokratischer Nationen einschließlich die der USA massiv verletzt hat.
Warum also hat der Homeland Security Act (Heimat-Schutzgesetz) der USA eine Ausnahme für jene, welche die LTTE aktiv unterstützten – eine verbotene terroristische Organisation, wie es beispielsweise das FBI auf seiner Homepage ausführlich erklärt – während gleichzeitig gewöhnliche Bürger jederzeit durchsucht, sondiert und als Verdächtige im Namen des Terrorismus unbegrenzt eingesperrt werden können? Ist es jetzt modern oder eine ganz neue Taktik, alles einfach mal auf den Kopf zu stellen?
Oder werden unsere Einwände auch irgendwann einmal erhört?
Übersetzt von der srilankischen Zeitung „Daily Mirror“ vom 24. August 2009
Colombo - Sri Lankas Regierung denkt über die Eröffnung einer Botschaft in Eritrea nach um dort mit gezielten Massnahmen gegen das noch immer aktive internationale LTTE-Netzwerk besser vorgehen zu können. Der Vorschlag kam, nachdem der kürzlich festgenommene Waffenhändler und neue LTTE-Chef Kumaran Pathmanathan alias „K.P“ offenbar weitere Details dieses Netzwerkes verriet, welches offenbar noch immer in verschiedene Ländern aktiv ist, so ein Sprecher des Außenministeriums.
Eritrea hat sich in letzter Zeit mehr und mehr als Drehscheibe und Rückzugsgebiet für den internationalen Waffenschmuggel entwickelt und die LTTE unterhält dort offenbar einen ihrer Netzwerk-Stützpunkte.
Schon länger ist bekannt, dass die LTTE gute Kontakte zu anderen, bewaffneten separatistischen Gruppen und Terror-Gruppierungen unterhält – beispielsweise zu Terrororganisation Al Qaida, die auch aus Eritrea heraus operiert. Ein Bericht des US-Außenministeriums vom 15. Dezember 2006 zufolge unterstützt die Regierung Eritreas die LTTE und andere dieser Gruppen direkt.
Es wurde auch bekannt, dass der ehemalige LTTE-Führer Velupillai Prabhakaran am 26. Mai 2006 ein von ihm persönlich unterzeichnetes Fax an den eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki geschickt hatte. Isaias Afewerki hat ehemals die Eritrea People’s Liberation Front (EPLF) geführt, eine Seperatisten-Gruppe, der es 1993 gelang, die Regierung zu stürzen und Äthiopien in ein „unabhängiges“ Eritrea zu verwandeln.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 23. August 2009

Nach der Vertreibung durch die LTTE wieder Zuhause: DIe muslimischen Familien konnten ihr Glück kaum fassen...
Colombo - Neuzehn Jahre mussten 348 Familien, insgesamt 1551 Personen, warten, bis sie wieder in ihre Heimatdörfer zurück kehren konnten. 1990 waren diese muslimischen Familien von der LTTE aus den Dörfern Pandaraweli, Weppankulam, Poonarachchikulam, Periya Pollachchi Paranthankeni, Puthuweli, Kulappankulam und Maithanweli in der Gegend um Mannar unter Zwang evakuiert worden. Am vergangenen Freitag konnten sie endlich in ihre wiederaufgebauten und von Minen und Sprengfallen geräumten Dörfer zurückkehren.
Weitere 94 tamilische Fischerfamilien, die bereits 2007 von der LTTE evakuiert worden waren, konnten ebenfalls in ihr Heimatdorf Kokkupadayan und in ihre Häuser zurückkehren. Damit sie arbeiten können, wurden Boote zur Verfügung gestellt.
Bereits vor einigen Tagen waren 122 Familien mit insgesamt 409 Personen im Mannar-Bezirk wieder angesiedelt worden, während 561 Familien mit 2120 Personen in Arippu wieder angesiedelt werden konnten. Die noch verbleibenden 34 Familien aus der Gegend, die noch im IDP-Lager Manik Farm untergebracht sind, soll in den nächsten Tagen folgen.
Derzeit sind die Truppen, die an der Minenräumung beteiligt sind, hauptsächlich in der Gegend um Kattukkaraikulam tätig – sobald ihre lebensgefährliche Arbeit dort verrichtet sei, so der (Militär-) Gouverneur der nördlichen Provinz, Major General G.A. Chandrasiri, würden dort umgehend weitere Familien aus den Lagern wieder angesiedelt.
Die wieder angesiedelten Familien erhalten alles, was sie zu einem neuen Start brauchen. Unter anderem stehen Agrar-Spezialisten zur Verfügung, um die Landwirtschaft wieder in Schwung zu bringen.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondeten in Colombo vom 23. August 2009
Colombo – Der Polizei ist es gestern Abend gelungen, vier weitere Selbstmordbomberjacken sicherzustellen. Dies teilte Polizeisprecher Nimal Mediwaka anlässlich einer Pressekonferenz heute, am Sonntag den 23. August, mit.
Der Fundort der Bombenjacken, die jahrelang von den so genannten Black Tigers der LTTE benutzt wurden, ist Nelukkulam im nördlichen Vavuniya-Bezirk, in der Nähe eines Lagers für Vertriebene (IDP = Internal Displaced Persons, Binnenvertriebene), die von der LTTE in den letzten Wochen und Tagen des Krieges aus ihren Heimatdörfern entfernt und als menschliche Schutzschilde benutzt worden waren.
Fast drei Dekaden lang haben die Selbstmordbomber der LTTE Angst und Schrecken in Sri Lanka verbreitet. Zu den Opfern zählen nicht nur unzählige Zivilisten, sondern auch prominente Politiker, unter ihnen der indische Ministerpräsident Rajiv Gandhi sowie der srilankische Präsident Ranasinghe Premadasa. Der Sachschaden, der durch LTTE-Selbstmordbomber angerichtet wurde, geht in die Millionen Dollar.
Die nach dem Krieg gegen die LTTE festgesetzten Mitglieder der Black Tigers werden nun in speziellen Einrichtungen rehabilitiert; viele von ihnen wurden bereits von Kindesbeinen an indoktriniert und hatten keine Schulausbildung – diese können sie nun nachholen.
Nach Angaben von Polizeisprecher Mediwaka sind Polizei und Armee dabei, weitere Waffenlager im Norden auszuheben.
Von unserem LTTEwatchKorrespondeten in Colombo vom 21. August 2009

Will die LTTE auch finanziell austrocknen: Verteidigungsminister Gotabhaya Rajapaksa
Colombo/London – Der srilankische Verteidigungsminister Gotabhaya Rajapaksa hat die Weltgemeinschft aufgefordert, die von der LTTE angesammelten Werte und Gelder an Sri Lanka auszuhändigen.
Selvarasa Pathmanathan, alias „K.P.“, Nachfolger von LTTE-Gründer Prabhakaran, der kürzlich in Kuala Lumpur festgenommen und anschließend nach Sri Lanka gebracht wurde, gibt scheinbar immer mehr Einzelheiten des weltweiten Finanznetzwerkes der LTTE preis, das er selbst in den letzten 30 Jahren aufgebaut hat. Allein der LTTE-Geldbesitz, auf unzähligen Konten verteilt, wird mittlerweile auf zwischen 300 Millionen bis 1 Milliarde Dollar geschätzt.
„Sobald wir Beweise dafür haben, dass Konten und Besitz der LTTE gehören, sollten die entsprechenden Länder uns umgehend und ungehindert Zugang ermöglichen“, sagte der Verteidigungsminister, der Bruder des Präsidenten, in einem Interview mit der britischen BBC.
Genauso sollten die Länder, so Rajapaksa, mit den dort lebenden und weiterhin für die agierenden LTTE-Mitgliedern und Verwaltern dieser Gelder und Mittel verfahren. Sie sollen, nach dem Willen des Verteidigungsminister, in Sri Lanka vor Gericht gestellt werden. Es könne nicht sein, dass die Weltgemeinschaft dazu aufrufe, weltweit gegen den Terrorismus vorzugehen und man die Mitglieder der terroristischen LTTE ungeschoren weiter agieren lasse.
Übersetzt von der Online Seite der „Ade Derana TV“ vom 15. August 2009
Ein Kommentar von Dr. Tilak S. Fernando
Colombo – Am 18. Mai 2009 endeten drei Jahrzehnte eines terroristischen Krieges, der gegen die demokratisch gewählte Regierung von Sri Lanka von der LTTE (Befreiungstiger von Tamil Eelam) geführt worden war, als es den srilankanischen Sicherheitskräften gelang, die terroristische Bedrohung auszulöschen, indem sie den Führer der Tiger (LTTE), den größenwahnsinnigen Mörder Velupillai Prabhakaran und alle seine Helfers-Henker vernichtete. So schuf diese lobenswerte Tat einen neuen Weltrekord. Sri Lanka sollte im Guiness Buch der Rekorde stehen, da es das einzige Land der modernen Geschichte ist, in dem eine demokratisch gewählte Regierung einen schnell wachsenden Terrorismus-Pilz aus seinem Boden riss, und dies sogar nach dreißig Jahren des Blutvergießens, des Verlustes von Tausenden von unschuldigen Leben und der sinnlosen Zerstörung von Eigentum.
Der Triumph der Sri Lanka Sicherheitskräfte ist nicht ein Sieg der Singhalesen über die Tamilen, sondern ein Sieg gegen eine gnadenlose tamilische terroristische Einheit, der LTTE, die unter dem Vorwand, sich um ihr eigenes Volk zu kümmern, sich tatsächlich darum bemühte ein möglichst luxuriöses Leben zu führen. Dies gelang der LTTE, indem sie Geld unter Zwang von der tamilischen Diaspora im Ausland erpresste und sie gleichzeitig versuchte, das Land zu spalten. Die LTTE betrieb systematisch Massentötungen und warf das Land viele Jahre zurück. Während der letzten Stadien der Schlacht war die militärische Aktion aber auch eine humanitäre Übung, um Hunderttausende von unschuldigen tamilischen Zivilisten zu retten, welche mit Gewalt als menschliche Schutzschilde unter den Stiefeln der Tiger gehalten wurden. Es war eine erste große Übung, um die ganze Nation aus den Fängen des Terrorismus zu befreien und einen einzigen Staat und eine einzige Nation zu schaffen, ohne irgendein rassisches Vorurteil oder eine Teilung, und um die enge Freundschaft unter allen zu fördern.
In den frühen 70er Jahren des 20. Jahrhunderts hatte Prabhakaran ein paar Tamilen aus dem Norden um sich gesammelt und seinen Kampf begonnen, den er einen Freiheitskampf nannte. In der Folge verlangte er einen separaten Staat und wollte Sri Lanka in zwei Teile teilen. Dies nannte er einen Befreiungskampf und nannte die Organisation die Tamilischen Befreiungstiger von Eelam um (LTTE). Er brachte er bei seinen „ethnischen Säuberungsaktionen“ Hunderte von Moslems im Osten um.
1975 tötete Prabhakaran selbst den tamilischen Bürgermeister von Jaffna Alfred Duraiappa und prahlte in seinem Umfeld damit. In der Folge ermordeten Prabhakaran und seine Kumpanen 13 singhalesische Polizeibeamten, welche in Jaffna auf Streife waren. Um die Regierung zu provozieren, hatten die Terroristen sogar die Hände der Polizisten abgehackt und die Eheringe von ihren Fingern entfernt.
Prabhakarans Masterplan, den Rassenhass im Süden zu erregen, funktionierte wie geplant, als am 24. Juli 1983 während der Verwaltung von Präsident JR Jayewardene ein Mob in den Straßen gewalttätig wurde (hauptsächlich in Colombo). Dort unternahmen Singhalesen im Süden eine instrumentierte Kampagne, um unschuldige Tamilen zu töten und ihr Eigentum zu plündern. Der Zwischenfall wurde von der tamilischen Gemeinschaft als Holocaust beschrieben. Als Folge davon suchten eine halbe Million Tamilen in westlichen Ländern Zuflucht – einige echte Fälle, oft aber auch wegen der ökonomischen Vorteile.
Es wird auch in gewissen Kreisen erwähnt, dass der Strippenzieher hinter so einem „Holocaust“ niemand anderer als Prabhakaran selbst war, denn zu der Zeit lebten Singhalesen und die Tamilen im Süden des Landes in friedlicher Harmonie. Dies galt besonders für die gute wohlhabende Mehrheit in Colombo und den Vororten. Es wurde behauptet, dass nur Prabhakarans Agenten im Süden alle Details der tamilischen Haushalte in Colombo und den Vororten kannten.
Prabhakaran war offensichtlich nicht glücklich mit der Elite der Tamilen, welche im Süden lebte, denn sie unterstützte seinen Kampf im Norden nicht. Er nannte sie „Wochenend-Tamilen“, da sie ihre Leute in Jaffna an den Wochenenden besuchten. Gegen diesen Hintergrund wurde ein anklagender Finger zu Prabhakaran gerichtet, weil er insgeheim den ungeheuren Zwischenfall vom 24. Juli 1983 organisiert und provoziert hatte, und dies nur, um Rassenhass hervorzurufen und sich an jenen Tamilen zu rächen, welche seinen Kampf nicht unterstützten.
Einige Analytiker haben sogar eine Theorie aufgestellt, um so einer Behauptung Substanz zu verleihen. Sie haben festgestellt, dass der Generalinspektor der Polizei während des Zwischenfalls im Süden am 24. Juli ein Tamile namens Rajasingham war. Er hatte sechs Vize-Generalinspektoren unter sich, die alle Tamilen waren. Sie haben nicht schnell gehandelt, um den Ausbruch zu vereiteln, sondern sich blind gestellt.
Die Tiger intensivierten ihre Gewalttätigkeiten nach diesem tragischen Zwischenfall im Juli 1983, welcher ihnen über Nacht die Herzen und den Geist der Welt gewonnen hatte. Scheinbar wurde der Organisation, welche am Anfang nur ein Rinnsal war, erlaubt, sich auszudehnen, und die Tiger begannen, bis zu einem alarmierenden Zustand anzuwachsen. Sie wurden eine der gnadenlosesten terroristischen Organisationen in der Welt. Es gelang ihnen, eine neue Generation von Nachkommenschaft in die Welt zu setzen, wie z.B. Selbstmordattentäter, Schwarze Tiger, See Tiger, Tigerinnen, und sie begannen intensiv, Kindersoldaten zu rekrutieren.
Schließlich erreichte die LTTE ein Stadium, in dem sie tatsächlich den Norden mit einer Rebellenarmee kontrollierte, die von einer Artillerie, einer Marine, einer Polizei und einer entstehenden Luftwaffe, sowie ihren eigenen Banken unterstützt wurde. Die LTTE begann, ihre eigene Eelam Währung zu drucken. Die Taktik der LTTE inspirierte Netzwerke in der ganzen Welt, einschließlich Al-Qaida. All dies konnte nur geschehen auf Grund entweder von Misswirtschaft oder der Schwäche verschiedener Verwalter und Politiker im Süden über die Jahre.
Im Hintergrund arbeitete Prabhakaran kraftvoll und effektiv, um die Verbindung zu der riesigen Anzahl von tamilischen Exilanten in einer Diaspora in der ganzen Welt herzustellen. Diese Exilanten waren aus dem Land in der Folge des Debakels von 1983 geflohen und hatten sich bequem im Westen als politische Flüchtlinge niedergelassen.
Prabhakaran bot der tamilischen Gemeinschaft im Ausland als Köder für ihre Mitwirkung ein separates tamilisches Heimatland im Norden und Osten von Sri Lanka an. Das reizte viele Tamilen, welche aus dem Land geflohen waren. Verwandte und Bekannte, welche sich in fremden Ländern niedergelassen hatten, begannen bald, jenen, die zu Hause waren, Hilfe zu leisten, und sie bahnten so den Weg für viele weitere Tamilen aus dem Norden und Osten, aus dem Land zu fliehen und Zuflucht in westlichen Ländern suchten.
Diese Leute, welche die Flüchtlinge aufsuchten, reisten nach Colombo. Sie benutzten den Internationalen Flughafen, passierten den Zoll und brachten die Einwanderungsformalitäten wie jeder andere gewöhnliche Passagier ohne Belästigung hinter sich. Sie nahmen Air Lanka und srilankische Flüge in den Westen und zeigten gleichzeitig mit dem Finger auf die srilankische Regierung, wobei sie behaupteten, diese würde rassistische bedingte Belästigungen zulassen. Sie führten sogar „ethnische Säuberungsaktionen“ des Staates an. Hätten sie das nicht getan: Wie sonst auch hätten sie sich sonst für den Status des Flüchtlings in einem fremden Land qualifizieren können?
Ein anderer Aspekt ist, dass die LTTE eifrig die neue Generation von Jugendlichen, die nach 1983 geboren waren, einer systematischen Hirnwäsche unterzog, indem sie Sri Lanka ein fremdes Land nannten, welches versuchen würde, ihr tamilisches Heimatland zu annektieren. Die tamilische Diaspora im Ausland schritt schnell zur Tat und unterstützte Prabhakaran geradezu lustvoll mit Spenden, technologischem Wissen und Kennerschaft in vielen Bereichen. So machte sie die LTTE zu einer der reichsten und effektivsten Organisationen mit einem fortschrittlichen Kommunikationsnetzwerk.
In der Zwischenzeit nahmen die srilankischen Verwalter und die inkompetente srilankische Auslands-Hochkommission, sowie der Botschaftsstab im Süden eine lethargische “Wir wissen alles”-Haltung von eigenen Gnaden an und legten sich schlafen. Zu der Zeit, als sie von Colombo geprügelt und aus ihren Nickerchen gerissen wurden, hinkte die srilankische Verwaltung fünfzehn Jahre hinter der LTTE-Kommunikationsmaschinerie hinterher. In der Zwischenzeit hatte die LTTE die Oberhand gewonnen. Sie manövrierte und initiierte eine Propaganda, um ihre Ambitionen und Aktionen zu untermauern und um die Sympathie der internationalen Gemeinschaft zu gewinnen. Das tat sie sehr, sehr effektiv.
Vor diesem Hintergrund bot sich Norwegen als ein Friedensvermittler an. Dies geschah unter der Voraussetzung, dass man eine verhandelte Abmachung zwischen den Rebellen und der Regierung zu Stande bringen wollte. 2002 gelang es den Norwegern, dem damaligen Premierminister Ranil Wickremasinghe, welcher Präsidentin Chandrika Bandaranaike Kumaratunge die Augen verband, den Arm zu verdrehen.
Wickremasinghe initiierte eine sogenannte “Waffenstillstands-Abmachung” (CFA) mit Prabhakaran im Geheimen, ohne dass sein eigenes Kabinett davon wusste… Dies wurde von vielen später kommentiert – und kritisiert. Man sagte, dass es den Terroristen Vorschub leistete, so dass diese der srilankischen Regierung und den Sicherheitskräften die Bedingungen diktieren konnten, wenn das Land abgegrenzt und den Terroristen auf einer silbernen Tablett als LTTE-Territorium serviert werden würde.
Unter den von den Norwegern vermittelten Bestimmungen des “Friedensprozesses” wurde die LTTE quasi legal als einzige Repräsentantin der tamilischen Minderheit im Norden und Osten anerkannt. Kein Singhalese wurde in ihr Territorium gelassen, während es den Tamilen freistand, vom Norden und Osten in jeden Teil des Südens zu reisen. Dies bewirkte, dass ihre Selbstmordattentäter frei reisen konnten und nach belieben Terror und Tod verbreiten konnten. Prabhakarans monumentaler und egozentrischer Führungsstil erlaubte keine Redefreiheit innerhalb der Organisation. Das wurde – im Nachhinein – für seinen dümmsten Fehler bei seinem Prozess der Entscheidungsfindung gehalten.
Dies wurde klar während der Präsidentschaftswahlen von 2004 im Land gesehen, als die Bitte des Architekten des Friedensprozesses, Ranil Wickremasinghe um Unterstützung an Prabhakaran von dem Terroristenführer beiseite gewischt wurde. Statt dessen zwang er seinem „Territorium“, das unter der CFA als LTTE-Gebiet markiert worden war, ein Boykott der Präsidentenwahlen auf. Er verbot den tamilischen Stimmberechtigten in diesem Gebiet, an der Präsidentschaftswahl teilzunehmen. Das gab Mahinda Rajapakse, welcher Wickremasinghes Rivale war, einen zusätzlichen Vorteil.
Mahinda Rajapakse spielte in seinem Wahlmanifest nicht herum, sondern betonte kategorisch seinen Wunsch, seine Bereitschaft und das Versprechen, den Terrorismus – trotz verschiedener fehlgelaufener Versuche durch vier frühere srilankische Präsidenten – vom srilankischen Boden zu eliminieren. Einige Bemühungen 1984, 1987, 1990, 1994 und 2002 waren von vorherigen Colombo-Verwaltern gemacht worden, wobei sie den Tigern jeweils bereitwillig die Hand entgegen streckten. Diese sollten vortreten in Richtung auf ein friedliches Abkommen. Dies hatte Prabhakaran die ganze Zeit aber ignoriert. Er hatte jede Gelegenheit benutzt, um Zeit zu gewinnen, sich und die LTTE neu zu gruppieren und mehr und mehr fmodernste Waffen und Artillerie aufzuhäufen.
Die in Genf 2006 unter der Präsidentschaft von Mahinda Rajapakse abgehaltenen Friedensverhandlungen endeten auch wie zuvor, als die LTTE-Gruppe den Verhandlungstisch mit allzu lahmen Entschuldigungen verließ. Aber als die LTTE anschließend versuchte, den Armeekommandanten General Serath Fonseka zu ermorden, der fast an diesem LTTE-Selbstmord-Angriff in Colombo starb, und als danach ein weiteres Selbstmordattentat folgte, welches auf das Leben des Sekretärs des Verteidigungsministeriums Gotabhaya Rajapakse gerichtet war (er entkam dem Tod ebenso nur knapp), wurde Präsident Rajapaksa plötzlich hart wie ein Diamant beim Umgang mit der LTTE. Trotzdem hielt er – bis zuletzt – immer noch alle Türen für eine friedliche Einigung ausdrücklich offen.
Zu der Zeit wurde die terroristische Organisation der LTTE international durch Morde, ihre Erpressungen und Geldwäsche, die man mit der LTTE verband, berühmt-berüchtigt. 32 Länder – einschließlich der USA, der Europäischen Union und Kanada – hatten sie verboten. Diese Länder nannten die LTTE eine der gnadenlosesten terroristischen Organisationen in der Welt.
2005 begannen die Tiger den Eelam Krieg IV. Dies geschah mit Hilfe neu erworbener, moderner Artillerie, Waffen und modernsten Kommunikationssystemen. Man glaube, dass die LTE diese Waffen und Gerät während des CFA hauptsächlich mit Hilfe von Norwegen erworben hatte. Die Mavil-Aru-Blockade der LTTE war der größte Schnitzer, den Prabhakaran je gemacht hatte. In seinem egozentrischen, autokratischen Denken hatte er die Wasserstraße blockiert, welche Tausende von Reisfeldern bewässert. Dies hatte in das Leben von Tausenden von Bauern rücksichtslos eingegriffen. Präsident Rajapakse hatte keine Wahl: Er musste schnell handeln. Er nahm die Peitsche fest in die Hand und beschloss, gegen die LTTE rücksichtslos vorzugehen.
Prabhakaran war plötzlich in einem doppelten Dilemma gefangen. Zuerst hatte er den Einfluss unterschätzt, den Überlaufen seines Batticaloa-Kommandanten Karuna Amman auf die Moral der LTTE-Truppen ausübte. Karuna Amman hatte eine demokratische Vorgehensweise vorgezogen und Präsident Rajapakse davon überzeugt, dass es ihm bei seiner Methode wirklich darum ging, das Leiden des tamilischen Volkes im Norden und Osten, welches unter Prabhakaran litt, zu erleichtern. Zweitens hatte Prabhakaran vollständig die Entschlossenheit des Präsidenten, die LTTE vollkommen auszulöschen, unterschätzt.
Als Oberbefehlshaber gab Präsident Mahinda Rajapakse dem Armeekommandanten General Fonseka freie Hand, damit der mit aller Kraft und Gewalt die Terroristen eliminiere. Die enge Koordination zwischen dem Sekretär des Verteidigungsministeriums Gotabhaya Rajapakse und den drei Kommandanten von Armee, Marine und Luftwaffe, sowie dem Generalinspektor der Polizei erlaubte es schließlich, dass die Endoffensive mit aller Kraft in Gang gesetzt wurde. Dem Feind wurde keine Gnade erwiesen.
In diesem Stadium wurde die LTTE nicht aggressiv, sondern übernahm eine etwas passive Verteidigungsstrategie mit einer Reihe von Erddämmen. Es ist wahr, dass diese Erddämme als Verteidigungsmechanismen dienten und halfen, den sich nähernden Feind zurückzuhalten, aber sie konnten nur eine begrenzte Verzögerung liefern, bevor sich die Sicherheitskräfte dem Feind strategisch und mit schwerer Feuerkraft näherten.
Die Sicherheitskräfte sprengten jene Erddämme. Das bahnte ihnen nicht nur den Weg sich zum Feind zu bewegen, die Sprengungen lieferte auch Tore für Hunderttausende von tamilischen Zivilisten, welche von der LTTE als menschliche Schutzschilde zurückgehalten worden waren. So konnten die Geiseln in die von den Sicherheitskräften geschaffenen Nicht-Feuer-Zonen flüchten.
Obwohl die internationalen Medien heftig kritisierten, verurteilten und Druck ausübten – und zwar bis in die letzten Stunden, bevor die Terroristen untergingen -, und obwohl es einige Länder und iNGOs gab, welche ein unabdingbares Recht der LTTE auf Selbstbestimmung sowie eine rätselhafte Zuneigung zu Massenmörder Prabhakaran hatten und ihn retten wollten, wankten weder Präsident Rajapakse noch der Sekretär des Verteidigungsministeriums und ermutigten die srilankischen Streitkräfte, ihre Geschicklichkeit zu zeigen und der ganzen Welt zu demonstrieren, wie gefangene Zivilisten sicher aus der Kontrolle einer Terrororganisation gerettet werden können. Dies taten die Soldaten sehr effektiv. Sie gaben ein Beispiel ab, dem die ganze Welt in ihrer gegenwärtigen misslichen Lage nacheifern könnte.
Endlich, am 19. Mai 2009, wurde durch die furchtlosen Streitkräfte der finale Sargnagel eingeschlagen. Dies geschah trotz schwerer Artillerie des Feindes auf der einen Seite und obwohl auf der anderen Seite die Regierung unter enormen Druck von Seiten der internationalen Presse und der schikanierenden Taktik mächtiger westlicher Länder geriet – welche zu denken schienen, Sri Lanka sei noch immer eine Kolonie.
Es wird gesagt, dass Prabhakaran selbst sich, 5 vor 12, anstrengte, über das Rote Kreuz die Regierung davon zu überzeugen, dass sie ein verhandeltes Abkommen aufnehmen solle, um seine Haut und von seiner Familie zu retten. Darauf gab es von der Regierung keine positive Antwort. Der srilankische historische Sieg hat nun die Doppelzüngigkeit der westlichen Gelehrten enthüllt und bloßgestellt. Diese scheinen zu predigen: „Macht, was wir euch sagen, aber folgt nicht dem, was wir machen!“
Heute steht Sri Lanka stolz auf der Weltkarte als ein unabhängiges einheitliches Land. Um Präsident Mahinda Rajapakses Worte zu zitieren, ist es ein neues unabhängiges Land, wo es nur „zwei Arten von Leuten gibt – jene, die dieses Land lieben, und die anderen, die dieses Land ihrer Geburt nicht lieben.“
Die Befreiung des Landes aus dem Griff der Terroristen markiert den Beginn einer neuen Ära für Sri Lanka, in der die Geschichte wieder in goldenen Buchstaben geschrieben und die außerordentliche Rolle, welche ein bemerkenswerter Führer und ein hingebungsvoller Politiker, Präsident Mahinda Rajapakse, gespielt hat, hervorgehoben wird. Dem Präsidenten ist es gelungen, seinen Mut zu zeigen und mit konzentriertem Streben auf seine eigene Tagesordnung zuzugehen. Diese Tagesordnung lautete: Frieden und Harmonie Sri Lanka zu bringen, indem die LTTE vernichtet wird. Dies geschah inmitten des enormen Druckes, den einige Supermächte des Westens und die USA ausgeübt haben. Sie hatten bis zum letzten Moment verlangt, die militärischen Operationen gegen Prabhakaran zu stoppen. Dies zeigte nur ihre marktschreierische Heuchelei und Doppelzüngigkeit. Sie haben sich damit selbst schamlos bloßgestellt.
Srilanker sind im allgemeinen warmherzige und empfindsame Leute, welche bei Beerdigungen schluchzen und weinen. Srilankaner sehen den Tod einer Person nicht als eine Gelegenheit an, „einen draufzumachen“ oder sich „Thamasas“ hinzugeben. Der Grad ihres Mitgefühls wurde im Fernsehen gesehen, als das ganze Land vereint Nahrung und Wasser sammelte, welches den vertriebenen Tamilen im Norden geschickt werden sollte – und das trotz der allgegenwärtigen Erinnerungen an die Brutalität der LTTE in Form von ruchlosen Selbstmordattentaten und Massakern an Unschuldigen.
Die festliche Atmosphäre im ganzen Land mit Feuerwerk, Freudensprüngen und dem Schwenken der nationalen Fahne, als man die Leichname des umgekommenen Führers Prabhakaran und seiner Leutnants sah, hat der ganzen Welt eine klare Botschaft zukommen lassen, was die wirklichen Gefühle einer Nation sind, in der es keine Barrieren oder Grenzenin ihrem Mutterlandes mehr gibt.
Nach dreißig langen Jahren des Leidens, Blutvergießens und der Massaker im Land ist „Mutter Lanka“ heute gefestigt und stark . Dreißig lange Jahre lang hat sie geweint, weil sie nicht fähig war, ihre Kinder richtig zu ernähren. Ihre Brüste waren verwelkt und nur Blut kam heraus, ihre geliebten Kinder zu nähren. Aber heute sind „Mutter Lankas“ Brüste wieder voll nahrhafter Milch und sie erwartet, dass ihre Kinder an ihnen saugen und in der Zukunft als gesunde Kinder aufwachsen.
Der mörderische Tiger aber ist endgültig vom srilankischen Boden verschwunden; es gibt noch ein paar Kätzchen, die in der ganzen Welt verstreut sind und gewöhnlich der großen Katze folgten. Es ist die Aufgabe der srilankischen Behörden, besonders des Außenministeriums, sicherzustellen, dass diesen Kätzchen nicht erlaubt wird, zu wachsen und sich wieder zu Tigern zu verwandeln. In dieser Hinsicht müssen die srilankischen diplomatischen Missionen wachsam sein, eine aktivere Rolle übernehmen und die Regierungen der Ländern, zu denen sie geschickt wurden, anregen, genau das tun, was man von ihnen erwartet.
Von unserem LTTEwatch Korrespondenten in Colombo vom 18. August 2009
Colombo – Nach der Verhaftung von „K.P.“ alias Kumaran Pathmanathan haben die srilankischen Ermittlungsbehörden jetzt mit Untersuchungen des örtlichen Personals und der Organisationen begonnen, welche dabei geholfen haben, die LTEE zu unterstützen und Spenden zu sammeln, als die LTTE noch militärisch aktiv war. Die Verteidigungsbehörden haben in Kilinochchi Dokumente aufgefunden, die schon viele Details über die fraglichen Organisationen und Persönlichkeiten liefern konnten.
In diesem Kontext haben die srilankischen Ermittlungsbehörden dazu „K.P.“ befragt und anschließend mit einer umfangreichen Operation begonnen. Ziel sei es, etwa 50 im Ausland lebende Tamilen zu überführen und von örtlichen Behörden festnehmen zu lassen – diese Personen werden verdächtigt, in Drogen- und Waffenhandel, sowie in die Sammlung von „Spenden“ für die Waffen der LTTE unter dem Deckmäntelchen der Wohltätigkeit verwickelt zu sein.
Eine entsprechende ausführliche Liste, die auf direkte Informationen von „K.P.“ beruht, wird vorbereitet, um sie dann Interpol sowie den nationalen Nachrichtendiensten der jeweiligen Länder vorzulegen.
Nach Quellen aus einem srilankischen Nachrichtendienstes hat die norwegische Polizei bereits reagiert und Sivapalan Peimpanayagam alias Nediyawan (33) festgenommen und befragt. Nediyawan ist verheiratet mit Shivagowri Shanthamohan, deren Onkel, Ranjan Lala Gnanendramohan, Gründungsmitglied der LTTE und enger Vertrauter V. Prabhakarnas war. Nediyawan war von verschiedenen LTTE-nahen Websites bereits als Nachfolger des festgesetzten „K.P.“ benannt worden. Man sagt von ihm, dass es ihm an Intelligenz zwar mangele, er jedoch genauso skrupellos wie Prabhakaran einst sei und dass er als rechte Hand von Thamilselvan an den Friedensverhandlungen in Thailand teilgenommen habe. Dabei benutzte er jedoch einen anderen Namen. Nediyawan, der offenbar das Tamilen-Tiger-Geld in Norwegen kontrolliert, hat in der jüngsten Vergangenheit massiv gegen die Ernennung von Kumaran Pathmanathan als neuen Chef der LTTE gewettert und offen opponiert. Sivapalan Peimpanayagam gilt in Norwegen als außerordentlich reiche – und einflussreiche – Person .
Die srilankische Antiterror-Behörde hat unterdessen mit Untersuchungen begonnen, um herauszufinden, wie ein örtlicher Polizei-Oberkommissar, der in Verbindung mit terroristischen Aktivitäten stand und jetzt in Untersuchung-Haft ist, plötzlich vermögend werden konnte. Es wurde enthüllt, dass der Beamte jetzt pralle Konten besitze, welche er nicht besaß, als er vor acht Jahren als stellvertretender Kommissar der Polizei mit seinem Dienst begann. Der Oberkommissar soll auch mehrere Häuser und Autos sein eigen nennen.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondeten in Colombo am 18.August 2009
Colombo/Toronto – Eine Serie von Fotos, die ihn u.a. mit einer sowjetischen Schnellfeuerwaffe zeigen, könnte für den kanadisch-tamilischen Studenten Sathajhan Sarachandran eine Verurteilung zu lebenslänglicher Haft zur Folge haben.
Das amerikanische FBI hält die Fotos als Beweis, die US-Staatsanwaltschaft hat die Fotos im Vorfeld der Urteilsverkündung am 6. Oktober veröffentlicht. Auch der Mitangeklagte Nadarasa Yogarasa soll an diesem Tag verurteilt werden, auch ihn erwartet Lebenslänglich.
Außer der beiden erwarten drei weitere kanadisch-tamilischen Studenten auf Auslieferung und ihren Prozess in den USA wegen Verschwörung und Mitgliedschaft bei einer terroristischen Vereinigung. Zum Verhängnis wurde den jungen Männer der versuchte Kauf von Boden-Luft-Raketen im Auftrag der Liberation Tigers of Tamil Eelam, besser bekannt als LTTE.

Foto mit Folgen: eines der vom FBI veröffentlichten Fotos, die den 29jährige Sathajhan Sarachandran im Umfeld der LTTE zeigen - stolz hält er hier ein sowjetisches Schnellfeuergewehr in die Kamera
Der 29jährige Sathajhan Sarachandran, Student der Computerwissenschaften, hatte sich bereits in ersten Verhören schuldig bekannt. Bei seiner Festnahme – eine Zusammenarbeit zwischen Royal Canadian Mounted Police (RCMP) und dem amerikanischen Federal Bureau of Investigation (FBI) – fanden die Beamten in den Räumlichkeiten des ehemaligen Präsidenten der Canadian Tamil Students Association (kanadisch-tamilische Studenten Bewegung) umfangreiche Hinweise und Belege für seine engen Kontakte zur LTTE. „Wie es scheint, hat der junge Mann eine exklusive und umfangreiche Führung durch die militärischen Einrichtungen der LTTE auf Sri Lanka erhalten“, sagte einer der ermittelnden Beamten der RCMP.
Sarachandran, der sich „Santha“ nennt, gilt auch als kanadischer Ko-Ordinator der LTTE-Tarnorganisation Tamil Youth Organization, die auch in anderen Ländern tätig ist und als LTTE-Nachwuchsförderungs-Organisation gilt.
In mehreren abgehörten Gesprächen zwischen Sathajhan Sarachandran mit Gleichgesinnten, die der US-Staatsanwaltschaft vorliegen, berichtet „Santha“ wie leicht es doch sei, die eigenen Landsleute abzukassieren, um Gelder für die LTTE zu sammeln. Er macht sich auch über die Ahnungslosigkeit der Behörden und insbesondere der Strafverfolgung lustig.
Während eines konspirativen Treffens mit mutmasslichen Waffenhändler im Juli 2006 auf Long Island im US-Sttat New York wurde „Santha“ schließlich festgenommen.
Ein im Juli veröffentlichter Bericht eines kanadischen Geheimdienstes geht davon aus, dass allein in Kanada jährlich mindestens 12 Millionen Dollar von der tamilischen Diaspora zum Teil erpresst und für die LTTE gesammelt wurden. Kanada gilt damit als eine der Schlüsselpositionen im internationalen Geldwäschegeschäft der LTTE.
Nach einem ähnlichen Prozess in Kanada wurde dort bereits der Verein World Tamil Movement (WTM) als LTTE-Tarnorganisation entlarvt, ihre Konten eingefroren, die Organisation verboten.
Von unserem LTTEwatch Korrespondenten in Colombo vom 16. August 2009

LTTE-Chef "K.P." bietet Einblicke in das Terrornetzwerk der Tamil Tigers
Colombo – Der Staatssekretär des srilankischen Verteidigungs-Ministeriums Gotabhaya Rajapaksa hat „K.P.“ alias Kumar Pathmanathan, Nachfolger Prabhakarans und für den Waffenhandel der LTTE zuständig, mit einem Besuch überrascht. Rajapaksa, der Bruder des Präsidenten, besuchte „K.P.“ in seiner Zelle, wo er streng bewacht an einem geheimen Ort festgehalten wird.
Das Treffen dauerte über eine Stunde und geschah auf Initiative des Sekretärs des Verteidigungsministeriums. Es wird berichtet, dass sich „K.P.“ eine Menge wichtiger Informationen hinsichtlich des internationalen Netzwerks der LTTE und damit verbundene, wichtige Informationen habe entlocken lassen.
Auch einige hochrangige Spezialisten, die für das Verhör von „K.P.“ abgestellt worden sind, nahmen an diesem überraschendem Treffen teil. Einer Quelle zufolge, deren Name wir nicht nennen dürfen, gab “K.P.“ sehr brisante Informationen preis, die sich auf die internationale Unterstützung der LTTE beziehen, als er Fragen Gotabaya Rajapaksas beantwortete.
Laut unserer Quelle habe der Staatssekretär des Verteidigungsministeriums die befragenden Beamten angewiesen, auf welche Art und Weise sie die weiteren Vernehmungen durchführen sollen.
Unser Informant behauptet weiterhin, dass “K.P.“ laut der bisherigen Befragung Information enthüllt habe, wonach die LTTE in zehn Ländern Auslands-Bankkonten habe und dass es ausserdem über 160 Tarn-Firmen in der ganzen Welt gibt, welche von der so genannten „Ayannah-Gruppe“ innerhalb der LTTE geführt werden. Es gibt angeblich insgesamt 1582 Bankkonten im LTTE Besitz, die über Strohmänner geführt und verwaltet werden. Die Konten befinden sich angeblich in der Schweiz, Südafrika, Kanada, Australien, Thailand, Schweden, Frankreich, Großbritannien und in Deutschland. „K.P.“ hat mit über 40 international operierenden Waffenhändler Geschäfte abgewickelt. Außerdem gebe es 267 direkt mit der LTTE verbundene Tarn-Organisationen, die jährlich Spenden auf diese Konten überweisen würden.
„K.P.“ hat weiterhin die Namen zahlreicher Geschäftsleute, Diplomaten und internationaler Organisationen sowie iNGOs genannt, welche Verbindungen mit der LTTE hatten – und noch haben. Ein Oberstleutnant der srilankischen Streitkräfte ist in Folge der Aussagen bereits festgenommen worden. „K.P.“ bestätigte, dass er diesen Offizier in Malaysia getroffen und mit ihm gesprochen habe. Nun wird der Offizier dazu verhört.
Viele internationale Geheimdienste haben die srilankische Regierung um Erlaubnis gebeten, „K.P.“ alias Kumaran Padmanadan selbst zu befragen, der von den srilankischen Verteidigungsbehörden in einer geheimen Aktion vermutlich in Kuala Lumpur verhaftet worden war. In dieser Angelegenheit werden vier Mitglieder der indischen RAW (Geheimdienst) Anfang nächster Woche in Sri Lanka erwartet. Unsere Quelle besagt weiter, dass viele Länder, welche sich terroristischen Problemen gegenübersehen, und Länder, welche gegen den Terrorismus kämpfen, die Regierung um Erlaubnis gebeten haben, den verhafteten LTTE -Waffenagenten zu befragen. Darunter sind angeblich der russische KGB, das amerikanische FBI, der israelische Mossad, und der Staatsnachrichtendienst Chinas.

Die LTTE-Chefs der ersten Stunde: (v.l.n.r.) Prabhakaran, Balasingham und Shankar. Vor ihnen sitzend: "K.P."
Laut den angeblichen Aussagen von „K.P.“ hätten sowohl die CIA der USA, der MI6 der Briten als auch der Norwegische Nachrichtendienst ihn „geschützt“ – er habe mit deren Wissen gehandelt.
Nach Angaben von „K.P.“, hätten alle drei Nachrichtendienste lange gewusst, wo er sich versteckte hielt, aber sie hätten nie etwas dagegen getan, noch hätten sie Sri Lankas Regierung oder Interpol davon in Kenntnis gesetzt.
Vor einige Zeit ging eine irritierende Meldung um über ein angebliches Treffen zwischen „K.P.“ und einem in Colombo lebenden ausländischen Diplomat, der sogar nach Malaysia folg um „K.P.“ zu Treffen. Nach neusten Informationen hat „K.P.“ dieses Treffen jetzt bestätigt.
„K.P.“ hat seine Tarn-Firmen-Imperium seit 1983 aus dem indischen Madras heraus (jetzt Chennai – Anm. der LTTEwatch-Red.) systematisch aufgebaut; mit der Zeit verfügte er über 10 Schiffe und für seine Operationen; zahlreiche weitere Schiffe hatte er gemietet, die unter falschen Flaggen operierten. „K.P.“ scheint Waffen immer im „Großeinkauf“ besorgt zu haben. Die Schiffe wurden sowohl für den Waffen- als auch für den Drogentransport benutzt.
Erst durch die Versenkung dieser Flotte durch die srilankische Marine konnte der entscheidende Schlag gegen die LTTE ausgeführt werden, der schliesslich zur militärischen Niederlage mit dem Tode V. Prabhakarans Ende Mai führte.
Die befragenden Beamten konnten auch „K.P.“s Verbindung zum Kolumbianischen Drogen und Waffenkartell herstellen. Einige Schiffe transportierte ausschließlich Waffen aus EU-Ländern, darunter der Frachter „Golden Bird“, der zur Firma „Orient Shipping“ in Deutschland gehört und bei der „Hanseatic“ in Hamburg registriert war.
Es wird allgemein erwartet, dass „K.P.“s weitere Aussagen zu weiteren Festnahmen weltweit führen wird. Die Aussagen „K.P.“s dürften somit für große Unruhe in der weltweiten tamilischen Diaspora sorgen.
Von unserem LTTEwatch Korrespondenten in Colombo vom 13. August 2009
Colombo – Am vergangenen Montag ist es der Polizei in Colombos Vorort Mount Lavinia gelungen, zwei hochrangige LTTE-Kader festzunehmen – aufmerksame Anwohner hatten vom auffälligen Verhalten der beiden berichtet.
Nachdem die beiden verhört worden waren, eilte am Dienstag ein Sonderkommando der Sicherheitskräfte nach Mannar, um dort einen weißen Hi Ace Van sicher zu stellen – in dem Wagen entdeckten die Beamten 20 scharfe, jeweils 5 Kilo schwere Claymore-Antipersonen-Minen.
Vor Ort konnte die Polizei einen weiteren Verdächtigen festnehmen. Er war es schließlich auch, der die Sicherheitskräfte zu dem Bomben-Van brachte.
Es wird vermutet, dass der Bombenwagen in Mount Lavinia zur Explosion gebracht werden sollte. Die Menge des Sprengstoffes hätte eine gewaltige Detonation ausgelöst.
In Mullaittivu, östlich von Puthukkudiyiruppu, haben Sicherheitskräfte währenddessen weitere großen Mengen von Waffen und Munition sicherstellen können – darunter auch 1250 Kilo C4-Sprengstoff. Auch in anderen Orten des Wanni wurden wieder Waffen und Sprengstoff gefunden und sichergestellt, die flüchtige LTTE-Kader offenbar vergraben hatten.
Übersetzt aus der srilankischen Online-Zeitung „Sri Lanka Watch“ vom 11.August 2009

Shanaka Jayasekara
Viel wurde schon über die LTTE in den Medien geschrieben. Aber es gibt nur ein wenige, die wirklich kompetent sind, um über die wahre Natur des LTTE- Terrornetzwerkes zu sprechen. Prof. Rohan Gunaratna und Shanaka Jayasekara sind beide Akademiker und international bekannte Experten für den LTTE -Terrorismus. Beide bilden zukünftige Nachrichten-Agenten und Agenten für den Kampf gegen Terrorismus aus und möchten gern dazu beitragen, den Terrorismus in dieser Welt zu tilgen.
Die Redakteure von Sri Lanka Watch hat beide Experten über ihre Ansichten hinsichtlich des international operierenden LTTE-Netzwerkes und der Verhaftung ihres neuen Führers „K.P.“ interviewt. Vor zwei Tagen veröffentlichten wir das Interview mit Prof. Gunaratna. Heute veröffentlicht Sri Lanka Watch das zweite Interview mit Shanaka Jayasekara.
Der in Sri Lanka geborene Shanaka Jayasekara ist ein Dozent am Zentrum für Politik, Nachrichtendienste und Terrorismusbekämpfung (PICT) der Macquarie Universität in Sydney, Australien.
Er war der Direktor des Bereichs „politische Richtung“ im Sekretariat für die Koordination des Friedensprozesses (SCOPP) in Sri Lanka und nahm an sieben Runden von Friedensgesprächen mit der LTTE als Berater der srilankanischen Delegation von 2002 bis 2006 teil. Davor arbeitete er für die UNDP in Colombo. Shanaka hat ausführlich über das internationale Netzwerk der LTTE geforscht und hat hervorragende Kenntnisse über die internationalen Operationen der LTTE.
Frage: Wie sind Ihre Ansichten und wie ist Ihre Einschätzung der Festnahme von „K.P.“?
SJ: Ich möchte aus rechtlichen Gründen möchte die Ereignisse von 5. und 6. August lieber nicht kommentieren. Aber wir müssen verstehen, dass Selvarasa Pathmanathan (alias Kumaran Pathmanathan oder „K.P.“) der wichtigste Waffenliefererant der LTTE war. Er war der Architekt des Netzwerkes zur Beschaffung der fortschrittlichsten Waffen, die es je in irgendeiner Terrorgruppe gab. Es wird vermutet, dass „K.P.“ den C4-Sprengkörper für die Selbstmordweste lieferte, welche die Attentäterin Dhanu bei der Ermordung des indischen Premierministers Rajiv Gandhi im Mai 1991 erwarb. Ungefähr 1994 hat „K.P.“ angeblich eine Tarnorganisation in der Stadt Kharkow in der Ukraine aufgebaut und dort Waffen für die LTTE beschafft.
Ungefähr zwischen 1998 bis 2001 errichtete er eine Tarnfirma in Dubai namens „Otharad Cargo“, welche das Waffenverschiffen zur LTTE erleichterte. „K.P.“ kaufte zusammen mit einem in Großbritannien lebenden Aktivisten, der unter dem Pseudonym „Rajah Ananda“ bekannt ist, 11 Handelsschiffe, welche illegale Waffen zur LTTE liefern sollten. Geheimdienstberichte zeigen auf, dass „K.P.“ im Mai 2001 nach Kabul in Afghanistan über Karatschi einreiste, um die Taliban-Regierung dieser Zeit zu treffen. „K.P.“s letzte Operation war der Gebrauch von gefälschten Endbenutzer-Zertifikaten, um eine Waffenlieferung von einem Waffenhersteller in China im September 2003 zu erlangen.
Nach dem Tode Prabhakarans hatte die Pro-LTTE-Lobby der Diaspora noch verzweifelt versucht, „K.P.“s vergangene Taten vergessen zu lassen, um ihn als einen allseits akzeptablen LTTE-Führer darzustellen. Ihr Pech dabei ist, dass „K.P.“ ein international gesuchter Verbrecher auf der Flucht war, der tief in die Beschaffung der tödlichen Waffen der LTTE verwickelt ist.
Frage: Die Tamilen brauchten fast drei Jahrzehnte, um zu erkennen – wenn sie es denn wirklich erkannt haben – dass sie eine internationalen Schmugglergemeinschaft unterstützt haben. Denken Sie, dass die LTTE mit der Verhaftung von „K.P.“ nun auch global, als kriminelles Netzwerk zerstört ist?
SJ: Nach dem Tod von Velupillai Prabhakaran war die LTTE als eine konventionelle militärische Macht komplett dezimiert. Aber es ist wichtig, sich der Tatsache bewusst zu sein, dass die LTTE eine beträchtliche Menge Waffen und Munition bei ihrem Rückzug vergraben hat. Wenn die Sicherheitskräfte nicht all diese Waffen aufspüren und ausgraben können, dann besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass einige Elemente der LTTE-Kämpfer, wenn sie nach der Rehabilitierung und/oder Amnestie freigelassen werden, diese Waffen wieder hervorholen und sich in einer neuer, vernichtenden Gewalt versuchen.
Frage: Eine Informationsquelle besagt, dass die Behörden „K.P.“ aufspüren konnten, weil die Nachrichtendienste die Satellitentelefondetails seit dem Tod von Prabhakaran hatten und darum fähig waren, die Bewegungen von „K.P.“ aufzuspüren. Eine andere Möglichkeit ist der Machtkampf im „Inneren Kreis“ der LTTE. Könnte dieser zu dieser Verhaftung geführt haben?
SJ: Wie ich es zuvor schon sagte, ist es derzeit besser, die Ereignisse vom 5. bis 6. August nicht zu diskutieren.
Sri Lanka kann aus den Fehlern lernen, welche China mit dem Uigurenführer Rebiya Kadeer gemacht hatte. Während der Proteste in der Xinjian Provinz hat die chinesische Regierung Kadeer beschuldigt, Gewalt angestachelt zu haben. In der Tat hat die chinesische Regierung Rebiya Kadeer ins Rampenlicht gestellt und zu einer internationalen Gestalt gemacht. Sri Lanka sollte aus solchen Fehlern lernen und keinen Diaspora-Aktivist ungebührliche Prominenz zukommen lassen.
Frage: Die LTTE ist als terroristische Organisation in den USA verboten. Aber Rudrakumaran, der in New York lebt, operiert seit Jahren offen für die LTTE. Aber warum haben die amerikanische Regierung und die Antiterror-Behörden versagt oder waren unfähig, ihn wie jede andere Person, welche den Terrorismus auf amerikanischem Boden unterstützt, zur Rechenschaft zu ziehen?
SJ: Das LTTE-Netzwerk im Ausland operiert auf zwei Ebenen, auf der „Heimlichen Ebene“ und auf der „Offenen Ebene“. Aktivisten wie Rudrakumaran operieren hauptsächlich auf der offenen Ebene und üben Pflichten wie Öffentlichkeitsarbeit, politische Lobbyarbeit und Medienaktivität aus.
Die amerikanische Regierung hat die LTTE-Funktionäre, die auf der „Heimlichen“ Ebene des Netzwerks tätig waren, verfolgt. Einige Versuche von Waffenlieferungen wurden durchkreuzt und Funktionäre in Schlüsselstellung wurden verhaftet und strafrechtlich verfolgt. Die amerikanische Regierung hat uns sehr unterstützt und handelt, wenn es darauf ankommt
SLW: Wenn man sich auf eine Realität konzentrieren kann, welche die tamilische Diaspora beeinflusst hat – ist die LTTE das Racheinstrument gegen die Singhalesen geworden und hat Prabhakaran das bis zum Äußersten ausgenutzt?
SJ: Ich denke, dass die LTTE ihren Weg verloren hat. Sie waren nie wirklich an irgendeiner Form von politischer Einigung interessiert. Es ging allein um die Utopie eines separaten Staates und um nichts anderes. Die LTTE war eine Kultbewegung, welche den Traum von einem unabhängigen tamilischen Staat zu ihrem machte. Die Kultmitglieder fanden es anziehend, dass sie ihnen innerhalb der tamilischen Migrantengemeinschaft einen Pseudo-Status verschaffte. Wenn sie ein LTTE-Aktivist in einem fremden Land sind, wären sie dann dazu befähigt, ihre Muskeln spielen zu lassen, bekannt zu sein und Respekt von der Gemeinschaft einzufordern. Es war dieser Pseudo-Status, welcher an den Rand gedrängte tamilische Jugendliche ermutigte, sich an LTTE-Aktivitäten zu beteiligen.
Frage: Kumaran Pathmanathan alias „K.P.“ hat offenbar über die letzten drei Jahrzehnte auf eine Weise operiert, welche gut für illusionäre Dramaturgie in der Filmwelt ist. Andererseits hätte es besonders die im Ausland lebende tamilische Diaspora besser wissen sollen, dass „K.P.“ niemals als deren neuer Führer in der Realität erscheinen könnte, mit so einem kriminellen Hintergrund, wie dem seinen. Aber dennoch hat es „K.P.“ geschafft, dass er der Nachfolger von Prabhakaran wurde. Wie hat er dies geschafft? War die tamilische Diaspora so naiv und dumm zu glauben, dass der „Eelam Traum“ mit einem von Interpol gesuchten Mann erreicht werden könnte? Warum haben sie sich ausgerechnet an ihn gehängt?
SJ: Die LTTE hat eine bedeutende Menge an ausländischen Investitionen und Konten. Die Elemente, welche für das Fortsetzen der LTTE sind, sind nur daran interessiert, an diese Konten heranzukommen. Die inneren Probleme zwischen „K.P.“ und dem in Norwegen wohnenden Nediyavan basierten auf der Aufteilung des LTTE-Reichtums und deren Konten.
Frage: Wie viel von dem der LTTE gehörenden Reichtum wurde nach Ihrem Wissen von „K.P.“ kontrolliert und was wird mit all dem geschehen?
SJ: Die LTTE hat eine große Anzahl von Geschäftsaktivitäten im Ausland. Es ist nicht klar, wie viel von diesem Reichtum durch „K.P.“ kontrolliert wurde. Viel davon wurde direkt von Kilinochchi aus kontrolliert. Eine Person in Schlüsselstellung, welche die LTTE-Bankkonten kontrollierte, war eine Person mit dem Tarnnamen „Chandru“. Diese Person lebte in den Niederlanden.
Frage: CBI (der indische Geheimdienst – Anm. der LTTEwatch-Red.) hat schon die Hand gehoben, um „K.P.“ wegen dem Rajiv Gandhi Prozess befragen zu können, der seit 11 Jahren stattfindet. Einige, welche die Entwicklungen zwischen Indien und Sri Lanka in Hinblick auf LTTE -Aktivitäten beobachten, glauben, dass, wenn „K.P.“ zum Rajiv Gandhi-Prozess an Indien übergeben wird, er in ein paar Jahren wie beispielsweise Nalini ein freier Mann sein könnte. Was denken Sie? Sollte er übergeben werden? Oder was sollte getan werden?
SJ: Nach dem Auslieferungsgesetz liegt das Recht der ersten Strafverfolgung bei dem Land, welches den angeblichen Übeltäter in Gewahrsein hat. Es ist die Pflicht der srilankanischen Regierung, mit einer umfassenden Anklage zu erscheinen. Sri Lanka muss aus den Ereignissen in der Türkei in Hinblick auf den gefangenen PKK-Führer Abdullah Öcalan lernen und nicht zulassen, dass eine „K.P.“-Frage international als Druckmittel erscheint.
Es ist nicht Indien, um das ich mir Sorgen machen würde, in Anbetracht der vergangenen Berichte von Sri Lanka. Eine kleinliche Politik in Sri Lanka würde einer zukünftigen Regierung erlauben, alle hartgesottenen LTTE-Anhänger in einem politischen Dreh freizulassen. Können Sie sich daran erinnern, wie Rohana Wijeweera freigelassen wurde – und was danach passiert ist?
Frage: In den letzten Stadien der Wanni-Operationen nannte „K.P.“ in seinen Erklärungen die Diaspora „Eelam Tamilen“. Quellen in der tamilischen Diaspora sagen, dass er Demonstrationen in westlichen Hauptstädten wie London, Paris, Berlin, Toronto und Washington gegen die Regierung von Sri Lanka ermutigt und finanziell unterstützt hat. War das schon zu der Zeit ein Teil seines Plans, Nachfolger von Prabhakaran zu werden?
SJ: Ich denke, die Demonstrationen waren Teil des Unglaubens, der verständlichen Emotionen, die entstanden, als erkannt wurde, dass die angeblich unbesiegbare LTTE von den srilankanischen Sicherheitskräften radikal dezimiert wurde.
SLW: Ihrem Wissen nach: welche europäischen Länder hat „K.P.“ in der Vergangenheit besucht?
SJ: „K.P.“ lebte für einige Zeit in Schweden…
Frage: John Holms, der UN-Beamte, hat zugegeben, dass er vor einiger Zeit mit Hilfe von Erik Solheim in Kontakt mit „K.P.“ gewesen sei. War dies eine falsche Entscheidung, dass sie die LTTE ermutigte, die Leute, die sie zu der Zeit als Geiseln hielt, nicht freizulassen, da die LTTE hoffte, dass sie noch einmal entkommen könne, indem sie die UN reinlegt? Haben also die UN und die anderen Personen nicht irgendwie eine terroristische Vereinigung unterstützt?
SJ: Ohne mich auf irgendeine Person besonders zu beziehen, denke ich, dass es für jeden hochrangigen Beamten falsch war und ist, mit einem von Interpol als Verbrecher gesuchten Flüchtling Kontakt aufzunehmen.
Frage: Vor kurzem wurde ein Dossier über die konventionelle sowie die nicht-konventionelle militärische Fähigkeit der LTTE erstellt, welches auf den in der Kriegszone gefundenen Waffen basierte. Was sagt dies über die Lieferungen der LTTE aus?
SJ: Die der LTTE abgenommenen Waffen haben eine wertvolle Information über die Waffenmengen, welche terroristischen Gruppen zugänglich sind, geliefert. Die LTTE hatte Waffen aus verschiedenen Ländern erworben, aber sie hat auch Kenntnis darüber erlangt, wie die Ausrüstung untereinander funktioniert. Die LTTE hatte sich darauf konzentriert, die Kompatibilität zu gewährleisten, so dass sie diese Waffen effizient benutzen konnte. Die LTTE hat nicht nur Waffen von dem informellen Waffenmarkt erhalten, sie hat auch ausländische militärische Experten engagiert, um Training und Rat hinsichtlich der Handhabung der Waffen sowie deren Modernisierung zu liefern.
Frage: Was denken Sie, wie wird die unmittelbare Reaktion der Leute, die „K.P.“ gegenüber loyal sind, innerhalb des Auslandsnetzwerks der LTTE sein?
SJ: Dies ist eine sehr ernste Sorge. Viele von KPs Vertrauten sind frühere LTTE-Kämpfer mit militärischem Training und alles ist möglich. Ich denke, dass die Regierung Sri Lankas in Hinblick auf ihren diplomatischen Stab besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen muss, besonders in Ländern mit einer aktiven LTTE-Gegenwart. Die Regierung sollte Sicherheitsmaßnahmen aufbauen, um jeden Versuch von „K.P.“-Loyalisten zu verhindern, einen srilankischen Botschafter, einen Verteidigungsattaché oder ein anderes diplomatisches Stabsmitglied aus Rache oder als Vergeltungsmaßnahme zu kidnappen oder zu töten.
Übersetzt von der Online Seite der „Ade Derana TV“ vom 12. August 2009
Colombo – Sri Lankas früherer Außenminister und exzellenter Anwalt Lakshman Kadirgamar PC wurde am 12. August 2005 von seinem Mörder mit 4 Schüssen niedergestreckt. Nach einer außerordentlichen Karriere als ein Anwalt und internationaler Vertreter des Humanismus wurde er 1994 Außenminister von Sri Lanka unter Präsidentin Chandrika Bandaranaike Kumaratunga.
Er war Tamile und trotzte der Propaganda und den wirren Ideen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) auf vielen internationalen Foren. Er erreichte in dieser Position internationale Beachtung wegen seiner vehementen Ablehnung der LTTE – bekannt als Tamil Tiger – und seinen Anstrengungen, diese Organistion international zu verboten. Er diente bis 2001 und später noch einmal ab April 2004 bis zu seiner Ermordung im August 2005 in Wijerama Mawatha in Colombo, durch einen Heckenschützen der LTTE-Terroristen.
Kadirgamar wurde der Titel „Sri Lankabhimanya“ vom Staat für seine geleisteten Verdienste verliehen. Unter diesen Verdiensten zählt u.a. der Antrag an die UN, den heiligen Tag der Buddhisten, den Vesaktag, zu einem internationalen Feiertag zu machen.
Er wurde in Manipay, Jaffna, geboren und verbrachte seine frühe Kindheit im südlichen Teil der Insel. Er war ein Schüler des Trinity College, Kandy, und war Kapitän des ersten Kricket-Teams des College im Jahr 1950. Er nahm auch an Wettbewerben bei den athletischen Meisterschaften des College und in Rugby Teams teil.
Lakshman war der Bruder von S.J.C. Kadirgamar Jr., QC, des Konteradmirals Rajan Kadirgamar und des Colonels Bai Kadirgamar.
Kadirgamar studierte Jura an der Universität von Ceylon und graduierte mit einem Bachelor für Jura (LLB) (Ehren-)Abschluss 1953. Er war der beste Student in der Ersten Klasse bei den Zwischenexamina der Rechtsanwälte 1953. 1954 gewann er das Stipendium für den als ersten platzierten Kandidaten in der Ersten Klasse der Endexamina für Rechtsanwälte des Ceylon Jura-Colleges. Er bekam Preise für das Beweisgesetz und das Gesetz hinsichtlich von Personen und Eigentum. 1955 wurde er von der ceylonesischen Anwaltskammer zugelassen. Später bekam er am Balliol College, Oxford, seinen Magistergrad für Literatur. Kadirgamar wurde wie einige andere Srilanker ausgewählt, um als Präsident der Oxford Union zu dienen.
Obwohl er davor niemals aktiv in der Politik engagiert war und noch nicht einmal eine Rede auf einer politischen Versammlung gehalten hatte, wurde er 1994 als Parlamentsmitglied der nationalen Liste der Volksallianz (PA) für die Allgemeinen Wahlen gewählt. Nach dem Sieg der PA wurde er in der Regierung von Präsidentin Chandrika Bandaranaike Kumaratunga zum Außenminister ernannt. Nach der Niederlage der Regierung 2001 wurde er Sonderberater für auswärtige Angelegenheiten beim Präsidenten. Obwohl er ein Tamile war, unterstützte er stark die Politik der Bandaranaike-Regierung, nicht mit den Tamil Tiger im nördlichen Sri Lanka zu verhandeln. Er hatte auch die norwegischen Vermittler in der Zeit von 2001 bis 2004 kritisiert und als erster behauptet, dass sie den Tamil Tigern zu viel Sympathie entgegen brachten.
Nach dem Sieg der Vereinten Volksfreiheits-Allianz (UPFA) am 2. April 2004 bei den srilankanischen Legislativ-Wahlen wurde er als Kandidat zum Amt des Premierministers von Sri Lanka erwähnt, aber am 6. April ernannte Präsident Kumaratunga Mahinda Rajapaksa für diesen Posten. Jedoch wurde er vier Tage später wieder Außenminister im neuen Kabinett.
Bei einem BBC Interview wurde er gefragt, ob er ein Verräter des tamilischen Volkes sei, da er ein Minister in einer von Singhalesen dominierten Regierung wäre. Er anwortete: „Leute, welche in Sri Lanka leben, sind zuerst und an erster Stelle Srilanker. Erst dann haben wir unsere Rasse und Religion, und das ist etwas, das uns bei der Geburt gegeben wurde. Wir müssen in Sri Lanka als Srilanker leben und alle Rassen und Religionen tolerieren.
Lakshman Kadirgamar war auch für seinen kämpferischen und frischen Geist bekannt. Als Shane Warne Australiens Entscheidung, während des Kricket Welt Cups im Jahre 1996 wegen der terroristischen Bedrohung nicht in Colombo zu spielen, rechtfertigte, indem er sagte, dass er von einem Bombenattentäter, der mit einem Auto käme, ins Visier genommen werden könnte, während er beim Einkaufen war, wird berichtet, dass Kadirgamar gesagt hatte: „Einkaufen ist für Weicheier.“
Kadirgamar kommentierte später so: „Es gab in Australien einen Proteststurm. Ein Fernsehinterviewer fragte mich, ob ich je Kricket gespielt hätte. Ich sagte, dass ich es gespielt hätte, bevor er geboren war – ohne Helm und Schienbein-Schützer, mit Draht-Gesichtsmasken, welche voller Löcher und Steine waren, und dass ich genügend gebrochene Knochen vorweisen könnte. Mein Freund, der australische Außenminister, wurde in den Streit hineingezogen. Er rief mich an. Wir versuchten, alles sich beruhigen zu lassen… Als die ganze Episode vorbei war, sandte ich meinem australischen Amtskollegen einen Blumenstrauß. Blumen sind auch für Weicheier…“
Am 12. August 2005, wurde Kadirgamar gegen 23 Uhr von einem Heckenschützen der LTTE in Colombo erschossen, als er in seiner privaten Residenz aus dem Swimmingpool kam. Frühe Berichte weisen darauf hin, dass er zweimal in den Kopf, einmal in das Genick und einmal in den Körper getroffen wurde. Er wurde ins National-Krankenhaus gebracht, wo er schließlich für tot erklärt wurde.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten aus Colombo vom 9. August 2009
Dehli - Newsxlive hat ein ausführliches interview mit dem srilankischen Präsidenten Mahinda Rajapaksa geführt. Der scheint sichtlich zufriedenen Präsident direkt nach der Festnahme von “K.P.”; er äußert sich u.a. über seine Vorstellungen der Zukunft Sri Lankas – und schließt dabei ein föderalistische Lösung kategorisch aus.
Der Präsident sagt, dass die Verhaftung von Kumaran Pathmanathan, der auch als “K.P”. bekannt ist, nicht nur für Sri Lanka sehr wichtig ist, sondern auch für viele andere Nationen, denn “K.P.” werde enthüllen, wie es der LTTE gelang, eine große Anzahl moderner Waffen aus dem Ausland zu besorgen, sei es mit Hilfe der tamilischen Diaspora oder mittels anderer Quellen.
In dem Interview mit dem indischen TV-Sender “News X” sagte der Präsident, dass die internationale Gemeinschaft jetzt Sri Lanka helfen müsse, gegen den internationalen Finanzierungsarm der LTTE mit der gebotenen Härte vorzugehen. “Der Terrorismus ist nicht nur ein Problem für Sri Lanka. Es ist ein Problem der ganzen Welt. All diese Länder, welche in der Vergangenheit über Terrorismus gesprochen haben, müssen zusammenkommen und dies jetzt stoppen.”
Über die LTTE sagt er: “Prabhakaran war größenwahnsinnig – und seine Fantasien galten nicht nur Sri Lanka“.
Der Präsident besagt weiter, dass es in der Verantwortung aller Länder liege, den Terrorismus zu bekämpfen, sei es nach dem “Rajapaksa Modell”, dem “Bush Modell” oder irgendeinem anderen. Er fügte hinzu, dass der Terrorismus ein für alle aus von dieser Welt getilgt werden müsse.
Er sagte auch, dass die LTTE immer noch in einigen Ländern, besonders in Europa, sehr aktiv sei.
In dem Interview wiederholt der Präsident, dass die politische Lösung der Tamilenfrage in Sri Lanka eine heimatgewachsene Lösung sein müsse; eine, die von allen im Lande akzeptiert werden müsse, weil die Menschen im Lande damit leben müssen. Eine Lösung von außen werde nicht funktionieren.
“Eine Abgabe von staatlicher Macht könnte eingeleitet werden. Wir haben das in unserer Verfassung bereits verankert. Wir möchten eine neue Kammer einführen (13. Zusatzartikel plus), um die legislative Macht mit den Minderheiten und den Provinzen zu teilen. Föderalismus aber wird in Sri Lanka abgelehnt. Wir sprechen nicht über Föderalismus.”
Rajapaksa sage auch, dass Sri Lanka sich auf fremde Länder stützen müsse, sei es China oder Pakistan, um das Land zu entwickeln, und dies trotz wiederholter Sorgen, welche von der indischen Regierung formuliert werden.
Das 3-teilige Video finden Sie auf der Video-Seite von LTTEwatch.
Übersetzt von der Online-Zeitung ‘Sri Lanka Watch‘ vom 9. August 2009
Der gebürtige Srilanker Professor Dr. Rohan Gunaratna ist ein allseits anerkannter Terrorismus-Experte. Er hat mehrere Bücher zu diesem Thema geschrieben. Zwei seiner Bestseller sind „Inside Al Qaeda: Global Network of Terror“ und „Sri Lanka – A lost Revolution“ ( A detailed account of the JVP).
Prof. Gunaratna leitet das International Centre for Political Violence and Terrorism Research (ICPVTR) an der Nanyang Technological University in Singapur. Dies ist eines der weltweit größten Zentren für Forschung und Ausbildung in Terrorismus Bekämpfung, in dem selbst westliche Geheimdienstler ausgebildet werden.
Frage: Wie wurde Kumaran Pathmanathan alias „K.P.s“ Verhaftung gehandhabt undwarum ging das erfolgreich von statten?
Antwort: Führungskraft ist die wichtigste Zutat bei dem erfolgreichen Kampf gegen den Terrorismus. Dem folgt der Geheimdienst, welcher die Speerspitze des Konter-Terrorismus ist und in diesem Fall folgen die nationale Sicherheit und Zusammenarbeit des Nachrichtendienstes. „K.P.s“ Verhaftung wurde geschickt vom Staatssekretär des Verteidigungsministeriums von Sri Lanka, Gotabhaya Rajapaksa, geleitet, einem sehr entschlossenen und sehr hingebungsvollen Führer an der Spitze der srilankischen Sicherheit und des Verteidigungsapparates. Sogar vor der Tötung von Prabhakaran, war „K.P.“ als neuer Führer der LTTE ernannt worden – da hatte Sekretär Rajapaksa eine sehr diskrete Operation eingeleitet, um die Grundlage für die Kooperation und Zusammenarbeit mit den malaysischen und thailändischen Gegenstücken zu legen. Thailand, Malaysia, Norwegen, Indien und jedes andere Land, in dem“K.P.“ operierte und deren Souveränität er verletzte, indem er Spendengelder sammeln ließ und weiterbewegte, Waffen und andere Einrichtungen, mit denen man Menschen töten kann, aufspürte, sollte dieser Gruppe sehr hingebungsvoller Spezialisten dankbar sein, die „K.P.“ überwachten, aufspürten und schließlich in Haft nahmen.
„K.P.“ befähigte die LTTE, sich als die gefährlichste terroristische Gruppe der Welt zu etablieren. „K.P.“ lieferte die von der LTTE gebrauchten Sprengmittel, um 1991 die erste Selbstmordbomberjacke zu bauen. Diese Technologie wurden von zwei Dutzend anderer terroristischer Gruppen in der ganzen Welt kopiert. Das von“K.P.“ aufgebaute Netzwerk ermöglichte es der LTTE, Rajiv Gandhi zu ermorden, einen früheren Ministerpräsidenten von Indien. In ähnlicher Weise haben 50 Tonnen TNT und 10 Tonnen RDY (Plastiksprengstoff), die „K.P.“ von der Rubezone Chemiefabrik in der Ukraine 1994 gekauft hatte, Tausende von Zivilisten und Soldaten getötet. Keine terroristische Gruppe in der Geschichte hat jemals so eine große Menge Sprengstoff gekauft und sie so skrupellos eingesetzt.
Als „K.P.“ jetzt gefangen genommen wurde, war er der Anführer der LTTE. Prabhakaran selbst hatte „K.P.“ für das Zentralkomitee der LTTE ernannt und ihn zum Sekretär der Abteilung für Internationale Angelegenheiten der LTTE gemacht. Für fast drei Jahrzehnte war „K.P.“ das de facto – und jetzt de jure – Oberhaupt des internationalen Netzwerkes der LTTE gewesen. Nach dem Tod von Prabhakaran und der Kern-Führungsriege im Mai 2009 tauchte „K.P.“ als sein Nachfolger auf. „K.P.“ zu fangen war Sri Lankas erste nationale Sicherheitspriorität. Sri Lanka gelang dies erfolgreich in Zusammenarbeit mit seinen Partnern dank einer sehr hingebungsvollen und pflichtbewussten Gruppe von Anführern, denen Sekretär Rajapaksa vorstand.
Frage: Wer ist dieser „K.P.“ eigentlich?
Antwort: Tharmalingam Shanmugam Kumaran alias Kumaran Pathmanathan wurde am 6. April 1955 in Jaffna im nördlichen Sri Lanka geboren und wurde innerhalb der LTTE als „K.P.“ bekannt. Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts besuchte er die Jaffna-Universität. „K.P.“ entwickelte eine enge Beziehung zu LTTE-Führer Velupillai Prabhakaran. Seit Indiens ausländischer Nachrichtendienst – der Forschungs- und Analyseflügel (RAW) – von August 1983 bis Juli 1987 die LTTE unterstützte, genoss „K.P.“ die Immunität der Regierung von Indien. Indische Nachrichtendienstbeamte erleichterten seine Aktivitäten nicht nur in Indien, sondern auch im Ausland. Indiens ursprüngliche Unterstützung der LTTE gab „K.P.“ den Anstoß zum Aufbau eines effizienten, anspochsvollen Netzwerks in kürzester Zeit.
Da die LTTE eine bekannte terroristische Gruppe war, operierte „K.P.“ unter einem Dutzend Pseudonymen. Er gebrauchte auch viele Pässe, einschließlich srilankischer, indischer, schweizerischer, malaysischer und ägyptischer. Seit den frühen 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts operierte „K.P.“ von Indien aus, von Madras und Bombay, Malaysia, dort von Penang und Kuala Lumpuraus sowie von Thailand – dort von Bangkok und Chiang Mai aus. Er besuchte auch die USA, Europa und den Mittleren Osten, um Waffen und Technologien zu erwerben. Da die LTTE eine sehr bekannte terroristische Gruppe ist, operierte „K.P.“ durch drei Dutzend LTTE -Tarnorganisationen und sympathisierende Organisationen.
Frage: In einem Ihrer früheren Interviews in der srilankischen Presse stellten Sie fest: “So lange KP lebt, gibt es keinen Frieden in Sri Lanka.” Glauben Sie, dass mit dieser Verhaftung die LTTE global vernichtet ist und Sri Lanka mim emdlich auf Frieden hoffen kann?
Antwort: Die LTTE wurde militärisch besiegt, aber sie hält eine effiziente. durchaus ansprochvolle Infrastruktur im Ausland für Propaganda, Spendensammlung, Lieferung und Verschiffung aufrecht – besonders im Westen. Die LTTE hat Büros und Zellen in ungefähr 60 Ländern. Ungefähr eine Million srilankischer Tamilen leben im Ausland. Dies erlaubte der LTTE, eine bedeutsame ausländische Position zu errichten. Ein Vierteljahrhundert lang sammelte die LTTE Spendengelder, lieferte Nachschub und transportierte ihn nach Sri Lanka, um die Gewalt-Kampagne der LTTE zu unterstützen. Der zwilichtige Anführer, welcher für den Aufbau des heimatlichen Netzwerkes verantwortlich ist, ist Kumaran Pathmanathan der im Mai 2009 als der neue Führer der LTTE ernannt wurde.
„K.P.“ war der wichtigste Förderer und Macherer, der die LTTE zu eine der gefährlichsten terroristischen Gruppen der Welt wandelte. Obwohl „K.P.“ keine öffentliche Gestalt ist, war der den internationalen Sicherheits- und Nachrichtendiensten sowohl im Osten als auch im Westen wohl bekannt. Er wurde wegen Verbrechen in verschiedenen Ländern – einschließlich Indien, Malaysia und Sri Lanka – gesucht. „K.P.“ war für die weltweite arbeitenden Sicherheitsdienste von Interesse. Um die Dienste einer Reihe von Beamten und Zivilisten zu erlangen, bestach „K.P.“ Regierungsbeamte und bezahlte für andere Dienste. In der Welt der Nachrichtendienste hatte sich „K.P.“ mindestens den gleichen schlechten Ruf erworben wie Khalid Sheikh Mohammed, der Anführer der Al-Quaida Operation vom 11. September.
Die Festsetzung von „K.P.“ sollte erst der Anfang eines Plans sein, den Sri Lanka entwickeln sollte, um das ganze LTTE Netzwerk – von New Zealand bis Eritrea und Kanada – zu Grunde zu richten. Sri Lanka wird sich in den kommenden Jahren vielen Herausforderungen gegenüber sehen. Trotzdem zeigen die Ereignisse der letzten dreißig Jahre, dass Sri Lanka eine widerstandsfähige Nation ist. Sogar wenn zehn Organisationen wie die LTTE auftauchen, werden wir gute Führer haben und die Regierung wird fähig sein, die Bedrohung zu neutralisieren. Obwohl die LTTE in Sri Lanka tot und „K.P.“ nun in Haft ist, wird es auch weiter erhebliche Anstrengungen geben, das riesigen ausländischen LTTE-Netzwerkes daran zu hindern, die Gewalt wieder auf leben zu lassen.
So lange es noch Unterstützung für die LTTE im Ausland gibt, wird Sri Lanka bedroht sein. Um mit diesen Bedrohungen fertig zu werden, ist es für Sri Lanka von höchster Wichtigkeit, einen mächtigen externen Sicherheits- und Nachrichtendienst und eine gegen Propaganda gerichtete Organisation innerhalb des Außenministeriums von Sri Lanka aufzubauen. Wenn zukünftige Regierungen die besten Geister rekrutieren und ausbilden, werden sie fähig sein, Bedrohungen zu erkennen und sie zu neutralisieren, bevor sie offenkundig werden. Obwohl „K.P.“ in Haft ist, wird Sri Lanka auch seine Kapazität ausbauen müssen, um auf ausländische Entwicklungen zu antworten. Der Kampf gegen den Terrorismus – sowohl daheim als auch im Ausland – endet niemals.
Frage: Es wird gesagt, dass die Verhaftung nach Information, die man aus dem “inneren Kreis” der neuen LTTE Führungsriege empfangen hat, erfolgreich war. Einige andere Informationsquellen sagen, dass die Behörden „K.P.“ aufspüren konnten, weil die Spione seit dem Tod von Prabhakaran Satellitentelefon-Daten besaßen. Deswegen waren sie fähig, seine Bewegungen aufzuspüren. Was wissen Sie über darüber?
Antwort:“K.P.“ war seit 1984 Ziel der internationalen Nachrichtendienst-Gemeinschaft, als er nämlich das erste LTTE-Schiff Cholan kaufte. Nachdem die IPKF die LTTE bekämpfte, waren die indischen Dienste hinter ihm her, und nachdem Rajiv Gandhi getötet worden war, wollte ihn die indische RAW töten. Aber die meisten Regierungen, einschließlich die von Sri Lanka, hatten nicht genug anhaltendes Interesse und Hingabe – bis Gotabhaya Rajapaksa vor drei Jahren zum Sekretär des Verteidigungsministeriums ernannt wurde. Nachdem die LTTE besonders nach der Tötung von Prabhakaran geschwächt war, hatte der Zufluss von ausländischen Nachrichtenbeamten von Regierungen in der ganzen Welt zugenommen. Jene, die gegen „K.P.“ waren, aber immer noch in der LTTE sind, gaben den entscheidenden Tipp.Er wurde von den eigenen Leuten verraten.
Frage: Was können Sie uns über den geheimen internen Zwist zwischen „K.P.“ und Rudrakumaran aus New York nach dem Tod von Prabhakaran wegen der Führung des Exil-LTTE-Netzwerks und der Kontrolle deren Vermögens sagen. Könnte das zu dieser Verhaftung geführt haben?
Antwort.: Es gibt schwere interne Kämpfe zwischen verschiedenen heftig streitenden Fraktionen der LTTE. Einige haben mit Regierungen im Ausland zusammengearbeitet und sogar mit der srilankischen Regierung. Es gibt eine Menge Arbeit, die im Ausland getan werden muss. Viele andere Führer der LTTE, wie z.B. V. Rudrakumaran und seine Verbündeten, werden gegenwärtig untersucht, weil sie die LTTE unterstützen, eine verbotene und als ‘terroristisch’ bezeichnete Gruppe. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die USA viele Führer der LTTE, die in den USA leben oder innerhalb des amerikanischen Netzwerkes arbeiten, jetzt verhaften werden.
Frage: Wieviel über „K.P.“ weiß die tamilische Diaspora, oder war sie von den „Waffenschiber-Milliardär aus der Unterwelt“ so geblendet und schaute so verzweifelt zu ihm auf als einem politischen James Bond?
Antwort.: „K.P.“ war nur jenen bekannt, welche die LTTE innerhalb der tamilischen Diaspora unterstützten. Weniger als 20 % der srilankanischen Tamilen und jener von srilankischem Ursprung haben den LTTE unterstützt. Obwohl es die LTTE versuchte, populär zu machen, dass die LTTE die Unterstützung der tamilischen Gemeinschaft in der ganzen Welt hatte, ist es schlicht nicht wahr. Gewiss war „K.P.“ der Liebling des LTTE Netzwerkes im Ausland. „K.P.“ war bereit, Risiken auf sich zu nehmen und lange zu arbeiten. Er gewann das Vertrauen von Prabhakaran und dessen Familie, genauso wie das von anderen LTTE Führern.
Als Prabhakaran seine Frau Madhivadhani in Madras heiratete, saß „K.P.“ neben Prabhakaran. Am Anfang mietete die LTTE Schiffe, aber nachdem die Gruppe dabei betrogen worden war, wurde „K.P.“ der Aufbau der eigenen Schiffsflotte der LTTE anvertraut. „K.P.“ ernannte und überwachte srilankische Tamilen, welche freiwillig als LTTE-Buchhalter und -Banker dienten, als -Lieferungsoffiziere, -Schiffskapitäne und -Mannschaft. Die Schiffe, die“K.P.“ handhabte, transportierten am Anfang Waffen in indische Gewässer, und danach in srilankische Gewässer. Die LTTE gebrauchte Trawler und transportierte Waffen und damit zusammenhängende Technologien an Land. Um die Operation in den Griff zu kriegen, reiste „K.P.“ oft weltweit und baute ein Finanz-, Beschaffungs- und Verschiffungsnetzwerk auf.
Ein paar ‘professionelle’ Tamilen in Washington, D.C., Maryland, und New York besuchten wegen „K.P.“ Waffenausstellungen. KP war so tollkühn, dass er sogar die USA besuchte, um Waffen zu beschaffen.“K.P.“ ist ein Meister der Verkleidung und Fälschung und konnte der Aufmerksamkeit der Exekutive und der Sicherheits- und Nachrichtendienste stets entkommen. Ein früherer Buchhalter der LTTE sagte, dass, wann immer er „K.P.“ an einem Flughafen traf, „K.P.“ ihn erkannte – und nicht umgekehrt. „K.P.“ war der James Bond der LTTE, aber seit er verhaftet worden ist, versucht er, mit der Regierung von Sri Lanka zu verhandeln.
Frage: Was wird mit dem ganzen Reichtum der LTTE im Ausland geschehen?
Antwort: Die Regierung von SriLanka hat eine Finanzielle Spionageeinheit in der Zentralbank. Sie ist mit einem sehr hingebungsvollen Personal ausgestattet, welches Listen von denen hat, welche zur LTTE beitrugen. Sie müssen zwischen jenen, die freiwillig Geld gaben, und jenen, die gezwungen wurden, der LTTE Geld zu geben, unterscheiden. Das ist die größte Herausforderung.
Frage: Was ist mit Pottu Amman passiert? Es ist immer noch nicht klar, was mit ihm passiert ist. Lebt er noch? Wenn ja, wo könnte er sein? In Deutschland? (Seine Verwandten sind in Bremen)
Antwort: Nachrichtendienst-Berichte zeigen, dass Pottu, welcher die Gandhi-Tötung und verschiedene andere sehr wichtige Tötungen einleitete, Selbstmord begangen hat. Zuvor hat er seiner eigenen Frau in den Kopf geschossen. Beide seiner Söhne, welche LTTE-Mitglieder waren, wurden getötet. Jene, die Waffen aufnehmen und Zivilisten töten, werden früher oder später mit Gewalt konfrontiert werden. Dies ist eine Lektion der Geschichte.
Frage: Denken Sie, dass Gotabhaya Rajapaksa für die Interessen der westlichen Welt ein Schreckgespenst geworden ist? In der westlichen Welt blüht der Waffenhandel und sie möchte auch sicher stellen, dass die Dritte Welt keine Zugänge zum landwirtschaftlichen und industriellen Fortschritt schafft, welche den Westen bedrohen könnten.
Antwort: Sekretär Rajapaksa ist ein Mann, welcher den Osten wie auch den Westen kennt. Er weiß auch, dass Sri Lanka ein sehr kleines Land ist und seine Limitierungen hat. Er ist sich sehr bewusst, dass der Westen begrenzte Unterstützung leisten könnte, weil die LTTE in die tamilischen Gemeinschaftsorganisationen eingedrungen ist und verfassungs- und wahlmäßig Druck auf westliche Politiker ausgeübt hat. Seit die LTTE vernichtet wurde, arbeitet er daran, die Beziehungen wieder aufzubauen, welche als ein Rest eines zeitweiligen Missverständnisses zwischen ein paar Anführern in Europa und Colombo gelitten haben.
Obwohl sich das Epizentrum der globalen Macht nach Asien verschoben hat, ist der Westen noch – und wird es in dem nächsten Jahrzehnt bleiben – die wichtigste Zone der globalen politischen, militärischen und ökonomischen Aktivität. Sekretär Rajapaksa ist ein Mann, der klar denken kann. Er versteht, dass alle zehn Finger verschieden sind, aber um den Ball fangen zu können, braucht er alle Finger. Er arbeitet mit jedem, einschließlich den Europäern und Amerikanern.
Frage: Wo haben hier die britischen und französischen Regierungen gefehlt? Wir ignorieren alle Schweden, weil dessen Führer sich als Tiger Unterstützer zeigten, und Norwegen war sogar noch schlimmer…
Antwort: Europa, welches große Migrantenbevölkerungen aus Konfliktzonen aufgenommen hat, ist für verschiedene terroristische Gruppen ein sicherer Hafen geworden. Europa ist wie ein Zoo, in dem man die Hisbollah, die Hamas, Al-Quaida, die PKK und auch die LTTE finden kann. Die Europäer lernen langsam dazu – nach den Bombardierungen in Madrid und London. Sie müssen ihr Gesetz überdenken und eine robuste Gesetzgebung in Gang setzen, damit die Aktivität zur Unterstützung von ausländischen Terroristen verhindert wird. Europa darf sich keine doppelte Moral leisten.
Frage: In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts konzentrierte sich die LTTE auf Ausbildungszentren, um ihre Kader und Unterstützer heranzuziehen. Sie gebrauchte die gleiche Methode in der ganzen Diaspora im Ausland mit einer emotionalen Politik. Exilierte LTTE-Führer konzentrierten sich auf die tamilische Diaspora und besonders auf die zweite Generation von jungen Leuten in Schulen, Universitäten usw. um sie emotional in die LTTE-Politik hineinzuziehen. Einige noch nicht einmal Sri Lanka besucht! Was ist jetzt mit der tamilischen Diaspora, jetzt, da „K.P.“ in Haft genommen wurde?
Antwort: Tamilische Führer sowohl daheim als auch im Ausland müssen die Kontrolle über ihr Volk übernehmen und beginnen, sie von dem Wahnsinn von Prabhakaran wegzuführen. Die ganze Welt wird globalisiert und das bedeutet, dass jeder fähig sein sollte, überall zu leben und mit verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen zusammen. Wir müssen alle tolerant und gemäßigt sein. Prabhakaran war ein Dinosaurier – er hat sich nicht an die Welt des 21. Jahrhunderts angepasst. Jetzt ist auch „K.P.“ irrelevant. Nach Prabhakaran war „K.P.“ der größten Menschenrechtsverletzer Sri Lankas. Wie bei den Nürnberger Prozessen sollte „K.P.“ wegen seiner Verbrechen angeklagt und vor ein Sondergericht in Sri Lanka gestellt werden. Dort soll er die angemessene Strafe, die er verdient, erhalten.
Frage: Wenn man sich eine Realität ansieht, welche Eindruck auf die tamilische Diaspora gemacht hat, ist dann die LTTE die Rächerin gegenüber den Singhalesen geworden und hat sie Prabhakaran ganz und gar ausgebeutet?
Antwort: Wie Osama bin Laden oder Abdullah Öcalan war Prabhakaran ein gewaltbereiter Politiker, der versuchte zu verstehen, dass er für eine Sache kämpfte. Nachdem er die srilankischen Gemeinschaften geteilt hatte, brauchte Prabhakaran mehr Leiden über die unschuldigen Tamilen und andere, als jeder andere Führer in Sri Lanka zuvor. Alle Srilanker sollten zusammenarbeiten, um sicher zu stellen, dass kein zukünftiger Prabhakaran auftauchen kann. Wir müssen Mechanismen dort einsetzen, wo es keinen Raum für Hass oder Diskriminierung gibt. Sowohl die Regierung als auch die Gemeinschaftsführer – besonders die tamilischen Führer – müssen nach vorne treten, um die zerbrochenen Brücken wieder aufzubauen und die 2000 Jahre der historischen Freundschaft zwischen den Singhalesen und den Tamilen wieder zu stärken.
Übersetzt von der kanadische Online-Blog „DSBJeyaraj.com“ vom 7. August 2009
Von D.B.S. Jeyaraj
Selvarasah Pathmanathan alias “KP” alias Kumaran Pathmanathan wurde am Mittwoch, 5. August, in Malaysien ergriffen und bereits am Donnerstag, den 6. August nach Sri Lanka gebracht.
In seiner Eigenschaft als Generalsekretär der neu strukturierten Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) war er der globale Tiger-Chef.
KP hielt sich in Kuala Lumpur in Malaysien, auf, als er verhaftet wurde.
Pathmanathan hatte sich am Nachmittag des 5. August 09 mit zwei Besuchern aus London, England, in einem Hotelraum in Kuala Lumpur getroffen.
Er hatte auf seinem Handy einen Anruf erhalten. „K.P.“ hatte dann seinen Besuchern signalisiert, dass er auf den Korridor hinausgehen würde, und war handy-telefonierend hinausgegangen. Er kehrte lange nicht zurück und als dann die besorgten Besucher aus Großbritannien hinausgingen, um ihn zu suchen, gab es keinerlei Anzeichen von dem Tiger-Chef.
In der Zwischenzeit hatte der Freund, der mit „K.P.“ am Handy sprach, plötzlichen einen dumpfen Schlag gehört, sowie einigen Lärm, während er sprach. Das Handy wurde ausgeschaltet und wiederholte Anrufe blieben erfolglos. Der Freund alarmierte dann einige Assistenten von „K.P.“ in Malaysien, die sich auf die Suche nach ihm an den Ort begaben, wo er in Kuala Lumpur wohnte. Der Ort war leer, aber „K.P.“s Insulin, Spritzen und andere medizinischen Artikel waren noch da.
Die Besucher aus London wurden ebenfalls alarmiert und nahmen Kontakt mit Kreisen auf, die „K.P.“ nahe standen.
In der Zwischenzeit war der in Malaysia ergriffene Terrorrist nach Bangkok in Thailand gebracht worden.
Die srilankischen Behörden wurden informiert und ein Team TID (Terrorbekämpfung) flog in den frühen Morgenstunden des Donnerstag, 6. August, nach Bangkok.
Noch am selben Tag kehrte das Team mit Pathmanathan alias „K.P. „ an Bord eines Sonderfluges zurück. Als „K.P.“ auf dem Katunayake Flughafen aus dem Flugzeug stieg, trug er Handschellen und eine Maske, die sein Gesicht verbarg. In einem Fahrzeug mit verdunkelten Scheiben wurde er eiligst an einen geheimen Hochsicherheitsort der Untersuchungsabteilung für Terrorismus gebracht. „K.P.“ soll dort intensiv von srilankischen Anti-Terror Spezialisten befragt werden.
Man geht weitgehend davon aus, dass die Verhaftung durch Insider-Information ermöglicht wurde, die von einigen Mitgliedern der LTTE im Ausland geliefert wurde, die dagegen waren, dass sich „K.P.“ nach dem Tod des Chefs Velupillai Prabhakaran die Krone des Tiger-Chefs aufsetzte.
„K.P.“ war einst der Top Waffenlieferant für die LTTE und stand einer Tiger-Division vor, welche als Übersee-Handelsabteilung oder einfach „K.P.“ -Abteilung bekannt war.
Er zog sich 2003 freiwillig zurück und heiratete eine Thailänderin.
Im Januar diesen Jahres wurde „K.P.“ zum internationalen Verbindungschef der LTTE ernannt. Als das höchste und altgedienteste noch lebende LTTE-Mitglied, übernahm „K.P.“ nach Prabhakarans Tod die Führung der Tiger.
Dem stellte sich vehement eine Gruppe der Tiger innerhalb der Diaspora entgegen, die von Perinbanayagam Sivaparan alias Nediyavan angeführt wurde.
Nach längeren Gesprächen kam es zu einer Übereinkunft. „K.P.“ übernahm die Kontrolle der LTTE als „Thalaimai Seyalar“ oder Chefsekretär/General-Sekretär.
Eine geheimnisvolle Clique von einflussreichen LTTE und pro-LTTE Mitgliedern im Ausland stellte sich weiterhin gegen „K.P.“ s Führung und begann mit verschwörerischen Aktivitäten, um die Übereinkunft zu sabotieren.
Die Hardliner der LTTE waren enttäuscht von „K.P.“ s öffentlicher Anerkennung des Todes von Prabhakaran, und ebenso von seiner Ankündigung, dass der bewaffnete Kampf beendet sei.
Es wird vermutet, dass seine Festsetzung eine Folge der internen Opposition gegen „K.P.“ ist.
In Indien bekannt als Tharmalingam Shanmugam Kumaran, wurde „K.P.“ von diesem Land als Straftäter durch Interpol gesucht.
Indien wollte „K.P.“ s Ergreifung, damit er hinsichtlich Anklagen wie krimineller Verschwörung, Waffenschmuggel, Verletzung des indischen Terroristen-Gesetzes, Vergehen gegen das indische Sprengkörper-Gesetz und letztlich der Ermordung von Ministerpräüsident Rajiv Gandhi befragt werden könnte.
Pathmanathan stammt aus Myliddy in Jaffna, wurde dort am 6. April 1955 geboren. Er studierte am Nadeswara College, Kankesanthurai, und am Mahajana College, Thellippalai. Pathmanatham war auch Student an der Jaffna Universität, doch brach er sein Studium vorzeitig ab.
***
Nachtrag der LTTEwatch Redaktion:
So berichtet Focus Online
So die österreichische Newssite oe24.at
Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 7. August 2009

So soll "K.P." mittlerweile aussehen - angeblich befindet er sich bereits in Colombo
Colombo – Neusten Berichten zufolge wurde Selvarasa Pathmanathan alias „K.P.“, der Nachfolger des getöteten LTTE-Chefs V. Prabahkaran nicht in Bangkok, sondern im malaysischen Kuala Lumpur festgenommen.
Nach neuen Informationen fand die Festsetzung des von Interpol gesuchten „K.P.“ bereits am vergangenen Mittwoch statt. „K.P.“ hatte in ein Haus der „Tune Hotel“-Kette namens „Majid India“ in Kuala Lumpur eingecheckt. Er wollte sich dort mit dem Bruder und dem Sohn des in den letzten Kriegstagen umgekommenen B. Nadesan, dem Politischen Sprecher der LTTE, treffen.
Als er sich mit den beiden und deren Entourage in seinem Hotelzimmer traf, bekam Selvarasa Pathmanathan gegen 2.00 Uhr einen Anruf, den er auch entgegennahm. Er verließ das Zimmer, um den Anruf privat zu tätigen – und kam nicht mehr zurück.
Offenbar handelt es sich bei der Aktion um eine Zusammenarbeit srilankischer und malayischer Sicherheitskräfte. Schon seit Wochen hatte man in Verhören mit TTE-

Das Hotel in Kuala Lumpur in den es srilankischen und malayischen Sicherheitskräften gelang, "K.P." festzunehmen
Kader aus dem Wanni, die mit „K.P.“ in Kontakt standen Einzelheiten aus dessen Umfeld herausfinden können. Mittlerweile soll sich „K.P.“ bereits in Colombo befinden, wo er dem Haftrichter vorgeführt und anschließende von Spezialisten verhört werden soll. Auch die indischen Behörden wissen Bescheid – angeblich sind Spezialisten bereits unterwegs nach Colombo, um an den verhören teilzunehmen. „K.P.“ wird u.a. eine maßgebliche Beteiligung an der Ermordung des indischen Ministerpräsidenten Rajiv Ghandi vorgeworfen. Indien will „K.P.“ dafür vor Gericht sehen.
Im Zusammenhang mit der Festnahme von „K.P.“ steht offenbar auch die Festnahme eines weiteren hochrangigen LTTE-Kaders gestern in Wellwatte – bei dem Festgenommenen wurden ein Claymore-Mine, eine Selbstmordbomber-Jacke sowie weitere militärische Geräte und Waffen gefunden.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondentn in Colombo vom 7. August 2009
Colombo – Auch das staatliche srilankische Fernsehen, Rupavahini, berichtet mittlerweile von der Festnahme von „K.P.“ durch die thailändischen Sicherheitskräfte. Ein Sprecher der Regierung bekräftigt in dem nachfolgenden Beitrag die Haltung der Regierung, eine Neubildung der LTTE unter allen Umständen zu verhindern. Dabei spiele es für die Regierung keine Rolle, ob diese Versuche im Inland oder im Ausland geschähen. Die Verhaftung „K.P.“ sehe man als wichtigen Schritt in der Aufarbeitung des Terrors in Sri Lanka, der nach Jahrzehnten des Krieges niedergerungen werden konnte.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten aus Colombo am 7. August 2009

Die Fahndungsseite von Interpol, mit der neue LTTE-Chef gesucht wurde
Colombo – Außenminister Dr. Palitha Kohona hat heute Gerüchte bestätigt, die bereits gestern kursierten, wonach Kumaran Pathmanathan alias K.P., der Nachfolger von LTTE-Gründer V. Prabhakaran festgenommen werden konnte.
Der u.a wegen Waffen- und Drogenschmuggels, Geldwäsche sowie im Zusammenhang mit dem Mord an dem indischen Ministerpräsidenten Rajiv Ghandi von Interpol gesuchten Pathmanathan (54) wurde anscheinend in Thailand gefasst. Unbestätigten Gerüchten zufolge wurde er bereits den srilankischen Behörden übergeben. Militärsprecher Brigadier Udaya Nanayakkara sagte jedoch in einer kurzen Erklärung lediglich: „Kumaran Pathmanathan in Bangkok festgenommen wurde – mehr wissen wir im Moment noch nicht.“
Kumaran Pathmanathan war der erste aus der nach dem Kriegsende verbleibenden Führungsriege der LTTE, der den Tod des Gründers Vellupillai Prabhakaran bestätigte. Kumaran Pathmanathan agiert seit Jahren versteckt aus Thailand, Kambodscha und Burma heraus; im Auftrag der LTTE soll er Millionen mit dem Handel und Schmuggel von Waffen, Munition und Drogen verdient haben. Ihm wird nachgesagt, die LTTE-eigene Flotte von mindestens 7 Schiffen aufgebaut zu haben, die zu Hochzeiten der LTTE die Terrorgruppe mit Waffen versorgt hatte. Als es der srilankischen Marine gelang, diese Schiffe zu versenken, wurde dies zum Wendepunkt im Krieg gegen die Separatisten.
Direkt nach dem Tod Prabahakarans hatte er für sich die Führung der LTTE beansprucht. Zu seinen ersten Initiativen zählt der Versuch, eine „transnationale Regierung von Tamil Eelam“ zu gründen. Srilankische Geheimdienste berichteten jedoch, dass die tamilische Diaspora K.P. keineswegs so geschlossen folgt, wie seinem Vorgänger Prabhakaran, der als „Sonnengott“ verehrt wurde.
Schon einmal – 2007- war Kumaran Pathmanathan von den thailändischen Behörden festgenommen worden; als jedoch Vertreter der srilankischen Sicherheitsbehörden ihn abholen wollten, war Kumaran Pathmanathan „spurlos“ verschwunden; vermutlich hatte er sich mittels Bestechung freigekauft.

Ein Bild aus besseren Tagen für "K.P." (links außen) - neben ihm der berüchtigte, mittlerweile tote LTTE-Chef Velupilai Prabhakaran
Von unseren LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 6. August 2009
Colombo – Die Polizei gab heute bekannt, dass im Flüchtlingslager von Vavuniya eine hochrangiges Mitglied der LTTE festgenommen werden konnte. Kandaiya Vijayakumar alias Vijaya (35) konnte bereits am Montag festgesetzt werden – er befindet sich in Polizeigewahrsam und wird weiterhin verhört.
In ersten Verhören gab Vijaya zu, von einem Waffenversteck zu wissen. In einem Dschungelabschnitt in der Nähe von Kumankulam konnten Spezialisten der Armee daraufhin 366 Kilo C4-Sprengstoff ausgraben, der dort sorgfältig versteckt worden war.
Vijaya verriet nach Polizeiangaben auch den Aufenthaltsort eines weiteren LTTE-Kaders. Aufgrund seines Hinweises konnte Thambilingam Sivakaran alias Karan (24) in Poonthottam festgenommen werden. Bei seiner Festnahme trug Karan eine scharfe Handgrante bei sich.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 5. August 2009
Colombo – Ab heute werden laut Regierung 1500 Zivilisten aus dem Manik Farm Vertriebenenlager in Vavuniya im Rahmen des 180-Tage-Heimkehrer-Programms in ihre Heimatdörfer entlassen.
Die Zivilisten werden in ihre Heimatdörfer Omanthai, Nochchimotai, Piramanalamkulam und Pirappumadu zurück gebracht, die von Minen geräumt und bereits wieder mit Infrastruktur (Wasser, Strom) ausgestattet sind. Die Rückkehrer werden mit allem nötigen Lebensmitteln, Kleidung etc. ausgestattet. Sie alle haben neue Ausweise, sie wurden geimpft und mit Medikamenten versorgt.
Ab dem 7. August sollen weitere 3500 Personen in insgesamt 35 Dörfer, die bereits von Minen wurden, umgesiedelt werden, sagte Basil Rajapaksa, Bruder und Berater des Präsidenten, der das Wiederansiedlungsprogramm federführend leitet. Einmal Zuhause, können sich die Flüchtlinge, so Basil Rajapaksa, frei in ihrer gewohnten Umgebung bewegen.
In der Zwischenzeit gehen die Entminungs-Aktivitäten im Wanni forciert weiter. Indien hatte erst letzte Woche weiter 80 Minen-Spezialisten entsandt; auch die UN beteiligt sich nun verstärkt an den Räumaktionen. Bislang konnten bereits mehrere Tausend Tonnen an Spreng- und Kampfmitteln unschädlich gemacht werden.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondeten aus Colombo vom 4. August 2009
Colombo – Der wegen Unterstützung der terroristischen LTTE festgenommene „District Government Agent“ von Kilinochchi, Nagalingam Vethanayagam, hat offenbar Namen seiner Helfer und Auftraggeber genannt. Die Polizei hat gestern angekündigt, „in Kürze“ weitere Verhaftungen vorzunehmen. Die Verdächtigten werden in den Flüchtlingslagern vermutet.
Die „District Government Agents“ waren in den von der LTTE besetzten Gebiete von der Regierung eingesetzt worden, um Hilfsgüter und Nahrung an die Zivilbevölkerung zu verteilen.
Vethanayagam wurde nach seiner Festnahme in Kilinochichi wurde nach Colombo verbracht, wo er von Spezialisten des Terrorist Investigation Department (TID) verhört wird. Ihm wird Konspiration und Ko-laboration mit den Terroristen zur Last gelegt. Vethanayagam soll angeblich bis zu 60 Prozent der ihm zur Verwaltung zur Verfügung gestellten Lebensmittel und Hilfsgüter direkt an die LTTE abgegeben zu haben – anstatt diese an die zivile, notleidende Bevölkerung zu verteilen.
Vethanayagam wird auch vorgeworfen, er habe gezielt LTTE-Kader in die Verwaltung eingeschleusst und ihnen Schlüsselpositionen verschafft. Dies habe er, so die Polizei, gezielt und auf Anweisung der LTTE-Führung hin getan.
Polizei und TID gehen mittlerweile auch Gerüchten nach, denen zufolge es hochrangigen LTTE-Kadern gelungen sei, mittels hoher Bestechungssummen aus einigen der Lager im Norden zu flüchten.
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Nachtrag der LTTEwatch-Redaktion:
In einem offenen Brief, datiert am 4. August 2009 an Präsident Rajapaksa protestiert der angesehene tamilische Politiker V. Anandasangaree gegen die Festnahme von Nagalingam Vethanayagam. Dieser sei ein ehrenwerter Mann, der seine Arbeit angesichts der damaligen Umstände zuverlässig erfüllt habe – es setzte ein falsches Zeichen, ihn für etwas zu belangen, das unvermeidlich war, nämlich den Kontakt zur LTTE. Schließlich sei er nicht freiwillig dort gewesen, sondern als pflichtbewusster Beamter seiner Berufung nachgekommen.
In seinem Brief erinnert Anadasangaree auch an das Schicksal der tamilischen Ärzte, die in den letzten Tagen des Krieges in den Reihen der LTTE Patienten verpflegt hatten und – nach eigener Aussage – von den LTTE-Schergen gezwungen wurden, gegenüber der internationalen Presse falsche Angaben über Tote und Verwundete zu machen. Auch sie mögen, so Anandasangaree sofort freigesetzt werden; sie hätten nichts verbrochen, seien lediglich ihrer ärztlichen Pflicht nachgegangen.
Übersetzt von der indischen Online-Zeitung Tehelka vom 3. August 2009

Visuvanathan Rudrakumaran, Anwalt der LTTE, versucht, den Rebellen Demokratie beizubringen
Dehli - Nach ihrer militärischen Niederlage will sich die LTTE neu formieren – nach demokratischen Grundsätzen. Dies behauptet Anwalt Visuvanathan Rudrakumaran in einem Interview mit der indischen Online-Zeitung Tehelka.com. Derzeit versuche man, eine „transnationale Regierung von Eelam“ für Wahlen aufstellen zu lasen.
Unter dem in den USA beheimateten Anwalt Visuvanathan Rudrakumaran hat die LTTE eine Team von Rechtsexperten versammelt, das an der Formung einer „provisorischen Transnationalen Regierung von Tamil Eelam“ (TGTE) arbeiten soll. Visuvanathan Rudrakumaran, Sohn des ehemaligen Bürgermeisters von Jaffna, Viswanathan, ist seit langem mit der LTTE vertraut und repräsentierte die Rebellen anlässlich mehrerer Friedensgespräche mit der srilankischen Regierung.
In dem Interview mit Tehelka-Reporter Vinoj Kumar, sagte Rudrakumaran: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass unsere Pläne Erfolg haben werden. Auch wenn die srilankische Regierung unseren militärischen Aufstand brutal niedergemetzelt hat, kann dies nicht das tamilischen Verlangen nach Freiheit und Recht löschen. Im Moment ist nicht nur das Überleben der Tamilen in Sri Lanka gefährdet – es gibt für die Tamilen auch keine Plattform, um dort ihre politische Meinung frei zu äußern. Also bleibt nichts anderes, als diese von außerhalb Sri Lankas zu äußern. Was wir wollen, ist keine Regierung im Exil. Wir sehen eine ‘transnationale Regierung’ (TR), die keinen Grund und Boden benötigt, um handlungsfähig zu sein. Diese Regierung soll von der tamilischen Diaspora weltweit gewählt werden. Für einen solchen Vorgang gibt es kein Vorbild – noch nie hat eine ethnische Gruppe eine solche „transnationale Regierung“ gebildet. Es wird ein Novum in der Politik und in der politischen Philosophie sein.“
Weiter sagte Rudrakumaran: „Wir wollen uns mit indischen Führern, Intellektuellen und politischen Persönlichkeiten in Tamil Nadu und Dehli treffen und mit ihnen diskutieren. Die Unterstützung Indiens ist uns sehr wichtig.“
Über den Wahltermin sagte Rudrakumaran:“ Wir hoffen, dass wir im April 2010 die ersten regulären Wahlen abhalten können. Viele aber sagen, wir sollen versuchen, den Termin eher zu setzen. Die Wahl der TR soll in einem allgemein gültigen, demokratischen Ablauf geschehen, also in freier und geheimer Abstimmung.“
Rudrakumaran sagte zum Abschluß: „Die „transnationale Regierung“ soll als neuer Kräfte-Pol auf Augenhöhe mit der singhalesischen Nation verhandeln können. Die TR soll dazu betragen, dass ein tragfähiges, friedliches Arrangement zwischen Singhalesen, Muslimen und Tamilen entstehen kann. Die internationale Unterstützung ist dabei sehr wichtig. Da diese transnationale Regierung auf demokratischen Grundlagen fußt, hoffen wir sehr, dass demokratische Regierungen und Länder uns damit unterstützen. Wir haben in dieser Hinsicht auch schon positive Zeichen erhalten.“
Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten aus Colombo vom 3. August 2009
Mullaitivu/Anuradhapura – Nach einem Tipp von einem hochrangigen LTTE-Kader, der in einem der Lager bei Vavuniya festgenommen wurde, konnte eine Spezialeinheit der Sicherheitskräfte eine große Menge von Waffen und Selbstmordbomberjacken sicherstellen. Der Festgenommene soll an den LTTE-Anschlägen in Galle, Trincomalee und im Hafen von Colombo beteiligt gewesen sein
Unter den sichergestellten Kriegsmaterialien sind: 50 Phosphorbomben, die nach internatoionalem Statut geächtet sind, sechs voll ausgestattete Selbstmordboote, mehrere Granatwerfer, 15 Schnellfeuergewehre und 1000 Kilo hochexplosiver C4 Sprengstoff. Außerdem fanden die Spezialkräfte 4 einsatzfertige Selbstmordbomberjacken.
Die Waffen waren säuberlich geölt und in Plastik verpackt in der Nähe von Vellamulliwaikkal vergraben worden.
Unabhängig davon graben auch Armeeinheite täglich neue Bomben, Waffen und Minen im Wanni aus – bislang, so heißt es aus Armeekreisen, wurden bereits mehrere Hundertausend Minen und Granaten unschädlich gemacht.
Am Montag auch wurde bekannt, dass ein 12-jähriger Junge aus Anuradhapura nach der Explosion einer Handgranate gestorben ist. Der Junge, Munasinghe Devage Kasun Madusanka, hatte die Handgranate bei Schwimmen im Rajanganaya Tank gefunden und nach Hause mitgenommen. Seine Mutter betreibt einen kleinen Kiosk in der Nähe der Kalaoya-Brücke an der Anuradhapura–Kurunegala-Straße.
Zuhause versuchte der Junge, die Granate auseinander zu nehmen. Dabei explodierte die Granate; der Junge war auf der Stelle tot, seine Mutter (34) und sein Bruder (14) wurden schwer verletzt ins Krankenhaus von Anuradhapura verbracht.
Bereits am Samstag wurde bekannt, dass auf dem Flughafen Katunayake Frau und Tochter eines hochrangigen LTTE-Kaders festgenommen werden konnten. Die beiden waren ursprünglich aus Killinochchi gekommen, hatte sich mit Bestechungsgeldern aus einem Lager befreien können. Mutter und Tochter waren unterwegs nach Budapest/Ungarn, wo sie Asyl beantragen wollten. Die beiden wurden von den Sicherheitskräften festgenommen und werden derzeit verhört.
Von unserem LTTEwatchKorrespondeten in Colombo vom 3. August 2009
Colombo – Das Gesundheitsministerium und die UNICEF starten heute ein Massen-Impfprogramm für die etwa 40 000 Kinder in den Flüchtlingslagern des Nordens. Außer den Impfseren gegen Masern und Polio sollen die Kinder eine Grundversorgung mit Vitamin A bekommen, um eine allgemeine Immunstärkung zu erreichen. Trotz der mittlerweile guten Versorgung sind viele Kinder noch leicht unterernährt, durch die kargen Monate vor dem Ende des Krieges, in denen die LTTE für die Grundversorgung der Bevölkerung nur sporadisch und eher willkürlich gesorgt hatte.
Das Impfprogramm in den 30 Lagern soll drei Tage lang dauern, insgesamt werden 150 medizinisches Personal sowie 1 300 freiwillige Helfer im Einsatz sein. Der Staatssekretär der „Ministry of Health“, Dr. Athula Kahandaliyanage sagte anlässlich einer Pressekonferenz, dass diese Aktion mehrere Wochen Vorbereitung benötigte, in denen es auch schon vereinzelte Ausbrüche von Masern gegeben habe.
Als nächstes werde man die Distrikt Jaffna und Trincomalee mit der Impfaktion flächendeckend versorgen. Für viele der tamilischen Binnenflüchtlinge (IDPs) sei es das erste Mal überhaupt, dass sie Impfschutz bekämen.
