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In eigener Sache:
Die Redaktion von LTTEwatch hat erfahren, dass die srilankische Regierung, nicht nur wie angekündigt, einer Reihe von Websiten mit pornografischem Inhalt vor Zugriffen aus Sri Lanka sperrt, sondern auch kritischen (Online-) Zeitungen aktiv zensiert, die sich mit der aktuellen Situation in Sri Lanka auseinander setzen.
Wir protestieren hiermit aufs Schärfste gegen die Sperrung von Onlinezeitungen und fordern die Regierung Sri Lankas auf, dieses unsinnige und kontraproduktive Verhalten sofort zu widerrufen und die Freie Meinungsäußerung nicht nur zuzulassen, sondern diese aktiv zu unterstützen. Onlinezeitungen mit (Kinder-)Pornografie-Seiten solchermassen gleichzusetzen zeugt unserer Meinung nach von wenig Sachkunde und einer sehr zynischen Denkweise.
Die betroffenen Zeitungen ließen auch regierungs-kritische Stimmen – von Tamilen, Muslimen wie Singhalesen – zu Wort kommen. Die Redaktionen, wie bei guten Zeitungen üblich, macht sich die Meinungen und Ansichten der Autoren dabei nicht zu eigen.
Gleichwohl hat der Journalismus dieser engagierten Kollegen wesentlich dazu beigetragen, die üble Propaganda der weltweiten LTTE-Krake blosszustellen – und somit auch den Krieg schneller zu beenden. Dafür hätten diese Redaktionen nach unserer Meinung eigentlich ein Auszeichnung verdient; denn die Regierung wirkt angesichts der professionellen aufgebauten und weltweit verbreitenden LTTE-Fakten-Verdrehungs-Maschinerie und der oft leider zu oft gegeglückten Medienmanipulationen durch die Terroristen völlig hilflos und überfordert.
Die Rajapaksa-Regierung von Sri Lanka unterschätzt ganz offensichtlich auch die fatale Wirkung auf das öffentliche Image des kriegsgeplagten Landes.
Mit dem Ruf, eine Zensur ausübende, Journalisten verfolgende, anti-demokratisch eingestellte Regierung an der Macht zu haben, lässt sich beispielsweise der so wichtige Wirtschaftsfaktor „Tourismus“ jedenfalls nicht ankurbeln. Journalisten sind keine Terroristen!
Die LTTEwatch-Redaktion
von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 29. Juli 2009
Colombo – Den Sicherheitskräften sind zwei spektakuläre Festnahmen gelungen. So konnte der Drahtzieher des schweren Bombenanschlags auf den Militärflughafen von Anuradhapura jetzt von den Sicherheitskräften gefasst werden.
Rasalingam Thaboruban, 26, ursprünglich aus Kankasanthurai, befand sich bei seiner Festnahme unter den Flüchtlingen in einem Lager bei Mannar – er wurde von Beamten der Central Province Intelligence Unit festgenommen nach einem entsprechenden Hinweis.
Am 27. Januar 2007 gegen 3:20 Uhr startete die LTTE mit einer Selbstmordbomber-Einheit den Angriff auf den Militär-Stützpunkt in Anuradhapura während gleichzeitig zwei LTTE-Leichtflugzeuge Granaten auf den Flughafen warfen. Bei dem Angriff wurden 10 Kampfflugzeuge des srilankischen Luftwaffe stark beschädigt. Über die genaue Anzahl der Toten und Verwundeten ist bis heute nichts bekannt.
Rasalingam gab in ersten Vernehmungen zu, dass insgesamt 25 LTTE-Kader an dem Überfall beteiligt waren. Schon Tage zuvor, so sagte er aus, habe man den Flughafen ausspioniert.
Als Schäfer getarnt habe er vorher schon die Gegenden in und um Silvaturai, Malwathu Oya , Nuwarawewa und Saliyapura ausgekundschaftet um anschließend, in mehreren kleineren Gruppen aufgeteilt, den Flughafen anzugreifen – über Funk gaben sie den Leichtflugzeugen Anweisung, wohin sie ihre Granaten und Bomben werfen sollten.
Rasalingam gab außerdem zu, dass er den Auftrag hatte, den ganzen Angriff auf Video festzuhalten – um das Material später als Propaganda verwenden zu können.
Bereits am Montag wurde bekannt, dass der Terrorist Investigation Division (TID) Colombos eine dicker Fisch ins Netz gegangen war. Ein hochrangiger Kader des LTTE-Geheimndienstes konnte in der Chapel Lane in Slave Island (Stadtteil Colombos – Anm. der LTTEwatch-Red.) nach einem Hinweis aus der Bevölkerung festgenommen werden.
Sichergestellt werden konnte dabei eine große Menge Sprengstoff, Munition sowie eine 10 Kilo schwere Selbstmordbomber-Ausrüstung. Außerdem wurde eine 3 Kilo schwere Bombe mit Magnethaftung, 19 Handgranaten, ein Gewehr, eine Pistole mit Schalldämpfer, eine große Menge Munition, sowie zwei Walkie-Talkies sichergestellt. Bei dem Festgenommenen handelt es sich der Vernehmen nach um Paakyarasa Pradeep.
In einem Ladengeschäft in Madara, das im Zusammenhang mit dieser Festnahme durchsucht wurde, konnten zwei Claymore-Minen sowie eine Miniaturbombe in einem präparierten Handy samt Fernzündung sichergestellt werden. Es scheint so, als habe Paakyarasa Pradeep politische VIPs ausspioniert, um einen Anschlag vorzubereiten. Der Mann wird weiter von der TID vernommen.
von Ruwan Weerakoon für die kanadische Zeitung National Post vom 28. Juli 2009
Toronto – Anfang des Jahres fand ich mich gegenüber eines Beinahe- Selbstmordbombers – einer der berüchtigsten „Waffen“ im Arsenal der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) – besser bekannt als Tamil Tigers.
Bis zu ihrer militärischen Niederlage im Mai dieses Jahres träumte die LTTE davon, mittels Terrorismus einen eigenständigen Staat aus dem nördlichen und östlichen Sri Lanka herausschneiden zu können.
Als wir sprachen, fühlte ich mich sehr wohl bei dem Gedanken, dass der Mann sich nicht selbst würde in die Luft sprengen können. Das Gespräch fand in einem Hochsicherheitslager der srilankischen Sicherheitskräfte statt – und noch immer sind die Behörden auf der Jagd nach den letzten Überlebenden der Terrorbrigaden der LTTE, den „Black Tigers“.
Datum und nähere Umstände meines Interviews, als auch das beabsichtigte Ziel des Selbstmordbombers können an dieser Stelle nicht veröffentlicht werden, um nicht die weiteren Ermittlungen zu gefährden. Trotzdem: Die Beschreibung des Trainings, der Indoktrination und deren Methode sind für jeden interessant, der Aufstieg und Fall der LTTE als militärische wie terroristische Kraft verstehen möchte.
Während des Interviews versuchte ich stets, Augenkontakt zu halten. Einfach, um sicher zu stellen, dass der Mann nicht lügt. Er sagte, er sei 26 Jahre alt, er trug das Haar kurz, war frisch rasiert und hatte eine gesunde Hautfarbe. Auf den ersten Blick würde wohl niemand hinter dem unschuldig wirkenden Gefangenen einen LTTE-Selbstmordbomber vermuten. Auf den zweiten Blick entdeckte ich, dass seine Haut mit Narben übersät war – ein sicheres Anzeichen für exzessives Kampftraining.
Zunächst versuchte ich, Vertrauen herzustellen; ich brachte ihm etwas zu Essen mit, Masala und Ghee Thosai, chinesischen Bratreis und Eiskrem. Ich wollte, dass er sich wohl fühlt, damit er mir minutiös darüber berichten konnte, wie es war – vor, während und nachdem er zum Selbstmordbomber wurde. Mein Absicht war es, herauszufinden, wie und warum er wurde, was er war und ist. Zwei Wochen lang besuchte ich den Selbstmordbomber – den wir Rajadurai Ganesh nennen werden – und befragte ihn mittels eines vertrauten Übersetzers immer wieder.
Ich werde nun mit Ganeshs Geschichte beginnen – aus seiner Perspektive der Geschehnisse:

Black Tiger Chef Pottu Amman: "Ihr seid jetzt Besitz der LTTE..."
„Seit ich mich erinnern kann, und ein wenig Verständnis für die Welt entwickelte, wusste ich nicht, wer oder was die Singhalesen waren – oder was die srilankische Armee ist. Ich kenne nur LTTE-Kader, die mit ihren Waffen und Uniformen auf mich wie Helden wirkten. Meine Mutter achtete immer darauf, dass ich mich auf die Schule konzentriere. Ich habe zwei Schwestern und einen Bruder. Ich liebe sie alle, auch, weil ich der älteste Sohn in unserer Familie bin.
Eines Tages, während ich zu einem Laden in Puthukkudyiruppu unterwegs war (an der Ostküste des Nordes, dort, wo die letzten Kämpfe gegen die LTTE stattfanden – Anm. der LTTEwatch-Red.), um unsere zugeteilten Rationen abzuholen, schnappten mich LTTE-Kader um mich zum Militärdienst zu rekrutieren. So wurde ich zum Kindersoldat der LTTE. Erst nach zwei Jahren harrten Trainings erhielt ich die Erlaubnis, meine Familie zu besuchen. Ich ging nach Hause und traf meine Geschwister. Ich überredete sie, ihre Schulausbildung weiter zu betreiben. Ich selbst aber entschloss mich dazu, ein „Black Tiger“, ein Selbstmordbomber zu werden.
Eines Tages, während ich eine lange Schlange von Wartenden vor einem Rationsausgabeladen beobachtete, sah ich eine ältere Frau, die gerade ankam. Alle, die in der Warteschlage standen, ließen sie ungefragt noch vorne durchgehen. Und auch der Ladeninhaber verlangte keinen Cent von der Frau für ihre Rationen. Obendrein boten sich zwei Wartende an, ihr beim Tragen ihrer Rationen zu helfen.
Als ich verwundert fragte, wer denn die Frau sei und warum man sie so respektvoll behandelt, sagte man, dass diese Frau die Mutter eines Selbstmordbombers sei, der bei seiner Mission gestorben war. Die LTTE verbreitete dieses Konzept: wenn eine Person einer Familie sich als Selbstmordbomber bewirbt und angenommen wird, dann würde kein anders Familienmitglied rekrutiert. Und die Familie des Selbstmordbombers wurde dann als „Maveerar Family“, als Helden-Familie behandelt und mit allem versorgt, was sie benötigt.
Das war es, was mich dazu bewegte, ein „Black Tiger“ zu werden, was mich davon überzeugte, dass dies das beste für meine Familie wäre, gleichzeitig dafür zu sorgen, dass mein Geschwister nicht rekrutiert werden sowie dafür zu sorgen, dass ihnen trotzdem mit Respekt begegnet werden würde.
Ich wurde zu einem persönlichen Führer gebracht. Man verband mir die Augen. Sogar wären des Unterrichts trug ich ein Tuch über den Augen. Doch wegen der Geräusche um mich herum war mir schnell klar, dass ich nicht allein am Unterricht teilnahm.
Um eine Selbstmordbomben-Mission erfüllen zu können, benötigt es nicht nur den Bomber selbst, sondern einen Missionsführer. Dieser bringt dem Bomber in die Hauptstadt Colombo oder eben dorthin, wo der Anschlag erfolgen soll. Ein anderer bringt den Sprengsatz zum Missionsführer. Wenn der Bomber und sein Führer erst einmal sicher in der Gegend des Einsatzes sind, kann es losgehen.
Zwischenzeitlich sammeln LTTE-Geheimdienstler Informationen über das Zielopfer und geben diese an einen bestimmten Kontakt im Ausland weiter. Der Selbstmordbomber selbst erhält seinen Einsatzbefehl und die Koordinaten durch einen Telefonanruf aus dem Ausland. So arbeitet das LTTE-Netzwerk.
Jeden Tag hörten wir es im Unterricht: es wird kein Tamil Eelam geben ohne Blutvergießen. Während des Unterrichts war es nicht erlaubt, Fragen zu stellen oder zu diskutieren. Und selbst wenn etwas gefragt wurde – es gab nie Antworten. Dieser Unterricht zog sich über zwei Monate hin.
Man brachte mich zum Mittagessen – mit der Augenbinde um. Selbst in meinem Zimmer, wo ich die Augenbinde abnehmen durfte, wurde ich ständig beobachtet von meinem persönlichen Führer. Nach zwei Monaten brachte man einen Fernseher und ein Videospiel in mein Zimmer. Eines nachts, ich schlief schon tief, weckte mich mein persönlicher Führer und schaltete den Fernseher ein. I sah schreienede, weinende Menschen, manche von ihnen lagen in riesigen Blutpfützen, andere mit abgerissenen Armen oder Beinen, andere tot, zerfetzt. Zwei Wochen lang wurde dieses Video immer und immer wieder gezeigt. Danach kamen Beiträge darüber, wie die LTTE-Kader die srilankische Armee angreifen und besiegen.
Nach diesem Unterricht kam der praktische Teil. Zuerst musste ich zusehen, wie andere Selbstmordbomberjacken bauten. Sie liessen mich Attrappenjacken tragen mit dem selben Gewicht wie die echten. Ich musste damit herum gehen und auch laufen, um mich daran zu gewöhnen. Ein Stück Holz an einer Schnur um den Hals sollte die Zyanidkapsel darstellen, die ich später tragen sollte. Ab und zu musste ich auf das Holz beissen. Zur Übung.
Nach dem Training mit den Attrappen, kam das Training mit den echten, „scharfen“ Jacken. Auch damit ging und lief ich ganz normal herum – damit wollte man herausfinden, ob ich mich auffällig verhielte.
Danach wurde ich darauf trainiert, eine sich bewegende Autokolonne anzugreifen. Es gab da mehrere Fahrzeuge, die im Konvoy fuhren. Ich sollte meinen Angriff ausführen. Statt des Sprengstoffs war meine Jacke mit roten Farbbeuteln ausgestattet, die mit einem Zünder gesprengt werden konnten. Ich musste mich einem bestimmten Fahrzeug der Kolonne nähern und den Zünder drücken. Anhand der roten Farbe konnte man dann feststellen, wie akkurat ich getroffen hätte – so wurde meine Zielgenauigkeit stetig verbessert.
Dieses Training endete mit einem langen Vortrag von Black-Tiger-Chef Pottu Amman, der uns besuchte.
Er sagte zu uns: ‘Ihr seid jetzt Besitz der LTTE. Ihr sollt nicht auf eure Zyanidkapseln beißen, wenn ihr meint, dass ihr gefangen genommen werdet. Haltet die Kapseln versteckt! Wenn ihr festgenommen werdet, müsst ihr die srilankischen Sicherheitskräfte davon überzeugen, dass ihr unschuldige muslimische Stoffhändler seid. Auf jeden Fall müsst ihr versuchen, eure Mission zu erfüllen. Erst wenn ihr sicher seid, das geht nicht mehr, dann beisst auf die Kapsel.’
Nach den zwei Wochen Training konnte ich bequem gehen und sogar laufen – mit der Bombenweste an. Ich fühlte mich wie ein Bombe – und war stolz auf mich. Ich glaubte fest daran, dass mein Name in Goldenen Lettern in das Geschichtsbuch von Tamil Eelam und dass meine Familie für immer mit höchstem Respekt behandelt werden würde.
Für meine Mission sollte ich als muslimischer Stoffhändler auftreten. Ich musste mir also einen Bart stehen lassen. Ich wurde instruiert darin, wie man sich als Muslim benimmt. Und als das LTTE-Medizin-Corps eintraf, wurde ich sogar beschnitten, damit wirklich alles „echt“ wirken würde.
Man versuchte auch, mir Singhalesisch beizubringen. Ich fand es aber sehr schwer und habe es nicht wirklich kapiert. Ich bekam auch Einweisung in alle Aspekte des Textil- und Stoffhandels; alles über Preise, Varianten und aktuelle Farben.
Bevor ich das Trainingslager verließ, bekam ich einen Ausweis, der auf einen muslimischen Namen lautete. Ich sollte eine Person begleiten, die mich dann meinem tatsächlichen Missionsführer übergeben sollte. Während meiner ersten Reise von Vavuniya nach Vishvamadu, wurde ich an einer Strassensperre aufgehalten und gefragt, wohin ich denn wolle. Ich sagte nach Vishvamadu, um Textilien einzukaufen. Sie ließen mich anstandslos durch. Ich war erleichtert, da ich meine neu Identität zum ersten Mal erfolgreich ausprobiert hatte.
Als ich wieder in Vaviniya eintraf, bekam ich einen neuen Ausweis, der mich als Einwohner Anuradhapuras auswies. Ich bekam Textil- und Stoffmuster sowie eine Liste von Telefonnummern von Textilhändlern in der Pettah, dem Marktviertel von Colombo. So sollte ich keinen Verdacht erregen.
Ich begab mich in den Süden Sri Lankas; mein Missionsführer sorgte für Unterkunft und Verpflegung. Ich bekam einen Koran und eine Gebetskette. Mein Missionsführer sagte mir, ich solle keine Beziehungen aufbauen; er sagte auch, jede meiner Bewegungen würde vom LTTE-Geheimdienst beobachtet werden. Sollte ich versuchen zu fliehen, würde man mich sofort töten.
Ich gewöhnte mich schnell ein in meine Rolle; wenn mich jemand besuchte, sprach ich oft ein paar freundliche Worte über den Islam – ganz so, wie es Muslime auch gerne tun.
Ein Laden in der Nähe hatte einen tamilischen Besitzer. Mein Missionsführer hatte mich strikt angewiesen mit diesem Mann keinen Kontakt aufzubauen, selbst dann nicht, wenn ich dort bei ihm etwas einkaufe. Eines Tages als ich wieder etwas kaufen wollte, entdeckte ich, dass der tamilische Ladenbesitzer fließend Singhalesisch sprach und sich freundlich mit einem Singhalesen unterhielt. Ich war sehr überrascht: Schließlich hatte man uns während des gesamten Trainings erzählt, dass die Singhalesen uns erbittersten Feinde seien.
Eines Tages kam mein Missionsleiter und sagte mir, es sei soweit, ich solle mich bereit halten. Die Bombenjacke müsse bald eintreffen. Er gab mir eine Mobiltelefon und sagte mir, dass ein Anrufer aus Übersee mir Instruktionen über meine Zielperson sowie alle wichtigen Details geben würde, sobald der LTTE-Geheimdienst alle Informationen gesammelt habe.
Danach fuhr mich mein Missionsführer in Colombo herum, damit ich mich besser auskenne. Ich dachte wirklich, dass ich in eine andere Welt gekommen war.
Während dieser Tage des Wartens und des Herumfahrens in Colombo, freundete ich mich ein wenig mit meinem Missionsführer an. Ich befragte ihn auch zu meiner Familie. Er sagte, er könne etwas für mich herausfinden. Ein paar Tage später sagte er mir, dass die LTTE meine beiden Schwestern sowie meinen Bruder rekrutiert und schon kurz danach an die Front geschickt hatten.
Als ich das hörte, wusste ich, dass ich meine Geschwister niemals wieder lebend sehen würde. Ich war angewidert und bitter enttäuscht. Ich wollte mich sofort selbst in die Luft sprengen. Es gab für mich keinen Grund mehr zu leben.
Ich fühlte mich hilflos, allein. Und so blieb ich, wo ich war. Ich wartete verwirrt auf meine Bombenjacke und auf weitere Instruktionen.
Eines nachts hörte ich die Stimme meines Missionsleiters vor der Türe, der mich beim Namen rief. Ich trat nach draußen – und wurde von der Polizei überwältigt und festgenommen.
Anfangs, bei den Verhören, versuchte ich noch, meine falsche Identität aufrecht zu erhalten. Aber es war zu spät. Mein Missionsführer hatte schon alles zugegeben und meine wahre Identität verraten. Sie haben mir auch die Zyanidkapsel abgenommen. Und jetzt sitze ich hier und sage alles, was ich weiß über die Black Tigers und die LTTE.“
(An dieser Stelle unterbricht der Interviewer Ruwan Weerakoon)
Ruwan Weerakoon: „Würdest du es wieder tun?“
Ganesh Rajadurai: „Nein, nun nicht mehr.“
Ruwan Weerakoon: „Warum nicht?“
Ganesh Rajadurai: „Unsere Führung existiert nicht mehr, sie wurde vernichtet.“
Ruwan Weerakoon: „Glaubst Du, dass Prabhakaran wirklich tot ist?“
Ganesh Rajadurai: „Ursprünglich glaubte ich, er würde niemals von den srilankischen Streitkräften getötet werden. Das war so, weil alle in der LTTE das so glaubten. Eher würde er Zyanid nehmen bevor er das zuließe, hieß es. Dann aber erfuhr ich, dass die Armee Prabhakaran getötet und ein anderes, hohes LTTE-Mitglied dies auch bestätigt habe. Ich war überrascht. Dies war der Mann, der die Philosophie verbreitet hatte, dass man sich eher mit Zyanid selbst umbringen solle, als sich von der srilankischen Armee gefangen nehmen oder töten zu lassen. Er selbst ist seiner eigene Philosophie nicht gefolgt.“
(Ganesh Rajadurai fängt an, zu weinen)
Ruwan Weerakoon: Warum vergießt du Tränen? Wegen Prabhakaran?“
Ganesh Rajadurai: „Nein, für keinen aus der LTTE tue ich das. Ich denke an meine Schwestern und an meinen Bruder. Könnten Sie herausfinden, ob sie noch am Leben sind? Können Sie das für mich tun?“
***
Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:
Ruwan Weerakoon ist Journalist aus Sri Lanka. Eine längere, wesentlich ausführlichere Version dieses Gesprächs findet sich auf der srilankischen Website The Bottom Line.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 27. Juli 2009
Colombo – Heute morgen hat Präsident Mahinda Rajapaksa eine Amnestie für die 1883 Armee-Deserteure erlassen. Die Amnestie habe sofortige Wirkung.
Der für die Gefängnisse des Landes zuständige Generalmajor C.V. De Silva sagte bei der dazu ausgerichteten Pressekonferenz, dass die größte Zahl von 263 begnadigten Deserteuren aus dem Welikada Gefängnis entlassen werden würden. Vor der Entlassung würden Dankgottesdienste für alle Ethnien in den betroffenen Gefängnissen abgehalten, so De Silva weiter.
Präsident Rajapaksa hat die Amnestie aufgrund eines entsprechenden Vorschlags des neu berufenen Justizreformministers Milinda Moragoda ausgerufen. Aus Regierungskreisen ist zu hören, dass man über eine ähnliche Amnestie für niedere ehemalige LTTE-Kader intensiv nachdenkt. Etwa 50 000 ehemalige LTTE-Kader insgesamt sind in den verschiedenen Lagern für die IDP (intern Vertriebenen) interniert – das größte ist in Manik Farm.
Zwischenzeitlich wurde auch bekannt, dass die Entlassung von 3000 Familien (etwa 13 000 Menschen) zur Rückkehr in die entsprechenden Heimatdörfer in der Gegend von Mannar und Jaffna unmittelbar bevorstehe. Alle Menschen über 60 wurden bereits aus den Lagern entlassen. Für die 40 000 Flüchtlingskinder gibt es jetzt regelmässigen Schulunterricht.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom

Auf seinem Blogspot trägt "K.P." jetzt Bart... und versucht inhaltlich, sich als friedliebender Staatslenker darzustellen.
Colombo – Der britische Sender Channel 4 hat ein angebliches Interview mit dem von Interpol wegen Waffenschmuggles gesuchten, Prabhakaran-Nachfolger Kumaran S. Pathnathan alias „K.P.“ (54) veröffentlicht. In dem Interview, das an einem nicht näher benannten Ort „außerhalb Sri Lankas“ stattfand, behauptet eine Person „K.P.“ zu sein; er trug eine Kappe, das Gesicht war verpixelt und somit unkenntlich gemacht. Dieser „K.P.“ behauptet, dass sich noch immer „1500 bis 2000″ LTTE-Kader in den Dschungeln des Wanni befänden. Die Kader seien bewaffnet, seien aber vom ihm angehalten worden, diese nicht zu nutzen.
In dem dubiosen Interview behauptet der international gesuchte „K.P.“ auch, er habe Kontakt mit den Führern der „Internationalen Gemeinschaft“, und dass diese Verhandlungen zwischen der LTTE und der srilankischen Regierung verlangten, diese aber jegliche Gespräche strikt anlehne. „K.P.“ beschuldigte die Regierung gleichzeitig, die Flüchtlinge zu misshandeln.
Die srilankische Regierung hatte in der Vergangenheit der LTTE schon oft Gespräche angeboten – sogar bis kurz vor der militärischen Niederlage der militärisch hochgerüsteten Rebellen. Die LTTE, in Person des am 18. Mai getöteten, selbstherrlichen Führers V. Prabhakaran, lehnte rundweg ab. „K.P.“ hatte als erster der LTTE-Führungsriege den Tod des „geliebten Führers“ bestätigt und gleichzeitig darauf verwiesen, dass dieser ihn noch vor seinem Tod zum Nachfolger ernannt habe.
Die Reporter Nick Paton Walsh,Produzentin Bessie Du and Kameramann Matt Jasper von Channel 4 News waren kurz vor dem Ende des militärischen Krieges gegen die terroristische LTTE von der srilankischen Regierung ausgewiesen worden. Auffällig an dem journalistisch fragwürdigen Interview ist, dass eine ganze Reihe von offensichtlichen Fragen nicht gestellt wurden. Beispielsweise, wie „K.P.“ sich vorstelle, als internationale gesuchter Waffenschieber mit Staatsoberhäuptern in der Sache der Tamilen verhandeln zu können. Oder über seine Rolle bei der Ermordung des indischen Ministerpräsidenten Rajiv Ghandis. Auch die Situation der etwa 300 000 Flüchtlinge im indischen Tamil Nadu blieb völlig unberührt. Der Channel-4-“K.P.“ behauptet, gegen den Einsatz von Kindersoldaten zu sein – auch hier wurde versäumt zu fragen, warum er dann als angeblich engster Freund Prabhakarans diesen nicht davon abzubringen versuchte…
Beweise für die Behauptung, tamilische Flüchtlinge würden von der Regierung systematisch misshandelt, konnte der angeblich „K.P.“ nicht vorlegen. Wie übrigens der Sender dies auch nicht konnte – es gibt keinerlei Belege, dass es sich bei der interviewten Person tatsächlich um „K.P.“ handelt.
Die tamilische Diaspora gibt sich unterdessen verhalten. Offenbar bilden sich in er weltweiten Tamilen-Gemeinde mehrere Lager – und „K.P.“, der Mann, der V. Prabhakaran mit unglaublichen Mengen an Waffen und Geld half, ein blutiges, 100 000 Menschenleben forderndes Terrorregime aufzubauen und vier Kriege gegen den Staat zu führen, scheint selbst nicht sehr viel Vertrauen innerhalb der tamilischen Diaspora zu benießen. So hat das jahrelange Sprachrohr der LTTE, TamilNet, die Website des neuen LTTE-Chefs, auf der er ein Blog führt und „Presseerklärungen“ herausgibt, nicht verlinkt – und auch noch keine dessen Erklärungen und Pamphlete veröffentlicht. In einem TamilNet-Artikel wird darauf hingewiesen, dass die Zukunft der Tamilen nur von den Tamilen selbst – von allen – bestimmt werde, und dass dies ein langwieriger Prozess sei in dem niemand allein eine Richtung angebe. TamilNet fühlte sich genötigt, darauf hinzuweisen, dass die Redaktion „politische unabhängig“ sei.
Es scheint, als finde in der tamilischen Weltgemeinschaft ein Umdenken statt; es scheint so, als seien die Tamilen dieser Welt nicht mehr bereit, sich ein neues Monster nach dem Vorbild des einst omnipotenten Prabhakaran heran zu züchten.
***
Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:
Wenn noch nicht einmal der ausstrahlende Sender Beleg für die wahre Identität der interviewten Person vorlegen kann, können wir dies erst recht nicht. Deshalb verzichten wir an dieser Stelle auf eine Verlinkung zu dem Interview.
Grundsätzlich verstehen wir nicht, warum ein Sender einem gesuchten Verbrecher eine solche Plattform bietet – ohne auch nur mit einem Wort darauf hinzuweisen, dass es mittlerweile auch eindeutig gemässigte, demokratisch orientierte Sprecher tamilischer Gruppen gibt. Es stellt sich damit die Frage, was der Sender und die Reporter mit der Veröffentlichung eines solchen Interviews bezwecken.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 22. Juli 2009
Colombo – Die Polizei konnte Montag den Leiter der LTTE Eelam Bank in Colombo festnehmen. Der festgenommene LTTE-Aktivist, Colin Ruban, hielt sich zum Zeitpunkt seiner Festsetzung in einer Lodge außerhalb der Hauptstadt auf – die Polizei hatte einen entsprechenden Tipp bekommen.
Ruban, der ursprünglich aus Puthukkudyiruppu stammt, hatte sich unerkannt während der letzten Tage der LTTE-Terroristen in einem der Flüchtlingslager bei Vavuniya eingefunden.
Gegen Zahlung einer Summe von 250 000 Rupees (etwa 1530,– EUR) hatte er einen Schlepper gefunden, der ihn aus dem Lager heraus und nach Colombo gebracht hatte. Die Polizei ermittelt nun, wer der Schlepper war und woher der Festgenommene das Geld hatte.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 22. Juli 2009

"K.P.", ein Mann mit ebenso vielen Gesichtern wie Pässen, wird weltweit von Interpol gesucht
Colombo – Selvarasa Pathmanathan, alias Kumaran Pathmanathan, alias „K.P.“, der auf eine lange Karriere als Waffenschmuggler und Geldeintreiber für die LTTE zurückblickt, ist nun „offiziell“ zum Nachfolger des Ende Mai getöteten LTTE-Führers Velupillai Prabhakaran ernannt worden.
Ein entsprechende „Erklärung“ des „LTTE-Hauptquartiers“ das sich an einem nicht näher benannten Ort befindet, veröffentlicht von einem so genannten „Exekutiv Kommite“ kam am Dienstag an die Öffentlichkeit. In der Erklärung heißt es, dass nun „offiziell“ Pathmanathan als „Chef der Internationalen Beziehungen“ gelte, der schon vorher von Prabhakaran dazu ernannt worden war. Pathmanathan solle von nun an den Freiheitskampf der Tamilen fortführen. Man vermutet „K.P.“ derzeit in Thailand.
Von Pathmanathan/KP ist bekannt, dass er ständig unterwegs ist und dabei mindestens fünf verschiedene Identitäten benutzt. Interpol hat in ihn im Zusammenhang mit fünf verschiedenen Fällen zur internationalen Fahndung ausgeschrieben. So will das Indische Central Bureau of Investigation ihn wegen seiner Rolle bei der Ermordung des indischen Ministerpräsidenten Rajiv Gahndi gerne vor Gericht stellen – ebenso Sri Lanka wegen seiner Waffenschmuggel-Aktivitäten.
In dem LTTE-Statement heißt es u.a.:“Die Menschen von Tamil Eelam befinden sich in einem kritischen und leidvollen Abschnitt ihrer Geschichte des Kampfes um die Freiheit der Nation Tamil Eelam. Niemand kann bestreiten, dass wir herbe, unwiederbringliche Verluste erfuhren, wie wir das in unseren schlimmsten Alpträumen nicht erwartet haben.“ Es sei die „historische Pflicht“ aller Tamilen, sich für diesen Kampf auch weiterhin einzusetzen. Die LTTE habe jedoch erkannt, dass man nun die Form und Strategie des Kampfes „modifizieren“ müsse, um sich der Situation anzupassen. Der „ehrenwerte Herr Velupillai Prabhakaran“ jedoch, werde immer der Führer der tamilischen Nation bleiben.
Der nicht näher erörterte Strategiewechsel sei nach langen Diskussionen und Konsultationen mit Mitgliedern und Repräsentanten der tamilischen Diaspora entstanden; man habe nun ein „Hauptquartier“ eingerichtet – es wird allerdings nicht gesagt, wo sich dies befindet. Auch habe man wieder einzelnen „Arbeitsgruppen“ eingerichtet.
Am Ende der Erklärung heißt es: „Laßt uns der Welt zeigen, dass das Feuer der Freiheit, von unserem großen Führer V. Prabhakaran entfacht, auch weiterhin in den Herzen der Tamilen brennt; diese Feuer kann nur durch die Freiheit einer tamilischen Nation gelöscht werden.“
LTTE-Kenner vermuten, dass diese seltsame Erklärung mit Meldungen zusammenhängt, die besagen, dass sich viele Auslandstamilen nach dem Tode Prabhakarans weigern, den LTTE-Vertretern weiterhin Geld für ihren „Freiheitskampf“ zu zahlen.
Fast jeden Tag berichten die Medien im Lande von weiteren, zum Teil riesigen Waffenfunden, darunter Bomben, Granaten, Flak-Geschützen, MPs, Gewehre, riesige Öl- und Benzindepots – erst vorgestern wurde wieder ein ganzes U-Boot aus dem Dschungelboden des Wanni geborgen. Offenbar wurde alle diese Waffen mit dem Geld der tamilischen Diaspora bezahlt.
Noch immer sind Hunderte von Minenräum-Kommandos unterwegs, um die früher umkämpfte Gegend wieder bewohnbar zu machen in denen die LTTE jahrelang gehaust und gewütet hatte. Erst, wenn alle Minen geräumt und vernichtet sind, könnten die Internen Flüchtlinge aus den Lagern entlassen werden, heißt es dazu aus Militärkreisen.
Übersetzt aus der Asiantribune.com vom 13.07.2009
Von K.T. Rajasingham
Colombo – “Es waren die Tiger, die meinen Ehemann töteten” sagte die Mangayarkarasi, Witwe des ermordeten Führers Appapillai Amirthalingham – des “größten tamilischen Führers”, der je in Sri Lanka gelebt hat. Mangayarkarasi ist zum ersten Mal, 15 Jahre nach dem Tod ihres geliebten Ehemannes erschienen, um öffentlich die Behauptung aufzustellen, dass ihr Ehemann von den Tigern getötet wurde – den Befreiungstigern von Tamil Eelam; und um damit die Rechnung ein für allemal zu begleichen.
Heute ist der 20. Jahrestag des Todes von A. Amirthalingham, des bedeutendsten tamilischen Führers und früheren Parlamentsmitglieds, des Generalsekretärs der Tamilischen Vereinten Befreiungsfront (TULF) und vor allem des Politikers und ungemein beliebten Führers, der immer von jedem freudig und mit Liebe und Zuneigung begrüßt wurde – und zwar als „Unser Amir“ („Thalapathy Amir“, usw.).
Es war am 13. Juli 1989. An diesem schicksalhaften Tag kamen drei Killer von den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) – Visu, Aloysius und Sivakumaran – um Amirthalingham im Yogeswaran Wohnblock in Colombo zu treffen. Die Tiger-Terroristen töteten Amirthalingham und auch Yogeswaran mit mehreren Schüssen.
Auch auf M. Sivasithamparam, den Präsidenten der tamilischen Vereinten Befreiungsfront, wurde geschossen – er aber überlebte den feigen Anschlag.
Dies war das erste Mal, dass Mangayarkarasi Amirthalingham, die Witwe des ermordeten Führers, detailliert über die Ereignisse und seinen letzten Moment am 13. Juli 1989 sprach. Dies war der Tag, an dem Amirthalingham erschossen wurde.
Mangayarkarasi sprach mit der „Asian Tribune“ in einem Exklusivinterview über den Tag, der für das Leben von Amirthalingham und die gesamte tamilische Gemeinschaft, ja das Land im so bedeutsam sein sollte.
Die “Asian Tribune” gibt im Folgenden die direkte Zeugenaussage von Mangayarkarasi Amirthalingham wieder hinsichtlich des schicksalhaften Tages, dessen Folgen viele Seiten der Geschichte von Sri Lanka füllt.
“Wir alle wohnten in dem Haus in der Bullers Lane, Cinnamon Garden, Colombo. Wir lebten im Erdgeschoss. Im ersten Stock lebten Yogeswaran und seine Frau.
Am 13. Juli 1989, waren wir alle im Wohnzimmer. Es war gegen 18.30, wenn ich mich richtig an die Uhrzeit erinnere. Einer der Haushaltshilfen im Haus brachte eine Notiz. Er sagte, sie würde von Yogeswaran stammen, und gab sie meinem Mann, welcher saß und mit uns sprach. Zu der Zeit war M. Sivasithamparan Aiyah (Aiyah ist eine respektvolle Anrede in Tamil) bei uns. Bei uns saß auch Mavai S. Senathirajah und sah sich die Nachrichten im Fernsehen an.
Nachdem mein Ehemann die Notiz gelesen hatte, sagte er etwas zu Sivasithamparam, der neben ihm saß. Dann stand Sivasithampram auf und verließ das Wohnzimmer. Er ging die Treppe hoch, in die Wohnung von Yogeswaran.
Als mein Ehemann vom Sofa aufstand und auch in den ersten Stock ging, sagte er: “Nach den Nachrichten gibt es ein sehr gutes Fernsehspiel über König Athikaman, welcher der berühmten tamilischen Dichterin Auvai die Neli-kani (Frucht des emblematischen Myrobalan-Baumes) gibt. Beginnt schon mal, es anzuschauen, während ich Yogeswaran in seiner Wohnung kurz besuche. Ich werde nach oben gehen und bald wieder da sein.“
Ich sagte zu meinem Mann: “Du weißt, dass ich ein Überseegespräch nach London beantragt habe, um sicherzugehen, ob unser Sohn (der zweite Sohn Dr. Baheerathan, welcher am Tag davor mit seiner Frau nach London gefahren war) London sicher erreicht hat.“
Er antwortete: “Wenn du den Anruf von dem Telefonaustausch bekommt (in jenen Tagen gab es das Vormelde-Fernverbindungs-System für Überseeanrufe in Sri Lanka noch nicht), dann sprich selber und sag oben Bescheid und ich werde kommen und auch mit ihm sprechen…”
Damals wusste ich nicht, dass Mitglieder der Befreiungstiger von Tamil Eelam oben warteten, um mit meinem Ehemann zu sprechen.
Dann verließ mein Mann das Wohnzimmer und begann, nach oben zur Wohnung von Yogeswaran zu gehen. Ich bemerkte, dass er drei bis vier Stufen der Treppen hochgegangen sein musste und dann angehalten und für eine Weile innehielt. Dann scheint es, dass er über etwas für eine Weile nachgedachte, vielleicht fast eine Minute oder etwas mehr, und dann ging er weiter die Treppen hoch.
Nachdem er weggegangen war, wandte ich mich dem Fernsehprogramm zu. In der Zeit saß auch Senathirajah im Wohnzimmer bei mit und sah fern.
Ich fragte Senathy beiläufig, wer denn nach oben zu dem Treffen gekommen war.
Er antwortete, dass er nichts wüsste.
Nach zwei oder drei Minuten kam Gowry – ein Boy, der bei Senathy wohnte – in das Wohnzimmer und nahm Senathy beiseite und sagte etwas leise zu ihm. Ich konnte es nicht hören.
Senathy antwortete etwas und als Gowri wegging, streckte er sich und kam dann und saß auf dem gleichen Sofa um weiter fernzusehen.
Ich eilte zum Vordereingang unserer Wohnung. Ich dachte, dass dort etwas passiert war. Darum eilte ich zum Eingang unseres Hauses, um sicherzustellen und herauszufinden, von woher die Schüsse gekommen waren.
Als ich die Tür öffnete, um nach draußen zu schauen, sah mich einer der Leibwächter meines Mannes und gab mir ein Zeichen, dass ich ins Haus gehen sollte.
Dann hörte ich noch mehr Schüsse und dieses Mal von oben, genauso wie von der Seite des Haupteingangs.
Plötzlich dämmerte es mir, dass mein Mann nach oben gegangen war, und ich rannte die Hintertreppe hoch.
Als ich durch den Hintereingang trat, sah ich von hinten, dass mein Ehemann auf dem Bambussofa saß. Ich sah, wie Sivasithamparam Aiyah auf den Boden fiel und zuckte. Ich dachte, dass er vielleicht einen Herzanfall hatte, und deswegen eilte ich zu unserer Wohnung und brachte ein Kissen, um es unter seinen Kopf zu legen. Dann ging ich und hielt meinen Mann von hinten und legte meine beiden Hände auf sein Gesicht und strich mit meinen Händen über seine Wangen.
Plötzlich öffnete sich sein Mund und Blut strömte heraus.
Als ich sah, wie das Blut aus seinem Mund strömte und er bewegungslos war, war ich wie vom Donner gerührt. Dann muss Siva Aiyah das Bewusstsein wiedererlangt haben. Er hob seinen Kopf, sah mich an und sagte: „Wie oft habe ich Yogeswaran gesagt, er solle in seinem Leben diesen Tigern nicht vertrauen?“ Wieder hörte ich Schüsse – diesmal von unten. Siva Aiyah klagte: “Schau, was passiert ist! Jetzt ist alles vorbei.“
Wieder hörte ich von unten Schüsse.
Als ich den Zustand sah, in dem mein Mann war, war ich gerührt, schockiert, betäubt, und ich hielt weiterhin den Kopf meines Ehemanns in meinen Armen und blieb regungslos. Unter meinen Füßen war alles nass und ich sah eine um mich herum eine immer größer werdende Blutlache.
Dann hörte ich ein Geräusch, dass irgendwie einem Gähnen ähnelte und von Yogeswaran kam, der bewegungslos in einer verstörenden Haltung dasaß. Ich denke, es war das letzte Geräusch, das kam – es muss das Dahinscheiden seiner Seele gewesen sein sein.
Dann war alles um mich herum still.
Nach einigen Minuten sah ich, wie Polizei in den Raum kam, in dem ich meinen bewegungslosen Ehemann hielt.
Sie begannen, meinen Mann wegzutragen und brachten ihn zu einem Jeep unten. Sie trugen auch Yogeswaran und Siva Aiyah weg.
Ich folgte dabei den Polizisten, welche meinen Mann wegtrugen.
Dann wurde mir alles klar. Plötzlich erkannte ich die Realität und verstand, dass mein geliebter Ehemann, mit dem ich seit 1956 gelebt hatte, als wir geheiratet hatten, mich für immer verlassen hatte, so dass ich allein in dieser grausamen Welt ausharren musste, und dass die Angreifer das Leben meines Mannes geraubt hatten, indem sie ihn brutal niedergeschossen hatten.
In der Zwischenzeit, nachdem der Körper meines Ehemannes von der Polizei ins Krankenhaus gebracht worden war, erfuhr ich, dass die Leibwächter – Sicherheitsbeamte meines Ehemannes – geschossen und die drei Angreifer von der LTTE (Visu, Aloysius und Sivakumar) auf der Flucht nach den Morden getötet hatten.
Es waren Tiger, welche gnadenlos geschossen und meinen Ehemann getötet hatten. Wie sehr wir Prabhakaran damals mochten! Mein Ehemann liebte ihn wie einen seiner Söhne und vertraute ihm und glaubte an ihn. Aber die Tiger töteten meinen Ehemann. Ich verfluche ihn und sie.
Ich trauere immer noch wegen des nicht wieder gutzumachenden Verlustes meines geliebten Ehemannes, der grausam aus dieser Welt entfernt worden ist, aus Gründen, die ich nicht kenne. Er hatte in seinem Leben nie – noch nicht einmal einem kleinen Insekt geschadet, einer Ameise – aber ich kann noch immer nicht der LTTE vergeben, dass sie meinen Ehemann niederschoss.
Mein Mann hat mir und anderen in seinen letzten Wochen und Monaten mehrfach gesagt, dass er die Politik aufgeben und die Verantwortung für die Sorge um unser Volk der jüngeren Generation übergeben wolle. Er wollte als Berater bleiben, wenn sie seinen Rat suchen würden.
Ich weiß nicht, wie es für die Tiger möglich war, so eine gütige Person wie meinen Ehemann zu erschießen. Obwohl ich nicht mit der Realität fertig werden kann, dass mein Ehemann, der Vater meiner zwei Söhne und Großvater unserer Enkel nicht mehr bei uns ist – was für einen Nutzen gab es denn für die Tiger, dass sie meinen Ehemann aus dieser Welt entfernten? Haben sie ihr Tamil Eelam erreicht? Die Geschichte braucht darauf eine Antwort – und wir werden sie bekommen, am Tag der Abrechnung.“
Übersetzt von der Internetzeitung Asiantribune.com vom 12.07.2009
Von S. Murari

Amirthalingams Beerdigung in Jaffna - die unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung stattfand
Colombo / Chennai – Appapillai Amirthalingam, der nach dem Tod von Eelam Gandhi S. J. V. Chelvanayagam der Fahnenträger des Kampfes der srilankischen Tamilen für gleiche Rechte und für die spätere Trennung wurde, war anders als sein Mentor ein Opfer eines Frankenstein Monsters, welches er – wie schon Indira Gandhi – selbst aufgezogen hatte. Wenn Binderanwale bewiesen hat, dass er Gandhis Nemesis war, dann hat Velupillai Prabhakaran von der LTTE das Schicksal von Amirthalingam besiegelt. Amirthalingam (26. August 1927 – 13. Juli 1989) wurde von einer Gruppe von drei LTTE Killern in seiner Wohnung im schwer bewachten Abgeordnetenviertel mitten in Colombo getötet – zusammen mit seinem Mit-Abgeordneten von Jaffna, V. Yogeswaran. Der TULF Präsident Hr. Sivasithambaram überlebte trotz schwerer Verletzungen, aber sein politisches Leben war danach nie mehr das gleiche. Die LTTE-Mörder benutzte die gleiche List, die sie später erfolgreich wiederholen sollten, um Rajiv Gandhi zu töten.
Sie kamen zu Amirthalingam, um bei einem über Yogeswaran arrangiertes Treffen über den Frieden zu sprechen. Im Fall von Rajiv Gandhi traf eine tamilische, von Kasi Anandam angeführte Delegation Rajiv Gandhi mit der Bitte um Diskussion – während zur gleichen Zeit – im März 1991 – die Gruppe von Killern in Kodiakarai in Vedaranyam landete. Die Diskussion sollten von der eigentlichen Bedrohung ablenken.
Auch die damalige Premadasa-Regierung trug mit Schuld an den Ermordungen, die effektiv die gemäßigte, demokratische tamilische Führungsriege – sehr zum Schaden des srilankischen Staates – zum Schweigen bringen sollte.
Ironischerweise hatte Präsident R. Premadasa, als er im April dieses Jahres die berühmte Feststellung traf, dass er bereit sei, mit verbundenen Augen in die Höhle des Löwen zu gehen, um über den Frieden zu sprechen. Er hatte dabei die Janata Vimukti Peramuna im Sinn, welche den Süden mit einem bewaffneten Kampf gegen die Anwesenheit der IPKF schwer mitgenommen hatte (ein Kampf, der über zwei Jahre dauerte und 60.000 singhalesische Leben kostete, die Elite der Jugend). Die JVP mache zudem den historischen Fehler, das Gesprächsangebot zu verschmähen. Die LTTE stieß daraufhin in den Dschungel vor und kämpfte mit dem Rücken zur Wand, nachdem sie sich an der indischen Armee (IPKAF) gerächt hatte (die einberufen worden war, um das Friedensabkommen zwischen dem indischen Premierminister Rajiv Gandhi und dem srilankanischen Präsidenten J.R. Jayawardene von 1987 zu erzwingen). Die LTTE sah ihre Chance in Premadasans Angebot – und ergriff sie.
Ein verblüffter Premadasa erkannte, dass er zwei Fliegen töten konnte, wenn er nur den Streit mit den Tamil Tigern beilegen könnte: Er konnte die Existenz der IPKF irrelevant machen und gleichzeitig der JVP den Wind aus den Segeln nehmen. Am 1. Juli bat er die IPKAF ultimativ, das Land zu verlassen, was Indien mehr als schockierte. Bei der ersten sich bietenden Gelegenheit im Parlament sprach sich Amirthalingam gegen den Rückzug der IPKF aus – zumindest so lange, bis ein alternatives Sicherheitsarrangement für die Tamilen eingesetzt worden war. Er wurde als Verräter gebrandmarkt und prompt mit der gnadenlosen Präzision, für welche die Tamil Tiger berüchtigt wurden, liquidiert.
Die LTTE nutzte die arrangierte „Heirat“ mit Pramadasa klug aus, indem sie von der srilankischen Regierung während des phasenweisen Rückzugs der indischen Armee ein großes geheimes Waffenlager bekam. Premadasa vertraute ihnen so sehr, dass er ihre Version glaubte – nach der Indien die rivalisierenden Gruppen bis an die Zähne bewaffnete, um nach dem Weggang der IPKF den Frieden zu sabotieren. Ein altgedienter srilankischer militärischer Offizier hat nun enthüllt, dass er Präsident Premadasa vor der Bewaffnung einer terroristischen Gruppe gewarnt habe, aber dass dieser nicht hören wollte.
Nachdem erst einmal der Zweck erreicht und die IPKF von der Szene verschwunden war, beendet die LTTE schnell ihre Flitterwochen mit Premadasa und begann im Mai 1000 den zweiten Eelam Krieg. Bewaffnet bis an die Zähne durch die Regierung.
Schließlich musste Premadasa den Preis dafür bezahlen, dass er auf dem Tiger reiten wollte. Er wurde am 1. Mai 1993 von einem Killer getötet, welcher mit einem Fahrrad zur Mai-Parade kam.
Obwohl Amirthalingam ermordet wurde, weil er sich gegen den Rückzug der IPKF ausgesprochen hatte, hatte ihn die LTTE schon lange vor seinem schließlichen brutalen Ende auf ihrer schwarzen Liste.
Amirthalingams Vater war Appapillai, ein Eisenbahner; seine Mutter war Valliammai. Er wurde in Suzhipuram in Jaffna geboren und wuchs auf, um ein von jedermann respektierter politischer Führer zu werden. Er wurde Dharma gerufen, weil er so intelligent, geduldig und sanftmütig war. Dieser Führer der Tamilischen Vereinten Befreiungsfront (TULF) wurde im Kampf der Tamilen eine Legende. Nachdem er Jura an der Universität von Colombo studiert hatte, gab Amirthalingam seinen lukrativen Beruf auf und ging in die Politik. Er beachtete dabei den Aufruf von Thanthai Selva. 1956 wurde er ein Mitglied des srilankanischen Parlaments.
Amirthalingam führe vor dem Parlament in Galle Face Green einen Sathyagraha gegen das Nur-Singhalesen-Gesetz durch – und wurde dafür brutal zusammengeschlagen. Anstatt ins Krankenhaus zu gehen, ging er ins Parlament und hielt eine Rede, in der er die Tat der Regierung verurteilte. Auch Amirthalingams Frau Mangaiyarkarasi war aktiv in der Politik, und die beiden wurden im April 1961 während einer Demonstration gegen die Regierung festgenommen. Beide verbrachten 170 Tage im Gefängnis. Zu der Zeit war ihr Sohn Baheeradhan gerade ein Säugling.
Amirthalingam wurde Führer der Tamilischen Vereinten Befreiungsfront, welche 1976 durch den Zusammenschluss der Föderalen Partei und ein paar anderen entstand und den Kampf auf der Basis der Vaddukottai Resolution weiterführen sollte, nach der ein unabhängiges Eelam die einzige Lösung für den ethnischen Auseinandersetzungen schien.
Die Wahlen von 1977, welche zum ersten Mal auf der Basis der Direktwahl abgehalten wurden, führten dazu, dass die von J. R. Jayawardene angeführte UNP einen erdrutschartigen Sieg mit Dreiviertel-Mehrheit gewann, und dass die Sri Lanka Freiheitspartei mit nur unter zehn Sitzen vernichtend geschlagen wurde. Deren Führerin, Sirimavo Bandaranaike, wurde ihrer bürgerlichen Rechte beraubt. Die TULF kam mit nur 17 Sitzen – alle von der tamilischen Mehrheit im Norden und Osten – als die Hauptopposition bei diesen Wahlen heraus und Amirthalingam wurde Oppositionsführer mit dem Rang eines Kabinettsministers.
Nicht nur die LTTE, sondern auch andere militante Gruppen meinten, er hätte sein Mandat verwirkt, indem er die Sache um der Privilegien des Oppositionsführers willen verraten hatte.
Es war eine weitere Ironie der Geschichte, dass Amirthalingam im Juli getötet wurde. Es war nämlich im Juli 1983, der später der Schwarzer Juli genannt werden sollte, dass Sri Lanka ein inselweites, gegen die Tamilen gerichtetes Progrom erlebte. Dieses Progrom folgte der Ermordung von 13 srilankischen Soldaten durch die LTTE in einem Hinterhalt in Tinneveli, Jaffna, am 23. Juli. Am nächsten Tag tötete die Armee 41 Tamilen in Jaffna. Als die Säcke mit den Leichen Colombo erreichten, war die Stadt bereits von Aufständen erschüttert.
Das Progrom vom Juli 1983 führte dazu, dass die tamilischen Führer, Militante wie Gemäßigte, in Indien um Asyl nachsuchten, was letztlich zu Indiens Intervention in die srilankische Angelegenheit führte. Dagegen führte das Abkommen vom Juli 1987 zwischen Rajiv Gandhi und Jayawardene zum Todesurteil von Armirthalingam, denn er hatte dazu durch eine Serie von Verhandlungen mit der srilankischen Regierung die Vorarbeit geleistet.
Nachdem die tamilische Führung nach Madras (wie man damals Chennai nannte – Anm. der LW-Red.) gegangen war, setzte die JRJ-Regierung den sogenannten 6. Zusatzartikel in Kraft. Danach mussten die Abgeordneten einen Eid auf Sri Lankas Souveränität und Integrität abgelegen. Alle tamilischen Abgeordneten, einschließlich Amirthalingam, verwirkten ihre Parlamentssitze, indem sie sich weigerten, unter diesem Zusatzartikel den Eid abzulegen.
Amirthalingam wurde ein paar Monate später ermordet, nachdem er wieder als Abgeordneter der Nationalliste der TULF nach den Wahlen vom Februar 1989 ins Parlament gekommen war. Auf gewisse Weise war auch Indien dafür verantwortlich, dass die LTTE einen gemäßigten tamilischen Führer ermordete. Fr. Gandhi war an der Macht, als die Tamilen nach dem Aufruhr von 1983 zu Tausenden nach Tamil Nadu strömten.
Es gab einen Ruf nach einer Bangladesch-artigen militärischen Intervention in Sri Lanka durch politische Führer wie Karunanidhi von der DMK. Aber anders als in Bangladesch, wo Scheich Mujibur Rahman der einzige, nicht hinterfragte Führer war, dem sich Pakistan weigerte, Macht zu übergeben, hatte Amirthalingam schon – wenigstens unter den militanten Gruppen – die Glaubwürdigkeit verloren.
Daran trug wiederum er selbst schuld. Während er in Colombo offiziell seinen Weg im Parlament verfolgte, ermutigte er stillschweigend die tamilische militante Bewegung, welche weit vor dem Punkt des Aufflackerns 1983 begonnen hatte. Um genau zu sein: Sie begann nach dem Standardisierungsgesetz von 1972, welches die Tamilen aus den Colleges ausschloss. In der Tat leitete einer seiner Söhne eine militante Gruppe für eine Weile – mit indischen Waffen und nach indischem Training.
Fr. Gandhi ließ die militanten Tamilen von ihrer Armee trainieren, um das JRJ Regime zu bezähmen. Rajiv Gandhi, der ihr als Führer folgte, gebrauchte sie als Unterpfand und zog die TULF vor, um so mehr, nachdem sich die militanten Gruppen über Rajivs ersten amateurhaften Versuch der Diplomatie lustig gemacht hatten, indem sie die Thimpu-Verhandlungen ins Leere laufen ließen. Sie hatten keine Schuld daran, denn es gab keine Gemeinsamkeit zwischen den beiden Seiten und keine vorangehenden Vorbereitungen. Die Militanten, welche nicht mit der Art der Parlamentarier vertraut waren, wurden an den Verhandlungstisch gedrängt. Sie waren sehr froh, da sie meinten, dass dies ihre stillschweigende Anerkennung bedeuten würde.
Aber nach dem Abbruch der Verhandlungen von Thimpu hielt Rajiv die Militanten aus dem Bild heraus und setzte den Dialog mit Colombo auf zwei Ebenen fort: Regierung in Augenhöhe mit Regierung und srilankische Regierung und TULF. Die Bevorzugung, welcher der TULF zwischen 1986 und 1987 gegeben wurde, verursachte viel Ärger unter den tamilischen Gruppen. In den letzten Phasen der Verhandlungen wurden alle tamilischen Parteien, einschließlich der LTTE, vollständig von Indien in Kenntnis gesetzt, obwohl Prabhakaran behauptete, dass dies nicht stimme. Am Anfang wollte Indien, dass alle tamilischen Gruppen das Abkommen mit Colombo unterzeichnen sollten. Es war Amirthalingam, welcher Rajiv überzeugte, dass er allein das Abkommen mit der JRJ unterzeichnen solle. Dazu führte er verschiedene gebrochene Pakte in der Vergangenheit an. Dies wiederum verärgerte die Militanten noch mehr – und ganz besonders die LTTE. Während es andere Gruppen vorzogen, sich Indien bei der Angelegenheit anzuschließen, revoltierte die LTTE nach ihrer anfänglichen Zustimmung, was letztlich zur Konfrontation mit der indischen Armee führte.
Ich war an dem Tag in Colombo, als Amirthalingam ermordet wurde. Tatsächlich holte ich den ehemaligen Colonel R. Hariharan ein, bevor ich Taj Samudra verließ, um den Abendflug zurück nach Madras zu nehmen. Der Colonel war damals ein Major in der IPKF und mit Verbindungen zum militärischen Geheimdienst. Ich erfuhr von ihm, dass die indische Mission Gastgeberin eines Dinners für Amirthalingam und andere Führer in dem Hotel war. Ich war am Flughafen, als die Gruppe von Killern Amirthalingams Wohnung betrat, und ich bekam die Neuigkeiten in dem Moment, in dem ich mein Heim in Madras erreichte.
Ich war in einer Gruppe von Journalisten aus Madras, die direkt in einem IPKF Flugzeug nach Jaffna gebracht wurden, um den Begräbnissen von Amirthalingam und Yogeswaran beizuwohnen. Die ganze Stadt trauerte und zeigte dies auch trotzig gegenüber der LTTE – was man bis dahin nicht für möglich gehalten hatte. Ich konnte die Gefühle der Jaffna-Tamilen verstehen, welche wohl spürten, dass es ihrer Sachen am meisten dienen würde, wenn man sich auf die parlamentarische Erfahrung der TULF und deren politisch reife Führungsriege stützen und die militärische Kühnheit der LTTE zügeln würde.
Aber es sollte nicht so sein, denn Prabhakaran machte kein Geheimnis aus der Tatsache, dass er ein Faschist war. Mavai Senathiraja hielt die bewegendste Trauerrede. Es ist ironisch, dass er zusammen mit anderen tamilischen Führern Anandasangaree daran hinderte und später selbst zur pro-LTTE-Partei TNA ging. Und das, nachdem die LTTE auch noch einen anderen tamilischen Intellektuellen und Parlamentarier, Neelan Thiruchelvam, niedergeschossen hatte. Als der tamilische Abgeordnete Sivanesan in Mallavi in dem von den Rebellen kontrollierten Gebiet im März 2008 ermordet wurde, gab die LTTE dafür einer Einheit der srilankischen Armee die Schuld, die in das Gebiet eingedrungen war.
In einer Huldigung für Sivanesan sagte Prabhakaran: “Er sehnte sich nach einem freien und ehrbaren Leben für das tamilische Volk in ihrem Land. Er repräsentierte das Volk von Jaffna und wanderte durch die Welt und suchte Gerechtigkeit für die Tamilen. Er steigerte das Bewusstsein unter unserem Volk und sammelte Unterstützung für das Volk. Er stellte die Abscheulichkeiten des singhalesischen Staates und dessen militärischer Besatzung in der Welt bloß. Er war sogar inmitten wiederholter Quälereien und Drohungen von Seiten des singhalesischen Militärs mutig. Sein Dienst für die Befreiung von Tamil Eelam durch seine harte Arbeit und seine exemplarischen Fähigkeiten sind unermesslich.“
Prabhakaran hätte genauso über Amirthalingam sprechen können, seinen einstigen Mentor, den er ohne Gewissensbisse eliminieren ließ.
KP – der Shylock im „Kaufmann von Venedig“ übersetzt von der Webzeitung Sri Lanka Watch vom 08.07.2009
Anmerkung der Herausgebern von Sri Lanka Watch: Die tamilische Diaspora ist nicht mehr Teil der Tamilen in Sri Lanka. Dabei ist es egal, ob es sich um die KP-Gruppe, die Reggie-Gruppe in Großbritannien oder die einfältigen Geister in Kanada unter dem ehemaligen Flüchtling-Schmuggler David Poopalapillai handelt, oder ob es sich um die in die Irre geführten Schüler handelt, welche nicht wissen, wo Atchuvely ist und ob Nilaverai ein Brunnen oder ein Ozean ist. Bisher haben sie nur ihre eigene Niederlage in Gang gesetzt, als sie die Tiger bewaffneten und die Bankkonten von KP und anderen internationalen Kriminellen füllten. Diese Bankkonten haben sie mit Spenden gefüllt, die unter Zwang eingesammelt wurden. Sie haben sich selbst auf die Waagschale gelegt – und auf der anderen Seite der Waagschale war der utopische Traum von Prabhakaran, der eigentlich immer nur einen Mafia-Staat haben wollte. Die Lösung des ethnischen Problems aber wird vom Volk von Sri Lanka kommen.
Die tamilische Diaspora wird dabei nichts zu sagen haben – und sie sollte auch nichts zu sagen haben, da sie indirekt für die Tausenden von Toten in Sri Lanka verantwortlich ist. Eine in die Tiefe gehende Untersuchung der Aktivitäten der pro-LTTE Diaspora wird lediglich alle Arten von betrügerischen Abenteurern, Egozentrikern und all jene enthüllen, die in kriminellen Aktivitäten verwickelt waren – und sind. Sie missbrauchten die srilankische ethnische Frage, nur um sich zu bereichern. Die tamilische Diaspora wurde von diesen Schurken und Scharlatanen missbraucht.
Erinnert euch an Shakespeares Stück “Der Kaufmann von Venedig” und an Shylock, die Hauptfigur. Die Shylocks der tamilischen Diaspora haben es nur dahin gebracht, dass die Diaspora, die nicht für die LTTE war, Sri Andrew Agucheeks und Sir Toby Belches aus „Was ihr Wollt“ von Shakespeare glich – reinen Witzfiguren nämlich. Es wird nicht lange dauern, bis die Tamilen in Sri Lanka ihren Verwandten in der Diaspora sagen werden: „Lasst uns in Frieden!“
Colombo – Das internationale Netzwerk der LTTE, welches der Flüchtling Kumaran Pathmanathan, alias KP, leitete, zerbröckelt zusehends. Der Grund dafür ist, dass sich die ausländische tamilische Diaspora und die früheren Lösegeldsammler der LTTE von der „neu gegründeten“ LTTE von Pathmanathan zurückgezogen haben. Dies besagen Berichte, die in Colombo aus Kanada auflaufen.
Die jüngste Episode der sogenannten LTTE von Pathmanathan wurde von der ausländischen tamilischen Diaspora als Parallele zu Shylock im „Kaufmann von Venedig“ beschrieben: wie im Stück versucht KP, Spenden zu ergreifen, die derzeit in der Kontrolle verschiedener LTTE-“Spendensammler“ sind, die bereits zu Velupillai Prabhakarans Zeiten aktiv waren.
Man sagte, dass KP, der das Internet zu nutzen versteht, verschiedene, ehemals LTTE-treue Geschäftsleute in Kanada, London und Deutschland offen bedroht hat: sie sollen sofort Spenden auf ein bestimmtes Konto in einem südostasiatischen Land transferieren. So will KP die LTTE-Organisation wieder aufbauen. Jene, die in den verschiedenen Diaspora-Ländern im Besitz der riesigen Mengen LTTE-Gelder sind, haben sich seiner Forderung jedoch verweigert, wie die einschlägigen Berichte besagen.
Viele der KP angesprochenen haben in ihren Gast-Ländern zum Teil große Geschäftsunternehmungen hochgezogen – mit dem Lösegeld, das von den Tamilen gesammelt wurde, als Prabhakaran noch am Leben war. Prabhakaran selbst hat dem Namen nach zugestimmt, dass sie Geschäfte in jenen Ländern beginnen sollen, um das Einkommen der Terrororganisation somit zu stabilisieren.
Diese sauberen Geschäftsleute, die ihre Unternehmen unter ihrem eigenen Namen führen, haben dem Bericht nach KP gesagt, dass nach dem Tod von Prabhakaran die LTTE nicht länger existiere und dass sie keinen von KP gegebenen Befehle folge leisten würden.
Die Berichte besagen, dass die LTTE in der Vergangenheit über 50 Millionen US-Dollar im Vierteljahr von Geschäftsunternehmen, die von der LTTE gesponsort wurden, allein in Kanada gesammelt habe.
Jene, die sich nun gegen KP stellen, haben ihn gewarnt, er solle nicht wieder die tamilische Gemeinschaft in die Irre führen, indem er unrealistische Träume von “transnationalen Regierungen” im Exil aufbaue, und er solle sofort damit aufhören, Erklärungen durch das Internet zu veröffentlichen, während er selbst sich versteckt.
In der Zwischenzeit gibt es eine andere, weitere dramatische Entwicklung in Colombo. Die Tamilische Nationale Allianz (TNA), die einst Bevollmächtigte der LTTE war, hat sich komplett von der Terrororganisation distanziert. Dies sagte ein TNA Parlamentarier aus dem Wanni Distrikt. Er bemerkte: „Wir möchten sehr gern das Entwicklungs- und Versöhnungskomitee (DRC) von Präsident Mahinda Rajapaksa repräsentieren, um dem tamilischen Volk zu helfen, Lösungen für ihre Beschwerden zu suchen.“
Er sagte, dass die LTTE in Sri Lanka nicht mehr aktiv sei oder funktionieren würde, und dass sie (die TNA) nichts mehr mit der LTTE zu tun habe und auch nichts zu Erklärungen beitragen würde, welche von Pathmanathan von der LTTE und seiner “transnationalen Regierung” im Exil gemacht würden. „Wir und unser Volk haben mehr als drei Jahrzehnte wegen des Traumes von einem separaten Staat gelitten und schauen nun in Richtung Zukunft, um als Srilanker zu leben.“
Mit freundlicher Genehmigung: Presseamt der Regierung von Sri Lanka
Übersetzt aus The Hindu vom 06.07.2009

Blick gelassen in die Zukunft Sri Lankas: Mahinda Rajapaksa
„Wir geben Geld für Strom, Straßen, Wasser aus. Wir können sie nicht zu einem Ort zurückschicken, an dem es nur Dschungel gibt. Ihr Problem ist Bewegung, oder besser: Bewegungsfreiheit. Da wir noch große Sorgen wegen der Sicherheit haben, weiß ich nicht, wie das sofort zu leisten wäre.“
Das Drama von etwa 300.000 Tamilen, welche in den Woche vor der Vernichtung der LTTE vor dieser flohen, bewegt die Welt – die schockiert, entsetzt und schließlich sehr erleichtert die Entwicklungen beobachtete. Wie geht es den Menschen gegenwärtig in den IDP-Lagern in Vavuniya und wie sieht ihre Zukunft aus? Und was für ein politischen Lösung hat Sri Lankas Regierung im Sinn? Präsident Mahinda Rajapaksa antwortet in diesem ersten Teil eines längeren Interviews mit The Hindu in Colombo auf die Fragen von N. Ram.
Alith Weeratunga, der Sekretär des Präsidenten, hat an der Unterhaltung teilgenommen, einige Details ergänzt und seine Einsichten hinzugefügt. P.M. Amza, Sri Lankas Vize-Hochkomissar im Südlichen Indien, war ebenfalls anwesend bei dem Treffen vom 30. Juni in Temple Trees , der früheren offiziellen Residenz der Premierminister.
N.Ram: Herr Präsident, sind Sie mit den Bedingungen in den IDP Lagern in Vavuniya zufrieden, wo fast 300.000 Tamilen untergebracht sind?
Präsident: Ich habe einige mir nahestehenden Freunde in die Lager geschickt. Sie gingen hin und blieben einige Tage dort. Sie sprachen mit den Mädchen, den tamilischen Kindern und vielen anderen vor Ort. Und sie kamen zurück und berichteten mir. Ich stütze mich nicht allein auf Informationen von Beamten. Wir haben Leute über 60 freigelassen. Wissen Sie, ein 74-jähriger kam, als er freigelassen worden war, sofort hierher und fuhr nach Singapur. Er war der Mann, welcher ein Geldzahlungsliste hatte. (Velupillai) Prabhakaran hatte vielen Listen gegeben, nicht nur einer Person. Dieser Mann entkam; er war einer der früheren LTTE-Führer.
Ich würde sagen, dass die Bedingungen in unseren Lagern die besten sind, die irgendein Land unter diesen Umständen bieten könnte. Wir liefern Wasser. Es gibt ein Problem mit den Sanitäranlagen. Dies ist nicht unser Fehler. Das Geld, das von der EU und von anderen kommt, ist an die NGOs und an die UN gegangen. Beide sind sehr langsam und zahlen Geld sehr langsam aus. Wir liefern die Wassertanks; wir haben über 2 Milliarden (srilankische) Rupien ausgegeben. Wir haben Strom und Wasser eingerichtet und geben ihnen jetzt Fernseher. Wir haben Telefonanlagen eingerichtet. Schulen werden errichtet. Einige der ehemaligen Führer benutzen Mobiltelefone.
Ich hatte ein besonderes Treffen wegen der Abfallbeseitigung. Ich schickte ein besonderes Team von Spezialisten, um herauszufinden, wie man der Moskitoplage Herr werden kann.
Wir wissen, dass es Mängel gibt. Wir werden sie alle überwinden. In einigen Lagern gibt es keine Probleme mehr. Was diese Leute, die ich geschickt hatte, mit gesagt haben, ist Folgendes: Sie sind mit der Unterbringung, den Unterkünften zufrieden. Sie hatten früher viel schlechtere Bedingungen zu ertragen (als sie unter der Kontrolle der LTTE waren). Ihr Problem ist die Bewegung, besser: die Bewegungsfreiheit. Da wir noch große Sorgen wegen der Sicherheit haben, weiß ich nicht, wie das sofort zu leisten wäre.
So habe ich gesagt: “Wir müssen alle diese Leute identifizieren. Wenn also jemand die Verantwortung dafür übernimmt, sind wir bereit, sie gehen zu lassen.“ Wir haben ein Allparteien-Treffen für Entwicklung und Wiederversöhnung einberufen. Was die Wiederversöhnung betrifft, da müssen alle Partein teilnehmen. Auch die TUN (Tamilische Nationale Allianz) muss teilnehmen.
Das Wiederansiedeln der vertriebenen Tamilen
NR: Warum können nicht mehr tamilische IDPs zu den Orten, von denen sie stammen, zurückgeschickt werden, natürlich vorausgesetzt, dass ihre Sicherheit und ihr Wohlbefinden gewährleistet sind? Warum gibt es nicht eine großmutige Geste ihrerseits – indem man Zehntausende von Leuten zu sicheren Orten schickt, an denen sie sich um sich selbst kümmern können – in diesem Stadium wären das die Östliche Provinz, die Jaffna-Halbinsel und die indischen tamilischen Gebiete?
Präsident: Wir müssen uns daran erinnern, dass die Situation erst einen Monat alt ist, mein Freund. Ich habe am 20. Mai gesagt, dass wir die internen Flüchtlinge so schnell wie möglich an Orte schicken müssen, wo sie bleiben können. Mein Problem ist, dass wir das Zertifikat der Minensäuberung von der UN bekommen müssen. Wir haben bereits Flüchtlinge zu verschiedenen Orten zurückkehren lassen. Sie können gerne die Details haben. So bald wir das UN-Zertifikat haben, bin ich bereit, das zu tun. Aber davor muss ich das Zertifikat der Minensäuberung von der UN erhalten. Ich kann keine Flüchtlinge an Orte ohne grundlegende Einrichtungen zurückschicken. Jetzt geben wir Geld für Strom, Straßen, Wasser aus. Wir können sie nicht zu einem Ort zurückschicken, an dem es nur Dschungel – und Minen – gibt. Jeder Quadratzentimeter wurde von der LTTE mit Minen versehen. Wenn irgendetwas passiert, bin ich verantwortlich.
Lalith Weeratunga (Sekretär des Präsidenten, Anm. der LW-Red.): Sri Lanka hat ein sehr gutes System übernommen. Wir säubern zuerst die Reisfelder von Minen; dann kann man Reis anbauen. Das andere Ding ist, dass die UN bei der Säuberung von Minen sehr langsam arbeitet. Es sind die indischen Gesellschaften, welche hier die gute, schnelle Arbeit geleistet haben.
Präsident: Und die natürlich die srilankische Armee. Sie leisten die beste Arbeit.
Mein persönliches Gefühl ist, dass wir so bald wie möglich diese Leute wieder ansiedeln müssen. Wir müssen sie in ihre Dörfer zurückschicken. Aber mein Problem ist, dass ich weitere 200.000 Soldaten rekrutieren müsste, wenn ich ihnen jetzt umfassende Sicherheit geben wollte! Ich möchte das nicht tun. Wir rekrutieren jetzt Tamilen für die Armee und die Polizei. Ich war immer dafür. Ich habe gesagt: „Lasst uns ein moslemisches Regiment und ein tamilisches Regiment haben.“ All diese Leute begannen, aus politischen Gründen dagegen zu sein. „Kein moslemisches Regiment, kein tamilisches Regiment.“ Das betraf nicht die Singhalesen, die es begrüßten, sondern die Tamilen, die Moslems.
Sie wissen, die Mütter unserer Soldaten trugen dazu bei – obwohl von einigen ihre Söhne von der LTTE getötet wurden – als wir ihnen sagten, dass diese Leute (tamilische Zivilisten, welche vor der LTTE flüchteten) kommen würden und wir ihnen Nahrung und anderes Lebensnotwendiges schicken müssten. Die Mütter von ehemaligen Soldaten trugen sehr stark zur Nahrungsbeschaffung und allem anderen Lebensnotwendigen für die Flüchtlinge bei. Die Bhikkhus (buddhistische Mönche – Anm. der LW-Red.) trugen dazu bei. Leider nicht dazu beitragen wollten zunächst einige tamilische Geschäftsleute. Ich musste sie an ihre Pflicht erinnern, sie anschreien, sie um Hilfe anbetteln.
NR: Ein anderer, strittiger Punkt betrifft drei Ärzte in Haft. Einer von ihnen könnte ein LTTE-Mann sein, die zwei anderen sind Regierungsärzte. Warum können sie jetzt nicht freigelassen werden?
Präsident: Ich selbst hatte ihnen geraten, eine Pressekonferenz zu organisieren. Lasst diese Ärzte kommen und sagen, was sie zu sagen haben.
LW: Sie haben (bezüglich der zivilen Opfer in der Nicht-Feuer-Zone) glatt gelogen. Und sie sind Öffentliche Bedienstete, werden von dieser Regierung bezahlt. Wenn sie völlig straflos ausgehen, dann wird das ein schlechtes Beispiel sein.
Präsident: Jeder macht sich um die Ärzte Sorgen. Lasst sie also öffentlich erklären, den Journalisten, die sie befragen können, ganz genau erklären, warum und auf welcher Basis sie das, was sie gesagt haben, gesagt haben. Lasst auch die Journalisten, die für die LTTE sind, sie befragen.
Die Frage der tamilischen Führung
NR: Wie sehen sie die politische Entwicklung der Situation nach Prabhakaran?
Präsident: Meine Ansicht ist diese: Die meisten Tamilen glaubten, dass sie einen echten Führer hätten – egal, ob er Recht oder Unrecht hatte. Dieser Mann (Prabhakaran) machte sie stolz. Es war eine gnadenlose Organisation, welche Leute tötete, aber für andere war das alles unwesentlich. Sie dachten: „Es gibt einen Führer, der uns in der Welt bewahren und beschützen wird.“
Plötzlich ist diese Führung verschwunden, nach 30 Jahren Gewaltherrschaft. Unmittelbar darauf konnten sie damit nicht fertig werden. Viele von ihnen wissen, dass Prabhakaran Unrecht hatte. Es wird Zeit brauchen. Einige dieser Leute, die älteren Leute, können es immer noch nicht akzeptieren. Und weiterhin schicken sie und „KP“ (Selvarasa Pathmanathan, das frühere Oberhaupt der LTTE Abteilung für Internationale Beziehungen und der hauptsächliche Waffenlieferant, der noch auf freiem Fuß ist und auf der Liste der am meisten gesuchten Personen bei Interpol steht – Anm. der LW-Red.) durch das Internet Propaganda-Botschaften, nicht wahr? Die Dinge, die sie individuell akzeptieren, wollen sie nicht aufgeben. Es gibt hier singhalesische Geschäftsleute, welche das LTTE-Geld investiert hatten. Wir wissen das, aber verschiedene mächtige Leute haben sie beschützt.
Ich befürchte in dieser Situation Folgendes. Derzeit wird jemand hier etwas planen müssen, um wieder Geld zu sammeln. Nur einen Zwischenfall. Nur damit sich die Welt aufregt und damit man dann zeigen kann, dass man die Bewegung begonnen hat – so dass sie einen Grund vorschrieben können, weiterhin Geld sammeln können. Sie denken, dass dies helfen wird. Aber wir sind sehr wachsam.
Kein Rassismus!
Bei dieser ganzen Angelegenheit müssen wir laut denken. Ich habe meine Parteifreunde gewarnt, alle andere Parteileute, ob Singhalesen, Tamilen oder Moslems auch, dass „Ich keine Erklärung irgendwelcher Art möchte, irgendetwas, welches unter unseren drei Gemeinschaften Unruhe schafft.“ Jetzt ist meine Theorie dies: Es gibt keine Minderheiten in Sri Lanka, es gibt nur jene, welche das Land lieben, und jene, welche es nicht lieben. Sie haben versucht, sich davon wegzuwinden, aber ich behaupte immer noch diese Position.
NR: Das war Ihre Rede vom 19. Mai
Präsident: Ja, im Parlament. Und in meiner Parlamentsansprache sprach ich auch in Tamil. Und ich sprach nur in Tamil, als ich eine kleine Nachricht durchgab, als wir den neuen I-TV Tamilischen Kanal Vasantham begonnen haben.
LW: Angestellte des öffentlichen Dienstes lernen jetzt Tamil. Eine Reihe von Kursen für gesprochenes Tamil, 40 Stunden lang.
Präsident: Ich habe erfahren, dass ein Lehrer in einer Schule sagte: „Wenn der Präsident Tamil lernen kann, warum könnt ihr es nicht alle? Ihr seid Schüler. Ihr müsst Tamil lernen.“ Wir bezahlen Leute im öffentlichen Dienst dafür, dass sie Tamil lernen, wir ermutigen sie dazu.
LW: Es gibt eine einmalige Zahlung, wenn man ein Examen in Tamil ablegt. Aber wenn man in den Unterricht geht, wird auch das bezahlt. Ihre Exzellenz haben eine Direktive herausgegeben, welche am 1. Juli in Kraft trat, dass wir künftig keine Leute für den öffentlichen Dienst einstellen werden, wenn sie nicht Tamil können – und umgekehrt, das heißt, die Tamilen müssen Sinhala können und die Singhalesen müssen Tamil können.
Präsident: Sie sollen es lernen, sie müssen es lernen. Ich kann mich erinnern, dass ich bereits 1970 damals noch als junger Abgeordneter sagte, dass wir allen Singhalesen Tamil und allen Tamilen Sinhala beibringen müssen. Wenn dies geschehen wäre, denke ich, würde jetzt unsere Welt anders aussehen.
NR: Es gab in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts diese berühmte und prophetische Feststellung (1956, als Sinhala zur offiziellen Sprache ernannt wurde – Anm. der LW-Red.): „Zwei Sprachen, ein Land. Eine Sprache, zwei Länder.“
Präsident: Ja, Colin hat sie getroffen (Dr. Colin R. de Silva, der LSSP Führer, der zwischen 1970 und 1975 ein sehr wichtiger Kabinettsminister von Sirimavo Bandaranaike war – Anm. der LW-Red.).
Auf dem Weg zu einer politischen Lösung
NR. Jetzt zu Ihrer politischen Lösung. Sie haben über den „13. Zusatzartikel – plus“ gesprochen.
Präsident: Ich habe auf sie gewartet. Die TNA Abgeordneten müssen kommen und an den Diskussionen (über die politische Lösung) teilnehmen. Es hat sich verzögert, weil sie dies noch nicht getan haben. (Am 2. Juli nahmen die Führer und Repräsentanten von 22 politischen Parteien einschließlich der TNA an dem ersten Treffen des neu errichteten Allparteien-Komitees teil, mit dem ein Konsens hinsichtlich der Entwicklung und Wiederversöhnung bei allen politischen Parteien erreicht werden soll, wobei der eiligen Wiederansiedlung und Rehabilitierung der von dem Krieg Vertriebenen Vorrang gegeben werden soll – Anm. der LW-Red.) Ich warte, aber es wird nach meiner (Wieder-)Wahl (als Präsident) sein. Ich muss das Mandat bekommen. Danach kommt die politische Lösung. Sogar morgen kann ich das geben – aber ich möchte es vom Volk erhalten. Sogar heute hat jemand gesagt: „Der 13. Zusatzartikel. Wir sind nicht dafür…“Ich habe sie angerufen und ihnen meine Meinung gesagt. Ich habe unsere Parteiführer angerufen und ihnen gesagt: „Nun, was ich euch jetzt sage, das sagt bitte niemandem. Es bleibt unter uns.“ Nur Parteiführer waren da. Aber heute hat mich ein Universitätsprofessor angerufen und hat gesagt: „Danke.“ Ich sagte: „Wofür?“ Er sagte: „Heute Morgen haben Sie alle Leute wegen des Rassismus gewarnt. Und was Sie sagten, wird hoch geschätzt. Mit diesem Anruf möchte ich Ihnen danken.“ Ich fragte: „Wie haben Sie davon erfahren?“ Er sagte: „Nun, mein Herr, ich habe es nur gehört.“ Dieser Professor, ein Tamile, hatte sofort die Neuigkeit erhalten. „Ob es Singhalesen, Tamilen oder Moslems sind, ich sage es euch allen. Kein Rassismus. Versucht nicht, für mich Probleme zu schaffen.“
Was die politische Lösung betrifft, will ich sie. Ich weiß, was ich geben will, und ich weiß, was ich nicht geben will. Die Leute haben mir das Mandat gegeben und so werde ich es gebrauchen. Aber ich muss diese Leute (die TNA Repräsentanten – Anm. der LW-Red.) dazu bekommen, dem zuzustimmen. Sie müssen auch wissen, dass sie das, was sie wollen, nicht bekommen können. Auf keinen Fall Föderalismus in diesem Land! Damit es eine Wiederversöhnung gibt, muss es eine Mischung der Ethnien geben. Hier heiraten die Singhalesen, Tamilen und Moslems untereinander. In meiner eigenen Familie hat es gemischte Ehen gegeben: Singhalesen mit Tamilen, Singhalesen mit Moslems. Dies ist die wahre srilankanische Gesellschaft. Niemand kann und wird dies ändern.
NR: Jetzt haben Sie diese Idee einer Zweiten Repräsentanten Kammer.
Präsident: Ja, ich möchte Repräsentanten von den Provinzen in die nationale Politik einbringen. Und wenn es irgendetwas gegen einen Provinzrat gibt, dann können sie ihre Gewalten verfassungsgemäß schützen. Ich habe ein Arrangement im Sinn – dies ist es, was wir „zu Hause gewachsene Lösungen“ nennen – aber die Idee muss diskutiert und die Details müssen in Ordnung gebracht werden. Ich möchte kein Arrangement auferlegen.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondeten in Colombo vom 9. Juli 2009

Die fünf Wanni-Ärzte während der Pressekonferenz
Colombo – Die fünf Ärzte, die in den letzten Tagen des Krieges gegen die LTTE, in der von den Terroristen besetzten Zone arbeiteten und sich immer wieder mit horrenden Geschichten an die internationale Presse wandten, haben ausgesagt, dass sie die Zahl der Toten bei weitem übertrieben haben – auf Druck der LTTE-Kader.
Die fünf Ärzte, die seit dem Ende des Krieges in Haft sind, machten diese Aussage gestern, während einer Pressekonferenz im Media Center des Büros für Nationale Sicherheit in Colombo, in dem normalerweise die Armee seine Pressekonferenzen hält. Die Mediziner, Dr. T.Sathiyamoorthy, Dr. T.Varatharaja, V.Shanmugaraja, Dr. Illancheliyan Pallavan und Dr. S. Sivapalan sagten auch, dass ihre Aussagen nicht unter Druck zustande kämen.
Die Ärzte, um deren Wohlergehen sich mehrere Menschenrechtsorganisationen gesorgt hatten, sowie recht lautstark auch die tamilische Diaspora, sind wohlauf, sie machten eine sehr guten Eindruck, auch wenn sie sehr nervös wirkten – einer von ihnen, Dr. T. Varatharaja, trug seinen rechten Arm in einer Schlinge. Ein Querschläger habe ihn getroffen, kurz bevor er auf die Seite der srilankischen Armee gewechselt sei.
Während der letzten Tage des Krieges hatten sie sich immer wieder per Funk mit Geschichten an die internationalen Medien gewandt. Dr. V. Shanmugaraja erzählt, das an einem Tag 60 Menschen getötet worden wären – die Rebellen hätten sie allerdings aufgefordert von mindestens 1000 Toten zu sprechen.
„Jeden Tag kamen die LTTE-Leute zu uns und gaben uns Listen; soundundso viele seien tot, soundundso viele seien verwundet, in der und der Gegend habe die srilankische Armee Bomben abgeworfen. Aber diese Listen waren falsch, die Zahlen waren stark übertrieben.“
Dr. V. Shanmugaraja und seine vier Kollegen sagten, dass sie die Zahl der Toten auf 600 bis 700 einschätzten, mit etwa doppelt so vielen verwundet. Die UN sowie das Internationale Rote Kreuz (ICRC) hatten in den Tagen nach dem Krieg Zahlen veröffentlicht, die zehnmal höher lagen; auch sprach die UNO von mindestens 14 000 Verletzten.
Dr. Varatharajah sagte auch, dass die Berichte, u.a. auf tamilischen Websiten über die Bombardierungen eines Krankenhauses im Februar nicht der Wahrheit entsprächen. Auch damit widerspricht der Arzt UN und ICRC – beide Organisationen behaupteten, dass dies der Fall gewesen sei; das Rote Kreuz berichtete gar von 9 Toten…
Die fünf Ärzte behaupteten nun, dass die medizinischen Einrichtungen kaum Schäden davon trugen. Die LTTE-Kader hätten indes ständig die Nahrungsmittel sowie medizinischen Lieferungen der Regierung abgezweigt und den eigenen Leute zugute kommen lassen.
Auf die Frage eines Journalisten, ob sie ihre Falschaussagen bereuten, sagte Dr. Satyamoorthy: „Natürlich bereuen wir das!“ Er bekräftigte dabei noch einmal, dass der Auftritt vor der Presse auf eigenen Wunsch zustande gekommen sei. Trotzdem hoffe man, bald entlassen zu werden. Sri Lanka sei nun ein demokratisches Land, die LTTE besiegt – und man müsse nicht länger lügen.
Amnesty International sieht diese neuen Information allerdings in einem andern Licht:“ Wir zweifeln stark daran“, hieß es in einer Reaktion auf den Auftritt von einem Sprecher der Organisation, “ dass diese Aussagen wirklich freiwillig gemacht worden sind. Bei uns entstand der Eindruck, dass diese fünf Ärzte während ihrer Haft misshandelt wurden.“
Auch UN-Sprecher Gordon Weiss bleibt bei den Opfer-Zahlen, die man genannt hatte.
Das weitere Schicksal der Ärzte ist ungeklärt. Ein Regierungssprecher sagte, die Männer hätten sich der Ko-laboration mit Terroristen schuldig gemacht; es werde weiterhin Untersuchungen geben. Bis diese beendet sind, blieben die Männer in Haft.
Mittlerweile hat die srilankische Regierung das International Rote Kreuz (ICRC) dazu aufgefordert, seine Aktivitäten im Norden des Landes „deutlich zurückzufahren“.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 9. Juli 2009

Will Minenräumer nach Sri Lanka schicken: Indiens Außenminister Menon
Colombo – Während Einheiten der Armee im Tagesrhythmus zum Teil riesige Waffenlager der LTTE ausheben, die diese in den Dschungeln des Nordens angelegt hatten, bereitet eine andere Waffengattung weiterhin große Probleme nicht nur für die Sicherheit der daran beteiligten Truppen, sondern auch der Zivilbevölkerung: Minen.
Während ihrer Gewaltherrschaft im Wanni haben die LTTE-Terroristen Abertausende von Minen vergraben – offenbar auch völlig wahllos, denn bislang konnten, trotz fieberhafter Suche, keine Unterlagen oder Lagepläne gefunden.
Nun hat die indische Regierung Hilfe bei der Suche und Entschärfung der geächteten Sprengwaffen angeboten. Der indische Außenminister, Shiv Shankar Menon sagte bei einer Pressekonferenz in Neu Dehli, dass Indien bereit sei, Experten zu schicken, die bei der schwierigen Aufgabe helfen sollen. Außerdem bekräftigte die indische Regierung ihre Zusage auf Hilfe für die Flüchtlinge in der Lagern.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondeten in Colombo vom 5. Juli 2009
Colombo/Batticaloa – Vor gut sieben Wochen hatte Sri Lankas Regierung das Ende des Bürgerkriegs und einen Sieg über die Tamilen-Rebellen verkündet. Nun ist in dem Inselstaat im Indischen Ozean erstmals wieder ein Soldat von einem tamilischen Rebellen getötet worden.
Wie die Armee am Sonntag mitteilte, wollte der Soldat im östlichen Distrikt Batticaloa ein Boot in flachen Ufergewässern kontrollieren. Dabei habe der Bootsführer nach der Waffe des Soldaten gegriffen und diesen damit erschossen. Der Mann, bei dem es sich nach Armeeangaben um Nallarathnam Mahendraraja alias Mohan, einen örtlichen Anführer der Rebellenorganisation Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) handelte, wurde bei einem anschließenden Schusswechsel mit weiteren Soldaten verletzt und festgenommen. Inzwischen ist er im Krankenhaus von Batticaloa, wo seine Verletzung behandelt wird. Der verletzte Terrorist trug laut Polizei eine gefälschte Identitätskarte, eine Zyankali-Kapsel sowie 16 500 Rupees in bar bei sich. Der Mann hatte offenbar versucht, sich mit dem Boot abzusetzen.
Nach jahrzehntelangen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen hatte Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapakse die Rebellen im Mai für „vollständig besiegt“ erklärt. Nach offiziellen Angaben waren in der Auseinandersetzung seit August 2006 mehr als 6200 Soldaten der srilankischen Armee ums Leben gekommen.
Übersetzt von der chinesischen Agentur Xinhua vom 28.Juni 2009
Colombo – Die Rechtsabteilungen der Regierung entwerfen Richtlinien für eine strukturierte Amnestie für frühere Tamil Tiger Rebellen und deren Sympathisanten. Allerdings oll die Amnestie nur für Rebellen gelten, die keinen hohen Rang in der LTTE hatten; dies berichtet am Sonntag eine lokale englischsprachige Zeitung.
Die Begnadigung wird nur auf Tamil Tiger mit niedrigem Rang angewendet, ohnehin ist die gesamte Führung sowie viele LTTE-Kader mittleren Ranges im Krieg umgekommen. Die Sunday Times zitierte Regierungsbeamte, die mit dem Amnestie-Prozess beschäftigt sind.
Die Zeitung meint weiter: “Würde man irgendeinen altgedienten Tiger verhaften, würde er sofort vor Gericht gestellt.”
Ein Regierungsbeamter, der mit dem Prozess beschäftigt ist, sagte, dass “die Atmosphäre in Sri Lanka versöhnlich“ sei. Es habe keinen Sinn, Leute vor Gericht zu stellen, bei denen es wenig Beweise für Übeltaten gibt.“
Während die Überprüfung der vom Krieg Vertriebenen in den Lagern im nördlichen Vavuniya Distrikt weitergehen, schätzen Menschenrechtsbeobachter, dass bereits an die 10.000 Kriegshäftlinge, bei denen man Verbindungen zu den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) vermutet, in sogenannten „sicheren Häusern“ der Regierung festgehalten werden.
Die Zeitung sagte, dass sich ein Teil der Regierung für das Nachapartheids-Modell von Südafrika ausspricht, um Sri Lankas tief polarisierte Gesellschaft zu integrieren.
Der srilankanische Präsident Mahinda Rajapaksa kündigte letzten Monat an, dass die LTTE vollkommen besiegt worden sei. Das von den Rebellen vorher gehaltene Territorium von 15.000 Quadratkilometer wurde von den Regierungstruppen eingenommen.
Ungefähr 300.000 tamilische Zivilisten, welche in den letzten Schlachten zwischen den Regierungstruppen und den Tamil Tiger Rebellen vertrieben wurden, sind derzeit in Dutzenden von Lagern in den Distrikten des nördlichen Vavuniya und Jaffna untergebracht. Die LTTE behauptete, es gäbe Diskriminierung seitens der singhalesischen Regierungen, und begann mit dem Kampf um ein unabhängiges tamilisches Heimatland im Norden und Osten in den 80ern des vorigen Jahrhunderts. Dabei wurden etwa 100.000 Menschen getötet.
