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Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo vom 30. April 2009
New York – Der UN-Abgesandte Sir John Holmes, der sich zwei Tage lang in Sri Lanka aufhielt und sich informierte über die aktuelle Situation und dabei auch den Norden des Landes besuchte, gab heute vor Journalisten seinen Bericht ab. Erneut fordert er dabei Zugang für UN-Hilfspersonal in die umkämpften Gebiete; erneut weißt er darauf hin, dass die „Nachrichten“ der LTTE-Unterstützer stark manipuliert seien und die der Regierung sehr einseitig und dass man immer noch nicht genau wisse, was in dem umkämpften Gebiet wirklich vor sich gehe. Er sagt weiter, dass es viele Gerüchte gebe, man aber nichts davon wirklich bestätigen könne:
Von unserem LTTEwatch-Korrespondeten in Colombo vom 28. April 2009
Colombo – Der französische Außenminister Bernard Koucher und sein britischer Amtskollege David Miliband reisten am Montag ohne den schwedischen Carl Bildt an, dem angeblich das Visa für die Einreise verweigert worden war um Verhandlungen zur Lösung des Konflikts im Norden voranzutreiben.
Sri Lankas Außenminister Rohitha Bogollagama wies diese Anschuldigung Bildts sofort zurück und sagte, es sei kein Antrag gestellt worden, Bildt sei jedoch „Anfang Mai“ eingeladen. Was dieser wiederum ablehnte.
In seinem Blog bezeichnet Außenminister Bildt das Verhalten Sri Lankas als „merkwürdiges Manöver“, begrüßt es aber, dass seine beiden Kollegen Miliband und Kouchner an ihrem Besuch festhielten. Die schwedische Regierung sieht in dem Verhalten Sri Lankas eine Affront und kündigte an, seine diplomatischen Vertreter aus Colombo zurück zu rufen.
Die fransösische Außenminister Kouchner und sein britische Kollege Miliband hatten am Montag erneut einen Waffenstillstand für Sri Lanka gefordert, wo im Norden des Landes Regierungstruppen auf einem winzigen Streifen Land die verbleibenden LTTE-Kader zwischen Lagune und Meer eingekreist haben, die viele tausende Zivilisten als Geiseln halten. Die EU-Delegation will versuchen, zwischen der Regierung und den tamilischen Rebellen zu vermitteln. Die UN spricht von 50.000 Zivilisten in dem noch umkämpften Gebiet, die Regierung, nach Verhören von zwei hochrangigen, übergelaufenen LTTE-Kadern von 10.000 spricht.
Die srilankische Regierung hat einen bislang rundweg Waffenstillstand abgelehnt, weil sie nach eigenen Angaben befürchtet, dass sich die Rebellen währenddessen neu formieren könnten, wie sie das früher immer wieder getan haben.
Die Regierung in Colombo hatte jedoch am Montag angekündigt, die Streitkräfte würden aus Rücksicht auf die zivile Bevölkerung keine Luftangriffe gegen die aufständischen Befreiungstiger von Tamil Eelam mehr fliegen und auch keine schweren Artilleriegeschütze mehr einsetzen. So gestand sie aber auch quasi nebenbei ein, was sie zuvor stets bestritten hatte.
Auch UN-Nothilfe-Kommissar John Holmes forderte die Regierung des Landes erneut auf, sich an ihre Zusagen zu halten. Gespräche mit der LTTE seien ergebnislos verlaufen. „Wir haben es hier mit zwei Krisen gleichzeitig zu tun“, sagte Holmes. „Zum einen sind Menschen in dem Gebiet gefangen, das früher als Sicherheitszone bezeichnet wurde. Wir sind äußerst besorgt angesichts der hohen Zahl der getöteten Zivilisten, die wir gesehen haben. Und dann gibt es die Krise im Umgang mit all den Menschen, die in der vergangenen Woche aus dem Gebiet abziehen konnten.“
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Karte des heute eroberten Gebiets - laut www.defence.lk
Heute hat die Armee nach eigenen Angaben südlich und südwestlich von Valayanmadam zwei weitere, jeweils etwa 600 Meter lange, in west-östlicher Richtung verlaufende Erdwälle eingenommen, die LTTE-Kader als Schanze mit schweren Baumaschinen aufgeschüttet und auf beiden Seiten vermint hatten – wohl um Zivilisten wie Überläufer an der Flucht zu hindern. Die Einnahme des einen Erdwalls versuchten die Terroristen

Die Armee griff nach der Einnahme des Erdwalls diesen gepanzerten Lastwagen auf, der offenbar LTTE-Kommandos befördert hatte
mittels einen mit Sprengmaterial bepackten Lastwagens zu verhindern – der Lastwagen wurde mit gezielten Schüssen gesprengt. Nach dem Sturm fiel der Armee ein schwer gepanzerter Lastwagen in die Hände. Die Truppen stehen mit der Erdwall-Einnahme im Norden der „No-Fire-Zone“ an der Kreuzung von Rektavaikkal. Die sich ungeordnet weiter nach Süden in Richtung Mullivaikkal zurückziehenden LTTE-Kader würden die Zivilisten mit vorgehaltener Waffen vor sich hertreiben und die zurückgelassenen Unterkünfte und Zelte aber auch Ausrüstungsgegenstände anzünden, sagte ein Sprecher der Armee. Auch würden die verbleibenden Kader weiterhin Minen legen. Diese Erkenntnis habe man nach der Auswertung von Bildern unbemannter Drohnen, die ständig über dem Gebiet kreisten. Man wisse nun auch, wo genau sich die LTTE-Führung verschanzt habe.

Das Foto zeigt laut www.defence.lk einen der eingenommenen Erdwälle - sie waren mit Baumaschinen aufgeschüttet worden, die die abziehenden NGOs hinterlassen hatten
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Unterdessen hat das srilankische Bildungsministerium alle Schüler, Studenten, Lehrer und Dozenten des Landes dazu aufgerufen, Spendenaktionen an ihren Instituten und Schulen zu initieren, um für die tamilischen Binnenflüchtlinge zu sammeln. Gefragt seien vor allem Milch in Flaschen ebenso Wasser, Trockennahrung, Kekse, sowie Kleidung und sanitäre Gebrauchsgegenstände. In Colombo sollen dafür Sammelstellen eingerichtet werden.
Auch mehrere westliche NGOS haben wieder damit begonnen, zu Spenden aufzurufen. Vielfach bedient man sich dabei ungeniert und unhinterfragt der verantwortungslosen Propaganda tamilischer Internetseiten, um ein möglichst grauenhaftes, den Spendenreflex erregendes Bild der Situation zeichnen zu können.
Von Henri-Marie Standhal exklusiv für LTTEwatch
Brandenburg – Das dunkelhäutige Kind steht vor den Treppenaufgang zur großen Messehalle und friert obwohl es warm eingemümmelt ist. Neben ihm steht sein Bruder. Es sieht so aus, als trügen beide blutdurchtränkte Kopfverbände – über ihren Kapuzen. Es schneit ein bisschen, Berlin im Februar eben, der Wind ist kalt und verheißt noch mehr kalten Niederschlag. Beim näheren Hinsehen auf die beiden seltsamen Gestalten – und das tun einige derer, die aus der Kälte in die Wärme der gerade stattfindenden internationalen Reisemesse strömen, dorthin wo, unter anderem, auch die paradiesischen Strände, die historischen Denkmäler und Sehenswürdigkeiten Sri Lankas angepriesen werden – sehen diese Messebesucher, dass es sich bei den blutdurchtränkten Kopfverbänden der Kinder um Toilettenpapier handelt, um beider Köpfe gewickelt und mit roter Farbe beschmiert. Die vorbei eilenden Messebesucher sehen auch die Papp-Plakate, die die beiden verstört wirkenden Kinder an Schnüren um die mit wollenen Schals umwickelnden Hälse hängen haben. „Stoppt den Genozid an Tamilen in Sri Lanka“ steht da in wackeligen Buchstaben.
Die beiden Jungs sehen nicht so aus, als wüssten sie, was „Genozid“ bedeutet – oder wo genau eigentlich Sri Lanka liegt. Der Gesichtsausdruck der beiden lässt aber deutliche ahnen, wo sie gerade lieber wären. In irgendeinem warmen Spielzimmer beispielsweise, bei einem deutschen Freund zu Besuch vielleicht, beim Lego- oder Gameboyspielen. Was sollen sie am nächsten Tag ihren deutschen Schulkameraden erzählen? Vielleicht das: Dass sie für eine Politik missbraucht wurden, die noch nicht einmal ihre eigene Mutter ihnen plausibel zu erklären vermag?
Ein paar Meter entfernt verteilt eine Frau, die vielleicht die Mutter der beiden ist, Flugzettel, auf denen dasselbe, das mit dem Stoppen des angeblichen Genozids, wortreicher fabuliert, gefordert wird. Diese Flyer mit der Forderung nach einem sofortigen Feuerstopp im Krieg Sri Lankas gegen die einst militärmächtigen Terroristen der Befreiungs Tiger von Tamil Eelam (LTTE) sind auch auf der anderen Seite bedruckt. Der Chef der LTTE, angeblich der Führer aller Tamilen weltweit, ist da zu sehen. Ein kleiner, adipöser Mann mit großem Schnauzer, die Fantasieuniform ist deutlich zu eng, starrt er da wie ausgestopft den wenigen Menschen entgegen, die die aufgedrängten Flyer der Frau annehmen. Der finster dreiblickende Korpulente auf dem Bild ist böse. Sehr sogar. Sagt das beispielsweise das amerikanische FBI, das ihn, wie andere Sicherheitsbehörden auch, zur weltweiten Fahndung ausgeschrieben hat und seine Organisation, die LTTE, als „einer der gefährlichsten Terror-Organisationen der Welt… mindestens ebenso gefährlich wie die Taliban“ beschreibt.
Velupillai Prabhakaran wird in Verbindung gebracht mit den berüchtigten Selbstmordbombern, die seit Jahren die Bevölkerung Sri Lankas terrorisieren; auch mit dem Mord am indischen Premier Rajiv Ghandi, der es gewagt hatte, sich ihm entgegenzustellen. Die Beseitigung aller tamilischer Führer, die sich ihm und seinen radikalen Ansichten entgegenstellten, wird ihm ebenso zur Last gelegt wie das massenhafte Vertreiben und töten der einst großen muslemischen Population des Nordostens Sri Lankas. Der dicke, kränklich wirkende Mann in Uniform lässt sich gerne als „Führer“ anreden, auch als „Sonnengott“. Seine Selbstmordbomber, zumeist Kinder und Jugendliche und viele Mädchen darunter, die Black Tigers, dürfen vor ihrem Einsatz das „letzte Abendmahl“ mit ihm persönlich genießen. Prabhakaran überlebte im Gegensatz zu seinen Gästen viele solcher Abendmahle in den letzten 25 Jahren.
Reden will die Frau vor den Berliner Messehallen nicht. Im Gegensatz zu ihren Kindern – und es sind tatsächlich ihre – ist ihr Deutsch nicht so gut. Wie viel anderen Tamilen, die in Deutschland Asyl suchten, fällt es ihr schwer, sich in die deutsche Gesellschaft einzufügen. Die Landessprache zu lernen wäre ein erster Schritt dazu. Aber ihre tamilischen Freunde sagen ihr, dies sei nicht nötig, da man ja ohnehin bald heimkehren würde. Ins gelobte Tamil Eelam, einem Staat der nach dem Willen der LTTE aus den Lenden Sri Lankas gekerbt werden – sollte. Ein diktatorisch straff geführter, monoethnischer tamilischer Staat in dem nur einer wirklich das Sagen hat: Velupillai Prabhakaran, der gesuchte Mörder und überaus erfolgreiche Terroristenchef. Seine LTTE ist weltweit die einzige Terror-Organisation, die eine eigene Luftwaffe, eine eigene Marine (inklusive eine U-Boot Armada) einrichtete, zu schweigen von den riesigen Depots an Sprengstoffen, Gewehren und anderem Kriegsmaterial, das die srilankische Armee bei ihrem Vorstoß in die einst von der LTTE besetzten Gebiete im Norden vorfand. Den Spenden der tamilischen weltweiten Diaspora sei Dank!
Tamil Eelam? Das sollte mal sein, den nun, nach jahrelangem Krieg und Abertausenden von Toten, geht’s ums nackte Überleben. Die verbleibenden Terroristen haben die meisten ihrer Anführer und Kommandanten verloren. Nach massiven und blutigen Gefechten mit der srilankischen Armee, sind sie zurückgedrängt auf einen winzigen Landstreifen bei Mullaitivu im Nordosten Sri Lankas. Zwischen sich und den Truppen nur noch etliche Tausend tamilische Zivilisten, die nun für ihre „Befreier“ als Schutzschild dienen.
Auch wenn die Flyer verteilende Frau vor den Berliner Messehallen Deutsch sprechen könnte, hätte sie, wie viele ihrer Landsleute, akute Erklärungsnot: Warum sie beispielsweise glaubt, in einem demokratischen Staat wie Deutschland, unter Nutzung demokratischer Rechte wie das Recht auf freie Meinung und auf Demonstration für eine Diktatur werben zu können – müsste man sie fragen. Dass sie es kann, spricht für das Demokratieverständnis von Deutschland, ihres Gastlandes – nicht aber für das der LTTE in ihrer Heimat.
Denn dort, in der Utopie des Tamilenstaates Eelam, die einst fast ein Drittel der Urlaubsinsel einnahm, gab es weder freie Wahlen noch Demokratie – noch Ansätze dazu. Es gab LTTE-Hirnwäsche für Schüler und Schülerinnen, die sich ganz freiwillig Selbstmordkommandos anschlossen, satt in die die Schule zu gehen. Es gab modernste Waffen in schier unglaublichen Mengen – bezahlt mit Geldern, die eigentlich für die tamilische Bevölkerung gedacht waren. Aufbau verstand die „LTTE-Regierung“ unter der Errichtung von Bunkersystemen, geheimen Flugplätzen, Gefängnissen und Minenfeldern sowie der Errichtung eines weltweiten Schmuggelsystems, das seinesgleichen sucht und auch heute noch – selbst im Angesicht ihrer militärischen Vernichtung – bestens funktioniert.
Und auch jetzt zeigen die verbleibenden LTTE-Kader ihre innige Abhängigkeit mit den Tamilen – sie beschießen die tamilischen Zivilisten, die ihre angebliche freie Meinung ändern und lieber die Seiten, hin in die sicheren Auffanglager der Armee, wechseln wollen. In Sicherheit, wo das Internationale Rote Kreuz mit Nahrung und medizinischer Verpflegung auf sie wartet. Auch die, die nicht mit ihnen kämpfen oder ihre Kinder als Selbstmordbomber zur Verfügung stellen wollen werden drangsaliert, festgehalten, verprügelt, beschossen. UN-Repräsentant Sir John Holmes bestätigt dieses skrupellose Vergehen der LTTE-Kader in Not gegen die eigenen Landsleute.
Das Dilemma der Frau mit den Flyern ist aber noch größer. Denn sie weiß all dies und auch noch mehr. Wegen dieser LTTE und ihrem inselweiten Terror hatte sie einst Asyl erhalten in Deutschland. Sie habe sich nicht mehr sicher gefühlt, im heimischen Sri Lanka – und schließlich hatten die deutschen Behörden ihr erlaubt, in Deutschland zu bleiben. So wie ihr erging es vielen in anderen westlichen Ländern wie Kanada, Australien, Frankreich, England… Überall, wo jetzt für die LTTE demonstriert wird.
Wohlgemerkt: für die LTTE, für den Führer Prabhakaran. Für den Terror der LTTE. Nicht aber für die Freiheit der Tamilen Zuhause.

Auch der Bürgermeister des Örtchens Borken (Mitte) ließ sich täuschen - und erlaubte eine Demonstration nicht gegen den Krieg, sondern für die Freunde der LTTE. Später entschuldigte er sich und reichte eine Petition, die ihm von den tamilischen Demonstranten bekommen hatte, nicht weiter. Und auch in Borken waren Kinder dabei, die von ihren eigenen, skrupellosen Eltern instrumentalisiert werden
Was ist das, was sie treibt, zusammen mit vielen anderen dieser Tage in Düsseldorf, Bern, Brüssel oder London, wo solche wie sie massenhaft auf die Strasse gehen? Prabhakaran-Plakate tragend, die Terroristen-Flagge schwenkend und Parolen pro LTTE skandierend… Immer dabei sind Kinder, wie die beiden in Berlin vor der Messe, die so fast spielerisch lernen, Terroristen zu unterstützen.
Ist es die Angst dieser Tamilen, dass der Asylgrund entfiele und sie zurückgeschickt werden würden? Mit ihren Kindern, die noch nie Sri Lanka Städte und Dörfer sahen? Ist es das, was man den Tiger-Flaggen schwenkenden Kindern erzählt hat, um ihren Enthusiasmus zu fördern? Treibt diese Menschen die Aussicht, nach der Heimkehr in ein von Terroristen befreites Sri Lanka den verbliebenen Verwandten erklären zu müssen, warum man lieber Geld an die Terroristen für immer neue Waffen gab, statt ihre Armut zu beheben? Oder ist es ihre Angst, das eigene Bisschen, die schöne Wohnung, den netten Job, das, was man in der fernen, kalten – aber gerechteren – Fremde angehäuft hat, wieder zu verlieren?
Oder wird die Frau und alle anderen tamilischen pro-LTTE Demonstranten noch immer erpresst? Von ihrem eigenen Mann, ihrem Bruder, ihrem Onkel, dem glühenden LTTE-Anhänger? So, wie es die LTTE-Getreuen jahrelang mit ihren Landsleuten betrieben – weltweit musste die tamilische Diaspora Steuern an die LTTE zahlen, wer nicht spurte, dem sagte man, dass dies die hinterbliebenen srilankischen Verwandten büssen würden.
Verstünde die Frau vor den Berliner Messehallen Deutsch, müsste man ihr sagen, dass sie innehalte solle. Dass sie überlegen möge – statt offenbar blind zu agieren. Dass sie die Chancen begreifen sollte, die sich jetzt ergeben, kurz vor dem militärischen Sieg der srilankischen Truppen über die größenwahnsinnigen tamilischen Gewaltherrscher. Und sie sollte auch die Gefahren begreifen, die imminent sind. Wenn die LTTE weiter solche Unterstützung erhält, besteht die Gefahr, dass sie sich wieder der ursprünglichen Guerillataktik entsinnt – diesmal jedoch, mit dem eigenen, internationalen Netzwerk, mit sehr viel Geld ausgestattet, auch als eine sehr reale, international kriminell und skrupellos wirkende Gefahr.
Wie stark dieses Netzwerk ist, sieht man an der hahnebüchenen Propaganda, die LTTE-freundliche Internetseiten wie www.tamilnet.com dieser Tage auf die Öffentlichkeit kübeln. Und wie erstaunlich viel davon, offenbar unüberprüft, in westlichen Medien Wort für Wort übernommen wird. So ist für das deutsche Massenblatt BILD die LTTE-Website Tamilnet scheinbar die einzige Nachrichtenquelle wenn es um Neues aus Sri Lanka geht. Und wie ist es zu erklären, dass der bundesdeutsche Aussenminister es nicht schafft, eine demokratisch gewählte Regierung, die kurz vor dem Sieg über ihren höchsteigenen Terrorismus steht, zumindest verbal zu unterstützen.
Es liegt nun an der tamilischen Weltgemeinde, das schiefe Bild gerade zu rücken, Fehler zuzugeben, Fragen zu beantworten und schließlich Integrationsfähigkeit zu beweisen. Falls dies nicht überzeugend geschieht, besteht die große Gefahr, dass alle Tamilen, ob friedliebend oder lerngehemmt und immer noch LTTE-Freund, vor der Weltgemeinschaft zum Synonym für sinnlosen Terror werden.
Übersetzt von einer Reuters Meldung vom 22. April 2009
von Francois Murphy und Yves Clarisse
Paris – Frankreich hat am Mittwoch die srilankischen Tamil Tiger Rebellen(LTTE) verurteilt, weil sie tamilische Zivilisten an der Flucht aus der Kriegszone des Landes zurückhalten würden; gleichzeitig wurde von Frankreich eine Sitzung des UN Sicherheitsrates wegen dieses Konfliktes gefordert.
Tausende von Zivilisten brandeten am Mittwoch aus der Kriegszone, während Soldaten und die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) Rebellen das offenkundige Endspiel von Asiens am längsten andauernden Krieg trotz der Aufrufe, die Gefangenen zu beschützen, ausfochten.

Bernard Kouchner stellt Forderungen an die LTTE
Der französische Außenminister Bernard Kouchner und sein Juniorminister für Menschenrechte Rama Yade sagten in einer Stellungnahme: „Die Weigerung der LTTE, die Zivilbevölkerung aus dem Gebiet fliehen zu lassen, ist inakzeptabel und verspottet internationale Menschenrechte.“
Die massive Präsenz von Zivilisten in der „Nicht-Feuer-Zone“ war als letzte Verteidigungsposition für die Tiger von kritischer Bedeutung. Die Tiger weigerten sich trotz wiederholter Aufrufe durch die Vereinten Nationen, westlichen Regierungen und dem benachbarten Indien, sie freizulassen.
Am dritten Tag, seitdem Truppen durch einen massiven Erdwall brachen, den die Tiger gebaut hatten, und dadurch den Exodus in Gang setzten, sagte das Militär, dass wenigstens 95.000 Leute wegen eines weitergehenden Transits zu Flüchtlingslagern registriert wurden.
Die französischen Minister sagten, dass es die Verantwortung der srilankanischen Regierung wäre, Schutz für die vertriebenen Leute zu liefern und sicherzustellen, dass sie Hilfe erreichte.
Kouchner und Yade sagten: “Wir wollen, dass heute ein Treffen des UN Sicherheitsrates abgehalten wird. Es soll dazu dienen, die absolute Notwendigkeit, die zivilen Bevölkerungen zu beschützen und ihre Evakuierung zu ermöglichen, zu wiederholen.“
Kouchner hat am Dienstag gesagt, dass Frankreich und Großbritannien versuchen würden, Schiffe nach Sri Lanka zu schicken, um Zivilisten zu evakuieren.
Ein Sprecher des französischen Außenministeriums lehnte es ab, den Plan genauer auszuführen, aber er sagte, dass ein Treffen des Un Sicherheitsrates “im Prinzip” am Mittwoch Nachmittag abgehalten werden sollte.
Übersetzt von einer AP-Pressemeldung vom 25. April 2009
Rom – Die Gruppe von Acht hat am Samstag einen „Einspruch“ wegen der Tausenden von Zivilisten, die in Sri Lankas Bürgerkrieg gefangen sind, herausgegeben und hat die Tamil Tiger Rebellen heftig wegen des Gebrauchs von “menschlichen Schutzschilden” verurteilt.
Während sich hinsichtlich des über 25 Jahre alten Krieges diplomatischer Druck aufbaut und Tausende von Flüchtlingen die Kampfzone im Norden des Landes nicht verlassen können, haben die G8-Außenminister auf ein Ende des Konfliktes gedränkt und das Entsenden von humanitärer Hilfe durch die UN unterstützt.
Eine Erklärung, die durch Rom herausgegeben wurde (Italien hält gerade den Vorsitz der G8 inne, dazu gehören die Vereinigten Staaten, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Russland und Kanada), besagt: „Die Notlage der Zivilisten, die noch durch die Kämpfe gefangen sind und wegen der fortgesetzten Feindseligkeiten in extremer Gefahr sind, ist derzeit unsere höchste Sorge.“
Der Diplomatischer Druck ist in dieser Woche quasi übergekocht, als der UN Sicherheitsrat, die Vereinigten Staaten, Indien und andere von Sri Lanka verlangten, ihre Offensive zu beenden, und von den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) verlangten, sich zu ergeben, um zivile Opfer zu vermeiden.
Die G8 Stellungnahme sagte: “Wir verurteilen den Gebrauch von Zivilisten als menschliche Schutzschilde durch die LTTE, das Töten von Zivilisten und Terrorismus in allen seinen Spielarten, und wir rufen alle Parteien dazu auf, jene notwendigen Aktionen zu unternehmen, um weitere zivile Opfer zu vermeiden.“
Die UN sagt, dass bis zu 6.500 Menschen in den letzten drei Monaten bei den Kämpfen getötet wurden, nun, da das srilankanische Militär versucht, die LTTE endgültig zu besiegen. Diese habe seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts gekämpft, um einen Staat für Sri Lankas Minderheitstamilen zu schaffen.
Beide Seiten beschuldigen die jeweils andere, auf Zivilisten zu feuern, und beide leugnen, dies zu tun.
Übersetzt aus der srilankischen Webzeitung „Lanka Page“ vom 25. April 2009
Washington – Die Vereinigten Staaten haben die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE), die Rebellenorgansation von Sri Lanka, dazu aufgerufen, die Waffen niederzulegen und sich einer „dritten Partei“ zu ergeben. Man unterließ es, dabei zu sagen, wer diese „dritte Partei“ sein sollte.
Bei der täglichen Pressekonferenz am Freitag sagte der Sprecher des US State Department Robert Wood: “Die Tamil Tiger müssen damit aufhören, Zivilisten festzuhalten und sie großem menschlichem Schaden auszusetzen. Wir rufen die Tamil Tiger dazu auf, ihre Waffen niederzulegen und sich sofort einer dritten Partei zu ergeben.“
Die USA bleibt extrem besorgt angesichts der Sicherheit der übriggebliebenen Zivilisten in der sogenannten „Nicht-Feuer-Zone“, wie der Sprecher sagte. Er rief die sich bekämpfenden Parteien auf, mit den sofort Feindseligkeiten aufzuhören.
Wood bezog sich auf den Besuch zweier indischen Gesandter nach Sri Lanka am Freitag und sagte, dass die USA die indischen Anstrengungen, die Kämpfe zu beenden, unterstützen würden. Der Sprecher fügte hinzu, dass die Vizevorsitzenden der sogenannten Geberländer (der USA, Japan, Norwegen und die EU) in der G-8 eng zusammenarbeiten würden, um einen Weg zu finden, wie man die Kämpfe beenden könne.
Er fügte hinzu, dass die USA ganz und gar die Entscheidung des UN-Generalsekretärs unterstützen würde, ein humanitäres UN-Team in die Nicht-Feuer-Zone zu schicken. Dies haben der Sonder-Gesandte des Generalsekretärs Vijay Nambiar und Präsident Rajapaksa in der letzten Woche diskutiert und dem Vorgang zugestimmt.
Die UN stellte am Freitag klar, dass ihre Mission in der Konfliktzone, auf die sich der Generalsekretär am Donnerstag, 23. April, bezog, eine Mission des UN-Teams in Sri Lanka selbst sei, und nicht eine Mission von außen.
Der Sprecher des State Department drängte die Regierung von Sri Lanka, das Team so bald wie möglich in die „Nicht-Feuer-Zone“ zu lassen.
Er fügte hinzu: “Wir drängen auch die Regierung von Sri Lanka, kritischen Nachschub schneller durch die militärischen Kontrollposten zu lassen, ihre Registrierungsinformation der im Inneren vertriebenen Leute mit der UN zu teilen, zusätzliche Orte für Zuflucht zu identifizieren und andauernde medizinische Evakuierungen aus der Nicht-Feuer-Zone zu erlauben.”
Der Hilfssekretär Richard Boucher und der Botschafter der USA in Sri Lanka, Robert Blake, nahmen an einer Konferenz gestern mit den Vizevorsitzenden der sog. Tokyo-Konferenz teil, wie der Sprecher die Medien informierte.
Übersetzt aus der US-Tageszeitung „The Washington Times“ vom 26. April 2009
Washington - Die Freiheits-Tiger von Tamil Eelam, eine der weltweit gewalttätigsten terroristischen Organisationen, sind im Norden Sri Lankas eingekesselt und stehen kurz vor ihrer Vernichtung – aber Außenministerin Hilary Rodham Clinton und europäische, selbsternannte Friedensstifter gehen vehement dazwischen und verhindern diesen historischen Sieg. Diese sich unerwünscht einmischenden Kräfte sollten es jedoch Colombo selbst überlassen, diese andauernde terroristische Bedrohung ein für alle Mal zu besiegen.
In ihrer Verzweiflung nutzen die Tamil Tiger zehntausende Einheimische als menschliche Schutzschilde. Die srilankische Regierung rief vor einer Woche einen 48-Stunden- Waffenstillstand aus und forderte die Tiger dazu auf, ihre Geiseln freizulassen, aber Material von unbemannten Flugzeug-Luftaufnahmen zeigt, dass die Terroristen ganze Massen Unschuldiger mit vorgehaltener Waffe daran hindern, in die Freiheit zu entfliehen. In der vergangenen Woche spielte Frau Clinton den Terroristen in die Hände, als sie der Regierung von Sri Lanka die Schuld an dieser Krise gab. „Die ganze Welt ist sehr enttäuscht, dass sie (die Regierung) solch unsägliches Leid verursacht haben“, sagte sie.
Ausländische Regierungen und Hilfsorganisationen fordern von Colombo, die Kampfhandlungen einzustellen, weil sie befürchten, dass weitere Maßnahmen zu einer größeren humanitären Katastrophe führen könnten. Der norwegische Umweltminister Eric Solheim war die Schlüsselfigur bei dem Versuch, einen neuen Waffenstillstand auszuhandeln, aber er wurde von beiden Seiten abgelehnt. Als Reaktion auf seine unerwünschten Bemühungen veröffentlichte The Nation, eine Zeitung Sri Lankas, einen Leitartikel mit der Überschrift „Die Karawane der militärischen Operationen muss weiterziehen. Die Zeit ist gekommen, den ‘Lachs-fressenden internationalen Wichtigtuern’ zu sagen, sich um ihre eigenen Angelegenheiten zu kümmern.“
Die Regierung von Sri Lanka ist zu Recht irritiert und wütend über die internationale Reaktion auf ihre Fortschritte im Kampf gegen den Terrorismus. Sri Lanka hat die Tamil Tiger seit über 30 Jahren bekämpft. Die Tiger waren die ersten, die in der Moderne Selbstmordattentäter einsetzten und so Tausende Zivilisten töteten. Ein LTTE-Experte der US-Regierung sagte uns auf Anfrage, dass die Tiger „eine der verabscheuungswürdigsten Terror-Gruppen überhaupt seien und über einen langen Zeitraum hin mehr Selbstmord-Anschläge durchgeführt hätten, als im Rest der Welt zusammen. Sie hätte das Märtyrertum zu einem Kult gemacht und hat jeden einzelnen bisherigen Waffenstillstand hinterrücks verletzt.“ Das jüngste Waffenstillstands- Abkommen nutzten die Tiger als Gelegenheit, rund 200 moderate tamilische Politiker zu ermorden, einschließlich des tamilischen Außenministers von Sri Lanka.
Im vergangenen Jahr entschied Colombo, dass es nun genug damit sei und annullierte die Waffenstillstands-Vereinbarung einseitig. Unter Anwendung innovativer Anti-Terror-Taktik zerschlugen die Verteidungungskräfte Sri Lankas das Guerilla-Netzwerk zu Land und zur See. Sie trieben die Tiger aus ihren Zufluchtsorten und drängten sie in einen mittlerweile nur noch Vier-Quadratmeilen großen Landflecken. Die Tiger-Führer sind in unterirdische Bunker getrieben und versuchen verzweifelt, ihren drohenden Niedergang abzuwehren. Beispielsweise, in dem sie tamilische Zivilisten zwangsrekrutieren. Oder aus dem Flüchtlingslager heraus auf die Truppen mit schwerem Geschütz feuern.
Wir können uns die Genugtuung Amerikas nur vorstellen, wenn wir Al-Qaida in diese Lage gebracht hätten. Es ist eine bodenlose Frechheit der Vereinigten Staaten, seinen Verbündeten Sri Lanka wegen dieses anhaltenden Krieges gegen den Terrorismus zu tadeln. Die Tamil Tiger haben die Bedingungen für eine humanitäre Krise absichtlich geschaffen und verdienen weder Amnestie noch Gnade. Es gibt Wege, die zur Lösung der gegenwärtigen Frontenstellung beitragen könnten und die nicht zulassen, dass die Tiger in der drohenden Niederlage den Sieg noch an sich reißen könnten, wie etwa die Bereitstellung von Militär-und Geheimdienst Unterstützung für gezielte Angriffe auf die terroristische Führung. Bleibt diese Unterstützung aus, dann sollte sich die Obama Administration besser um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern. Die Sri Lankaner sind in Begriff eine Terror-Organisation bisher ungekannten, unvorstellbaren militärischen Ausmasses zu eliminieren; und wir sollten – auch im Interesse Amerikas – sie ihre Arbeit beenden lassen.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondeten in Colombo am 26. April 2009
Colombo/Valayarmadam – In den frühen Montagmorgenstunden haben sich insgesamt 52 LTTE-Kader den srilankischen Streitkräften ergeben, teilte ein Sprecher der Armee mit. Neben 23 regulären, ausgebildeten LTTE-Kader im Alter zwischen 13 (!) und 18 Jahren sei unter ihnen auch eine Gruppe von insgesamt 29 Schulkindern gewesen, die erst kürzlich von der LTTE zwangsrekrutiert worden seien, teilte der Sprecher mit.
Die Überläufer erzählten, dass es jetzt noch viele Hundert wie sie gäbe, die die LTTE-Führung beschützen solle. Die Überläufer wurden aufgegriffen und ergaben sich sofort, während die Armee eroberte Gebiete „säuberte“. Die LTTE-obligatorischen Zyankalikapsel, die alle umhängen hatten, blieben ungenutzt.
Die Zwangsrekruten hätten laut Armeesprecher erzählt, dass man den Jungs die Köpfe rasiert habe und den Mädchen die LTTE-typische Kurzhaarfrisur verpasst hätte, um sie besser kenntlich zu machen – falls sei fliehen wollten. Sie erzählten weiter, dass alle Zwangsrekruten darauf warten würden, von der srilankischen Armee gerettet zu werden. Die Zwangsrekruten häten nun, nach erster Versorgung, nur eines im Kopf: ihre Verwandten, Geschwister und Eltern unter den Flüchtlingen zu finden und ein normales Laben zu leben.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondeten in Colombo vom 26.April 2009
Colombo – Die Armee Sri Lankas hat einen heute einseitig von den LTTE-Rebellen verkündeten Waffenstillstand als „schlechten Witz“ zurückgewiesen. Die Kämpfer der in vielen westlichen Ländern geächteten Terror-Organisation stünden kurz vor einer kompletten Niederlage, sagte der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Gotabhaya Rajapakse, der Bruder des srilankischen Präsidenten, einem Interview mit einem indischen Fernsehsender.
Die LTTE solle vielmehr alle im Kampfgebiet festgehaltenen Zivilisten freilassen und sofort und bedingungslos die Waffen niederlegen, sagte Gotabhaya Rajapakse weiter.
Kurz zuvor hatte die Rebellengruppe, die im Nordosten der Insel von der Armee auf einen winzigen Küstenstreifen zurückgedrängt wurde, eine einseitige Waffenruhe verkündet. Sie begründete dies mit der „humanitären Katastrophe“ in dem Gebiet und beschuldigte die srilankischen Streitkräfte erneut, unter Missachtung internationalen Rechts Zivilisten anzugreifen. Zudem würden absichtlich Lebensmittel und Medikamente zurückgehalten.
Der srilankische Verteidigungsminister wiese diese Anschuldigungen als „absurd“ zurück. Es entspräche den Gepflogenheiten der LTTE, massive Propaganda einzusetzen und Tatsachen zu verdrehen. Tamilische Flüchtlinge würden stattdessen berichten, dass LTTE-Kader auf sie geschossen hätten, als sie zu fliehen versuchten. Auch werden Lebensmittel und Medikamente, die die srilankische Regierung seit Monaten in die die betroffenen Gebiete schicke, systematisch von der LTTE zurückgehalten.
Bereits am Freitag ist der UN-Nothilfekoordinator John Holmes auf der Insel eingetroffen. Bei Gesprächen mit Regierungsvertretern in Colombo forderte er von beiden Konfliktparteien eine Waffenruhe, damit Hilfsorganisationen die im Kampfgebiet festsitzenden Zivilisten versorgen könnten. Der UN-Botschafter sagte, die Zivilbevölkerung sei in besonders hohem Ausmaß von den Kämpfen betroffen – es gebe viele Tote und Verletzte, dazu komme ein Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten.
Die srilankische Regierung gab zu, mit der Situation bei der Versorgung der insgesamt rund 100 000 Zivilisten, die seit vergangenem Montag aus den noch von der LTTE besetzten Gebiete geflohen sind, überfordert zu sein. Trotzdem versuche man alles Menschenmögliche, um ihnen zu helfen und sie zu versorgen. Präsident Rajapakse hat dafür Sonderkontingente an Nahrung und Medikamenten zur Verfügung gestellt, die bereits unterwegs in den Norden seien.
Seit Freitag sind auch der indische Aussenminister Aussenminister Shivshankar Menon sowie dessen Sicherheitsberater M.K. Narayanan im Lande um mit der Regierung über Lösungs- und Hilfsmöglichkeiten zu verhandeln.
Die srilankischen Behörden bringen die Flüchtlinge nach und nach in streng bewachten Lagern weit hinter der Front unter, um dort Zivilisten von LTTE-Kadern zu trennen, die sich schon mehrfach in Flüchtlingsgruppen eingeschleust haben um dann als Selbstmordbomber möglichst viel Schaden anzurichten. Das Ersuchen von Hilfsorganisationen, in das Gebiet zu reisen, lehnt die srilankische Regierung bislang als zu gefährlich ab.
Nach Schätzungen der UNO wurden in den vergangenen drei Monaten fast 6500 Zivilpersonen während der Regierungsoffensive gegen die Rebellen getötet. Die srilankischen Streitkräfte werfen den LTTE-Rebellen vor, die Zivilisten als „menschliche Schutzschilde“ zu missbrauchen.
Nach Armee-Angaben kontrollieren die Rebellen derzeit noch ein rund zehn Quadratkilometer grosses Gebiet an der Küste. Vor einem weiteren Vorrücken müssten die srilankischen Soldaten aber Minen und andere Sprengfallen entschärfen, die das Gebiet absichern.
Nach Aussagen von übergelaufenen LTTE-Kadern sind noch etwa 10 000 Menschen in der Hand der LTTE. Nach diesen Aussagen befindet sich auch der u.a. von Interpol gesuchte Terrorchef Velupillai Prabhakaran noch in dem umkämpften Gebiet; dieser wolle „bis zu Letzten kämpfen“.
Der einseitige ausgerufenen „Waffenstillstand“ der LTTE könnte nach Meinung von Beobachtern darauf hindeuten, dass V. Prabhakaran nicht mehr das Sagen bei der verbleibenden Kadern hat, deren Zahl von der Armee auf etwa 400 geschätzt wird.

Der selbsternannte "Alleinrepräsentant alle Tamilen", LTTE-Führer Velupillai Prabhakaran, allein Zuhause...
Al Jazeera / David Chater vom 22. April 2009
Trincomalee – In diesem exklusiven Al-Jazerra-Bericht von David Chater berichtet dieser zum ersten Mal direkt von der Front und den Rettungsaktionen der srilankischen Armee, die noch immer versucht, die von der LTTE festgehaltenen Zivilisten aus der sogenannten „No-Fire-Zone“ zu bekommen. Chaters Fazit: Die vielbeschworene humanitäre Katastrophe ist von der LTTE bewusst herbei geführt worden.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondenten in Colombo am 23. April 2009
New York/ Colombo – Der Weltsicherheitsrat hat die tamilischen Rebellen in Sri Lanka aufgerufen, ihre Waffen niederzulegen. Die Kämpfer der Terrorgruppe „Befreiungstiger von Tamil Eelam“ müssten es zudem ermöglichen, Zivilisten aus dem letzten von ihnen kontrollierten Landstreifen herauszubringen, sagte der amtierende Ratspräsident Claude Heller nach einer informellen Sitzung des Gremiums in New York. Der Sicherheitsrat sei tief besorgt über die humanitäre Lage. Der Sicherheitsrat begrüßte gleichzeitig den Umstand, dass es in den letzten beiden Tagen -zig Tausend Tamilen gelungen ist, aus der „No-Fire-Zone“ zu entkommen, in der sich auch die verbleibenden Terroristen aufhalten.
Zu Beginn der Sitzung hatte der britische Botschafter John Sawers einen Bericht zuammengefasst der von Bank Ki Moons Stabchef Vijay Nambiar verfasst worden war, nachdem er vergangen Woche Sri Lanka besucht hatte. Nambiar beschreibt die humanitäre Situation im Wanni als „verzweifelt“. Sawers forderte die srilankische Regierung auf, UN-Personal ungehindert zu erlauben, in die Auffanglager der Flüchtlinge zu gelangen und dafür zu sorgen, dass das UN-Personal, das noch immer unter den Flüchtlingen vermutet wird, frei zu lassen.
Sri Lankas Botschafter H.M.G.S Palihakkara erklärte, seine Regierung werde der UN schon bald freien Zugang zu noch heftig umkämpften Gebiet gewähren.
Die US-Botschafterin bei der UN, Susan Rice, kritisiert die srilankische Regierung, weil diese den Flüchtlingen nicht ausreichend Hilfe gewähre. Sie sagte auch, dass möglicherweise beide Seiten, srilankische Armee wie LTTE, gegen Internationales Recht verstossen hätten, wenn es zuträfe, dass auch Angehörige der srilankische Armee auf Zivilisten geschossen haben. Hintergrund: Mehrfach hatten tamilische Flüchtlinge berichtet, dass LTTE-Kader sie bei der Flucht beschossen hätten. Dies belegen auch Luftaufnahmen von unbemannten Drohnen, die über dem umkämpften Gebiet kreisen.
Auf eine formelle Erklärung oder eine Resolution konnten sich die 15 Ratsmitglieder wegen des Widerstands von China, Japan und Vietnam nicht einigen, die ihre Ablehnung damit begründeten, dass sie den Krieg gegen den LTTE-Terror als „interne Angelegenheit“ sähen. Aus dem umkämpften Norden des Inselstaats flohen binnen dreier Tage nach Angaben der Regierung in Colombo rund 90.000 Zivilisten.
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Der ehemalige Propagandachef der LTTE, Velayuthan Thayanithi alias “Daya Master” (59) , der gestern zusammen mit einem weiteren, hohen LTTE-Kader namens „George“ übergelaufen war, berichtet nach Militärangaben, dass in der sogenannten „No-Fire-Zone“ nach dem Massen-Exodus der vergangenen Tage nur noch zwischen 10.000 und 15.000 Zivilisten von der LTTE festgehalten würden.
Der ehemalige Englischlehrer Thayanithi hatte sich bereits einmal „ergeben“ – im July 2006. Damals wegen eines schweren Herzfehlers, der mit einer Bypassoperation im Apollo Hospital in Colombo behoben werden konnte. Nach seiner Genesung jedoch, hatte er sich wieder in das von den Rebellen damals besetzte Gebiet abgesetzt.
Von unserem LTTEwatch-Korrespondeten in Colombo vom 22.April 2009

Velayuthan Thayanith, LTTE-Propagandachef gibt auf
Colombo – Zwei Tiger-Top-Terroristen haben sich heute Morgen der weiter vorrückenden srilankischen Armee ergeben, die noch gestern Abend die Gegend von Puthumattalan und Ampalavanpokkanai eingenommen hatte. Beiden Überläufern handelt es sich um Velayuthan Thayanithi alias „Daya Master“, einem früheren Englischlehrer, der jahrelang als Leiter der LTTE-Propaganda-Maschinerie arbeitet sowie um „George“, einem ehemaligen Postboten, der unter anderem als Übersetzer des ehemaligen „Politischen Führers“ der LTTE, dem im vergangenen Jahr getöteten Thamiselvan arbeitete. Beide hatten sich offenbar geweigert, die berüchtigte Zyanidkapsel zu nehmen, wie es Thayanithi jahrelang den LTTE-Kadern im Falle einer Gefangennahme einzubläuen versuchte.

Der ebenfalls mitsamt Familie übergelaufene "George" - auf dem BIld während der einzigen Pressekonferenz, die LTTE-Führer V. Prabhakaran in Kilinochchi gab. "George" trat als Übersetzer auf.
Beide Top-Terroristen waren mit ihren Familien zu einem der Kontrollpunkte gekommen und hatten sich ergeben. Gerüchten zufolge haben sich mittlerweile etwa 300 LTTE-Kader, die in der „No-Fire-Zone“ waren, der Übermacht der srilankischen Armee kampflos ergeben – ohne die ihnen zugedachte Zyankali-Kapsel zu nehmen. Man vermutet seitens der Armee, dass jetzt noch etwa 300 bis 400 Kader im Kampfeinsatz sind, weitere 700 Zivilisten könnten Zwangsrekruten sein

Schematische Darstellung des von der Armee gesprengten Erdwalls, den die LTTE errichte hatte, um Zivilisten an der Flucht zu hindern und sich selbst vor den Armee-Angriffen zu schützen. Die schweren Baumaschinen, die die LTTE dazu nutzte, waren von den abziehenden iNGOs hinterlassen worden.
In den vergangenen 48 Stunden haben sich insgesamt 100265 tamilische Flüchtlinge auf die rettende Seite des Erdwalls bewegt, den die srilankische Armee gestern gesprengt hatte und den die LTTE mit schweren Bulldozern, die sie von den iNGOs “übernommen“ hatten, aufgeschüttete, um die eingeschlossenen Zivilisten an der Flucht zu hindern. Wieder berichten die Zivilisten, die es geschafft hatten auf die Seite der Armee zu flüchten, dass seitens der LTTE massiv auf sie geschossen worden sei, als sie die Flucht wagten.
Wenn die Flüchtlinge die Kontrollpunkte in Puthumattalan und Ampalavanpokkanai erreichen, bekommen sie zunächst ein Essenspaket, bevor sie untersucht und medizinisch erstversorgt werden. Anschließend werden sie in die etwa 20 Kilometer von der Front entfernten Auffanglager bei

Ein Soldat verteilt Essensrationen an erschöpfte Flüchtlinge, kurz nach ihrer Rettung aus dem LTTE-besetzten Gebiet
Chundikulam und Nayaru verbracht, wo sie unter anderem auch vom Internationalen Roten Kreuz versorgt werden können und wo Unterkünfte auf sie warten. Die Regierung kündigte an, die Versorgung dieser Lager mit Lebensmitteln und Medizin umgehend zu verstärken.
Die Armee rechnet damit, dass in den nächsten Stunden mindestens 10 000 weitere Flüchtlinge die Kontrollpunkte der Armee passieren und so in Sicherheit gelangen können. Wieviele tamilische Flüchtlinge derzeit noch von der LTTE als Geiseln gehalten werden, ist indes unklar.
In einem Bericht des arabischen Nachrichtensenders Al-Jazeera wird eine Luftaufnahme unbekannter Herkunft gezeigt, in der ein mit einem Roten Kreuz markierten Wagen zu sehen ist, von schwer bewaffneten LTTE-Kadern begleitet, der mit hoher Geschwindigkeit mitten durch die am Strand lagernden Zivilisten fährt. Der Kommentator des Senders vermutet, dass es sich dabei um die Tarnung des LTTE-Führers Velupillai Prabhakaran handelt, der – oder dessen Doppelgänger – sich angeblich auch noch in dem letzten, den LTTE-Terroristen verbleibenden Gebiet von etwas weniger als 12 Quadratkilometer aufhält.
Armeechef General Fonseka sagte heute, dass man nun wisse, in welcher Gegend genau sich Prabhakaran aufhalte, stets in Küstennähe nämlich, und dass man nun „gezielt“ gegen ihn vorgehen werde.

Von unserem LTTEwatch-Korrespondeten in Colombo vom 21. April 2009
New York/Colombo – UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ist erleichtert über die geglückte Flucht von zehntausenden Zivilisten aus der Gewalt der Tamilen-Rebellen im Nordosten Sri Lankas. Über einen Sprecher ließ Ban in New York erklären, er werde dafür sorgen, dass die Vereinten Nationen die nötige humanitäre Hilfe bereitstellten.
Zugleich rief er die Tamilen-Rebellen auf, UN-Personal in die Konfliktzone zu lassen und denverbliebene Zivilisten einen sicheren Abzug zu ermöglichen. Das Verteidigungsministerium in Colombo gab den LTTE-Rebellen und ihrem Kommandeur Velupillai Prabhakaran 24 Stunden, sich bedingungslos zu ergeben. „Danach wird militärisch vorgegangen“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die verbliebenen Rebellen sind auf einer Fläche von weniger als 20 Quadratkilometern umstellt.
Die übrig gebliebenen Rebellenstellungen waren bisher von einem Erdwall geschützt, den das Militär gestern überwinden konnte. Sofort setzte ein Flüchtlingsstrom ein. Bisher haben insgesamt etwa 62.000 tamilische Zivilisten das eroberte Gebiet verlassen. Weitere 10.000 sind im „No Fire Zone“ in der Hoffung vom Sri Lanka Armee befreit zu werden.
Die Sri Lanka Armee hat insgesamt 122.000 tamilische Zivilisten aus den Klauen der LTTE Terror Organisation befreit. Es ist die weltgrößte Berfeiungsaktion die eine Armee in den lezten 50 Jahren vollbracht hat.
Die Regierung wirft den Rebellen vor, die Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen, jeden Tag kommen laut der Hilfsorganisation „International Crisis Group“ Dutzende Menschen in der sogenannten „No-Fire-Zone“, in die sich auch die LTTE-Kader zurückgezogen haben, ums Leben.
Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe in der Region, denn es fehle an Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten. Die Regierung verweigert Journalisten und unabhängigen Beobachtern den Zugang zum Kampfgebiet.
Während der Flucht von Tausenden kam es nach Angaben der srilankischen Armee zu drei Selbstmordanschlägen, mit denen die LTTE offenbar verhindern wollte, dass die Zivilisten aus den noch von den Terroristen gehaltenem Gebiet fliehen. Bei den Anschlägen sollen 17 Menschen – hauptsächlich Frauen und Kinder – getötet worden sein, mindesten 200 wurden verletzt.
http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/south_asia/8009670.stm
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Nachtrag der LTTEwatch-Redaktion:
Das von der Regierung gestellt 24-Stunden-Ultimatum an die LTTE und deren Anführer Prabhakaran lief heute mittag aus – ohne Reaktion. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich die Zahl der Flüchtlinge auf etwa 49.000 erhöht. Das Militär befürchtet, dass unter ihnen auch getarnte LTTE-Kader sein könnten.

Übersetzung der UN Pressekonferenz vom 16. April 2009 in New York
“Die Zwangsrekrutierung von Zivilisten, einschließlich der von Kindern, um für die LTTE zu kämpfen oder zu arbeiten, geht weiter.“
Nachfolgend der Text der Eröffnungserklärung des stellvertretenden UN-Generalsekretärs, Sir John Holmes:
Lassen Sie mich versuchen, Sie hinsichtlich der humanitären Situation in Sri Lanka auf den neuesten Stand zu bringen – insbesondere zur Situation in der sehr kleinen Landnische, in der das Kämpfen in der sogenannten Nicht-Feuer-Zone weitergeht. Dies betrifft besonders die Notlage der vielen Zivilisten, die dort gefangen sind. Ich denke, etwa 100.000 Menschen sind noch immer dort gefangen. Und ich denke, dass wir als erstes die Pause der militärischen Offensive von Herzen begrüßen, die die Regierung zu Beginn der Woche ausgerufen hat.
Dies war ein wertvoller erster Schritt und wir hatten gehofft, dass es mehr gefangenen Zivilisten gestattet werden würde, die Konfliktzone sicher zu verlassen. Es ermöglichte der Zivilbevölkerung eine Atempause von den Kämpfen und es sollte keine Toten und Verletzen geben, welche die Kämpfe verursachen. Wir hofften auch, dass es möglich sein würde, mehr Hilfe in das Gebiet zu bringen. Auch hinsichtlich der humanitären Agenturen selbst hofften wir, dass sie in der Lage sein würden, in Begleitung von Hilfspersonal die Situation genauer anzuschauen und die Bedürfnisse der Bevölkerung in dieser Nicht-Feuer-Zone einzuschätzen.
Ich denke, dass der Generalsekretär selbst in seiner zu der Zeit gemachten Erklärung klar dargestellt hat, dass er eine längere Pause bevorzugt hätte, eine längere humanitäre Pause, eine richtige humanitäre Pause und zwar vorzugsweise eine, auf die sich beide Seiten über mehr als zwei Tage verständigt hätten. Dennoch begrüßen wir diese 48-Stunden- Pause und wir hoffen, dass sie in den verschiedenen angesprochenen Bereichen zu Fortschritten führen wird.
Jetzt ist jedoch klar, dass 48 Stunden nicht ausreichen, uns zu ermöglichen, bedeutsame Mengen Hilfsgüter hineinzubringen oder tatsächlich Besuche von humanitären Arbeitern in dem Gebiet zu erlauben. Unglücklicherweise ist auch klar, dass diese Pause nicht dazu geführt hat, dass mehr Zivilisten die Zone haben verlassen können – es scheint, dass tatsächlich weniger Zivilisten während dieser Pause herauskamen. Damit ist klar, dass die LTTE jenen, die das Gebiet verlassen wollten, dies nicht erlaubt hat, nicht einmal während dieser Pause. Sie wurden anscheinend sogar aktiv daran gehindert – vielleicht wurden sie während der Pause sogar aktiver als bisher daran gehindert. Das ist ein sehr bedauerlicher Vorgang.
Wir glauben, dass sie es den Menschen erlauben, sie sogar dazu ermutigen sollten, die Nicht-Feuer-Zone zu verlassen. Zivilisten sollten nicht auf diese Art und Weise als Geiseln oder menschliche Schutzschilde benutzt werden. Daher rufen wir die LTTE nochmals und nachdrücklich dazu auf, ihre Haltung zu diesem Problem zu ändern und jenen, die weggehen wollen – wir glauben, dass die überwiegende Mehrheit weggehen will – dies zu erlauben und dies so bald wie möglich, um sie aus der Gefahrenzone zu bringen. Neuesten Berichten zufolge wurden die Kämpfe nun wieder aufgenommen, einschließlich in und aus der Nicht-Feuer-Zone heraus. Diese ist in der Tat das einzige Gebiet ist, welches die LTTE jetzt noch besetzt hält.
Es war immer sehr schwierig für uns, von außerhalb zu sagen, wer mit dem Schießen begonnen hat und was genau passiert, wer wo schießt. Aber leider hat es den Anschein, dass die Zahl der Opfer erneut ansteigt. Für die sehr zahlreiche Zivilbevölkerung, die in dem schmalen Landstreifen gefangen ist, ist dies eine äußerst beunruhigende Situation. Wir hoffen daher, dass es eine irgendwie geartete Erweiterung oder möglicherweise eine erneute humanitäre Pause geben wird, eine Pause militärischer Operationen, damit die Zivilisten eine weitere Atempause erhalten mit mehr Chancen, unbeschadet wegzukommen – weg vom Schießen und Kämpfen und hin in die Sicherheit.
Außerdem ist auch klar: hätte es eine längere Pause von mehreren Tage gegeben, dann hätten wir eine bessere Chance gehabt, mehr Hilfe hineinzubringen und auch bessere Möglichkeiten, mehr humanitäre Unterstützer in das Gebiet zu bringen. Ich denke, dass das Internationale Rote Kreuz in der Pause ein Schiff hineinbringen konnte, wie sie es regelmäßig getan hat, sogar vor der Pause, aber das Rote Kreuz waren diesmal in der Lage, dies leichter zu tun und mit größerer Sicherheit, als wenn es die Pause nicht gegeben hätte. Sie konnten sogar Verletzte evakuieren und gleichzeitig einige Vorräte hineinbringen.
Wir hoffen, dass im Verlauf der Woche ein weiteres Schiff des Welt-Ernährungs-Programms in der Nicht-Feuer-Zone ankommen und Nahrung abladen werden kann. Ich hoffe, dass es sogar schon morgen wieder losfahren und große Mengen Nahrungsmittel in die Zone bringen kann. Diese werden verzweifelt gebraucht, obwohl – wie gesagt – Vorratslieferungen in den letzten Wochen in steigendem Maße geliefert werden konnten, genügen diese für die Bevölkerung bei weitem noch nicht. Außerdem sind wir auch sehr in Sorge wegen der Verfügbarkeit von medizinischen Vorräten, der Verfügbarkeit von Unterkunft, sauberem Wasser und anderen Lebensnotwendigkeiten für die Menschen, die in dieser Situation gefangen sind.
Lassen Sie mich wiederholen, dass es für alle Beteiligten unbedingt erforderlich ist, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um das Leben von Zivilisten in diesem Gebiet zu retten, die Zivilisten in diesem Gebiet zu schützen. Ich rufe hiermit die Regierung erneut dazu auf, die von ihr bei wiederholten Gelegenheiten gemachten Versprechungen wahr zu machen und nicht schwere Waffen in diesem Gebiet einzusetzen. Ich fürchte, dass sie es dennoch in einigen Fällen getan habt, und das ist offenbar einer der Faktoren, die zu zivilen Opfern geführt haben.
Wir ergreifen auch die Gelegenheit, die Regierung erneut dazu aufzufordern, sich schneller zu bewegen, sich unserer Beschwerden anzunehmen, die wir hinsichtlich der Lager selbst ausgesprochen haben – auch der Lager, zu denen jene, welche aus der Zone entkommen sind, Zugang haben. Es geht dabei darum, dass sie zivil verwaltet werden müssen, dass alle, die sich dort aufhalten, Bewegungsfreiheit erhalten. Es geht auch um bessere Erfassung und Überprüfung der Menschen, wenn sie aus dem Gebiet herauskommen. Es muss sichergestellt werden, dass diese Überprüfungen transparent ablaufen, damit den Berichten von Übergriffen und Misshandlungen während dieser Überprüfungen durch die Anwesenheit von UN-Beobachtern und Vertretern des Internationalen Roten Kreuzes wirksam begegnet werden kann. Natürlich spielt dabei auch die Zusicherung eine große Rolle, dass die Menschen, die in den Lagern sind, in ihre Dörfer oder Ursprungsorte zurückzukehren können, sobald die Kampfhandlungen vorbei sind und das unerlässlich notwendige Enträumen der Minen abgeschlossen sein werden.
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Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:
Auf die 1. Frage der anwesenden Medien, welche Beweise die UN dafür habe, dass diese Menschen wirklich wegwollten, antwortete John Holmes:
„Die UN Agenturen, das Internationale Komitee des Roten Kreuzes, unser Personal und Menschen, denen es gelungen war, dem Zugriff der LTTE zu entkommen, haben alle absolut klargestellt, dass die Menschen dort gegen ihren Willen festgehalten werden. Sie mussten fliehen und wenn sie versuchen zu entkommen, wird auf sie geschossen.
Wenn sie zu fliehen versuchen, dann bedrängt man sie sehr, dass sie nicht weggehen. Als Druckmittel werden Zwangsrekrutierung von Zivilisten, einschließlich Kindern, eingesetzt, um für die LTTE zu kämpfen oder zu arbeiten. Es mag einige enge Familienmitglieder geben, die bleiben wollen, aber die überwältigende Mehrheit möchte zumindest aus Sicherheitsgründen, ungeachtet der politischen Gründe, fortgehen.“
Auf die 2. Frage der anwesenden Medien, ob die UN zu einem Waffenstillstand aufrufe, antwortete Holmes so:
„In Anbetracht eines Waffenstillstandes können wir sagen, dass wir wiederholt und anhaltend zu einem friedlichen und geordneten Ende der Feinseligkeit aufrufen mit dem Ziel einer humanitären Pause, von der wir hoffen, dass wir sie in einen dauerhaften Zustand umwandeln können. Aber offen gesagt ist ziemlich klar, dass es unter den gegenwärtigen Umständen keinen Waffenstillstand geben kann. Wir versuchen, unter den gegenwärtigen Umständen etwas Realistisches zu erreichen.“
3. Als Holmes gefragt wurde, wie viele Menschen bislang in der Nicht-Feuer-Zone getötet und verletzt worden sind, sagte John Holmes:
„Dazu können keine nachprüfbaren Zahlen genannt werden. Es könnte sein, dass pro Tag Dutzende getötet werden. An manchen Tagen mehr, an manchen weniger. Es gab Berichte von 50 bis 60 Getöteten oder Verletzten an einem Tag, an anderen Tagen sind es weniger. Wir können das nicht nachprüfen.“
Auf die 4. Frage der anwesenden Medien hinsichtlich der medizinischen wie der allgemeinen Bedingungen in der NFZ sagte Holmes:
“Es gibt einige rudimentäre medizinische Einrichtungen in der Zone. Es gibt einige Ärzte, ein wenig medizinischerv Nachschub wurde geliefert, aber wir brauchen dringend mehr. Rote-Kreuz-Schiffe kommen alle zwei oder drei Tage an und bringen Vorräte, Patienten werden danach von ihnen zur Behandlung in bessere Einrichtungen nach Trincomalee und Vavuniya gebracht. Die Wasserqualität ist unzureichend, die Nahrung ist unzureichend und das könnte Krankheiten entstehen lassen, usw. Weil es keinen Vorrat an Antibiotika gibt, müssen bisweilen Amputationen durchgeführt werden. Verunreinigtes Wasser mag zu Krankheiten geführt haben. Aber im Moment besteht keine Gefahr einer Epidemie.“

von der LTTEwatch-Redaktion am 14.April 2009
Colombo – Die Karikatur von Anusha Priyadarshani beschreibt die derzeitige Situation äußerst treffend. Während überall auf der Welt Tamilen dafür demonstrieren, dass ihr „Führer“, der u.a. von Interpol wegen mehrfachen Mordes gesuchte Velupillai Prabhakaran (Mitte) unbehelligt bleibt, und von Seiten der Demonstranten viel die Rede ist von einem angeblichen Genozid an ihrem Volk, nutzen die zusammengetriebenen LTTE Kader noch immer tamilische Zivilisten als Schutzschild.
Auch gestern und heute, während der 48-stündigen Feuerpause, die Präsident Rajapaksa anläßlich der Neujahrsfeierlichkeiten ausrief, wurde von LTTE-Stellungen in Richtung der srilankischen Armee gefeuert, wurden von LTTE-Kadern wieder auf fliehende Zivilisten geschossen. Trotzdem gelang allein gestern laut defence.lk 474 tamilischen Zivilisten die Flucht vor der LTTE.
Wir, die LTTEwatch Redaktion, wünschen allen Lesern unserer Seiten Subä Aluth Awuruddak Wewa! Ein frohes neues Jahr allen friedliebenden Singhalesen, Tamilen und Muslimen Sri Lankas! Auf dass schon bald dauerhaft Frieden auf Sri Lanka herrscht!
Von unserem LTTEwatch-Korrespondent in Sri Lanka am 12. April 2009

Präsident Rajapaksa will zu Neujahr ein bisschen Frieden
Colombo - Der srilankische Präsident Mahinda Rajapaksa hat heute, am 12. April Kraft seines Amtes als Oberbefehlshaber den srilankischen Truppen die Befehl gegeben, wegen der anstehende Neujahrsfeierlichkeiten im ganzen Land am Ostermontag und am Dienstag keine Angriffe gegen die verbleibenden LTTE-Kader zu starten, die sich in der für flüchtende Zivilisten eingerichteten No-Fire-Zone verstecken.
Anläßlich des singhalesischen und tamilischen Neujahrs sollen die Truppen sich lediglich zur Wehr setzen, wenn sie von LTTE-Einheiten angegriffen werden, selbst aber nicht angreifen.
Die Truppen, sowie die zivile tamilische Bevölkerung, die unter Zwang in der sogenannten No-Fire-Zone von den verbleibenden LTTE-Kadern um Terror-Chef V. Prabhakaran festgehalten werden, sollen so die Möglichkeit bekommen, sich ungehinderter zu bewegen – vorzugsweise in Richtung des nördlichen oder südlichen Zugangs zu dem schmalen Landstreifen in den sich auch die LTTE zurückgezogen hat. Von dort aus könnten die Flüchtlinge in die für sie bestimmten Auffanglager und somit in Sicherheit gebracht werden.
Bislang sind nach Angaben der Armee bis zu 61 000 zivile Flüchtlinge über die Demarkationslinie in Sicherheit geflüchtet – dabei wurden sie von LTTE-Kadern beschossen, viele wurden von getötet oder verletzt.
Der Präsident forderte anlässlich des Neujahrsfestes und des symbolträchtigen Feiertags, der die Verbindung der Gemeinschaft der Sri Lanker bezeuge, die verbleibenden LTTE-Kader erneut auf, dem Terrorismus zu entsagen und die Waffen niederzulegen.
Übersetzt aus dem kanadischen Tageszeitung National Post vom 8. April 2009
Montreal - Eine gemeinnützige Organisation, die letztes Jahr wegen Finanzierung des Terrorismus geschlossen wurde, hat nach jüngst veröffentlichten RCMP Dokumenten mindestens drei Fundraising-Veranstaltungen in Montreal finanziert, bei denen Geld für die Guerillas der Tamil Tigers gesammelt wurde.
Die mutmaßliche Rolle, die von „bezahlten Aktivisten“ gespielt wird, wird auf Tausenden Seiten, Dokumenten, Bildern und Videos, enthüllt, die heute als Maßnahme im Kampf gegen den Terrorismus dem Bundesgericht vorgelegt wurden, um diese LTTE-Organisation „World Tamil Movement“ (WTM) zu zerstören.
Nach den Erkenntnissen der RCMP ist die World Tamil Movement der kanadische Spendensammel- und Propgandaflügel der Befreiungstiger von Tamil Eelam, auch bekannt als LTTE, einer verbotenen srilankischen Terrorgruppe, die bekannt ist für ihre Selbstmordattentate und politischen Morde.
In einer Stellungnahme des Bundesgerichts in Montreal schreibt Corporal Steve Dubreuil, die Untersuchung habe ergeben, „dass das World Tamil Movement und die LTTE nachgewiesener Maßen Druck auf die tamilische Diaspora ausgeübt haben, ihre Aktionen verschleiert und Tamilen massiv bedroht haben.“
Der Beweise der Strafverfolger füllt Dutzende von Ordnern und geben ein detailliertes Bild von „Project Crible“, einer nationalen Sicherheitsuntersuchung, die seit 2003 die Fundraising-Aktivitäten der Tamil Tigers im Raum Quebec ins Visier nimmt.
Im Fokus der Untersuchung stehen das World Tamil Movement of Quebec und acht Männer aus Montreal. Unter den Verdächtigen der Untersuchung befinden sich Thanasegaram Chandrasegaram, Muralee Karan Thurairatnam, Manivannan Karunananthaswamy und Ramani Balendra, Präsident des Ablegers des Canadian Tamil Congress in Quebec. Eine parallele Untersuchung läuft in Toronto, dem mutmaßlichen Drehkreuz des Fundraising-Netzwerks der Tamil Tigers in Kanada. Die RCMP teilt mit, die WTM sammle ebenfalls Geld von der tamilischen Diaspora in Ottawa und Vancouver.
Nach der 183-seitigen Stellungnahme der RCMP erhielt Chandrasegaram „wenigstens seit 2004 monatliche Beträge für seine Fundraising-Aktivitäten für die WTM. Bis zu drei Mitarbeiter der WTM gehen ihren Aufgaben gegen Bezahlung nach.
„Dies belegt das Niveau der Eingebundenheit von Chandrasegaram in die Aktivitäten der WTM in Unterstützung der LTTE… Zahlreiche Überweisungen zur LTTE wurden von den persönlichen Bankkonten von Chandrasegaram durchgeführt.“
Auf der Lohnliste befanden sich ebenfalls Thurairatnam und Karunananthaswamy, heißt es weiter in der Stellungnahme. Bilder, die von der Polizei beschlagnahmt wurden, zeigen Chandrasegaram und Thurairatnam an der Seite des wegen Mordes gesuchten Tigerführers Velupillai Prabhakaran in Sri Lanka.
Ein weiteres Polizeifoto zeigt Santhirakumar Perampalam, einen 27-jährigen Aktivisten der World Tamil Movement, wie er ein AK-47 Gewehr auf einer Tigerbasis in Sri Lanka trägt. Auf anderen Bildern hält er einen Raketen-getriebenen Granatwerfer.
Die WTM habe alles, von Sammelschalen bis zu hoch entwickelten Zahlungsplänen genutzt, um Geld in Montreal zu einzutreiben, heißt es in der Stellungnahme der RMP. In der Stellungnahme, die dem Gericht vorliegt, beschreiben zahlreiche Zeugen, wie Chandrasegaram, Karunananthaswamy und Thurairatnam ihre Häuser besucht und sie aufgefordert hätten, Lastschriftformulare für monatliche Abbuchungen der WTM von ihren Bankkonten zu unterschreiben. Die Namen der Zeugen sind in dem Bericht zu ihrem Schutz geschwärzt.
„Das Geld, dass durch die WTM in Kanada gesammelt wird, wird durch den WTM-Flügel für Kanada in Toronto oder über Geldtransfers durch Mitglieder der LTTE in Montreal an ein Bankkonto in Kuala Lumpur, Malaysia, ebenso durch Geldtransferdienste wie Sindi Financial an die LTTE transferiert,“ heißt es in der Stellungnahme weiter.
Chandrasegaram arbeitete in einem Kino in Montreal und verkaufte Bücher und CDs „um den Menschen in Sri Lanka zu helfen“, wie ein Zeuge aus der tamilischen Gemeinde der Polizei erzählte.
Aber in der Stellungnahme der RCMP heißt es weiter, der 36-jährige habe sehr viel mehr getan, als nur Bücher und CDs zu verkaufen. Chandrasegaram „organisierte terroristische Aktivitäten der LTTE“ heißt es in der Stellungnahme, womit er und ein weiterer Anhänger der World Tamil Movement der Mitgliedschaft bei einer terroristischen Vereinigung bezichtigt werden.
Die Krone hat bislang keine Anklage erhoben, und Steven Slimovitch, Rechtsanwalt des World Tamil Movement, sagte, die Anschuldigungen gegen die Organisation und einzelne Mitglieder wie Chandrasegaram seien unbegründet.
„Die Tamilen in Kanada unterstützen klarer Weise ihre tamilischen Brüder und Schwestern in Sri Lanka,“ sagte Slimovitch. „Sie haben eine große Nähe zur tamilischen Unabhängigkeit, ja, aber sie unterstützen nicht die Anwendung von Gewalt, und sie unterstützen keine Terrororganisationen.“ Er sagte weiter, die Krone habe nicht festgestellt, dass das Geld von kanadischen Tamilen an die LTTE und nicht an Hilfsorganisationen in Sri Lanka geflossen sei. „Ich warte immer noch auf diese nachgewiesene Verbindung“, sagte er.
Die dem Bundesgericht vorliegenden Beweise zeigen jedoch, dass Chandrasegaram gemeinsam mit Sivanathan Sivaraman das Haus in Montreal besitzt, dass das Hauptquartier der WTM beherbergte, bis es letztes Jahr geräumt wurde. Die Krone strebt jetzt an, das Gebäude als „Eigentum oder unter Kontrolle durch oder für eine Terrorgruppe“ zu beschlagnahmen.
Die Stellungnahme beschreibt Chandrasegaram als ein Mitglied und früheren Verwalter der WTM, der als LTTE Aktivist ausgebildet worden sei. Im September 2004 sei er am Montreal Trudeau Flughafen durch die Zollbehörden aufgehalten worden, als er von einer Reise nach Sri Lanka zurückkam. Man fand bei ihm ein Zertifikat eines „Colonel Kiddu College of Political Studies“, das das LTTE Logo trug. Die Polizei stellte später fest, dass Colonel Kiddu früher ein höherer Kommandeur der LTTE gewesen war. Chandrasegaram trug ebenfalls Fotos bei sich, auf denen er das Zertifikat von Tigerführer Prabhakaran persönlich überreicht erhält.
Der kanadische Grenzschutz entdeckte ebenfalls 1991 Formulare, mit denen automatische Bankeinzüge autorisiert werden, deren Betrag sich zwischen 20 und 50 CDN pro Monat bewegen. Anonyme Zeugen, die sich gegenüber dem RCMP äußerten, sagten, von ihnen sei verlangt worden, solche Formulare auszufüllen, um in die Gebiete unter Kontrolle der LTTE reisen zu können, wenn sie ihre Familien in Sri Lanka besuchten. Ein tamilischer Informant, dessen Identität geheim gehalten wird, sagte, Chandrasegaram und ein weiterer Mann sammelten bei Menschen, die diese Formulare ausgefüllt hätten, „und auch bei zögerlichen Gebern“, Geld direkt ein.
Weiter heißt es, Chandrasegaram habe für seine Fundraising Aktivitäten seit wenigstens 2004 monatliche Beträge erhalten. Zwischen 2004 und 2006 habe er insgesamt 18 000$ erhalten, wie aus den Finanzunterlagen der WTM hervorgeht.
Nach Berichten der RMCP hat die Polizei zwischen 2002 und 2006 Geldtransfers im Werte von rund 3 Millionen Dollar von den WTM Konten in Kanada ins Ausland aufgespürt, von denen die meisten im Zusammenhang mit den Tamilentigern stehen.
Die kanadische Regierung hat die World Tamil Movement letzten Juni auf ihre offizielle Liste terroristischen Einheiten gesetzt und sie als Tarnorganisation der Tamilentiger bezeichnet und sie beschuldigt, Drohung und Einschüchterung einzusetzen, um Spenden für die Finanzierung des Bürgerkriegs in Sri Lanka zu sammeln.
Die Regierung versucht nun, die Gebäude, Bankkonten und anderen Besitz der WTM zu übernehmen. Dies ist das erste Mal, dass die Regierung die Beschlagnahmeklausel des Terrorismusgesetztes nutzt. Falls sie damit Erfolg hat, wird es der Regierung erlaubt sein, die Gegenstände zu behalten und sie entweder zur Entschädigung der Opfer des Terrorismus oder für Anti-Terror Maßnahmen zu nutzen.
Das Gericht muss die Beschlagnahme allerdings erst gutheißen, und der Montreal Flügel der World Tamil Movement hat bereits angekündigt, vor den Obersten Gerichtshof zu gehen, falls dies notwendig sein sollte. „Sie können eine Verfassungsklage gegen das gesamte Gesetz erwarten. Das ist ein völlig neues Gesetz,“ sagte WTM-Anwalt Slimovitch. „Das ist das erste Mal in der kanadischen Geschichte, dass wir sagen, eine bestimmte Gruppe von Menschen darf keinen Besitz haben… Der Anwalt sagte aber auch: „Falls die Regierung dem Richter am Bundesgericht beweisen kann, dass das Eigentum einer, in Anfühungsstrichen, Terrorgruppe gehört, dann nehmen sie sich das Eigentum. Falls Sie das Label einer Terrorgruppe haben, verlieren Sie das Recht, Eigentum zu besitzen.“
Übersetzt aus der indischen Webzeitung “Nhatky” vom 8. April 2009

Rajiv Gandhi, Sonias Mann wurde von der LTTE ermordet - nun wird auch sie bedroht
Dehli - Sri Lankas mörderische Rebellen, die LTTE, könnte verschiedene indische VIPs ins Visier nehmen, einschließlich der Chefin der Kongresspartei Sonia Gandhi, die gerade Wahlkampf für die Lok Sabha Wahlen macht.
Am Donnerstag besagten verschiedene Quellen, dass das Innenministerium eine Warnung an die Staats-DGPs – besonders der südlichen Staaten – herausgegeben hat. Darin warnt sie, besonders vorsichtig hinsichtlich der Sicherheitsmaßnahmen für die VIPs zu sein, und besonders bei Sonia Gandhi während ihrer Kampagne für die Lok Sabha Wahlen.
Zu bedenken sei, dass Sonia Gandhis Mann, der frühere Premierminister Rajiv Gandhi, bei einem Anschlag, der mittels einer LTTE-Selbstmordattentäterin ausgeführt wurde, ums Leben kam. Die Selbstmordattentäterin wird noch heute von der LTTE als „Heldin“ gefeiert.
Die LTTE, die für ein separates tamilisches Land in Sri Lanka kämpft, wurde von den Streitkräften der Inselnation fast vollständig eliminiert. Die Rebellen sind derzeit auf ein winziges Gebiet zurückgedrängt, in die sogenannte Feuerfreie Zone im Pudukudiyirippu Gebiet von Mullaittivu.
Es gibt offenbar Befürchtungen, dass verschiedene LTTE Rebellen, einschließlich ihrer höchsten Führungsriege, Indien infiltrieren könnten – wenn sie dies nicht bereits getan haben.
Die Zentrumspartei hat schon einen Warnung an die Polizeichefs herausgegeben, die Sicherheit der 11 Hauptminister der verschiedenen Staaten zu überprüfen, die von Terroristen bedroht werden.
Die 10 CMs schließen, wie offizielle Quellen sagten, folgende Leute ein; Madhya Pradesh, Hauptminister Shivraj Singh Chouhan, Raman Singh (Chhattisgarh), Buddhadeb Bhattacharjee (Westbengalen), Mayawati (Uttar Pradesh), Naveen Patnaik (Orissa), Ashok Chavan (Maharashtra), Narendra Singh Modi (Gujarat) und Omar Abdullah (Jammu und Kaschmir).
Auf der Liste sind auch der pundschabische CM Parkash Singh Badal, Okram Ibobi Sangh von Manipur und K. Karnunanidhi, der Hauptminister von Tamil Nadu.
Die Warnungen wurden zu einer Zeit herausgegeben, als es Berichte gab, dass extremistische Taliban Elemente vielleicht durch das Kaschmir Tal Indien infiltriert haben. Die Armee hat solche Berichte verneint.
Aber der MHA wollte nichts riskieren und ersuchte heute um einen Bericht der Sicherheitsbüros wegen der Berichte einer möglichen Taliban-Infiltration.
Dies kommt, nachdem man Funkverkehr abgehört und anscheinend erfahren hatte, dass eine Gruppe von fast 20 Militanten, von denen man sagte, es wären Taliban, im Gurez Sektor von Nordkaschmir gegen die Armee kämpfe.
Das Armee-Hauptquartier informierte die Regierung, dass es von Zeit zu Zeit Schüsse in dem Sektor gegeben habe und dass zwei Mitglieder dieser Gruppe niedergeschossen worden seien. Dies besagten Quellen aus dem Innenministerium. Die Quellen sagten auch, dass die von der Szene des Schusswechsels geholten Leichen einige Charakteristiken aufwiesen, die jenen ähnelten, die es in der Nordwestlichen Grenzprovinz (NWFP) gab.
Die Sicherheitsbüros beobachteten die Situation nach dem aufgefangenen Funkverkehr zwischen den zwei Guppen, die auf die Anwesenheit von Taliban in Nordkaschmir schließen ließen, und nach Panikbotschaften von Lashker-e-Taiba Soldaten, die sie drängten, zurückzugehen, nun besonders aufmerksam.
Übersetzt aus der srilankischen Webzeitung „Lanka Page“ vom 7. April 2009

Außenminister Rohitha Bogollagama wendet sich an die Internationale Gemeinschaft
Colombo – Die internationale Gemeinschaft sollte die LTTE auffordern, die Waffen niederzulegen und den Menschen erlauben, die sichere Zone zu verlassen, anstatt die Regierung zu einem Waffenstillstand aufzufordern, sagte der srilankische Außenminister.
Außenminister Rohitha Bogollagama sagte heute im srilankischen Parlament, es seien wiederholt Aufrufe des Präsidenten an die LTTE ergangen, die Waffen niederzulegen, und fragte, wenn diese Aufrufe befolgt worden seien, ware doch automatisch ein Waffenstillstand gefolgt.
„Die internationale Gemeinschaft sollte vielstimmig die LTTE auffordern, die Waffen niederzulegen und den Menschen erlauben, die sichere Zone folgen, oder es würden Strafmaßnahmen folgen,” sagte er.
Bogollagama bedauerte, dass die Strafmaßnahmen der internationalen Gemeinschaft für die LTTE vor allem auf dem Papier existierten.
Trotz des Verbotes der LTTE in bestimmten Ländern gehe das Fundraising der LTTE Vertreter unbehindert weiter, und die tamilischen Organisationen in Ländern wie Kanada und Großbritannien nutzten offen Namen und Flagge der verbotenen Organisation sowie Bilder ihres Führers und andere Zeichen. „Während manche Länder dankenswerter Weise gegen solche Aktivitäten aktiv geworden sind, gibt es immer noch solche, die windelweiche Entschuldigungen vorbringen,“ sagte der Außenminister
In Bezug auf die Stellungnahme des britischen Außenministers David Miliband im britischen Unterhaus, in der dieser die Enttäuschung des britischen Premierministers bezüglich der wiederholten Ablehnung des Sonderbeauftragten des britischen Premierministers für Sri Lanka, Des Browne, zum Ausdruck gebracht hatte, sagte der Minister, die srilankische Regierung bedauere die Stellungnahme, da die britische Regierung die diplomatische Beratungspraxis nicht eingehalten habe, bevor die Bestellung des Sonderbeauftragten angekündigt worden sei.
Der Außenminister erläuterte die Bemühungen der Regierung in der Sorge um die mehr als 62 000 Zivilisten in den Wohlfahrtszentren und sagte, Sri Lanka komme seinen internationalen Verpflichtungen in vollem Maße und in transparenter Weise nach, und viele der internationalen Besucher in den Zentren hätten bestätigt, dass die Regierung von Sri Lanka eine schwierige Aufgabe glaubwürdig erfülle und dass die Mängel behoben würden.
Außenminister Bogollagama sagte weiter, das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen habe bestätigt, dass die Nahrungsmittellieferungen an die Zivilbevölkerung ausreichend seien. Die Regierung habe in Zusammenarbeit mit dem WFP bis Mitte Januar 55 000 MT und seit Mitte Februar weitere 2465 MT an Hilfsgütern, Nahrungsmitteln und Medizin in die Konfliktzone versandt. Unter den versandten Gütern befänden sich auch Antibiotika und Impfmittel, sagte der Minister.
Übersetzt aus dem indischen Tageszeitung „The Hindu“ vom 8. April 2009

Statt Hirnwäsche ala LTTE schon bald wieder regulären Schulunterricht? Tamilische Schülerinnen beim Waffentraining
Colombo – Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapaksa strahlt das Vertrauen darauf aus, dass die LTTE niemals wieder “ihr Haupt heben wird”, nachdem sie durch die Armee eine Reihe militärischer Niederlagen erlitten hat. Er hat die Rebellen gedrängt, sich zu ergeben, und versprochen, sie als „gute Bürger wiederherzustellen“.
Präsident Rajapaksa sagte: “Neunzig Prozent der LTTE, ihrer Führer, Soldaten und Infrastruktur sind zerstört worden. Es gibt keinen Weg, wie die LTTE ihren je Kopf wieder erheben kann.“
Der Präsident sagte: “Ich bitte die übrig gebliebenen LTTE Soldaten, sich sofort zu ergeben. Wir werden uns um sie kümmern und sie wiederherstellen. Wir werden sie zu guten und produktiven Bürgern dieses Landes machen.“
Er antwortete auf eine Anfrage der The Bottom Line Zeitung hinsichtlich seiner Reaktion auf die kürzlichen Siege, welche die Sicherheitskräfte über die LTTE errungen haben.
Der Präsident sagte: “Als Oberkommandierender bin ich sehr stolz auf unsere Armee. Sie ist die Nummer Eins der Welt, wie sie durch ihre Taten gezeigt hat.“
Rajapaksa sagte, dass ein großes von der LTTE zurück gelassenes Waffenlager in den Kampfgebieten gefunden worden sei.
Um genug Vorräte für die baldigen Neujahrsfeiern zu liefern, würden 1500 metrische Tonnen Nahrung für die tamilischen Binneflüchtlinge (IDPS) geschickt.
Laut Beamten wurden neue Maßnahmen ergriffen, um die in der No Fire Zone gefangenen Zivilisten zu befreien. Diese Maßnahmen stünden in Übereinstimmung mit der Politik des Präsidenten.
Die Behörden bereiten sich auch auf die Wiederbesiedlung von Tausenden von Menschen in Wohlfahrtszentren vor. Die Wiederbesiedlung soll vom Nordwestlichen Mannar aus gegen Ende des Monats beginnen.
In der Zwischenzeit sagte Mahinda Rajapaksa bei einer Veranstaltung am Montag, dass sich die LTTE nicht mit nur dem Norden und dem Osten begnügt hätte. Er sagte: „Ihre Begriffskarte von Eelam dehnte sich sogar bis nach Negombo, Badulla und Yala aus.“
Gotabhaya Rajapaksa, der Verteidigungssekretär und Bruder des srilankanischen Präsidenten hat vor kurzem bemerkt, dass Prabhakaran danach gestrebt hatte, einen großen Tamil Eelam Staat auszuschneiden, der von der Nähe von Colombo bis zum südlichen Teil von Sri Lanka reichte.
Er sagte: “Der große Aufbau seiner Marine, Luftwaffe und Infanterie einschließlich der Selbstmordattentäter legte diese Ambitionen der LTTE nahe.“
Gotabhaya Rajapaksa sagte: “Wenn wir uns die militärischen Ausrüstungen der LTTE und den Trainingsgrund der Armee anschauen, dann ist es klar, dass sie einen großen Eelam Staat etablieren wollten.”
Er sagte: “Mappen, die man gefunden hatte, bestätigen diese Tatsache, dass sie gehofft hatten, Eelam von Negombo bis Yala – einschließlich gewisser Teile der (buddhistischen Stadt von) Anuradhapura – zu schaffen.”
Während Negombo 40 km nördlich von Colombo und 7 km vom Colombo Internationalen Flughafen entfernt ist, liegt Yala im Südlichen Sri Lanka.
Übersetzt aus dem britische Tageszeitung „The Guardian“ vom 9. April 2009
Von den Tamil Tiger Kämpfern gefangene Zivilisten muss ein Ausweg geboten werden, bevor ein Blutbad geschieht!

UN_Repräsentant Sir John Holmes appelliert erneut an die LTTE, die Zivilisten gehen zu lassen
London – Indem London Zeuge von tamilischen Protesten wird, erscheint ein Blutbad an den Stränden des nördlichen Sri Lankas eine zunehmend mögliche Perspektive. Das srilankische Militär hat die Befreiungstiger von Tamil Eelam auf ein Gebiet zusammengedrängt, das so schmal ist, dass Beschuss auf jeden Fall Opfer unter den 150 000 bis 190 000 Zivilisten verursachen wird, die sich in diesem Gebiet befinden. Durch Beschuss von beiden Seiten sind bereits Hunderte von Zivilisten auf beiden Seiten umgekommen, wobei exakte Zahlen und Urheberschaft nicht verifiziert werden können. Es ist klar, dass die LTTE nicht zulässt, dass die Menschen fliehen, obwohl viele von ihnen irgendwie entkommen, und ich fürchte, dass sich die Gegner für den Endkampf rüsten könnten. Dies ist eine sehr ernste Situation.
Indem es unwahrscheinlich ist, dass sich die Kriegsparteien auf einen vollständigen und langfristigen Waffenstillstand einigen werden, bleibt der einzige Weg, die Zivilisten aus der Gefahrenzone zu bringen, ein temporärer humanitärer Waffenstillstand, während dessen Mittarbeiter von Hilfsorganisationen und Lieferungen von Hilfsmitteln Zugang zu der Konfliktzone haben müssen, und diejenigen, die weggehen wollen, müssen die Möglichkeit dazu bekommen.
Beide Seiten stehen in dieser Hinsicht in der Pflicht. Die LTTE Führung behauptet, die Zivilisten in der Konfliktzone wollten nicht gehen, weil sie die LTTE grundsätzlich freiwillig begleitet hätten und nun Angst vor der Rache der Regierung hätten. Aber immer noch gibt es Berichte, dass die Kämpfer der Gruppe auf fliehende Zivilisten schießen, die Fischerei einschränken und Boote sabotieren, die zur Flucht genutzt werden können. So zwingen sie die Menschen, gegen ihren Willen weiterzukämpfen. Die Zivilisten, die in den Kämpfen feststecken, müssen die freie Wahl haben, ob sie bleiben oder gehen wollen, wir der LTTE gegenüber bereits klar gemacht haben. Wenn die LTTE wirklich die Interessen der Tamilen im Herzen hat, sollten sie endlich zu einem Ende der scheinbar unendlichen Leiden der Zivilbevölkerung beitragen.
Auf der anderen Seite muss die Regierung von Sri Lanka sich an ihr Versprechen halten und davon Abstand nehmen, keine schwere Waffen zu nutzen, solange die Kämpfe andauern und von dem letzten Angriff auf die Konfliktzone Abstand nehmen, solange Verhandlungen über eine Kampfpause stattfinden. Indem so wenige Menschen sich in so einem kleinen Gebiet befinden, würde ein militärischer Angriff nicht nur weitere Tote unter der Zivilbevölkerung riskieren, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Regierung in der internationalen Gemeinschaft und den nationalen Gruppen gefährden, mit denen sie nach Versöhnung streben muss.
An diesem kritischen Punkt muss es unabhängigen Hilfsmitarbeitern erlaubt sein, mehr Hilfe hereinzubringen, die Situation abzuschützen und den Zivilisten dabei zu helfen, über ihr eigenes Schicksal zu entscheiden. Solange ein besserer Zugang für Hilfsgüter und Hilfsmitarbeiter nicht garantiert ist, werden Krankheiten, nicht versorgte Wunden und Hunger viele Menschen umbringen.
Die Regierung muss ebenfalls Flexibilität zeigen, indem sie zeigt, das viele der Zivilisten in der Konfliktzone wirklich Angst haben vor möglichen Misshandlungen, ob die Regierung nun eine Begründung dieser Ängste sieht oder nicht. Sie muss ebenfalls klarmachen, dass die Sicherheit aller Zivilisten garantiert sein muss, und dass alle, die die Waffen niederlegen, in Übereinstimmung mit der Genfer Konvention behandelt werden.
Ein lebenswichtiger Punkt ist hierbei, sicherzustellen, dass die Binnenflüchtlinge in Übereinstimmung mit internationalen Standards behandelt werden, was die Notwendigkeit von transparenten Überprüfungs- und Registrierungsprozeduren einschließt, ebenfalls die Garantie von Bewegungsfreiheit und Zusage einer schnellen Rückkehr an ihre Herkunftsorte. Falls die UN hierbei eine Rolle spielen kann und dies auch zusammen mit anderen Gruppen überwachen kann, ist sie jederzeit bereit dazu.
Abgesehen davon brauchen wir ein Ende des Konflikts, und einen schnellen politischen Prozess , um die hintergründigen Ursachen durch Umverteilung der Macht und langfristige Versöhnung und Versorgung anzugehen. Indem Tausende von Leben gefährdet sind und die Uhr tickt, ist die Zeit für entscheidende Aktionen durch Regierung, LTTE und internationale Gemeinschaft gekommen, bevor es zu spät ist.
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Anmerklung der LTTEwatch-Redaktion:
Sir John Holmes ist stellvertretender UN Generalsekretär für humanitäre Fragen und Koordinator der Katastrophenhilfe
Von Manjula Fernando

Binnenflüchtlinge erreichen die Camps in der Hoffnung einer baldigen Rückkehr in ihre Dörfer und Häuser. Fotos von Rukmal Gamage
Colombo – Die meisten Themen, die die Tamilen vor dreißig Jahren bedrückt haben, sind inzwischen irrelevant geworden. Sicherheit, Recht und Gesetz sind jetzt die wichtigsten Themen. Die Menschen im Norden sind bereit zum politsichen Wechsel. Wenn Sie sich mit Menschen in Jaffna unterhalten, werden die Ihnen sagen, dass sie die LTTE nicht mehr in ihrer Nähe haben wollen.
Ein Team der tamilischen Diaspora. Fachleute aus allen Bereichen des Lebens, aus neun Ländern, darunter Kanada, Australien, Großbritannien, Dänemark, die Schweiz, Frankreich und Deutschland, befanden sich im Verlauf der letzten Woche zu einer Beobachtungsreise in Sri Lanka.
Der Besuch fand statt auf Initiative der in Australien lebenden Tamilen. Die Tamilen besuchten Lager für Binnenflüchtlinge in Vavunuya und das Rehabilitationszentrum für ehemalige LTTE Kämpfer in Ambepussa. Sie trafen ebenfalls Präsidentenberater und Parlamentsmitglied Basil Rajapaksa in Colombo und brachten Ihre Besorgnis zum Ausdruck bezüglich der gefangenen Zivilisten. Lesen Sie hier ein Interview mit einigen Mitglieder der Delegation.
Q: Was war Ihre Mission hier?
A: Die Mission war, die wahre Situation herauszufinden, sowohl vor Ort und in dem Kontext, was die Regierung tut.
Wir haben das Rehabilitationscamp für junge LTTE Kader in Ambepussa besucht, die gefangengenommen wurden oder sich ergeben haben. Wir haben ebenfalls das Transitlager in der Gamini Vidyalaya in Vavuniya besucht, wo die Binnenflüchtlinge aufgenommen werden, ebenfalls das Lakshman Kadirgamar Camp.

T.Yoganathan Putra, Medien- und Informationsexperte aus Deutschland – Er wurde von der LTTE im Jahre 1991 gefangen gehalten, als er aus Anlass seiner Hochzeit nach Sri Lanka zurückkehrte. Er musste 3,5 Millionen Rs. für seine Freilassung zu bezahlen.
Q: Wie werden diese Zivilisten Ihrer Meinung nach in diesen Camps behandelt?
A: Ich denke, sie werden in bestmöglicher Art und Weise behandelt. Man kann immer Fehler finden. Ich war im Jahr 1977 in einem Flüchtlingslager, und ich weiß, wie das war. Ich denke, sie tun ihr Bestes.
Q: Denken Sie, Sie können etwas für die Zivilisten tun, die von der LTTE festgehalten werden?
A: Das ist der Grund, warum wir hier sind. Um herauszufinden, ob wir irgendetwas tun können, um sie dort herauszuholen. Zuallererst richtet sich unsere Bitte an die LTTE, die Zivilisten gehen zu lassen, und die Regierung muss die humanitäre Versorgung und Sicherheit für die Menschen bereitstellen, die herauskommen.
Q: Was ist Ihre Meinung zu einer Kampfpause bei den laufenden Operationen zur Bekämpfung des Terrorismus oder einem zeitweiligen Waffenstillstand zu diesem Zeitpunkt?
A: Wir sind nicht in der Position, die Regierung zu bitten, den Krieg an dieser Stelle einzustellen.
Das ist nicht unsere Rolle, und das ist nicht unsere Position. Die Regierung muss ihren Zielen gemäß vorgehen.
Allerdings fühlen wir, dass die Regierung, als eine verantwortungsbewusste Regierung auf der Siegerstraße, darauf vorbereitet sein sollte, das Risiko einzugehen, zu tun, was notwendig ist, um der Zivilbevölkerung die Flucht zu ermöglichen.

Rajeshwari Balasubramaniam – Aktivistin und Journalistin mit Wohnsitz in London
Das bedeutet aber nicht, dass wir sie bitten, den Krieg einzustellen.
Das ist ihre Entscheidung. Sie – die Regierung – sollte etwas wagen, selbst mit dem Risiko, dass die LTTE irgendwelche Tricks versucht – wir sagen: gebt diesen Zivilisten die Chance, rauszukommen.
Q: Unterstützen Sie den Anspruch der LTTE, sie sei die alleinige Vertretung der Tamilen?
A: Auf keinen Fall. Dieser Anspruch hat keine Berechtigung, da sie ihre Position durch Zwang erreicht haben. Klar hat es Unterstützung gegeben, aber die wurde durch Zwang und Gewalt erreicht.
Q: Wir schätzen Sie die Unterstützung der tamilischen Diaspora für die LTTE ein? Geht sie zurück?
A: Ich würde sagen, 40 Prozent stehen bedingungslos hinter ihnen. Es ist sehr schwer, diese Leute zu überzeugen, solange das Problem nicht gelöst ist, und weitere 40 Prozent stehen in der Mitte und bewegen ihre Positionen in Abhängigkeit der Umstände. Der Rest, 20 Prozent, sind klar dagegen.
Selbst die Menschen, die gegen die LTTE sind, haben sich den Protesten in London und Kanada angeschlossen. Sie sind auf die Straße gegangen, um die Freiheit für das tamilische Volk zu führen. Sie sind nicht alle LTTE Anhänger.
Die negative Berichterstattung durch die LTTE lässt die Menschen emotionaler reagieren und sie verstehen die wahre Situation nicht. Daher denkt die Diaspora immer noch, die srilankische Regierung stecke sie in mit Stacheldrahtzaun umstandene Flüchtlingslager und behandele sie sehr schlecht. Das ist einer der Gründe, warum wir gekommen sind, um zu sehen, was wirklich in den Flüchtlingslagern vorgeht.
In den Camps haben wir gesehen, dass die Anschuldigungen der LTTE in den Medien nicht wahr sind. Was uns die Menschen in den Camps erzählt haben, ist die Wahrheit.
Die gesamte Diaspora empfindet Mitleid angesichts der Not der Zivilbevölkerung. Das kann nicht als Unterstützung der LTTE interpretiert werden.

Dr.Rajasingham Narendran – Tiermediziner, frührer Professor an der Peradeniya University, jetzt in Saudi Arabien. Seine Familie lebt in Colombo.
Q: Hat das Fundraising, „Spendensammeln“ der LTTE unter ihren militärischen Niederlagen gelitten?
A: Nein. In der Hinsicht sind sie Meister. Sie wissen, wie sie es tun, und sie sind besser im Geldsammeln und der Mobilisierung von Propaganda als die Regierung.
Sie demonstrieren im Ausland und sagen, die Tamilen würden schlecht behandelt, aber die Botschafter und die auswärtigen Offiziellen wissen die Wahrheit. Wir sind ihnen in Colombo begegnet.
Es ist allerdings ein Vorteil der LTTE und verwirrt möglicherweise die ausländischen Botschaften, dass die Medien nie in die Nähe der Kriegszone kommen. Es gibt keine unabhängige Berichterstattung. Das kann nach zwei Seiten ausschlagen.
Die Medien können die wahre Situation verzerren und aufbauschen. Aber im Moment hat das Fehlen der Berichterstattung in den Medien für Verwirrung gesorgt. Die Botschaften sehen die Wahrheit nicht. Kleine Dinge sind als groß dargestellt werden, aber es gibt keine klaren Berichte darüber. Die Medien sollten verantwortlich handeln und über die wirkliche Situation in der Kriegszone berichten, nicht das Bild des Landes beschädigen.
Q: Aber es gibt Meinungen, nach der die Propaganda der Regierung gegen den Terrorismus Erfolge gegen die LTTE verzeichnet.
A: Wir haben Präsentationen gesehen, speziell zur Entwicklung im Osten, und was dort mit den Binnenflüchtlingen passiert ist. Ich denke nicht, dass sie das gut vermarktet haben. Das hätte eine breite Wirkung erzielt, wenn sie das richtig verkauft hätten, um die Diaspora auf ihre Seite zu bringen.
Die Themen bezüglich der Umsetzung des 13. Anhangs zur Verfassung sind ebenfalls nicht richtig in den singhalesischen und tamilischen Medien übermittelt worden.
Die Medien haben in dieser Hinsicht wirklich versagt. Sie haben den Massen nicht beigebracht, was der 13. Anhang ist. Daher haben die Extremisten freie Bahn, die Massen in die Irre zu führen. Die meisten Themen, die die Tamilen vor 30 Jahren bedrückt haben, sind inzwischen irrelevant. Sicherheit, Recht und Gesetz sind die Hauptthemen geworden.
Q: Was sollte getan werden?
A: Wir müssen unser Land vereinigen und neu strukturieren.
Es sollte in Zukunft keine Ausschreitungen mehr in unserem Land geben. Aber zur gleichen Zeit, wenn irgendwer sagt, wenn es Dir hier nicht gefällt, geh zurück nach Indien, ist das absolut beleidigend. Mir mögen eine Minderheit hier sein, aber wir sind ein grundlegender Teil des Landes.
Die Binnenflüchtlinge, die wir in den Lagern getroffen haben, sind die Ärmsten der Armen. Sie haben keine Stimme. Die Menschen, die ihre Stimme erheben können, sind ins Exil gegangen und zeichnen ein schlechtes Bild unseres Landes.
Q: Haben Sie Vertrauen in den APRC Prozess der Regierung für eine politische Lösung der Frage des Nordens und Ostens?
A: Die Intentionen sind da, und ich bin sicher, dass sie gut sind. Prof. Vitarana tut sein Bestes, um irgendwas durchzubringen. Aber wir sehen alle klar, dass die gegenwärtige Verfassung etwas für sich hat. Wie J. R. Jayewardene es geplant hat, lässt die Verfassung wenig Raum für Anhänge und Veränderungen. Ich denke auch nicht, dass es auf Seiten der singhalesischen Mehrheit den politischen Willen gibt, den Prozess zu durchlaufen, wie dies 1972 und 1977 geschehen ist. Darum sagen wir, lasst uns mit dem 13. Anhang anfangen und ihn ehrlich umsetzen.
Wir können einiges aus dem Prozess rausholen. Umverteilung der Macht muss auf der Basis der Gleichheit passieren. Ohne Ansehen der JVP, JHU or UNP müssen sie den Frieden im Land unterstützen. Sie mögen politische Unterschiede aufweisen, aber in diesem Punkt müssen sie die Regierung unterstützen.
Q: Die Regierung sagte, die Operationen zur Befreiung der Zivilbevölkerung und zur Wiedereroberung der LTTE Gebiete werden bald vorbei sein. Welche Rolle planen Sie, im Norden nach dem Konflikt zu spielen?
A: Wir wollen die Brücke sein.
Q: Menschenrechtsminister Mahinda Samarasinghe hat gesagt, es können sein, dass die LTTE der internationalen Gemeinschaft nicht zuhört, aber die Stimme der tamilischen Diaspora könne eine effective Macht sein, um die gefangenen Zivilisten zu befreien.
A: Holmes ist mit Hilfe der norwegischen Regierung mit K. Pathmanathan von der LTTE zusammengetroffen und er hat klar gesagt, dass die LTTE die Zivilisten nicht freilassen wird. Ich denke, dass die LTTE gegenüber dem internationalen Druck immun ist.
Die Amerikaner haben Druck ausgeübt. Indien und Norwegen üben möglicherweise Druck aus. Es ist aber offensichtlich, dass die LTTE die Zivilbevölkerung zu ihrer eigenen Sicherheit festhält. Unter diesen Umständen kann niemand sie überzeugen, außer sie entscheiden sich, sie gegen zu lassen, denn sie wissen, dass sie am Ende sind, sobald der zivile Schutzschild weg ist. Das ist eine ausweglose Situation für sie.
Q: Kann die Diaspora nicht irgendwas tun?
A: Nein, wir können zwar an die LTTE appellieren, aber die Entscheidung liegt bei der LTTE. Ich denke nicht, dass sie auf moralische Ansprache noch reagieren.
Q: Wird Prabhakaran immer noch in der Diaspora als Held verehrt?
A: Für manche ist er eine göttliche Figur, jemand, der gekommen ist, um die Tamilen zu retten. Nach hinduistischem Glauben gibt es Avathara pursusha, jemand, der geboren ist, um zu verteidigen und zu retten. Dieses Bild ist irgendwann entstanden, und es wird sehr schwer werden, es wieder loszuwerden. Ich denke, mit der Zeit, und wenn die Wahrheit ans Licht kommt, wird sich das ändern.
Q: Haben Sie auch den Osten besucht?
A: Nein. Wir hatten einen sehr engen Zeitplan. Wir wollten dort hinfahren, aber es war nicht möglich. Aber wir waren sehr beeindruckt von den Präsentationen über den Osten. Es wurde klar, dass sie einiges getan haben. Die einzige Enttäuschung war, dass das eine Arbeit der Zentralregierung war, nicht der Provinz.
Der Wahlprozess im Osten war grundsätzlich kosmetisch, um die internationale Gemeinschaft zu beeindrucken. Es ist richtig, einen Rat für die Zwischenzeit zu bestellen, aber Wahlen sollten abgehalten werden, wenn die Bedingungen stimmen, wenn die Gewalt die Szene komplett verlassen hat.
Unter dem Indo-Lanka Friedensabkommen gab es Vorkehrungen für Interim Councils. Tun Sie das jetzt, mit den richtigen Leuten aus dem Norden. In Jaffna entsteht bereits eine Führung, und der frühere Regierungsagent von Jaffna, Lionel Fernando, sollte zum Leiter dieses Interim Councils gemacht werden, mit zwei anderen Mitgliedern, einem Tamilen und einem Moslem, und nach zwei oder drei Jahren könnten dann Wahlen stattfinden.
Q: Denken Sie, die Menschen im Norden sind bereit für einen politischen Wechsel, nachdem sie jetzt so lange im Griff der LTTE waren?
Ein politischer Wechsel, ja. Wenn Sie auf Menschen aus Jaffna treffen, werden alle Ihnen sagen, dass man die LTTE nicht mehr auch nur in der Nähe haben will.
Aber die Bedingungen für einen politischen Prozess sind nicht da, weil einige vertrieben worden sind, einige in Colombo oder Städten in der Nähe leben. Sie sollten nach Hause zurückkehren. Die Binnenflüchtlinge müssen zurückkehren. Sie sollten nicht in Angst vor der LTTE oder irgendeiner anderen Gruppe leben.
Die Mehrheit der Diaspora unterstützt die LTTE und andere Gruppen, weil es keine andere demokratische Alternative gibt. Die Regierung muss das ändern.
Q: Was ist ihre Botschaft an die TNA?
Öffnen Sie jetzt ihre Augen!
Übersetzt aus dem srilankischen Tageszeitung Island vom 15. März 2009
Von Radhika Coomaraswamy

Radhika Coomara-swamy, UN-Beauftragte
Colombo - Lassen Sie mich meine heutige Rede an Sie mit einer Beschreibung meines Besuches eines maoistischen Armeequartierplatzes im Kanton im östlichen Nepal im Dezember beginnen. Das Quartier war nach dem Friedensabkommen errichtet worden. In diesem Quartier gab es Kindersoldaten, welche die Kommunistische Partei von Nepal (eine maoistische) in ihrem Kampf gegen den nepalesischen Staat errichtet hatte. Wir hatten schon früher viele junge Leute getroffen, die mit falschen Versprechungen von den Maoisten rekrutiert worden waren, die aber wegen der Misshandlungen weggelaufen waren. Aber da gab es eine andere Gruppe: Diejenigen, die sich aus dem einen oder anderen Grund zum Bleiben entschlossen hatten. Man erlaubte uns, diese Kinder für eine Diskussion über ihre Zukunft zu treffen. Es waren Teenager und ungefähr ein Drittel davon waren weiblich. Zuerst waren sie feindselig. Einer davon sagte uns, wir sollten gehen. Er sagte: „Wir sind Soldaten, wir wollen Soldaten bleiben, wir wollen Teil der Streitkräfte sein, wir brauchen eure Hilfe nicht.“ Wir waren gekommen, um sie zu retten, aber sie wollten nicht gerettet werden.
Dann begannen wir mit ihnen ein Gespräch über die Zukunft. Wir sprachen von den vielen Gelegenheiten, die es für junge Leute gibt, Gelegenheiten, die man ihnen verschaffen könnte, wenn sie in eine zivile Umgebung kämen. Wir sprachen von Computern, technischen Fertigkeiten, Unterhalten. Wir sprachen von anderen Kindersoldaten in der Welt und was sie aus ihrem Leben gemacht hatten. Nach einer Weile hatten ihre Augen nicht mehr diesen glasigen Ausdruck. Sie begannen zuzuhören. Als wir gingen, blieben sie skeptisch, aber nicht länger feindselig. Das wäre dann der Anfang einer langen Unterhaltung geworden.
Die Gestaltung der Kindheit
Bevor wir unsere Diskussion der Kindersoldaten anfangen, müssen wir zuerst fragen: Was verstehen wir unter Kindheit? Eine Menge an Diskussionen unter Akademikern hat sich um die Gestaltung der Kindheit in verschiedenen Gesellschaften gedreht. Meistenteils akzeptiert das von der Forschung von Piaget und seinen Anhängern beeinflusste internationale Gesetz die Tatsache, dass es eine Verbindung zwischen dem chronologischen Alter und der kognitiven Entwicklung gibt, dass es Stadien innerhalb der Entwicklung des kognitiven Denkens – besonders die Fähigkeit, ethisch zu urteilen – gibt und dass 18 das Alter ist, an dem eine solche Entwicklung vollendet ist. Aus diesem Grund haben die Konvention für Kinderrechte und andere nachfolgende Dokumente festgestellt, dass achtzehn das Alter ist, in dem die Minderjährigkeit endet.
Akademiker, die Anthropologen und von der neueren Arbeit von Psychologen wie Lev Vygotsky und anderen beeinflusst sind, und andere, die auf den Einfluss der alltäglichen Lebenserfahrung bei der Bildung eines ethischen Urteilsvermögens verweisen, argumentieren, dass Kindheit ein Konstrukt ist, welches sich von Ort zu

Kindersoldaten-Rekrutierer Prabhakaran - Verbrechen wider der Menschlichkeit
Ort unterscheidet. Wie Davon Rosen, Professor für Anthropologie, wie Pfarleigh Dickinson schreibt: „wenn man eine einzige universelle Definition zu Grunde legt, dann ignoriert das, dass Kindheit in unterschiedlichen Gesellschaften auf unterschiedliche Arten erfahren wird.“ Er argumentiert, dass „genau 18 ein Teil der modernen Politik hinsichtlich des Alters“ ist und ein Aspekt von „Normen-Unternehmerschaft“, welche die humanitäre Befürwortung charakterisiert. Bei einer UN Versammlung präsentierte er eine Diashow von Kindern, die freiwillig zum Militär gegangen und mitgekämpft haben, sowohl im Unabhängigkeitskrieg als auch im Bürgerkrieg in den Vereinigten Staaten. Er weist auf die Tatsache hin, dass hinsichtlich der Initiationsriten bei den meisten Stämmen und ethnischen Gruppen das Alter zwischen 14 und 16 schwankt und dass somit ein frühes Ende der Kindheit anerkannt wird.
Susan Shepler, Professor für Anthropologie an der Universität von Kalifornien in Berkeley pflichtet auch diesem Zugang zur Kindheit als einem Konstrukt einer besonderen Gemeinschaft bei. Sie konzentriert sich auf Sierra Leone und hat umrissen, wie das Vorherrschen von Kinderarbeit zusammen mit Kindersoldaten die Akzeptanz hatte, dass Kinder arbeiten können, Verantwortung akzeptieren können und nicht beschützt werden müssen, wie es in anderen Gesellschaften erwartet wird. Sie weist auch auf die Initiationsrituale in Geheimgesellschaften für junge Heranwachsende, sowohl männlich als auch weiblich, hin. Oft wird das Eintreten in eine bewaffnete Gruppe als eine Ausdehnung dieses Rituals gesehen. Wenn man einmal diese kulturellen Faktoren in Sierra Leone verstanden hat, dann hilft das auch zu verstehen, dass solche bizarren Dinge passieren können, wenn sich der soziale Rahmen wegen des Krieges auflöst. Sowohl für Rosen als auch für Shepler ist es unabdingbar, den kulturellen Kontext zu verstehen, wenn man das Phänomen der Kindersoldaten verstehen will.
Es gibt keinen Zweifel, dass “18 und nichts anderes” – Kinder sind Kinder, bis sie achtzehn sind – das Rückgrat der internationalen Instrumente hinsichtlich der Kinder sind. „18 und nichts anderes“ ist eine anzustrebende Feststellung, ein Produkt der internationalen Normenschöpfung. Eingebettet in diese „Politik der Minderjährigkeit“, wie sie Rosen nennt, ist, dass Kinder ihre Kindheit so lange wie möglich genießen sollen. Obwohl man ihre „Triebkraft“ versteht, sollten sie vor Schaden und Ausbeutung bewahrt werden. Was am wichtigsten ist, ist jedoch, dass man ihnen keine Pflichten oder Lasten übergeben sollte, die sie daran hindern, in die Schule zu gehen und um einer besseren Zukunft willen zu lernen.
Dies sind die Annahmen dieses internationalen normativen Rahmens, wie er in den internationalen Organisationen vertreten wird. Das Mandat der Speziellen Repräsentative hinsichtlich der Kinder und des Bewaffneten Konflikts ist in Kraft und deswegen bindet nichts die Nationen mehr zusammen als die Notwendigkeit, Kinder zu beschützen. Es gibt in diesem Punkt einen universellen Konsens, wenigstens als etwas Erstrebenswertes. Dies lässt sich aus der Anzahl der Unterzeichner des CRC folgern, genauso wie aus der Einstimmigkeit beim Sicherheitsrat in Hinblick auf die Sicherheitsrats-Resolution Nr. 1612.
Der Punkt ist nun, dass man das Angestrebte in allen Teilen der Welt zur Praxis werden lässt. Um dies zu tun, ist es wichtig, die Forschung von Anthropologen wie Shepler und Rosen zu verstehen: Wir können die kulturellen Faktoren, welche Kindheit in verschiedenen Gesellschaften definieren, nicht außer acht lassen. Der kulturelle Kontext und wie wir mit diesem Gebiet umgehen wird entscheiden, ob die internationale Schaffung von Normen auch lokal Resonanz hat. Wenn wir diese Faktoren nicht verstehen, werden wir nicht fähig sein, effektive Programme zu entwerfen, welche das Rekrutieren von Kindern verhindern oder sie zurück in ihre Gemeinschaften integrieren.
Warum Kinder rekrutiert werden
Bevor wir diskutieren, warum Kinder rekrutiert werden, müssen wir uns hinsichtlich der Tatsache einigen, dass Kinder-Rekrutierung nicht immer erzwungen wird und dass viele Kinder willentlich militärischen Gruppen beitreten scheinen. Für lange Zeit waren Sierra Leone und das nördliche Uganda ein Modell für erzwungenes Rekrutieren. Dort wurden viele Kinder entführt. Sie wurden verschleppt und dann so lange geschlagen, bis sie sich unterwarfen. Dies war der Archetyp für die Kampagne hinsichtlich der Kindersoldaten. Es gibt keinen Zweifel, dass viele Gruppen entführen, einschüchtern und Kinder zwingen, ihnen beizutreten.
Familien werden manchmal gefragt, dass sie jeweils ein Kind für die Sache hingeben sollen. Schiere Gewalt wird oft gebraucht, um Kinder wegzunehmen. Lassen Sie mich Ihnen die Geschichte von Moi erzählen, einem jungen Mann aus dem nördlichen Uganda, den ich traf. Er spielte mit seinem Freund, als die LTA sein Dorf angriff. Er wurde mit seinem Freund entführt und gezwungen, die Beute aus ihrem Dorf zu schleppen. Auf dem Weg ins LRA Lager fiel sein Freund hin und brach sich den Knöchel. Der Kommandant der Gruppe schoss seinen Freund in den Kopf. Moi wurde ins Lager gebracht und geschlagen, unter Drogen gesetzt und als Kindersoldat ausgebildet. Er musste sein eigenes Dorf angreifen und töten und von Familie und Freunden stehlen. Nach Jahren dieser Aktivität, hatte Moi eine Gewissenskrise und entkam zu einem von der UNICEF gesponsorten Projekt, wo ich ihn traf.
Aber nicht alle Kinder werden entführt. Bei einem neueren Überblick über frühere Kindersoldaten in der Demokratischen Republik Kongo und deren Motive für das Eintreten in bewaffnete Gruppen wurde herausgefunden, dass nur 9 % entführt worden waren oder aus Angst mitgemacht hatten. 34 % dieser Kinder sagten, dass sie aus materiellen Gründen beigetreten sind, 21 % sagten, dass sie beigetreten waren, weil sie an die Ideologie der Gruppe glaubten, 10 % sagten, dass sie sich rächen wollten, und 11 % wollten von zu Hause abhauen. Sogar in der L.R.A. Untersuchung wird gezeigt, dass viele der Kinder aus verschiedenen Gründen freiwillig beitreten.
Trotz der Akzeptanz der Tatsache, dass viele Kinder von allein bewaffneten Gruppen beitreten gibt es keine Übereinstimmung hinsichtlich dessen, wie viel davon freiwillig oder frei gewählt genannt werden kann. Was ist die Natur dieser Triebkraft? Einige glauben, dass Kinder nicht fähig zu dieser Art von ethischem Urteil sind, so dann irgendeine Wahl nicht freiwillig ist, und dass jede Entscheidung, sich solchen Bewegungen anzuschließen, aufgezwungen sein muss.
Andererseits gibt es jene, welche diese Momente von Triebkraft als frei gewählt, teilnehmend und Ausdruck des wahren Willens feiern. Sie fordern, dass wir Erwachsene jene Wahlen, welche die Kinder getroffen haben, respektieren. Die Realität muss irgendwo in der Mitte liegen. Obwohl jene Entscheidungen scheinbar freiwillig sind, werden sie durch die materiellen und kulturellen Realitäten bedingt, welche solch eine Wahl erlauben, und darum müssen sie in diesem Kontext verstanden werden. Ohne die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen zu verstehen, die den Raum dafür schaffen, dass Kinder solch eine Wahl treffen, ist es sowohl schwierig, den Kindern die Triebkraft zu verweigern als auch zweifelsfrei zu behaupten, dass das, was sie gewählt haben, frei geschah.
Jede Diskussion über das Rekrutieren muss mit einem Versuch beginnen, die materiellen Bedingungen zu verstehen, welche oft die Kinder zur Gewalt treiben. Wie der Oxfort-Universitätsprofessor Jason Hart schreibt, gibt es in vielen dieser Gesellschaften „zutiefst asymmetrische Machtrelationen, welche eine systematische Unterdrückung entstehen lassen“ und diese färbt oft das politische Verständnis von jungen Leuten ein und treibt sie zur Aktion.
Die meisten Sozialwissenschaftler stimmen darin überein, dass Armut ein Faktor ist, der zu Kindersoldaten führt, aber es ist auch wichtig zu unterstreichen, dass nicht alle arme Kinder Kindersoldaten werden, und dass darum die Armut nur ein dies begünstigender Faktor ist. Die Armut vermindert die Wahlmöglichkeiten für Kinder und deshalb macht sie das Kindersoldatentum zu einem möglichen Ausfluss für ihre Energien. In einigen Gebieten bedeutet Armut auch ein Mangel an Zugang zur Bildung und zu anderen grundlegenden Ressourcen, und darum besteht oft die Möglichkeit irgendeiner anderen Form der Mobilität nicht.
Für einige Kinder – besonders Waisen – sichert die Teilhabe an bewaffneten Gruppen wenigstens eine Mahlzeit pro Tag und einige arme Eltern geben ihre Kinder der Bewegung in der Hoffnung, dass sie gut ernährt und untergebracht werden. In diesem Kontext muss es als sehr wichtig für die Vermeidung des Rekrutierens von Kindersoldaten angesehen werden, dass man eine Infrastruktur schafft, um die Armut zu bekämpfen, und dass man Entwicklungsprojekte ausführt, welche versuchen, junge Leute zu motivieren, Fähigkeiten zu entwickeln und mit ihrem Leben fortzuschreiten, und die sich deswegen mit der Armut auseinandersetzen.
Die angebliche oder wirkliche Diskriminierung ist oft der entscheidende Motivationsfaktor für Kinder, um bewaffneten Gruppen beizutreten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass viele der bewaffneten Gruppen, die Kindersoldaten rekrutieren, aus Ethnien, Klassen oder Kastengruppierungen stammen, die ihren Kampf im Kontext von Diskriminierung oder Ausbeutung sehen. Ob es nun Sprachdiskriminierung, das Verweigern des Zugangs zu Ressourcen des Staates, das Verweigern von politischer Repräsentanz ist – die Frage der Gleichheit ist für viele dieser Kämpfe von zentraler Bedeutung. Sogar bei der Herrenwiderstands-Armee spielte die wahrgenommene Diskriminierung des Acholi Volkes eine Rolle, als sie Kinder entführten.
Ethnische, Stammes- und religiöse Identität sind mit Vorstellungen von wahrgenommener Diskriminierung verbunden. Dies ist besonders wirksam bei der Mobilisierung ganzer Gemeinschaften, einschließlich deren Kinder. Bei ethnischen und religiösen Kriegen geben Familien manchmal ihre Kinder freiwillig, wenn Kommandanten davon sprechen, „die Gemeinschaft zu verteidigen“. Die Treue zur ethnischen, religiösen oder Stammesgruppe wird ein Verhandlungswerkzeug für bewaffnete Gruppen, wenn jedes Mitglied der Gemeinschaft aufgerufen wird, seine Rolle zu spielen. Kinder sind für diese Forderungen sehr empfänglich und lassen sich leicht in die Richtung manipulieren, dass sie ihre Energien für die Sache einsetzen.
Der Widerstand gegen die Diskriminierung führt oft zu brutaler Unterdrückung durch die Sicherheitskräfte oder bewaffnete Gruppen einer anderen ethnischen Gruppe. Dies führt nur zu Gefühlen der Unterdrückung. Wie es Jason Hart zeigt, ist das Gefühl der „Erniedrigung“ für diesen Kampf zentral.“ Diese Erniedrigung speist sich aus einer kollektiven Geschichte und verstärkt einen Sinn für Gruppenidentität. Benedict Anderson bemerkt in seiner Studie von nationalistischen Erzählungen, dass die kollektive Erniedrigung und das Leiden eines der wichtigsten Elemente ist, welches an die Entwicklung der Identität geknüpft ist.“ Kinder sind emotional verletzlich und deswegen leicht von solchen Erzählungen zu verführen. Viele von ihnen haben Verwandte verloren und oft verbindet sich ein persönlicher Wunsch nach Rache mit nationalistischen / ethnischen / Stammesmythen, um die jungen Leute zu ermutigen, bewaffneten Gruppen beizutreten.
Der neuere Trend bei der Bildung von Selbstverteidigungsgruppen in Gemeinschaften, welche einer Bedrohung von außen ausgesetzt sind, stellt auch ernste Herausforderungen dar. Die Führer der Gemeinschaften fühlen, dass die Kinder ihre Rolle spielen und helfen müssen, ihre Familien und ihre Gemeinschaften zu verteidigen. Die Vorstellung von Selbstverteidigung kann ausgenützt werden, aber manchmal beruht sie auf sehr handfesten Realitäten – wie z.B. im Sudan und Tschad.
Vertreibung ist ein anderer Faktor, der zu dem Phänomen von Kindersoldaten beiträgt. Nach der an der Universität von Pittsburg geleisteten Forschungsarbeit „sind eine große Anzahl von Kindern, die rekrutiert werden, aus Flüchtlingslagern.“ Jason Hart zeigt auch auf, wie die Bedingungen in dem Lager sehr dazu beitragen, dass Kinder in Gewalttätigkeiten hineingezogen werden. Oft sind die Ressourcen mager, es gibt wenig Bildung und Beschäftigungsgelegenheiten. Das Lager steigert auch die Gruppenidentität und einen Sinn für kollektive Gründe zur Klage. Es gibt oft Beschränkungen der Bewegungsfreiheit, die junge Familien frustriert. Familien von Rebellengruppen sind oft in den Lagern. All das trägt dazu bei, dass Kinder aus der Lagerumgebung leicht rekrutiert werden können. In der Tat argumentieren einige ForscherInnen, dass die Sicherheit um die Lager eine Methode ist, damit Kinder nicht rekrutiert werden können.
Schließlich muss man verstehen, dass Krieg in einigen Gesellschaften, nachdem er einige Zeit gedauert hat, eine “Wachstumsindustrie” mit ihrer eigenen Logik und den damit verknüpften Auswirkungen ist.
Der Nachschub von Waffen, die gewaltsame Kontrolle von Ressourcen, das Rekrutieren von Kämpfern wird Teil der politischen Ökonomie. Waffenhändler gewinnen ein unabdingbares Recht, den Krieg fortzusetzen, genauso wie lokale Kommandanten und lokale Kriegsherren. In solchem Kontext werden Kinder dahingehend sozialisiert, dass sie Krieg als einen Teil des Lebens akzeptieren und innerhalb der Strukturen, die er schafft, ihr persönliches Fortkommen suchen.
Die materiellen Faktoren, die zum Rekrutieren von Kindern beitragen, würden nicht zu Kindersoldaten führen, wenn sich die Führungsspitze einer besonderen Gruppe weigern würde, die Umstände, denen die verletzlichen Kinder ausgesetzt sind, auszunutzen. Die Organisation der bewaffneten Gruppe ist bei der Frage, ob Kinder rekrutiert werden, von kritischer Bedeutung. Aus diesem Grund betonen die Aktivisten die Verantwortlichkeit jener Akteure. Ein bewaffneter Kampf oder bewaffnete Kriegsführung wird oft von politischen, ethnischen und Gruppenführern als ein Mittel der politischen Konfrontation in einer besonderen Gesellschaft oder weil sie um die Kontrolle der Ressourcen kämpfen ausgesucht. Aber es gibt viele bewaffnete Gruppen, die nicht Kindersoldaten rekrutieren, weil sie sich weigern, solche zu akzeptieren. Die Gruppen sind gewöhnlich ideologisch fortgeschrittener. Unglücklicherweise ist das Potential für Ausbeutung groß, wenn eine Gruppe beschließt, Kindersoldaten zu akzeptieren.
Die bewaffnete Gruppe stellt sich oft als eine militärische Vorhut einer wichtigen Sache dar. Das militärische Leben und die militärischen Kommandanten werden Rollenmodelle für die jungen Leute. Der militärische Ethos wird Teil des alltäglichen Lebens.
Manchmal gibt es den Ruf nach Märtyrerschaft, Opfer und heroischem Tod, etwas, das oft romantische junge Männer und Frauen erregt. Dies kann sogar die Form von Selbstmordattentaten annehmen. Dieser militärische Ethos hat eine eigene Logik und zieht verletzliche Kinder an. Viele jungen Leute kommen zu Kommandanten, selbst wenn sie nicht entführt wurden.
Verantwortungsbewusste Kommandanten schicken sie weg. Andere sehen jedoch, dass Kinder wirklich große Soldaten sein können. Mit dem, was Psychologen „unterentwickelte“ Todesvorstellungen nennen, kennen sie beim Kämpfen keine Angst, nehmen große Risiken auf sich und sehen viel davon als Spiel an. Sie gehorchen Kommandos und stellen für die Hierarchie kaum eine Bedrohung dar. Als Folge davon beginnt eine Gruppe, mehr und mehr Kindersoldaten zu beschäftigen und geht sogar dazu über, sie zu entführen. Der Überreichtum an kleineren Waffen kommt noch hinzu und trägt zur Leichtigkeit des Fortsetzens dieser Art des Rekrutierens bei. Nach den Aussagen von Spezialisten braucht ein Kind im Durchschnitt 45 Minuten, um eine AK 47 zu meistern.
Wie viele Anthropologen zeigen, sind auch individuelle Faktoren bestimmtend dafür, ob ein Kind ein Kindersoldat werden wird. Wie schon früher gezeigt wurde, treiben Gefühle von Rachsucht und der Erniedrigung oft Kinder in bewaffnete Gruppen. Wenn sie sehen, wie ihre Eltern getötet oder erniedrigt, ihre Schwestern vergewaltigt und ihre Gemeinschaften angegriffen werden, ist das ein mächtiger Motivationsschub. Dies führt oft dazu, dass der Zyklus der Gewalt zusätzlich gesteigert wird, wobei Rache zur Gegen-Rache führt und zehnjährige Kinder Opfer und Täter zur gleichen Zeit werden.
Einige Kinder treten aus Familiengründen bewaffneten Gruppen bei. Häusliche Gewalt, disfunktionale Familien und das Vorherrschen von Waisen in unter AIDS leidenden Gesellschaften usw. … all das führt dazu, dass Kinder neue Formen von Zuflucht und Schutz suchen. Viele Gruppen versichern uns, dass die meisten der Kinder, die zu ihnen kommen, Waisen oder Kindern sind, die nicht zu ihren Eltern zurückwollen. Dies trifft oft auf Mädchen zu. Sie treten bewaffneten Gruppen wegen des Gefühls der Freiheit bei, das sie entfernt von traditioneller und oft unterdrückender Erziehung verspüren.
Wenn sie Kämpferinnen werden, dann erlaubt ihnen dies, die Geschlechtsrollen und –stereotypen zu übertreten und dabei Selbstvertrauen und Führungseigenschaften zu lernen. Dies stellt ein größeres Problem für die Reintegration von Mädchen nach dem Krieg dar, denn das Mädchen will nicht nach Hause zurückkehren. Trotzdem muss diesen scheinbar positiven Faktoren die Tatsache gegenübergestellt werden, dass in einigen Kriegen Mädchen entführt, zu Sexsklavinnen gemacht werden und dass sie die Rolle der Kämpferin, der Ehefrau und Haushaltshilfe alles zur gleichen Zeit spielen müssen.
Einige Jungen, die emotional verletzlich sind, werden zu Rollenmodellen gezogen, welche durch den Gebrauch von Gewalt ihre Maskulinität ausdrücken. Dies ist in vielen Gesellschaften üblich, wo Mannsein die Bereitschaft, wenn nötig Gewalt zu gebrauchen, beinhaltet. Dies wird in einigen Gesellschaften mit dem Wunsch, einer bewaffneten Gruppe als Mittel sozialer Mobilität beizutreten, verbunden. Wenn man beitritt, hat man Zugang zu Ressourcen und die Möglichkeit, Macht auszuüben und das von der bewaffneten Gruppe kontrollierte Gebiet zu beeinflussen. Viele Kinder sehen dies als einen legitimen Weg des Vorankommens in einer Gesellschaft, die ihnen wenig andere Wahlmöglichkeiten anbietet, obwohl sie sich oft über die Tatsache beklagen, dass sie nicht zur Schule gehen oder ihre Familien sehen können.
UN Initiativen
Was sind nun die internationalen Initiativen, welche sich mit diesem Problem der Kindersoldaten beschäftigen? Es ist aus der Analyse der zu Grunde liegenden Ursachen klar, dass die Führungsriege der bewaffneten Gruppe ein Schlüsselfaktor beim Rekrutieren von Kindern ist. Darum der Kampf gegen die Straflosigkeit. Man zieht diese Führer zur Verantwortung und schreckt sie vom Rekrutieren von Kindern bei zukünftigen Aktionen ab. Das muss weitergehen. Obwohl die Bedingungen für das Rekrutieren von Kindern wegen der zu Grunde liegenden Ursachen existieren, ist es die Entscheidung der Bewaffneten, ob sie diese Kinder rekrutieren oder einziehen. Diese Entscheidung ist die letztgültige Markierung, und wenn sie nicht zur Rede gestellt werden, wird es keine Möglichkeit geben, mit diesem Punkt in umfassender Weise umzugehen.
Die internationale Gemeinschaft hat vor kurzem begonnen, sich mit der Frage der Straflosigkeit und des Zur-Verantwortung-Ziehens auf systematischere Weise auseinanderzusetzen. Letztes Jahr klagte der Internationale Gerichtshof Thomas Lubanga von der Demokratischen Republik Kongo wegen Rekrutierung und Gebrauch von Kindersoldaten an. Dies war der erste Fall, der vor Gericht gebracht wurde, und die Strafverfolger beschlossen, dass sie mit der beispielgebenden Strafverfolgung beginnen würden. So schickten sie eine Botschaft, dass solche Praktiken Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind.
Seit der Zeit wurden drei andere Kriegsherren wegen dem Rekrutieren und Gebrauch von Kindern angeklagt. Obwohl dies nur ein paar ausgewählte Fälle sind, haben sie das Erforderliche des Darfur Friedensabkommens geschickt. Sie haben mich detailliert über das Gericht und die Anklagen befragt – sie schienen sich darüber, was das für sie bedeutete, Sorgen zu machen. Der Anschreckungseffekt sogar nur einer Verurteilung sollte deutlich sein, obwohl wir akzeptieren müssen, dass die Fanatischsten das Rekrutieren ohne Sorge wegen der Konsequenzen fortsetzen werden.
Es ist nicht nur der Gerichtshof, der sich hinsichtlich dieser Streitfrage vorwärtsbewegt hat. Der Sicherheitsrat hat Kinder und bewaffnete Konflikte als die einzige Menschenrechtsfrage, für die man sich dauernd engagieren muss, ausgewählt. Unter der Sicherheitsrats-Resolution 1612 haben sie eine Arbeitsgruppe errichtet, um die Streitfrage detaillierter zu studieren, sowie einen Überwachungs- und Berichtsmechanismus, der Information auf der Ebene des Landes über schwere Verletzungen gegenüber Kindern während bewaffneter Konflikte sammeln wird, und außerdem bieten sie die Aussicht der Möglichkeit von Sanktionen gegen Gruppen, die weiterhin Kindersoldaten rekrutieren und gebrauchen. Dies ist ein einzigartiger Mechanismus. Unser Büro fördert den UN Prozess vor dem Rat. Seitdem die Resolution 2005 verabschiedet wurde, wurden über zwanzig Länderberichte vorgelegt und der Rat hat Empfehlungen und Schlussfolgerungen herausgegeben.
Die Drohung von Sanktionen des Sicherheitsrates haben viele Gruppen dazu bewegt, Aktionspläne mit dem UN System des Freilassens von Kindern in Gang zu setzen. Im letzten Jahr haben fünf Gruppen (an der Elfenbeinküste, zwei Gruppen in der Zentralafrikanischen Republik, eine in Nepal, eine in Sri Lanka und eine auf den Philippinen) zugestimmt, mit solchen Aktionsplänen zu beginnen. Viele kennen nicht die Prozesse des Sicherheitsrates und wenn man sie trifft (sogar tief im afrikanischen Busch), um ihnen deren Konsequenzen darzulegen, stimmten sie zu, mit den Vereinten Nationen zu kooperieren, um die Kinder freizulassen. Sie wünschen, nationale Führer zu werden, und möchten nicht durch Sanktionen befleckt werden. Andere bleiben unglücklicherweise unerbittlich. Sie sehen Kinder als eine wichtige Quelle bei ihrem bewaffneten Kampf an und sind darum darauf vorbereitet, die Möglichkeit von Sanktionen zu riskieren.
Der Kampf gegen die Straflosigkeit auf einer internationalen Ebene beginnt erst und dient als ein Signal, dass dies Verbrechen nicht länger toleriert wird. Damit er wirklich effektiv wird, muss es Aktionen auf der nationalen Ebene geben. Die nationale Gesetzgebung, die nationale Strafverfolgung und die nationalen Systeme, um das Rekrutieren zu verhindert, müssen aufgebaut werden, wenn der Kampf gegen das Rekrutieren und den Gebrauch von Kindersoldaten Erfolg haben soll. Um dies zu tun, muss man eine nationale Kapazität aufbauen. Das ist die wichtigste Herausforderung der nächsten paar Jahre.
Neben dem Kampf gegen die Straflosigkeit der Rekrutierer wird es noch wichtig, die Prävention auf der Ebene der Gemeinschaft sicherzustellen. Aus diesem Grunde ist es der erste Schritt, die zu Grunde liegenden Ursachen einschließlich der kulturellen Faktoren zu identifizieren. In diesem Kontext fordert unser Büro, dass die Entwicklungsagenturen der Vereinten Nationen für eine Diskussion zusammengebracht werden. Die Diskussion soll davon handeln, wie wir mit den strukturellen Punkten, die sich auf das Rekrutieren von Kindern beziehen – besonders dem Problem der Armut – fertig werden. Wenn man Jugendliche auf systematische Weise als Nutznießer für Entwicklungsprogramme im Auge hat, dann kann dies eine Art sein, wie man mit diesem Problem besonders in Ländern, wo es innerhalb der Bevölkerung viele Jugendlichen gibt, fertig wird. Es ist ein grundlegender Punkt, für den die OSRSG/CAAC und UNICEF eintreten müssen, dass man der Jugendentwicklung eine hohe Priorität besonders in zu Konflikten geneigten Ländern bei der Entwicklungshilfe zuweist.
Entwicklungsagenturen und humanitäre Agenturen müssen auch zusammenarbeiten, um die erfolgreiche Reintegration von Kindern zu gewährleisten, nachdem sie wieder in ihre Gemeinschaften entlassen wurden. In dieser Hinsicht übernehmen UNICEF und die UNDP die Führung. In Nepal stehen sie z.B. bereit mit 60 verschiedenen Reintegrations-Wahlmöglichkeiten für die Kindern, so dass sie die Wahlmöglichkeit finden können, die für das individuelle Kind am besten passt. Die Möglichkeiten beinhalten technisches und Berufstraining, genauso wie andere Unterstützung für die Kinder.
Zusätzlich werden die Agenturen mit den Familien und den Gemeinschaften arbeiten, um die Kinder wieder zu integrieren. Dies werden sie machen, indem sie den Kindern, die keine Kindersoldaten geworden sind, die gleichen Möglichkeiten bieten, so dass die zurückkehrenden Kinder nicht stigmatisiert werden. Sie werden auch versuche, den Familien psycho-soziale Unterstützung zukommen zu lassen, um bei der Reintegration Hilfe zu leisten. Eine erfolgreiche Reintegration ist nicht nur für das Kind gut, sondern wird auch verhindert, dass sie noch einmal rekrutiert werden oder als Teil von Jugendbanden kriminell werden. Das UN System ist zusammengekommen und hat die Pariser Prinzipien für die Reintegration von Kindern, die mit bewaffneten Gruppen verbunden waren, formuliert. Durch einen beratenden Prozess werden diese Prinzipien diejenigen, die die Kinder schützen, anleiten, damit sie das effektivste Programm für die Reintegration und Wiederherstellung anbieten.
Die Reintegration hat sich nicht immer als ein leichter Prozess herausgestellt. Obwohl die Pariser Prinzipien ein Programm fordern, dass die Gemeinschaft einbezieht und die Kinder nicht stigmatisiert, kann an dem maoistischen Beispiel gesehen werden, dass viele Kinder nicht nach Hause wollen und besondere Bedürfnisse haben könnten. Die Forschung hat gezeigt, dass Kinder, welche Opfer sexueller Gewalt sind, oder Kinder, die gezwungen waren, schreckliche Gewalttaten zu begehen, besonderer Sorge bedürfen. Der wirkliche Erfolg solcher Programme ist gewährleistet, wenn sie ihre Lösungen auf die Bedürfnisse des individuellen Kindes zuschneiden und die Gesellschaft, in der es lebt, mitbedenken aus den Fähigkeiten und Qualitäten, die er in seiner Zeit bei einer bewaffneten Gruppe ausgebildet hat, Nutzen ziehen.
Da die Vertriebenenlager oft am Ort des Rekrutierens sind, sollte das Management dieser Lager in Hinblick darauf überprüft werden, dass dafür gesorgt wird, dass Kinder nicht aus dem Lager gebracht werden können. Die Sicherheitskräfte des Lagers könnten beraten und trainiert werden, und das innere Management des Lagers könnte trainiert werden, wachsam zu sein. Dies sollte mit Programmen im Lager verbunden sein, um den Kindern zu erlauben, ihre Bildung weiterzuverfolgen und Übung in den Fertigkeiten zu bekommen, die für ihr Alter und das geografische Gebiet wichtig sind. Die UNHCR und das Büro der Speziellen Repräsentative der Inneren Entwicklung haben sich in der Hinsicht an die Spitze gestellt, und es ist unsere Erwartung, dass die Sicherheit in Anbetracht der Grenzen so weit wie möglich im Licht dieser Forschungsergebnisse verstärkt wird.
Die von vielen ForscherInnen umrissenen kulturellen Faktoren sind extrem wichtig. Dies umreißt die Notwendigkeit für die Vereinten Nationen, sicherzustellen, dass die universellen Normen, für die sie eintreten, in den verschiedenen Gesellschaften eine kulturelle Resonanz haben.
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Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:
Radhika Coomaraswamy ist Tamilin, stammt aus Sri Lanka. Sie ist die UN-Beauftragte zum Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten
Übersetzt von einem UN News Pressemeldung vom 3. April 2009

Ban Ki-Moon: Erneuter Appell an die LTTe, die Flüchtlinge ziehen zu lassen
New York – Der Generalsekretär der UN, Ban Ki-Moon, hat heute die Notwendigkeit wiederholt, Zivilisten, die in dem Konfliktgebiet zwischen der Regierung und den tamilischen Rebellen im nördlichen Sri Lanka gefangen sind, zu beschützen. Er drückt seine Betroffenheit wegen der Berichte über eine große Opferzahl, Einschränkung der Bewegungsfreiheit und Zwangsrekrutierung durch die LTTE – besonders von Kindern – aus.
Sein Sprecher sagte in einer Stellungnahme: “Der Generalsekretär ist tief betrügt wegen der fortgesetzten Berichte aus der Wanni Region von Sri Lanka, dass Zivilisten in Lebensgefahr sind, dass es hohe Opferzahlen gibt und dass die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) Zivilisten in einem sehr kleinen Gebiet des aktiven Konfliktes gegen ihren Willen festhalten.“
Die UN schätzt, dass annähernd 150.000 bis 190.000 Zivilisten in der fast 58 Quadratkilometer großen Konfliktzone gefangen sind. Während einige Zivilisten fähig gewesen waren, wegzugehen oder zu entkommen, sagte der Weltvorsitzende, dass vertrauenswürdige Berichte darauf hinweisen, dass die LTTE andere daran gehindert hat, wegzugehen. Dazu haben sie sogar auf tamilische Flüchtlinge geschossen.
Die Stellungnahme sagte: “Der Generalsekretär ruft die LTTE Führung auf, Zivilisten zu erlauben, das Konfliktgebiet, wenn sie es wollen, zu verlassen. Die schweren Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit durch die LTTE verletzen das internationale Gesetz.“ Die Stellungnahme fügt hinzu, dass Hr. Ban auch die Zwangsrekrutierung, besonders von Kindern, sehr bedauert.
Nach der Stellungnahme von heute heißt es: “Zur gleichen Zeit erinnert der Generalsekretär wieder die Regierung von Sri Lanka an ihre Verantwortung, Zivilisten zu schützen und den Gebrauch von schweren Waffen in Gebieten, wo es Zivilisten gibt, zu vermeiden, wie sie es versprochen haben.”
Der Weltvorsitzende fügte hinzu, dass die Regierung die im Inneren Vertriebenen Personen (IDPs) in Übereinstimmung mit dem internationalen Gesetz empfangen und behandeln solle und eng mit der UN zusammenarbeiten sollte, um für deren Schutz und Bedürfnisse zu sorgen.
Das UN Büro zur Koordinierung Humanitärer Angelegenheiten (OCHA) sagte heute, dass es weiterhin Berichte von Granatbeschuss, Mörserfeuer und Luftangriffen in der sogenannten “feuerfreien Zone” in der Wanni Region erhalte.
Bis Ende März sind fast 58.378 Leute aus den Konfliktgebieten geflohen. Sie werden in IDP Lagern in Vavuniya untergebracht, während 8.204 IDPs nach Trincomalee gebracht worden sind.
Mehr als 3.700 Notunterkünfte wurden bisher gebaut und werden in Vavuniya nach den Berichten der OCHA von IDPs belegt. Die Agenturen, welche den vertriebenen Leuten helfen, berichten, dass Vorräte von Krankenhausbedarf bald ausgehen und dass es noch bedeutsamere Lücken bei der Kleidungsbeschaffung gebe.
Übersetzt aus dem Sri Lanka Guardian vom 1. April. 2009
Von Jyoti Easwaran in Vavuniya
Vavuniya - In den frühen Tage der Krise um die verbleibende LTTE und ihre menschlichen Schutzschilde verschwor sich eine Gruppe von ungefähr zweihundert Zivilisten. Sie wollten aus den Klauen der Tiger entkommen und durch den Dschungel fliehen, hinein in das Gebiet, das unter der Kontrolle der srilankischen Streitkräfte ist. Bald schwoll diese Gruppe auf ungefähr fünfhundert Leute an und die meisten von ihnen mit einer kurzen Schaufel sowie einem Stoffbündel mit ihren Habseeligkeiten in Händen waren bereit, kurz vor Mitternacht loszugehen. Ihre einzige Hoffnung war es, dass es keine Tiger in der Nähe gab.
Kaum waren sie einen Kilometer gelaufen, als sie auf eine Mauer aus bewaffneten Tigern trafen, die ihnen befahlen, sofort anzuhalten, und die dann wissen wollten, was geschehen war und warum sie ihre Bündel und ihre Kurzschaufeln in Händen hatten.
Einer der Flüchtenden sagte dann – was sehr töricht war – dass sie alle zu einem sichereren Platz gehen wollten. Dies verärgerte die Tiger Soldaten; von denen es sieben gab und die alle sehr jung waren – außer ihrem Anführer, der vielleicht um die Dreißig war. An diesem Punkt suchte der Anführer fünf der Flüchtenden Tamilen wahllos heraus und befahl ihnen, vorzutreten. Dann stellte er sie mit dem Gesicht zur Gruppe auf und ohne einen Moment zu zögern, schoss er jedem in die Stirn.
Dann drehte er sich um und fragte, ob die Zivilisten immer noch weggehen wollten. Kein intelligenter Mensch braucht lange über ihre Antwort nachzudenken: Sie drehten sich um und gingen mit hängenden Köpfen zu ihrem Ausgangspunkt zurück.
Aber ein paar Tage später nahmen viele von ihnen das Risiko der Flucht auf sich und dieses Mal hatten sie Erfolg. Die Spaten, die sie mitnahmen, konnten seichte Graben ausheben, in denen sie ihre Körper flach auf der Ebene der Bodenoberfläche halten konnten, falls es zwischen den srilankischen Streitkräften und den Tiger-Terroristen irgendeine Konfrontation oder einen Schusswechsel geben sollte.
Auf ihrem Fluchtweg stießen sie auf vielfach auf menschliche Überreste in verschiedenen Stadien des Verwesens und auch auf einige, die von Tieren angenagt worden waren. Da sie in der Nacht flohen, erkannten sie diese Überreste nur, wenn sie auf sie traten oder vom Gestank der faulenden menschlichen Leichen schier überwältigt wurden.
Dieser Bericht wurde von einem der Flüchtlinge erzählt, der jetzt in einem Vertriebenenlager ist und sich von den bei seiner Flucht erlittenen Verletzungen erholt. Das Pflegepersonal erwartet, dass er bald nach Hause gehen kann. Der Mann erzählte auch ausführlich, wie die verbleibenden Tiger-Terroristen die Zivilisten behandelt hatten, seit sie sie als menschliche Schutzschilde zusammengetrieben.
Sein Bericht erzählt von mageren Essensrationen und auch vom Zwangsrekrutieren von tamilischen Zivilisten in die LTTE-Kampfgruppen. In einem Fall, so der Flüchtling, wurde ein junges Mädchen mit Gewalt vor ihren Eltern weggezogen und ihre Kleidung wurde dabei fast vollständig zerrissen.
Nach diesem Flüchtlings-Bericht ist es die einzige Hoffnung der LTTE, noch gerettet zu werden. Sie lebt noch in der Hoffnung, dass man einen Waffenstillstand erreichen könnte. Der Flüchtling sagte auch, dass er der Meinung sei, dass eine Anzahl von Tigern als Zivilisten entkommen sind und dass dies ein Teil der Verschwörung der LTTE ist, um Gebiete außerhalb des Wanni – besonders städtische Gebiete – zu infiltrieren.
Übersetzt aus dem Sri Lanka Guardian vom 18. März 2009
Von Malin Abeyatunge
Colombo – Es ist bewundernswert, dass der zum Demokraten gewandelte Terrorist S. Chandrakanthan alias Pillayan von der TMVP, der als Oberster Minister der Ostprovinz amtiert, die mutige Entscheidung getroffen hat, die Waffen zu übergeben, die seine Parteianhänger bislang zur Selbstverteidigung trugen. Dieser Schritt ist ebenfalls ein Zeichen, dass man wegen der eigen künftigen Sicherheit Vertrauen in die Behörden hat. Es liegt daher in der Pflicht unserer Sicherheitskräfte, sicherzustellen, dass ihnen zu jeder Zeit Schutz gewährt wird.
Wir sollten ebenfalls Muralidharan Vinayagamoorthy alias Karuna zu seiner Berufung als Minister für Nationale Integration und Versöhnung, einer Position ohne Kabinettsrang, gratulieren. Er hat diesen Status eine kurze Zeit nach seinem Aufstieg zum Parlamentsmitglied über die Nationale Liste erreicht. (Karunas einstiger LTTE-Ziehvater Velupillai Prabhakran muss schäumen vor Wut über diese Bestellung…).
Allerdings kann die Regierung keinem Parlamentsmitglied und Minister erlauben, sich in einem demokratischen Staat von seinem eigenen Sicherheitspersonal oder seiner eigenen, bewaffneten Gang bewachen zu lassen. Der Schutz jedes Bürgers des Landes liegt in der obersten Verantwortung der amtierenden Regierung sowie ihrer Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden. Es ist daher notwendig, dass Karuna ebenfalls dem Weg folgt, den Pillayan eingeschlagen hat, und die Waffen abgibt, die seine Parteianhänger nach Berichten noch immer tragen.
Beide einstmaligen Terroristen haben sich der Demokratie und mit ihrem Wahlsieg im Osten der Diplomatie des Präsidenten angeschlossen.
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Ermordeter Saumyathamby, Vertrauter Karunas
Batticaloa – Ein nicht identifizierter Gewalttäter hat heute in den frühen Morgenstunden den Koordinator von Parlamentarier Vinayagamoorthy Muralitharan alias Karuna Amman erschossen.
Nach Polizeiangaben, verschaffte sich der Mörder gewaltsam Zugang zum Haus des Opfers und erschoss es gegen 00.30 Uhr.
Das Opfer, das als Saumyathamby (27 Jahre) identifiziert wurde, ist der Leiter des Büros der Sri Lanka Freedom Party (SLFP) in Vakanery of Batticaloa.
Die Polizei ermittelt.
Übersetzt von der Webseite Colombo Page vom 23. März 2009
Colombo -Die Gesamtzahl der Zivilisten, die in den noch nicht gesäuberten Gebieten gefangen waren und die die von der Regierung kontrollierten Gebiete erreicht haben, ist gestern auf insgesamt 52.000 gestiegen. Das sagte ein Sprecher der Armee heute.
Im Laufe des gestrigen Tages seien 854 Zivilisten in die gesäuberten Gebiete gekommen, obwohl sie dabei von LTTE-Kadern beschossen wurden.
Inzwischen half die Sri Lanka Marine dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes, die 13. größere Gruppe von insgesamt 494 Zivilisten von Mullaitivu nach Pulmoddai mit der MV Green Ocean zu evakuieren. Das Schiff segelt unter der Flagge des Internationalen Roten Kreuzes.
Diese Gruppe bestand aus insgesamt 152 Männern, 216 Frauen und 126 Kindern. Unter ihnen waren 51 Männer und 46 Frauen, die, wie die Marine sagte, dringend medizinische Behandlung bedürfen.
Den Patienten wurde nach der sicheren Landung eine Notfallversorgung durch Marineärzte zu teil; danach wurden sie in Krankenhäuser in Pulmoddai und ins Allgemeine Krankenhaus in Padaviya gebracht.
Die LTTE ist jetzt in einem lediglich 21 Quadratkilometer großen Landstück eingekesselt. Die LTTE-Kader nehmen auch weiterhin, wie der Militärsprecher sagte, diejenigen, die aus ihrer Gefangenschaft fliehen wollen, unter Beschuss.
Übersetzt von der Webseite Asian Tribune vom 31. März 2009

Dr. Palith Kohona, Sekretär für Ausländische Angelegenheiten, appliert an die srilankische Diaspora
Colombo – Dr. Palith Kohona hieß die verschiedenen srilankischen tamilischen Diasporagruppen vor kurzem im Mr. Lavania Hotel willkommen und sagte: „Nun, da die Täuschung der LTTE zur Geschichte wird, ruft die Regierung rechtmäßigerweise unsere tamilischen Brüder und Schwestern, die im Ausland leben, dazu auf, in die ausgebreiteten Arme von Mutter Lanka zurückzukehren und eine gemeinsame Zukunft zusammen mit all ihren anderen Kindern – seien es nun Moslems, Singhalesen, Mukkuvars, Malayen, Burgher usw. – zu suchen.“
Der Sekretär für Ausländische Angelegenheiten betonte: “Heute sehen wir davon den Beginn. Jeder von Ihnen, der heute hier versammelt ist, repräsentiert einen unterschiedlichen Hintergrund und hat ein enormes individuelles Potential. Darum ist es der Wunsch der Regierung, Ihre Kooperation in der Vollendung ihrer ehrgeizigen Ziele zu suchen.“
In seiner Rede an die tamilische Diaspora appellierte Dr. Palitha Kohona, „darüber nachzudenken, ob Sie nicht die Ausbildung eines Kindes aus den Gebieten, welche bis vor ganz kurzer Zeit unter der bösartigen Herrschaft der LTTE gewesen waren, sponsern wollen. Geben Sie diesen Kindern eine neue Chance im Leben. Bewirken Sie, dass sich die Träume eines Kindes in einer respektierten akademischen Institution realisieren, ob in Sri Lanka oder im Ausland. Diese Kinder repräsentieren die Zukunft von Sri Lanka und haben das Potential, in der Zukunft unsere Führer zu sein. Sie sind Sri Lankas Zukunft.“
Nachfolgend der ganze Text der Rede von Dr. Palitha T.B. Kohona, dem Sekretär für Ausländische Angelegenheiten bei dem Treffen, an dem die srilankische-tamilische Diaspora am 28. März im Hotel Mt. Lavania teilnahm:
„Es ist für mich ein großes Vergnügen, Sie an diesem kritischen Punkt in der Geschichte Sri Lankas willkommen zu heißen. Wie Sie wissen, ist der Moment nahe, an dem wir die Resultate der höchsten Opfer unserer tapferen Sicherheitskräfte beim Befreien unserer Brüder und Schwestern im Norden von Sri Lanka aus dem Griff des Terrors sehen. Alle Gemeinschaften von Sri Lanka haben begonnen, den wahren Geist der Freiheit, die Abwesenheit von Furcht und die Freude am Leben, die sie in den letzten drei Jahrzehnten nicht hatten, zu empfinden und zu fühlen. Sie sind hier, um eine neue Ära in unserer Geschichte anzukündigen.
Aber wir können nicht selbstgefällig sein. Wir werden mehr als je zuvor an die Notwendigkeit einer positiven Handlung erinnert, um den Massen unseres Volkes, welche gelitten haben, und jenen, die immer noch unter der eisernen Faust der LTTE – den selbsterklärten „einzigen Repräsentanten“ oder „Befreiern“ der tamilischen Gemeinschaft – die wahre Befreiung zu bringen. Wir müssen voll Entschlossenheit mit der Armut und dem Mangel, der ihr Schicksal gewesen ist, fertigwerden.
Der Schwung der Entwicklung, welcher auf die Befreiung der Östlichen Provinz von der LTTE erfolgte, muss sich im Norden wiederholen. Schon wurden eine Billion Dollar für die Entwicklung des Ostens bereitgestellt. Die Leute im Norden werden bald beginnen, den wahren Geschmack der Demokratie zu genießen, mit Provinzrats-Wahlen, welche abgehalten werden, nachdem erst einmal das unter der LTTE bleibende übrige Gebiet befreit und die Stabilität wiederhergestellt ist.
Die Regierung konzentriert sich auch auf den Wiederaufbau-Prozess. Sie beachtet besonders die Infrastruktur, sowie die Landwirtschafts- und Fischerei-Ressourcen. Als Teil des Integrationsprozesses der Nördlichen Provinz in den Rest des Landes wurde die A-9 Straße vor kurzem für den Transport von Gütern auf Konvoys geöffnet. Die Zeit ist nicht mehr weit entfernt, wenn die Leute aller Gemeinschaften auf dieser historischen Straßen hin- und zurückreisen können. Der 23. März kündigte ein anderes historisches Ereignis an: Es wurde die Ausdehnung der Colombo-Jaffna-Eisenbahnlinie und die Wiederaufnahme des Yarl Devi Expressdienstes angekündigt.
Die Leute in der Nördlichen Provinz müssen die Gelegenheit haben, die Früchte der Demokratie und der Entwicklung zu genießen, welche die Leute in der Östlichen Provinz heute schon genießen. Es ist die Verpflichtung der Regierung, die sie nicht nur gegenüber der gegenwärtigen Generation, sondern auch gegenüber noch nicht geborenen Generationen eingegangen ist, dass sie dafür sorgen wird, dass der Terrorismus nicht noch einmal fähig sein wird, sein hässliches Haupt in Sri Lanka zu erheben. Die Regierung ist entschlossen, dies zu erreichen. Um dieses edle Ziel zu erreichen, hat die Regierung beschlossen, einen Dialog mit der srilankanischen Diaspora zu beginnen.
Nun, da die Täuschung der LTTE zur Geschichte wird, ruft die Regierung rechtmäßigerweise unsere tamilischen Brüder und Schwestern, die im Ausland leben, dazu auf, in die warmen Arme von Mutter Lanka zurückzukehren und zusammen mit all ihren anderen Kindern – seien es Moslems, Singhalesen, Mukkuvars, Malayen, Burgher usw. – eine gemeinsame Zukunft zu suchen. Heute sehen wir davon den Anfang. Jeder von uns, der sich heute hier versammelt hat, repräsentiert einen unterschiedlichen Hintergrund und hat ein enormes individuelles Potential. Darum wünscht die Regierung, Ihre Kooperation beim Verwirklichen ihrer ehrgeizigen Ziele zu suchen.
Es war Sri Lankas ewiger Schaden, dass wir so viele unserer besten Söhne und Töchter an andere Länder und an den Krieg wegen des Fluches des Terrorisms verloren haben. Während viele von ihnen ihre Leben verloren haben, wurden andere gezwungen, ihr Geburtsland zu verlassen. Es war die traurige Realität, zu der Sri Lanka in den letzten drei Jahrzehnten gezwungen war. Aber die Zeit ist gekommen, die Vergangenheit beiseite zu legen und gemeinsam an dem Wiederaufbau und der Entwicklung unserer Nation mitzuwirken.
Es braucht nicht gesagt werden, dass wir uns so stark wie möglich anstrengen müssen, damit sich alle unsere Bürger angenehm und in diesem Land respektiert fühlen. Jeder muss eine gleiche Gelegenheit haben, um seinen individuellen Traum zu verwirklichen, sei es, was die Regierung, was den Beruf oder das Geschäft betrifft. Jene, die in der ganzen Welt verstreut sind, müssen fähig sein, in Frieden zurückzukehren, um unsere schönen Berge, unvergleichlichen Strände und unsere legendäre Gastfreundschaft in Gesellschaft ihrer Lieben zu genießen. Die Gastfreundschaft, für die wir in der Vergangenheit bekannt waren, muss ein Magnet für alle SrilankanerInnen, die in der ganzen Welt verstreut sind, werden.
Wir haben eine Gesellschaft, in der sich jeder um den anderen kümmert. Sie wurde seit Jahrhunderten von den Grundsätzen des freundlichen buddhistischen Glaubens beeinflusst. Andere Einflüsse kamen später hinzu und verstärkten noch mehr unser fürsorgliches Wesen. Unser Respekt für unsere Mitmenschen muss sogar auf alle Lebewesen ausgedehnt werden. Sogar die Zerstörung und die Vertreibung, welche erbarmungslose fremde Invasoren, die materiellen Reichtum suchten, über uns gebracht hatten, hatten unseren Glauben und unsere Werte nicht erschüttert. Unsere Werte blieben die gleichen und wir wurden von ihnen gestärkt. Diese Werte müssen uns führen, wenn wir versuchen, unsere Nation wiederherzustellen.
Bitte seien Sie versichert, dass die Regierung und unsere Sicherheitskräfte die Menschenrechte aufrechterhalten werden, wenn wir versuchen, den Terrorismus in unserem Land zu vernichten, so dass alle unsere Völker in Frieden leben können. Unser kritisches Ziel bleibt es, den Terrorismus zu besiegen – den Terrorismus, der Tamilen, Singhalesen, Moslems und andere zu Tausenden getötet und viele mehr zu Waisen gemacht und verstümmelt hat, den Terrorismus, der unsere Ökonomie seit über zwanzig Jahren als Geisel hält. Trotz der Fähigkeit unserer Sicherheitskräfte, eine vernichtende Feuerkraft zu entfalten, haben sie die strikten Befehle, das Verletzen von den Zivilisten, die jetzt als Geiseln von der LTTE festgehalten und als Verhandlungsobjekt benutzt werden – nun, da sie ihre Strategien entwickeln, um ihre eigene Haut zu retten -, zu vermeiden. Dies ist auch einer der Hauptgründe des langsamen Fortschreitens der Sicherheitskräfte in den letzten Wochen.
Es ist unglücklich, dass einige Mitglieder der internationalen Gemeinschaft in die gut vorbereitete Falle der LTTE gefallen sind und nach einem Waffenstillstand rufen – einem Waffenstillstand, der den Terroristen helfen würde, sich wieder zu erholen und diesen Krieg für weitere 25 Jahre hinzuschleppen. Es muss auch in diesem Moment erwähnt werden, dass E.E. der Präsident und die Regierung bei vielen Gelegenheiten die LTTE Führung aufgefordert haben, diese Leute gehen zu lassen. Sie wurden von der LTTE fortgesetzt ignoriert, was wieder und wieder deren äußerste und hartherzige Missachtung des gleichen Volkes, von dem sie behaupten, dass sie es repräsentieren würden, zeigt.
Es muss bemerkt werden, dass wir trotz der Herausforderungen, denen wir uns gegenübersehen (der Krieg gegen den Terrorismus, der Tsunami, die Nahrungskrise, die Finanzkrise usw.) weiter auf unserem Entwicklungspfad vorschreiten. Wir können uns immer noch beneidenswerter Statistiken rühmen. Sogar mit vielen entwickelten Ländern verglichen, geht es uns gut. Wir werden fähig sein, es noch besser zu machen, wenn erst einmal der Terrorismus ein für alle Mal ausgelöscht ist. Aber dafür müssen wir zusammenkommen.
Zum Abschluss möchte ich Sie alle, die Sie hier versammelt sind, bitten, sich zu überlegen, ob sie nicht ein Kind aus den Gebieten, die noch vor sehr kurzem unter der bösartigen Herrschaft der LTTE standen, bei seiner Ausbildung unterstützen wollen. Geben Sie diesen Kindern eine neue Chance im Leben. Lassen sie die Träume eines Kindes in einer respektierten akademischen Institution, ob in Sri Lanka oder im Ausland, wahr werden. Diese Kinder repräsentieren die Zukunft von Sri Lanka und haben das Potential, in der Zukunft unsere Führer zu sein. Sie sind Sri Lankas Zukunft.
Übersetzt von einem Reuters Pressemeldung vom 31.03.09
Kerala - Schwerbewaffnete Kommandos der indischen Terrorabwehr wurden am Montag auf einen Abschnitt der süd-indischen Küste geschleust und begannen umgehend mit einer Haus-zu-Haus-Suche nach einer Gruppe verdächtiger Tamil Tiger Rebellen aus Sri Lanka, die dort vermutet werden. Jacob Punnoose, der Polizeichef des Staates Kerala, sagte Reuters, dass die Polizei Informationen habe, wonach die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) nun, da ihre Niederlage durch die srilankanischen Truppen nach blutigen 25-jährigen Bürgerkrieg unmittelbar bevorsteht, zu fliehen versuchten.
Punnoose sagte, dass die indische Polizei und Spezialkommandos das Dorf Thykkal umzingelt haben. Das Dorf liegt nahe der sehr dicht bevölkerten Küstenstadt Kochi. Es wurde der Verdacht gehegt, dass die Rebellen dort in einem kleinen Boot gelandet waren.
Punnoose sagte von Thykkal aus, von wo er die Operation überwachte, telefonisch: “Das Gebiet ist sehr bevölkert. Wir erlauben keiner Person oder keinem Fahrzeug aus dem Dorf, sich aus diesem wegzubewegen.“
“Alle Häuser in dem Gebiet werden durchsucht. Bis jetzt haben wir noch keine Spur von dem Boot oder den Männern entdeckt.“ Sri Lankas Militär ist dem Sieg über die LTTE sehr nahe. Es hat die Rebellen in einem kleinen Gebiet im Norden der Insel zusammengetrieben – den Überresten des Gebietes, bei dem sie seit 1983 darum gekämpft hatten, um daraus einen separaten Staat für die tamilische Minderheit zu machen.
Sri Lankas Marine tötete 26 Tamil Tiger und zerstörte vier Boote bei einer sechsständigen Seeschlacht am Montag. Dies berichtete ein Sprecher der Marine. Die Marine sorgt sich darum, dass LTTE Kämpfer und Führer versuchen könnten, über das Meer nach Indien zu entkommen.
Die indische Polizei hat Straßen, die nach Kochi führen, abgesperrt und alle hineinkommenden Fahrzeuge überprüft. Andere Städte in Kerala sind in Alarmbereitschaft. Die Sicherheit wurde bei wichtigen öffentlichen Einrichtungen verstärkt.
Marinehubschrauber und Küstenwachenschiffe suchten ebenfalls nach dem LTTE- Boot, wie Punnoose sagte.
Indien sagt, dass die LTTE eine terroristische Gruppe sei und möchte, dass deren Führer Vellupillai Prabhakaran ausgeliefert werden solle. Indien führt als Grund dafür an, dass Prabhakaran den früheren Premierminister Rajiv Gandhi 1991 ermorden ließ, um sich für eine indische Militärkampagne gegen die Tamil Tiger in den 80-er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu rächen.

London / Colombo – Kinder, die nicht älter als 12 sind, werden mit Gewalt aus ihren Familien entfernt, nun, da die Tamil Tiger ihre letzte Schlacht gegen die srilankanischen Streitkräfte schlagen. Kinder, die nicht älter als 12 sind, werden Gewehre gegeben und sie werden gezwungen, an der Front neben verzweifelten Tamil Tiger Rebellen zu kämpfen, welche in Sri Lankas sogenannter „Nicht-Feuer-Zone“ in die Enge getrieben wurden. Dies sagte die UN heute. Unter jenen zwangsweise Rekrutierten befindet sich auch die 16-jährige Tochter eines Mitglieds des UN-Stabs, welcher in dem engen Küstenstreifen, wo die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) ihre letzte Schlacht schlagen, geblieben war.