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Übersetzt aus der indischen Tageszeitung „The Hindu“  vom 30. Januar 2009

Von B. Muralidhar Reddy

Colombo – Der srilankische Präsident Mahinda Rajapaksa hat Donnerstagnacht (29.1) der LTTE ein Ultimatum gestellt, damit diese die Zivilisten, welche in der Kriegszone gefangen sind, in den nächsten 48 Stunden freilassen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.

Die Sicherheitszone für Flüchtlinge wird von der LTTE als Feuerstellung mißbraucht

Die Sicherheitszone für Flüchtlinge wird von der LTTE als Feuerstellung mißbraucht

Der Präsident sagte, dass seine Regierung souveräne und entscheidende Schritte unternähmen, um die Demokratie im Norden wieder herzustellen. In einer Erklärung sagte Rajapaksa, dass seine Regierung den Zivilisten, welche in den unter der Kontrolle der LTTE verbliebenen Gebieten gefangen gehalten würden, eine sichere Passage gewährleisten würde.

“Ich versichere auch allen, die im Norden und besonders in den Konfliktgebieten leben, dass wir ihre körperliche Sicherheit gewährleisten und Freiheit, Friede und die Rechte für alle Bürger dieses Landes sicherstellen werden, wenn sie die von der LTTE gehaltenen Gebiete verlassen dürfen.“

Die Erklärung kam inmitten wachsender Sorge wegen des Schicksals der geschätzten 100.000 bis 200.000 Zivilisten, die in bei den Kämpfen zwischen den srilankischen Streitkräften und der LTTE ins Kreuzfeuer geraten sind.

Rajapaksa sagte, dass er sich sehr um das Wohlergehen der Zivilisten sorge, welche zwangsweise in der Konfliktzone von der LTTE gehalten werden, und dass deswegen seine Regierung eine Sicherheitszone für Zivilisten erklärt habe, deren Koordinaten von den Sicherheitskräften angekündigt wurden.

“Dies soll sicherstellen, dass sie keinen Schaden erleiden, während die Sicherheitskräfte und die bewaffneten LTTE-Kader miteinander kämpfen. Dies soll die Sicherheit der Zivilisten gewährleisten. Es ist unglücklich, dass die LTTE diese erklärte Sicherheitszone für Zivilisten ausnutzt, indem sie ihre schwere Artillerie in die sichere Zone stellt und sie als Abschussvorrichtung benützt, um Sicherheitskräfte anzugreifen und unterschiedslos Zivilisten zu töten.“

Der Präsident sagte, dass seine Regierung seit seiner Wahl zum Präsidenten im November 2006 immer wegen des Wohlergehens und des wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts aller Bürger von Sri Lanka besorgt gewesen sei, und er bekräftigte, dass das Wohlergehen der Bürger in den nördlichen und östlichen Provinzen, besonders in jenen von der LTTE beherrschten Gebieten, von noch größerer Wichtigkeit für seine Regierung sei.

von Walter Jayawardhana

ap-logoColombo – Die Nachrichtenagentur AP (Associated Press) hat an allen ihren Medien-Kunden eine interne Notiz geschickt, in der sie darum bittet, eine vorher verbreitete Story zurückzuziehen, wonach 300 Zivilisten getötet wurden und weitere „tausende“ von Zivilisten verletzt worden waren. Man sei einer „Ente“ aufgesessen.

In der interne Notiz heißt es: “Halten Sie die srilankische Bürgerkriegsgeschichte V 5414 für nichtig. Die zitierte Quelle streitet nun ab, den Brief geschrieben zu haben, in dem stand, dass mehr als 300 Zivilisten getötet und 1000 bei den Kämpfen im nördlichen Sri Lanka verwundet wurden.“

Die meisten westlichen Nachrichtenagenturen sind dem gefälschten Brief aufgesessen, der mutmaßlich von einem Administrator der medizinischen Verwaltung in Mullaittivu in Form eines dringenden Appells geschrieben wurde, welcher an Nachrichtenagenturen, Botschaften und Hilfsorganisationen usw. Geschickt wurde.

Dr. Varatharaja, der Regionale Direktor des Gesundheitsdienstes (RDGS) von Mullaitivu, Sri Lanka, welcher angeblicher der Autor dieses “Appells” ist, hat abgestritten, etwas damit zu tun zu haben. Er stellt fest, dass der Inhalt falsch und übertrieben ist; dass er nicht von ihm oder aus seinem Büro stammt und dass er mit dem Inhalt nicht übereinstimmt; sowie, dass dieser „Appell“ in Umlauf gebracht wurde, um ihn in Verlegenheit zu bringen.

Ein Beamter der srilankischen Regierung sagte dazu: “Dies wurde als ein “DRINGENDER APPELL“ an die Regierung von Sri Lanka, an das ICRC, die UN und die internationale Gemeinschaft herausgegeben, damit medizinischer Nachschub und medizinische Teams in den Mullaittivu Distrikt geschickt würden.” Dieser falsche Appell bezieht sich auf einen „akuten Mangel an wesentlichen Medikamenten und medizinischem Personal in Krankenhäusern im Mullaittivu Distrikt“. Er zielt darauf ab, es so hinzustellen, als gäbe es in dem Gebiet eine große menschliche Katastrophe .

Dieser gefälschte “Appell” bezieht sich auf  “schwere Kämpfe und andauernder Artilleriebeschuss aus vielen Rohren, welche als Folge hatten, dass mehr als 300  Flüchtlinge getötet und tausende  weitere in den Städten Suthanthirapuram, Udaiyaarkaddu und Vallipuram im Distrikt Mullaitivu verletzt wurden.”

Ein Beamter des srilankanischen Regierungs-Gesundheitsministeriums sagte: “Ich muss hier erwähnen, dass das erste Viertel der Medikamente für diese Distrikte vom Ministerium eiligst abgeschickt worden sind, sogar bevor den anderen Distrikten Nachschub geliefert wurde. Außerdem möchte ich mit äußerster Verantwortung feststellen, dass ich heute, am 27.1. 2009, zweimal mit Dr. Vartharaja gesprochen habe und dass er kategorisch verneint hat, dass er den oben erwähnten öffentlichen Appell gemacht hätte oder dass dieser aus seinem Büro gekommen wäre, und dass er außerdem festgestellt hat, dass er mit dem Inhalt dieses Appels nicht übereinstimmt, und dass der Inhalt falsch und übertrieben ist, damit man ihn in Verlegenheit bringt. Aber er bat mich, die Lieferung des ersten Viertels an Medikamenten von Vavuniya zu beschleunigen, da die Lager allmählich leer werden.

“Er sagte außerdem, dass er überhaupt keinen Zugang zu E-mails oder Fax-Geräten hätte, um solch eine Erklärung herauszugeben, und er drückte seine Bestürzung und seine Sorge deswegen aus. Darum ist es offensichtlich, dass dies von destruktiven Elementen mit unheilvollen Motiven gemacht worden ist, welche die Regierung in Verlegenheit bringen und Dr. Varatharaja mit falscher Propaganda in Verbindung bringen wollten. Er bat mich auch um Rat, was er tun solle, wenn die Truppen sich auf das Pudukkudiyiruppu Krankenhaus zu bewegen würden. Ich riet ihm, mit den Patienten in die gesäuberten Gebiete umzuziehen. Als Antwort auf den Rat sagte er sehr klar, dass es ihm die LTTE nicht erlaubt hätte und dass er Angst hätte, es ohne  ihre Erlaubnis zu machen.“

Indiens Außenminister Pranab Muckerjee bezieht klar Stellung gegen die LTTE

Pranab Muckerjee bezieht klar Stellung

Übersetzt aus dem indischen Tageszeitung „The Times of India“  vom 27. Januar 2009

Mumbay – Der Außenminister Pranab Muckerjee hat es am Dienstag klargemacht, dass Indien für die LTTE keinerlei Sympathie aufbringt. Er sagte aber auch, dass die zivilen Tamilen keine Opfer im Konflikt in der Inselnation sein dürfen.

Er erzählte Reportern vor seinem Besuch in Sri Lanka: “Wir sind für den Kampf gegen Terroristen und alle Arten von Terrorismus. Darum haben wir keine Sympathie für irgendeine terroristische Aktivität von irgendeiner Organisation, besonders von der LTTE, welche nicht nur in Indien eine verbotene Organisation ist.“

Er bemerkte dies Stunden vor seiner Abreise nach Sri Lanka, wo die Regierung behauptete, sie habe Mullaittivu eingenommen, die letzte Bastion der LTTE.

Zur gleichen Zeit sagte Mukherjee, dass sich Indien wegen der Notlage der Zivilisten Sorgen machen würde und “wir müssen sehen, wie die Zivilisten beschützt werden können und dass sie nicht die unglücklichen Opfer der Situation werden.”

Er sagte, dass er diese Streitpunkte mit dem srilankanischen Präsident Mahinda Rajapaksa und anderen Führern diskutieren werde. Er werde auch Außenminister Rohitha Bogollagama während seines zweitägigen Besuchs, der am Dienstag beginnt, treffen.

Es werde von ihm erwartet, dass er der Rajapaksa Regierung die Notwendigkeit eindrücklich darlege, eine politische Vereinbarung für das ethnische Problem zu suchen, um sicherzustellen, dass man sich um die Bestrebungen aller Gemeinschaften, einschließlich der ethnischen Tamilen, innerhalb eines vereinigten Sri Lanka kümmere.

Indien glaube, dass ein militärischer Sieg keine Lösung für die Probleme sei, die Sri Lanka belasten.

Es wird auch erwartet, dass Mukherjee darauf drängt, dass das Paket hinsichtlich der Abgabe von Macht, welches darauf abzielt, allen Teilen der Gesellschaft gleiche Rechte und Privilegien zu sichern, frühzeitig in Kraft gesetzt wird.

Mukherjees Besuch findet vor dem Hintergrund der wiederholten Forderungen des Hauptministers von Tamil Nadu M. Karunanidhi und anderer politischer Parteien des Staates, dass Indien den Außenminister nach Sri Lanka schicken soll, um die Armeeoffensive gegen die LTTE zu stoppen, statt.

Mukherjee erinnerte daran, dass die Versammlung von Tamil Nadu vor einiger Zeit eine Resolution herausgegeben habe und dass eine Delegation von tamilischen politischen Parteien Premierminister Manmohan Singh getroffen hatten.

Mukherjee sagte, dass sie “vorgeschlagen hatten, dass Indien die traurige Notlage der tamilischen Zivilisten prüft, welche die Opfer des Kampfes zwischen der LTTE und den srilankanischen Streitkräften sind.”

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Premierminister gesagt, dass er darüber nachdenken würde, ob er den Minister schicken würde, um Diskussionen mit den Behörden von Sri Lanka zu haben.

Nachfolgend sagte Pranab Mukherjee, dass er mehrmals mit seinem srilankischen Kollegen telefoniert habe, um die Situation zu diskutieren.

Der Sekretär des Außenministeriums Shivshankar Menon war auch früher in diesem Monat nach Colombo gereicht. Danach wurde entschieden, dass Mukherjee die Inselnation für weitere Diskussionen besuchen sollte.

Mukherjee sagte: “Ich werde nach Sri Lanka fahren und mit dem Präsidenten und anderen Behörden dort diskutieren und sehen, was in dieser Situation am besten getan werden kann.”

Von Malinda Seneviratnea

Politiker entschließen sich zu einer Schlacht, die Soldaten kämpfen darin. Man braucht Geschicklichkeit, Mut, Entschlossenheit und absolute Überzeugung, dass ein Sieg möglich ist, um einen Feind zu bekämpfen. In diesem Fall wurde von dem Feind, der LTTE, behauptet, er wäre kampferprobt, äußerst einfallsreich und sogar unbesiegbar. Ein Mann, der in den Schützengräben gekämpft hatte, führte seine Truppen von der Front und wurde selbst von einem Selbstmordattentäter ins Visier genommen. Aber er dachte anders. Generalleutnant Sarath Fonseka ist ganz und gar auf eine Sache konzentriert. Er kennt die Herausforderungen, die vor ihm liegen, und ist entschlossen, das, was er begonnen hat, zu beenden.

F: Es wird in großen Kreisen zugegeben, dass der Entschluss, sich mit der LTTE einzulassen, eine entschiedene Wende genommen hatte, nachdem Mahinda Rajapaksa Präsident geworden ist. Können Sie die Hauptunterschiede im Denken und Handeln umreißen, welche zu dem gegenwärtigen Erfolg der Sicherheitskräfte geführt haben?

General Sarath Fonseka

Erfolgreicher Kriegsheld: General Sarath Fonseka

A: Ja, es gab einen deutlichen Unterschied in der Einschätzung des Feindes, bei den notwendigen Vorbereitungen und auch beim Herausarbeiten einer Strategie, nachdem Präsident Rajapaksa an die Macht kam. Er ernannte sofort Gotabaya Rajapaksa als Sekretär des Vereidigungsministeriums. Ich wurde zwei Wochen später zum Armeekommandanten ernannt. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir bei früheren Anstrengungen elendlich versagt hätten.

Wir hatten jedoch nur begrenzte Erfolge und erlitten gleichfalls üble Rückschläge. Es ist natürlich, dass dafür den Politikern die Schuld gegeben wird. Sie müssen schließlich entscheiden, ob ein Krieg begonnen werden soll, und deswegen fällt ihnen das Lob oder der Tadel zu, je nachdem, wie die Sache ausgeht. Aber wir, welche kämpfen, sind auch nicht ohne Schuld.

Vor allem haben wir das Problem nicht richtig angepackt. Darum dachten die Leute, die LTTE wäre unbesiegbar und Prabhakaran wäre eine taktisches Genie. Beides sind falsche Wahrnehmungen. Prabhakaran ist nur ein weiterer Terrorist. Seine Art des Operierens war „Zuschlagen und Wegrenn“. Er hatte nichts zu beschützen. Unser Fehler war, dass wir ihm Raum zum Operieren gaben und erlaubten, dass eine solche Wahrnehmung Wurzeln schlug und wirklich das allgemeine politische Denken dominiert.

Unsere Politiker hatten keine Entschlossenheit. Meistens waren sie halbherzig, geneigt, nachzugeben oder defätistisch. Es gab zu viele Schriftsätze, zu viele Experten und zu viele Berater. Es war schwierig für Politiker, zu festen Entscheidungen zu kommen. Andererseits haben wir, als Entscheidungen getroffen wurden, Fehler begangen – und zwar alle drei Dienste.

F: Was sind Ihre Erfahrungen auf dem Schlachtfeld?

A: Ich verbrachte drei Jahre als ein Battalionskommandant, weitere drei als Brigadekommandant, drei Jahre als Divisionskommandant und drei als Kommandant der Sicherheitskräfte. Ich hatte beträchtliche Erfahrungen auf dem Schlachtfeld. Wo immer ich auch diente, in welcher Eigenschaft auch immer, habe ich meinen Job getan. Ich habe nie versagt.

Es ist unglücklich, dass bei den Gelegenheiten, da wir Erfolg hatten, andere versagten und so die Gewinne zunichte machten. Wir nahmen 1998 Mankulam ein, nachdem wir zwei Jahre gekämpft hatten, aber später wurde unter einem anderen Kommandanten Mankulam in weniger als zwei Stunden aufgegeben.

F: Was war Ihrer Meinung nach der fundamentale Fehler in der Kommandostruktur der Sicherheitskräfte und besonders in der Armee?

A: Nun, das Hauptproblem war nicht, den richtigen Mann an die richtige Stelle zu stellen und die richtige Zeit. Es ging alles um Fragen des Dienstranges und nicht um die Durchführung. Wir hatten hochrangige Offizieren, aber nicht alle von ihnen hatten das nötige Engagement oder die in der Praxis erprobten Geschicklichkeiten.

Es gab auch eine Andeutung davon, dass die Leute nur probten. Niemand schien diese Angelegenheit beenden zu wollen. In der Tat erwarteten viele von mir, dass ich es genauso machen würde, das heißt, diesen Posten halten, mich dann davon zurückziehen und irgendeinen diplomatischen Posten übernehmen.

F: Was haben Sie anders gemacht?

A: Ich wusste, dass es den Krieg geben würde, trotz der CFA,(Friedensabkommen) trotz der sporadischen Verhandlungsrunden. So begann ich als Jaffna Kommandant ein Trainingsprogramm für die Infanterie. So war ich, als ich den Posten des Armeekommandanten übernahm, mit den Truppen, dem Training und der Taktik bereit.

Am Boden entfaltete ich kleine in das feindliche Gebiet eindringende Teams, besonders Teams der Spezialkräfte. In der Tat handelte ich gegen das traditionelle Denken. Ich ernannte Junioroffiziere, welche Erfahrung auf dem Schlachtfeld hatten, für Kommandopositionen in Schlüsselstellung.

Zum Beispiel wird der nach dem Rang der Seniorität der 5. Offizier ins Hauptquartier der Jaffna Sicherheitskräfte verlegt. In diesem Fall war die ernannte Person die Nummer 15 nach dem Rang der Seniorität. Naturlich gab es einen großen Aufschrei am Anfang, aber als diese Offiziere Resultate hervorbrachten, erstarben die Klagen.

In all dem war die Unterstützung und Weisheit des Verteidigungssekretärs Gotabaya Rajapaksa von entscheidender Bedeutung. Zusammen schauten wir uns alle wichtigen Gebiete der Waffen und Munition an, der Beschaffung von Waffensystemen, der Strategie, dem Rekrutieren und Training.

Der Verteidigungssekretär wusste auch, dass wir kämpfen müssten. Zu der Zeit hatten 40.000 Soldaten keine Helme. Viele hatten nur eine Uniform und ein Paar Stiefel. Es gab einen Mangel an 40.000 Flakfeuer-Jacken. Wie mussten die Vorräte wiederauffüllen und uns für eine verlängerte Konfrontation mit dem Feind bereit machen – und genau das haben wir getan.

Wir hatten auch nicht genügende Soldaten. Die Battalione waren entleert. Ich gegründete  fünf weitere Divisionen. Und als die Leute erkannten, dass dieses Mal etwas Konkretes passiert, war die Engagement, Fähigkeit und Entschlossenheit da. So als ich Armeekommandant wurde, die Truppen, dem Training und der Taktik schon fertig. Auf dem Feind Gebiet entfaltete ich kleine Gruppen, die in das Gebiet des Feindes vordrangen, besonders Gruppen der Spezialkräfte.

Früher rekrutierten wir annähernd 3.000 pro Jahr, aber nun erreichen wir Ziele von 3.000 pro Monat. Sofort nachdem wir im August 2006 den Ort Mavil Aru eingenommen hatten, gelang es uns, in einem einzigen Monat 6.000 zu rekrutieren. 2007 war die Gesamtzahl der Rekrutierten 32.000 und dieses Jahr haben wir schon 34.000 rekrutiert. Als ich übernahm war die Stärke der Armee 116.000. Heute steht sie bei 170.000. So haben wir jetzt genügend Reserven. Ich habe 50 neue Batailione geschaffen.

In der Tat war es dieses Mal die LTTE, welche nicht bereit war. Sie wurden überrascht, als sie erkannten, dass wir bereit waren. Ihre Stärke hat wirklich beträchtlich abgenommen. Sie begannen mit 10.000 Soldaten und mit neuen Rekruten stieg die Zahl auf 15.000. Sie haben ungefähr 12.000 Kämpfer verloren. Heute haben sie nur 2.500. Das große Problem der Kader Ressource, welchem sich die LTTE gegenüber sieht, ist auf dem Schlachtfeld offensichtlich. Wir stoßen häufig auf Teenager, Mädchen unter 15 Jahren, und sogar See-Tiger und Spionage-Mitarbeiter in den Bunkern.

F: Was ist mit der allgemeinen Strategie in Hinblick auf Schlachtfeld-Operationen?

A: Wir hatten nicht geplant und waren auch nicht daran interessiert, einen Ort einzunehmen und eine Flagge zu hissen. Das ist, was uns betrifft, das unwichtigste Ding. Manchmal war der Fortschritt langsam, manchmal nicht. Fünf oder sechs Monate lang im letzten Jahr kamen wir nur 7 Kilometer voran. Vom April bis November diesen Jahres marschierten wir 60 Kilometer. Als wir angriffen und 1998 Mankulam einnahmen, war ich JOC. Wir brauchten vier Monate, um den Ort zu sichern. Dieses Mal fiel Mankulam innerhalb von vier Tagen.

F: Wir sind weit fortgeschritten seit Mavil Aru. Die Karte, welche die von den Regierungskräften und von der LTTE kontrollierten Gebiete zeigt, ändert sich. Wie ist die gegenwärtige Situation?

A: Wie Sie wissen, haben wir den Feind von der Westküste vertrieben und dringen nun östlich nach Mullaitivu vor. Zur gleichen Zeit haben wir Truppen, welche sich nördlich an den Vavuniya und Welioya Fronten bewegen. Wir hatten eine Division und eine Spezialeinheit, welche westlich von der A-9 operierten. Jetzt haben wir drei Spezialeinheiten, die operieren. Früher riefen wir eine neue Division ein, welche von Welioya aus operiert. An dieser Front sind sie jetzt ungefähr 12 Kilometer von Mullaitivu entfernt. In der Tat ist Mullaitivu jetzt innerhalb der Reichweite der Artillerie.

F: Es wurde uns glauben gemacht, dass die LTTE ein schrecklicher Feind wäre. Es wurde gesagt, dass sie eine konventionelle Kampfarmee besäßen und einige sagten sogar, dass Colombo in Schutt und Asche gelegt würde, wenn die Sicherheitskräfte es wagen würden, die LTTE anzugreifen. Gab es irgendeinen Widerstand?

A: Natürlich widerstanden sie und widerstehen immer noch. Wie ist es sonst möglich, dass 12.000 ihrer Soldaten starben, wenn die LTTE nicht widerstehen würde? Es brauchte zwei Monate, um Malavi und Thunukkai einzunehmen. Wir wurden zweieinhalb Monate in Nachchikudah aufgehalten. Wie Sie vielleicht gehört haben, hat die LTTE eine 17 Kilometer lange Uferstraße südlich von Pooneryn gebaut und eine ähnliche westlich von Kilinochchi und Paranthan. Es gibt Minenfallen, Landminen und natürlich LTTE Soldaten, mit denen wir kämpfen müssen.

Wir hielten weiterhin Ausschau nach Widerstand. Wir suchten keine leichten Lücken, um in die feindlichen Linien einzudringen. Wir griffen weiterhin an und zermürbten die Ziele. Wir wissen, dass sie uns nichts auf einer Platte servieren werden. Auch sind die Operationen der Luftwaffe dabei sehr wichtig. Sie haben wichtige tiefliegende Ziele ins Visier genommen. Die Marine hat auch über 300 See-Tiger getötet.

F: Es gibt in gewissen Kreisen die Wahrnehmung, dass die LTTE eine Strategie des taktischen Rückzugs übernommen hat. Was halten Sie davon?

A: Dies ist Unsinn. „Taktischer Rückzug“ war nie eine Strategie der LTTE. „Taktischer Rückzug“ hätte in diesem Fall geschehen müssen, bevor sie 12.000 Menschen verloren. Hätten sie sich drei Monate früher aus Pooneryn zurückgezogen, hätten sie 1.000 Leben gerettet. Nein, sie sind schwach.

Die ideale Zeit zum Angriff war, als wir uns nördlich an der westlichen Front bewegten. Sie hätten unsere Flanke angreifen können. Sie hatten auch die Möglichkeit, einen Angriff auf Jaffna durchzuführen. Hätten sie dies gewählt und Erfolg gehabt, wäre es eine ernste Situation gewesen. Jetzt ist es zu spät

Die Politik der LTTE war das Wiedereinnehmen. Dies haben sie immer getan. Dies taten sie in Sampoor, als der CFA (Friedenabkommen) in Kraft war. Die LTTE hatte nie zu ihren Soldaten von einem „taktischen Rückzug“ gesprochen. Natürlich glauben einige Leute, dass die LTTE zurückschlagen wird, wie sie es in Mankulam getan hatte. Andererseits wissen wir, wie die Geschichte war und wir werden keine Wiederholung erlauben.

F: War es jedoch eine Einbahnstraße? Wie steht es mit Verlusten auf der Seite der Sicherheitskräfte?

A: Die LTTE hat erfahrene und geschickte Kampfsoldaten und darum haben wir wirklich ebenfalls Verluste erlitten. Ungefähr 500 unserer Männer haben ihre Beine wegen gegen das Personal gerichteter Minen verloren. Es war sicher kein leichter Spaziergang gewesen. Wem sollen wir deswegen die Schuld geben, wenn nicht jenen, die der LTTE die Ausstattung gaben, jenen, die es für die LTTE möglich machten, dass die Ausstattung hereingebracht werden konnte?

F: Jetzt würden wenige dagegen sprechen, dass es notwendig ist, die LTTE militärisch auszulöschen. Andererseits gibt es die Frage von Zivilisten, die im Wanni gefangen sind und von der LTTE als menschliche Schutzschilde benutzt werden. Wie umgehen Sie dieses Problem?

A: Nun, bei keiner militärischen Aktion kann man Kollateralschäden vollkommen vermeiden. Wir können z.B. nicht die Zerstörung von Eigentum vermeiden. Aber alles, was beschädigt wurde, wird wieder aufgebaut. Dies ist die im Osten angewandte Strategie und sie war erfolgreich. Andererseits gibt es entgegen der Behauptungen jener, welche eine Menge Geld ins Wanni pumpten, absolut keine „Entwicklung“, die man in jenen Gebieten, welche wir in den vergangenen paar Monaten befreit haben, sehen kann. Die NGOs und INGOs haben nichts im Osten getan. Sie haben nichts westlich der A-9 Straße im Norden getan.

Was die Zivilisten betrifft, so waren wir exemplarisch in der Hinsicht, dass wir uns an die Politik des Null-Schadens bei Zivilisten gehalten haben. Es gab 17 Zivilisten, die im Osten starben, als eine Rakete ein Flüchtlingslager traf, welches die LTTE wieder verschoben hatte, so dass es sich neben einer Anlage der LTTE befand.

Im Norden hatte es nur zwei Zwischenfälle gegeben. In Mullaitivu wurde eine Kokosnussplantage, die von dem LTTE Führer Swarnam kontrolliert wurde, angegriffen. Bei diesem Angriff starben ein Mann und ein Kind. Es wurde auch berichtet, dass westlich der A-9 und südlich von Kilinochchi 4-5 Kinder getötet worden waren. Bei den zweiten Zwischenfall wurde herausgefunden, dass sie Arbeitsdienst für die LTTE abgeleistet hatten.

So wurde bestätigt, dass 24 Zivilisten nach zweieinhalb Jahren getötet worden waren. In Anbetracht all dessen zeigt dies selbst, dass die Sicherheitskräfte ihr Äußerstes getan haben, um den Schaden für die im Wanni gefangenen Zivilisten so gering wie möglich zu halten.

Nachdem die LTTE ihren Eingangs- und Ausgangspunkt in Omanthai aufgegeben hatte, gelang es ungefähr 400 Zivilisten, in die von der Regierung kontrollierten Gebiete zu gelangen. Diese Zahlen werden in den kommenden Wochen und Monaten noch zunehmen. Dies bedeutet nicht, dass alles leicht sein wird; das möchte ich hinzufügen. Die LTTE hatte 4 Jahre Zeit, um während des CFA (Friedensabkommen) Waffen und Munition anzusammeln. Sie haben immer noch eine Menge Geld. Sie werden kämpfen. Aber wir sind bereit.

F: Der Osten wurde gesäubert, aber dort gibt es eine beunruhigende Anwesenheit der LTTE, mit einer Anzahl von Morden, die in den vergangenen paar Wochen geschehen sind. Wie ist die Situation?

A: Dies ist wahr. Es gibt eine operierende Gruppe. Aber das kann nicht lange andauern. Wir überreagieren nicht und das werden wir auch in Zukunft nicht. Kleine Gruppen versuchen, durch unsere Verteidigung zu kommen, viele werden getötet, einige verletzt und ein paar entkommen uns. Aber sie haben nicht die notwendige Unterstützung, um lange Zeit weiterzumachen. Sie müssen um Nahrung und Medizin betteln. Einige ergeben sich. Wenn erst einmal der Landweg versiegelt sein wird, könnten wir erwarten, dass dies endet.

Die LTTE hat im Wesentlichen die Unterstützung der gewöhnlichen tamilischen Zivilisten verloren. An dem gleichen Tag, an dem Balaraj starb, gab es in Jaffna einen Markt mit Handelswaren. Balaraj war ein Top-LTTE-Führer und auch eine populäre Persönlichkeit. Wir erwarteten, dass nicht viele zum Markt kommen würden, aber 50.000 Leute kamen. Als wir Pooneryn einnahmen, gab es in Jaffna Feiern.

Es gab 1.000 Tuk Tuk fahrer  bei dieser Prozession. Und es ist bedeutsam, dass ihr Slogan war: „Prabhakaran, lasse die unschuldigen Zivilisten im Wanni frei.“ Natürlich waren wir überrascht. Die Wahrheit ist, dass Unterwanderer nicht länger sichere Häuser in Jaffna haben. Die Zivilisten geben uns Information. Sie haben im Wesentlichen das Vertrauen in die LTTE verloren. Die LTTE hat alle Glaubwürdigkeit als eine Gruppe, die beansprucht, das tamilische Volk zu repräsentieren, verloren.

F: Sie sagten, dass einer der wichtigsten Gründe für diesen Erfolg die politische Führung und ihre Entschlossenheit ist. Würden Sie sagen, dass wenn es morgen eine andere Verwaltung mit einer anderen Herangehensweise gäbe, all dies umgekehrt werden könnte?

A: Wie jedes Land, Sri Lanka muss einen nationalen Sicherheitsplan haben. Wenn die Leute einen schwachen Führer wählen, einen, der unsere Fähigkeit unterschätzt und die Stärke und Fähigkeiten des Feindes überschätzt, werden wir Gebiete verlieren und das Problem wird schlimmer werden. Solch eine Person kann ein Führer sein, ist aber bestimmt kein Patriot.

Also ja, die Dinge können sich ändern. Die nationale Sicherheit verlangt einen völligen Sieg.

Wer auch immer sagt: “Stoppt die Offensive und bemüht euch um ein Waffenstillstandsabkommen” sollte besser zurückschauen, was während des letzten Waffenstillstandsabkommens passierte. Zu der Zeit hatte die LTTE zwei 120er Granatwerfer und zwei 122m Gewehre. Vier Jahre innerhalb des Waffenstillstandsabkommens hatte sie 80 120mm Granatwerfer und 22 122m Gewehre, drei 130mm Gewehre und ein 152m Gewehr und natürlich eine entsprechende große Anzahl an Munition.

2002 hatten sie 4.000 Soldaten. 2006 hatten sie 12.000. In dieser gleichen Zeit gab es keine Toten, das stimmt, aber in vier Jahren ist eine andere Armee entstanden. Es gab zwischen 2002 und 2004 verschiedene Gesprächsrunden, aber bei diesen Diskussionen kam nichts heraus. 2006 gab es einen weiteren Versuch zu Verhandlungen. Wieder ohne Resultate. Wir hatten nichts erreicht, aber die Tiger waren stärker geworden. Sie entwickelten eine Polizeikraft, bauten Rollfelder, sicherten ihre Luftwaffe und entwickelten die Organisation der See-Tiger.

Es ist traurig zu sagen, aber solche Leute kümmern sich nicht darum, dass die Sicherheitskräfte Rückschläge erleiden, solange das auch bedeutet, dass der Präsident geschwächt ist und ihre politischen Ziele gesichert sind. Sie feiern Rückschläge und sind ärgerlich, wenn die Sicherheitskräfte einen bedeutsamen Sieg über die LTTE verbuchen. In der Tat scheint es, dass es ihnen nichts ausmachen würden, wenn Prabhakaran der Präsident dieses Landes werdenwürde. Ich denke, dass wie in anderen Ländern die nationale Sicherheit sich nicht ändern sollte, selbst wenn sich Regierungen ändern.

Der Präsident muss ein Patriot sein. Wir müssen mit Stolz und Ehre leben und dies muss von jeder, der gerade an der Macht ist, anerkannt werden. Präsidenten und Politiker kommen und gehen. Aber die Bürger bleiben. Sie brauchen Sicherheit. Sie möchten ein Land, sie möchten eine Zukunft für sich und ihre Kinder.

F: Es wurde die Meinung vertreten, dass die Einnahme von Pooneryn mit der Wahl zur Zweiten Lesung des Etats abgestimmt worden war. Beruht diese Mutmaßung irgendwie auf Wahrheit?

A: Nein. Unsere Strategie ist darauf gerichtet, Terroristen zu vernichten und nicht, eine Flagge zu hissen oder ein Teil politischer Spiele zu werden. Es sind die Realitäten der Situation am Boden, welche die militärische Strategie bestimmten. Ich kann das Vertrauen meiner kämpfenden Soldaten nicht gewinnen, wenn ich zulasse, dass politische Gebote Schlachtfeld-Entscheidungen diktieren. Täte ich dies, würde ich meine Soldaten verlieren. Niemand sagte mir, ich solle Pooneryn an dem und dem Tag einnnehmen, und niemand erwartet auch von mir, dass ich das mache. Dies ist eine ernste Angelegenheit und wir können nicht Spielchen mit unseren Soldaten und den Angelegenheiten der nationalen Sicherheit spielen.

Ob das, was wir auf dem Boden machen, eine Bedeutung für politische Angelegenheiten hat, ist etwas anderes. Wir kümmern uns nicht darum.

F: Wie hat die Geschäftsgemeinschaft Ihre Anstrengungen aufgenommen?

A: Wunderbar. Sie haben die Opfer der Sicherheitskräfte geschätzt und haben großzügig zu dem Wohlergehen unserer kämpfenden Männer und Frauen beigetragen, spezielle, was ihre Wohnungsprojekte betraf. Sie wollen natürlich, all dies eine ende sehen. Für lange Zeit wurde von ihnen verlangt, dass sie glauben, dass die LTTE nicht besiegt werden kann und dass man sich mit ihr arrangieren müsse. Jedoch hat jetzt die Geschäftsgemeinschaft wie die meisten anderen Leute erkannt, dass es nicht möglich ist, mit der LTTE zu verhandeln, und darum müssen wir dies zu einem Ende abringen und darum müssen wir in diesem kritischen Moment zusammenstehen.

F: Schließlich noch ein Wort zu den NGOs und INGOs und “humanitären Sorgen”, denen sie oft Ausdruck verleihen…?

A: Es ist leicht, ein Getue zu machen, wenn man die Realität am Boden nicht kennt. Zum Beispiel wurde der Selbstmordattentäter, welcher den Bus in Fort in die Luft jagte, von seiner Mutter bei der ICRC als „vermisst“ gemeldet. Die Leute müssen einen Sinn für Proportionen haben. Ich sage nicht, dass alle NGOs und INGOs mit der LTTE unter einer Decke stecken. Dies stimmt nicht notwendigerweise. Die Wahrheit ist, dass im Norden sehr wenig, wenn überhaupt etwas von den NGOs und INGOs gemacht wurde, eine Situation, die natürlich Misstrauen darüber hervorrufen würde, was sie wirklich in diesen Gebieten mit ihrem Geld, ihrem Personal, ihrer Ausrüstung, ihren Fahrzeugen und ihrem Maschinenpark gemacht haben.

Die ICRC übt eine sehr wichtige Rolle aus. Die Ärzte Ohne Grenzen leisten einige gute Arbeit und ich weiß das. Aber die Mehrheit der INGOs und NGOs haben nichts Konstruktives geleistet. Sie haben die LTTE verweichlicht, aber sie haben nicht im nationalen Interesse gehandelt und die Behörden sollten dies sehr ernsthaft wahrnehmen. Wir wissen, dass einige von ihnen sogar die Ausrüstung bei der LTTE gelassen haben. Das, worauf dies hinausläuft, ist: „Wenn du nichts austragen kannst, dann geh weg!“

Zusammenfassung

hrwLetztes Jahr nahmen sie die Menschen, die 1990 geboren wurden; jetzt nehmen sie jene, die 1991 geboren wurden. Sie überprüfen die Personalausweise der Familien und nehmen die Jungen. Wenn sich Menschen im Rekrutierungsalter verstecken, nehmen sie die jüngeren Kinder oder den Vater, bis sie die Jungen oder Mädchen bekommen, die sie wollen.1

Die LTTE geben den Menschen keine Ausgangs-Pässe mehr, um den Wanni zu verlassen. Im Moment bekommen nur medizinische Notfälle oder die Älteren einen LTTE-Pass. Zuvor muss man freilich alle persönlichen Besitztümer der LTTE übergeben und man war dann frei, zu gehen. Aber jetzt halten sie jeden an und sagen: „Wir kämpfen für die Leute, also müssen die Leute bei uns bleiben.“2

Hunderttausende von ethnischen Zivilisten sind gegenwärtig in den intensivierten Kämpfen zwischen den srilankanischen bewaffneten Streitkräften und der LTTE in der nördlichen Festung, die als Wanni bekannt ist 3, gefangen. Nun, da die LTTE Boden an die vorwärtsmarschierenden Regierungskräfte verloren hat, wurden die Zivilisten in ein sich immer mehr verengende Konfliktzone gequetscht. Die übergreifenden Kämpfe haben ihr Leben zunehmend in Gefahr gebracht. Viele verbringen ihre Tage beim andauernden Lärm von Kleinfeuerwaffen, Granaten und Bomben, die in der Nähe hochgehen. Wegen des fast totalen Regierungsverbots eines Zugangs von Hilfsorganisationen oder den Medien bekommt das Leiden der Zivilbevölkerung des Wanni außerhalb Sri Lanka wenig Aufmerksamkeit.

Dieser Bericht widmet sich dem missbräuchlichen Verhalten der LTTE gegenüber Zivilisten während der gegenwärtigen Kämpfe im Wanni. In Anbetracht der scharfen Zugangsbeschränkungen zum Wanni, welche die LTTE und die Regierung auferlegt haben, deuten wir nicht an, dass dies ein vollständiges Bild der Situation dort ist. Aber die Untersuchung von Human Rights Watch in Sri Lanka zeigt, dass die LTTE brutal und systematisch die tamilische Bevölkerung, zu deren Gunsten sie zu kämpfen beanspruchen, missbraucht hat, und dass die LTTE eine große Verantwortung für die verzweifelte Notlage der Zivilisten im Wanni trägt.4 Die LTTE hält einen bedauernswerten Rekord bei Menschenrechtsverletzungen.

In den letzten 25 Jahren hat die LTTE unzählige Morde an Singhalesen, Moslems und tamilischen Zivilisten begangen. Sie haben politische Attentate in Sri Lanka und im Ausland ausgeführt, sowie Selbstmordattentate mit einer hohen Zahl als Getöteten. Die LTTE hat oft Zivilisten mit Bomben und ferngesteuerten Landminen ins Visier genommen. Sie hat von ihr als solche wahrgenommene politische Opponenten getötet, einschließlich vieler Politiker, Journalisten und Mitglieder von mit ihr rivalisierenden Organisationen, und sie hat zwangsweise Tamilen für ihre Streitkräfte rekrutiert und ihnen die grundlegenden Freiheiten der Meinungsäußerung, Möglichkeit zu Verbindungen und Versammlungen und zur Reise verweigert.

In den gegenwärtigen Kämpfen ist die Zahl der Missbräuche wieder gestiegen. Es gibt eine Untersuchung der Human Rights Watch in Sri Lanka von Oktober bis Dezember 2008, einschließlich 35 Interviews mit Augenzeugen und Arbeitern von Hilfsorganisationen, die im Norden tätig sind. In dieser Untersuchung fanden wir eine große Zahl an Beweisen dafür, dass die LTTE weitermacht mit dem zwangsweisen Rekrutieren von Zivilisten, dass sie in großem Umfang Zwangsarbeit anordnet und dass sie die Bewegungsfreiheit der Zivilisten auf unrechte und ungerechtfertigte Weise einschränkt.

Die LTTE zwingt weiterhin junge Männer und Frauen, einschließlich Kinder, dazu, in ihre Streitkräfte zu gehen, und sie hat ihre Praktiken der Zwangsrekrutierung dramatisch gesteigert. Die LTTE hat kürzlich ihre seit langem durchgeführte Politik der zwangsweisen Rekrutierung von „einer Person pro Familie“ in dem von der LTTE kontrollierten Gebiet aufgegeben und verlangt jetzt, dass – abhängig von der Größe der Familie – zwei oder mehr Familienmitglieder in ihre Armee gehen. Es ist bemerkenswert, dass nach einer bedeutenden Abnahme des nachgewiesenen Gebrauchs von Kindersoldaten in den letzten Jahren durch die LTTE seit September 2008 dieser Gebrauch wieder zunimmt. Besonders werden 17-jährige benutzt. Immer noch benutzen die Militanten der LTTE Schulen und Vertriebenlager, um Kinder zu drängen, in ihre Reihen einzutreten.

Die LTTE zwingt weiterhin Zivilisten, sich an gefährlicher Zwangsarbeit zu beteiligen, einschließlich des Grabens von Gräben für ihre Kämpfer und des Baus von militärischen Bunkern an der Front. Sie benützt auch Arbeit als Bestrafung und zwingt auf Familienmitglieder von Zivilisten, welche fliehen, gefährliche Arbeiten nahe der Front auszuführen.

Indem die LTTE ihr Passiersystem für Reisen geschlossen hat, hat sie fast allen Zivilisten verboten, die Gebiete unter ihrer Kontrolle zu verlassen (mit Ausnahme von dringenden medizinischen Fällen). Sie hat wirklich einige Hunderttausend Zivilisten in einer zunehmend gefährlichen Konfliktzone gefangen, mit extrem begrenzter humanitärer Hilfe. Die gefangenen Zivilisten liefern einen guten Vorrat an Zivilisten für zukünftige Zwangsarbeit und das Rekrutieren von Kämpfern. Indem sich die LTTE so verhält, versucht sie auf ungesetzliche Weise, die Anwesenheit von einer großen Zivilbevölkerung in den Gebieten unter ihrer Kontrolle für den militärischen Vorteil zu benutzen.

Human Rights Watch ruft die LTTE auf, ihre weit verbreiteten Missbräuche der Zivilbevölkerung unter ihrer Kontrolle zu stoppen und deren Menschenrechte zu respektieren.

Besonders drängt Human Rights Watch die LTTE, damit aufzuhören, die Zivilisten daran zu hindern, die Gebiete unter ihrer Kontrolle zu verlassen, mit den Zwangsrekrutierungen aufzuhören und auch mit dem Rekrutieren von Kindern aufzuhören, sowie mit der Zwangsarbeit. Detailliertere Empfehlungen stehen am Ende dieses Berichts.

Der von der Regierung angeordnete Rückzug der Vereinten Nationen (UN) und eigentlich aller internationaler Hilfsorganisationen vom Wanni im September 2008 hat die Notlage der Zivilbevölkerung drastisch verschlechtert. Der erzwungene Rückzug hat es auch schwieriger gemacht, die Recht der Bevölkerung im Wanni zu schützen: Mit einer sehr beschränkten Gegenwart auf dem Boden hat der Schutz von Organisationen wie UNICEF die Fähigkeit verloren, die Misssbräuche, welche von allen Parteien im Konflikt im Wanni begangen werden, zu überwachen und auf sie zu reagieren. Die Politik der Regierung, jene, welche vom Wanni fliehen, in Haft zu behalten, hat vielen Zivilisten Angst eingeflößt, so dass sie nicht Sicherheit in den von der Regierung gehaltenen Gebieten suchen. Die massive Überflutung, als der Zyklon Nisha Sri Lanka am 25. November erreichte, war der Anlass, dass 60.000-70.000 Personen ihre Häuser und Unterschlupfe verloren. Obwohl es die srilankanische Regierung leugnet, waren die Hilfsbemühungen des Staates nicht ausreichend und die restriktive Regierungspolitik, was die UN und andere Hilfsorganisationen betrifft, hat das menschliche Leiden im Wanni ins Unermessliche gesteigert.

Fußnoten & Anmerkungen

1 Ein Beamter einer Hilfsorganisation im Wanni beschreibt am 14. Oktober 2008 die Zwangsrekrutierungspraktiken

2 Ein Beamter einer Hilfsorganisation, Vavuniya, 14. Oktober 2008

3 Man schreibt manchmal auch “Vanni”

4 Der Konflikt zwischen der srilankanischen Regierung und der LTTE wird als ein nicht-internationaler bewaffneter Konflikt unter dem Menschenrecht oder den Kriegsrechten betrachtet. Anwendbare Gesetze schließen den allgemeinen Artikel 3 der 4. Genfer Konvention von 1040 ein, sowie die gewöhnlichen internationalen Menschenrechte. Der Allgemeine Artikel 3 liefert die Minimumstandards für die Behandlung aller Personen, die in Obhut sind, einschließlich der Verbote von Mord, Folter und anderer grausamen Behandlung und von der Geiselnahme. Die gewöhnlichen internationalen Menschenrechtsgesetze legen unter anderem die Regeln hinsichtlich der Mittel und Methoden des Kriegs dar, einschließlich der Verbote von vorher bedachten, ununterschiedenen oder unverhältnismäßigen Angriffen auf Zivilisten. Das internationale Menschenrechtsgesetz, wie es in dem Internationalen Vertrag über Zivile und Politische Rechte und in der Konvention gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Bestrafung zu finden ist, bleibt wirksam.

Empfehlungen

Human Rights Watch ruft die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) auf:

- Aufzuhören, die Zivilisten daran zu hindern, die Gebiete unter ihrer Kontrolle zu verlassen; das Recht der Bewegungsfreiheit der Zivilisten zu respektieren, einschließlich des Rechts der Zivilisten, sich aus Sicherheitsgründen in das von der Regierung kontrollierte Gebiet zu begeben;

- Mit aller Zwangsrekrutierung für die LTTE aufzuhören; mit allen Entführungen und Nötigungen aufzuhören:

- Mit allem Rekrutieren von Kindern unter 18 aufzuhören; mit dem Gebrauch von Kindern bei Militäroperationen aufzuhören; alle Kindersoldaten, die gegenwärtig in ihren Reihen sich, ebenso wie alle Personen, die rekrutiert worden waren, als sie Kinder waren, aber die jetzt über 18 sind, freizulassen.

- Mit aller missbräuchlichen oder unbezahlten Zwangsarbeit aufzuhören, einschließlich der Arbeit, die sie als “freiwillig” bezeichnet; mit der Forderung aufzuhören, dass alle Familien Arbeit für die LTTE leisten; damit aufzuhören, die Zivilisten zu zwingen, sich an Arbeiten zu beteiligen, welche in einem direkten Zusammenhang mit der Durchführung militärischer Operationen – z.B. der Bau von Gräben und Bunkern – stehen;

- Humanitären Organisationen und UN Organisationen sicheren und ungehinderten Zugang zu Gebieten, die unter der Kontrolle der LTTE stehen, zu verschaffen, und die Sicherheit aller Arbeiter bei humanitären Organisationen und der UN zu garantieren, einschließlich der Wanni-Bewohner, welche bei humanitären Organisationen oder für das UN-Personal arbeiten.

© Copyright, Human Rights Watch 350 Fifth Avenue, 34th Floor New York, NY 10118-3299 USA

Übersetzt von der indischen Nachrichtenagentur „IANS“ vom 22. Januar 2009

New York / Mumbay – Am Donnerstag haben die Vereinten Nationen die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) scharf verurteilt, weil sie ihren Stabsmitgliedern nicht erlauben, das von den Rebellen gehaltene nördliche Wanni-Gebiet zu verlassen. Die Vereinten Nation haben die LTTE bedrängt, die Stabsmitglieder sofort freizulassen.

In einer Stellungnahme vom Donnerstag hat das UN-Büro “ihren schärfst Protest gegen die LTTE verkündet, da diese sich weigere, dem nationalen Stab der UN und den von diesem Stab Abhängigen zu erlauben, aus dem Wanni mit dem gegenwärtigen UN–Konvoy, der Nahrung und andere lebenswichtigen Güter für die Menschen in den von den Rebellen gehaltenen Gebieten transportiert, zurückzukehren.“

Die Stellungnahme der UN besagt: “Der Stab ist Teil eines UN-Konvoys, welcher am Freitag, dem 16. Januar, ins Wanni reiste, um dringend benötigte Nahrung und Notvorräte für die vertriebene Bevölkerung zu transportieren. Wegen der Kämpfe zwischen der LTTE und den Regierungsstreitkräften konnte dieser Konvoy erst heute sicher fahren.“

Der gegenwärtige Konvoy ist der elfte, welcher den in mitten der Kämpfe im Wanni gefangenen Zivilisten Vorräte bringen soll. Seit dem frühen Oktober haben die UN-Konvoys ungefähr 7.000 Tonnen lebenswichtiger Nahrung und Hilfsgüter zu den Vertriebenen im Norden gebracht.

Die Stellungnahme der UN drängte die LTTE, ihre Verantwortung wahrzunehmen und sofort allen UN Stabs-Mitgliedern und den davon Abhängigen zu erlauben, sich frei aus diesem Gebiet wegzubewegen. Die Stellungnahme sagte außerdem, dass das „Verweigern einer sicheren Passage durch die LTTE ein klarer Verstoß gegen ihre Verpflichtungen unter dem internationalen humanitären Gesetzen ist.“

Seit Januar haben die Truppen hauptsächliche LTTE Festungen einschließlich Kilinochchi, Paranthan, den Elefantpass und Muhamalai entlang der A9-Jaffna-Kandy-Hauptstraße eingenommen und haben seit 23 Jahren zum ersten Mal die volle Kontrolle über die 325 Km lange Landstraße gewonnen.

Ermutigt vom Fall der Festungen der LTTE, haben die Truppen nun die Rebellen in ein kleines Stück Dschungel des Mullaittivu-Distrikts gedrängt.

Trotz ihres sich schnell vermindernden Territoriums boten die Rebellen den srilankischen Truppen, die sich aus verschiedenen Richtungen vorwärtsbewegten, viel Widerstand.

Es gab keinen Kommentar seitens der LTTE, welche seit einem Vierteljahrhundert gegen die srilankische Regierung kämpft, um sich einen separaten Staat für die Tamilen im nördlichen und östlichen Teil der Insel abzuschneiden.

***

Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:


Zwei UN-Mitarbeiter die von der LTTE gezwungen worden waren, im Wanni unfreiwillig zu bleiben, ließen die LTTE frei und erlaubte ihnen heute (29. Januar), in die von der Regierung kontrollierten Gebiete zurückzukehren.

Die UN-Mitarbeiter (insgesammt 15) sind mit einem Lastwagenkonvoy mit Nahrungsmitteln für die Zivilbevölkerung in den von der LTTE kontrollierten Gebieten gereist. Nachdem sie das Lebensnotwendige abgegeben hatten, hielt sie die LTTE die UN Mitarbeiter in Puthukkudiyiruppu in Mullaittivu seit Freigag (16. Januar) unter Zwang zurück – zusammen mit den anderen, welche die Terroristen als menschliche Schutzschilde nutzen.

Das UN-Büro verlangte die sofortige Freigabe seiner Mitarbeiter mit einem Communiqué, welches am Donnerstag, 22. Januar, herausgegeben worden war, nachdem wiederholte Versuche, ihre Freigabe sicherzustellen, fehlgeschlagen waren.

Militärquellen sagten weiter, dass Hr. Hanroon, einer der zurückgehaltenen UN Mitarbeiter  sich mit dem Sicherheitskräfte-Kommandeur des Wanni, Generalmajor Jagath Jayasooriya, nach seiner Freilassung aus der LTTE-Haft getroffen hatte.

Er hat erklärt, was er durchgemacht hat, und hat seine Sorge hinsichtlich des andauernden Zurückhaltens von den 13 weitere UN- Mitarbeitern in Gebieten der LTTE Ausdruck verliehen.

Übersezt aus dem srilankanischen Tageszeitung “The Daily Mirror” vom 22. Januar 2009

Außenminister Steinmeier fordert vergeblich "humanitären Waffenstillstand"

Außenminister Steinmeier fordert vergeblich "humanitären Waffenstillstand"

Berlin / Colombo – Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat heute einen „humanitären Waffenstillstand“ gefordert, damit den von der Regierung und den Zusammenstößen mit den Rebellen in der nordöstlichen Region von Sri Lanka abgeschnittenen Zivilisten humanitäre Hilfe geschickt werden kann.

Steinmeier drückte seine Sorge aus um die mehr als 300.000 Flüchtlinge, die in einem Küstenstreifen von 30 Kilometer der von Rebellengruppe der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) gehalten wird.

Der Minister sagte: “Diese Flüchtlinge sind seit mehr als 10 Tagen vollständig von der internationalen Hilfe abgeschnitten. Das Wichtigste ist nun, einen Waffenstilltand zu verhandeln, damit zu den Zivilisten in den umkämpften Gebieten Nahrungsmittel und medizinische Hilfe transportiert werden kann.“

Die srilankische Regierung hat nur ein Tag nach dem Appell Steinmeiers einen Waffenstillstand kategorisch abgelehnt.

Übersetzt aus der Webzeitung “The Examiner” vom 26. Januar 2009

New York – Als die Zollbeamten eine Autoladung voll srilankischer Kanadier befragte, welche im Sommer 2006 in die Vereinigten Staaten via kanadische Grenze einreisen wollten, behaupteten diese Männer, sie würden zu einer Junggesellenparty in Buffalo fahren. In Wirklichkeit gab es weder Party noch  Bräutigam.

Die Behörden der USA sagen, dass die drei Männer stattdessen auf einer geheimen Mission waren, um der LTTE zu helfen, die einen blutigen Bürgerkrieg in ihrem Heimatland führten. Die Männer wollten Flugabwehrflugkörper, die Hunderttausende von Dollar wert sind kaufen und sie in ihr Heimatland schmuggeln. Nach dem Bericht des Gerichtshofes wollten die Männer auch Gewehre – aber nicht irgendwelche Gewehre.

Die Strafverfolgungsbehörden behaupten, dass ein Beklagter während eines Treffens mit einem verdeckten Ermittler sich als gewiefter Waffenhändler darstellte: “Wir brauchen AK-47 Gewehre, aber nur, wenn sie welche haben, die in Russland oder Amerika hergestellt wurden. Keine chinesischen.“

Die auf Video aufgenommene Bemerkung wurde in einem ungewöhnlichen Fall gegen vier angebliche Agenten der Befreiungstiger von Tamil Eelam oder „Tamil Tiger“ – einer srilankischen Rebellenarmee, welche das State Department eine terroristische Vereinigung bezeichnet – von zentraler Bedeutung.

Obwohl verschiedene der Sympathisanten der Gruppen in den Vereinigten Staaten, in Kanada, Europa und anderswo beobachtet werden, glauben die Beklagten, dass sie die ersten wären, die jemals bei einem amerikanischen Bundesgericht wegen der Unterstützung von Terroristen angeklagt werden. Die Auswahl der Geschworenen wurde auf Montag und Dienstag am Bundesgerichtshof von Brooklyn festgesetzt, und am Donnerstag soll die Beweisführung begonnen werden.

Ein Rechtsanwalt für den Beklagten Nadarasa Yograrasa – der zur Zeit der Verhaftungen in Queens lebte – sagte, dass er hoffe, seinen Mandanten von Schuld reinzuwaschen. Der Rechtsanwalt Steve Zissou sagte: „Wir glauben, dass Herr Yograrasa nicht für schuldig befunden wird, wenn dem Geschworenengericht alle Beweise vorgelegt werden.“

Die Rechtsanwälte für Sathajhan Sarachandran, Sahilal Sabaratnam und Thiruthanikan Thanigasalam, welche im kanadischen Ontario gelebt hatten, lehnten eine Stellungnahme entweder ab oder antworteten nicht auf unsere Anfragen, in welchen um einen Kommentar ersucht wurde. Alle vier Beschuldigten wurden ohne Kaution in Haft genommen, nachdem sie auf Nichtschuldig plädiert hatten.

Presseberichte in Kanada haben Sarachandran als einen allseits beliebten Universitätsstudenten aus Toronto beschrieben, welcher Teil einer Delegation war, die nach Sri Lanka reiste, um Opfern des asiatischen Tsunami von 2004 zu helfen. Die kanadischen Behörden haben den amerikanischen Anklägern Computerakten, DVDs, Fotos, Videos und andere Dinge, die aus dem Haus des Angeklagten abgeholt worden waren, geliefert.

Während die Rebellen auch konventionelle militärische Operationen gegen die Regierungstruppen ausführen, haben sie auch zivile Ziele in den von der Regierung gehaltenen Gebieten angegriffen und Dutzende von Selbstmordattentate ausgeführt. Manchmal wurden dazu Frauen eingesetzt.

Der Brooklyner Vorfall ist Teil einer größeren Kampagne der amerikanischen Behörden, um den Nachschub für die Tamil Tiger abzuschneiden. Die Ankläger haben auch einige Männer angeklagt, von welchen sie behaupten, dass sie versuchten, amerikanische Beamte zu bestechen, um die Gruppe aus der Liste der Terroristen zu entfernen.

Die Behörden sagten, dass Razzias in Büros und in den Wohnungen der Organisatoren tamilischer Wohltätigkeitsveranstaltungen Beweise zu Tage gefördert haben, dass die Beklagten Millionen von Dollar für die Rebellen als angebliche humanitäre Spenden angesammelt hätten.

Bei den Beweisen sind Fotos von Unterstützern, welche sich mit dem berüchtigten Anführer der Tamil Tiger Velupillai Prabhakaran in Sri Lanka trafen. Die Verteidiger behaupten, dass die Hilfe strikt humanitär gewesen wäre. Das FBI begann mit der Untersuchung der Waffenverschwörung 2006, nachdem die Verteidiger einen Informanten der Regierung kontaktiert hatten. Die Nachrichtenblätter des Gerichts sagten, dass man glaubt, dass der Mann Kontakte zu dem Schwarzmarkt für Waffen hätte. Sie erzählten dem Informanten, dass sie besonders Raketen aus Russland bräuchten, welche Kfirs abschießen könnten – der Typus von Kampfflugzeug, welchen das srilankische Militär benutzt – und am 19. August 2006 setzten sie ein Treffen fest.

Nachdem die Männer die Grenze überquert hatten, lauerten ihnen verdeckte Ermittler, die sich als Waffenhändler ausgaben, in einem Lagerhaus in Long Island auf, welches außerdem mit Wanzen versehen worden war. Während des Treffens sagten die Männer, dass sie auf Befehle der Führung der Tamil Tiger in Sri Lanka einen „große Menge“ an Gewehren zu kaufen suchten, zusammen mit anderen Waffen, welche Flugzeuge, Panzer und Boote zerstören könnten.

Sie einigten sich auf eine anfängliche Ladung von 10 Oberflächen-Luft-Raketen und 500 AK-47 Assault Rifles. Auch ein Training würde man anbieten, alles für ungefähr 900.000 Dollar. Ein Beklagter sagte laut den Staatsanwälten: „Geld ist kein Problem.“

An einem Punkt wurde eine große Holzkiste hervorgeholt. Darin waren eine SA-18 Rakete, das Rohr zum Abfeuern der Rakete und der Auslöser-Mechanismus, sowie zwei AK-47 Gewehr.

Kurz nachdem die Männer die Waffen untersucht hatten, wurden sie festgenommen. Sollten sie verurteilt werden, drohen jedem von ihnen nach amerikanischem Recht bis zu 30 Jahren Gefängnis.

Übersetzung und Zusammenfassung mehrerer Reuters-Pressemeldung vom 28. Januar 2009

Von C. Bryson Hull

Colombo - Die Tamil Tiger haben ein Konvoy, der Hunderte verwundeter Zivilisten transportierte daran gehindert, den Schauplatz schwerer Kämpfe in Sri Lankas Norden zu verlassen. Dies berichtet eine Sprecher der Vereinten Nationen am Mittwoch (28. Januar).

Indiens Außenminister Mukherjee, der eine kurze Reise unternahm, um den srilankischen Präsidenten Mahinda Rajapaksa zu treffen, hat sich für die Hilfe Neu Delhis bei dem Nachkriegs-Wiederaufbau ausgesprochen. Ein sofortiger Waffenstillstand, wie ihn indische tamilische Politiker der herrschenden Koalition verlangt hatten, war nicht Inhalt des Gesprächs.

Mukherjee sagte in einer Stellungnahme: “Die srilankanische Regierung hat versichert, dass sie die Sicherheitszonen respektieren würde und die Effekte des Konflikts auf die tamilischen Zivilisten minimieren würde. Er sagte auch, dass die militärischen Siege eine Chance boten, nach 25 Jahren Krieg im nördlichen Sri Lanka mit der Normalität wieder anzufangen. „Wir werden für einen Wiederaufbauplan für diese Gebiete, welcher die Infrastruktur und andere Hilfen betrifft, zusammen arbeiten.“ Es habe auch Fortschritte bei den Plänen der vom indischen Staat unterhaltenen Elektrizitätsgesellschaft, ein 500 Megawatt Elektrizitätswerk im östlichen Hafen von Trincomalee zu errichten. Zu Details äußerte er sich jedoch nicht.

Die srilankanischen Truppen haben nunmehr, nach der Befreiung Kilinochchis und Mullaittivus, die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) in einem Gebiet von 300 Quadratkilometern (115 Quadratmeilen) zusammengetrieben. Wie die Vereinten Nationen und das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (ICRC) sagt, sind zwischen den Fronten rund 250.000 Zivilisten gefangen.

Die Vereinten Nationen, das ICRC, die Vereinigten Staaten, die Europäische Union und andere haben von beiden Seiten verlangt, dass sie den Zivilisten Sicherheit geben und freies Geleit gewähren sollen. Beide Seiten schieben sich zunehmend gegenseitig die Schuld an den zivilen Toten und Verletzten zu, von denen das ICRC am Dienstag sagte, dass es Hunderte gäbe.

Die Sprecherin des ICRC, Sarasi Wijeratne sagte, dass dem Konvoy nicht die vollen Absicherungen der Sicherheit gewährt worden wäre, aber sie lehnte es ab, mehr zum Thema zu  sagen. Das ICRC ist die einzige Hilfsgruppe mit einer Vollzeit-Anwesenheit in der Kriegszone; die Organisation stellt die neutrale Verbindung zwischen beiden Seiten dar.

Sri Lankas Militär hat am Mittwoch die LTTE beschuldigt, den Konvoy zu blockieren, und gesagt, dass die Zahl der Opfer niedriger als berichtet wäre, da einige der Verwundeten Rebellen sein würden.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte Reportern: “Wie können internationale Organisationen jene als Zivilisten identifizieren? Jeder, der seine Waffen wegwirft, wird ein Zivilist.“ Er sagte, dass das Militär noch keine offizielle Zahl der Opfer habe.

Eine Rebellen-Webseite beschuldigte am Montag das Militär, mehr als 300 Menschen getötet und Hunderte mehr verletzt zu haben. Das Militär hat die Beschuldigungen umgehend zurückgewiesen und sagt, dass die Terror-Tiger ihre Artillerie dorthin gebracht hätten und innerhalb der Sicherheitszone gefeuert hätten und damit die Zivilisten als Schutzschilde benutze.

Die Menschenrechtsorganisationen und die Regierung beschuldigen die LTTE – welche von Indien, den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union als terroristische Vereinigung bezeichnet wird -, Zivilisten in ihrem Gebiet zu halten und sie als Kämpfer, Schlachtfeldarbeiter oder menschliche Schutzschilde zu gebrauchen.

Übersetzung eines Artikels von Reliefweb vom 26. Januar 2009

reliefwebColombo – Es gab eine Reihe von Behauptungen, die Armee im Wanni habe mit Granaten Zivilisten beschossen und es gab auch Medienberichte, die direkt die Wanni-Truppen dieses Verbrechens beschuldigten.  

Am Montag, dem 26. Januar, drängte daraufhin das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (ICRC)  die LTTE aber auch die Sicherheitskräfte zu verhindern, die demarkierte „Sicherheitszone“ dazu zu benutzen, Zivilisten unter Beschuss zu nehmen. Das ICRC forderte insbesondere die LTTE auf, die Zivilisten frei in die Sicherheitszonen zu lassen, welche von der Regierung gehalten werden. Am 21. Januar hatte die Armee eine weitere „Sicherheitszone“ mit dem Ziel eröffnet, die Leben der gefangenen Zivilisten zu retten, von denen die meisten keine andere Wahl haben, als sich den Diktaten und Grausamkeiten der LTTE zu unterwerfen. Als Resultat begannen viele Zivilisten sich nach und nach in die „Sicherheitszone“ zu bewegen – Minuten, nachdem die Luftwaffe Flugblätter fallen ließ, auf welchen die Zivilisten aufgefordert wurden, sich in Bewegung zu setzen. Ein paar Stunden nach der Informationsmission aus der Luft begannen in Panik geratene LTTE-Terroristen sofort damit, jene dörflichen Gebiete unter Beschuss zu nehmen. Sie wollten die beabsichtige Bewegung der Zivilisten anhalten. So berichtet das Armee-Hauptquartier in einer Stellungnahme.

Einige internationale Nachrichtenagenturen und auch Pro-LTTE-Sprachrohre sind sich zwar der grundlegenden Realitäten im Wanni voll bewusst, aber sie machen noch weiter damit, ein düsteres Bild zu zeichnen und behaupten, dass die kämpfenden Armeetruppen absichtlich auf die “Sicherheitszone” schießen würden und dabei Opfer unter den Zivilisten verursachen würden. Einige dieser Berichte zitieren sogar srilankische Offiziere – die offenbar aber gar nicht existieren.

Die Wahrheit aber sieht ganz anders aus. Tiger-Terroristen, die jetzt in den letzten Zügen liegen und fast all ihre übriggebliebenen Festungen und Verstecke in den Gebieten von Kilinochchi und Mullaittivu verloren haben, nehmen zu jedem möglichen unmenschlichen und barbarischen Trick Zuflucht. Dazu gehört auch ihr Verhalten, dass sie innerhalb der Dörfer in der „Sicherheitszone“ Schutz suchen, wie sich es in den vergangenen Tagen in erhöhtem Maße erwiesen hat. Diese Terroristen mischen sich unter die Zivilisten, welche unterwegs zur „Sicherheitszone“ sind. Sie bedrohen die Zivilisten und es ist ihnen gelungen, ihre Artillerie und Granatwerfer in die Dörfer innerhalb des sicheren Gebietes zu transportieren. Es wird berichtet, dass sie eine eigene erste Salve von Schüssen abgegeben hätten und dabei auf Dörfer innerhalb der „Sicherheitszone“ gezielt hätten, wo die in Mitleidenschaft gezogenen Zivilisten Zuflucht suchten.

Der Generalmajor Jagath Jayasuria, Kommandant der Sicherheitskräfte im Wanni traf das Delegationsoberhaupt der ICRC im Wanni,  Balerie Tetitpierre, und drängte das ICRC, die LTTE davon zurückzuhalten, die Sicherheitszone zu missbrauchen, und sie dazu zu bringen, dass sie erlaubten, dass sich Zivilisten frei in die von der Regierung gehaltenen Gebiete bewegen können.

***

Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:

ReliefWeb ist das weltweit führende Online-Informations-Portal mit Dokumentationen und Landkarten bzgl. humanitärer Notfälle und Katastrophen. Es ist ein unabhängiger Informationsdienst. Er wurde im Oktober 1996 ins Leben gerufen und wird vom UNO-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) verwaltet.

Von unserem LTTEwatch-Reporter aus Colombo vom 25. Januar 2009

mullaittivu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Colombo / Mullaittivu - Die srilankische Armee berichtet heute, dass Truppen der 59. Division, welche von Brigadekommandeur Nandana Udawatta angeführt werden, die Hauptgarnisonsstadt der LTTE, Mullaittivu betreten hat. Die SL-Armee habe nun die totale Kontrolle über die gesamte Mullaittivu-Gemeinde erreicht, nachdem sie die Säuberungsaktionen vollendet habe.

Nachdem sie von drei Seiten aus Mullaittivu belagert hatte, hat die 59. Division Mullaittivu eingenommen. Dies ist ein kleines inselartiges Gebiet mitten in der Nanthikandal Lagune. Die LTTE hatte zuvor begonnen, das Gebiet zu räumen.

Die Verzögerung, die es beim Betreten von Mullaithivu gab, kam dadurch zustande, dass man Verluste in der offenen Lagune vermeiden wollte.

Die Wiedereinnahme der Stadt Mullaittivu, welche in den letzten 13 Jahren von den LTTE Terroristen dominiert worden war, markiert einen weiteren, bedeutenden Wendepunkt im Kriege gegen den Terrorismus, der begonnen wurde, um das ganze Land von der LTTE zu befreien.

Am 18. Juli 1996 unternahmen die LTTE Terroristen einen Sturmangriff auf die Stadt und überrannten die srilankische Militärbasis, wobei sie 1000 Soldaten töteten. Seitdem errichtete die LTTE Terroristen ihre hauptsächliche militärische Verwaltungs- und Marinebasis in Mullaittivu.

Die Armee sagt, dass die Tiger nach dem Fall der letzten LTTE-Bastion auf ein kleines Gebiet von ungefähr 350 Quadratkilometern beschränkt sind, nachdem die Armeetruppen das Gebiet der Chundikulam-Lagune vom Norden her eingenommen hat.

Die Terror-Tiger hatten am Freitag eine Wassertank-Uferstraße im Mullaittivu Distrikt in die Luft gejagt und dabei ein großes Gebiet überflutet. So versuchten sie, das militärische Vorrücken auf ihre letzte Festung aufzuhalten. 

Die Einnahme von Mullaittivu ist ein schwerer Schlag für die LTTE und könnte die Terror-Tiger noch tiefer in die dicken Dschungel des Mullaittivu-Distrikts zwingen. Dort würden sie zu wieder Guerillataktiken Zuflucht nehmen. So jedenfalls sagen Verteidigungsanalytiker.

Übersetzung von einem Artikel von Reliefweb vom 27. Januar 2009

Mullaithvu – Ein srilankanische Marine-Patrouillenschiff hat am 25. Januar 2009 gegen 9.50 vormittags 76 tamilische Zivilisten, die dem Terror der LTTE geflohen waren und welche im Meer vor Mullaithivu treibend aufgegriffen wurden in Sicherheit nach Pulmudai gebracht. Die geretteten Flüchtlingsgruppe bestand aus 30 männlichen Erwachsenen, 26 weiblichen Erwachsenen und 20 Kindern.

SL-Navy kann sie aus dem Meer retten

Glück im Unglück für 76 tamilische Flüchtlinge: SL-Navy kann sie aus dem Meer retten

Die Gruppe hatte versucht, sich in vier Schlauchbooten über das Meer in Sicherheit zu bringen. Das Patrouilleschiff der Marine kam ihnen zur Rettung. Sie wurden vom Marinepersonal sicher an den Strand gebracht und dann kümmerte sich das Personal um die elementaren Bedürfnisse der Flüchtlinge, lieferte ihnen bitter benötigte Nahrung. Die aufgegriffenen Flüchtlinge waren erschöpft, einige krank – letzteren wurde sofort medizinische Hilfe zuteil.

Die Flüchtlinge berichteten einstimmend, wie gnadenlos die LTTE unschuldigen Zivilisten gegen deren Willen festhält. Die unglücklichen Zivilisten würden als menschliche Schutzschilde gebraucht und würden zwangsweise rekrutiert, da die soldatische Macht der Terroristen angesichts der überwältigenden militärischen Siege der srilankischen Sicherheitskräfte von Tag zu Tag drastisch abnehme.

Sri Lankas Marine hat besondere Vorkehrungen getroffen, um tamilische Zivilisten zu empfangen, die den Klauen der LTTE entfliehen können. Das Marinepersonal und Schiffe, sowie Soforthilfe- und medizinische Teams stehen bereit, um jederzeit im nordöstlichen Meer humanitäre Hilfsmission durchführen zu können.

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Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:

ReliefWeb ist das weltweit führende Online-Informations-Portal mit Dokumentationen und Landkarten bzgl. humanitärer Notfälle und Katastrophen. Es ist ein unabhängiger Informationsdienst. Er wurde im Oktober 1996 ins Leben gerufen und wird vom UNO-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) verwaltet.

 

Übersetzt aus der srilankischen Tageszeitung “The Daily Mirror” vom 12. Januar 2009

Von Kelum Bandara

Colombo – Die Regierung hat ihre Maßnahmen beschleunigt, bei den Vereinten Nationen (UN) Lobbyarbeit zu leisten. So will sie sicherstellen, dass die UN die LTTE in der ganzen Welt als Terrororganisation ächtet. Dies würde mit der UN-Sicherheitsrat-Resolution über den internationalen Terrorismus übereinstimmen.

Die Sicherheitsrat-Resolution 1373, welche kurz nach dem terroristischen Angriff auf die Vereinigten Staaten am 11. September 2001 angenommen wurde, hat weitreichende, umfassende Schritte und Strategien niedergelegt, mit denen der internationale Terrorismus bekämpft werden soll.

Die Resolution ist richtungsweisend für das Komitee gegen den Terrorismus, welches die Fähigkeit der UN Mitgliedsstaaten verbessern soll, sowohl innerhalb ihrer Grenzen als auch in der ganzen Region terroristische Akte zu verhindern.

Ein Vertreter des srilankischer Außenministeriums, welcher die Resolution kommentierte, sagte, dass die UN zwar terroristische Akte klar definiert habe, dass sie aber noch ausdrücklich die LTTE als eine terroristische Organisation verbieten müsse. “Wir wollen, dass die LTTE von der UN als terroristische Vereinigung geführt wird. Mit dieser Absicht haben wir Treffen mit verschiedenen UN Bevollmächtigten und Mitgliedsstaaten abgehalten. Wir legen jetzt das Fundament für so eine Resolution. Unser Ziel ist es, dass die LTTE vor Ende diesen Jahres offiziell geächtet und damit verboten ist.“

Um diese Ziel zu erreichen werde die Regierung minutiös alle Verbechen der LTTE in den letzten 25 Jahren auflisten und der UN unterbreiten.

Eine Anzahl von Ländern – einschließlich Kanada, die Europäische Union sowie Indien – haben die LTTE als eine terroristische Vereinigung geächtet, während Australien noch dabei ist, in dieser Hinsicht zu einer Entscheidung zu kommen.

Von unserem LTTEwatch-Reporter aus Colombo vom 7. Januar 2009

ltte-verbot-grafik-dt-3_neu2Colombo – Das srilankanische Kabinett hat gestern (6.1.)die LTTE offiziell und formal als verboten erklärt. Das Verbot wurde um Mitternacht in Kraft gesetzt. Die Gründe dafür sind, dass die LTTE Zivilisten in umkämpften Gebieten als menschliche Schutzschilde gebraucht und deren Leben gefährdet, obwohl die Regierung sie gebeten hat, die Zivilisten freizulassen. Diese Entscheidung wurde letzte Nacht bei einer Kabinettssitzung mit Präsident Mahinda Rajapaksa als Vorsitzendem ergriffen. Der SLFP Generalsekretär und Minister Maithripala Sirisena erzählte bei einer Pressekonferenz, dass das Verbot unter den Abschnitten der Verordnung zur Öffentlichen Sicherheit geltend gemachtwurde. Der Präsident hat in dieser Hinsicht dem Kabinett ein Memorandum vorgelegt, und das Kabinett hat dem Memorandum einstimmig zugestimmt.

Der Minister sagte, dass es demgemäß ein Vergehen sein würde, wenn man ein Mitglied oder ein Soldat der LTTE oder irgendeiner der mit ihr verbundenen Organisationen ist.

Es ist auch ein Vergehen für jeden, wenn man Uniformen der LTTE in Besitz hat, ihre Embleme zeigt oder ihre Fahne schwingt.  Auch das Einberufen von Versammlungen der LTTE oder die Teilnahme daran sind künftig unter Strafe stehende Vergehen.

Es sind Vergehen, wenn man einen LTTE-Soldaten oder ein Mitglied der LTTE, das gerichtlich verfolgt wird, beschützt oder sie versteckt hält oder fördert, oder sie ermutigt oder ihnen hilft und die LTTE begünstigt. Jeder, der solche Vergehen begeht, wird unter diesen Ausführungsvorschriften für schuldig befunden und mit bis zu 20 Jahren Gefängnis bestraft.

Auf Grund der neuen Ausführungsvorschriften ist es auch verboten, wenn man der verbotenen Organisation finanzielle oder materielle Hilfe zukommen lässt und ihr Waren liefert, sie lagert, transportiert und verteilt. Es ist auch verboten, Propaganda oder Information zugunsten der LTTE zu verbreiten.

Übersetzt aus der kanadische Tageszeitung „The Nation“  vom 13. Januar 2009

Von Blake Lambert

Toronto - Zwischen Einkaufszentren und industriellen Gebieten im Osten dieser Stadt steht das frühere Büro der Welt-Tamilen-Bewegung, einer Tarnorganisation für die Befreiungstiger von Tamil Eelam.

Seine Glasfront verrät nichts von seiner Vergangenheit als eine Spendensammelorganisation für die Tamil Tiger oder als eine angebliche wohltätige Organisation für die im Gebiet von Toronto lebenden Tamilen.

Das einzige Zeichen, dass es in der Vergangenheit belegt war, ist eine Sperrvorrichtung für Immobilien, die an den Briefkasten geklammert und voll von Exemplaren der „Viduthalai“ ist , einer nationalistischen tamilischen Tageszeitung.

Aber das verlassene Gebäude zeigt, wie sich die Beziehung zwischen Kanada, seiner tamilischen Gemeinschaft und den Tamil Tigern ändert.

Seit den antitamilischen Aufständen in Colombo und im südlichen Sri Lanka im Jahre 1983 sind Zehntausende von Tamilen nach Kanada ausgewandert. Von den geschätzten 300.000 Tamilen im Land, der größten Gemeinschaft in der Diaspora, leben mehr als zwei Drittel im Gebiet von Toronto.

David Poopalapillai, der nationaler Sprecher für den Kanadischen Tamilischen Kongress, sagte: “Kanada hat den Tamilen Gutes getan. Es hat sie aufgenommen und ihnen neue Hoffnung und ein neues Leben gegeben.“ Und auch die  daheimgebliebenen Tamil Tiger, wie man nunmehr mit Recht behaupten kann, haben damit einen großen Aufschwung erleben dürfen.

Ihr Netzwerk kaufte Grundstücke, einschließlich eines Tempels, und Verwandte der Führungsriege ließen sich in Torontos Ostens nieder.

Martin Collacott, welcher von 1982 bis 1986 in Sri Lanka als Kanadas Botschafter diente und gegenwärtig ein altgedientes Mitglied des Fraser Instituts ist (= eine konservative strategische Denkfabrik) meint, dass sein Land zu den tamilischen Flüchtlingen außergewöhnlich großzügig war.

Der Aussschuß für Einwanderung und Flüchtlinge gewährte männlichen Tamilen zwischen 10 und 45 Jahren und weiblichen Tamilen zwischen 13 und 30 Jahren, welche von Gebieten Sri Lankas kamen, die von den Tamil Tigern kontrolliert wurden, fast automatisch die Aufenthaltserlaubnis, sagt Martin Collacott.

Er sagte auch, dass die Profile hinsichtlich des Alters und der Geschlechtszugehörigkeit zufällig identisch mit denen der Guerillas sind. Das Einwanderungsprofil gab den Tigern Grund zu glauben, dass sie die einzigen Repräsentanten der tamilischen Gemeinschaft in Kanada wären.

Namu Ponnambalam, der Sohn eines Generalsekretärs der Kommunistischen Partei der nördlichen Region von Sri Lanka, der in Toronto lebte, sagte, dass die Tiger versuchen, die demokratischen Stimmen in der tamilischen Gemeinschaft zu vernichten: “Um eine nur aus einer Person bestehende Führungsriege aufzubauen, mussten sie die anderen Führer töten.” Nach Ponnambalams Meinung sind die Tamil Tiger wegen ihrer gewalttätigen Taten und keineswegs wegen der öffentlichen Unterstützung die dominierende Kraft in der tamilischen Gemeinschaft.

Diejenige, welche die Tiger gewalttätig durchsetzen, haben das Auto eines Mannes verbrannt, einen tamilisch-kanadischen Journalisten angegriffen und den Herausgeber einer tamilischen Zeitung so eingeschüchtert, dass er die Veröffentlichung einstellte.

Und um Dissidenten zu unterdrücken, wird auch Erpressung angewandt.

Nach einem Bericht der Human Rights Watch von 2006 ist Kanada eine der hauptsächlichen Quellen für die Spendensammlungen, die als militärischer Etat  für die Tamil Tiger dienten. Kanada hat seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts pro Jahr Millionen Dollar für Waffen für die LTTE-Terroristen geliefert.

Spenden kamen von wohltätigen Organisationen und Vereinen, welche als Tarnorganisationen operierten, und Spenden wurden Einzelpersonen entlockt, indem man von Haus zu Haus ging und sie dazu erpresste. Dies beschreibt der Human Rights Watch-Bericht und zitiert dabei Vereine ebenso wie kanadische Behörden.

Viele tamilischen Kanadier unterstützen bereitwillig die Rebellen, aber eine bedeutende Minderheit fühlt, dass ihnen kaum eine andere Wahl bleibt, als Geld zu geben um ihren persönlichen Frieden zu haben.

Ponnambalam sagt, dass das Wissen der Gruppe über die Familie einer Person in Sri Lanka und Kanada den Unentschlossenen Angst einflößen kann. Oder wie ihn ein Tiger-Unterstützer warnte: „Wir werden uns um dich kümmern, wenn du nach Hause kommst.“

Nach Human Rights Watch wurde einigen tamilischen Kanadiern gesagt, wenn sie kein Geld gäben, dann könnten sie nicht mehr in die von den Tigern gehaltenen Gebiete in Sri Lanka zurückkehren, um ihre Familien zu besuchen.

Der Bericht von 2006 stellte fest, dass den tamilischen Kanadiern, welche Sri Lanka besuchten, ein kanadischer Dollar pro Tag für die Zeit, die sie in Kanada gelebt hatten, als „LTTE-Steuer“ auferlegt wurde.

Bis zu diesem Tag bleibt der Kanadische Tamilische Kongress kritisch hinsichtlich der Entdeckungen von Human Rights Watch.

Poopalapillai sagt: “Ich denke, dass sie ihre Hausaufgaben nicht sehr gut erledigt haben.” Er wies auf die Abhängigkeit des Berichts auf anonyme Quellen hin.

Ponnambalam sagt, dass der Bericht, obwohl er die Ziele der Erpressung nicht nannte, auf die mit Angst und Einschüchterung zusammenhängenden Probleme in der tamilischen Diaspora in westlichen Ländern hinwies. “Es gibt uns genug Unterstützung, um zu sagen, wie schlimm die Situation in Toronto ist.” Zufall oder nicht, drei Wochen nach der Veröffentlichung des Berichts von Human Rights Watch führte Ottawa die Tamil Tiger als eine terroristische Vereinigung auf.

Collacott nannte es eine Skandal, weil Kanadas Geheimdienstabteilungen das Verbot mehr als einmal der regierenden Liberalen Partei empfohlen hatten, aber stets abgeblitzt waren. Er wies darauf hin, dass die liberalen Mitglieder des Parlaments Veranstaltungen beiwohnten, auf denen die Tamil Tiger gefördert wurden.

Übersetzt von der Webseite der Asian Tribune vom 17. Januar 2009

un-logoNew York – Die Vereinten Nationen sind zunehmend besorgt um das Wohlergehen von Zehntausenden von Zivilisten, welche in dem im nördlichen Wanni-Gebiet von Sri Lanka tobenden Konflikt  zwischen srilankischer Armee und  den verbleibenden LTTE-Kadern gefangen sind.

Der Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, John Holmes, sagte in einer Stellungnahme: “Nun, da die Kämpfe die Gebiete, in welche die vertriebenen Familien gebracht worden waren umgibt, und da die Familien wenig Wahl haben, wohin sie sich bewegen können, sind sie zunehmend in Gefahr, in den Kämpfen zu Schaden zu kommen.”

 “Während sie zwar Zugang zu grundlegender Nahrung haben, was größtenteils auf die srilankische Regierung und die Hilfe der UN zurückgeht, die beide die Nahrung durch die Kampflinien bringen, haben sie wenig wenn überhaupt noch Reserven. Die Bedingungen ihrer Unterkunft, von Wassernutzung und Sanitären Anlagen sind zunehmend unangemessen, da viele in den letzten Monaten, Wochen und Tagen viele Male vertrieben worden sind.“

Holmes, der auch der Koordinator der Soforthilfe der UN ist, stellte weiter fest: „In Übereinstimmung mit dem internationalen humanitären Gesetz bitten die Vereinten Nationen die LTTE, den Zivilisten zu erlauben, sich frei zu den Gebieten hin zu bewegen, in denen sie sich am sichersten fühlen, und sie bittet die srilankische Regierung, die neu vertriebenen Leute nach den Prinzipien, auf die man sich international geeinigt hat, zu empfangen.”

“Zusätzlich bittet die UN, dass die Zivilisten vor den Kämpfen beschützt werden, und dass die Zivilisten weiterhin und jederzeit Zugang zu grundlegender humanitärer Hilfe haben.”

Bericht der LTTEwatch Redaktion vom 14. Januar 2009

Colombo – Der indische Bundesstaat Kerala muss sich noch von dem Schock erholten, dass ungefähr 300 seiner malayisische-moslemische Jugendliche den Terror nach Kashmir und PoK (= von Pakistan besetzte Kashmir) exportiert haben und dazu vorher in LeT- und Hizbollah-Camps als Terroristen ausgebildet wurden.

Schon kommt die nächste Hiobsbotschaft: der pakistanische Geheimdienst ISI will erfahren haben, dass LeT-Terroristen, die unter anderem auch für das Attentat auf Mumbay verantwortlich gemacht werden, Verbindungen mit der srilankisch-tamilischen LTTE haben und dass beider möglichen nächsten Ziele Kerala und Tamil Nadu sind.

Die Küstengebiete von Kerala und Tamil Nadu stehen unter der Kontrolle von Moslems;  hinduistische Fischer wurden und werden systematisch vertrieben. Ein gravierendes Beispiel dafür ist das sogenannte Marad-Blutbad in Kozhikode im Jahre 2003, bei welchem 8 hinduistische Fischer von moslemischen Konkurrenten getötet wurden.

In den 70ern und 80ern war diese Gegend die Drehscheibe für das Schmuggeln von Gold und Elektronik, jetzt ist sie es für das Schmuggeln von Drogen und Waffen. Die Küstenlinie Kerala/Tamil Nadu und die zwischen Indien und Sri Lanka liegende Paik-Strait wird von der Drogenmafia genutzt, um Rohmaterial für Drogen (Mohn) von dem großen Produzenten Afghanistans zu den Verarbeitungsfabriken in Zentralasien zu transportieren. Es gibt auch Berichte des russischen Geheimdienstes, welche andeuten, dass dahinter ein gewisser Dawood Ibrahim stehe und dass dieser der selbsternannte „Pate“ des Drogenhandels in diesem Gebiet geworden sei.

Es gibt eine aktive Schmuggelverbindung der Kerala- und Tamil Nadu Küste hin in srilankischen Gewässer. Von den etwa 200000 Fischerbooten, welche sich täglich von den beiden Küsten aus aufs Meer waagen, durchqueren nach Schätzungen der Sicherheitskräfte mehr als 60 Prozent die indischen Gewässer und liefern Nahrung, Medizin, Diesel, Kerosin, Batterien usw. an die LTTE. Die LTTE überlebt jetzt offenbar nur noch durch diese Nachschubkette.

Die LTTE und ihr Anführer Prabhakaran haben in den vergangenen 25 Jahren auch mittels Drogengeldern überlebt. Sie bekamen Waffen im Austausch für den Transport und die sichere Passage von mit Drogen beladenen Schiffen und Booten. Obwohl es in den frühen 90-ern Berichte über Verbindungen der Terror -Gruppe LeT (=Lashkar-e-Tayiba ) mit der LTTE gab, gibt es jetzt Bestätigungen durch das FBI, dass nämlich hohe Offiziere der LTTE Kabul besucht hätten.

Die von der srilankischen Armee in heftigen Kämpfen buchstäblich in die Ecke gedrängte LTTE, zählt offenbar auf die LeT, um Waffen und logistische Unterstützung zu bekommen.

Übersetzt aus dem Sri Lanka Guardian vom 12. Januar 2009

“Es wird erwartet, dass die LTTE ihre Anstrengungen im Ausland intensiviert und weiterhin die Diaspora ausbeutet. Sie wird – wie andere Gruppen ihrer Art – Spenden sammeln, Märtyrer mobilisieren und weiterhin Sri Lanka verunglimpfen“. Palitha T.B. Kohona – Saatssekretär Auswärtiges Amt Sri Lanka bei einem Treffen mit redakteuren des Guardian

Palith T.B. Kohona, Staatssekretär des AA Sri Lankas während der Gespächsrunde

Palitha T.B. Kohona, Staatssekretär des AA Sri Lankas während der Gespächsrunde

Dieses Treffen wurde für uns arrangiert, damit man über die gegenwärtigen Entwicklungen in Sri Lanka nachdenken kann, besonders über die Entwicklungen, welche sich auf die Anstrengungen der Sicherheitskräfte beziehen, das ganze Territorium, das von der LTTE kontrolliert wurde, wieder zu besetzen. Sie haben alle am Freitag die Erklärung des Präsidenten gehört. Wie wir alle wissen, haben sich die Sicherheitskräfte unaufhaltsam ins Wanni vorwärtsbewegt und letzte Woche gab es eine erfolgreiche Verbindung zwischen den in Jaffna stationierten Truppen und jenen, die vom Süden her vorrücken, am Elefantpass.

Dies war ein historisches Ereignis, da die nördöstliche Straße, die berühmte A9, nach vielen Jahren endlich unter die Kontrolle der Regierung gebracht worden ist. Während uns der Sieg auf dem Schlachtfeld trösten und uns hinsichtlich der zukünftigen Richtung des Landes beruhigen muss, müssen wir uns auch der Herausforderungen bewusst sein, welche uns konfrontieren werden, besonders aus der Perspektive dieses Ministeriums.

Wir haben zum wiederholten mal der internationalen Gemeinschaft versichert, dass unser Ziel nicht nur ein militärischer Sieg ist. Unser Hauptziel ist es, im ganzen Land eine Demokratie und eine demokratische Regierung wieder einzusetzen. Wir haben einen großen Preis gezahlt, um dieses Ziel zu verwirklichen, sowohl was wertvolle Leben, als auch Ressourcen betrifft. Dies wird eine schwierige Herausforderung darstellen, in Anbetracht der Abwesenheit von angemessener Infrastruktur im Wann und auch der Abwesenheit eines Bewusstseins, was eine richtige demokratische Leitung überhaupt ist. Es wird eine schwierige Aufgabe sein, im Wanni einzuführen, was wir im Rest des Landes als selbstverständlich hinnehmen: freie Wahlen, eine demokratische Regierung, Wahlfreiheit, usw. Aber wir müssen dieser Herausforderung gerecht werden, wie wir es in der Östlichen Provinz getan haben. Die Östliche Provinz hat uns ein nützliches und erfolgreiches Modell geliefert.

Es ist auch unsere Pflicht, die in Übereinstimmung mit der Selbstverpflichtung der Regierung steht, sicher zu stellen, dass sich in jenen Gebieten des Landes, welche bis jetzt von der LTTE kontrolliert worden sind, schnell ökonomische Gelegenheiten ausbreiten. Der Strom muss wieder in der Region mit den anderen Regionen verbunden werden, die Straßen müssen ausgebessert werden, die Bewässerungsanlagen und Landwirtschaft muss wiederhergestellt werden. Allgemein gesprochen, muss wirtschaftliche Aktivität in ein Gebiet wiedereingeführt werden, welches viele Jahre lang von einer eisernen Faust und kaltem Stahl kontrolliert worden ist. Bei dieser Aufgabe müssen wir die Hilfe freundlich gesonnener Länder und internationaler Organisationen sicher stellen. Für die Kinder muss eine Umgebung geschaffen werden, in der sie in Frieden lernen und aufwachsen können, damit aus ihnen nützliche Erwachsene in ihren Gemeinschaften wird, anstatt dass sie ihre Jugend beim militärischen Training verschwenden und schließlich auf dem Altar des bitteren Konfliktes geopfert werden.

Es ist bedeutsam, dass wir auch mit der Herausforderung konfrontiert werden, eine Gesellschaft, welche von einem andauernden Konflikt im Keim erstickt wurde, wiederherzustellen. Familien haben Mitglieder verloren, sie sind getrennt worden und viele wurden vertrieben. Ein größeres soziales Rehabilitierungs- und Wiederaufbauprogramm muss auch begonnen werden. Wir müssen die Vertriebenen dazu bringen, nach Hause zurückzukehren, wie wir es effektiv im Osten getan haben. Wieder werden wir bei dieser Aufgabe die Hilfe von freundlich gesonnenen Regierungen und internationalen Organisationen suchen.

Es kann erwartet werden, dass die LTTE ihre Anstrengungen im Ausland verstärkt und die Diaspora ausnützt. Sie wird – wie andere Gruppen ihrer Art – Spenden sammeln, Märtyrer mobilisieren und weiterhin Sri Lanka verunglimpfen. Wir werden mit unseren Anstrengungen weitermachen müssen, der LTTE an ihren ausländischen Stützpunkten entgegenzuwirken. Dazu brachen wir die Hilfe aller unserer Freunde, besonders der SrilankanerInnen, welche so selbstlos die Sache des Landes verteidigt haben – einigen hat das selbst viel gekostet.

Schließlich wird eine dankbare Nation, wenn die hauptsächlichen Schlachten vorbei sind, immer noch die Dienste ihrer Söhne in Uniform brauchen, damit Recht und Gesetz für einige Zeit in der Zukunft aufrechterhalten werden kann und damit die Demokratie wieder im Wanni eingeführt werden kann. Ihre Dienste waren unersetzlich in der Vergangenheit und sie werden weiterhin in den künftigen Jahren hoch geschätzt werden.

Übersetzt aus dem indischen Tageszeitung „The Economic Times“  vom 9. Januar 2009

Von S. Swamy

S. Swamy, ehemaliger Justiz Minister Indiens

S. Swamy, ehemaliger Justiz Minister Indiens

Die Frage eines Völkermordes gründet auf der falschen Vorstellung, dass es die ungeschwächte LTTE war, welche zwischen den Tamilen von Sri Lanka und dem angeblich von den Singhalesen veranlassten Genozid stand.

Die Internationale Konvention über die Verhinderung und Bestrafung von Genozid von 1948, welche von 135 Ländern – einschließlich Indien und Sri Lanka – unterzeichnet worden war, hat den Begriff definiert. Nach dieser Definition können wir sagen, dass es seit 1983 kein Genozid von Tamilen in Sri Lanka gegeben hat. Es gibt bekannte srilankanische Tamilen, welche mir beipflichten, so wie Anandsagaree der TULF, S.C. Chandrahasan, Douglas Devananda, gegenwärtig ein Minister in Sri Lanka, und der frühere LTTE Gebietskommandeur und das jetzige Parlamentsmitglied Karuna.

Die pro-LTTE Elemente in Indien haben jedoch eine neue Definition des Genozids, welche darin besteht, dass, wenn die srilankanische Armee tötet, es dann Genozid ist, aber wenn die LTTE tötet, es dann Teil eines “Freiheitskampfes” ist. Zivile Opfer kommen in der gegenwärtigen Kriegssituation vor, aber die tamilischen Opfer gehen zu Lasten der Terroristen, welche unter den Zivilisten leben oder sie daran hindern, zu fliehen. Dies ist keine Verletzung der Menschenrechte durch Sri Lanka. Überdies haben die LTTE Terroristen beliebig sogar Tamilen getötet, welche nicht nur für Eelam waren, sondern sich auch mit Klauen und Zähnen gegen die Hegemonie der srilankanischen Mehrheit zur Wehr setzten: große Gandhi-ähnliche Führer wie Amrithalingam, Yogeswaran, Neelam Tiruchelvam, und sogar Militante wie Sri Sabaratnam.

Rajiv Gandhi hatte 100.000 Soldaten auf die Insel geschickt und de facto ein nördliches und östliches tamilisches Gebiet in Sri Lanka abgeteilt, mit einem voll ausgewachsenen tamilischen Chefminister, der bei einer allgemeinen Wahl gewählt worden war. Die indische Friedenstruppen (IPKF) erlaubte keinem einzigen srilankischen Soldaten, die Region zu betreten. Aber das war für die LTTE nicht gut genug, weil Rajiv Gandhi Führer wollte, die über demokratische Wahlen in ihre Ämter kommen sollten. Das wollte LTTE-Chef Prabhakaran aber nicht, daher beschloss er, dass Rajiv Gandhi getötet werden sollte. Dies ist die Art von Größenwahn, die zur Vernichtung der LTTE betrug.

Warum sollte Indien jetzt die tamilischen Menschenrechte sichern, da die Tamilen zwischen dem Teufel (LTTE) und der Tiefsee (den singhalesischen Chauvinisten) zerquetscht werden? Indien muss der srilankanischen Regierung helfen, die LTTE zu entfernen, und es muss zur gleichen Zeit Präsident Rajapakse sagen, dass sich nach dem Ende der LTTE Indien das Recht vorbehält, militärisch zu intervenieren, wenn die srilankanische Regierung nicht wie versprochen eine richtige Machtabgabe an die Tamilen unter der Verfassung von Sri Lanka in Kraft setzt.

Übersetzt aus dem indischen Tageszeitung „The Hindu“  vom 08. Jan.2009

us-state_cColombo – Die Vereinigten Staaten haben der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass der Fall der de facto Hauptstadt der LTTE ,Kilinochchi, Jahrzehnte des ethnischen Konfliktes in Sri Lanka beenden würde. Es gäbe „keine Notwendigkeit, mit den Tiger-Terroristen Gespräche zu führen“. Die Botschaft der USA sagte in einer Erklärung in Colombo: „Der Krieg hat die Inselnation für mehr als 25 Jahre im Griff gehalten und nähert sich jetzt seinem Ende.“

Wie in einer srilankanischen Regierungs- Pressemeldung die US Botschaft zitiert wurde: “Besonders die Befreiung der Festung der LTTE in Kilinochchi kann als die letzte Phase im Krieg gegen die Tamil Tiger betrachtet werden. Die USA sind zuversichtlich, dass eine politische Lösung gefunden wird, nun, da sich die Operationen ihrem Ende nähern, und dass alle Gemeinschafte die Gelegenheit empfangen werden, in einer friedlichen Umgebung zu leben.“

Der amerikanischer Botschafter in Colombo stellte fest: “Der Fall von Kilinochchi stellt einen wichtigen Punkt in dem 25-jährigen Krieg dar, welcher Sri Lanka geteilt hat. Wir hoffen, dass dieses Ereignis das Ende des Konfliktes beschleunigen wird.“

Weiter heißt es: “Wir glauben, dass ein dauerhafter und von vielen gestützter Friede erreicht werden kann, wenn die srilankanische Regierung jetzt darauf hinarbeitet, eine politische Lösung zu erreichen, welche den Wünschen aller SriLankaner gerecht wird, einschließlich Tamilen, Moslems und Singhalesen.“

“Die USA empfehlen nicht, dass die Regierung von Sri Lanka mit der LTTE verhandelt, einer Gruppe, welche Amerika seit 1997 als eine der gefährlichsten ausländische terroristische Vereinigung bezeichnet hat.”

“Wir glauben jedoch, dass eine große Reihe von anderen tamilischen Stimmen und Meinungen in den politischen Prozess eingebracht werden muss, um zu einer politischen Lösung zu kommen, welche die Tamilen innerhalb und außerhalb von Sri Lanka als legitim ansehen.”

In der Erklärung heißt es weiter, dass dies helfen würde, den Tamilen Sicherheit zu geben, dass ihre Rechte geschützt würden, dass sie bei wichtigen Streitpunkten, die ihre Leben in geografischen Gebieten, in denen sie in der Mehrzahl sind, betreffen, das Sagen haben, und dass sie ein integraler und respektierter Teil eines nicht geteilten Sri Lankas sind.

“Zur gleichen Zeit würden solche Maßnahmen die Unterstützung der LTTE in Sri Lanka und im Ausland delegitimieren und untergraben.”

Von unserem LTTEwatch-Reporter aus Colombo vom 9. Januar 2009

Elefantpass ist die letzte LTTE Bastion auf der Jaffna Halbinsel; sie ist heute gefallen ist. Die A9 Straße, der Haupttransportweg von und nach Jaffna zum Festland, wurde voll wiederhergestellt.

Heute, am 9. Januar sind die 53. Division, die von Brigadegeneral Kamal Gunaratne kommendiert wird, und die 55. Division, die von Brigadegeneral Prasanna Silva kommendiert wird und dem Muhamalai Gebiet entstammt, fast 22 Km nach Süden vorgerückt. Sie haben die letzte LTTE Bastion eingenommen und hissen wieder die nationale Fahne auf dem strategisch wichtigen Elefantpass, der über acht Jahre lang von der LTTE gehalten worden war.

1990 hatte die srilankanische Armee (SLA) den Elefantpass in einen wichtigen Militärbasis-Komplex umgewandelt. Aber am 22. April 2000 überrannte die LTTE den Basis-Komplex und die srilankanische Armee zog sich aus taktischen Gründen zurück.

Die Wichtigkeit der Wiedereinnahme des Elefantenpasses liegt darin, dass die A9 Straße, der Haupttransportweg von und nach Jaffna zum Festland, wiederhergestellt worden ist. Ab sofort ist die gesamte A9-Straße unter der Kontrolle der srilankanischen Regierung.

Die Öffentlichkeit wird bald wieder Zugang haben, ohne dass sie für die LTTE „Sonder -Steuern“ in jeglicher Form auf ihre Waren zu zahlen muss, wie es der Fall während der Zeit des Waffenstillstand-Abkommens (CFA) gewesen war, das der damaige Premierminister und heutige Oppositionsführer Ranil Wickramasinghe am 22. Februar 2002 unterzeichnete und welches bis Anfang 2006 hielt.

Übersetzt aus der srilankischen Wochenendzeitung “The Nation” vom 18. Januar 2009

ananda-sangareeDer Präsident der Tamilischen Vereinten Befreiungsfront (TULF) und Generalsekretär der neu gegründeten Demokratischen Tamilischen Nationalen Allianz (DTNA) V. Anandasangaree ist für das indische Modell als ein „Wundermittel“ für den srilankanischen ethnischen Konflikt. Er sagt, dass das indische Modell das ideale sein könnte, um eine letztgültige Lösung zu finden, da das Volk von Sri Lanka allergisch auf den Begriff „föderal“ reagiert. Anandasangaree hat den Sri Lanka besuchenden indischen Außenminister-Sekretär Shiv Shankar Menon am Freitag getroffen und ihm gesagt, dass Indien mehr Druck auf die srilankanische Regierung ausüben solle, um bald ein richtiges politisches Paket zu finden, das für die Tamilen akzeptabel ist. Er erzählte The Nation in einem Interview, dass das Zerstören der LTTE nicht die einzige Antwort auf die ethnische Frage ist und dass die Regierung es jetzt ernsthaft in Betracht ziehen muss, ein politisches Paket zu entwickeln.

Anandasangaree ist der Gewinner des Madanjeet Singh Preises der UNESCO von 12006 für die Verbreitung von Toleranz und Gewaltlosigkeit. Er war in den vergangenen fünfzig Jahren im Land in der Politik aktiv gewesen. Er begann seine politische Karriere, indem er in den CMC Wahlen 1959 gegen V.A. Sugathadasa antrat. Davon war er mit der LSSP verbunden. Er führt nun die neue DTNA – eine Allianz, die von der Volksbefreiungsorganisation von Tamil Eelam (PLOTE), welche D. Sidharthan führte, gebildet wurde, sowie von der Eelam Volksrevolutionsbefreiungsfront (EPRLF), welche von Varadaraja Perumal geführt wurde.

Es folgen Auszüge aus dem Interview

F: Wie stehen Sie zu dem gegenwärtigen militärischen Konflikt?

A: Wir können der Regierung nicht die Schuld geben. Das Leiden der Leute war so stark, dass die Leute selbst einen Durchbruch wollten, koste es, was es wolle. So habe ich selbst verschiedene Male die Regierung gebeten, den Leuten, die in den LTTE Gebieten leben, zu helfen. Ich habe auch den UN Generalsekretär gebeten und ihm gesagt, dass die Leute von Kilinochchi willens sind, eine freundliche Armee willkommen zu heißen. So sind die Leute froh, dass sie befreit sind. Natürlich gab es früher in Chemmani und an einigen anderen Stellen Quälereien durch die Regierungskräfte. Aber verglichen mit den guten alten Tagen ist das jetzt gar nichts. Nehmen wir zum Beispiel die Kriegsopfer. Ich sah eine Erklärung des TNA Führers Sampanthan, welcher sagte, dass auf dem Höhepunkt des Krieges acht innerhalb von zwei Wochen starben. Sogar wenn wir die ganze Zahl der Opfer nehmen, dann dürften es um 200 sein. Ich rechtfertige nicht einmal diese Zahl, aber die Leute müssen befreit werden. So unterstütze ich in dieser Hinsicht den gegenwärtigen Krieg gegen die LTTE.

F: Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach der Besuch des indischen Außenministeriums-Sekretärs in Sri Lanka?

A: Es ist in Hinblick auf das Finden einer dauerhaften Lösung der ethnischen Streitpunkte bedeutsam. Die LTTE und den Terrorismus zu bekämpfen ist eine Sache, aber eine Lösung für das Problem zu finden ist eine andere. Aber eines ist sicher. Indien wird den Krieg nicht stoppen. Das steht nicht zur Frage. Die indische Regierung hat selbst beschlossen, dass die Forderung von Tamil Nadu, den Krieg zu stoppen, ungerechtfertigt ist. Ich denke, dass der Besuch des Außenministeriums-Sekretärs von Indien eine Mission des guten Willens ist, und ich bin sicher, dass der Außenministeriums-Sekretär der Regierung geraten hat, einige vernünftige Handlungen durchzuführen, um die ethnische Krise zu lösen.

F: Was ist das Ergebnis Ihres Treffen mit dem ausländischen Sekretär?

A: Obwohl sich der Krieg seinem Ende nähert, gibt es gewisse Probleme, denen sich das Land jetzt gegenübersieht. So weit es die Tamilen im Nordosten betrifft, geht es einfach darum, die LTTE zu vernichten. Das ist aber keine Lösung für die Tamilenfrage. Wir haben unsere elementaren Rechte, unser Eigentum und uns liebe Personen verloren. Ich habe sechs Familienmitglieder wegen des Krieges verloren. Dann wurde auch das ganze Gebiet von Palaly bis Jaffna zerstört. Leute, die reich gewesen sind, sind jetzt arm geworden. Die Leute, die in Jaffna leben, haben alles verloren, weil die LTTE wollte, dass jeder ins Wanni umzieht.

Nun geschieht das gleiche bei den Leuten von Mannar. Die LTTE hat ihnen auch gesagt, sie sollen ins Wanni umziehen. Man hat nun gehört, dass mehr als 250.000 Leute nach Darmapuram vertrieben wurden. Dies ist ein Gebiet, in dem es viele tödliche und giftige Schlangen gibt. So habe ich dem indischen Außenministeriums-Sekretär erzählt, dass wir zwar die Regierung nicht tadeln können, weil sie einen Krieg führt, dass es aber eine Art von Mechanismus gegeben hat, wie man an die tamilische Frage herangeht. Ich erzählte ihm, dass dies im Interesse des Volkes notwendig geworden ist. Ich erzählte ihm auch, dass es keine Art von Waffenstillstand geben sollte, denn dies könnte der LTTE wie in der Vergangenheit Raum geben, sich neu zu gruppieren. Ich erzählte ihm, dass die Regierung mit einer Lösung aufwarten muss, welche für die Tamilen akzeptabel ist.

F: Sind Sie jetzt – entgegen der Spekulation, dass Indien auf die Regierung Druck ausüben könnte, damit diese einen Waffenstillstand in Kraft setzt – überzeugt, dass Indien keinen Druck auf die srilankanische Regierung ausüben wird, damit diese einen Waffenstillstand erklärt?

A: Jetzt ist es sehr klar. Sogar Indien versteht, dass die LTTE zu ihren eigenen Gunsten einen Krieg führt. Ich bin nun zuversichtlich, dass Indien keinen Druck auf die Regierung ausübt, damit diese einen Waffenstillstand erklärt.

F: Glauben Sie, dass es zur gleichen Zeit, in der in der einen Ecke des Landes die Kämpfe weitergehen, ein politisches Paket unterbreitet werden muss?

A: Ja. Dies glaube ich und ich habe schon den Präsidenten darüber informiert. Ich sage dem Präsidenten noch, dass er das Staatsoberhaupt ist und das Recht hat, jeden gleich zu behandeln. Ich sage ihm, dass er nicht von der Zustimmung des Südens abhängen muss, um eine Lösung für den Norden zu finden.

F: Aber der Präsident sagt, dass eine Übereinstimmung aller politischer Parteien wesentlich ist, um eine Lösung zu finden?

A: Ich denke, das ist unlogisch. Zuerst ist es unmöglich, mit 16 oder 17 Parteien zu einer Übereinstimmung zu kommen, weil jede Partei ihre eigene Ansicht hat. Nach dem Verlust vieler Tausender von Leben und von Eigentum denke ich nicht, dass wir warten können, bis alle Parteien einer Lösung zustimmen. Verschiedene politische Parteien haben ihre eigenen Meinungen. Einige sind radikal, einige sind vernünftig und einige sind unvernünftig. Es sollte meiner Ansicht nach andersherum gehen.

Die Regierung muss eine Lösung präsentieren und dann das Volk fragen, ob sie dazu einen Beitrag leisten wollen. Wenn ich in so einer Situation der Präsident wäre, würde ich sagen, dass ich jeden gleich behandeln will und eine Lösung finden will und der Nation ein politisches Paket präsentieren will. Ich würde die Minderheitsgemeinschaft überzeugen, meinen Vorschlag zu akzeptieren. Ich würde der Mehrheitsgemeinschaft die Versicherung geben, dass ich das Land nicht verkaufen will.

F: Sind Sie auf dieser Basis gegen das APRC Konzept?

A: Ich bin nicht dagegen. Der Minister, der dafür verantwortlich ist, sagt, dass die politischen Parteien zu einer Übereinstimmung von 90 % gekommen sind. Aber wird dies das Problem lösen? Der Überschuss von fünf bis zehn Prozent ist das Wesentliche und wenn es darüber keine Übereinstimmung gibt, wie kann dann eine Lösung gefunden werden? Nachdem ich nun dies gesagt habe, muss ich hinzufügen, dass die Leistung der APRC bemerkenswert ist.

Q: Die Regierung steht fast kurz davor, die Tiger auszulöschen, aber der Nation wurde noch kein angemessenes politisches Paket präsentiert. Sind sie deswegen in Sorge?

A: Ich bin wirklich deswegen in Sorge. Ich habe der Regierung gesagt, dass dies die beste Zeit ist, um ein politisches Paket zu präsentieren. Traurigerweise gibt es Leute im Süden, welche fragen, was die Probleme der Tamilen sind. Die meisten Leute denken nun, sobald die LTTE ausgelöscht ist, sind auch die Probleme der Tamilen vorbei. Ich denke, dass die Regierung dafür Raum lässt. Ich denke, um eine Lösung zu finden, müssen sich die herrschende Partei und die hauptsächliche Opposition zusammensetzen. Dies ist etwas, das wir niemals in der Geschichte gefunden haben. Wenn wir davon sprechen, zu einer Übereinstimmung zu kommen, ist es die Übereinstimmung der hauptsächlichen Parteien, welche notwendig ist. Es gibt Parteien mit einer kleinen Zahl. Aber die Regierung muss die zwei hauptsächlichen Parteien um ihre Ratschläge fragen und dann eine Lösung finden.

Q: Nach der Befreiung des Nordens plant die Regierung, im Norden die Wahl zum Provinzrat abzuhalten. Wird Ihre Partei kandidieren?

A: Ich werde für die Wahl kandidieren, wenn ich zuversichtlich bin, dass es eine freie und faire Wahl geben wird. So wie es jetzt ist, sind die Leute nicht frei. Sogar nachdem die Gebiete von der LTTE befreit wurden, sehe ich nicht, dass die Leute von Jaffna wirkliche Freiheit genießen. Ihr Denken und ihre Reisetätigkeiten sind eingeschränkt, weil eine andere Gruppe versucht, den Platz statt der LTTE zu übernehmen. Die Leute sagen, dass ihre Bewegungen überwacht werden. Dies schränkt ihre Bewegungsfreiheit ein. Die Leute müssen frei in ihrem Denken und Handeln sein. Aber in Jaffna ist dies meist nicht der Fall. Die Leute müssen eine Entscheidung über die Verdienste der Regierung treffen – und dies darf nicht geschehen, indem ihnen Parteien, welche die Regierung unterstützen, Arbeit gehen und auf verschiedene Weise helfen. Es sollte allein auf der Grundlage der Verdienste der Regierung geschehen, dass den Leuten erlaubt wird, zu wählen. So wie es heute ist, gibt es keine Freiheit in Jaffna.

Q: Die Regierung hat zugestimmt, den Chef der LTTE Prabhakaran Indien zu übergeben, wenn er verhaftet wird, nachdem Indien einen Auslieferungsantrag gestellt hat. Stimmen Sie damit überein?

A: Wenn Prabhakaran Indien übergeben wird, bin ich sicher, dass die Leute in Tamil Nadu Druck auf Neu Delhi ausüben werden, damit ihn Neu Delhi begnadigt. Ich denke, dass der Sekretär des Verteidigungsministeriums sagt, dass ihm, wenn er verhaftet wird, hier zuerst der Prozess gemacht werden muss. Der Punkt der Auslieferung basiert auf einem Abkommen zwischen den zwei Ländern. Aber hier hat der Mann schlimmere Verbrechen begangen und er sollte hier schwer bestraft werden.

Q: Sie haben sich andauernd für das indische Modell ausgesprochen, als eines, welches Sri Lanka dazu dienen könnte, die ethnische Krise zu lösen. Warum unterstützen Sie dieses Modell?

A: Sie sehen, kürzlich war der Aufruhr in Tamil Nadu nach ihren Forderungen nach einem Waffenstillstand unvernünftig und als Resultat hatte er keine Wirkung auf Sir Lanka. Aber wenn die Forderungen vernünftig gewesen wären, dann hätte es eine ernsthafte Wirkung gegeben. Der Moment, indem wir sagen, dass ähnlich wie im indischen Modell die Macht in Sri Lanka föderativ abgegeben werden soll, würden die ganzen 60 oder 70 Millionen Leute, welche in Tamil Nadu leben, schweigen. Zweitens ist auch das Wort „Einheitsstaat“ nicht gut.

Was in der Soulbury Verfassung passiert ist, kann wieder passieren. Abschnitt 29 der Soulbury Verfassung hat genügend Sicherheitsklauseln für die Minderheit, aber mit einer Zweidrittelmehrheit wurde dies von der singhalesischen Regierung geändert. So sagt die indische Verfassung nicht, ob Indien einheitlich den Wesen nach ist oder sonst etwas. Da die Leute in Sri Lanka allergisch auf den Ausdruck „föderal“ reagieren, hatte ich das indische Modell vorgeschlagen.

Ich habe dies mit hohen Führern der politischen Parteien, einschließlich der Regierung und der Opposition, diskutiert. Ich habe mit den hohe buddhistischen Priestern und Bischöfen gesprochen und in kurzen Worten muss ich sagen, dass ich keine einzige Person getroffen habe, welche mich bei dieser Streitfrage angegriffen hätte. Ich denke, dass dies die Lösung ist, die am besten funktioniert und die ich sogar jetzt der Regierung vorschlagen kann. Der Präsident sollte dies als Ausgangspunkt ernsthaft in Betracht ziehen. 

Editorial von Rajendran Lochbihler vom 10. Januar 2009

Der Krieg im Gazastreifen hat die Streitpunkte wieder entzündet, welche so passend von den Weltführern begraben worden waren. Deutschland und andere westliche Länder haben bei einer Anzahl von Gelegenheiten die srilankanische Regierung bedrängt, damit sie mit Terroristen Friedensverhandlungen führt.

Sie haben oft die Sri Lankanische Regierung getadelt, weil sie das Waffenstillstands-Abkommen nicht eingehalten hatte und weil der Präsident Rajapakse den Terroristen den Krieg erklärt hatte.

Heute sprechen all dieser Länder mit gespaltener Zunge. Nach diesen Politiker, welche Schutzherren der Menschenrechte, des Friedens und was nicht noch alles zu sein scheinen, ist Israel frei, sich zu verteidigen, indem es in den Gazastreifen eindringt und Zivilisten tötet. Zu sagen, es wird hier mit zweierlei Maß gemessen ist die Untertreibung des Jahrhunderts.

Das Töten von 40 Zivilisten, welchen von den UN-Agenturen in einer Schule Schutz gewährt worden war, ist nur ein Beispiel. Der Koordinator der Schule war der israelischen Armee übergeben worden. Als diese unschuldigen Zivilisten töteten, einschließlich vieler Kinder und Frauen, war die Reaktion eher mau.

Der Sprecher der israelischen Regierung sagte, dass es eine technische  Störung gegeben habe. Nur um  danach schnell die Regierungs-Position zu verteidigen, indem er behauptete, dass von dieser Stelle aus Raketen abgefeuert worden seien. Wir halten nochmals fest: Dies war eine von UN-Beamten gesicherte Stelle und niemand hatte gesehen, dass Raketen von dort abgefeuert worden waren.

Dies also ist die Philosophie der westlichen Führer.  Sri Lanker sind es nur, welche die Hauptlast dieser völlig heuchlerischen Situation tragen müssen, indem wir die tödlichste Terrororganisation in der Welt bekämpfen.

Wenn die Eelam-Terroristen nach Lust und Laune missliebige Politiker töten und Zivilisten mit  Tod und Terror überziehen, alles verwüsten und Ansehen und Eigentum des srilankanischen Volkes beschädigen, Selbstmordattentate erfinden und morden und brandschatzen, dann sehen die meisten westlichen Regierungen (besonders Deutschland) immer noch nicht ein, dass dies Terror in reinster Form ist. Und sie verurteilen dies auch mit keinen Wort.

Deutsche Medien weigern sich, die LTTE als eine terroristische Gruppe zu bezeichnen. Ihr Beitrag zu zu all dem Blutvergießen, welches die LTTE veranlasst hat, ist, dass sie feststellen, dass die LTTE einen hehren Kampf kämpft, um das tamilische Volk zu befreien und den Staat Eelam in den Grenzen des srilankanischen Territoriums zu errichten.

Als jedoch Israel den Gazastreifen besetzte, welches ein ausländisches Territoriums ist, und damit klar die internationalen Gesetze verletzte, haben die westlichern Länder und besonders die USA schnell gehandelt und verhindert, dass eine Resolution gegen Israel den UN Sicherheitsrat passieren konnte.

Es ist eine seltsame Philosophie: Nach dem amerikanischen Botschafter in New York ist Israel ein souveräner Staat mit klaren Grenzen und ein Mitgliedstaat der Vereinten Nationen. Israel hat als solches das Recht zur Selbstverteidigung.

Dieses Recht erlaubt nach dieser seltsamen Interpretation der internationalen Gesetzes Israel, in ein anderes Land einzudringen und Ziele zu bombardieren, auf der Grundlage, dass diese Plätze von Terroristen gebraucht werden, um Israel anzugreifen.

Wenn Deutschland und die ganze europäische Union, zusammen mit dem amerikanischen Botschafter, den Tod von Zivilisten verurteilt, welcher von Luftbombardements auf identifizierte terroristische Ziele in Sri Lanka verursacht wurde, dann werden die Prinzipien, die man auf Israel anwendet, eindeutig hier nicht angewendet.

Die deutsche NGOs haben großen Lärm geschlagen wegen der Ausstellung von Fotos von Zivilisten, welche von solchen Luftangriffen getötet worden waren, obwohl die Regierung wiederholt gesagt hatte, dass diese Zivilisten in ein sicheres Haus gebracht worden waren, welches von der LTTE für den Zweck des Trainings gebraucht worden war.

Aber wenn Israel Bomben fallen lässt, Hunderte von Zivilisten tötet, und das, weil die ins Visier genommenen Plätze von den Hamas Terroristen als Lager für Waffen gebraucht worden waren, dann wird dies von den westliche Diplomaten, welche die Sache von Israel unterstützen, vehement verteidigt.

Warum wird es bei dieser seltsamen Logik Israel erlaubt, Schulen, Moscheen, Krankenhäuser und zivile Wohnhäuser zu bombardieren? Die immer gleiche Entschuldigung und Rechtfertigung ist, dass die Hamas an allen diesen Stellen ihre Raketen und Raketenabschussbasen gelagert habe, mit welchen sie Israel bombardiert.

Von daher wird es Israel erlaubt, egal wie viele Zivilisten zu töten, und die UN unterstützt dies, ohne zu zögern. Die Presse wird traktiert und die Arbeiter der internationalen Organisationen werden evakuiert und es wird ihnen nicht erlaubt, nunmehr seit fast acht Monaten, den Gazastreifen zu betreten, obwohl es dort eine riesige humanitäre Krise gibt – einige Nationen sagen sogar, dass dies auf einen Genozid herausläuft. Doch all dies wird nach dieser schrägen Logik erlaubt, dass die Hamas für die Krise verantwortlich ist – und nicht etwa die israelische Regierung.

Als der Gouverneur von New York kürzlich Israel besuchte und ihn ein Journalist wegen der humanitären Krise im Gazastreifen und wegen der Eskalation der Gewalt, befragte, sagte er: “Sie sollte die Frage der Hamas und nicht Israel stellen.“

Der srilankanischen Regierung werden Zivilrechts-Verletzungen und sogar Genozid vorgeworfen. Ich habe noch keine ausländische Regierung gesehen, die offen feststellt, dass Sri Lanka ein souveräner Staat ist, ein Mitglied der UN, welches das Recht auf Selbstverteidigung hat und dass es darum gerechtfertigt ist, wenn es sich wehrt, um den Terrorismus in Sri Lanka (und nicht in einem anderen Land!) auszulöschen.

Ich frage mich, wie die Reaktion der Westmächte sein würde, wenn in den frühen 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts, als die indische Regierung die LTTE-Terroristen auf ihrem eigenen Boden trainierte, die srilankanische Luftwaffe die indischen Terroristenlager angegriffen hätte?

Sogar Deutschland, welches für Frieden auf alle Fälle ist, hat Verhandlungen geführt, indem es seine Souveränität opferte, und die Seite der USA ergriffen und festgestellt, dass Israel das Recht hat, sich selbst zu verteidigen.

Aber in der Konfliktsituation Sri Lankas hat Deutschland kein Rückgrad gezeigt zu sagen „das gleiche Recht was Israel hat, hat auch Lanka“.

Sogar wenn UN Mitarbeiter, für die Binnenflüchtlingsversorgen zuständig, von der LTTE festgehalten werden, oder verwundete Tamilen ohne medizinische Versorgung von der LTTE festgehalten werden, fällt  es weder Außenminister Steinmeier noch EU Repräsentant Solana ein, die LTTE wegen dieser eklatanten Menschenrechtsverletzungen und unmenschliche Taten zu verurteilen.

Die Heuchleien der westlichen Friedenspäpste kann kaum noch deutlicher sein.   

Von John Thompson

Toronto – Die Niederlage ist eine scheußliche Sache, und wie Wellington einmal bemerkte: “Niemand – außer eine Schlacht zu verlieren – kann halb so melancholisch sein, wie eine gewonnene Schlacht.” Es ist besser, auf der Seite der Gewinner zu sein, wenn Leichen und die Überreste der Schlacht in der Gegend herumliegen.

Für den Sport und für Wahlen ist Jubel bei einem Sieg normal. Für Soldaten im Feld ist eine siegreiche Kampagne eine harte Arbeit, eine den Geist betäubende Erschöpfung und sie fordert einen hohen Tribut an Todesfällen. Für Verlierer ist es noch schlimmer.

Der brilliante militärische Analytiker Richard Simpkin hatte einmal bemerkt, dass das Führen eines Krieges ein Zusammenspiel dreier Disziplinen sei: Statistik, Medizin und Psychologie. Nirgendwo ist dies offenkundiger, als dann, wenn eine Seite zusammenbricht und in einem langen Konflikt zugrunde geht.

Wie so viele andere menschlichen Ereignisse kommt eine Niederlage in einer logarithmischen Kurve. Die Vereinte Armee von Nordvirginia hat zehn Monate während des Amerikanischen Bürgerkriegs bei der immer verzweifelteren Verteidigung von Richmond ausgehalten. Als sie zusammengebrochen war, kam das Ende innerhalb von  zwei Wochen. Im Juni 1918 hofften die Deutschen, den Krieg an der Westfront zu gewinnen; innerhalb von sechs Wochen kehrte sich die Situation um und ihre Armeen lösten sich vor dem Waffenstillstand vom November auf.

Nach 24 Jahren Bürgerkrieg (und davor einem weiteren Jahrzehnt von Terrorismus) wurden die Guerillastreitkräfte der LTTE 2008 aus einem großen Gebiet Sri Lankas vertrieben. Die srilankanische Armee begann eine langsame, methodische, Stückchen für Stückchen vorgehende Offensive gegen die kritischen geheiligten Gebiete im Norden der Insel im letzten Herbst. Die Verteidigung der Tiger ihrer „Hauptsadt“ Kilinochchi wurde immer unmöglicher und die Stadt fiel am 2. Januar.

Jetzt befinden sich die Guerillas auf der steilen Seite der logarithmischen Kruve und bemühen sich, auf Teilen der Jaffna Halbinsel Halt zu finden. An einigen Stellen misst die Tiefe ihrer Verteidigungsanlagen ein paar hundert Meter.

In Anbetracht der Unvermeidbarkeit der Niederlage ihrer Feldstreitkraft muss man sich wundern, warum die Tamil Tiger immer noch kämpfen. Überdies, was hält die Dynamik der Niederlage für sie bereit?

Es gibt eine feine Grenze zwischen unentwegtem Trotz und sinnlosem Opfer; sowie zwischen heroischer Ausdauer und Abschlachten um des Abschlachtens willen. Den Unterschied macht die Hoffnung aus, und die LTTE hat keine. Überdies deutet die Geschichte und der Charakter des Tiger Kriegsherren Vellupillai Prabhakaran darauf hin, dass eine Kapitulation unwahrscheinlich ist.

Leute wie Prabhakaran hat man schon vorher auf den mit Blut bespritzten Seiten der Geschichte gesehen. Die Anführer von terroristischen Gruppen und ideologischen Bewegungen stellen oft ein pathologisches Verhalten zur Schau, siehe z.B. viele der großen Diktatoren wie Mao, Stalin und Hitler.. Abu Nidal, Abdullah Ocalan von der PKK, Jorge Briceno Suarez von der FARC und der Führer der Aum Shinrikyo Sekte Shoko Asahara hatten alle persönliche Geschichten, welche bei ihnen psychopathische oder soziopathische Tendenzen nahe legen.

Dies bedeutet normalerweise eine Kombination von Egozentrik und antisozialem Behalten: ein Mangel an Schuldgefühlen, an Mitgefühl mit anderen oder an Furcht. Während Prabhakaran ziemlich heimlichtuerisch ist, legt doch das, was von ihm in den vergangenen über 35 Jahren bekannt geworden ist, nahe, dass diese Züge auch auf ihn zutreffen. Zum Beispiel gibt es bei ihm einen Mangel an Toleranz für Rivalen oder das Manipulieren von Anhängern, so dass diese Selbstmordattentäter werden. Bevor er Gewicht zulegten, zeigten seine Posen auf Fotos auch eine enthüllende Körpersprache.

Bei der Niederlage oder bei Rückschlägen neigen Führer wie Prabhakaran dazu, ihre Anhänger als verlängerte Arme ihres „Willens“ anzusehen. Da sie keine Empathie oder Mitgefühl haben, neigen sie nur dazu, das Leben ihrer Anhänger ohne Zurückhaltung aufs Spiel zu setzen. Erinnern wir uns an Hitlers Gebrauch der Älteren und Kinder bei den Volkssturm Milizen, als die Alliierten Deutschland überrollten. Wenn die Sache verloren ist und die Leute, welche solche Führer einst kontrollierten, sich um ihr eigenes Überleben kümmern, dann fühlen sich Terroristen und Diktatoren oft „verraten“. Dies ermutigt sie nur noch, mit dem Verschwenden von Leben weiterzumachen und zu versuchen, alles das zu zerstören, für was sie einst nach ihrer Behauptung standen. Sektenführer wie Jimmy Jones von dem Jonestown Massaker von 1978 können sie auf die gleiche Art benehmen. Es ist ein eigensüchtiger Zug: „Wenn ich sie nicht haben kann, dann kann sie niemand haben.“

Ein auf Täuschung  beruhendes Benehmen ist oft offenkundig, wenn eine Sache zusammenbricht. 2003 wurden wir allen von dem irakischen Informationsminister „Komiker-Ali“ unterhalten, welcher den Reportern versicherte, dass man die Amerikaner verdreschen würde – und das zu einem Zeitpunkt, als sie in Bagdad einrollten. Hitler hatte immer weiter angenommen, dass 1945 seine erschöpften Legionen so mächtig wie drei Jahre zuvor waren und er hat Horoskope befragt, um in der Meinung bestärkt zu werden.

Es ist ein allgemein üblicher Irrtum für Diktatoren und Terroristen, dass sie schließlich ihre eigene Propaganda glauben, und dies wird noch üblicher, wenn die Fakten, mit denen sie fertig werden müssen, immer ungenießbarer werden. Prabhakaran – erbarmungslos intelligent und selbstdiszipliniert, wie viele berichten – kann jetzt auf denselben Fehler verfallen.

Gebraucht Prabhakaran drakonische Maßnahmen, um dafür zu sorgen, dass die rekrutierten Tamilen bis zum Ende kämpfen, selbst wenn es keine Hoffnung auf Sieg mehr gibt? Ist dies, weil er will, dass sie sterben, wie auch seine eigenen Träume sterben? Natürlich sind die meisten Menschen dieser Art im Herzen Feiglinge und versuchen, den Folgen ihrer Taten zu entkommen. Hitler beging Selbstmord; Ocalan und Shoko Asahara baten um Gnade und Saddam Hussein musste aus einem kleinen Erdloch herausgezogen werden. Prabhakaran hat oft gesagt, dass er lieber sterben als seinen Kampf aufgeben oder gefangen werden würde; wir werden sehen, wie viel davon nur Posieren war.

Gruppen wie die Tamil Tiger, welche eigene Regierungen bilden wollten, enden damit, ihre eigenen “alternativen” Institutionen zu denen des Staates, welchen sie bekämpfen, zu schaffen. Mit den Jahren bekommen diese Institutionen eine eigene Wichtigkeit und können schwer über Bord geworfen werden, wenn die Zeiten schwierig werden.

Mao hatte Träger, die an Erschöpfung starben, als sie am Beginnen des Langen Marsches Druckpressen herumschleppten. Hitler tröstete sich mit dem massiven Architekturmodell seiner vorgeschlagenen neuen Hauptstadt, sogar als die Sowjetartillerie begann, Berlin zu bombardieren. Nachdem General Lee die Armee von Nord-Virginia ergeben hat, versuchte der Rumpf der Regierung der Konföderierten vom Pferderücken aus für einige Wochen zu funktionieren.

Kuscht der Verwaltungsapparat der Tiger zusammen mit dem Rumpf ihrer Guerilla-Streitkräfte herum? Träumen sie davon, sich irgendwo voll wieder zu etablieren, sogar zu dem Zeitpunkt, da sie ihre eigenen Büromöbel aufgeben müssen? Es ist etwas pathetisch Menschliches daran, dass man versucht, den Kern der normalen Aktivität intakt zu halten, während die eigene Welt zusammenbricht.

Eine Niederlage ist immer hässlich, und sie wird noch hässlicher, wenn die Gewalttätigkeiten weitergehen, auch wenn es keine Hoffnung auf Sieg mehr gibt. Aber eines ist sicher: Die wahre Natur des Gründers und Führers der Tamil Tiger wird sich schließlich offen zeigen. Nach 35 Jahren tollkühner Taten: Wird er selbst wegrennen, sich verstecken, Selbstmord begehen oder um ein Exil verhandeln? Oder wird er wirklich tot im letzten Graben aufgefunden werden?
***

Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:

John Thompson ist Präsident des Mackenzie Instituts in Toronto, Kanada

Übersetzt aus dem sinhalesische Tageszeitung „Lakbime“ vom 4. Januar 2009

Von Gayan Kumara Weerasinghe

Eine Gruppe singhalesischer Jugendlicher, die von bewaffneten Spionage-Einheit der LTTE ausgebildet wurden, haben angeblich die srilankische Armee infiltriert. Mit Hilfe der Militärpolizei konnte die Polizei Revier in Keselwatta einen Soldaten verhaften, welcher kürzlich von dem bewaffneten Spionage-Einheit der LTTE ausgebildet worden war. Dieser Soldat wurde verhaftet, während er in der Armee bei den Sicherheitskräften diente, welche an der vorderen Verteidigungslinie bei Kilali waren. Der Soldat jetzt an einem geheimen Ort fest gehalten und sowohl von der Polizei als auch von der Armee intensiv befragt. Der Soldat ist angeblich aus dem Gebiet Moratumulla in Moratuwa. In der Zwischenzeit führt die Keselwatta Polizei Untersuchungen durch, um einen anderen Soldaten zu verhaften, nachdem sie einen entsprechenden Hinweis bekommen hatte. Ein leitender Polizeioffizier sagte, dass sie das Gebiet, wo der „Anil“ genannte Soldat diente, noch nicht aufspüren konnten.

Die Polizei hat eine Verschwörung entdeckt, die er auf Anweisungen der LTTE hin ausgebrütet hatte, um einen hohen Offizier der Marine-Ingenieure zu ermorden. Die Ermordung sollte an einem Ort in Stadt Athurugiriya ausgeführt werden. Details von diesen singhalesischen Terroristen, welche von dem bewaffneten Flügel der LTTE ausgebildet worden sind, wurden bei der Befragung einer singhalesischen Unterwelt-Bande enthüllt. Diese Bande wurde verhaftet, als sie die Ermordung eines hohen Sicherheitschef vorbereitete. Dieser Bande wurde eine Ausbildung im Gebrauch von Waffen in Wanni durch die LTTE Tiger gegeben.

Während der Befragung hat die Polizei entdeckt, dass der in Kilali verhaftete verdächtige Soldat die ihm von der LTTE überlassene Waffe an einen Politiker für 75.000 Rupien verkauft hatte. Quellen enthüllen, dass die Polizei die Untersuchungen begonnen hatten, um diesen Politiker zu verhaften. Er wurde als ein Mitglied des Stadtrats von Moratuwa identifiziert. Der verhaftete Soldat hatte für viele Jahre in der srilankischen Armee gedient und wurde in der Zeit des Waffenstillstands als Deserteur registriert. Anstatt zur Armee nach dem Urlaub zurückzukehren, war er mit einem Händler nach Kilinochchi gereist und hatte Möbel verkauft. Dabei war er zum ersten Mal mit der LTTE in Kontakt bekommen und wurde ein Mitglied der bewaffneten Spionage-Einheit.

Enthüllt wurde auch, dass der Verdächtige geplant hatte, eine Anzahl von tamilischen Geschäftsleuten in Colombo auf Anweisungen der LTTE hin zu töten. In der Zwischenzeit erzählte ein leitende Offizier der Sicherheitskräfte Lakbinanews, dass dies das erste Mal war, dass sie ein singhalesisches Mitglied des Spionage Einheit der LTTE gefunden hatten, welches die Armee infiltrierte. Der Offizier sagte auch, dass in den letzten fünf Jahren eine bedeutende Anzahl von Armeepersonal und Deserteuren verhaftet worden sind, weil sie verdächtigt wurden, Verbindungen mit der LTTE zu haben. Unter ihnen war auch ein Major des Heeres.

Der Offizier der Sicherheitskräfte sagte, dass dieser Major in Zusammenhang mit seiner angeblichen Verwicklung in das Selbstmordbombenattentat auf den Vizestabschef der Armee, Generalmajor Parami Kulatunga, verhaftet wurde. Es stellte sich bei den Verhören heraus, dass der verdächtigte Major auch in die versuchte Ermordung des Armeekommandanten Sarath Fonseka verwickelt war.

Von unserem LTTEwatch-Reporter in Kandy vom 5. Januar 2009

 

Kandy – Heute morgen, exakt um 8.35 Uhr, erstarben abrupt viele Geräusche der Stadt und der Verkehr stand komplett still. In den zwei folgenden Schweigeminuten gedachten die Menschen in den Städten Sri Lankas den gefallenen Soldaten, deren ultimativen Einsatz auch der Fall der Rebellenhochburg Kilinochchi vor zwei Tagen zu verdanken ist.

 

Unterdessen verstärkt Indiens Küstenwache seine Bemühungen, Infiltrationen durch flüchtige LTTE-Kader abzuwehren mit einer deutlich erhöhten Präsenz von Schnellbooten in der schmalen Meerenge, die Sri Lankas Norden von der südindischen Provinz Tamil Nadu trennt. Lange Zeit nutzten die Tamil Tiger Tamil Nadu als natürliches Rückzugs- und Erholungsgebiet. Doch der indischen Regierung scheint es diesmal wirklich ernst zu sein bei ihrem Vorgehen gegen die LTTE – aber auch gegen die eigenen Landsleute, die LTTE-Terroristen Unterschlupf gewähren. Erst vor wenigen Wochen wurde in Indien die LTTE erneut als verbotene, terroristische Organisation erklärt. Angelastet wir der LTTE unter anderem der Mord an Präsident Rajiv Ghandi.

 

Auch auf srilankischer Seite wird etwas für Flüchtlinge getan – allerdings handelt sich dabei um so genannte „Displaced Civilians“ – um Inlandsflüchtlinge, die meist nur unter großen Gefahren aus dem Gebiet der LTTE flüchten können. Wiederholt forderten Mitglieder der demokratischen Parteien Sri Lankas die Führung der LTTE auf, diese „menschlichen Schutzschilde“ frei entscheiden zu lassen, wohin sie gehen wollen. Die Regierung hat bereits, bedingt durch den steten Strom von Binnenflüchtlingen, mit dem Aufbau weiterer Auffanglager begonnen. Die ersten neuen Lager entstehen in Menik Farm und Nelumkulama und sollen Hauptsächlich Flüchtlinge von der derzeit am heftigsten umkämpften LTTE-Bastion Mullaitivu sowie der gerade eroberten Stadt Kilinochchi auffangen und versorgen. Die Regierung kündigte an, sie wolle so schnell wie möglich eine funktionierende Infrastruktur sowie eine örtliche Verwaltung inbesondere in Kilinochchi, aber auch in den anderen eroberten Gebieten wieder herstellen.

Mahinda Rajapaksa

Mahinda Rajapaksa

Präsident Rajapaksa erklärte heute, dass der Sturm auf Kilinochchi nur deshab so lange gedauert habe, weil er seine „Zero Civilian Cassualty Policy“(Etwa: „Keine Verluste unter Zivilisten-Politik“) habe durchsetzen wollen – und müssen. Er werde dies auch weiterhin tun, gelobte Rajapaksa. Er vermutete in dem Telefon-Interview mit der indischen Zeitung „The Hindu“, dass die verbleibenden LTTE-Kader sich hinter zehntausenden von Zivilisten versteckten und forderte die LTTE-Führung nochmals auf, diese frei ziehen zu lassen. Der Präsident kündigte außerdem an, dass man die Versorgungslieferungen in das umkämpfte Gebiet noch verstärken würde. Es sei ironisch, aber man werde nicht aufhören, damit auch den Feind zu füttern, sagte Rajapaksa, der sich – ungewöhnlich für einen srilankischen Präsidenten im dritten Amtjahr – sehr grosser Beliebtheit in der Bevolkerung erfreut.

Am späten Abend erreicht uns dann die Meldung, das die srilankischen Truppen auch den südlichen Ausläufer der strategisch so wichtigen Elephant Pass eingenommen hätten. Man werde, so ein Armeesprecher, bald das gesamte Gebiet unter Kontrolle haben. Damit sei man auch in Kontrolle der gesamten Jaffna Lagune. Die Luftwaffe habe gezielt den Bau eines weitere Schutzwalls in der Gegend durch LTTE-Kader wirkungsvoll verhindert, die schwere Erdbewegungsmaschinen genutzt hätten – diese wohl aus dem Vermächtnis der bis vor kurzem in der Gegend noch tätigen iNGOs, so der Sprecher weiter.

Von unserem LTTEwatch-Reporter aus Kandy vom 3. Januar 2009

Kandy – Touristen sind meist mit anderen Dingen zu sehr beschäftigt, um zu erkennen, wenn etwas in der Luft liegt in Sri Lanka – wie an diesem Freitag, als am frühen Nachmittag hektisches Treiben in den Strassen von Kandy einsetzt. Die normalerweise vor Passanten und Händlern förmlich überquellenden Gehsteige leerten sich plötzlich sichtbar.

Wir waren am Tag vorher zurückgekehrt aus dem Norden, hatten „gesichertes Gebiet“ besucht, die historischen Stätten Anuradhapura, Sigiriya, Dambulla und Polonnaruwa bestaunt und uns über nächtliche Helikoptergeräusche sowie das stete Brummen von Lastwagenkonvois in Richtung Norden gewundert.

An diesem friedlichen Nachmittag in Kandy dachten wir uns zunächst nichts dabei, dass die Strassen sich leerten und machten uns nach unserer ausgedehnten Shoppingtour rund um den Markt von Kandy auf den Weg ins altehrwürdige Queens Hotel – auf einen Drink an der schattigen Poolbar. Aber auch hier ungewöhnlich hektische Aktivität, der Fernseher wird hereingeschoben, von seiner Plastik-Schutzhülle befreit und angeschaltet. Auf unsere Nachfrage berichtet der Kellner, im Radio habe es geheißen, Präsident Mahinda Rajapaksa persönlich werde eine Botschaft an die Nation richten, direkt aus seinem Sekretariat.

Die Botschaft des Präsidenten, wie immer in weiß gekleidet und mit markanter roter Schärpe um den breiten Hals, ist kurz und knapp und doch kann er sich dabei ein sanftes Lächeln nicht verkneifen: Kilinochchi ist gefallen. Nach zehn Jahren ist die Rebllenhauptstadt wieder in der Hand srilankischer Truppen. Fast augenblicklich gehen draußen auf der Strasse die ersten Feuerwerkskörper los, später hören und sehen wir jubelnde Menschen, die durch die Strassen Kandys ziehen Parolen rufen und Fahnen schwenken.

Rajapaksa sagt, dies sei kein Sieg eines Nord-Süd-Konflikts, sondern dies sei ein Sieg aller Srilanker, egal ob Singhalesen, Tamilen, Malayen oder Burgher, alle jene, die an ein geeintes Vaterland glaubten.

Zwischenzeitlich wird im Queens umgeschaltet zu Al-Jazeera. Dort spricht man schon über die Folgen des Truppensiegs über die Rebellen. Indien wiederhole seine Forderung, wegen des Mordes an Rajiv Ghandi, den Rebellen-Chef Velupillai Prabhakaran auszuliefern, der noch vor wenigen Tagen höhnisch verlauten hat lassen, die Einnahme der „de-facto-Hauptstadt“ seines Tamil Eelam, seines tamilischen Staates auf srilankischem Boden, sei nichts weiter als ein wirrer Tagtraum des srilankischen Präsidenten.

Von einer Auslieferung Prabhakarans ist man noch weit entfernt, auch wenn der Bewegungsradius der Rebellen nun auf ein Gebiet von knapp 40 mal 40 Kilometer zusammengeschrumft ist. Und der Rebellenchef sich wohl tiefer in den Dschungeln des Wanni zurückziehen musste. Denn im Lande sei Prabhakaran noch, so behauptet zumindest sein einstiger Spießgeselle und mittlerweile demokratisierter Minister Karuna.

Funkverkehr der Terroristen abgehört

Sarath Fonseka: Funkverkehr der Terroristen abgehört

Rechtzeitig zur Ansprache des Armeechefs Sarath Fonseka wird wieder auf den Staatssender Rupavahini umgeschaltet. Fonseka ist ein Mann drastischer Worte. Er sagt, die Einnahme von Kilinochichi, in den vergangenen Wochen immer wieder als unmittelbar bevorstehend vermeldet, sei das Ergebnis harter Kämpfe und nur dem Mut seiner Truppen zuzuschreiben. Ein Euphemismus wohl, für die vielen Opfer, die dieser Feldzug bereits gekostet hat – auf beiden Seiten. Genaue Zahlen sind – wie immer – nicht zu erfahren aus dem Mund des schneidigen Generals. Prabhakaran habe nun, so der General weiter, zwei Optionen: er könne versuchen über das Meer zu flüchten – oder sich ein Beispiel an den von ihm höchstpersönlich eingeführten, berühmt-berüchtigten Selbstmordbombern nehmen und sich auf diese Weise selbst richten.

Als nächstes, so der vor Zuversicht strotzende General, stehe Mullaitivu, die andere Stadt der Rebellen an der Ostküste sowie Elephant Pass, die zweite Landverbindung nach Norden und nach Jaffna auf dem Schlachtplan. Die eigentliche Eroberung der Stadt sei nach wochenlanger Bombardierung ein Leichtes gewesen, die LTTE-Kader hätten die Stadt am Ende einfach aufgegeben. Nicht aber, ohne hastig Wassertanks und Versorgungsleitung zu sprengen und die Stadt somit unbewohnbar zu machen – außerdem habe man an vielen Stellen Sprengfallen entdecken und entschärfen können.

Genüsslich führt Fonseka noch aus, man habe zum ersten Mal direkte Funksprüche vom Rebellenchef selbst abgefangen, der sich bislang, (wohl aus Angst, man könne ihn orten und seinen Standort entdecken) noch nie persönlich dieses Kommunikationsmittels bedient habe. Prabhakaran habe getobt und geschrieen, er habe seine Kommandanten als unfähig beschimpft und damit gedroht, sie „für immer zu verlassen“. Was immer das bedeuten mag – schlecht wäre es nicht für Sri Lanka, wenn Prabhakaran einfach verschwände. Vielleicht mit dem U-Boot, das er sich, in der Stadt kursierenden solche Gerüchte, verschafft habe. Doch den Gefallen mag der LTTE-Chef – vorerst – nicht tun.

In den Abendnachrichten wird von einem erneuten Selbstmordattentat berichtet – nur eine Stunde nach der Ansprache des Präsidenten, mitten in Colombo, direkt vor dem Hauptsitz des Luftwaffenchefs Roshan Goonetilake zündet ein Selbstmordattentäter auf einem Motorrad seinen umgeschnallten Sprengsatz bei dem Versuch die Torbarrikaden zu überwinden. Drei Luftwaffenangehörige werden getötet, 41 Zivilisten zum Teil schwer verletzt. Dem Luftwaffenchef geht es gut, er hatte das Tor nur Minuten vorher passiert und war schon auf dem Heimweg. Und auch am Tag danach explodiert in der Pettah Colombos eine weitere Bombe.

Der konventionelle Krieg gegen die LTTE mag sich nach über 25 Jahren seinem bitteren Ende zuneigen – ein Ende des Terrorkrieges in Sri Lanka ist indes ist noch lange nicht abzusehen.

Von unserem LTTEwatch-Reporter direkt aus Colombo 3. Januar 2009

kilinochchi-map

Colombo – Die 571. und 572. Brigade der 57. Division der srilankischen Armee, die von Generalmajor Jagatha Dias kommandiert wird, hat von der westlichen Flanke aus Kilinochchi eingenommen. Die 574. Brigade hat die Stadt von der südlichen Flanke aus eingenommen, wie heute morgen (2. Januar) berichtet wird.

Der srilankanische Präsident Mahinda Rajapakse richtete live im Fernsehen eine Ansprache an die Nation. Er erklärte, dass die von der LTTE selbst zur Verwaltungshauptstadt ernannte Stadt Kilinochchi von der srilankanischen Armee übernommen wurde. In seiner Ansprache an die Nation nannte der Präsident die Einnahme von Kilinochchi einen „beispiellosen Sieg“ für die ganze Nation, welche den Separatismus abgelehnt. Dies war das Mandat, welches ihm die Bevoelkerung bei den Präsidentschaftswahlen von 2005 gegeben hatten. Er sagte in der landesweit ausgestrahlten Sendung weiter: „Zum letzten Mal sage ich der LTTE (den Befreiungstigern von Tamil Eelam), dass sie die Waffen niederlegen und sich sofort ergeben sollen“. Er verlangte von der LTTE, dass sie alle im Wanni als Geiseln gehaltenen Zivilisten freilassen sollten.

Zahlreiche Srilankaner gingen in allen Städten spontan auf die Straßen, zeigten die Nationalflagge, tanzten auf die Strassen, zündeten Feuerwerkskörper und riefen Slogans.

Laut des AFP-Nachrichtendienstes hatten die Tiger zugegeben, dass sie Kilinochchi verloren haben. Aber sie weigerten sich, dies irgendwie zu kommentieren. Ein hochrangiger Offizier von der Kampffront erzählte LTTEwatch, dass die Armee sich in diesen Gebieten ueberraschend wenig Widerstand seitens der LTTE gegenübersah.

In der Zwischenzeit betrat die Spezialeinheit 1, welche von Brigadekommandant Shavendra Silva geleitet wird, die Stadt Kilinochchi vom Norden aus und die Truppen festigten ihre neugewonnenen Position an der Karadipokku Kreuzung, welche den nördlichen Rand von Kilinochchi darstellt.

Die 93. Basis der LTTE, welche die Verwaltung der Tiger Soldatinnen war, ist auch jetzt in den Händen der Armee. Militärquellen an der Front teilen mit, dass die meisten der überlebenden LTTE-Soldaten nach Mullaitivu flohen. Dies ist damit die letzte Bastion der Tamil Tiger.

Was den Mullaittivu-Kriegsschauplatz betrifft, so arbeiten sich vier Formationen der Spezialeinheiten 2, 3 und 4 der srilankanischen Armee, ebenso wie Truppen der 59. Division an Mullaitivu heran, während die Hubschrauber, Gewehre und Schiffe der Sri Lanka Luftwaffe MI 24 für die vorrückenden Truppen zeitlich nahen Nachschub aus der Luft liefert.

Die Truppen des srilankanischen Militärs bewegen sich jetzt zu der strategischen Tigerfestung von Elephant Pass hin, welche am Eingang der Jaffna Halbinsel liegt. Die Einnahme dieser Stadt steht angeblich ebenfalls unmittelbar bevor.

Die LTTE hat damit begonnen, die Elephant Pass-Stadt zu verlassen, wie vertrauliche Quellen in Colombo LTTEwatch – berichteten.

Prabhakarans Frau bittet angeblich um Asyl in Kanada

Eine Quelle in Indien berichtete der LTTEwatch-Redaktion, dass Prabhakarans Frau Mathivathini von Indien aus in Kanada um Asyl gebeten habe. Diese Nachricht ist derzeit weder von indischer noch von kanadischer Seite bestätigt.

Die srilankanische Armee hatte im April 2000 nach einer größeren Schlacht Elephant Pass an die LTTE verloren. Es ist sehr wahrscheinlich, dass schon morgen Elephant Pass fallen koennte. Schon hat die LTTE begonnen, sich auf dem Meer nach Chalai zurückzuziehen.

Armeekommandant Generalleutnant Sarath Fonseka sagte, dass die Tiger jetzt in einem Gebiet gefangen sind, welches sogar kleiner als Thoppigala sei, und dass die LTTE mit nur 1700 bis 1900 Mann einen verlorenen Kampf kämpfe.

***

Anmerkung der LTTEwatch-Redaktion:

Weblink zur Seite von Defence.lk, wo die Truppenbewegungen aufgezeichnet werden:

http://www.defence.lk/orbat/Default.asp

prasident-sagt-killinochchi-an

Rajapaksa verkündet die Einnahme von Kilinochchi - und stellt der LTTE ein letztes Ultimatum

 Verehrte Mitglieder des Maha Sangha, Mitglieder des Klerus aller anderen Religionen,

Meine lieben Freunde, welche alle Gemeinschaften und Religionen in Sri Lanka repräsentieren.

Sie werden sich erinnern, dass ich Ihnen vor zwei Wochen von dieser Stelle erzählt habe, dass das kommende neue Jahr das Jahr des heldenhafte Sieges unserer Truppen sein wird.

Heute, am zweiten Tag dieses heldenhafte Jahres, bin ich jetzt bereit, Ihnen die stolzen historischen Nachrichten von dem ehrenwertesten Sieg des militärischen Heldentums, die viele Jahrhunderte unserer Geschichte umfassen, zu enthüllen.

Freunde!

Obwohl der Führer der LTTE erst vor ein paar Tagen gesagt hatte, dass die Einnahme von Kilinochchi nur ein Traum von Mahinda Rajapaksa wäre, war dies in Wirklichkeit nicht nur mein Traum. Es war der andauernde Traum aller Srilanker, ob Singhalesen, Tamilen, Malayen, Burgher oder Moslems, die gegen Separatismus, Rassismus und Terrorismus sind und immer Frieden, Freiheit und Demokratie gesucht haben. Heute haben unsere heldenhaften Truppen diesen Traum Wirklichkeit werden lassen.

Vor kurzem haben unsere tapferen und heldenhaften Truppen Kilinochchi, welche als die Hauptbastion der LTTE betrachtet wurde, ganz und gar eingenommen. Unsere Truppen haben die Festung der LTTE, welche von vielen als die mächtigste und brutalste terroristische Organisation in der Welt bezeichnet wird, voll und ganz eingenommen.

Was für Worte oder welche Sprache man auch immer nutzt, um dies zu beschreiben: Dies ist wirklich ein unvergleichlicher Sieg. Was unsere heldenhaften Truppen erreicht haben, ist nicht nur das Einnehmen der großen Festung der LTTE. Es ist ein grosser Sieg im Kampf der ganzen Welt gegen den Terrorismus. Heute muss die ganze Welt den herausragenden Erfolg der srilankischen Truppen würdigen.

Man darf nicht diesen Sieg kleinreden und sagen, dass er von der einen oder anderen Gemeinschaft gewonnen wurde. Er sollte nicht als Niederlage des Nordens und Sieg des Südens interpretiert werden. Dies ist ein Sieg für unsere ganze Nation, für unser ganzes Land. Es ist ein entscheidender Sieg über den grausamen Terrorismus, der mit dem Blut, den Muskeln und Sehnen von Menschen herumgespielt hat. Es ist ein Sieg über den giftigen Separatismus, der versucht hat, die Leute aus rassischen und religiösen Gründen zu trennen.

Es gab einige, welche versuchten, Kilinochchi als die Hauptstadt eines separaten Staates hinzustellen. Wir haben in der jüngsten Vergangenheit gesehen, wie dies nicht nur von den internationalen Presse, sondern auch von jenen, die in der Diplomatie beschäftigt waren, geglaubt wurde. Diese Hauptstadt eines geträumten separaten Staates ist nicht mehr das Eigentum der LTTE. Das Mandat, welches mir das Volk in den Präsidentschaftswahlen von 2005 gegeben hat, stellte sicher, dass das ganze Land von einem einzigen legalen, demokratischen System regiert wird.

Übersetzt aus der Webseite „TransCurrent“ vom 1. Januar 2009

Kilinochchi – Die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) haben die sechzehn tamilischen Waisenkinder freigelassen, welche am 23. Dezember von den Tigern entführt worden waren, um als „Kindersoldaten“ rekrutiert zu werden.

Die Tiger hatten sich zuerst geweigert, die 11-14-jährigen Kinder freizulassen, obwohl die katholische Kirche darum bat. Schließlich waren sie gezwungen, sie freizulassen, weil es starke Proteste von einigen mutigen und gewissenhaften tamilischen katholischen Priestern gab.

30 tamilische katholische Priester hatten geplant, vom 1. Januar 2009 an ein „Fasten bis zum Tode“ in einer Kirche als Protest durchzuführen. Sie verlangten, dass die LTTE die entführten Kinder sofort zurückgeben sollte.

Die LTTE, die schon unter enormem militärischem Druck steht, versuchte mit den Priestern auf sanfte wie auf harte Art zu reden, damit diese ihre Entscheidung überdenken. Die Priester blieben jedoch entschlossen.

Schließlich gab die LTTE, die aus Paranthan flieht, auf und gab die sechzehn Kinder bedingungslos zurück. Da ihr Ziel erreicht war, sagten die Priester den Hungerstreik ab.

Der Generalvikar der Mannar Diözese Reverend Fr. Victor Soosai hat bestätigt, dass die 16 Kinder in das von der Kirche betriebene Waisenhaus zurückgekehrt sind.

Der schockierende Entführungszwischenfall fand am 23. Dezember, dem Fest des Heiligen Stephan, statt. Der Vorfall geschah in dem Waisenhaus für Jungen, welches die katholische Kirche in Tharmapuram in der Region Kilinochchi unterhält.

Die meisten Kinder des Waisenhauses waren an diesem Tag weggewesen, um Verwandte zu besuchen, aber einige Kinder blieben.

Plötzlich kam eine Gruppe von Tiger-Soldaten an und verlangte, dass ihnen die Kinder übergeben würden, da jeder gebraucht werde, um für das tamilische Heimatland zu kämpfen.

Priester Arush Eric Rohan, der Direktor des Waisenhauses, weigerte sich und bat die LTTE zu gehen. Der Tiger-Führer beschimpfte ihn und befahl seinen Soldaten, die Kinder unter Zwang mitzunehmen.

Die Waisenkinder, die in Panik waren, hatten begonnen, schreiend wegzurennen. Einige verstecken sich, während andere schrieen und weinten.

Obwohl es einigen gelang, den LTTE-Kadern zu entkommen, gelang es diesen, sechzehn Jungen zusammen zu treiben. Die Soldaten banden Hände und Füße der Kinder, trugen sie wie Säcke und warfen sie auf einen Lastwagen.

Prieser Rohan und ein anderer Priester versuchten, die LTTE-Kader daran zu hindern, aber sie wurden geschlagen und zu Boden geworfen.Die Priester wurden auch mit Waffen bedroht.

Nach dem schockierenden Zwischenfall baten die katholischen Kirchenführer im Norden mehrmals die LTTE, die Entführten freizulassen, aber die Tiger weigerten sich. Schließlich ging eine Gruppe von 30 tamilischen katholischen Priestern nach Puthukkudiyiruppu und diskutierte mit einigen Tigerführern, aber sie fanden keine Gnade.

Als letztes Zufluchtsmittel beschlossen die 30 Priester, einen Hungerstreik zu beginnen. Schließlich gab die LTTE nach und ließ die 16 frei. Der Zwischenfall hat für die LTTE viel negativer Publicity erzeugt.

 

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