Tamilenorganisation ruft zur Anti-Kriegs-Demo in Berlin auf

Veröffentlicht am 9. Oktober 2008

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LTTEwatchBlog-Redaktion vom 9.10.2008

Berlin - Morgen, am 10.10.2008 von 11.00 bis 15.00 soll in Berlin gegen den Krieg in Sri Lanka protestiert werden. Aufgerufen dazu hat die TCC.

Eine gute Sache, möchte man zunächst dazu sagen, auch wenn es keinen direkten Anlass dazu gibt, schließlich tobt der Krieg – mal mehr, mal weniger heftig – schon seit über 20 Jahren auf der Insel zwischen den beiden Kriegsparteien. Auf der einen Seite bekanntlich die als Terrororganisation in vielen Staaten mittlerweile verbotene und durch seine Selbstmordattentäter zu trauriger Berühmtheit gelangten LTTE und auf der anderen Seite die srilankischen Regierung. Dazwischen: unzählige unschuldige Tote. Mindestens 70000 Tamilen, Singhalesen, Muslime, Christen, Buddhisten und Hindi. 

Der wahre Anlass für die morgige Demonstration ist wohl, dass die seit Anfang des Jahres gestartete militärische Offensive der srilankischen Regierung und ihrer Streitkräfte gegen die hochgerüstete Rebellenarmee im Norden des Landes nun deutliche Erfolge zeigt. Die nach allen Regeln der modernen Kriegsführung ausgebauten Stellungen und Bunker der Terrorarmee, die ihre Waffen, Raketen, Minen, ja sogar Flugzeuge mit Mitteln aus angeblich wohltätig einzusetzenden Spenden bezahlte, fallen Tag für Tag, Stück für Stück. Meter für Meter rückt die srilankische Armee vor. Die LTTE Selbstmordbomber Black Tigers reagieren mit Bombenanschlägen auf Zivilisten (siehe unten).

Der vehement vorgetragene Alleinvertretungsanspruch in tamilischen Angelegenheiten durch die LTTE wird gleichzeitig mehr und mehr ad Absurdum geführt, u.a. mit der – demokratischen Wahl –  des ehemaligen LTTE-Mitglieds Karuna ins srilankische Parlament.

Hat also nicht nur EX-LTTE-Colonel Karuna dem mörderischen Tun abgeschworen, sondern auch die TCC, das Tamil Coordinating Commitee mit Sitz in Oberhausen, die sich oft schon den Vorwurf gefallen lassen mussten – und, bis zum Beweis des Gegenteils müssen – nur eine weitere Tarnorganisation der LTTE zu sein? Wir wissen es nicht definitiv. Wir wissen nur, wir werden ihr Treiben (weiter) beobachten – und hoffentlich viel andere Menschen auch, denen die Wahrheit – und Sri Lanka – wirklich am Herzen liegen. 

LTTE-Anführer V. Prabhakaran betreibt gerne Personenkult

Gesucht als Kriegsverbrecher: LTTE-Anführer V. Prabhakaran betreibt einen Kult um seine Person und hat gerade die tamilische Weltgemeinschaft zum "Endkampf" aufgerufen

In den vergangenen Tagen fanden ähnliche Proteste tamilischer (LTTE-) Organisationen auch in London und Kopenhagen statt – wobei die in Dänemark von der Polizei gesprengt wurde, nachdem sich herausstellte, dass die handvoll tamilischen Protestler nur weiteres Geld für die LTTE-Kämpfer einsammeln wollten, um den “Endkampf” (V. Prabhakaran) noch weiter betreiben zu können.

Die Route des von der TCC in Berlin angemeldeten Protestmarsches: Weltzeituhr Alexanderplatz – Grunerstr. – Mühlendamm – Fischerinsel – Wallstraße. Die Organisatoren rechnen mit rund 900 Teilnehmern, vornehmlich Tamilen, die in Deutschland ein neues Zuhause gefunden haben. 

Wir hoffen auf mehr. Menschen, denen Sri Lanka am Herzen liegt und die sich von der geschickten Propaganda einer weltweit agierenden Terrororganisation, die sich in die Enge gedrängt sieht, nicht weiter an der Nase herumführen lassen wollen.

Klar und deutlich: Der Krieg in Sri Lanka muss ein Ende haben! Und ebenso das mörderische Treiben der LTTE, die den Tamilen im Norden (und viel zu lange auch im Osten) Sri Lankas ihre Kinder raubt und diese zu bombenden Selbstmord-Zombies macht und die ihnen, den srilankischen Tamilen mittels eines selbstherrlichen, diktatorischen Regimes um den als Kriegsverbrecher gesuchten V. Prabhakaram sowie dem haltlosen Versprechen eines eigenen Staates unfassbares Leid zufügt.

Man kann nur hoffen, dass dies bei der Demonstration deutlich zur Sprache kommt. Zu befürchten steht: nicht. Zu befürchten steht Progaganda einer Terrororganisation am Ende.

 

 

PS.: Was der deutsche Verfassungsschutz über die TCC herausgefunden hat, steht ab Seite 279 des Jahresberichts.

 

PPS.: Vor zwei Jahren noch demonstrierte die TCC vehement gegen das Verbot der Terrororganisation LTTE.

 

 

Nachtrag: So berichtet die LTTE-nahe Redaktion Tamil-Net über die Berliner Demonstration und die angeblichen Hintergründe. Die srilanksiche Regierung erlaubt seiner etwa einer Woche Konvoys mit Hilfsmittel in die Auffanglager für tamilische Flüchtlinge – und auch den noch immer heftig umkämpften Norden, um der zivilen Bevölkerung zwischen den Fronten zu helfen. Bei Durchsuchungen der Ladungen wurden bereits jetzt erheblich Mengen an Waffen, Munition und Sprengstoffen gesichert, die in die geschmuggelt werden sollten. 

 

Übersetzt aus dem srilankanischen Tageszeitung Daily Mirror 2.10.2008

22 GPS-Vorrichtungen, Sprengstoff in Hilfskonvoy gefunden

Von Sunil Jayasiri

Vavuniya – Einen Tag, nachdem das Militärposten in einem Lastwagen, der nach Kilinochchi unterwegs war, Sprengstoff gefunden hatte, wurden letzten Abend in einem anderen Lastwagen in Vavuniya, der nach Kilinochchi unterwegs war, eine große Anzahl von GPS-Systemen gefunden. Dies teilte ein Militärsprecher mit.

Brigadier Udaya Nanayakkara sagte: “Wir haben letzten Abend 22 GPS Vorrichtungen in Lastwagen gefunden, welche dabei waren, zu den noch nicht gesäuberten Gebieten im Wanni Distrikt zu fahren.“ Er sagte weiter, dass die GPS-Vorrichtungen in Kartons mit Palmzucker in 22 Lastwagen versteckt waren: “Die Truppen durchsuchen nach der letzten Entdeckung alle Lastwagen, die nach Wanni unterwegs sind.“

Am Dienstag fanden Truppen 2,5 Kg von C-4 explosives Material in einem der Lastwagen, der vom Vavuniya Distriktssekretariat gemietet worden war, um “wichtige Waren” für im Inneren des Gebietes verschleppte Personen (IDPs) zu transportieren. Das explosive Material wurde im Besitz des Fahrers gefunden.

Das Militär sagte, dass der Fahrer des Lastwagens, der als LTTE Anhänger verdächtigt wird, das explosive Material sorgfältig versteckt inmitten von Nahrungsmittelvorräten hatte. Diese Vorräte sollten in die noch nicht befreiten Gebiete in einem Zug von dreißig Lastwagen, welche das Vavuniya Distriktssekretariat gemietet hatte, gehen.

Ein Zug von sechzig Lastwagen soll an diesem Abend am Omanthai Eingangs- und Ausgangskontrollpunkt ankommen. Dies ist gemäß einem Abkommen, welches zwischen der Regierung und dem Weltnahrungsmittelprogramm (WPF) getroffen worden ist. Dreißig Lastwagen von dieser Flotte wurden von der WPF gemietet.

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